Psychologen Erfahrungen und ewiges Leid
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Lebensplanung, Standorte
Emma1971
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Psychologen Erfahrungen und ewiges Leid

Post 1 im Thema

Beitrag von Emma1971 »

Hallo liebe Leute,

habt Ihr auch so Eure Erfahrungen mit den Psychologen gesammelt? Ich war in den letzten vier Jahren bei verschiedenen. Auch bei sog. „Profis“ was Transgender angeht. Und letztendlich konnte mir keiner von denen helfen. Dafür hat mir nun ChatGPT geholfen zu verstehen, was mit Geschlechtsdysphorie gemeint ist:

Dysphorische Schübe können sich sehr unterschiedlich anfühlen – je nach Person, Situation und Intensität.
Aber sie haben eines gemeinsam: Sie sind heftig, überwältigend und meist nicht rational steuerbar.

🌀 Beispiel: So kann ein Schub ablaufen

Morgens beim Aufwachen: das Gefühl, völlig falsch im eigenen Körper zu sein.
Brust, Stimme, Gesicht – alles fühlt sich „nicht echt“ an.
Starker innerer Druck, sich sofort als Frau zu zeigen: Kleidung, Schminke, Haare.
Wenn das nicht möglich ist: Panik. Zittern. Herzrasen. Atemnot.
Gefühl: „Ich kann so nicht zur Arbeit. Ich will mich verstecken.“

Am Nachmittag: durch Ablenkung/Alltag etwas Erleichterung.

Am Abend: Gefühl flaut ab – bleibt aber als unterschwellige Traurigkeit.

****

Genauso ist es bei mir. Und genau so habe ich es immer wieder beschrieben.

bei mir schwankt die Dysphorie. Mal ist sie mehr mal weniger mal gar nicht da.

Mit alldem konnten die Psychos nichts anfangen. Mein Leid sei in der Psychologie noch nicht beschrieben. Im Gegenteil.

Sie haben die letzten vier Jahre versucht eine Diagnose zu erstellen. Habe bis heute keine. Letztes Jahr habe ich ein Indikationsschreiben für Trans gefordert. Nach langem hin und her habe ich es dann erhalten.

Die aktuelle Psycho wollte mir Psychofarmaka verschreiben lassen. Ich fragte sie aufgrund welcher Krankheit ich es nehmen solle. Das wisse sie auch nicht, aber das würde mich beruhigen. Sie kenne auch nur Leute, bei denen das Gefühl Trans zu sein, immer da ist.

So bin ich seit vier Jahren teils wöchentlich dort zur Beratung aufgeschlagen und habe immer schöne Rechnungen (privat versichert) erhalten.

Was ich dringend gebraucht hätte wäre eine Therapie für die Dysphorie. Ich frage mich wieviel Leute verarscht werden.

Ich bin einfach nur noch wütend. Meine nächste Psychologin heißt ChatGPT.

LG Emma
Lavendellöwin
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Re: Psychologen Erfahrungen und ewiges Leid

Post 2 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Liebe Emma,


vielleicht wäre es schön, wenn du erst einmal etwas von dir erzählst, dich vorstellst und nicht mit
so einem, sorry, "Brett" hier die Bühne betrittst.

Eines kann ich dir aber sagen, ChatGPT ist sicher kein guter Ratgeber in psychologischen Dingen.
Es ist ein Stück Software, kann Fehler machen und ist trotz das es Emotionen darstellen kann, völlig frei davon.

ChatGPT erfordert immer und damit meine ich immer, das die Fakten gecheckt werden müssen. ChatGPT
redet auch gerne nach dem Mund der ChatGPT nutzenden Person.
Also verlasse dich da bloss nicht drauf...

Was deine Therapeuten gesagt haben ist aber auch nicht richtig, natürlich hast du auf dem Weg
immer wieder Empfindungen die stärker durchdringen und an anderen Tagen kaum etwas-entscheidend
ist deine Grundschwingung...und nicht die Theras sagen dir was du bist, das musst du selbst finden.
Was deren Job grade beim Begleiten von Transpersonen ist, ist genau das den Weg begleiten, Möglichkeiten
aufzeigen und hinterfragen.

