Beziehungsweise
Beziehungsweise

Intergeschlechtliche Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
Antworten
Helga
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1217
Registriert: Sa 9. Mär 2019, 22:07
Geschlecht: m, Feiertagsfrau
Pronomen: fallabhängig
Wohnort (Name): Norddeutschland
Hat sich bedankt: 87 Mal
Danksagung erhalten: 106 Mal
Kontaktdaten:

Beziehungsweise

Post 1 im Thema

Beitrag von Helga »

Lady Jennifer hat geschrieben: Mo 27. Sep 2021, 12:58 Tja welche Gedanken kreisen mir gerade im Kopf herum? Natürlich ist es meine Beziehung zu Thomas die nun wirklich Fahrt aufgenommen hat und ich schon von Liebe spreche. Vor der Beziehung war ich jahrelang Single und machte mir Gedanken, wie ich mir eine Beziehung vorstelle und ob ich einen Menschen so sehr in mein Leben lassen kann, das ich ihm total Vertrauen kann - schließlich kannte ich diese Gefühl der Verbundenheit noch nicht. Inzwischen hat sich meine Gefühlswelt völlig verlagert und grüble eher über Verlustängste. Ich habe meinen Schatz inzwischen sehr gut kennengelernt und hätte nie gedacht, daß eine Beziehung so gut und vor allem schnell funktionieren würde. Wahrscheinlich liegt es daran, daß wir beide das selbe empfinden.

Ich sprach bereits meine Verlustängste an, denn ich möchte keinesfalls, daß die Beziehung auf irgendeine Weise endet. Mit diesen Gefühlen umzugehen ist derzeit recht schwierig für mich, da ich zuvor noch nie damit konfrontiert wurde. Das ist wohl das Risiko einer funktionierenden Partnerschaft.

Natürlich wäre ich dankbar für jegliche Tipps von euch, wie ich damit umgehen soll.
Hallo Jennifer,
Sorry, dieser Post ist im Tumult der Thesen etwas untergegangen. Ich mache hierfür ein neues Thema auf, weil es mit durchaus wichtig erscheint.
Ich kann gut nachempfinden was in dir vorgeht. Zu Beginn jeder Beziehung bauten sich bei mir starke Verlustängste auf, zu allem Überfluss waren diese auch noch geparrt mit einer fürchterlichen Eifersucht und völlig irrationalem Mißtrauen. Wenn die Angebetete nicht ans Telefon ging - eine Qual, ließ sie mich trotz Verabredung warten - eine Tortur, redete sie mit anderen Männern und schien sich mit diesen auch noch wunderbar zu unterhalten - die Hölle.
Ich hoffe, dass ich dies nicht zu sehr gezeigt habe.
Mit der Verfestigung der Beziehung nehmen die Ängste irgendwann ab oder verschwinden ganz, was nicht bedeutet, dass sie nicht durch außergewöhnliche Ereignisse wieder angefeuert werden können, wie eime schwere Krankheit oder Beziehungskonkurrenten.
Was könnte ich dir raten? - Betrachte die Verlustängste als Luxusproblem. Ohne Beziehung wären sie nicht da. Vielleicht verlieren sie dadurch ein wenig an Schrecken.
Wichtig ist trotz aller Ängste Partner*in nicht in einen goldenen Käfig zu sperren sondern die Freiräume zu lassen, die für das jeweilige Wohlbefinden und für die jeweilige Persönlichkeitsentwicklung benötigt werden.

