Gedanken zur Partnerschaft/Ehe/Beziehung
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Drachenfrau
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Gedanken zur Partnerschaft/Ehe/Beziehung
Im Laufe der Transition von Denies habe ich selbst festgestellt, dass dieser gemeinsame Weg durchaus bereichernd sein kann und auch dies haben wir von anderen Betroffenen so verstanden.
Doch was macht diese Bereicherung aus?
Denn selbst wenn man lernt mit einem transsexuellen Partner/einer transsexuellen Partnerin zu leben, so ist das nicht jeden Augenblick ein paradiesischer Weg/Zustand.
Sicher findet jede/r für sich das Besondere, falls man für sich die Absicht erklären konnte, einen gemeinsamen (positiven) Weg zu finden.
Das grundlegend bereichernde finde ich, ist nachdem der Partner/die Partnerin erklärt hat, transsexuell zu sein, sich ab diesem Moment wahrhaftig zu begegnen (gilt auch für familiäre Angehörige und je nachdem auch für das weitere Umfeld).
Zusammen hat man nur dann eine Chance, wenn man vorher verschiedenes "geschluckt, gedeckelt unter den Teppich gekehrt hat, etc.", dies eins nach dem anderen hervorholt und über die Gedanken, Gefühle und besonders über die Ängste spricht.
Allein dieser Prozess kann sehr beängstigend sein. Denn man muss sich der Angst stellen, die einen so stark beeinflusst hat und vor allem die Angst vor Ablehnung sowie vor Einsamkeit geschürt hat.
Natürlich ist das ein sehr weitreichender und großer Prozess je nachdem wie man sein Leben bisher gelebt hat.
Je mehr man unter den Teppich gekehrt hatte, umso heftiger kann die Reaktion ausfallen.
Wie weit habe ich mir mich und mein Leben bereits bewusst gemacht?
Jene, die ganz am Anfang mit der Transition stehen, brauchen für sich und gegenseitig jede Menge Raum, Geduld, Verständnis, Mitgefühl und Zuversicht.
In ein paar Sätzen habe ich angerissen, was so groß sein kann, dass es Paare so sehr sie sich bemühen, es nicht schaffen, ihren gemeinsamen Weg zu bereinigen und sich trennen.
Manchmal ist es auch so, man schafft es, den Weg gemeinsam zu bereinigen und erkennt dann, dass es zusammen nicht mehr klappt, weil man es geschafft hat, sich zum ersten Mal wahrhaftig zu begegnen und somit erkennt, man hat zusammen eine Lüge gelebt — auch das ist möglich.
Darauf komme ich, da Denies von Anfang an, nicht sie selbst war.
Es war noch ziemlich in unserer Anfangszeit als sie etwas zu mir sagte und ich antwortete mit einem kessen direkten Spruch, der aber in jedem Fall humorvoll gemeint war. (Ich finde es schade, dass ich mich nicht mehr an den Wortwechsel im Detail erinnere)
Bei ihr sah ich als an der Körperhaltung wie sie als Schutzreaktion die Schultern hochzog, im Gesicht erstarrte und ich hatte ein Bild vor Augen, wie sie auch noch schützend am liebsten die Arme vors Gesicht gehalten hätte, um einen Schlag abzuwehren.
Ich habe bei ihr Zwiebelschale um Zwiebelschale enthüllt und sie kam immer mehr zur Ruhe sowie ins Vertrauen mir gegenüber.
Noch immer muss ich schlucken, wenn ich mir vor Augen halte, dass ich der erste Mensch bin, dem sie wirklich vertrauen konnte. Es ist eine Medaille mit zwei Seiten. Auf der einen Seite darf ich mich sehr geehrt fühlen, dass ich es in meinem Leben geschafft habe, ein Mensch zu sein, auf den sie sich so einlassen kann. Die andere Seite der Medaille beschreibt knapp 56 Jahre die Sehnsucht jemandem durch und durch vertrauen zu können.
Nachdem nun ganz viele Zwiebelschalen enthüllt waren, kam die Frau zum Vorschein.
Am Anfang schrieb ich, dass mir der Mann fehlen würde/könnte.
Heute sehe ich das in einem anderen Licht.
Ganz klar, ich habe diese Illusion von Mann loslassen müssen, dass dieser "Mann" mir fehlte, ja, das finde ich heute logisch. Schließlich wusste ich ja nicht, wie Denies sich entwickelt, wie ich mich entwickele und wie es überhaupt weiter geht.
Es war der Beginn eines Trauerprozesses um den "Mann", der "geht". Ich bin sehr froh, dass ich diesen annehmen konnte und nicht versuchte, festzuhalten.
Dieses vermeintliche "Festhalten" ist jedoch eine geniale Basis, um für einander Leid zu schaffen.
Die Partnerin kann die Veränderung nicht zulassen und die transidente Partnerin kann dadurch ihren eigenen Weg nicht zulassen, was beide in Schmerzen steuert.
Zwar haben wir uns den gemeinsamen Weg gewünscht — doch es hat keine Garantie gegeben.
Auch wenn Denies ein irre Tempo bei ihrer Transition hinlegte, so war da für mich ausreichend Raum, mir ihre Entwicklung ansehen zu können und mich hinein zu spüren.
Ziemlich schnell kam in mir dann auch die Zuversicht, mich auf die Frau hin entwickeln zu können, was sich weiter bei mir bestätigt und ich bin gespannt auf unser Leben, wenn die Heilungsphase nach der GaOp beginnt.
Damals dachte ich, dass wenn alle Stricke reißen, käme immer noch eine polyamore Lösung in Frage — doch das sehe ich heute ganz anders.
Ich schaue nicht mehr nach Männern als vor dem Leben mit meiner Frau auch und in unserer Verbindung ist das, weshalb ich mich in diesen "Mann" verliebte, stärker geworden und das ist, was für mich zählt.
Doch es hätte auch ganz anders kommen können.
Es hätte sein können, dass ich mit den weiteren Facetten, die nun zu Tage treten gar nicht klar komme und mich mit dem Menschen, wohin er sich entwickelt hat, nicht wohl fühle — das Weshalb lasse ich einmal außen vor.
Denn ich bin immer noch überzeugt, dass man sehr viel besser auf einen anderen Menschen zugehen kann je mehr man mit sich selbst im Reinen und in Balance ist (besonders emotional).
Ich kann mich inzwischen auch nicht frei davon sehen, dass ich mich aus der HeteroSchublade heraus von vornherein auch in eine Frau hätte verlieben können, wenn sich diese Verbindung wie mit Denies heraus kristallisierte.
In dem, wie Denies nun wahrhaftig ist und nun endlich die Chance hat, wirklich gründlich auch ihr Leben aufzuräumen und mit der Vergangenheit Frieden zu machen, habe auch ich es noch leichter, ich selbst zu sein. Sie lebt es mir täglich vor, wie wichtig sie sich selbst ist und das ist die Einladung auch an mich, mir selbst wichtig zu sein und mich so gut um mich zu kümmern, wie ich es tatsächlich brauche.
Da ich ihr es zugestehen konnte, sie selbst zu sein und sich noch weiter zu entfalten, habe ich auch für mich diese Plattform des Lebens geschaffen, dies ebenso zu können.
Wir haben sehr viel, was hoch kam, zusammen angeschaut, besprochen, beredet, bearbeitet und uns immer tiefer kennengelernt wie wir tatsächlich sind und dass wir zwei Menschen sind, mit denen man es durchaus immer besser auch "aushalten" kann.
Doch was macht diese Bereicherung aus?
Denn selbst wenn man lernt mit einem transsexuellen Partner/einer transsexuellen Partnerin zu leben, so ist das nicht jeden Augenblick ein paradiesischer Weg/Zustand.
Sicher findet jede/r für sich das Besondere, falls man für sich die Absicht erklären konnte, einen gemeinsamen (positiven) Weg zu finden.
Das grundlegend bereichernde finde ich, ist nachdem der Partner/die Partnerin erklärt hat, transsexuell zu sein, sich ab diesem Moment wahrhaftig zu begegnen (gilt auch für familiäre Angehörige und je nachdem auch für das weitere Umfeld).
Zusammen hat man nur dann eine Chance, wenn man vorher verschiedenes "geschluckt, gedeckelt unter den Teppich gekehrt hat, etc.", dies eins nach dem anderen hervorholt und über die Gedanken, Gefühle und besonders über die Ängste spricht.
Allein dieser Prozess kann sehr beängstigend sein. Denn man muss sich der Angst stellen, die einen so stark beeinflusst hat und vor allem die Angst vor Ablehnung sowie vor Einsamkeit geschürt hat.
Natürlich ist das ein sehr weitreichender und großer Prozess je nachdem wie man sein Leben bisher gelebt hat.
Je mehr man unter den Teppich gekehrt hatte, umso heftiger kann die Reaktion ausfallen.
Wie weit habe ich mir mich und mein Leben bereits bewusst gemacht?
Jene, die ganz am Anfang mit der Transition stehen, brauchen für sich und gegenseitig jede Menge Raum, Geduld, Verständnis, Mitgefühl und Zuversicht.
In ein paar Sätzen habe ich angerissen, was so groß sein kann, dass es Paare so sehr sie sich bemühen, es nicht schaffen, ihren gemeinsamen Weg zu bereinigen und sich trennen.
Manchmal ist es auch so, man schafft es, den Weg gemeinsam zu bereinigen und erkennt dann, dass es zusammen nicht mehr klappt, weil man es geschafft hat, sich zum ersten Mal wahrhaftig zu begegnen und somit erkennt, man hat zusammen eine Lüge gelebt — auch das ist möglich.
Darauf komme ich, da Denies von Anfang an, nicht sie selbst war.
Es war noch ziemlich in unserer Anfangszeit als sie etwas zu mir sagte und ich antwortete mit einem kessen direkten Spruch, der aber in jedem Fall humorvoll gemeint war. (Ich finde es schade, dass ich mich nicht mehr an den Wortwechsel im Detail erinnere)
Bei ihr sah ich als an der Körperhaltung wie sie als Schutzreaktion die Schultern hochzog, im Gesicht erstarrte und ich hatte ein Bild vor Augen, wie sie auch noch schützend am liebsten die Arme vors Gesicht gehalten hätte, um einen Schlag abzuwehren.
Ich habe bei ihr Zwiebelschale um Zwiebelschale enthüllt und sie kam immer mehr zur Ruhe sowie ins Vertrauen mir gegenüber.
Noch immer muss ich schlucken, wenn ich mir vor Augen halte, dass ich der erste Mensch bin, dem sie wirklich vertrauen konnte. Es ist eine Medaille mit zwei Seiten. Auf der einen Seite darf ich mich sehr geehrt fühlen, dass ich es in meinem Leben geschafft habe, ein Mensch zu sein, auf den sie sich so einlassen kann. Die andere Seite der Medaille beschreibt knapp 56 Jahre die Sehnsucht jemandem durch und durch vertrauen zu können.
