Warum tolerieren Ehefrauen das CD des Partners nicht?
Warum tolerieren Ehefrauen das CD des Partners nicht?

Intergeschlechtliche Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
Ulrike-Marisa
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Warum tolerieren Ehefrauen das CD des Partners nicht?

Post 1 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

Moin zusammen,
ich möchte die Frage der Toleranz des Crossdressings durch die Ehefrau/Partnerin einmal anders herum stellen, da ich zu Hause dieses Problem habe und versuchen möchte die tieferen Gründe für die Ablehnung des Themas durch meine Frau zu beleuchten und mehr darüber zu erfahren.
In anderen Themen dieses Forums ist ganz viel und umfassend geschrieben worden, warum CD durch die Partnerin toleriert und mitgetragen wird und unter welchen Bedingungen das funktionieren kann und auch tut. Das ist natürlich immer von den jeweiligen Gegebebheiten der Partnerschaft/Ehe abhängig und nicht übertragbar.
Von meinem Outing als mögliche TS vor einem Jahr war meine Frau nach 34 Jahren Parnerschaft geschockt und mehr als unangehm berührt, obwohl sie schon immer meine weiblichen Anteile wahrgenommen und geschätzt hat. Nur nicht so und in dieser Form! Sie hat einen Mann geheiratet und sie spricht mir jegliches Frausein kompetenzmäßig ab und sagt, das dass wohl eher Midlifecrisisgetue nach dem Auszug unserer beiden Söhne sei. Mit dem Thema selbst möchte sie sich nicht weiter belasten und lehnt auch tiefere Diskussionen und Informationen darüber ab und wirft mir Unehrlichkeit von Anfang unser Beziehung an vor; sie meint, wenn es denn so wäre, wie ich nun sein möchte, dann hätte ich das damals schon sagen sollen und nicht erst jetzt, wo das Leben sozusagen auch altersmäßig für uns gelaufen ist. Sie stellt die Frage, was sie denn davon hätte, wenn ich als Frau gehen würde und sie meint, dass das für sie unerträglich wäre das Gerede im Dorf etc. mal ganz davon abgesehen, dass sie keine Frau neben sich im Haus haben möchte. Allein aus Selbstschutzgründen lehnt sie jede Veränderung des Status Quo ab und wünscht keinerlei außenwirksame Veränderungen an mir. Sie hat mich auch schon als Frau (siehe Bild) gesehen und weiss, dass ich gerne DW trage; trotzdem stören sie meine langen Haare und mein ganzes Getue, wie sie sagt. Wenn ich nun unbedingt mich verändern wollte, dann täte das auf eine Trennug hinauslaufen. Sie könne zwar meine Beweggründe akzeptieren und sie würde mich auf dem Weg auch begleiten aber nicht mit mir zusammen in einem Haus mit allen daraus folgenden Konsquenzen, d.h. die Zerstörung unseres bisherigen gemeinsamen Lebens.
Das so mal als Grundinformation...in der Hoffnung neue Aspekte zum Thema erfahren zu können...

Liebe Grüße, Ulrike-Marisa (so) (wo) (flo)
Julia65

Re: Warum tolerieren Ehefrauen das CD des Partners nicht?

Post 2 im Thema

Beitrag von Julia65 »

Tja, das scheint ganz darauf hinauszulaufen, dass du dich entscheiden musst.
Entweder den TS-Weg gehen, dann aber nur mit deiner Frau als Freundin oder Begleiterin. Oder alles bleibt beim Alten, mit allenfalls eingebauten "Frauen"-Tagen, also Teilzeitfrau.
Jeder Mensch ist ein Individuum. Daher denke ich, dass es sowohl Menschen gibt, die eine Transidentität des Partners gut akzeptieren können und sogar fördern können ohne dass die Beziehung leidet, ja sogar aufblüht, wie ich auch glaube dass es Menschen gibt, die an einer Transidentität des Partners zerbrechen. Sicherlich kann man mit Einfühlsamkeit und Beharlichkeit einiges fördern, z.B. Akzeptanz und Verständniss, aber keinen Menschen komplett umdrehen.
Ich glaube, es ist für dich selber sehr wichtig, herauszufinden, wie weit dein Empfinden diesbezüglich geht. Kannst du dich damit arrangieren, weiterhin als Mann zu leben und nur Gelegentlich dem Drang Frau zu sein nachkommen? Oder wird der innere Druck so gross, dass es unabdingbar für dich wird dein ganzes Leben als Frau zu leben? Ich glaube, diese Frage zu klären, dürfte für dich eine der dringlichsten sein.
Lieben Gruss und alles Gute
Julia
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Re: Warum tolerieren Ehefrauen das CD des Partners nicht?

