Ich weiß nicht, was "früher" für Dich heißt, in meinem "früher" war Homosexualität noch strafbar.
Meine Sozialversicherungsnummer enthält einen Geschlechtsmarker (seit 2026 fällt der weg, die alten Nummern bleiben aber).
In meinem Reisepaß steht ein F.
Selbst in der Handreichung der Stadt Bern (das kürzlich hier diskutierte Ereignis, gilt natürlich nur für die Schweiz) heißt es
Wenn die Person weiterhin Zutritt möchte, orientieren Sie sich in erster Linie an der Selbstidentifikation der Person. Im Härtefall wird das in einem Ausweis festgehaltene amtliche Geschlecht beigezogen. Personen mit dem Geschlechtseintrag «weiblich» wird Zutritt gewährt.
Der DGTI-Ergänzungsausweis, mit dem auch hier im Forum viele arbeiten und der für viele die schnelle Lösung und Vorstufe zur PÄ war, enthält einen Eintrag zum Geschlecht.
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Und das man "früher ohne PÄ überall rein konnte", wage ich zu bezweifeln. Natürlich sind nicht viele Bereiche so exklusiv geschlechtlich getrennt. Aber ein Mann in der Frauenumkleide im Schwimmbad hat schon immer für Reaktionen gesorgt. Und ob ein Ausweis, ein Nachweis oder etwas anderes kontrolliert wird, hängt wie anderswo schon erwähnt doch sehr stark und oft mit dem Passing der Person zusammen. Ich werde auch nicht kontrolliert, habe auch noch nie schräge Blicke oder Kommentare erhalten. Das ist aber ein Privileg - die Frau in Erlangen im Fitnessstudio hat da anscheinend größere Schwierigkeiten.
Also: aus Sicht derer, die sich ihre PÄ unter den Bedingungen des TSG hart erkämpfen mussten, ermöglicht das SBGG eine Beliebigkeit, die der empfundenen Ernsthaftigkeit nicht gerecht wird.
Jetzt gehe ich persönlich davon aus, dass es für diejenigen, die den Wechsel unter dem SBGG vollziehen (so wie ich) nach wie vor sehr ernst ist. Und das sich alle (Ausnahmen wie Frau Neonazi bestätigen die Regel) auch darüber freuen, das so woll(t)en und eben kein Schindluder damit getrieben wird. Ich weiß nicht, ob neben der Erfassung der PÄ-Anträge auch eine Zahl über Rück-Wechsel erfasst wird (ob es da überhaupt Zahlen zu gibt). Aber ich vermute mal, wenn überhaupt, ist diese Zahl verschwindend klein.
Das möchte ich festhalten: Die oben dargelegte Position über die "Entwertung" ist nicht meine Meinung - sondern die Perspektivenübernahme von Menschen, die am TSG festhalten wollen. Ich bin sehr froh über das SBGG und hoffe, das es uns weiterhin erhalten bleibt.