Gedanken zur Partnerschaft/Ehe/Beziehung
Gedanken zur Partnerschaft/Ehe/Beziehung - # 2

Intergeschlechtliche Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
Drachenfrau
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Re: Gedanken zur Partnerschaft/Ehe/Beziehung

Post 16 im Thema

Beitrag von Drachenfrau »

MichiWell hat geschrieben: Do 3. Mai 2018, 23:53 Liebe Ulla,

es war mir ein tiefes Bedürfnis, und ich hatte auch schon überlegt, den Satz unter "Wer schrieb Was" einzustellen. Das habe ich nun nachgeholt.

Ich kann dir gar nicht beschreiben, wie sehr mich deine Worte berührt haben, auch wenn ich einen Zusammenhang mit gemachten Erfahrungen verneinen muss. Sie sprechen ganz einfach für sich. Ich freue mich aber, dass du so Anteil nimmst. Mit meinen schlechten Erfahrungen habe ich wohl einige Zeit gehadert, aber inzwischen auch schon einige Jahre als Teil meines Lebens akzeptiert, und bringe sie hier mit der selben Leidenschaft ein, wie meine glücklichen Momente. Die Sorge kann ich dir also nehmen. Gleichwohl freut es mich zu spüren, wie du daran Anteil nimmst. (dr)


Liebe Grüße
Michi
Liebe Michi,

danke für das Einstellen des Satzes in "Wer schrieb Was". (ap)
Irgendwie kam es zwischen den Zeilen heraus, dass du berührt warst.
Den Zusammenhang mit den gemachten Erfahrungen sah ich in einem positiven, gereiften Kontext bei dir.
Gesorgt habe ich mich überhaupt nicht.
Nach all dem, was ich von dir in deinen Beiträgen gelesen habe, bin ich sehr zuversichtlich, dass du deinen Weg richtig gut zu gehen weißt, da du auch ein Mensch bist, der hinterfragt.

Manchmal nehme ich so sehr Anteil an den Zeilen, die hier geschrieben werden, dass es manchmal für mich gut ist, auch Abstand zu nehmen, denn wie schmerzhaft das Leben sein kann, habe ich gespürt. Manchmal stehe ich mir selbst mit Empathie auch im Weg.
Wenn ich schreibe, dann denke ich daran, dass dadurch vielleicht die/der eine oder andere eine direkte Lösung finden kann anstatt wie ich früher noch Umwege.

Liebe Grüße,
Ulla
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Re: Gedanken zur Partnerschaft/Ehe/Beziehung

Post 17 im Thema

Beitrag von Drachenfrau »

Hallo Tatjana,

vielen lieben Dank. (flow)
Ich freue mich sehr über die hier ausgedrückte Wertschätzung.

Was das Schreiben betrifft, so habe ich schon sehr viel in meinem Leben geübt, z. B. mit internationalen Brieffreundschaften als Teenie. Später galt für mich das Motto "Wer schreibt, der bleibt". Das hält mich nicht davon ab, dass ich mich mal kompliziert ausdrücke und auch mal die Worte holprig sein können.
Also einfach ran an die Tasten.
Der Austausch ist wichtiger als die schön gefundenen Worte - außerdem habe ich jetzt noch etwas mehr Zeit, was sich nach der OP von Denies auch ändert.
Tatjana_59 hat geschrieben: Fr 4. Mai 2018, 07:47 Kurz gesagt zu fast allen was du hier Schreiber hältst du mir und meiner geliebten Petra praktisch einen Spiegel vor.
Ähnlich verlief unser Weg der "gemeinsamen" Transition, und wird auch so weiter verlaufen.
Wir haben uns selbst immer mehr gefunden.
Mir ist es immer ein Balsam auf die Seele, wenn ich höre, dass auch andere Paare diese Erfahrungen machen.
Ich wünsche Euch, dass ihr weiter zusammen wachsen könnt und dass dein Heilungsverlauf so gut bleibt, wie er jetzt ist.
Tatjana_59 hat geschrieben: Fr 4. Mai 2018, 07:47 Kurz die Sexualität betreffend:

Wir fanden und finden es ganz schlimm dass wir von wirklich vielen Menschen anscheinend plötzlich nur noch auf die Sexualität reduziert wird.
Die Frage bist du, oder seid ihr jetzt lesbisch tauchte sehr häufig auf, das stimmt mich traurig.
Natürlich dachten wir Anfangs auch über die Sexualität nach. Wir erkannten aber unsere innige Liebe immer mehr, stellten dabei fest dass Sex dabei wichtig und trotzdem nebensächlich ist.
All das geht außenstehende nichts an, ich frage auch meine besten Freunde nicht wie es mit ihrer Sexualität steht.
Es stimmt, was du schreibst, man erkennt für sich viel stärker, auf welchen Ebenen — die Beziehung getragen ist — wenn man es mal "aufbröselt".
Sexualität ist davon nur ein Teil und dieser kann unterschiedlich stark oder schwach sein.