Nachdem nun ganz viele Zwiebelschalen enthüllt waren, kam die Frau zum Vorschein.
Am Anfang schrieb ich, dass mir der Mann fehlen würde/könnte.
Heute sehe ich das in einem anderen Licht.
Ganz klar, ich habe diese Illusion von Mann loslassen müssen, dass dieser "Mann" mir fehlte, ja, das finde ich heute logisch. Schließlich wusste ich ja nicht, wie Denies sich entwickelt, wie ich mich entwickele und wie es überhaupt weiter geht.
Es war der Beginn eines Trauerprozesses um den "Mann", der "geht". Ich bin sehr froh, dass ich diesen annehmen konnte und nicht versuchte, festzuhalten.
Dieses vermeintliche "Festhalten" ist jedoch eine geniale Basis, um für einander Leid zu schaffen.
Die Partnerin kann die Veränderung nicht zulassen und die transidente Partnerin kann dadurch ihren eigenen Weg nicht zulassen, was beide in Schmerzen steuert.
Zwar haben wir uns den gemeinsamen Weg gewünscht — doch es hat keine Garantie gegeben.
Auch wenn Denies ein irre Tempo bei ihrer Transition hinlegte, so war da für mich ausreichend Raum, mir ihre Entwicklung ansehen zu können und mich hinein zu spüren.
Ziemlich schnell kam in mir dann auch die Zuversicht, mich auf die Frau hin entwickeln zu können, was sich weiter bei mir bestätigt und ich bin gespannt auf unser Leben, wenn die Heilungsphase nach der GaOp beginnt.
Damals dachte ich, dass wenn alle Stricke reißen, käme immer noch eine polyamore Lösung in Frage — doch das sehe ich heute ganz anders.
Ich schaue nicht mehr nach Männern als vor dem Leben mit meiner Frau auch und in unserer Verbindung ist das, weshalb ich mich in diesen "Mann" verliebte, stärker geworden und das ist, was für mich zählt.
Doch es hätte auch ganz anders kommen können.
Es hätte sein können, dass ich mit den weiteren Facetten, die nun zu Tage treten gar nicht klar komme und mich mit dem Menschen, wohin er sich entwickelt hat, nicht wohl fühle — das Weshalb lasse ich einmal außen vor.
Denn ich bin immer noch überzeugt, dass man sehr viel besser auf einen anderen Menschen zugehen kann je mehr man mit sich selbst im Reinen und in Balance ist (besonders emotional).
Ich kann mich inzwischen auch nicht frei davon sehen, dass ich mich aus der HeteroSchublade heraus von vornherein auch in eine Frau hätte verlieben können, wenn sich diese Verbindung wie mit Denies heraus kristallisierte.
In dem, wie Denies nun wahrhaftig ist und nun endlich die Chance hat, wirklich gründlich auch ihr Leben aufzuräumen und mit der Vergangenheit Frieden zu machen, habe auch ich es noch leichter, ich selbst zu sein. Sie lebt es mir täglich vor, wie wichtig sie sich selbst ist und das ist die Einladung auch an mich, mir selbst wichtig zu sein und mich so gut um mich zu kümmern, wie ich es tatsächlich brauche.
Da ich ihr es zugestehen konnte, sie selbst zu sein und sich noch weiter zu entfalten, habe ich auch für mich diese Plattform des Lebens geschaffen, dies ebenso zu können.
Wir haben sehr viel, was hoch kam, zusammen angeschaut, besprochen, beredet, bearbeitet und uns immer tiefer kennengelernt wie wir tatsächlich sind und dass wir zwei Menschen sind, mit denen man es durchaus immer besser auch "aushalten" kann.
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FallenMycraft
Re: Gedanken zur Partnerschaft/Ehe/Beziehung
Hallo liebe Ulla,
ich habe Deine bewegenden Gedanken jetzt schon zum zweiten mal gelesen und ich finde es schade, dass Du noch keine Antworten erhalten hast. Ich möchte hier einmal versuchen auf deine Gedankengänge ein zu gehen.
Wo ich meine Frau und mich zum Beispiel wieder erkannt habe, ist folgender Punkt:
Man hat sich in den anderen Menschen verliebt. Nicht in ein sexualisiertes Objekt. In seinen Charakter, sein Seele wenn man so will. Verstehe mich nicht falsch, Sexualität ist wichtig, aber wirklich tiefe Verbundenheit basiert, meiner Erfahrung nach, in den seltensten Fällen auf der Sexualität.
Das hast Du erkannt und somit allen "komischen" Gefühlen zum trotz viel positives aus der Verwandlung deiner Liebsten gezogen.
Und ich bin mir sehr sehr sicher, wenn die Liebe auf anderen Dingen als nur Sex basiert, dann werdet ihr auch sehr schnell einen Weg finden die schönste Nebensache der Welt als Frau und Frau zu genießen!
Ich wünsche euch dabei viel Glück.
LG Daniela
ich habe Deine bewegenden Gedanken jetzt schon zum zweiten mal gelesen und ich finde es schade, dass Du noch keine Antworten erhalten hast. Ich möchte hier einmal versuchen auf deine Gedankengänge ein zu gehen.
Wo ich meine Frau und mich zum Beispiel wieder erkannt habe, ist folgender Punkt:
Man hat sich in den anderen Menschen verliebt. Nicht in ein sexualisiertes Objekt. In seinen Charakter, sein Seele wenn man so will. Verstehe mich nicht falsch, Sexualität ist wichtig, aber wirklich tiefe Verbundenheit basiert, meiner Erfahrung nach, in den seltensten Fällen auf der Sexualität.
Das hast Du erkannt und somit allen "komischen" Gefühlen zum trotz viel positives aus der Verwandlung deiner Liebsten gezogen.
Und ich bin mir sehr sehr sicher, wenn die Liebe auf anderen Dingen als nur Sex basiert, dann werdet ihr auch sehr schnell einen Weg finden die schönste Nebensache der Welt als Frau und Frau zu genießen!
Ich wünsche euch dabei viel Glück.
LG Daniela
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Drachenfrau
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Re: Gedanken zur Partnerschaft/Ehe/Beziehung
Hallo liebe Daniela,
danke für deine Wertschätzung.
Wie du ja in deinem eigenen Threat schon bemerkt hattest, ist es manchmal wirklich gut, wenn man sich reflektiert und mal in sich geht.
Das jedoch kann schmerzhaft sein.
Und wenn du dir mal anschaust, wie viele sich für den Beitrag bedankt haben, ist es selbstredend, dass sich da doch viele auf ihre eigene Art auch wieder gefunden haben oder es für sie etwas war, über das sie nachdenken wollten/konnten.
Es bedeutet eine sehr große Veränderung zu bejahen, wenn man mit seiner (TS) Frau zusammen bleiben möchte. Diese Veränderung ist so groß, dass man sie bei den ersten Schritten vielleicht gar nicht fassen kann.
Mir war es Monate lang gar nicht bewusst, dass andere Menschen nun denken, ich sei lesbisch bis mir jemand das auf den Kopf zusagte.
Well, andere Menschen denken so vieles über mich - dass sie ihre Gedanken über meine sexuelle Neigung auch behalten dürfen. Ich sage jetzt nicht, nein, ich bin pansexuel oder ähnliches.
Damals war mir das Thema ob lesbisch oder nicht - auch so was von unwichtig. Ich hatte ganz anderes im Kopf und wie ich ebenfalls schon schrieb, rauben Begriffe das wunderschöne Mysterium, in dem man vielleicht gerade ist und nehmen einem die Kraft der Erfahrung und eigenen Erkundung.
Für uns beide war es eine wertvolle Entdeckung auf wie vielen Ebenen unsere Beziehung getragen ist, obwohl wir dachten aufgrund unserer stark gelebten Sexualität, dass die Hauptsäule genau diese wäre - doch wir durften feststellen, dadurch, dass wir noch andere Ebenen hatten, konnten wir erst diese Sexualität leben.
Ich mache mir keine Gedanken, ob die neu kommende Sexualität schön wird oder nicht - sondern werde wieder gerne ein neues Mysterium erkunden und dabei ganz ich selbst sein.
Viele liebe Grüße,
Ulla
danke für deine Wertschätzung.
Wie du ja in deinem eigenen Threat schon bemerkt hattest, ist es manchmal wirklich gut, wenn man sich reflektiert und mal in sich geht.
Das jedoch kann schmerzhaft sein.
Und wenn du dir mal anschaust, wie viele sich für den Beitrag bedankt haben, ist es selbstredend, dass sich da doch viele auf ihre eigene Art auch wieder gefunden haben oder es für sie etwas war, über das sie nachdenken wollten/konnten.
Es bedeutet eine sehr große Veränderung zu bejahen, wenn man mit seiner (TS) Frau zusammen bleiben möchte. Diese Veränderung ist so groß, dass man sie bei den ersten Schritten vielleicht gar nicht fassen kann.
Mir war es Monate lang gar nicht bewusst, dass andere Menschen nun denken, ich sei lesbisch bis mir jemand das auf den Kopf zusagte.
Well, andere Menschen denken so vieles über mich - dass sie ihre Gedanken über meine sexuelle Neigung auch behalten dürfen. Ich sage jetzt nicht, nein, ich bin pansexuel oder ähnliches.
Damals war mir das Thema ob lesbisch oder nicht - auch so was von unwichtig. Ich hatte ganz anderes im Kopf und wie ich ebenfalls schon schrieb, rauben Begriffe das wunderschöne Mysterium, in dem man vielleicht gerade ist und nehmen einem die Kraft der Erfahrung und eigenen Erkundung.
Für uns beide war es eine wertvolle Entdeckung auf wie vielen Ebenen unsere Beziehung getragen ist, obwohl wir dachten aufgrund unserer stark gelebten Sexualität, dass die Hauptsäule genau diese wäre - doch wir durften feststellen, dadurch, dass wir noch andere Ebenen hatten, konnten wir erst diese Sexualität leben.
Ich mache mir keine Gedanken, ob die neu kommende Sexualität schön wird oder nicht - sondern werde wieder gerne ein neues Mysterium erkunden und dabei ganz ich selbst sein.
Viele liebe Grüße,
Ulla
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ExUserIn-2026-04-08
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Re: Gedanken zur Partnerschaft/Ehe/Beziehung
Hallo Ulla,
danke für Deine Erfahrungen. Du gehst einen Weg, den ich für einen sehr wertvollen halte.
Auch meine Unbeholfenheit im aufgeregten Ausdruck (ja das war so), weicht der zunehmenden Sicherheit. Diese Sicherheit kommt z.T. aus mir selber, da ich erkannt habe, dass ich trotz aller Aktivitäten, mein Ich noch lange nicht akzeptiert hatte. So merkte ich erst als meine Frau auf mein unsicheres Gedruckse hin sagte, dass ich es doch endlich leben soll (ihr zuliebe zuhause) und ich feststellen durfte, dass das ()vordergründig) gar kein Problem darstellt. Zum anderen Teil hat sie durch ihre eindeutige Haltung mir die Sicherheit gegeben, dass unsere Ehe Bestand hat. Das funktioniert um so besser, wenn die Ehe auf mehreren Säulen ruht. Offenheit, Vertrauen, Füreinander einstehen, sich gegenseitig in schweren Situationen unterstützen und immer wieder positive Rückmeldungen geben.