Liebe Grüße
Helga
Was bin ich?- Zunächst einmal bin ich ein Mensch!
Meistens bin ich ein Mann.
Wenn mir danach ist bin ich eine Frau.
Ich muss mich nicht festlegen.
Simone 65
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2252
Registriert: Mi 9. Mär 2016, 09:05
Geschlecht: Ich bin ein Mensch
Pronomen: Frau
Wohnort (Name): Reichenbach an der Fils
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 1 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Beziehungsweise

Post 2 im Thema

Beitrag von Simone 65 »

Jennifer, ich kenne das. Nach 40 Jahre ohne irgendwelche Beziehung, hatte ich auch erstmal Angst sich darauf einzulassen. Es war so ein besonderer Moment als ich meiner Marion fragte, ob sie mich heiratet. Es war auch für sie was besonderes, trotz ihrer 3 Ehen wurde sie nie gefragt.
Ich vertraue meiner Marion. Sie hat die Geldgeschäfte übernommen. Wir haben ein gemeinsames Konto.
Ich kann mir gar nicht mehr vorstellen alleine zu sein.
Liebe Grüße Simone.
Ich weiss ,ich bin ein Mensch und nur Das zählt.
Ich bin nur ein kleines Licht , aber ich leuchte .
Alle Menschen sollen mich sehen .
Dali
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 209
Registriert: Sa 21. Aug 2021, 16:47
Geschlecht: Je nachdem
Pronomen: Er
Wohnort (Name): Schweden
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: Beziehungsweise

Post 3 im Thema

Beitrag von Dali »

Hallo Jennifer.

Ich wollte eigentlich etwas ähnliches schreiben, aber so wie es Helga (moin) geschrieben hat:
Helga hat geschrieben: Mi 20. Okt 2021, 22:26 Wichtig ist trotz aller Ängste Partner*in nicht in einen goldenen Käfig zu sperren sondern die Freiräume zu lassen, die für das jeweilige Wohlbefinden und für die jeweilige Persönlichkeitsentwicklung benötigt werden.
klingt es deutlich besser. (yes)

LG

Dali
ExUserIn-2026-04-08
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3887
Registriert: Do 20. Nov 2014, 15:59
Pronomen:
Hat sich bedankt: 140 Mal
Danksagung erhalten: 1028 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Beziehungsweise

Post 4 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Helga hat geschrieben: Mi 20. Okt 2021, 22:26 Betrachte die Verlustängste als Luxusproblem.
Hallo Helga,

da habe ich eine ganz andere Meinung. Meine Einstellung zu Beziehungen geht von der Annahme aus, dass wir in uns den tiefen Wunsch verspüren, uns weiter zu entwickeln. Das ist vielleicht gar nicht einmal offensichtlich, aber ich sehe das als Hauptantrieb. Doch dazu muss man sich von dem verabschieden, was uns immer wieder als Liebe buchstäblich verkauft wird. Meiner Ansicht nach hat der/die Andere die primäre "Aufgabe", uns unsere Gefühle bewusst zu machen. Alles was wir durch den Anderen empfinden, schaffen wir nicht alleine. Oder anders gesagt, wir bekommen Türen gezeigt, wo wir keine vermuten oder bisher vermieden haben. Diese Empfindungen sind nicht immer angenehm, manchmal sogar schmerzhaft, denn sie gehen an unsere Wurzeln.

Ganz wichtig ist in diesem Augenblick die Frage, wieso habe ich diese Gefühle ? Auf was weisen diese Gefühle hin ? Der/die Andere ist dabei nicht Verursacher, sondern nur das Mittel. Je näher wir andere Menschen an uns heran lassen, um so mehr reagieren wir auf unsere Emotionen. Viele Menschen vermeiden diese Nähe, weil die damit verbundenen Gefühle zu schmerzhaft sind. Ich finde das auch in Ordnung, nur muss man dabei auch akzeptieren, dass die Liebe nicht die Intensität hat, die man sich vielleicht wünscht.

Wenn Jennifer also Verlustängste hat, deuten die natürlich auf ihre eigene Situation hin. Somit kann sie diese Gefühle nutzen, um mehr über sich selber zu erfahren und an eigenen Themen zu arbeiten. Insofern ist das kein Luxusproblem. Jeder Mensch hat seine "Schattenseiten". Der Begriff "Schatten" ist durchaus wörtlich zu nehmen. Denn es gibt in uns immer Bereiche, die wir ausgeblendet haben, damit wir sie nicht sehen müssen. Die Liebe holt diese Schattenseiten als Licht, wenn wir uns darauf einlassen. Tun wir es nicht, werden wir das Gefühl haben, dass uns irgendwann diese Liebe oder der andere Mensch enttäuscht. Aber wir sind es selber, die die Ursache dieser Enttäuschung sind.