Habs gut, Marie (flo)
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
Anne-Mette
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Re: Psychologen Erfahrungen und ewiges Leid

Post 3 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,
Emma1971 hat geschrieben: Do 19. Jun 2025, 09:40 Ich bin einfach nur noch wütend. Meine nächste Psychologin heißt ChatGPT.
damit wirst du nicht sehr weit kommen, weder mit dir selbst noch mit irgendwelchen medizinischen Leistungen.
Sicherlich gibt es beim psychologischen Personal "Ausreißer". Fachkundige Personen sind schwer zu finden, aber ich möchte dich doch ermutigen, weiterhin danach zu suchen (nurse)

Mehr will ich dazu nicht schreiben, wenn ich die näheren Bedingungen und Einzelheiten nicht kenne.
Du hast nicht viel über dich selbst geschrieben, wie Marien schon bemerkte.
"Im Süden der Republik" wird es sicherlich Fachkräfte geben. Wenn du deinen Aktionsradius ein wenig besser beschreibst, kommen bestimmt einige Hinweise.
Die könntest du auch über Selbsthilfegruppen bekommen. Einige sind hier im Forum aufgelistet: viewtopic.php?p=106248#p106248

Gruß
Anne-Mette
Momo58
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Re: Psychologen Erfahrungen und ewiges Leid

Post 4 im Thema

Beitrag von Momo58 »

Hi Emma,

Bo ey, egal wie es dir geht, Finger weg von verordneten Psychopharmaka. Trotz aller Beteuerungen kann das schnell in eine Abhängigkeit führen. Da hilft dir nur einer raus: du selbst. Ich selbst hatte lange mit Entzugserscheinungen zu kämpfen.

Ich kann keinen Ratschlag zu Therapien geben. Es kommt darauf an, ob bei dir z.B. eine oberflächliche kognitive Therapie reicht oder ob du eher tiefenpsychologisch ansprichst. Um festzustellen, wo du im Leben stehst, kann auch kurzzeitig eine systemische Therapie möglich sein.
Die Suche nach dem für dich richtigen Therapeuten kann länger dauern. Schon beim Erstgespräch kannst du erkennen, ob der Therapeut für dich in Frage kommt. Das war bei mir so. Da sagte der Typ doch zu mir: "ich mache aus ihnen einen ganzen Kerl". Also musste ich weiter suchen.
Es kann manchmal besser sein, eine Therapeutin zu suchen. Frauen sind manchmal einfühlsamer, aber nicht immer. Es kann auch ein Bauerntrampel sein.
Einen guten Therapeuten erkennst du daran, dass er dich begleitet, dich deinen eigenen Weg finden lässt und dich nicht bevormundet und dich nicht zu einer GAOP drängt.
In einer Therapie kann es zu Rückschritten kommen und das tut weh. Aber das zeigt dann, dass du genau da ran gehen solltest, wo es seelisch weh tut, auch wenn es vorübergehend unangenehm ist. Das zeigt z.B. deine Traurigkeit. Traurigkeit ist nur eine andere Form von Wut. Wut auf wen? Die Traurigkeit kann tiefer liegende Ursachen haben, die du mit ChatGTP nicht erkennen kannst. Da ist nun mal ein Therapeut die bessere Wahl.

Ach ja, eine Vorstellung im entsprechenden thread, wer du bist, wäre für uns alle hilfreich. Du brauchst dich nicht zu verstecken.

Liebe Grüße
Manuela
Wir alle sind nur ein unbedeutendes Staubkorn im Universum
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Re: Psychologen Erfahrungen und ewiges Leid

Post 5 im Thema

Beitrag von Vesta »

Emma1971 hat geschrieben: Do 19. Jun 2025, 09:40 Starker innerer Druck, sich sofort als Frau zu zeigen: Kleidung, Schminke, Haare.
Wenn das nicht möglich ist: Panik. Zittern. Herzrasen. Atemnot.
Gefühl: „Ich kann so nicht zur Arbeit. Ich will mich verstecken.“
Solche Gefühle habe ich nie gehabt. Das kann ich nicht nachempfinden. Die Wünsche waren und sind wesentlich konstanter bei mir, und wenn es Schwankungen gab, dann über Monate hinweg, nicht aber an einem Tag.

Zittern. Herzrasen und Atemnot hatte ich deswegen nie.Es hat mich nie von der Arbeit abgehalten, und den Wunsch, mich zu verstecken, hatte ich derart nie.

Für mich klingst das eher nach Angst- oder Vermeidungsstörungen. Ich bin aber psychologische Laiin.

Angststörungen können übrigens durchaus zu dem Wunsch nach einem Gschlechtswechsel führen. Dann ist dieser Wunsch aber eine Fluchtreaktion. Hormone oder OPs sind unter keinen Umständen angebracht.