Ich finde das aus meiner Warte auch sehr spannend, da es auch mein Leben deutlich verändert und bereichert.
danke für Deine Erfahrungen. Du gehst einen Weg, den ich für einen sehr wertvollen halte.
das gilt nicht nur für das T*-Thema, sondern für alles, was einem im Leben begegnet. Aber das T'-Thema ist wahrscheinlich eines der intensivsten, da es ganz tief am eigenen Selbstverständnis rüttelt. Meine Frau macht nach meinem Eindruck auch eine Wandlung durch. Das was Du als "kessen Spruch" bezeichnet hast, hat sie auch von sich gegeben und sicher nicht erwartet, dass ich darauf verletzt reagiere. Auch das miteinander Reden wird langsam einfacher, auch wenn es sich noch weiter entwickeln darf.Dieses vermeintliche "Festhalten" ist jedoch eine geniale Basis, um für einander Leid zu schaffen.
Auch meine Unbeholfenheit im aufgeregten Ausdruck (ja das war so), weicht der zunehmenden Sicherheit. Diese Sicherheit kommt z.T. aus mir selber, da ich erkannt habe, dass ich trotz aller Aktivitäten, mein Ich noch lange nicht akzeptiert hatte. So merkte ich erst als meine Frau auf mein unsicheres Gedruckse hin sagte, dass ich es doch endlich leben soll (ihr zuliebe zuhause) und ich feststellen durfte, dass das ()vordergründig) gar kein Problem darstellt. Zum anderen Teil hat sie durch ihre eindeutige Haltung mir die Sicherheit gegeben, dass unsere Ehe Bestand hat. Das funktioniert um so besser, wenn die Ehe auf mehreren Säulen ruht. Offenheit, Vertrauen, Füreinander einstehen, sich gegenseitig in schweren Situationen unterstützen und immer wieder positive Rückmeldungen geben.
Ich finde das aus meiner Warte auch sehr spannend, da es auch mein Leben deutlich verändert und bereichert.
Viele Grüße
Vicky
Respekt ist nicht teilbar.
Vicky
Respekt ist nicht teilbar.
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Drachenfrau
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Re: Gedanken zur Partnerschaft/Ehe/Beziehung
Hallo Vicky,
danke für deine wertschätzenden Worte.
Was uns hilft, im Leben fließend, geschmeidig und glücklich zu sein, ist, wenn man loslassen kann:
Menschen, für die es Zeit wird, einen anderen Weg zu nehmen
Erwartungen, die nicht mehr funktionieren oder passend sind (falls sie es denn je waren)
falsche Hoffnungen
Wünsche
Ängste
Situationen, die sich endgültig verabschieden möchten
Gedanken, die uns hindern nach vorne zu sehen
Glaubenssätze
Verhaltensmuster, die aufgelöst werden wollen
Emotionen
........ und noch viel mehr
Bestätigen kann ich ebenfalls, dass auch ich eine eigene Transition habe - nicht nur Denies.
Dieses "spezielle" Thema hat noch einmal sehr viel in meinem Leben abgepklopft und nachgefragt: na? Hast du deine Lektion auch wirklich gelernt?
Bei manchem konnte ich sagen ja und bei anderen wusste ich gar nicht, dass es noch etwas zu tun gab.
Und wieder zeigt sich dadurch, dass Probleme, die rund um einen transidenten Menschen auftauchen, nicht wirklich etwas mit dem Thema Trans* an sich zu tun haben.
Jeder hat seine Themen (Probleme mit sich selbst), die natürlich auch in der Beziehung wirken.
Räumt man also sein Leben auf, räumt man seine Beziehung auf und ich finde es sehr spannend, schaut man sich an, was man alles für sich bereinigen kann in seinem Leben - bleiben dann denn überhaupt noch Trans*Probleme übrig?
Denies war in unserem ersten Jahr auch sehr unsicher (damals noch in der Rolle als Mann). Das, was ihr half, sicherer zu werden, war Vertrauen. Sie lernte mir zu vertrauen, dass egal, was sie sagte - auch wenn es noch so unschön war - ich ihr erst einmal zuhörte und durch fragen heraus zu finden versuchte, ob ich sie tatsächlich verstand und nachempfinden konnte, was sie meinte. Dabei ist es gar nicht leicht, die eigenen Emotionen (wenn man seine "Sicherheit" bedroht sieht), erst einmal außen vor zu lassen und sie dann umzuwandeln in ein angemessenes Gespräch.
Ja, je offener wir für einander wurden, je verletzlicher wir uns einander zu wanden, desto weniger konnten wir uns verletzen bzw. uns verletzt fühlen.
Schaut man sich das mal näher an. Kann uns überhaupt ein anderer Mensch verletzen?
Ich weiß, das ist eine herausfordernde und provozierend gestellte Frage zugleich.
Doch dies zu erforschen, lohnt sich.
Als Denies sagte, sie wollte als Frau leben, da hätte ich denken können "und was ist mit mir?" Dann bekommt dieser Gedanke "Babies" und diese Gedanken, wenn ich sie geglaubt hätte, wären das, was mich hätte verletzen können und dabei ist noch nicht einmal gesagt, dass diese Gedanken, die ich mir hätte machen können, auch nur im geringsten der Realität entsprächen.
Richtig, wie ich oben schrieb, dass wenn wir lernen, uns wahrhaftig zu begegnen, dann sind wir absolut bereichernd für uns selbst und für die Menschen mit uns.
Ich wünsche dir weiter ganz viele positive Erkenntnisse und Erfahrungen.
Ganz liebe Grüße,
Ulla
danke für deine wertschätzenden Worte.
Richtig - es gilt für alles, das einem im Leben begegnet, so sehe ich das auch.Vicky_Rose hat geschrieben: Mo 30. Apr 2018, 13:57das gilt nicht nur für das T*-Thema, sondern für alles, was einem im Leben begegnet.Dieses vermeintliche "Festhalten" ist jedoch eine geniale Basis, um für einander Leid zu schaffen.
Was uns hilft, im Leben fließend, geschmeidig und glücklich zu sein, ist, wenn man loslassen kann:
Menschen, für die es Zeit wird, einen anderen Weg zu nehmen
Erwartungen, die nicht mehr funktionieren oder passend sind (falls sie es denn je waren)
falsche Hoffnungen
Wünsche
Ängste
Situationen, die sich endgültig verabschieden möchten
Gedanken, die uns hindern nach vorne zu sehen
Glaubenssätze
Verhaltensmuster, die aufgelöst werden wollen
Emotionen
........ und noch viel mehr
Bestätigen kann ich ebenfalls, dass auch ich eine eigene Transition habe - nicht nur Denies.
Dieses "spezielle" Thema hat noch einmal sehr viel in meinem Leben abgepklopft und nachgefragt: na? Hast du deine Lektion auch wirklich gelernt?
Bei manchem konnte ich sagen ja und bei anderen wusste ich gar nicht, dass es noch etwas zu tun gab.
Und wieder zeigt sich dadurch, dass Probleme, die rund um einen transidenten Menschen auftauchen, nicht wirklich etwas mit dem Thema Trans* an sich zu tun haben.
Jeder hat seine Themen (Probleme mit sich selbst), die natürlich auch in der Beziehung wirken.
Räumt man also sein Leben auf, räumt man seine Beziehung auf und ich finde es sehr spannend, schaut man sich an, was man alles für sich bereinigen kann in seinem Leben - bleiben dann denn überhaupt noch Trans*Probleme übrig?
Denies war in unserem ersten Jahr auch sehr unsicher (damals noch in der Rolle als Mann). Das, was ihr half, sicherer zu werden, war Vertrauen. Sie lernte mir zu vertrauen, dass egal, was sie sagte - auch wenn es noch so unschön war - ich ihr erst einmal zuhörte und durch fragen heraus zu finden versuchte, ob ich sie tatsächlich verstand und nachempfinden konnte, was sie meinte. Dabei ist es gar nicht leicht, die eigenen Emotionen (wenn man seine "Sicherheit" bedroht sieht), erst einmal außen vor zu lassen und sie dann umzuwandeln in ein angemessenes Gespräch.
Ja, je offener wir für einander wurden, je verletzlicher wir uns einander zu wanden, desto weniger konnten wir uns verletzen bzw. uns verletzt fühlen.
Schaut man sich das mal näher an. Kann uns überhaupt ein anderer Mensch verletzen?
Ich weiß, das ist eine herausfordernde und provozierend gestellte Frage zugleich.
Doch dies zu erforschen, lohnt sich.
Als Denies sagte, sie wollte als Frau leben, da hätte ich denken können "und was ist mit mir?" Dann bekommt dieser Gedanke "Babies" und diese Gedanken, wenn ich sie geglaubt hätte, wären das, was mich hätte verletzen können und dabei ist noch nicht einmal gesagt, dass diese Gedanken, die ich mir hätte machen können, auch nur im geringsten der Realität entsprächen.
Richtig, wie ich oben schrieb, dass wenn wir lernen, uns wahrhaftig zu begegnen, dann sind wir absolut bereichernd für uns selbst und für die Menschen mit uns.
Ich wünsche dir weiter ganz viele positive Erkenntnisse und Erfahrungen.
Ganz liebe Grüße,
Ulla
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Re: Gedanken zur Partnerschaft/Ehe/Beziehung
Liebe Ulla,
Du bringst meine Gedanken auf den Punkt. Jede Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben führt zu einer Transition (im Sinne von Veränderung oder meinst Du etwas anderes ?). Je tiefer die Auseinandersetzung, um so tiefer sind die Veränderungen. Und im Kern geht es meiner Erfahrung nach um die Selbstliebe und das sich selber anerkennen.
Aber es stimmt, was Du schreibst. Vieles ist Kopfkino und zum verletzen gehört auch eine Haltung, dass man verletzt werden will. Ich betone das Wollen an dieser Stelle, denn ich denke, dass die Verletzung der Motor ist, Veränderungen einzuleiten. Voraussetzung ist, dass man aufmerksam auf sich selber achtet. die Kernfragen lauten, warum kann mich ein Gedanke, Worte etc. verletzen ? Was ist es im Detail, was mich verletzt ? Ist es wirklich der Andere, der mich verletzt oder sind es meine Gedanken und Wertungen ? Kann ich eine andere Haltung einnehmen, so dass ich nicht verletzt werde ?