Ein ehemaliger Vorgesetzter hatte einen Spruch: Wo Menschen sind, da wird gemenschelt.
Er bezog das auf jegliches Verhalten, das nicht so ganz zu verstehen war oder auf seltsame/nicht alltägliche Situationen.
Wie plump die Frage ist: bist du jetzt lesbisch?
Darüber macht sich der/die Fragende gar keine wirklichen Gedanken bzw. hat da wohl selbst nicht die Möglichkeit über seinen Tellerrand hinaus zu blicken.
Sex ja - nein. Mann - Frau. Schwarz - weiß. Vielleicht ist deren Welt gerade wirklich so klein.

Herzliche Grüße,
Ulla
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Re: Gedanken zur Partnerschaft/Ehe/Beziehung

Post 18 im Thema

Beitrag von Drachenfrau »

Hallo Vanessa,
VanessaL hat geschrieben: Fr 4. Mai 2018, 14:51 Na gut .....

Dann will ich nun doch auch mal was dazu schreiben, statt "nur" (yes) zu posten ....
(flow)
Grundsätzlich freue ich mich über jede Antwort und finde jeden Austausch und besonders Fragen wertvoll.
VanessaL hat geschrieben: Fr 4. Mai 2018, 14:51 Für mich ist das Thema sehr spannend, da Ihr an einem Punkt seit, der für mich noch in weiter Zukunft scheint.
Es ist für mich ein bisschen wie ein Blick zurück, bevor Ihr Euch umdreht und weiter nach vorne schreitet.
So viele Gedanken und Einsichten .... einfach schön und auch Inspiration für mich und vielleicht auch uns.
Es gibt so viele Wege, wie man seine Beziehung gestalten kann, wie es Menschen gibt.
Schaue ich zurück, so fing die Gestaltung wie ich meine Beziehung zu Denies führe, damit an, dass ich mit mir eine neue bessere Beziehung zu mir selbst fand. Das, was ich für mich tue, tue ich auch für meine Beziehung zu Denies.

Eine Inspiration für mich für eine Beziehung war z. B. das verfilmte Däumling Märchen. Das ältere Paar ging nie unversöhnt zu Bett. Sie hatten zwei abgewandte Figuren, die sie zu einander, sich anschauend, wieder umdrehten bevor sie ins Bett gingen.

Eine schöne Beziehung ist kein Zufall, sondern man kann etwas dafür tun. Schaue ich uns an, so ist das nichts Besonderes. Das kann jedes Paar sich ermöglichen.
VanessaL hat geschrieben: Fr 4. Mai 2018, 14:51 Das Partnerschaften nicht zerschellen müssen, aber auch dass es eben nicht um Aufrechterhaltung einer Beziehung geht, sondern um die Fort-/Weiterentwicklung. Ich glaube wir können das auch schaffen, da wir (dr) beide trotz Unterschiede das gleiche Grundverständnis haben.
Wenn es nur um die Aufrechterhaltung einer Beziehung geht, dann fehlt beiden so viel an Leben, an Freude und wunderbaren Erfahrungen.
Würden wir beide erkennen, dass wir nur noch diese Aufrechterhaltung hätten, würden wir uns direkt trennen.
Es ist für uns sehr aufregend und spannend, wenn wir nun 5 Jahre zurückblicken, was wir zusammen alles bewältigt haben und auch wie.
Obendrein haben wir uns durcheinander und miteinander verändert = weiter entwickelt, sind gewachsen und gereift, bewusster geworden — auch ein Stückchen weiser vielleicht.

Wie Vicky es ausdrückte:
Vicky_Rose hat geschrieben: Do 3. Mai 2018, 06:57 Das ist es, was eine Beziehung so spannend macht. Es bringt mich in Situationen, die ich ohne Partner/in nicht kommen würde und ich kann Dinge entdecken, von denen ich im Traum nie daran dachte, dass sie je für mich von Bedeutung sind.
Das stimmt.
Vor Denies hätte ich mich z. B. nicht mit dem Thema Polyamorie auseinander gesetzt, wäre nicht auf die Idee gekommen, noch mal Fahrrad zu fahren und mich an Touren von bis zu 70 km zu wagen und und und.
VanessaL hat geschrieben: Fr 4. Mai 2018, 14:51 Allerdings finde ich, dass die Thematik der Sexualität nicht zu vernachlässigen ist. Es ist eben für viele auch ein Grundbedürfnis oder sollte ich schreiben inneres Verlangen? Da kann man sich drehen und wenden wie man möchte. Und der Wunsch nach körperliche Nähe und Vereinigung ist dann doch auch oft der Unterschied zwischen Freundschaft und Beziehung.
Für mich war Sex und Partnerschaft immer miteinander verknüpft, während viele andere dieses durchaus trennen konnten. Durch die eigene Veränderung ist jetzt natürlich auch die Frage der Sexualität neu hochgespühlt. Und .... ich denke das muss wie alles andere (was ja schon beschrieben wurde) auch geklärt werden. Sicher geht das niemanden etwas an und auf die Idee danach zu fragen, ob jemand jetzt lesbisch, hetero oder schwul ist, würde ich persönlich wohl nicht kommen. Aber das Grundinteresse daran kann ich durchaus nachvollziehen.