Wenn mehrere Störungen zusammenkommen - und das kann bei dir sehr wohl der Fall sein - dann tun sich viele Psychologen sehr schwer damit.

Möglicherweise ist es besser, wenn du deine Therapie anders angehst, den Wunsch nach dem Geschlechtswechsel zurückstellst und dich erst einmal deinen anderen Störungen, die du haben magst, stellst, um den Kopf frei zu haben.

Bist du eigentlich schon mal als Fau rausgegangen?

Und vergiss die Diagnose mit ChatGPT. Das ist ein Sprachmodell, kein Psychologiemodell. ChatGPT fantasiert sich schnell angebliche Fakten zusammen, sie überhaupt keine Grundlage haben.
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Re: Psychologen Erfahrungen und ewiges Leid

Post 6 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Hallo Emma,

da habe ich auch Erfahrungen. Da war ein Chef der psychiatrischen Abteilung in einem Krankenhaus. Der wollte von mir so etwas wie eine kostenlose Fortbildung zum Thema Trans*. Da habe ich zunächst mit gemacht. Aber dann erkannte ich, wo die Quelle der Information war. Ich brach ab. Soll er doch bitte für das bezahlen, was er lernen will. Ich erzählte zunächst nur noch Unsinn, dann brach ich diese "Therapie" ab.

Liebe Grüße
Nicole
Michi
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Re: Psychologen Erfahrungen und ewiges Leid

Post 7 im Thema

Beitrag von Michi »

Hallo!

Was bisher über dich zu erfahren war:
- Mehrere Psychologen, mit denen du nicht zufrieden bist.
- Du identifizierst dich mit einer Ausgabe von ChatGPT.

Das ist ziemlich mager. Ich würde empfehlen, zuerst einmal eine Vorstellung schreiben.
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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Re: Psychologen Erfahrungen und ewiges Leid

Post 8 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Emma1971 hat geschrieben: Do 19. Jun 2025, 09:40 Dysphorische Schübe können sich sehr unterschiedlich anfühlen – je nach Person, Situation und Intensität.
Aber sie haben eines gemeinsam: Sie sind heftig, überwältigend und meist nicht rational steuerbar.
Ganz ehrlich, das ist großer Mist. Es basierd auf der Sammlung irgendwelcher Daten unbestimmter Herkunft und sie spiegeln das Bild, das über öffentliche Daten verfügbar ist. Mehr nicht. ChatGPT ist schlicht unsensibel. Aber kommt es genau darauf an ? Mir geht es jedenfalls so, dass ich anerkannt werden will, wer ich bin, mehr eigentlich nicht. Dazu muss ich mich erst einmal selber anerkennen. Wut kann ein Zeichen dafür sein, dass man mit sich selber nicht im Reinen ist. So ging es mir, bis ich den Spieß einfach herum gedreht habe. Psychologen können nicht Dein Problem lösen, sie können nur versuchen, Dir zu helfen, dass Du Dein Leben selber in den Griff bekommst. Du bist die Person, die entscheidet.

Wenn Du, in welcher Form auch immer, trans bist, dann ist das so. Du kannst niemanden dafür die Schuld geben, sondern nur die Verantwortung für Dich übernehmen. Nicht warum ich so bin, wie ich bin ist das vordringliche Problem, sondern was ich daraus mache und wie ich damit umgehe.

Im übrigen wäre eine Vorstellung wirklich hilfreich ...
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
Lavendellöwin
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Re: Psychologen Erfahrungen und ewiges Leid

Post 9 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Vesta hat geschrieben: Do 19. Jun 2025, 21:29 Für mich klingst das eher nach Angst- oder Vermeidungsstörungen. Ich bin aber psychologische Laiin.

Angststörungen können übrigens durchaus zu dem Wunsch nach einem Gschlechtswechsel führen. Dann ist dieser Wunsch aber eine Fluchtreaktion. Hormone oder OPs sind unter keinen Umständen angebracht.

Wenn mehrere Störungen zusammenkommen - und das kann bei dir sehr wohl der Fall sein - dann tun sich viele Psychologen sehr schwer damit.