Z.B.: für Partnerinnen ist es sicher ein Schock, wenn der Mann ganz oder teilweise als Frau leben will. Vielleicht hat er dies über Jahre hinweg geheim gehalten. Ist das wirklich ein Vertrauensbruch ? Oder kann man das nicht auch anders sehen ? Wir hatten hier schon heftige Diskussionen, weil eine Frau einfach nicht akzeptieren konnte und wollte, dass ihr Mann Trans ist. Die Qualen, die sie litt, liegen aber in ihr selber begründet, da sie das Leben nicht akzeptierte, wie es ist (und damit auch ihren Partner, sondern die stur an ihrem persönlichen Bild des Lebens fest hielt. Da sie aber auch gleichzeitig daran festhielt, bei ihrem Mann zu bleiben, geriet sie in eine unlösbare Situation. Das machte sie wütend und verzweifelt. Könnte sie diese Gefühle zum Anlass nehmen, ihr Leben zu hinterfragen, hätte sie eine sehr gute Chance, das Leben auf eine ganz andere Weise kennen zu lernen. Aber das nur als Beispiel.
Du bringst meine Gedanken auf den Punkt. Jede Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben führt zu einer Transition (im Sinne von Veränderung oder meinst Du etwas anderes ?). Je tiefer die Auseinandersetzung, um so tiefer sind die Veränderungen. Und im Kern geht es meiner Erfahrung nach um die Selbstliebe und das sich selber anerkennen.
Sehr treffend, aber bis es so weit ist, ist eine Menge aus dem Weg zu räumen, zumal Einflüsse von außen nicht ganz von der Hand zu weisen sind. Aber hat man erst einmal das Stadium erreicht, sich selber ernst zu nehmen, sind die Grundlagen geschaffen, auch mit den Einflüssen von außen umzugehen.was man alles für sich bereinigen kann in seinem Leben - bleiben dann denn überhaupt noch Trans*Probleme übrig?
Den Satz musste ich dreimal lesen, bis ich ihn verstanden hatte ...Als Denies sagte, sie wollte als Frau leben, da hätte ich denken können "und was ist mit mir?" Dann bekommt dieser Gedanke "Babies" und diese Gedanken, wenn ich sie geglaubt hätte, wären das, was mich hätte verletzen können und dabei ist noch nicht einmal gesagt, dass diese Gedanken, die ich mir hätte machen können, auch nur im geringsten der Realität entsprächen.
Z.B.: für Partnerinnen ist es sicher ein Schock, wenn der Mann ganz oder teilweise als Frau leben will. Vielleicht hat er dies über Jahre hinweg geheim gehalten. Ist das wirklich ein Vertrauensbruch ? Oder kann man das nicht auch anders sehen ? Wir hatten hier schon heftige Diskussionen, weil eine Frau einfach nicht akzeptieren konnte und wollte, dass ihr Mann Trans ist. Die Qualen, die sie litt, liegen aber in ihr selber begründet, da sie das Leben nicht akzeptierte, wie es ist (und damit auch ihren Partner, sondern die stur an ihrem persönlichen Bild des Lebens fest hielt. Da sie aber auch gleichzeitig daran festhielt, bei ihrem Mann zu bleiben, geriet sie in eine unlösbare Situation. Das machte sie wütend und verzweifelt. Könnte sie diese Gefühle zum Anlass nehmen, ihr Leben zu hinterfragen, hätte sie eine sehr gute Chance, das Leben auf eine ganz andere Weise kennen zu lernen. Aber das nur als Beispiel.
Das finde ich einen spannenden Satz. Es scheint ein Paradoxon zu sein. Aber ich sehe es auch so. Dem Eingeständnis der eigenen Verletzlichkeit ist die Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben voraus gegangen. D.h. ist muss mich zwangsläufig mit den Ursachen der Verletzlichkeit beschäftigt haben und dann kann ich damit besser umgehen. Aus meiner Sicht ist es ein guter Weg.Ja, je offener wir für einander wurden, je verletzlicher wir uns einander zu wanden, desto weniger konnten wir uns verletzen bzw. uns verletzt fühlen.
Viele Grüße
Vicky
Respekt ist nicht teilbar.
Vicky
Respekt ist nicht teilbar.
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Re: Gedanken zur Partnerschaft/Ehe/Beziehung
Hallo Vicky,
Wenn sich Veränderung in einer Beziehung (oder egal in welchem Gefüge im Leben) einstellt, dann kann es nur etwas Gemeinsames bleiben, wenn alle Beteiligten sich verändern wollen/können, um damit wieder gemeinsam in eine neue Balance kommen zu können.
Richtig. In der Selbstliebe habe ich ja auch gefragt, was kann ich jetzt für mich in dieser Situation tun? Worin habe ich mich vernachlässigt? Mit was kann ich dieses Neue für mich erfüllen, gestalten?
Ohne Selbstliebe/Eigenliebe kann man schlecht Veränderungen willkommen heißen.
Denn was bedeutet Transition? Doch "lediglich" von A nach Z zu kommen oder?
Dies zu erkennen, das war gar nicht immer so einfach. Und dann - wie schaffe ich es, von dem schmerzhaften Verhalten aus der Vergangenheit geprägt, die Wandlung (Transition) hin zu innerem Frieden, Vertrauen, Heilung zu lenken? => Damit die Möglichkeit da ist, besser agieren zu können.
Es hat mich zu neuer geistiger Gelenkigkeit, Freiheit und Offenheit eingeladen und mich mit meinen Gedanken hinzusetzen (auch zu meditieren) und mir wirklich zuzuhören und BEWUSST zu erkennen, was da so alles in mir denkt sowie welche Konsequenzen sich daraus für mich ergaben.
Was die Einflüsse von außen betrifft — ja, sie sind da — doch haben wir nicht auch eine Wahl, wie wir damit umgehen?
Diese kann man jedoch nur haben, wenn man überhaupt erkennt, was oder wer beeinflusst und wenn man komplett in der eigenen Verantwortung zuhause ist, dann — so glaube ich — hat man die Möglichkeit über den erkannten Einfluss eine Wahl zu treffen: annehmen oder ablehnen.
Ist man sich der Einflüsse am wenigsten bewusst, so glaube ich, besteht die Gefahr, dass man sich denken lässt anstatt selbst zu denken und man kann seine eigene absolute Kraft/Wirkmacht nicht ausschöpfen.
.
Du hast recht, es hat etwas mit der inneren Haltung zu tun und der Bereitschaft, sich etwas aus verschiedenen Sichtweisen anzuschauen. Sich mal emotional aus einer Situation heraus nehmen und einen anderen Blickwinkel einnehmen.
Es gibt da eine Frau, Byron Katie, die mit The Work 4 Fragen für sich erkannt hat, eine Technik, um genau diese Gedanken zu entlarven, mit denen wir leiden und wie man einen Weg finden kann hin zu wohligen Gedanken und Gefühlen.
Und ja, - diese Technik habe ich ausprobiert und gemäß nach "riechen, schmecken, fühlen, alltagstauglich?" erforscht.
Sehr spannend (und es war für mich sehr hilfreich - schon länger als ich Denies kenne).
Dies gestehe ich einer Partnerin im ersten Moment auch gerne zu. Doch wenn man dies nicht loslassen kann und man diesen Vorwurf immer weiter verfolgt (= Gedanken, die wieder Babies bekommen - dabei haben sie keinen Wahrheitsgehalt, sondern beinhalten hauptsächlich die Angst vor etwas in der Zukunft liegendem von dem man nicht wissen kann, ob es tatsächlich geschieht), ohne sich zusammen das warum, weshalb anzuschauen und zu fühlen, dass der crossdressende/transsexuelle PartnerIn Angst hatte, dies direkt aufzuarbeiten, kommt die Partnerin nicht in das Mitgefühl, um sich damit die Möglichkeit von reifen, wachsen, sich weiter entwickeln zu erschließen.
Wenn ein Mensch lügt, dann erfüllt er sich das Bedürfnis wahrscheinlich nach Sicherheit und vermeidet, dass er sich der Angst vor Ablehnung durch die Wahrheit stellen muss.
Wenn Denies Angst hätte, mit mir zu sprechen, dann müsste ich mich fragen, was für ein Mensch ich bin, dass jemand Angst vor mir hat - vor allem der Mensch, mit dem ich zusammen lebe, den ich liebe und sogar geheiratet habe - was für mich inzwischen das höchste Zeichen von Vertrauen und Hingabe darstellt.
Ich glaube, PartnerInnen, die in der Ablehnung feststecken und so erstarrt sind, dass keine Inspiration von außen hilft, sind an einem sehr schmerzhaften Ort durch sich selbst gefangen. Diesen Ort habe ich auch einmal kennen lernen müssen, um dann nach einem Jahr zu spüren, wie sehr es mich meiner restlich vorhandenen Kraft auch noch beraubt und es mir nicht hilft, wenigstens Erleichterung erfahren zu dürfen.
In diesem Moment bedurfte es, eine klare Entscheidung für mich zu fällen und eine klare Absicht zu formulieren, die hieß: ich möchte aufhören zu leiden.
Das bedeutet jedoch nicht in Bezug auf das eigentliche Thema, wie man mit einem transidenten Partner umgeht, dass die wahre Lösung ist, zusammen zu bleiben.
So sehe ich das überhaupt nicht.
Viel wichtiger ist es, sich erst einmal wirklich und wahrhaftig begegnen zu können, in einem Prozess sich noch einmal neu kennen zu lernen, vielleicht darin auch zu spüren, dass es besser ist, wenn man sich trennt.
Eine Trennung sehe ich hier auch nicht als Katastrophe, sondern die Chance das Leben noch einmal neu und ganz anders als bisher zu entdecken und sich frischen Wind um die Nase wehen zu lassen.
Das, was man sich an Materiellem aufgebaut hat, finde ich, sollte einem nicht aufhalten, wenn das bedeutet, dass ich mich selbst verleugnen muss und ich mich zu 100 % dem Risiko aussetze, krank zu werden (psychosomatisch zu erkranken, kann ein schlimmer Fluch sein).
Was nützt es, wenn man die letzte Reise antritt, dass Materielles "da" war? Noch keiner hat es je können mitnehmen.
Doch, wenn ich sterbe, dann möchte ich sterben dürfen in dem Wissen, dass ich Träume verwirklicht habe, viel gelacht und geweint, mich ganz und gar spüren durfte, Wertschätzung für das Erlebte zu haben, mich glücklich gefühlt zu haben, dass mein Herz offen und nicht verschlossen ist — selbst nach all dem Erlebten aus der Vergangenheit, Gelassenheit empfunden haben zu dürfen, um mit anderen mitfühlend und liebevoll umgehen zu können, ein bereicherndes und erfülltes Leben (auch für andere) gehabt zu haben, mich selbstverwirklicht soweit es nur ging.
Und wer sagt, dass eine Trennung immer in einem Rosenkrieg ausarten muss?
Wenn man auch hier zusammen bereinigend die Beziehung beendet, dann ist das auch möglich, sich freundlich zu trennen. Diese Freundschaft kann doch sehr wertvoll und wunderbar sein.