Wie sich eine Beziehung entwickelt, ist sicher individuell und abhängig von den Personen und Ihren Lebensumständen. Für mich persönlich ist es wichtig immer gerne nach Hause kommen zu wollen und das Gefühl von Nähe und Wärme zu haben, wenn ich meine Frau umarme. dann öffnet sich jedes mal das Herz - auch, wenn es manchmal noch so schwer ist.
Für Denies war sexuelles Erleben seit wir uns kennen sehr wichtig, das wird es auch weiterhin bleiben. Ich habe mir eine schöne Sexualität sehr langsam erschlossen und erst mit Denies leben können, wie ich sie mir vorstelle.
Für uns wurde sie ein Körpererleben und nichts, das sich nur auf die obligatorischen erogenen Zonen beschränkte.
Das geht aber nur über vertraute gewachsene Intimität weit auch über die Bettkante hinaus.
Dass Menschen ein Aufklärungsbedürfnis haben, kann ich sehr gut verstehen.
Wir treffen immer wieder Menschen, die sagen, ach wie gut, dass man mal offen über Sex sprechen kann, ohne dass sie eine respektlose Wortwahl bekämen — sondern, da ist echter Redebedarf vorhanden.
Wenn uns jemand mit Achtung und Respekt fragt, geben wir auch offene Antworten — ansonsten nicht.

Um gerne nach Hause kommen zu können, gehört mehr als Sex haben dazu.
Für Denies war das ein mega wichtiger Punkt. Denn sehr oft wusste sie früher, wenn sie heimkommt, dass es ein Stress behafteter Abend sein kann/wird. Doch jeder Mensch, wenn er nach Hause kommt, sollte das zu Hause als einen Ort empfinden können, wo man sich komplett fallen lassen kann.
Es ist etwas sehr Kostbares, was du beschreibst, wenn du heimkommst. Bewahre es dir, aber mache dich davon nicht abhängig.

Auch für dich und deine Frau weiterhin alles Gute.

Viele liebe Grüße,
Ulla
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Re: Gedanken zur Partnerschaft/Ehe/Beziehung

Post 19 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Hallo Vanessa,
Allerdings finde ich, dass die Thematik der Sexualität nicht zu vernachlässigen ist. Es ist eben für viele auch ein Grundbedürfnis oder sollte ich schreiben inneres Verlangen? Da kann man sich drehen und wenden wie man möchte. Und der Wunsch nach körperliche Nähe und Vereinigung ist dann doch auch oft der Unterschied zwischen Freundschaft und Beziehung.
Das denke ich auch. Aber es gibt so unterschiedliche Möglichkeiten sie zu leben, wie es Paare gibt. Im Laufe der Jahre gibt es bei mir auch hier deutliche Veränderungen. Manche sind gewollt, manche auch körperlich bedingt. Das für mich Entscheidende ist dabei, den Blick auf den Anderen zu haben und offen für seine Bedürfnisse zu sein. Wenn das in einer Balance zwischen den Partnern gelingt, ist Sexualität, ja ist die ganze Beziehung schön. Das bedeutet ja nicht, dass man seine Bedürfnisse hinten anstellt. Ich finde es sehr wichtig, wenn man sich und den Anderen im Blick hat.

Es geht um Schenken und Beschenkt werden. In dieser Grundhaltung habe ich erfahren, dass eine Partnerschaft etwas ganz besonderes sein kann. Da werden auch Phasen, in denen es einmal schwieriger wird, auch tragbarer. Auch wir hatten diese Phasen und sind dabei stärker geworden.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
FallenMycraft

Re: Gedanken zur Partnerschaft/Ehe/Beziehung

Post 20 im Thema

Beitrag von FallenMycraft »

Hallo meine lieben Mitphilosophinnen,

ich habe diesen Thread jetzt oft gelesen und immer wieder versucht meine Gedanken dazu zu Ordnen. So richtig habe ich das nicht hinbekommen, möchte aber bezugnehmend auf verschiedene Thesen aus diesem Thread, doch meine Meinung kundtun.

Zuvor aber vielen, vielen Dank an euch alle. Ich habe hier viele Denkanstöße bekommen und es ist nicht selbstverständlich sich öffentlich so tief in die Seelen blicken zu lassen!


Das Thema "festhalten" von wichtigen Dingen:
Muss man denn alles loslassen, was einem wichtig ist? Oder ist vielmehr die Bereitschaft wichtig, auch einmal etwas verlieren zu können? Ich halte sehr gerne an den schönen Dingen fest und versuche im Gegenzug unschönes loszulassen. Natürlich kann man auch häufig die schönen Dinge verlieren, diese aber festzuhalten, so lange es möglich ist, kann doch auch eine Form der Wertschätzung sein.

Das Thema Vertrauen:
Vertrauen ist, meiner Meinung nach, wirklich das höchste Gut, was man in einer Beziehung haben kann. Wenn man auf dieser Basis weiß, dass einen sein Gegenüber nicht verletzten will, sich auf einen einlassen will, dann fallen mit der Zeit auch alle Ängste vor Verletzungen wie von selbst.

Transition = Veränderung:
Veränderung ist das ganze Leben lang fließend. Jede Erfahrung verändert einen. Der Wille zur Veränderung muss aber vorhanden sein. In einer Beziehung sollten dann auch beide diese Bereitschaft haben, denn sonst verliert sich der Partner selbst, der sich verändern möchte.