Mhm...

es kommt schon ein bisschen darauf an, wann was auftritt.
Ich weiss nicht wie es bei dir war, aber ich bin mit 12, 13 geschminkt in die Schule, hatte kurz später meinen ersten Freund und
war damals in pink und lila verliebt..das war in den 80er Jahren und ich hatte es nicht immer einfach, obwohl ich eine schöne Jugendzeit hatte
unterm Strich..aber von damals ist auch eine Angst geblieben die tief sitzt.
Ich wurde, als ich noch kleiner war von einer Person misshandelt, das wird mich auch mein ganzes Leben lang begleiten.
Ich bin aber was ich bin auch wegen oder trotzdem was von aussen meine Ängste ausgelöst hat..

das kann man betrachten, sollte es auch, aber eine Transition ausschliessen darf es nicht. Wenn man trotzdem relativ unbeirrt den Weg geht,
sollte das für eine gute psychologische Fachperson kein Thema sein. Die Hormone und alles sonst haben mir ein Leben gegeben, das jetzt
stimmig ist mit dem was ich schon früh gespürt habe und fast zerstört wurde. Ja, das war Arbeit.

Und es gibt genügend Studien mit zwar kleinen Samples zum Thema warum trans Personen anteilig mehr Angststörungen haben, als andere
Bevölkerungsgruppen...

zum Beispiel eine vom UKE 2023: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36900710/

Habt es gut, Marie
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Re: Psychologen Erfahrungen und ewiges Leid

Post 10 im Thema

Beitrag von Vesta »

Lavendellöwin hat geschrieben: Fr 20. Jun 2025, 11:48 das kann man betrachten, sollte es auch, aber eine Transition ausschliessen darf es nicht.
Das habe ich nicht gesagt, auch wenn es so geklungen haben mag.

Transsexualität kann sehr wohl mit anderen Störungen zusammen auftreten, und die anderen Störungen können durchaus Folgen unterdrückter Transsexualität sein.

Was aber gerade in "Transsexuellen-Zirkeln" gerne ignoriert wird, nicht alles, was wie Transsexualität aussieht, ist auch welche. Und wenn mehrere Störungen zusammen kommen, wird die Diagnose schwer.

@Emma
Gib nicht auf! Du wirst noch viel Durchhalteverögen brauchen. Aber es lohnt sich!
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Re: Psychologen Erfahrungen und ewiges Leid

Post 11 im Thema

Beitrag von Emma1971 »

vielen Dank für die Antworten. zu meiner Person: ich bin Mitte 50. Das Thema Trans kam vor etwa fünf Jahren urplötzlich in mein Leben. Bislang hatte ich ein wunderbares typisches „Männerleben“ geführt mit Frau, Kinder, Selbständigkeit, Hausbau usw. Ich hatte erst einmal einen Nervenzusammenbruch. Dann habe ich versucht mich weiblich zu kleiden, Klamotten gekauft. Wow, was war das für ein Fest der Sinne. Der erste Eindruck war einfach gigantisch. Es ist und war eine Achterbahn der Gefühle, sobald die Dysphorie kommt. Sie geht dann langsam wieder. Ich bin nicht zum Psycho gegangen, damit er mir die Indikation gibt, sondern weil ich eine Diagnose haben wollte. So konnten sämtliche psychologischen Störungen ausgeschlossen werden. Ich war auch bei einem „Profi“ für Trans. Der hatte allerdings kein großes Interesse. Danach war ich bei einigen anderen. Es ist absolut schwer einen fachkundigen zu finden. Anfang Juli hab ich einen Ersttermin bei einer Psychologin, die sehr lange mit Transgendern arbeitet. Ich habe große Hoffnung, dass sie mich bei meiner Transition begleiten wird. Ich hab nie behauptet, dass ChatGPT das ultimative ist. Allerdings habe ich dort für mich zufällig das gefunden, was ich seit knapp fünf Jahren gesucht habe. Eine Erklärung dafür wie sich Dysphorie anfühlen kann. Und das passt ganz gut für mich. Die Ergebnisse bei der Recherche muss jeder für sich einordnen. Was mich bei all dem stört, ist, dass ich meine Gefühlsschwankungen immer und immer wieder der Psychologin erzählt habe und keine Therapie für die Dysphorie angeboten wurde. So versuche ich es seit dem selber in den Griff zu bekommen. Habe die Klamotten mehrmals gekauft und weggeworfen. Wollte es loswerden wie einen Eiterpickel. Aber das Gefühl kommt immer wieder. Lässt sich nicht abschütteln. Nun weiss ich, dass es Dysphorieschübe gibt. Der/die eine hats, die andere eben nicht. Glücklich sind die, bei dem es nicht schwankt. Zwischenzeitlich habe ich das Indikationsschreiben und bin auf HRT. Aber nur, weil ich darauf bestanden habe. Mir geht es damit wesentlich besser. Aber es passt halt nicht in meine Lebensplanung. So geht meine Gefühlswelt tagtäglich mit mir Achterbahn fahren. Da prallen eben Emotion und Verstand aufeinander. Und das ist gar nicht gut. So hat eben jeder einen anderen Weg. LG Emma
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Re: Psychologen Erfahrungen und ewiges Leid