Die Auseinandersetzung mit sich selbst/dem eigenen Leben ist dem voraus gegangen und ist ein nie endender Prozess.
Denn es ist, wie man eine Zwiebel Schicht für Schicht abschält. Es kommen immer wieder neue Ebenen zum Vorschein und man hört nie auf, sich selbst neu zu erkennen und zu verstehen bzw. den Partner/die Partnerin, das Umfeld.
Ja, wir sind beide auch immer wieder neu auf Ursachenforschung und sehen plötzlich Vergangenes in einem ganz anderen Licht. Verdrängtes kann so an die Oberfläche kommen und aufgearbeitet werden, verschüttete Erinnerungen kommen wieder zum Vorschein und man kann ganz viel innerlich heilen.
Ich bin Denies sehr dankbar, dass sie von Anfang an bereit war, diesen bewussten Weg mit mir zu gehen und sich diesem "Abenteuer" mit mir zu stellen — was sie wohl auch nur konnte, da sie wie ich schon, sich vorher auf diesen Weg machte.
Viele liebe Grüße,
Ulla
Ganz genau so ist es.Vicky_Rose hat geschrieben: Mi 2. Mai 2018, 07:53 Du bringst meine Gedanken auf den Punkt. Jede Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben führt zu einer Transition (im Sinne von Veränderung oder meinst Du etwas anderes ?). Je tiefer die Auseinandersetzung, um so tiefer sind die Veränderungen. Und im Kern geht es meiner Erfahrung nach um die Selbstliebe und das sich selber anerkennen.
Wenn sich Veränderung in einer Beziehung (oder egal in welchem Gefüge im Leben) einstellt, dann kann es nur etwas Gemeinsames bleiben, wenn alle Beteiligten sich verändern wollen/können, um damit wieder gemeinsam in eine neue Balance kommen zu können.
Richtig. In der Selbstliebe habe ich ja auch gefragt, was kann ich jetzt für mich in dieser Situation tun? Worin habe ich mich vernachlässigt? Mit was kann ich dieses Neue für mich erfüllen, gestalten?
Ohne Selbstliebe/Eigenliebe kann man schlecht Veränderungen willkommen heißen.
Denn was bedeutet Transition? Doch "lediglich" von A nach Z zu kommen oder?
was man alles für sich bereinigen kann in seinem Leben - bleiben dann denn überhaupt noch Trans*Probleme übrig?
Also, schaue ich mir an, was an Themen bei mir seit Sommer 2016 anklopften, so hatte das genau genommen sehr wenig bis nichts mit Denies zu tun, sondern es klopften Schutzreaktionen aus alten schlechten Erfahrungen an, die jedoch für das JETZT keine Gültigkeit mehr haben dürften.Vicky_Rose hat geschrieben: Mi 2. Mai 2018, 07:53
Sehr treffend, aber bis es so weit ist, ist eine Menge aus dem Weg zu räumen, zumal Einflüsse von außen nicht ganz von der Hand zu weisen sind. Aber hat man erst einmal das Stadium erreicht, sich selber ernst zu nehmen, sind die Grundlagen geschaffen, auch mit den Einflüssen von außen umzugehen.
Dies zu erkennen, das war gar nicht immer so einfach. Und dann - wie schaffe ich es, von dem schmerzhaften Verhalten aus der Vergangenheit geprägt, die Wandlung (Transition) hin zu innerem Frieden, Vertrauen, Heilung zu lenken? => Damit die Möglichkeit da ist, besser agieren zu können.
Es hat mich zu neuer geistiger Gelenkigkeit, Freiheit und Offenheit eingeladen und mich mit meinen Gedanken hinzusetzen (auch zu meditieren) und mir wirklich zuzuhören und BEWUSST zu erkennen, was da so alles in mir denkt sowie welche Konsequenzen sich daraus für mich ergaben.
Was die Einflüsse von außen betrifft — ja, sie sind da — doch haben wir nicht auch eine Wahl, wie wir damit umgehen?
Diese kann man jedoch nur haben, wenn man überhaupt erkennt, was oder wer beeinflusst und wenn man komplett in der eigenen Verantwortung zuhause ist, dann — so glaube ich — hat man die Möglichkeit über den erkannten Einfluss eine Wahl zu treffen: annehmen oder ablehnen.
Ist man sich der Einflüsse am wenigsten bewusst, so glaube ich, besteht die Gefahr, dass man sich denken lässt anstatt selbst zu denken und man kann seine eigene absolute Kraft/Wirkmacht nicht ausschöpfen.
Als Denies sagte, sie wollte als Frau leben, da hätte ich denken können "und was ist mit mir?" Dann bekommt dieser Gedanke "Babies" und diese Gedanken, wenn ich sie geglaubt hätte, wären das, was mich hätte verletzen können und dabei ist noch nicht einmal gesagt, dass diese Gedanken, die ich mir hätte machen können, auch nur im geringsten der Realität entsprächen.
Frag mal mich, wie ich meine Gedanken erforschen musste, bis ich den Satz zusammen hatteVicky_Rose hat geschrieben: Mi 2. Mai 2018, 07:53 Den Satz musste ich dreimal lesen, bis ich ihn verstanden hatte ...![]()
Aber es stimmt, was Du schreibst. Vieles ist Kopfkino und zum verletzen gehört auch eine Haltung, dass man verletzt werden will. Ich betone das Wollen an dieser Stelle, denn ich denke, dass die Verletzung der Motor ist, Veränderungen einzuleiten. Voraussetzung ist, dass man aufmerksam auf sich selber achtet. die Kernfragen lauten, warum kann mich ein Gedanke, Worte etc. verletzen ? Was ist es im Detail, was mich verletzt ? Ist es wirklich der Andere, der mich verletzt oder sind es meine Gedanken und Wertungen ? Kann ich eine andere Haltung einnehmen, so dass ich nicht verletzt werde ? .
Du hast recht, es hat etwas mit der inneren Haltung zu tun und der Bereitschaft, sich etwas aus verschiedenen Sichtweisen anzuschauen. Sich mal emotional aus einer Situation heraus nehmen und einen anderen Blickwinkel einnehmen.
Es gibt da eine Frau, Byron Katie, die mit The Work 4 Fragen für sich erkannt hat, eine Technik, um genau diese Gedanken zu entlarven, mit denen wir leiden und wie man einen Weg finden kann hin zu wohligen Gedanken und Gefühlen.
Und ja, - diese Technik habe ich ausprobiert und gemäß nach "riechen, schmecken, fühlen, alltagstauglich?" erforscht.
Sehr spannend (und es war für mich sehr hilfreich - schon länger als ich Denies kenne).
Es ist mit Sicherheit erst einmal etwas, das sehr plötzlich ins Gewahrsein rückt und natürlich kann die Partnerin das als Vertrauensbruch sehen.Vicky_Rose hat geschrieben: Mi 2. Mai 2018, 07:53 Z.B.: für Partnerinnen ist es sicher ein Schock, wenn der Mann ganz oder teilweise als Frau leben will. Vielleicht hat er dies über Jahre hinweg geheim gehalten. Ist das wirklich ein Vertrauensbruch ? Oder kann man das nicht auch anders sehen ?
Dies gestehe ich einer Partnerin im ersten Moment auch gerne zu. Doch wenn man dies nicht loslassen kann und man diesen Vorwurf immer weiter verfolgt (= Gedanken, die wieder Babies bekommen - dabei haben sie keinen Wahrheitsgehalt, sondern beinhalten hauptsächlich die Angst vor etwas in der Zukunft liegendem von dem man nicht wissen kann, ob es tatsächlich geschieht), ohne sich zusammen das warum, weshalb anzuschauen und zu fühlen, dass der crossdressende/transsexuelle PartnerIn Angst hatte, dies direkt aufzuarbeiten, kommt die Partnerin nicht in das Mitgefühl, um sich damit die Möglichkeit von reifen, wachsen, sich weiter entwickeln zu erschließen.
Wenn ein Mensch lügt, dann erfüllt er sich das Bedürfnis wahrscheinlich nach Sicherheit und vermeidet, dass er sich der Angst vor Ablehnung durch die Wahrheit stellen muss.
Wenn Denies Angst hätte, mit mir zu sprechen, dann müsste ich mich fragen, was für ein Mensch ich bin, dass jemand Angst vor mir hat - vor allem der Mensch, mit dem ich zusammen lebe, den ich liebe und sogar geheiratet habe - was für mich inzwischen das höchste Zeichen von Vertrauen und Hingabe darstellt.
Ich glaube, PartnerInnen, die in der Ablehnung feststecken und so erstarrt sind, dass keine Inspiration von außen hilft, sind an einem sehr schmerzhaften Ort durch sich selbst gefangen. Diesen Ort habe ich auch einmal kennen lernen müssen, um dann nach einem Jahr zu spüren, wie sehr es mich meiner restlich vorhandenen Kraft auch noch beraubt und es mir nicht hilft, wenigstens Erleichterung erfahren zu dürfen.
In diesem Moment bedurfte es, eine klare Entscheidung für mich zu fällen und eine klare Absicht zu formulieren, die hieß: ich möchte aufhören zu leiden.
Das bedeutet jedoch nicht in Bezug auf das eigentliche Thema, wie man mit einem transidenten Partner umgeht, dass die wahre Lösung ist, zusammen zu bleiben.
So sehe ich das überhaupt nicht.
Viel wichtiger ist es, sich erst einmal wirklich und wahrhaftig begegnen zu können, in einem Prozess sich noch einmal neu kennen zu lernen, vielleicht darin auch zu spüren, dass es besser ist, wenn man sich trennt.
Eine Trennung sehe ich hier auch nicht als Katastrophe, sondern die Chance das Leben noch einmal neu und ganz anders als bisher zu entdecken und sich frischen Wind um die Nase wehen zu lassen.
Das, was man sich an Materiellem aufgebaut hat, finde ich, sollte einem nicht aufhalten, wenn das bedeutet, dass ich mich selbst verleugnen muss und ich mich zu 100 % dem Risiko aussetze, krank zu werden (psychosomatisch zu erkranken, kann ein schlimmer Fluch sein).
Was nützt es, wenn man die letzte Reise antritt, dass Materielles "da" war? Noch keiner hat es je können mitnehmen.
Doch, wenn ich sterbe, dann möchte ich sterben dürfen in dem Wissen, dass ich Träume verwirklicht habe, viel gelacht und geweint, mich ganz und gar spüren durfte, Wertschätzung für das Erlebte zu haben, mich glücklich gefühlt zu haben, dass mein Herz offen und nicht verschlossen ist — selbst nach all dem Erlebten aus der Vergangenheit, Gelassenheit empfunden haben zu dürfen, um mit anderen mitfühlend und liebevoll umgehen zu können, ein bereicherndes und erfülltes Leben (auch für andere) gehabt zu haben, mich selbstverwirklicht soweit es nur ging.