Das kann aber auch bedeuten, dass man auf seinem Weg manchmal auf die Bremse treten muss, um seinen Partner nicht aus der Kurve zu werfen. Oder, dass man ein paar Schritte zurückgehen muss, um den Partner wieder abzuholen.

Diskrepanz von Trauer und Hochgefühl in der Partnerschaft.
Das kenne ich so nur in den Grundzügen. Die Gemütszustände von meiner Frau und mir sind so stark voneinander abhängig, dass wir am Ende immer zusammen traurig oder fröhlich sind. Jeder von uns versucht bei Traurigkeit zwar den anderen wiederaufzubauen, ein Hochgefühl bei einem gleichzeitigen Tief des Partners, wäre bei uns aber undenkbar.

Das Thema Sex.
Ja Sex ist auch wichtig, wie ich hier ja bereits geschrieben habe, aber sollte nun mal nicht der Mittelpunkt der Beziehung sein. Ohne hier tief aus dem Nähkästchen zu plaudern, kann ich sagen: Wenn man seine Liebe glücklich machen möchte, finden sich immer Mittel und Wege, dass beide sexuell auf ihre Kosten kommen, ohne dass ein Partner dafür leiden muss.

So, eigentlich wollte ich noch viel mehr hierzu schreiben, aber mehr habe ich nicht zusammen bekommen.

Viele liebe Grüße,
Daniela
Simone 65
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Re: Gedanken zur Partnerschaft/Ehe/Beziehung

Post 21 im Thema

Beitrag von Simone 65 »

Sex ist nicht wichtig , gar nicht . Wirklich nicht !


Ich bin noch Jungfrau .
Ich weiss ,ich bin ein Mensch und nur Das zählt.
Ich bin nur ein kleines Licht , aber ich leuchte .
Alle Menschen sollen mich sehen .
Anne-Mette
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Re: Gedanken zur Partnerschaft/Ehe/Beziehung

Post 22 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

bei allem Respekt, aber ich denke, da gibt es sehr unterschiedliche Meinungen und Bedürfnisse.

Wenn es relativ ausgeglichen ist, d.h. wenn Bedürfnisse und Befriedigung in einem "gesunden Verhältnis" stehen, dann ist alles ok, ganz gleich, ob viel Sex, Middlesex oder Kein Sex.
Problematischer wird es, wenn Bedürfnisse aufeinanderprallen,die nicht unter einen Hut passen (smili)

Gruß
Anne-Mette
FallenMycraft

Re: Gedanken zur Partnerschaft/Ehe/Beziehung

Post 23 im Thema

Beitrag von FallenMycraft »

Simone 65 hat geschrieben: Mo 7. Mai 2018, 18:40 Sex ist nicht wichtig , gar nicht . Wirklich nicht !


Ich bin noch Jungfrau .
Auch wenn ich deine Meinung nicht teile, gehört sie doch hier her. Darf ich dich fragen, ob sich das auf den "reinen sex" bezieht, oder ob du alle Arten von Zärtlichkeit ausschließt?
Das soll kein Angriff sein, ich bin nur neugierig.

LG Daniela (flow)
Michi
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Re: Gedanken zur Partnerschaft/Ehe/Beziehung

Post 24 im Thema

Beitrag von Michi »

Simone 65 hat geschrieben: Mo 7. Mai 2018, 18:40 Sex ist nicht wichtig , gar nicht . Wirklich nicht !


Ich bin noch Jungfrau .
Hallo Simone,

in deinem Beitrag fehlt ein kleines Wörtchen: "mir" :wink:

Liebe Grüße
Michi
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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Re: Gedanken zur Partnerschaft/Ehe/Beziehung

Post 25 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Hi Daniela,
Ich habe hier viele Denkanstöße bekommen und es ist nicht selbstverständlich sich öffentlich so tief in die Seelen blicken zu lassen!
Jemand sagte mir neulich. Wenn man etwas zu sagen hat, sollte man das nicht aus der letzten Reihe tun. Man muss nach vorne treten.

Ich bin der Meinung, dass noch viel zu wenig über die Seelen gesprochen wird. Gerade weil wir glauben, so viel verstecken zu müssen, gibt es eine Menge Probleme mehr. Was vergibt man sich, wenn man sein Inneres beschreibt ? Wir würden viel mehr Gemeinsamkeiten entdecken und Menschen unterstützen bzw. von Menschen unterstützt werden. Aber es gibt so viele Tabuthemen, die nicht sein müssten. Meine Erfahrung ist, wenn ich mir Freunden über ein solches Thema rede, kommt sehr oft ganz viel zurück.

Ich bin davon überzeugt, dass Offenheit Stärke bedeutet, da man sich nicht von der Meinung anderer abhängig macht. Ich bin ich und das ist gut so.