Post 3 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

das ist in der Tat eine sehr schwere Hypothek.
Leider ist es so, dass Du es nur zusammen mit Deiner Frau klären kannst. Wenn sie allerdings schon Klärungs- und Gesprächsversuche als Angriff und als "Anfang eines von ihr nicht gewünschten Weges" sieht, hast Du kaum andere Möglichkeiten, als Dich zwischen 2 Übeln zu entscheiden: entweder Trennung mit allen schon von Dir angesprochenen Konsequenzen - oder aber "heimlich, still und leise" zu bleiben.
Mit der Unterstützung, die Du hier sicherlich bekommst, wirst Du nicht viel anfangen können, sind doch die meisten Menschen hier positiv vorgeprägt (?) und wohlwollend.
Du könntest Dich in einem Frauen-Forum, z.B. BRIGITTE anmelden und dort mal fragen, wie (allgemeine) Frauen das sehen, aber ich fürchte, dass Dir die Antworten dort auch nicht weiterhelfen.
Es gab da schonmal Fragen dieser Art - und auch Fragen von Frauen, die ihren Mann "erwischt haben". Die Meinungen waren breit gefächert und lassen keine Übertragung auf eigene Verhältnisse zu.
Wenige Frauen lehnen solche Menschen wie uns (Trans* und Crossdresser) krass ab: "Ich habe ihn gleich rausgeschmissen; Fremdgehen hätte ich mir ja noch gefallenlassen, aber so etwas - das ist ja fast so schlimm wie ein Kinderschänder".
Sicherlich sind die Konsequenzen für eine Partnerschaft sehr unterschiedlich, wobei die Außenwirkung in jedem Fall "auffällig" ist.
Manche Frauen haben einen Mann geheiratet, wollen diesen nur oder überwiegend als Mann haben und mit diesem auch Mann-Frau-Sex erleben.
Ist es für Crossdresser noch möglich, diesen Ansprüchen zu genügen, ist es bei transidentischen Menschen, die "den ganzen Weg gehen" unmöglich. D.h., die Partnerin wird, wenn die Beziehung bestehen bleibt, ihr Sexualverhalten (sofern das (noch) eine Rolle spielt) ändern müssen und hat eine ganz neue Orientierung. Viele werden sagen: "ich wollte nie lesbisch sein - ich habe mich nie als Lesbe gesehen".
Aber man kann sicherlich auch Glück haben und sich weiterhin wunderbar lieben und ergänzen.

So, schwenk zurück auf "Frauen fragen" und "Frauenforum".
Viele werden sagen - und das haben wir auch schon oft angesprochen: "natürlich bin ich tolerant, ich akzeptiere Homosexuelle, Trans*-Menschen, Crossdresser... aber nicht in meinem Haus/unter meiner Bettdecke".
Die Frauen, die gerne mit "Menschen wie wir es sind" zusammenleben wollen, sind meiner Meinung nach nicht oft zu finden. Unter denen gibt es jedoch sogar einige, die die Veränderung ihres Mannes genießen und gut finden.
Allerdings kann eine lang gewachsene Partnerschaft so viel Potenzial haben, neue Wege zu gehen und die Partnerin wird sich zusammen mit ihrem Mann auch ändern.
Aber das sieht bei Dir im Moment nicht so aus.
Ich finde bedauerlich, dass schon Wege zur Findung, also das Inanspruchnehmen einer Beratung zum Ende der Beziehung führen können. So viel sollte man seinem Partner doch wohl zubilligen.

Herzliche Grüße
Anne-Mette
Ulrike-Marisa
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Re: Warum tolerieren Ehefrauen das CD des Partners nicht?