Und wer sagt, dass eine Trennung immer in einem Rosenkrieg ausarten muss?
Wenn man auch hier zusammen bereinigend die Beziehung beendet, dann ist das auch möglich, sich freundlich zu trennen. Diese Freundschaft kann doch sehr wertvoll und wunderbar sein.
Ja, je offener wir für einander wurden, je verletzlicher wir uns einander zu wanden, desto weniger konnten wir uns verletzen bzw. uns verletzt fühlen.
Es war und ist auch spannend.Vicky_Rose hat geschrieben: Mi 2. Mai 2018, 07:53 Das finde ich einen spannenden Satz. Es scheint ein Paradoxon zu sein. Aber ich sehe es auch so. Dem Eingeständnis der eigenen Verletzlichkeit ist die Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben voraus gegangen. D.h. ist muss mich zwangsläufig mit den Ursachen der Verletzlichkeit beschäftigt haben und dann kann ich damit besser umgehen. Aus meiner Sicht ist es ein guter Weg.
Die Auseinandersetzung mit sich selbst/dem eigenen Leben ist dem voraus gegangen und ist ein nie endender Prozess.
Denn es ist, wie man eine Zwiebel Schicht für Schicht abschält. Es kommen immer wieder neue Ebenen zum Vorschein und man hört nie auf, sich selbst neu zu erkennen und zu verstehen bzw. den Partner/die Partnerin, das Umfeld.
Ja, wir sind beide auch immer wieder neu auf Ursachenforschung und sehen plötzlich Vergangenes in einem ganz anderen Licht. Verdrängtes kann so an die Oberfläche kommen und aufgearbeitet werden, verschüttete Erinnerungen kommen wieder zum Vorschein und man kann ganz viel innerlich heilen.
Ich bin Denies sehr dankbar, dass sie von Anfang an bereit war, diesen bewussten Weg mit mir zu gehen und sich diesem "Abenteuer" mit mir zu stellen — was sie wohl auch nur konnte, da sie wie ich schon, sich vorher auf diesen Weg machte.
Viele liebe Grüße,
Ulla
Hingabe
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Re: Gedanken zur Partnerschaft/Ehe/Beziehung
Hallo Ulla,Drachenfrau hat geschrieben: Mi 2. Mai 2018, 22:46 Wenn Denies Angst hätte, mit mir zu sprechen, dann müsste ich mich fragen, was für ein Mensch ich bin, dass jemand Angst vor mir hat - vor allem der Mensch, mit dem ich zusammen lebe, den ich liebe und sogar geheiratet habe - was für mich inzwischen das höchste Zeichen von Vertrauen und Hingabe darstellt.
obigen Satz finde ich sehr bemerkenswert und sowas von zutreffend, dass ich ihn durch das Zitat noch einmal hervorheben wollte.
Danke und liebe Grüße
Michi
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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Re: Gedanken zur Partnerschaft/Ehe/Beziehung
Ulla schreibt ganz viele wunderbare Sätze und ich kann jeden einzelnen nachvollziehen ...
Jedoch kann die Differenz auch so weit gehen, dass man nicht mehr an der Beziehung festgehalten werden kann. Es gibt ja den Vorwurf vieler Frauen, dass ihr Mann sich nicht mehr für sie interessiert. Ich vermute, hier liegt genau eine solche Situation vor. Die Frau lädt zur Auseinandersetzung und Veränderung ein und der Mann ignoriert sie (es geht auch umgekehrt ...). Diese einseitige Dynamik führt zu Ungleichgewicht. Nimmt er die Einladung an, kann das zu einer neuen Balance führen. Das muss sie aber nicht. Wenn dadurch die Differenzen klarer werden, hat man aber die Möglichkeit, auch die Differenz im Schnach'schen Sinn zu akzeptieren. Man ist jedenfalls ein Stückchen weiter. Der Klassiker hierbei könnten z.B. sexuelle Wünsche sein, die einer anstrebt und der andere kann diesen nicht folgen, weil es nicht seine Welt ist. Das Entscheidende ist, wie man mit den Differenzen umgeht.
Mir war an dieser Stelle nur wichtig, dass jemand auf Veränderungswünsche eingehen muss, nur weil der Andere sie anregt. Das wäre ein zwanghaftes "Kleben" aneinander, was aber auf Dauer auch nicht gut tut, denn die inneren Spannungen werden immer größer. Aber wenn man sich darauf einlässt, mit den den Veränderungen umzugehen, dann entwickeln sich die Gemeinsamkeiten weiter.
Ich denke, Ulla meint das auch in diesem Sinn. Das ist es, was eine Beziehung so spannend macht. Es bringt mich in Situationen, die ich ohne Partner/in nicht kommen würde und ich kann Dinge entdecken, von denen ich im Traum nie daran dachte, dass sie je für mich von Bedeutung sind. Die Auseinandersetzung von Ulla mit der Transidentität von Denies ist ein sehr intensives Beispiel dafür. Ich bin davon überzeugt, dass das, was sich beide in dieser Situation gegenseitig geben konnten, war unheimlich befruchtend, hat aber sicher auch Unterschiede deutlich gemacht. Aber genau das ist ja das Wunderbare. Es ist das Leben.
Jemand hat das in einen kernigen Spruch verwandelt: Lieber mit dem/r Alten etwas Neues als mit ein/r Neuen das Alte.
Viele Grüße
Vicky
P.S. Ich bin sehr dankbar über diesen Fred, da er mir bewusst macht, dass in meiner Beziehung gerade Veränderungen an die Tür klopfen ...
Den würde ich aber erweitern wollen. Veränderungen ergeben sich in einer Beziehung zwangsläufig. Die Partner machen die Entwicklungen jedoch nicht unbedingt gleichzeitig und in die gleiche Richtung. Ich denke in den seltensten Fällen kommen sie zusammen und beschließen, etwas zu ändern. Es dürfte die Regel sein, dass eine/r eine Veränderung einleitet, der Andere dann die Gelegenheit bekommt, damit umzugehen. Geht der Andere nicht damit um, kommt eine zunehmende Distanz in die Beziehung. das ist erst einmal nicht schlimm, denn eine Beziehung besteht immer aus Distanz und Nähe. David Scharch hat das einmal als Differenz bezeichnet. Diese Differenz anzunehmen, ist für eine Beziehung fruchtbar. Nicht alles, was meine Partnerin interessiert, interessiert mich in gleichem Maße und umgekehrt.Wenn sich Veränderung in einer Beziehung (oder egal in welchem Gefüge im Leben) einstellt, dann kann es nur etwas Gemeinsames bleiben, wenn alle Beteiligten sich verändern wollen/können, um damit wieder gemeinsam in eine neue Balance kommen zu können.
Jedoch kann die Differenz auch so weit gehen, dass man nicht mehr an der Beziehung festgehalten werden kann. Es gibt ja den Vorwurf vieler Frauen, dass ihr Mann sich nicht mehr für sie interessiert. Ich vermute, hier liegt genau eine solche Situation vor. Die Frau lädt zur Auseinandersetzung und Veränderung ein und der Mann ignoriert sie (es geht auch umgekehrt ...). Diese einseitige Dynamik führt zu Ungleichgewicht. Nimmt er die Einladung an, kann das zu einer neuen Balance führen. Das muss sie aber nicht. Wenn dadurch die Differenzen klarer werden, hat man aber die Möglichkeit, auch die Differenz im Schnach'schen Sinn zu akzeptieren. Man ist jedenfalls ein Stückchen weiter. Der Klassiker hierbei könnten z.B. sexuelle Wünsche sein, die einer anstrebt und der andere kann diesen nicht folgen, weil es nicht seine Welt ist. Das Entscheidende ist, wie man mit den Differenzen umgeht.
Mir war an dieser Stelle nur wichtig, dass jemand auf Veränderungswünsche eingehen muss, nur weil der Andere sie anregt. Das wäre ein zwanghaftes "Kleben" aneinander, was aber auf Dauer auch nicht gut tut, denn die inneren Spannungen werden immer größer. Aber wenn man sich darauf einlässt, mit den den Veränderungen umzugehen, dann entwickeln sich die Gemeinsamkeiten weiter.
Ich denke, Ulla meint das auch in diesem Sinn. Das ist es, was eine Beziehung so spannend macht. Es bringt mich in Situationen, die ich ohne Partner/in nicht kommen würde und ich kann Dinge entdecken, von denen ich im Traum nie daran dachte, dass sie je für mich von Bedeutung sind. Die Auseinandersetzung von Ulla mit der Transidentität von Denies ist ein sehr intensives Beispiel dafür. Ich bin davon überzeugt, dass das, was sich beide in dieser Situation gegenseitig geben konnten, war unheimlich befruchtend, hat aber sicher auch Unterschiede deutlich gemacht. Aber genau das ist ja das Wunderbare. Es ist das Leben.
Jemand hat das in einen kernigen Spruch verwandelt: Lieber mit dem/r Alten etwas Neues als mit ein/r Neuen das Alte.
Viele Grüße
Vicky
P.S. Ich bin sehr dankbar über diesen Fred, da er mir bewusst macht, dass in meiner Beziehung gerade Veränderungen an die Tür klopfen ...
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Respekt ist nicht teilbar.
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Re: Gedanken zur Partnerschaft/Ehe/Beziehung
Hallo Vicky,
das hast du sehr gut dargestellt und Ulla,s Beitrag ergänzend formuliert, ja so wie du es schreibst ist es bei uns.
Es wäre für eine Beziehung tödlich, gäbe es keine Veränderung bei jedem einzelnen.
Wir sind individuelle und einzigartige Wesen oder Persönlichkeiten, wir können nie gleich sein und das ist auch gut so, denn das bringt doch erst eine Farbvielfalt in die Beziehung, eine Weiterentwicklung für beide.
Lieben Gruß
Denies
das hast du sehr gut dargestellt und Ulla,s Beitrag ergänzend formuliert, ja so wie du es schreibst ist es bei uns.
Es wäre für eine Beziehung tödlich, gäbe es keine Veränderung bei jedem einzelnen.
Wir sind individuelle und einzigartige Wesen oder Persönlichkeiten, wir können nie gleich sein und das ist auch gut so, denn das bringt doch erst eine Farbvielfalt in die Beziehung, eine Weiterentwicklung für beide.
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Re: Gedanken zur Partnerschaft/Ehe/Beziehung
Hallo Michi,MichiWell hat geschrieben: Mi 2. Mai 2018, 23:37Hallo Ulla,Drachenfrau hat geschrieben: Mi 2. Mai 2018, 22:46 Wenn Denies Angst hätte, mit mir zu sprechen, dann müsste ich mich fragen, was für ein Mensch ich bin, dass jemand Angst vor mir hat - vor allem der Mensch, mit dem ich zusammen lebe, den ich liebe und sogar geheiratet habe - was für mich inzwischen das höchste Zeichen von Vertrauen und Hingabe darstellt.
obigen Satz finde ich sehr bemerkenswert und sowas von zutreffend, dass ich ihn durch das Zitat noch einmal hervorheben wollte.