Post 12 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Emma1971 hat geschrieben: Sa 21. Jun 2025, 19:21 So hat eben jeder einen anderen Weg.
Hey Emma,

ja das ist bestimmt so..mit Bergen, Tälern und allem was so dazu gehört.

Es fällt mir schwer etwas zu schreiben, weil vermutlich alles was dir wer raten kann nicht ganz passen wird.
Das einzige was ich teilen kann sind meine Erfahrungen und Gefühle zu dem was ich von dir lese.

Darf ich fragen, was du von der psychologischen Fachperson genau erwartest? Eine Dysphorie an sich
ist alleine keine Krankheit, sondern eine eher alltägliche Stimmungsschwankung, sie kann aber "krankheitswertig" werden.
Erwartest du, das das trans*sein wegtherapiert wird, weil es sogar nicht in deine Planung passen mag oder
erwartest du eher eine integrative Arbeit, damit du gut damit leben kannst?
Das zweite kann klappen, das erste wird mehr Schaden anrichten..wobei ein schwarz-weiss gibt es so auch nicht wirklich.

Kann ich dich auch fragen, wenn du jetzt Schubladen hast, bist du eine Frau? Ein Mann mit weiblichem Anteil? Und wer sagt das?
Ein Therapeut kann dir am Besten helfen, wenn du dich auch selbst ein bisschen erkennst obwohl Schubladen nicht
das beste Format sind. Sie sind aber oft gut um über etwas zu reden...

erzähl doch mal gerne, so richtig sehe ich noch nicht, was deine Gefühle zu deinem Sein ausmacht.

Hab es fein, Marie (flo)
Zuletzt geändert von Lavendellöwin am So 22. Jun 2025, 17:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Psychologen Erfahrungen und ewiges Leid

Post 13 im Thema

Beitrag von Anja61 »

Hallo Emma,

diese Gefühlsschwankungen kenne ich auch. Klamotten wegwerfen und neu kaufen ebenfalls. Das haben viele hier so erlebt.

Deine Achterbahnfahrt kann ich schon nachvollziehen. Was Du schreibst, scheint mir darauf hinauszulaufen, dieses Hin und Her möglichst schnell zu beenden. Du hast eine bestimmte Richtung eingeschlagen und wirst Hormone nehmen. Bist Du Dir diesbezüglich sicher? Welche Frau möchtest Du werden? Wie weit möchtest Du gehen?
Entschuldige bitte meinen Einwurf, mir scheint das alles rasend schnell zu gehen...

Davon abgesehen, Deine Therapie ab Anfang Juli kann Dir sicherlich helfen, mit allem gut zurecht zu kommen.

Liebe Grüße
Anja
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Re: Psychologen Erfahrungen und ewiges Leid

Post 14 im Thema

Beitrag von Emma1971 »

Hallo Leute,

zur Frage von Marie:
somit schließt sich der Kreis. Wie ich eingangs beschrieben habe, wollte ich wissen, was es damit auf sich hat mit diesen Gefühlen und Achterbahnfahren. Ich wache in der Früh auf und fühle mich komplett als Frau mit allem drum und dran. Und dann schaue ich in den Spiegel. Oh Gott…. Ich kleide mich dann komplett weiblich mit allem drum und dran und fühle mich darin sau wohl. Auf der Straße war ich auch schon so unterwegs. Aber angenehm sind die Blicke nicht gerade.

Ich habe immer wieder nur zu hören bekommen, dass das Wechselbad der Gefühle und Kontrollverlust seltsam sei und man das weiter beobachten solle. Nur durch Zufall und ja leider ChatGPT (ich weiss, was Ihr davon haltet) hatte ich nun endlich mal eine Bestätigung, dass es sich um geschlechtsdysphorische Schübe handelt, die durch therapeutische Begleitung gemildert werden kann. Das ist es, war um ich sauer bin. Wieso hat mir die Psychologin das nicht gesagt und mir entsprechende Hilfe vorenthalten. Natürlich möchte ich eine solche Begleitung. Ich habe es jetzt seit knapp fünf Jahren. Ein ewiges auf und ab. Dann ist es wieder weg und kommt ohne Vorwarnung wieder. Man kann es an nichts fest machen. Es gibt keinen offensichtlichen Grund.