Post 4 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

Hallo Julia und Anne-Mette,

mir geht es bei meine Frage darum, ein tieferes Verständnis für die Ablehnung meiner Wünsche und Gefühle durch meine Frau zu finden. Mir ist klar und das sagt sie auch so, dass ich derjenige bin, der die jetzigen Probleme in die Partnerschaft getragen hat. Daher auch ihre Gegenfrage, was sie denn davon hätte, von etwas, das sie nicht will und nicht verstehen und tolerieren kann. Die Forderung einer Entscheidung, welchern Weg ich gehen kann und will täte eine sichere Begründung voraussetzen, was nun mit mir los ist. Dazu kommen die zu erwartenden Folgen menschlicher und wirtschaftlicher Art bei der unvermeidlichen Trennung, wenn ich den Weg zur Frau einschlagen würde, mal davon abgesehen, dass meine Kinder das auch nicht verstehen würden, wie sie mir sagten. So schwanke ich ständig zwischen den Gefühlen hin und her und kann es eigentlich nur ertragen, weil ich schon ein langes Leben hinter mir habe und immer ohne es auch direkt zu wissen mit der Problematik gelebt habe, dem Status Quo, wie er zur Zeit bei uns herrscht; d. h. ich nutze meine persönlichen Freiräume, um meinen Gefühlen als Frau Ausdruck zu geben ohne meine Frau damit zu belästigen über das schon bekannte Maß hinaus. so eine lange Partnerschaft wie bei uns lehrt schon Dinge zu ertragen und mit vielfältigen Problemen zu leben und umzugehen. Vielleicht hilft die Zeit da doch weiter, um zu erträglichen Lösungen zu kommen und weitere Entwicklungen zu ermöglichen. Die Angst vor Veränderungen ist allgegenwärtig, vermutlich bei uns beiden. Um genau herauszufinden, was bei mir los ist, müsste ich mich wohl schon in Behandlung begeben und das ist auch etwas, was meine Frau vermutlich fürchtet und zwar das Ergebnis, wie immer es sein mag. So versuchen wir/ich das Leben erst einmal so weiterzuführen wie es unter den gegebenen Umständen möglich ist, ohne den Partner weiter zu beeinträchtigen. Alles nicht einfach und kräftezehrend auf Dauer....aber es hängt eben viel dran...


LG, Ulrike-Marisa
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Re: Warum tolerieren Ehefrauen das CD des Partners nicht?

Post 5 im Thema

Beitrag von Marielle »

Hallo Uli, Guten Tag zusammen,

es scheint mir unmöglich die Beweggründe deiner Frau von aussen zu erkennen. Dazu wurde vorstehend auch schon alles gesagt, (m)eine Ansicht zu deiner Frage steuere ich aber gern bei.

Du hast ein paar Aspekte gebracht die ich wichtig finde:
Mir ist klar und das sagt sie auch so, dass ich derjenige bin, der die jetzigen Probleme in die Partnerschaft getragen hat


Stimmt. Und damit ist es auch dein Job daran zu arbeiten, nicht ihrer. Jedenfalls nicht als der aktive Part der selbständig versteht und fördert.
... dass meine Kinder das auch nicht verstehen würden, wie sie mir sagten
So wie Nachbarn und andere es eventuell auch nicht verstehen.
... und sie meint, dass das für sie unerträglich wäre das Gerede im Dorf
Der Punkt daran ist aus meiner Erfahrung dieser: SIE müsste sich in EUREM Umfeld für DEIN Verhalten, das wohl unstreitig nicht mehrheits-üblich ist*, rechtfertigen oder mindestens erklären. Unterschätze bitte nicht, dass es für viele Menschen SEHR schwierig ist sich mit gradem Rücken einer eingefahrenen Mehrheit auch nur soweit "entgegenzustellen" wie es solche Erklärungen erfordern. Dabei reicht auch die Befürchtung auf ihrer Seite, dass es so sein könnte, weil der Beweis dazu auf einen Versuch rausläuft der nicht rückgängig zu machen ist.