Danke und liebe Grüße
Michi
herzlichen Dank für das Hervorheben. Ich habe es zu später Stunde noch gelesen und war ziemlich von deiner Antwort berührt, schaffe es jedoch erst jetzt hier mich richtig zu bedanken.
Wahrscheinlich warst du sehr an deine eigenen Erfahrungen erinnert, die jedoch nicht so schön waren, weshalb du wohl die Tiefe des Satzes anders/stärker erfasst hast. (Habe in den Beiträgen deine Zeilen über deine Ehe gelesen)
Wünsche dir einen schönen Abend.
Herzliche Grüße,
Ulla
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Re: Gedanken zur Partnerschaft/Ehe/Beziehung
Liebe Ulla,Drachenfrau hat geschrieben: Do 3. Mai 2018, 22:25 Hallo Michi,
herzlichen Dank für das Hervorheben. Ich habe es zu später Stunde noch gelesen und war ziemlich von deiner Antwort berührt, schaffe es jedoch erst jetzt hier mich richtig zu bedanken.
Wahrscheinlich warst du sehr an deine eigenen Erfahrungen erinnert, die jedoch nicht so schön waren, weshalb du wohl die Tiefe des Satzes anders/stärker erfasst hast. (Habe in den Beiträgen deine Zeilen über deine Ehe gelesen)
Wünsche dir einen schönen Abend.
Herzliche Grüße,
Ulla
es war mir ein tiefes Bedürfnis, und ich hatte auch schon überlegt, den Satz unter "Wer schrieb Was" einzustellen. Das habe ich nun nachgeholt.
Ich kann dir gar nicht beschreiben, wie sehr mich deine Worte berührt haben, auch wenn ich einen Zusammenhang mit gemachten Erfahrungen verneinen muss. Sie sprechen ganz einfach für sich. Ich freue mich aber, dass du so Anteil nimmst. Mit meinen schlechten Erfahrungen habe ich wohl einige Zeit gehadert, aber inzwischen auch schon einige Jahre als Teil meines Lebens akzeptiert, und bringe sie hier mit der selben Leidenschaft ein, wie meine glücklichen Momente. Die Sorge kann ich dir also nehmen. Gleichwohl freut es mich zu spüren, wie du daran Anteil nimmst.
Liebe Grüße
Michi
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Re: Gedanken zur Partnerschaft/Ehe/Beziehung
Hallo Ulla,
ich möchte mich nicht nur mit dem Daumenklick bedanken, sondern auch in Schriftform danke sagen für deine Postings allgemein, jetzt im speziellen in diesem Thread.
Es gäbe soviel worauf ich etwas dazu schreiben könnte und möchte, die Zeit habe ich im Moment nicht, es würde ein sehr langes Posting.
Ich kann mich leider nicht ganz so gut wie du erklären, nicht so gut schreiben.
Kurz gesagt zu fast allen was du hier Schreiber hältst du mir und meiner geliebten Petra praktisch einen Spiegel vor.
Ähnlich verlief unser Weg der "gemeinsamen" Transition, und wird auch so weiter verlaufen.
Wir haben uns selbst immer mehr gefunden.
Kurz die Sexualität betreffend:
Wir fanden und finden es ganz schlimm dass wir von wirklich vielen Menschen anscheinend plötzlich nur noch auf die Sexualität reduziert wird.
Die Frage bist du, oder seid ihr jetzt lesbisch tauchte sehr häufig auf, das stimmt mich traurig.
Natürlich dachten wir Anfangs auch über die Sexualität nach. Wir erkannten aber unsere innige Liebe immer mehr, stellten dabei fest dass Sex dabei wichtig und trotzdem nebensächlich ist.
All das geht außenstehende nichts an, ich frage auch meine besten Freunde nicht wie es mit ihrer Sexualität steht.
Danke auch Vicky-Rose für deine sehr guten Antworten.
Und schon bin ich unterwegs nach München.
Pfiad eich mitnand.
LG Tatjana
ich möchte mich nicht nur mit dem Daumenklick bedanken, sondern auch in Schriftform danke sagen für deine Postings allgemein, jetzt im speziellen in diesem Thread.
Es gäbe soviel worauf ich etwas dazu schreiben könnte und möchte, die Zeit habe ich im Moment nicht, es würde ein sehr langes Posting.
Ich kann mich leider nicht ganz so gut wie du erklären, nicht so gut schreiben.
Kurz gesagt zu fast allen was du hier Schreiber hältst du mir und meiner geliebten Petra praktisch einen Spiegel vor.
Ähnlich verlief unser Weg der "gemeinsamen" Transition, und wird auch so weiter verlaufen.
Wir haben uns selbst immer mehr gefunden.
Kurz die Sexualität betreffend:
Wir fanden und finden es ganz schlimm dass wir von wirklich vielen Menschen anscheinend plötzlich nur noch auf die Sexualität reduziert wird.
Die Frage bist du, oder seid ihr jetzt lesbisch tauchte sehr häufig auf, das stimmt mich traurig.
Natürlich dachten wir Anfangs auch über die Sexualität nach. Wir erkannten aber unsere innige Liebe immer mehr, stellten dabei fest dass Sex dabei wichtig und trotzdem nebensächlich ist.
All das geht außenstehende nichts an, ich frage auch meine besten Freunde nicht wie es mit ihrer Sexualität steht.
Danke auch Vicky-Rose für deine sehr guten Antworten.
Und schon bin ich unterwegs nach München.
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Der Kopf denkt und gibt Rat.
Das Bauchgefühl gibt Rat.
Doch das Herz spricht, höre auf dein Herz!
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Drachenfrau
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Re: Gedanken zur Partnerschaft/Ehe/Beziehung
Hallo Vicky,
Danke sehr
, das ist ein starkes Kompliment.
Für mich war in den letzten 20 Jahren Veränderung so ein wesentlicher Bestandteil, dass es für mich selbstverständlich geworden ist.
Nein, Veränderungen von zwei Menschen müssen nicht automatisch in die gleiche Richtung gehen und man muss sich auch nicht zwingend verändern.
Mein gedanklicher Ausgangspunkt war, sobald man in sich spürt, dass man sich nicht mehr in der Beziehung (oder in anderen Situationen) wohlfühlt, dann hat man keine andere Wahl als Veränderung zu bejahen so wie es sich für einen selbst gut anfühlt.
Denies und ich haben unterschiedliche Ströme der Veränderung, dennoch vertiefen sie unsere Beziehung/innere Verbindung immer wieder — und am Ende ist es wieder ein gemeinsames Flussbett, durch das wir zusammen geschmeidig strömen.
Wahrscheinlich deshalb, da wir spüren, wie wichtig es ist, dass jede so sein kann, wie sie eben ist.
Am deutlichsten kam das heraus als Denies ab Dezember 2016 einen Höhenflug hatte und ich ganz stark in einer Trauerphase war.
Präsent war die Transition von Denies und der ewige Konflikt zu meiner Familie. Das war zusammen so heftig, dass ich mir therapeutische Hilfe suchte. Meine Therapeutin regte bei einer Sitzung an, in der Denies dabei war, dass wir doch zusammen trauern können. Für Denies war das unmöglich zu diesem Zeitpunkt an dem gleichen Ort der Trauer zu sein wie ich. Im April 2017 war ich allerdings schon wieder soweit, ohne therapeutische Begleitung meinen Weg weiter zu finden.
In den letzten Monaten kam bei Denies der Trauerprozess hoch und ich hatte einen Höhenflug.
Doch da ich durch den Trauerprozess ziemlich durch war (Momente gibt es immer mal wieder, aber immer seltener), konnte ich Denies in dem Trauerprozess für sich selbst besser begleiten und anders präsent/für sie aber auch für mich da sein.
Es ist ein sehr seltsames Gefühl, wenn die Gemütszustände in einer Beziehung so weit auseinander triften.
Die Bedeutung war, einander loslassen und jeder ihren Prozess lassen zu können.
Das hatte auch ganz viel mit der gemeinsamen und gegenseitigen Abstimmung unserer jeweiligen Bedürfnisse zu tun, die natürlich auch bei uns sehr different sein können — aber so sehen wir es nicht.
Indem Denies mich nähen lässt anstatt zu erwarten, dass ich mit ihr Rad fahre und ich sie Rad fahren lasse, anstatt zu erwarten, dass sie sich meiner Aktivität anpasst — erfüllen wir einander unsere Bedürfnisse und tragen zum Wohlsein und Glück für einander bei.
In einem solchen gegengesetzten Prozess wie Trauer und Hochgefühl besteht sehr leicht die Möglichkeit, sich auch zu entfremden und sich von einander zu entfernen.
Ich stellte sie vor neue Herausforderungen, denn ich bin die erste Partnerin an ihrer Seite, die wirklich Verantwortung für sich übernimmt und auf ihre Art und Weise auch etwas für sich macht.
Und doch — fühlen wir uns stärker verbunden dadurch.
Sie half mir meinen kreativen Arbeitsbereich auf mich abzustimmen, eine Arbeitsplatte zu bauen, Regale und Lochwände anzubringen und auch wenn sie gerne mit mir unterwegs gewesen wäre, Rad fahren z. B. ließ sie mich kreativ sein.
Umgekehrt ließ ich sie ihren Fuhrpark für sich erweitern um Kick-Bikes, Inliner und Eislaufschuhe.
Unser Treffpunkt war dann meistens zusammen einen Pausenpunkt zu haben, gemütlich etwas essen/trinken, wobei wieder die neu gewonnenen Impulse und Gedankengänge ausgetauscht wurden, wir tolle Gespräche hatten.
Inzwischen ist es so, dass ich für mich die kreative Seite wieder mehr in Balance habe und wieder mehr mit ihr unterwegs bin.
Du hast recht, Denies und ich sind seitdem wir uns kennen, immer wieder neu gefordert. Sie sagt, dass ich auch nach 5 Jahren für sie noch unberechenbar bleibe und voller Überraschungen bin, aber auch umgekehrt — denn wir können einander frei sein lassen, sich selbst zu sein. Das inspiriert und lädt ein, die Neugierde zu pflegen.
Ich glaube noch nicht einmal, dass ich mich intensiv mit der Transidentität an sich auseinandergesetzt habe, sondern bei weitem mehr mit mir selbst, mit uns und unserer Beziehung.
Denn ich schrieb in unserem Thread über unser verändertes Leben, dass ich dadurch, dass sie nun als Frau lebt auf mich zurückgeworfen wurde.
Ihre Transition hielt einen Prozess in Gang, den ich schon vor 20 Jahren begonnen hatte, mich mit mir selbst auseinander zu setzen, um immer mehr ich selbst zu werden/zu sein.