Die schönste Beschreibung davon habe ich bei Khalil Gibran gelesen. Er schieb ein Gedicht "von der Liebe", in der er sie als "Dreschboden" beschreibt, die uns reinigt: https://www.zgedichte.de/gedichte/khali ... liebe.html. Das ist etwas ganz anderes als das, was uns in verkitschter Form als Liebe immer wieder unter die Nase gerieben wird. Das ist nur der kommerzielle Dreck.

Liebe heißt für mich, durch den Anderen zu sich selber finden. Man muss durch den eigenen Schmerz hindurch. Gefühle, insbesondere die, die uns unangehm sind, sind die Wegweiser.

Und ehrlich gesagt, ich habe da auch noch eine Menge zu tun ...
Zuletzt geändert von ExUserIn-2026-04-08 am Do 21. Okt 2021, 14:06, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
ExUserIn-2026-01-22
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2302
Registriert: So 26. Sep 2010, 15:55
Geschlecht: Männlich
Pronomen: angekommen als Frau
Wohnort (Name): Plauen
Hat sich bedankt: 505 Mal
Danksagung erhalten: 1061 Mal
Kontaktdaten:

Re: Beziehungsweise

Post 5 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-01-22 »

Helga hat geschrieben: Mi 20. Okt 2021, 22:26 Ich kann gut nachempfinden was in dir vorgeht. Zu Beginn jeder Beziehung bauten sich bei mir starke Verlustängste auf...
Hallo Helga,

schön, daß du dazu einen eigen Thread aufgemacht hast.

Verlustängste ergaben sich nicht wie bei dir zu Beginn der Beziehung, eher erst, als ich fühlte, daß wir zusammen passen und eine feste Beziehung eingehen - vor dem kann ich ja eigentlich nichts "verlieren".
Jetzt wo wir eine gute Beziehung aufgebaut haben, möchte ich das natürlich nicht verlieren. Ergo, diese Verlustängste mischen sich ein... :shock: Thomas sieht das viel gelassener, was wohl daher kommt, da er weiß wie Beziehungen funktionieren und ich nicht.

Helga hat geschrieben: Mi 20. Okt 2021, 22:26 ...zu allem Überfluss waren diese auch noch geparrt mit einer fürchterlichen Eifersucht
Eifersucht ist sicherlich auch ein Thema, besonders wenn man Tage getrennt ist. Dennoch habe ich so viel Vertrauen Thomas gegenüber, daß er unterwegs keine "Liebelei" startet. Und bei mir muß er sich auch keine Gedanken machen, da ein Fremdgehen für mich nicht infrage kommt...! Warum auch, wenn ich einen Schatz gefunden habe!!!

Jennifer
=================================

Aktueller Beziehungsstatus: Jennifer ist verliebt !-!-!

=================================
Lana
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1712
Registriert: Fr 8. Jan 2021, 01:29
Pronomen: sie
Hat sich bedankt: 841 Mal
Danksagung erhalten: 1366 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Beziehungsweise

Post 6 im Thema

Beitrag von Lana »

Lady Jennifer hat geschrieben: Do 21. Okt 2021, 12:44 Thomas sieht das viel gelassener, was wohl daher kommt, da er weiß wie Beziehungen funktionieren und ich nicht.
Liebe Jennifer,

Beziehungen sind so unterschiedlich und individuell wie Menschen. Keine ist wie eine andere, auch wenn es natürlich viele Gemeinsamkeiten gibt. Du wirst also deinen eigenen, zu dir passenden Umgang mit der Beziehung finden müssen.