Nachdem was du an verschiedenen Stellen über dich und euch gesagt hast, sehe ich einen Aspekt in deinem Tun der m.E. kritisch ist. Sei mir nicht böse deswegen, du hattest gefragt ;)

Sie hat nicht den von CPG erwähnten absoluten Nullpunkt angesteuert und sich umgehend getrennt. Es gibt dafür irgendwelche Gründe oder mindestens irgendeinen Grund. Sie weiss davon, lässt dich machen (wenn auch sehr begrenzt), aber sie trennt sich nicht von dir. Daneben weisst du absolut sicher, dass es ihr SEHR wichtig ist, dass dein Tun nicht in eurem direkten Umfeld bekannt wird ... tust aber genau das. Dein Hobby übst du nun nicht grade weit weg von deinem Wohnort aus und die Leute aus dem zugehörigen Verein kennen dich, deine Frau und dein Umfeld.

Mal aus ihrer Sicht: Sie hat, sagen wir mal, eine Bitte geäussert, die du ignorierst. Was erwartest du als Reaktion darauf? Verständnis? Mitgefühl? Ich finde es nicht soooo verwunderlich, dass sie daraufhin abblockt. Ich hoffe du siehst mir die direkte Aussage nach.

Gut, vielleicht kannst du nicht anders handeln, weil Ulrike raus muss. Dann geht es m.E. aber tatsächlich an die Substanz deiner Person als Mann und damit an die Substanz eurer Beziehung, die deine Frau eben (mit Recht) als hetero-Beziehung sieht.

Es ist meiner Meinung nach deine Aufgabe herauszufinden was mit DIR los ist, jedenfalls deinen momentanen Stand festzustellen, und das dann zu kommunizieren. Btw.: Du schreibst das sie seit einem Jahr davon weiss. Meine Frau weiss seit fast 10 Jahren davon und wir finden noch heute, trotz und wegen intensiven Austausches gelegentlich neue Aspekte daran.


Nichts für ungut, ich will wirklich nur bei deiner Frage helfen.

Gruß

Marielle



*) es laufen halt noch nicht allzu viele Männer draussen in Röcken herum
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
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Re: Warum tolerieren Ehefrauen das CD des Partners nicht?

Post 6 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

Ich glaube, dass sich viele Partnerinnen von uns sehr schwer tun dies alles zu verstehen gar zu aktzeptieren. Wie schon gesagt, werden viele auch innere Ängste haben, wie der weitere Weg denn aussehen mag. Ich finde, dass man an der Situation wahrscheinlich wenig ändern kann. Zu tief sitzt bei der einen oder anderen noch ihr Rollenverständnis.
Einige haben rieeeeesen Glück, dass ihre Partnerin damit "zurechtkommt"; es vielleicht sogar versteht, gar unterstützt. Zu den letzteren gehört meine Frau mit der ich seit langer Zeit ein neues, intensives und glückliches Leben führen kann.
LG
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Re: Warum tolerieren Ehefrauen das CD des Partners nicht?

Post 7 im Thema

Beitrag von Aria »

Ohne den ganzen Fred gelesen zu haben, muss ich sagen, dass ich das ganz gut verstehen kann. Stell dir ma vor, deine Frau würde
lieber Männerklamotten anziehen, sich einen Bart wachsen lassen, in die Mucki-Budi gehn, sonntags aufn Sportplatz gehn, ungeniert
rülpsen, furzen und sich am Arsch kratzen. Wo wäre denn da deine Toleranzgrenze?
¡no lamento nada!
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Re: Warum tolerieren Ehefrauen das CD des Partners nicht?

Post 8 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,
Ohne den ganzen Fred gelesen zu haben
kommst Du zu so einer Folgerung:
Stell dir ma vor, deine Frau würde
lieber Männerklamotten anziehen, sich einen Bart wachsen lassen, in die Mucki-Budi gehn, sonntags aufn Sportplatz gehn, ungeniert
rülpsen, furzen und sich am Arsch kratzen. Wo wäre denn da deine Toleranzgrenze?
Irgendwie fehlt mir da: (smili) )))(: oder :mrgreen:

Dann ist das wohl ernst gemeint?
Eigenartiges Männerbild - oder Thema verfehlt, würde ich mal sagen (smili)
Wäre ja auch kein Wunder, wenn Du den Fred nicht ganz gelesen hast und überhaupt nicht so recht weißt, um was es geht.

Gruß
CPG
Aria
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Re: Warum tolerieren Ehefrauen das CD des Partners nicht?