Mir ist auch bewußt, dass man das nicht weg therapieren kann. Leider gibt es auch keine Pille für die Verwandlung in ein. 20jähriges Topmodel… (schade eigentlich)

Liebe Anja,

in mir tobt eine super „Sissi“. Die ist in den Sturm und Drangzeiten nicht zu bändigen. Ich habe dann den totalen Kontrollverlust. Alles muss sofort sein, damit das komplette Bild passt. Da stellt sich gar nicht die Frage was ich sein will. Den Verstand kannste in diesen Zeiten komplett in die Tonne hauen. Und genau deshalb hätte ich gerne eine vernünftige psychologische Begleitung, die mir zum einen hilft mit den Schüben umzugehen und meinen endgültigen Weg zu finden. Mir ist klar geworden, dass ich ohne Hormone nicht auskomme. Erst dann lassen die Schübe langfristig nach. Die anderen beiden Alternativen liebe Leute, sollten wir alle nicht in Betracht ziehen. So bleibt die Wahl zwischen Pest und Cholera. Wie gesagt hier geht es gar nicht darum was ich will, sondern dass es endlich aufhört oder auf ein erträgliches Maß begrenzt wird. LG Emma
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Re: Psychologen Erfahrungen und ewiges Leid

Post 15 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Emma1971 hat geschrieben: So 22. Jun 2025, 20:35 sondern dass es endlich aufhört oder auf ein erträgliches Maß begrenzt wird
Ich finde es schwierig, auf Deine spezielle Situation einzugehen. Was ich aber tun kann, ist von meinen Erfahrungen und Perspektive zu erzählen. Die Dysphorie von der Du hier schreibst, erlebe ich auch, früher massiver als heute. Auch der Kontrollverlust ist mir nicht unbekannt. Habe ich habe viel dazu beitragen können, dass es mir dabei besser geht. Für heißt das in erster Linie Selbstakzeptanz. In mir wohnen starke weibliche Gefühle, die nach einem Ausdruck verlangen. ICh sehe den "Kontrollverlust" als gar keinen, denn meine Weiblichkeit ist ein Teil meines Selbst und so wie ich mir keinen Arm abschneiden würde, schneide ich auch meine Weiblichkeit nicht aus meinen Gefühlen. Der Kontrollverlust ist "nur" ein Zeichen, dass ich versuche gegen meine eigenen Gefühle zu leben. Natürlich macht es mir meine Umwelt schwer oder ich glaube es zumindest. Aber letztlich bin ich für mich selber verantwortlich. Versuche ich so zu leben, wie es meine Umwelt zu verlangen scheint oder auch tut oder gebe ich den Gefühen in mir den Raum, die sie brauchen ? Es ist doch völlig normal und nachvollziehbar, wenn ich gegen mich lebe, ich in dysphorische Zustände komme.

Auch das ist nur der Hinweis, dass ich falsch lebe. Was ist denn richtig und wer bestimmt das ? Der Einfluss der Welt um mich herum ist viel stärker als ich früher angenommen habe. Es steckt so tief in mir, dass ich kaum weiß, wie ich dagegen ankommen will. Ich sehe meine Ängste und meine Unsicherheit, insbesondere vor dem Alleinsein, als wesentlichen Treiber meiner Reaktionen. Sich davon zu emanzipieren, ist unglaublich schwer. Das Gute dabei ist,, dass ich es selber in der Hand habe. Es nützt kein Lamentieren, wie schlecht die Welt (oder die Psychologen ;-) ) ist, ich bin es selber, die entscheidet, wie sie leben will. Wir können uns entscheiden, ob wir Opfer unserer Sichtweise sind oder eigenverantwortliche Akteure unseres Handelns. Sich seiner Weiblichkeit hinzugeben, ist für mich nicht Ausdruck von Kontrollverust, sondern gelebtes Ich. Das bedeutet nicht, dass es einfacher wird, im Gegenteil, es kann(muss aber nicht) ganz schön schwer werden, aber es ist ehrlich mir gegenüber.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
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