Das ist ein Erkenntnisprozess, wie Vicky-Rose bereits geschrieben hat. Dein Partner ist also so eine Art Spiegel deiner selbst. Er gibt dir ein gutes Gefühl, indem er dir ein schönes Bild von dir selbst bestätigt. Du machst das selbe in umgekehrter Form ihm gegenüber. Dabei lernt ihr euch gegenseitig immer besser kennen und lieben. Im Idealfall ist es ein ausgeglichenes Geben und Nehmen. Diesen angenehmen Zustand des Verliebtseins möchtest du natürlich nicht verlieren.

Leider ist man sich selten sicher, ob man genug gibt, oder bekommt. Das liegt u.a. daran, dass wir es gewohnt sind, alles unter dem Aspekt der Nützlichkeit zu sehen. Wirkliche zwischenmenschliche Liebe sollte anders sein, offen und bedingungslos, ohne uns dabei jedoch selbst zu verleugnen. Laut E. Fromm* kann eine solche Liebe niemals auf Leidenschaft als treibender Kraft beruhen, sondern muss auf freiem Willen basieren.

Auch kann und wird es passieren, dass dein Partner dir im Laufe der Zeit immer mehr Dinge spiegelt, die dir nicht so gut gefallen werden. Aspekte deiner Persönlichkeit, die du selbst nicht an dir wahrnimmst oder unbewusst verdrängt und nicht sehen kannst. Da diese Teile deiner Persönlichkeit meist weniger angenehm sein werden, nimmst du sie auch als problematisch für die Beziehung wahr, weil sie den Partner abschrecken könnten, was bis zum Ende der Beziehung führen kann. Das ist die Quelle deiner Verlustängste.

Es gibt zwei Möglichkeiten, damit umzugehen:
Du verleugnest diesen Teil Deiner Person, was Dir auf lange Sicht nicht gut tut und somit die Qualität Deiner Beziehung beeinträgt.
Die bessere - und meiner Meinung nach einzig nachhaltige - Möglichkeit ist es, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen, auch wenn es teilweise schmerzhafte Erkenntnisse über einen selbst sind. Im Idealfall begleitet und bestärkt dich dein Partner dabei, schließlich hat er auch etwas von deiner positiven persönlichen Weiterentwicklung.

Es geht also am Ende um die eigene Fähigkeit zu lieben und anzunehmen. Sich selbst und den Partner.

LGL

* Erich Fromm: Die Kunst des Liebens. New York 1956
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Blaise Pascal
Jasmine
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 6443
Registriert: Di 16. Jul 2013, 08:25
Pronomen: sie
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 3 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Beziehungsweise

Post 7 im Thema

Beitrag von Jasmine »

Verlustängste sind bei uns ( Menalee und mir) eher nicht zu finden. Viel zu sehr bin ich den Tag über beschäftigt zu überlegen wie ich meine liebe Partnerin glücklich machen kann. Auch nehme ich meine Partnerin so an wie sie ist, mit all ihren Stärken und Schwächen. Wir kennen unsere Schwächen und versuchen immer an uns zu arbeiten, um damit nicht die Partnerin zu belasten. Daneben ist der ständige Austausch mit meiner Liebsten für uns eine ganz wichtige Säule in unserer Beziehung. So entwickelte sich eine tiefe Liebe und Vertrauen. Eifersucht ist bei uns daher kein Thema. Negative Gefühle, hierzu zähle ich auch Verlustängste und Streitigkeiten, sind für uns nicht förderlich und vertane Zeit.
Liebe Grüße Jasmine
ExUserIn-2026-01-22
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2302
Registriert: So 26. Sep 2010, 15:55
Geschlecht: Männlich
Pronomen: angekommen als Frau
Wohnort (Name): Plauen
Hat sich bedankt: 505 Mal
Danksagung erhalten: 1061 Mal
Kontaktdaten:

Re: Beziehungsweise

Post 8 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-01-22 »