Post 9 im Thema

Beitrag von Aria »

cpg hat geschrieben:Moin,
Ohne den ganzen Fred gelesen zu haben
kommst Du zu so einer Folgerung:
Stell dir ma vor, deine Frau würde
lieber Männerklamotten anziehen, sich einen Bart wachsen lassen, in die Mucki-Budi gehn, sonntags aufn Sportplatz gehn, ungeniert
rülpsen, furzen und sich am Arsch kratzen. Wo wäre denn da deine Toleranzgrenze?
Irgendwie fehlt mir da: (smili) )))(: oder :mrgreen:

Dann ist das wohl ernst gemeint?
Eigenartiges Männerbild - oder Thema verfehlt, würde ich mal sagen (smili)
Wäre ja auch kein Wunder, wenn Du den Fred nicht ganz gelesen hast und überhaupt nicht so recht weißt, um was es geht.

Gruß
CPG
Muss ich denn das immer? Ist der Titel denn nicht schon aussagekräftig genug um dazu seine Meinung zu schreiben
ohne erst eine halbe Stunde gelesen zu haben? Das war sinnbildlich gesprochen und eine ernst gemeinte Frage.
Ich fände es jedenfalls nicht gut, wenn meine Frau sich einen Damenbart wachsen lassen würde und sich wie ein Kerl
benehmen würde. Sicher kann jeder machen was er will, doch dann eben ohne mich.
Genau das gleiche gewähre ich meiner Partnerin auch. Wenn sie es nicht möchte, muss ich das w.o.ü akzeptieren und
es muuss entweder ein Konsens gefunden werden oder man geht eben getrennte Wege. So einfach ist das manchmal.
¡no lamento nada!
Ms-Hexe

Re: Warum tolerieren Ehefrauen das CD des Partners nicht?

Post 10 im Thema

Beitrag von Ms-Hexe »

Hallo zusammen!

Verfolge nun schon seit ca einem Jahr eure Gespräche... Bis vor ein paar Wochen, war ich noch recht "offen", weil ich mir erst mal ein Bild machen wollte.
Mein Freund ist 17 Jahre jünger, als ich und er hat sich vor ca. 3 Jahren zum 1. Mal so gezeigt. Gut, ich war geschockt :shock:
Traute meinen Augen nicht! Er kam rein (ich musste ne halbe Ewigkeit warten) und dann war ich für's erste mal fix und fertig....

Dazu muß ich sagen, daß ich sehr eitel bin und man mir (auch Dank ihm, weil er mir gut tut/tat) mein Alter nicht ansieht. Er hat mich glücklich gemacht!

So, nun zum Punkt ;-) ER SAH AUS,WIE ICH!!!! Genau so lief ich in dem Alter rum... Frisur, Schminke etc, dazu hatte er einen Teil meiner alten
Klamotten an! Die sollte er mal zum Altkleidercontainer bringen...
Zuerst wurde mir mal klar, wie "uralt" ich bin, dann, wie sehr er mir vertraut und wie groß/stark seine Gefühle für mich sind.
Doch das konnte ich ihm nicht mehr zeigen, denn ich brach in Tränen aus. Wollte das nicht, aber dieses ätzende Gefühl, war so stark...
Ohne Mal, daß ich für alle Aussenstehenden immer ne starke Frau bin, die nichts umhaut und immer taff durchs Leben geht...
Doch da war alles aus... Brauchte ein - zwei Tage, um mich wieder in den Griff zu kriegen. Was für ihn natürlich ne Horrozeit war, weil er nicht schlau
aus meinem Gestammel und Geheule wurde. Er konnte das nicht wissen, weil ich kaum Bilder aus meiner Jugend habe... Also hatte der Arme ebenfalls
nen Schock. Dachte wunders, was er mir angetan hat und sprach nie wieder über dieses "ES" (nicht böse sein, Erklärung folgt)

Doch vor einem Jahr hatten wir unsere 1. echte Krise und waren getrennt (ca 2 Monate), hielt es aber ohne ihn nicht aus, kämpfte um ihn und er meinte,
er würde bleiben, wenn er sich umziehen dürfte. Ich fragte, wie er sich das vorstellt und er meinte, es wär ja nur hier und da mal...meist, wenn er sich
nicht gut fühlen würde. Dadurch könne er sich besser ausdrücken etc.
Ok, damit konnte ich leben. Bat ihn aber darum, sich ne andere Perücke zu holen, damit ich nicht wieder dieses Egoding bekomme.