Was immer Denies und ich in unseren Gesprächen an Aufgaben/Problemen oder Themen für uns sowie im Umgang mit anderen aufdecken, waren von ihrem Ursprung aus betrachtet noch nichts, das wir wirklich rein auf Transsexualität beziehen konnten sondern auf Menschlichkeit.
Vicky ich wünsche dir und deiner Frau für die Veränderungen, die an die Tür klopfen viel Inspiration, sie zusammen meistern zu können.
Herzliche Grüße,
Ulla
P.S. Ich habe das Buch von David Schnarch als Hörbuch. Es wird langsam wohl Zeit, mich mehr damit zu befassen.
Vicky_Rose hat geschrieben: Do 3. Mai 2018, 06:57 Ulla schreibt ganz viele wunderbare Sätze und ich kann jeden einzelnen nachvollziehen ...![]()
Für mich war in den letzten 20 Jahren Veränderung so ein wesentlicher Bestandteil, dass es für mich selbstverständlich geworden ist.
Nein, Veränderungen von zwei Menschen müssen nicht automatisch in die gleiche Richtung gehen und man muss sich auch nicht zwingend verändern.
Mein gedanklicher Ausgangspunkt war, sobald man in sich spürt, dass man sich nicht mehr in der Beziehung (oder in anderen Situationen) wohlfühlt, dann hat man keine andere Wahl als Veränderung zu bejahen so wie es sich für einen selbst gut anfühlt.
Denies und ich haben unterschiedliche Ströme der Veränderung, dennoch vertiefen sie unsere Beziehung/innere Verbindung immer wieder — und am Ende ist es wieder ein gemeinsames Flussbett, durch das wir zusammen geschmeidig strömen.
Wahrscheinlich deshalb, da wir spüren, wie wichtig es ist, dass jede so sein kann, wie sie eben ist.
Am deutlichsten kam das heraus als Denies ab Dezember 2016 einen Höhenflug hatte und ich ganz stark in einer Trauerphase war.
Präsent war die Transition von Denies und der ewige Konflikt zu meiner Familie. Das war zusammen so heftig, dass ich mir therapeutische Hilfe suchte. Meine Therapeutin regte bei einer Sitzung an, in der Denies dabei war, dass wir doch zusammen trauern können. Für Denies war das unmöglich zu diesem Zeitpunkt an dem gleichen Ort der Trauer zu sein wie ich. Im April 2017 war ich allerdings schon wieder soweit, ohne therapeutische Begleitung meinen Weg weiter zu finden.
In den letzten Monaten kam bei Denies der Trauerprozess hoch und ich hatte einen Höhenflug.
Doch da ich durch den Trauerprozess ziemlich durch war (Momente gibt es immer mal wieder, aber immer seltener), konnte ich Denies in dem Trauerprozess für sich selbst besser begleiten und anders präsent/für sie aber auch für mich da sein.
Es ist ein sehr seltsames Gefühl, wenn die Gemütszustände in einer Beziehung so weit auseinander triften.
Die Bedeutung war, einander loslassen und jeder ihren Prozess lassen zu können.
Das hatte auch ganz viel mit der gemeinsamen und gegenseitigen Abstimmung unserer jeweiligen Bedürfnisse zu tun, die natürlich auch bei uns sehr different sein können — aber so sehen wir es nicht.
Indem Denies mich nähen lässt anstatt zu erwarten, dass ich mit ihr Rad fahre und ich sie Rad fahren lasse, anstatt zu erwarten, dass sie sich meiner Aktivität anpasst — erfüllen wir einander unsere Bedürfnisse und tragen zum Wohlsein und Glück für einander bei.
In einem solchen gegengesetzten Prozess wie Trauer und Hochgefühl besteht sehr leicht die Möglichkeit, sich auch zu entfremden und sich von einander zu entfernen.
Ich stellte sie vor neue Herausforderungen, denn ich bin die erste Partnerin an ihrer Seite, die wirklich Verantwortung für sich übernimmt und auf ihre Art und Weise auch etwas für sich macht.
Und doch — fühlen wir uns stärker verbunden dadurch.
Sie half mir meinen kreativen Arbeitsbereich auf mich abzustimmen, eine Arbeitsplatte zu bauen, Regale und Lochwände anzubringen und auch wenn sie gerne mit mir unterwegs gewesen wäre, Rad fahren z. B. ließ sie mich kreativ sein.
Umgekehrt ließ ich sie ihren Fuhrpark für sich erweitern um Kick-Bikes, Inliner und Eislaufschuhe.
Unser Treffpunkt war dann meistens zusammen einen Pausenpunkt zu haben, gemütlich etwas essen/trinken, wobei wieder die neu gewonnenen Impulse und Gedankengänge ausgetauscht wurden, wir tolle Gespräche hatten.
Inzwischen ist es so, dass ich für mich die kreative Seite wieder mehr in Balance habe und wieder mehr mit ihr unterwegs bin.
Du hast recht, Denies und ich sind seitdem wir uns kennen, immer wieder neu gefordert. Sie sagt, dass ich auch nach 5 Jahren für sie noch unberechenbar bleibe und voller Überraschungen bin, aber auch umgekehrt — denn wir können einander frei sein lassen, sich selbst zu sein. Das inspiriert und lädt ein, die Neugierde zu pflegen.
Ich glaube noch nicht einmal, dass ich mich intensiv mit der Transidentität an sich auseinandergesetzt habe, sondern bei weitem mehr mit mir selbst, mit uns und unserer Beziehung.
Denn ich schrieb in unserem Thread über unser verändertes Leben, dass ich dadurch, dass sie nun als Frau lebt auf mich zurückgeworfen wurde.
Ihre Transition hielt einen Prozess in Gang, den ich schon vor 20 Jahren begonnen hatte, mich mit mir selbst auseinander zu setzen, um immer mehr ich selbst zu werden/zu sein.
Was immer Denies und ich in unseren Gesprächen an Aufgaben/Problemen oder Themen für uns sowie im Umgang mit anderen aufdecken, waren von ihrem Ursprung aus betrachtet noch nichts, das wir wirklich rein auf Transsexualität beziehen konnten sondern auf Menschlichkeit.
Vicky ich wünsche dir und deiner Frau für die Veränderungen, die an die Tür klopfen viel Inspiration, sie zusammen meistern zu können.
Herzliche Grüße,
Ulla
P.S. Ich habe das Buch von David Schnarch als Hörbuch. Es wird langsam wohl Zeit, mich mehr damit zu befassen.
Hingabe
Gedankenstille
Seelenfrieden
Gedankenstille
Seelenfrieden
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ExuserIn-2019-12-18
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Re: Gedanken zur Partnerschaft/Ehe/Beziehung
Na gut .....
Dann will ich nun doch auch mal was dazu schreiben, statt "nur"
zu posten ....
Für mich ist das Thema sehr spannend, da Ihr an einem Punkt seit, der für mich noch in weiter Zukunft scheint.
Es ist für mich ein bisschen wie ein Blick zurück, bevor Ihr Euch umdreht und weiter nach vorne schreitet.
So viele Gedanken und Einsichten .... einfach schön und auch Inspiration für mich und vielleicht auch uns.
Das Partnerschaften nicht zerschellen müssen, aber auch dass es eben nicht um Aufrechterhaltung einer Beziehung geht, sondern um die Fort-/Weiterentwicklung. Ich glaube wir können das auch schaffen, da wir
beide trotz Unterschiede das gleiche Grundverständnis haben.
Allerdings finde ich, dass die Thematik der Sexualität nicht zu vernachlässigen ist. Es ist eben für viele auch ein Grundbedürfnis oder sollte ich schreiben inneres Verlangen? Da kann man sich drehen und wenden wie man möchte. Und der Wunsch nach körperliche Nähe und Vereinigung ist dann doch auch oft der Unterschied zwischen Freundschaft und Beziehung.
Für mich war Sex und Partnerschaft immer miteinander verknüpft, während viele andere dieses durchaus trennen konnten. Durch die eigene Veränderung ist jetzt natürlich auch die Frage der Sexualität neu hochgespühlt. Und .... ich denke das muss wie alles andere (was ja schon beschrieben wurde) auch geklärt werden. Sicher geht das niemanden etwas an und auf die Idee danach zu fragen, ob jemand jetzt lesbisch, hetero oder schwul ist, würde ich persönlich wohl nicht kommen. Aber das Grundinteresse daran kann ich durchaus nachvollziehen.
Wie sich eine Beziehung entwickelt, ist sicher individuell und abhängig von den Personen und Ihren Lebensumständen. Für mich persönlich ist es wichtig immer gerne nach Hause kommen zu wollen und das Gefühl von Nähe und Wärme zu haben, wenn ich meine Frau umarme. dann öffnet sich jedes mal das Herz - auch, wenn es manchmal noch so schwer ist.
Ich wünsche Euch beiden alles Liebe und Gute für den weiteren Weg.
Eure Vanessa
Dann will ich nun doch auch mal was dazu schreiben, statt "nur"
Für mich ist das Thema sehr spannend, da Ihr an einem Punkt seit, der für mich noch in weiter Zukunft scheint.
Es ist für mich ein bisschen wie ein Blick zurück, bevor Ihr Euch umdreht und weiter nach vorne schreitet.
So viele Gedanken und Einsichten .... einfach schön und auch Inspiration für mich und vielleicht auch uns.
Das Partnerschaften nicht zerschellen müssen, aber auch dass es eben nicht um Aufrechterhaltung einer Beziehung geht, sondern um die Fort-/Weiterentwicklung. Ich glaube wir können das auch schaffen, da wir
Allerdings finde ich, dass die Thematik der Sexualität nicht zu vernachlässigen ist. Es ist eben für viele auch ein Grundbedürfnis oder sollte ich schreiben inneres Verlangen? Da kann man sich drehen und wenden wie man möchte. Und der Wunsch nach körperliche Nähe und Vereinigung ist dann doch auch oft der Unterschied zwischen Freundschaft und Beziehung.
Für mich war Sex und Partnerschaft immer miteinander verknüpft, während viele andere dieses durchaus trennen konnten. Durch die eigene Veränderung ist jetzt natürlich auch die Frage der Sexualität neu hochgespühlt. Und .... ich denke das muss wie alles andere (was ja schon beschrieben wurde) auch geklärt werden. Sicher geht das niemanden etwas an und auf die Idee danach zu fragen, ob jemand jetzt lesbisch, hetero oder schwul ist, würde ich persönlich wohl nicht kommen. Aber das Grundinteresse daran kann ich durchaus nachvollziehen.
Wie sich eine Beziehung entwickelt, ist sicher individuell und abhängig von den Personen und Ihren Lebensumständen. Für mich persönlich ist es wichtig immer gerne nach Hause kommen zu wollen und das Gefühl von Nähe und Wärme zu haben, wenn ich meine Frau umarme. dann öffnet sich jedes mal das Herz - auch, wenn es manchmal noch so schwer ist.
Ich wünsche Euch beiden alles Liebe und Gute für den weiteren Weg.
Eure Vanessa