Sich zu verstecken bedeutet, anderen Macht über sich zu geben, wenn etwas "bekannt" wird. Wenn alle Männer frei bekennen würden, dass sich gelegentlich oder öfter Damenkleidung tragen, dann blieben wahrscheinlich nicht viele übrig, die das noch nicht getan haben. Und es würde Mut machen, es zu tun, wenn man es tun möchte. Das wäre doch eine Perspektive, oder nicht ?
Muss man denn alles loslassen, was einem wichtig ist? Oder ist vielmehr die Bereitschaft wichtig, auch einmal etwas verlieren zu können? Ich halte sehr gerne an den schönen Dingen fest und versuche im Gegenzug unschönes loszulassen. Natürlich kann man auch häufig die schönen Dinge verlieren, diese aber festzuhalten, so lange es möglich ist, kann doch auch eine Form der Wertschätzung sein.
An Dingen fest zu halten kann auch bedeuten, sie sicher zu verlieren. Eine schöne Beziehung ist nicht von Dauer, wenn man sie festhält. Ich denke, alles los zu lassen bedeutet, eine ganz neue Qualität zu gewinnen. Ich gewinne z.B. eine ganz neue Qualität in einer Beziehung, wenn ich die Partnerin los lasse. Ich muss ihr nicht sagen, was sie tun soll. Ich muss sie nicht kontrollieren. Im Gegenzug gewinne ich das Gefühl, dass sie nur wegen mir bei mir bleibt, wenn sie bleibt. Und wenn sie nicht bleibt, möchte ich das auch nicht. Auch wenn es weh tut.

Etwas fest zu halten bedeutet Kontrolle und Kontrolle ist ein Ausdruck von Angst. Ein (möglichst) angstfreies Leben findet ohne Kontrolle statt. Dann bin ich auch offen für Veränderungen, z.B. beim Partner. Wenn ich möchte, dass ein Zustand bleibt, verliere ich die Möglichkeit andere in meinem Leben zuzulassen.

Ein Beispiel: Menschen, die um des Geldes willen, hinter dem Geld her jagen, haben meist nur wenig Sinn für die tief gehenden Dinge im Leben. Weise Leute haben in die Bibel geschrieben: Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr als dass ein Reicher in den Himmel kommt. Das bedeutet nichts anderes. Den Himmel haben wir auf Erden, wenn wir es zulassen.
Vertrauen ist, meiner Meinung nach, wirklich das höchste Gut, was man in einer Beziehung haben kann.
Ich würde es anders nennen. Vertrauen ist eine Haltung. Liebe ist eine Haltung. Ich vertraue und ich liebe, weil ich es will und nicht, weil man mir Vertrauen oder Liebe schenkt. Für mich ist das die Basis einer Beziehung. Ob es/sie erwidert wird, kommt erst danach.
Veränderung ist das ganze Leben lang fließend. Jede Erfahrung verändert einen. Der Wille zur Veränderung muss aber vorhanden sein.
Ist das nicht ein Widerspruch ? Entweder ich erfahre Veränderung, z.B. durch Erfahrung, dann brauche ich keinen Willen zur Veränderung. Meinst Du vielleicht, dass man den Willen braucht Veränderungen zu akzeptieren, sie bewusst zu suchen ? Dem würde ich zustimmen. Alles ist im Fluss und ich kann mich (erfolglos) gegen den Fluss stemmen oder ich kann ihn aktiv nutzen.
Das kann aber auch bedeuten, dass man auf seinem Weg manchmal auf die Bremse treten muss, um seinen Partner nicht aus der Kurve zu werfen. Oder, dass man ein paar Schritte zurückgehen muss, um den Partner wieder abzuholen.
Genau das glaube ich nicht. Jeder Mensch hat seine eigene Wahrheit. Diese Wahrheit zu suchen und zu leben, kann uns erfüllen. Warum darauf verzichten, in dem ich auf die Bremse trete ? Beziehung bedeutet auch, sich dem anderen zuzumuten und mit meinen Wahrheiten zu konfrontieren. Und gerade wenn es infolge der Konfrontation kracht, ist das Potential gegeben, ganz alte Verkrustungen aufzubrechen. Das ist die Riesenchance, die man sonst nicht hat. Möchte ich, dass meine Partnerin mit ihrer Wahrheit hinter dem Berg hält ? Dann nimmt sie mir eine Chance auf Veränderung. Es scheint immer ein Paradoxon zu sein: Für sich selber leben und als soziales Wesen im Austausch mit anderen Menschen zu sein. Muss ich Rücksicht nehmen ? Je mehr Rücksicht, um so mehr schränke ich meine Möglichkeiten ein. Trans ist ein gutes Beispiel hierfür. Wie viel "mute" ich der Partnerin zu ? Wie viel darf ich selber leben ? Das für mich erstaunliche ist, dass je mehr ich mein Leben lebe und die Partnerin teilhaben lasse, um so intensiver kann die Beziehung werden. Nämlich dann, wenn das zu einer Dynamik führt. Sie kann ihre Sicht auf das Thema Geschlecht überprüfen und alte, gelernte Denkstrukturen durch neue Sichtweisen, die sie selber gewinnt, ersetzen. Das kann ein sehr schmerzhafter Prozess für beide sein. Aber auch der Transmensch kann daraus Nutzen ziehen, denn er wird gefordert, seine Sichtweisen zu äußern. Wir alle wissen, dass das sehr schwer sein kann, denn eine reale Beschreibung ist etwas anderes als die Gefühle, die man nur sich selber gibt.
Ja Sex ist auch wichtig, wie ich hier ja bereits geschrieben habe, aber sollte nun mal nicht der Mittelpunkt der Beziehung sein.
Warum "sollte" ? Wenn das für Euch so ist, ist es doch gut so. Dann schreibe es doch auch so ;-) Ich hatte einmal eine Beziehung, da stand Sex ziemlich in der Nähe des Mittelpunktes. Ohne Sex hätte die Beziehung nicht lange gehalten. Aber gesucht haben wir tatsächlich etwas anderes, nämlich genau das, was ich oben beschrieben habe. dann hätte der Sex auch eine andere Qualität gehabt. Aber meine Sichtweise habe ich erst in und nach der Beziehung entwickeln können.