Nun ja,ich war einfach nur glücklich, denn ich konnte/kann mir ein Leben ohne ihn nicht recht vorstellen, weil ich noch nie so gefühlt habe. Was er mir nicht
glaubt, denn ich bin eine begehrte Frau. Kann mich nicht über zu wenig Angebote beklagen :oops:
Was auch er mitbekommt, weil die alle keinen hehl daraus machen und ganz offensichtlich baggern ohne Ende. Ihn nehmen sie ja auch nicht ernst, wegen dem Altersunterschied (glaub ich jedenfalls), oder weil er nicht typisch männlich ist. Er ist eher zierlich. Hat auch locker eine Kleidergröße weniger,als ich :cry:
Na ja, jedenfalls unterhalb der Brust :lol: oder "Ätsch"
So, nun Schluß mit lustig... Jedenfalls beim 1. Sex hatte ich jede Menge Probleme! Meine Augen sahen eine Frau (muß gestehen, eine hübsche Frau) und ich
steh nun wirklich nicht auf Frauen!!! Bin optisch eine Vollfrau...weiblicher geht schon fast nicht mehr, habe aber sonst nicht all zu viel damit zu tun ;-)
Schraube auch am Auto, hänge meine Bilder selbst auf und habe mein eigenes Werkzeug. Kann auch nähen, kochen usw... Hasse es, wenn man in dieses
Schubladendenken kommt und Geduld nicht zu meinen Tugenden gehört. Wollte nie warten, bis mein Typ endlich mal meint, nach hause zu kommen, also
selbst ist die Frau... Also kann man sich gleich auch denken, daß ich mit der typischen Frau auch nichts anfangen kann. Da fehlen mir eben ein paar Ecken
zu und dieses rumgezicke nervt. Hab immer einen großen Bogen um Frauen gemacht und nun hatte ich eine Volltussie auf mit liegen :?:
Nun kann ich an meinem Frauenhirn aber auch nichts ändern!!! Auge sieht Frau----nichts geht mehr! Durchatmen! Hirn an! (Frauenhirn an-Geschlechtsteil funktionslos)! Muß mich anstrengen, damit ich ihn noch sehen kann...
Darüber könnt ihr noch so viel reden und austauschen,aber mitfühlen könnt ihr nur bedingt (jedenfalls die meisten von "euch"
Nicht mal wir Frauen wollen solche beknackten Gefühle haben, aber sie sind einfach da und man kann sie nicht abstellen! Ich sehe eine Mann an und ich finde ihn toll, so wie er ist! Da brauch ich nicht mal Dessous, damit ich ihn erotisch finde! Gut, ne schöne U-hose sollte es schon sein :wink:
Ihr seht ja auch in einer Frau was Besonderes! Was zum Teufel ist daran so schwer zu verstehen!? Wieso müssen wir Frauen was akzeptieren, was
wir nie wollten!? Es wäre o.k, wenn ihr sofort damit raus kommen würdet, denn wenn es später kommt, dann kommen auch die Probleme und man hat nur
noch blöde Optionen, die keiner braucht! Akzeptieren, arangieren etc, aber es ist nie mehr ne klare Kiste!
Zuerst versuchte er mir zu zeigen, wie er fühlt bzw wie viel mehr er so fühlen kann.... WAS FÜHLT ER DENN?! MICH?! Wohl kaum... Wieso merkt er denn nicht, daß das für mich mehr als anstrengend ist?!
Dazu kommt noch, daß ich bisher völlig verwöhnt worden bin (6 Jahre lang!), er hat mich auf Händen getragen, mir jeden Wunsch von den Augen abgelesen
usw usw. Doch seit dem er zu "ES" wurde, habe ich kaum noch erfüllenden Sex, geschweige denn,normalen Mann-Frau-Alltag! Plötzlich herrscht nur noch
verdrehte Welt! Er zickt schlimmer, als jede Tussie und tut nichts mehr. Sagt, ich könne das selber usw... Klar kann ich! Mit dem Kopf auf jeden Fall, aber
an den Muckis scheitert mein Vorhaben schon mal :roll:
Da kommt es dazu, daß ich ihm klar machen muß , wer von uns die Frau ist... Ja, grinst nur, ich finds nicht mehr lustig. Im Schlafzimmer hatte ich bisher
den devoten Part, aber auch das ist jetzt sein Part geworden. Ist ja toll, daß "ihr" 2 in 1 seid, aber "Normalos" sind 1 in 1. Haben all dieses Hin und her, für und wider garnicht!
Er will mir weis machen, daß das nichts an seinen Gefühlen zu mir ändert und das das alles nichts mit mir zu tun hat!? Wie bitteschön soll Frau das glauben?!
Ich hätte schon genug bekommen und jetzt wär er mal dran... Hat nix mit mir zu tun?!
Vor seinem coming out, hab ich mich oft gewundert, weil er mir dauernd Dessous mitbrachte. Da ich oft verbundene Augen hatte, wußte ich nicht, was ich an hatte. Sagte ihm, ich käm mir vor, wie ne Anziehpuppe und weshalb das nötig wär, wenn er mich doch so toll findet... Heute merkt er nicht mal, wenn ich was Neues habe und bestellt sich Klamotten. Anfangs wollte er nur meine haben und jetzt will er plötzlich andere Sachen (Stil).
Habe versucht ihm zu erklären, daß ich bei all dem nicht mehr mitkomme und nichts mehr verstehe.
Leben anders, habe das Gefühl nicht mehr gesehen zu werden, er meine Gefühle abtut (wie viele von euch), vonwegen,wir seien nicht tolerant genug etc.,
habe das Gefühl, den männlichen Part zu haben, genau wie beim Sex...
Wie weit muß das gehen?! Vor allen, wenn er mir sagt, er will Mann bleiben?! Verstehen würde ich ja, wenn er den gazen Weg gehen würde...
Würde (schweren Herzens) ja mit ihm gehen und das mit ihm durchstehen. Was natürlich ab da keine Beziehung mehr ist... Ich will einen Mann, auch wenn
ich heute weiß, daß ich evtl mal Sex mit ner Frau haben könnte, aber eine Beziehung will ich ganz bewußt mit einem Mann.