Lana hat geschrieben: Do 21. Okt 2021, 14:30 Das ist ein Erkenntnisprozess, wie Vicky-Rose bereits geschrieben hat. Dein Partner ist also so eine Art Spiegel deiner selbst. Er gibt dir ein gutes Gefühl, indem er dir ein schönes Bild von dir selbst bestätigt. Du machst das selbe in umgekehrter Form ihm gegenüber. Dabei lernt ihr euch gegenseitig immer besser kennen und lieben. Im Idealfall ist es ein ausgeglichenes Geben und Nehmen. Diesen angenehmen Zustand des Verliebtseins möchtest du natürlich nicht verlieren.
Hallo Lana,

gut auf den Punkt gebracht! Gerade wenn alles "Eitel Sonnenschein" ist, möchte man diesen Zustand nicht verlieren. Dennoch sind wir beide unterschiedlich und ergänzen uns so - was in einer Beziehung auch von Vorteil sein kann.

Lana hat geschrieben: Do 21. Okt 2021, 14:30 Leider ist man sich selten sicher, ob man genug gibt, oder bekommt. Das liegt u.a. daran, dass wir es gewohnt sind, alles unter dem Aspekt der Nützlichkeit zu sehen. Wirkliche zwischenmenschliche Liebe sollte anders sein, offen und bedingungslos, ohne uns dabei jedoch selbst zu verleugnen. Laut E. Fromm* kann eine solche Liebe niemals auf Leidenschaft als treibender Kraft beruhen, sondern muss auf freiem Willen basieren.
Beziehungsmäßig sehe ich mich immer noch als Jungfrau und habe dazu einiges zu lernen. Vielleicht fällt mir derzeit der Umstieg von meinem Singleleben zu einem gemeinsamen Leben in bestimmten Dingen noch etwas schwer. Aber eines ist für mich das wichtigste in eines Beziehung: Vertrauen! Ich muß mich einfach darauf verlassen können, daß ich von meinem Partner nicht enttäuscht werde - und da gibt es in einer Beziehung sehr viele Möglichkeiten. Beziehung bedeutet aber auch (gerade für mich...) sich mit neuen Dingen auseinanderzusetzen, die man als Single vielleicht ganz anders angegangen wäre. Es ist eine Herausforderung, aber ich bin offen und möchte die Liebe in allen Facetten kennenlernen.
Liebe bezieht ja nicht nicht nur auf den körperlichen Reiz, sondern es ist damit so viel mehr verbunden und gerade all das entdecke ich derzeit - es ist so spannend!
Lana hat geschrieben: Do 21. Okt 2021, 14:30 Auch kann und wird es passieren, dass dein Partner dir im Laufe der Zeit immer mehr Dinge spiegelt, die dir nicht so gut gefallen werden. Aspekte deiner Persönlichkeit, die du selbst nicht an dir wahrnimmst oder unbewusst verdrängt und nicht sehen kannst. Da diese Teile deiner Persönlichkeit meist weniger angenehm sein werden, nimmst du sie auch als problematisch für die Beziehung wahr, weil sie den Partner abschrecken könnten, was bis zum Ende der Beziehung führen kann. Das ist die Quelle deiner Verlustängste.
Sehe ich ähnlich, je fester eine Beziehung wird, umso mehr öffnet man sich dem Partner gegenüber und lernt vielleicht Seiten kennen, die bei seinem Schatz nicht so gut ankommen. Ich finde aber, daß auch dies eine Beziehung stärkt, da man einfach von einem anderen Sichtpunkt betrachtet wird und das neue Perspektiven öffnet.

Jennifer
=================================

Aktueller Beziehungsstatus: Jennifer ist verliebt !-!-!