Aber soll ich jetzt sagen leider ?

Sicher nicht, denn was ich gewonnen habe, war viel mehr als ich früher je erleben durfte. Ich musste loslassen, um etwas anderes zu gewinnen. Kennst Du die Geschichte von zwei buddhistischen Mönchen, die keine Frau berühren durften ? Sie kamen an einen Fluss und wollten ihn überqueren. Da sahen sie eine Frau, die ebenfalls auf die andere Seite wollte, sich aber nicht traute. Der eine Mönch nahm sie auf die Schultern und brachte sie auf die andere Seite. Die Mönche setzten ihren Weg fort und nach einer Stunde sagte der andere Mönch:"Du weißt doch, dass wir keine frau berühren dürfen ?" Da sprach der andere Mönch: "Trägst Du sie immer noch ?"
Viele Grüße
Vicky

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Re: Gedanken zur Partnerschaft/Ehe/Beziehung

Post 26 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Huhu Simone,
Simone 65 hat geschrieben: Mo 7. Mai 2018, 18:40 Sex ist nicht wichtig , gar nicht . Wirklich nicht !

Ich bin noch Jungfrau .
Das ist ja sehr interessant. Ich würde gerne erfahren was genau du damit meinst. Kannst die Aussage bitte konkretisieren ?
Empfindest du völlig asexuell oder hättest du schon Lust und es hat sich bisher nichts ergeben und du möchtest diesen Umstand nicht überbewerten ?

VlG
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Re: Gedanken zur Partnerschaft/Ehe/Beziehung

Post 27 im Thema

Beitrag von Simone 65 »

Michi , Daniela , Laila-sarah und auch alle Anderen . Ich werde in meinem Thread ,, Ich bin Simone " antworten . Ich möchte nicht diesen Thread klappern. Ausserdem , ich versuche eine ehrliche Antwort. Es ist wichtig für mich , es berührt etwas .
Liebe Grüße Simone
Ich weiss ,ich bin ein Mensch und nur Das zählt.
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Re: Gedanken zur Partnerschaft/Ehe/Beziehung

Post 28 im Thema

Beitrag von Meli Kathrin »

Drachenfrau hat geschrieben: Mi 2. Mai 2018, 22:46 Hallo Vicky,
Vicky_Rose hat geschrieben: Mi 2. Mai 2018, 07:53 Du bringst meine Gedanken auf den Punkt. Jede Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben führt zu einer Transition (im Sinne von Veränderung oder meinst Du etwas anderes ?). Je tiefer die Auseinandersetzung, um so tiefer sind die Veränderungen. Und im Kern geht es meiner Erfahrung nach um die Selbstliebe und das sich selber anerkennen.
Ganz genau so ist es.
Wenn sich Veränderung in einer Beziehung (oder egal in welchem Gefüge im Leben) einstellt, dann kann es nur etwas Gemeinsames bleiben, wenn alle Beteiligten sich verändern wollen/können, um damit wieder gemeinsam in eine neue Balance kommen zu können.
Richtig. In der Selbstliebe habe ich ja auch gefragt, was kann ich jetzt für mich in dieser Situation tun? Worin habe ich mich vernachlässigt? Mit was kann ich dieses Neue für mich erfüllen, gestalten?
Ohne Selbstliebe/Eigenliebe kann man schlecht Veränderungen willkommen heißen.
Denn was bedeutet Transition? Doch "lediglich" von A nach Z zu kommen oder?
was man alles für sich bereinigen kann in seinem Leben - bleiben dann denn überhaupt noch Trans*Probleme übrig?
Vicky_Rose hat geschrieben: Mi 2. Mai 2018, 07:53
Sehr treffend, aber bis es so weit ist, ist eine Menge aus dem Weg zu räumen, zumal Einflüsse von außen nicht ganz von der Hand zu weisen sind. Aber hat man erst einmal das Stadium erreicht, sich selber ernst zu nehmen, sind die Grundlagen geschaffen, auch mit den Einflüssen von außen umzugehen.
Also, schaue ich mir an, was an Themen bei mir seit Sommer 2016 anklopften, so hatte das genau genommen sehr wenig bis nichts mit Denies zu tun, sondern es klopften Schutzreaktionen aus alten schlechten Erfahrungen an, die jedoch für das JETZT keine Gültigkeit mehr haben dürften.
Dies zu erkennen, das war gar nicht immer so einfach. Und dann - wie schaffe ich es, von dem schmerzhaften Verhalten aus der Vergangenheit geprägt, die Wandlung (Transition) hin zu innerem Frieden, Vertrauen, Heilung zu lenken? => Damit die Möglichkeit da ist, besser agieren zu können.