Wollte nur mal klar machen, wie es für eine Frau ist, wenn plötzlich alles verdreht wird und wie "arm" ein Leben sein kann/wird, nur weil einige Menschen
"planlos" in der Welt umherirren und nicht 1 Mal auf die Idee kommen, einfach das Leben so zu nehmen, wie es ist und das Beste daraus zu machen,
was da ist! Ich wollte auch in meiner Jugend Junge sein, weil das Leben ja viel einfacher gewesen wäre! Keine Typen um sich, die sich mit den Möpsen
unterhalten, anstatt mit mir. Oder so Dinger, wie: Mädchen müssen früher zu hause sein. Mädchen machen das nicht usw.
Anne-Mette
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Re: Warum tolerieren Ehefrauen das CD des Partners nicht?

Post 11 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

das war doch mal eine ausführliche Schilderung aus einem anderen Blickwinkel.
Danke ---)))
Alles Gute für Dich.

Gruß
Anne-Mette
ChristinaF
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Re: Warum tolerieren Ehefrauen das CD des Partners nicht?

Post 12 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

Ich finde den Beitrag echt klasse. Auch der Mut und teilweise die Wut, der/die dazugehört. Und dann von einer Partnerin.
Danke, sehr gut geschrieben und sehr gut nachvollziehbar.
LG
Chrissie
Natascha030
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Re: Warum tolerieren Ehefrauen das CD des Partners nicht?

Post 13 im Thema

Beitrag von Natascha030 »

Liebe Hexe,

ich kann mich den beiden Vormeinungen nur anschliessen! Vielen Dank für die Gedanken und Gefühle einer "Betroffenen". Wenn ich jetzt schreibe, dass ich Dich ein wenig verstehen kann, wirst Du bestimmt wieder allergisch reagieren, aber ich kann es wirklich! Und verzeih' mir bitte die Schriftfarbe, Du wirst sie bestimmt Tussifarbe nennen, aber ich mag sie halt.... Sorry.....

Ich wünsche Dir und Deinem Seelenleben von ganzem Herzem alles Gute, liebe Grüsse aus B ä r-lin, Natascha :-)

P.S. Für mich bis jetzt hier der beste Beitrag!
Frausein ist nicht so leicht, aber sehr schön! :-)
Ms-Hexe

Re: Warum tolerieren Ehefrauen das CD des Partners nicht?