=================================
Claudi a
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 435
Registriert: Fr 13. Dez 2019, 21:50
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Bergheim
Hat sich bedankt: 333 Mal
Danksagung erhalten: 54 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Beziehungsweise

Post 9 im Thema

Beitrag von Claudi a »

Lady Jennifer hat geschrieben: Fr 22. Okt 2021, 11:23 Aber eines ist für mich das wichtigste in eines Beziehung: Vertrauen! Ich muß mich einfach darauf verlassen können, daß ich von meinem Partner nicht enttäuscht werde

Jennifer
Liebe Jennifer
Das mit dem Vertrauen und vor allem mit dem "nicht enttäuscht werden " ist nach meiner Erfahrung gar nicht so einfach.....
Das Bedürfnis verstehe ich sehr gut und ich teile es auch
Ich glaube daß es weise wäre das Vertrauen von dem Wunsch nicht enttäuscht zu werden zu trennen und beide einzeln zu betrachten:
Ich vertraue meiner Frau dass sie nicht die Absicht hat mir weh zu tun. Ich vertraue ihr auch dass sie mit mir zusammen leben will. Und ich vertraue ihr dass sie für mich das Beste wünscht.
Aber eine Erwartung, dass sie mich nie enttäuschen wird, wäre meiner Meinung nach eine völlige überforderung der Beziehung. Weil Enttäuschung viel mehr mit MEINEN Erwartungen, Wünschen, Vorstellungen zu tun hat als mit dem Verhalten des/der anderen...
Enttäuschungen werden zwangsläufig auf beiden Seiten geschehen. Das lässt sich gar nicht vermeiden. Und es ist auch gut so, weil mit jeder Ent-Täuschung eine (selbst ?)-Täuschung verschwindet. Diese kann dann durch Wahrheit ersetzt werden! Und an der Wahrheit können dann beide Teile der Beziehung wachsen.
Nach inzwischen 26 ehejahren vertrauen meine Frau und ich uns gegenseitig, dass wir uns die Wahrheit sagen. Über die eigenen Gefühle und auch über das was wir jeweils im anderen wahrnehmen.
Und wir vertrauen uns gegenseitig, dass wir unsere Erwartungen aneinander (man hat IMMER welche) nicht für selbstverständlich halten.

Ich wünsche euch beiden eine Beziehung voller Ehrlichkeit. Und dass ihr an Enttäuschungen, falls mal welche kommen, wachsen könnt. Denn dann werden sie immer weniger!

Ganz liebe Grüße
Claudia
"Ich könnte nur an einen Gott glauben, der zu tanzen verstünde" Nietzsche
Blossom
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3967
Registriert: Sa 18. Jan 2020, 21:09
Geschlecht: weiblich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Waltrop
Hat sich bedankt: 180 Mal
Danksagung erhalten: 46 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Beziehungsweise

Post 10 im Thema

Beitrag von Blossom »

Claudi a hat geschrieben: Di 26. Okt 2021, 10:51 Ich vertraue meiner Frau dass sie nicht die Absicht hat mir weh zu tun. Ich vertraue ihr auch dass sie mit mir zusammen leben will. Und ich vertraue ihr dass sie für mich das Beste wünscht.
Aber eine Erwartung, dass sie mich nie enttäuschen wird, wäre meiner Meinung nach eine völlige überforderung der Beziehung. Weil Enttäuschung viel mehr mit MEINEN Erwartungen, Wünschen, Vorstellungen zu tun hat als mit dem Verhalten des/der anderen...
Enttäuschungen werden zwangsläufig auf beiden Seiten geschehen. Das lässt sich gar nicht vermeiden. Und es ist auch gut so, weil mit jeder Ent-Täuschung eine (selbst ?)-Täuschung verschwindet. Diese kann dann durch Wahrheit ersetzt werden! Und an der Wahrheit können dann beide Teile der Beziehung wachsen.
da bin ich ganz bei dir - sehe es ebenso.
Jeder hat in seinem Leben Menschen um sich, die schwul, lesbisch, transgender oder bisexuell sind.
Sie wollen es vielleicht nicht zugeben, aber ich garantiere, sie kennen jemanden.
Billie Jean King (*1943)
Antworten

Zurück zu „Inter_, Trans_, Crossdresser: PartnerInnen und Beteiligte“