Es hat mich zu neuer geistiger Gelenkigkeit, Freiheit und Offenheit eingeladen und mich mit meinen Gedanken hinzusetzen (auch zu meditieren) und mir wirklich zuzuhören und BEWUSST zu erkennen, was da so alles in mir denkt sowie welche Konsequenzen sich daraus für mich ergaben.

Was die Einflüsse von außen betrifft — ja, sie sind da — doch haben wir nicht auch eine Wahl, wie wir damit umgehen?
Diese kann man jedoch nur haben, wenn man überhaupt erkennt, was oder wer beeinflusst und wenn man komplett in der eigenen Verantwortung zuhause ist, dann — so glaube ich — hat man die Möglichkeit über den erkannten Einfluss eine Wahl zu treffen: annehmen oder ablehnen.
Ist man sich der Einflüsse am wenigsten bewusst, so glaube ich, besteht die Gefahr, dass man sich denken lässt anstatt selbst zu denken und man kann seine eigene absolute Kraft/Wirkmacht nicht ausschöpfen.
Als Denies sagte, sie wollte als Frau leben, da hätte ich denken können "und was ist mit mir?" Dann bekommt dieser Gedanke "Babies" und diese Gedanken, wenn ich sie geglaubt hätte, wären das, was mich hätte verletzen können und dabei ist noch nicht einmal gesagt, dass diese Gedanken, die ich mir hätte machen können, auch nur im geringsten der Realität entsprächen.
Vicky_Rose hat geschrieben: Mi 2. Mai 2018, 07:53 Den Satz musste ich dreimal lesen, bis ich ihn verstanden hatte ... :roll: :wink: Aber es stimmt, was Du schreibst. Vieles ist Kopfkino und zum verletzen gehört auch eine Haltung, dass man verletzt werden will. Ich betone das Wollen an dieser Stelle, denn ich denke, dass die Verletzung der Motor ist, Veränderungen einzuleiten. Voraussetzung ist, dass man aufmerksam auf sich selber achtet. die Kernfragen lauten, warum kann mich ein Gedanke, Worte etc. verletzen ? Was ist es im Detail, was mich verletzt ? Ist es wirklich der Andere, der mich verletzt oder sind es meine Gedanken und Wertungen ? Kann ich eine andere Haltung einnehmen, so dass ich nicht verletzt werde ? .
Frag mal mich, wie ich meine Gedanken erforschen musste, bis ich den Satz zusammen hatte ;) :lol: :idea: .
Du hast recht, es hat etwas mit der inneren Haltung zu tun und der Bereitschaft, sich etwas aus verschiedenen Sichtweisen anzuschauen. Sich mal emotional aus einer Situation heraus nehmen und einen anderen Blickwinkel einnehmen.
Es gibt da eine Frau, Byron Katie, die mit The Work 4 Fragen für sich erkannt hat, eine Technik, um genau diese Gedanken zu entlarven, mit denen wir leiden und wie man einen Weg finden kann hin zu wohligen Gedanken und Gefühlen.
Und ja, - diese Technik habe ich ausprobiert und gemäß nach "riechen, schmecken, fühlen, alltagstauglich?" erforscht.
Sehr spannend (und es war für mich sehr hilfreich - schon länger als ich Denies kenne).
Vicky_Rose hat geschrieben: Mi 2. Mai 2018, 07:53 Z.B.: für Partnerinnen ist es sicher ein Schock, wenn der Mann ganz oder teilweise als Frau leben will. Vielleicht hat er dies über Jahre hinweg geheim gehalten. Ist das wirklich ein Vertrauensbruch ? Oder kann man das nicht auch anders sehen ?
Es ist mit Sicherheit erst einmal etwas, das sehr plötzlich ins Gewahrsein rückt und natürlich kann die Partnerin das als Vertrauensbruch sehen.
Dies gestehe ich einer Partnerin im ersten Moment auch gerne zu. Doch wenn man dies nicht loslassen kann und man diesen Vorwurf immer weiter verfolgt (= Gedanken, die wieder Babies bekommen - dabei haben sie keinen Wahrheitsgehalt, sondern beinhalten hauptsächlich die Angst vor etwas in der Zukunft liegendem von dem man nicht wissen kann, ob es tatsächlich geschieht), ohne sich zusammen das warum, weshalb anzuschauen und zu fühlen, dass der crossdressende/transsexuelle PartnerIn Angst hatte, dies direkt aufzuarbeiten, kommt die Partnerin nicht in das Mitgefühl, um sich damit die Möglichkeit von reifen, wachsen, sich weiter entwickeln zu erschließen.
Wenn ein Mensch lügt, dann erfüllt er sich das Bedürfnis wahrscheinlich nach Sicherheit und vermeidet, dass er sich der Angst vor Ablehnung durch die Wahrheit stellen muss.
Wenn Denies Angst hätte, mit mir zu sprechen, dann müsste ich mich fragen, was für ein Mensch ich bin, dass jemand Angst vor mir hat - vor allem der Mensch, mit dem ich zusammen lebe, den ich liebe und sogar geheiratet habe - was für mich inzwischen das höchste Zeichen von Vertrauen und Hingabe darstellt.