Post 14 im Thema

Beitrag von Ms-Hexe »

Wollte mich mal bedanken!!! Hatte schon Angst, ihr verurteilt meine Art, mich auszudrücken :oops:
Ihr seid echt alle super lieb und verständnisvoll! DANKE!
Lieschen
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Re: Warum tolerieren Ehefrauen das CD des Partners nicht?

Post 15 im Thema

Beitrag von Lieschen »

Hallo Ms-Hexe,

für deinen Beitrag habe ich mich in Teilen fremdgeschämt und deine spürbare Dominanz in eurer Beziehung (".. Die sollte er mal zum Altkleidercontainer bringen...) hat mich erschreckt. Wenn dein Freund sich dir bereits vor drei Jahren "so gezeigt" hat und ihr vor einem Jahr eine starke Krise hattet, euch aber wieder gefunden habt: wo ist denn dann jetzt das Problem?

Wenn du meinst, die Frau müsse beim Sex immer den "devoten Part" (ich übersetz mal: "..immer unten liegen") haben, dein Freund dies aber nicht mehr immer will: warum redet ihr denn nicht darüber? Und zwar gleichberechtigt, nämlich auf Augenhöhe. Vielleicht ist es ganz gut, einen professionellen Dritten dazuzuholen. In der Transaktionsanalyse spricht man bei der oben angesprochenen Augenhöhe vom "Erwachsenen-Ich". Die TA ist eine schöne Sache, man lernt dabei, fair und konstruktiv miteinander umzugehen. Bei Wikipedia ist es gut beschrieben: http://de.wikipedia.org/wiki/Transaktionsanalyse
Der Halbsatz daraus "... im Bewusstsein der Gleichwürdigkeit und Gleichwertigkeit kooperieren, um gemeinsam Leben freudevoll zu gestalten" triffts genau. Also, wie immer: reden. Aber fair!

Am Schluß deines Beitrags kommt noch ein Rundumschlag gegen das gesamte Forum. Zunächst schreibst du von "Normalos" und "ihr" (gemeint sind die Forumsteilnehmer). Ich möchte dazu klarstellen: wir sind normal. Wir sind nur zusätzlich um einige Eigenschaften reicher!

Und du kannst uns glauben, daß alle lange und oft über sich gegrübelt haben. Weshalb wir anders sind. Wir irren nicht planlos in der Welt herum! (Du schreibst "wie "arm" ein Leben wird, nur weil einige Menschen "planlos" in der Welt umherirren und nicht 1 Mal auf die Idee kommen, einfach das Leben so zu nehmen, wie es ist und das Beste daraus zu machen...")

Ich bin für mein Leben selbst verantwortlich und nehme es selbst in die Hand. Und bin eben manchmal Lieschen. Und wenn meine Frau mir diese kleine Freiheit nicht gönnen würde, würde ich mich von ihr trennen. Da muß ich nicht warten, daß sie mir droht und mich mit Trara verläßt. Das ist ganz einfach!

So weit kommt es aber nicht. Meine Frau hat längst erkannt, welche Vorteile ein zufriedener und entspannter CD-Mann ihr und unserer Ehe bringt. Diese Beziehung inkl. Crossdressing hält übrigens schon 37 Jahre....

Liebe Ms-Hexe, ich wünsche dir mehr Gelassenheit und Großzügigkeit in eurer Beziehung. Und sei stolz auf deinen Freund!

Tschüs, Lieschen

PS: mein Beitrag paßt nicht genau zu Ulrike-Marisas Eingangsfragen. Aber ich mochte Ms-Hexes Beitrag nicht so stehen lassen. Liebe Ulrike-Marisa: es ist dein Leben. Erfreue dich daran und tue dir was Gutes! Notfalls ohne deine Frau. Dreißig Jahre unglücklich sein ist eine lange Zeit.
An die Rausgemobbten und/oder Ausgeschlossenen, die hier evtl. (nur) noch still mitlesen (Hugo, Darialena, Breakfast@Tiffany, ingedie2te u. A.): bitte schreibt mir doch kurz, in welchen Foren ihr euch jetzt aufhaltet.
lieschen-77ätgmx.de
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