Ich glaube, PartnerInnen, die in der Ablehnung feststecken und so erstarrt sind, dass keine Inspiration von außen hilft, sind an einem sehr schmerzhaften Ort durch sich selbst gefangen. Diesen Ort habe ich auch einmal kennen lernen müssen, um dann nach einem Jahr zu spüren, wie sehr es mich meiner restlich vorhandenen Kraft auch noch beraubt und es mir nicht hilft, wenigstens Erleichterung erfahren zu dürfen.
In diesem Moment bedurfte es, eine klare Entscheidung für mich zu fällen und eine klare Absicht zu formulieren, die hieß: ich möchte aufhören zu leiden.
Das bedeutet jedoch nicht in Bezug auf das eigentliche Thema, wie man mit einem transidenten Partner umgeht, dass die wahre Lösung ist, zusammen zu bleiben.
So sehe ich das überhaupt nicht.
Viel wichtiger ist es, sich erst einmal wirklich und wahrhaftig begegnen zu können, in einem Prozess sich noch einmal neu kennen zu lernen, vielleicht darin auch zu spüren, dass es besser ist, wenn man sich trennt.
Eine Trennung sehe ich hier auch nicht als Katastrophe, sondern die Chance das Leben noch einmal neu und ganz anders als bisher zu entdecken und sich frischen Wind um die Nase wehen zu lassen.
Das, was man sich an Materiellem aufgebaut hat, finde ich, sollte einem nicht aufhalten, wenn das bedeutet, dass ich mich selbst verleugnen muss und ich mich zu 100 % dem Risiko aussetze, krank zu werden (psychosomatisch zu erkranken, kann ein schlimmer Fluch sein).
Was nützt es, wenn man die letzte Reise antritt, dass Materielles "da" war? Noch keiner hat es je können mitnehmen.
Doch, wenn ich sterbe, dann möchte ich sterben dürfen in dem Wissen, dass ich Träume verwirklicht habe, viel gelacht und geweint, mich ganz und gar spüren durfte, Wertschätzung für das Erlebte zu haben, mich glücklich gefühlt zu haben, dass mein Herz offen und nicht verschlossen ist — selbst nach all dem Erlebten aus der Vergangenheit, Gelassenheit empfunden haben zu dürfen, um mit anderen mitfühlend und liebevoll umgehen zu können, ein bereicherndes und erfülltes Leben (auch für andere) gehabt zu haben, mich selbstverwirklicht soweit es nur ging.

Und wer sagt, dass eine Trennung immer in einem Rosenkrieg ausarten muss?
Wenn man auch hier zusammen bereinigend die Beziehung beendet, dann ist das auch möglich, sich freundlich zu trennen. Diese Freundschaft kann doch sehr wertvoll und wunderbar sein.
Ja, je offener wir für einander wurden, je verletzlicher wir uns einander zu wanden, desto weniger konnten wir uns verletzen bzw. uns verletzt fühlen.
Vicky_Rose hat geschrieben: Mi 2. Mai 2018, 07:53 Das finde ich einen spannenden Satz. Es scheint ein Paradoxon zu sein. Aber ich sehe es auch so. Dem Eingeständnis der eigenen Verletzlichkeit ist die Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben voraus gegangen. D.h. ist muss mich zwangsläufig mit den Ursachen der Verletzlichkeit beschäftigt haben und dann kann ich damit besser umgehen. Aus meiner Sicht ist es ein guter Weg.
Es war und ist auch spannend.
Die Auseinandersetzung mit sich selbst/dem eigenen Leben ist dem voraus gegangen und ist ein nie endender Prozess.
Denn es ist, wie man eine Zwiebel Schicht für Schicht abschält. Es kommen immer wieder neue Ebenen zum Vorschein und man hört nie auf, sich selbst neu zu erkennen und zu verstehen bzw. den Partner/die Partnerin, das Umfeld.
Ja, wir sind beide auch immer wieder neu auf Ursachenforschung und sehen plötzlich Vergangenes in einem ganz anderen Licht. Verdrängtes kann so an die Oberfläche kommen und aufgearbeitet werden, verschüttete Erinnerungen kommen wieder zum Vorschein und man kann ganz viel innerlich heilen.
Ich bin Denies sehr dankbar, dass sie von Anfang an bereit war, diesen bewussten Weg mit mir zu gehen und sich diesem "Abenteuer" mit mir zu stellen — was sie wohl auch nur konnte, da sie wie ich schon, sich vorher auf diesen Weg machte.

Viele liebe Grüße,
Ulla
Liebe Ulla.
Ich bin recht neu in diesem Forum und habe eben erst deinen Post gelesen.

Ich habe bis auf den heutigen Tag meines 56 jährigen Lebens noch nichts mit größerer Weisheit, Verständnis und Toleranz gelesen oder gehört, als deinen Post.

Dir gebührt großer Respekt für dein Denken. Gäbe es doch nur mehr Menschen mit solch einem weiten Horizont.

Liebe Grüße
Meli
Anne-Mette
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Re: Gedanken zur Partnerschaft/Ehe/Beziehung

Post 29 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Guten Tag,
Meli Kathrin hat geschrieben: Mi 17. Jul 2019, 18:19 Ich bin recht neu in diesem Forum und habe eben erst deinen Post gelesen.
Es fällt nicht leicht, in dieser "Zitierwüste" den Faden zu behalten )))(:

Gruß
Anne-Mette
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