Berufliche Neuentwicklung nach dem Outing / der Transition
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LucyBaby86
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Berufliche Neuentwicklung nach dem Outing / der Transition

Post 1 im Thema

Beitrag von LucyBaby86 »

Hallo zusammen,

mich würde einmal interessieren, wie sich euer beruflicher Weg nach eurem Outing oder während der Transition entwickelt hat.

Ich selbst bin seit März 2026 aufgrund verschiedener Umstände arbeitssuchend und befinde mich gerade an einem Punkt, an dem ich mich beruflich komplett neu orientieren möchte – eventuell im Bereich Krankenpflege oder MFA, oder gar im Kaufmännischen Bereich.
unterstützt werde ich bei der Findung einer neuen Beruflichen perspektive vom Jobcoach.


Bis auf private Erfahrungen hatte ich mit diesen Bereichen bisher allerdings kaum Berührungspunkte. Dazu kommt, dass mein bisheriges Leben und Berufsleben leider komplett „männlich“ ausgerichtet war.
Mein Alltag bestand viele Jahre aus:

LKW fahren
Bau & Handwerk
Stahl, Strom & schwere Maschinen
Öl, Schmiere und körperlich harter Arbeit

ABI oder Studium habe ich nie gemacht da man familiär und auch sonst nie wirklich unterstützt und gefördert wurde.
Manchmal frage ich mich ehrlich, ob so ein kompletter Neuanfang überhaupt realistisch ist oder ob ich mich damit überfordere.
Gleichzeitig merke ich aber auch, dass sich mit der Transition nicht nur äußerlich vieles verändert hat, sondern auch innerlich. Dinge, die früher nie denkbar gewesen wären, fühlen sich heute plötzlich deutlich näher an als mein altes Leben.

Mich würde deshalb interessieren:
Seid ihr in euren alten Berufen geblieben oder habt ihr nach eurem Outing ebenfalls neue Wege eingeschlagen?

Und falls ja:
Wie schwer war dieser Schritt für euch?
Knäckebrötchen
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Re: Berufliche Neuentwicklung nach dem Outing / der Transition

Post 2 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Hi Lucy,

in meinem beruflichen Alltag hat sich im Grunde nichts geändert. Ich arbeite weiterhin da, wo ich vor und während meiner Transition gearbeitet habe. Und streng genommen fühle ich mich noch nicht am Ende dieses Weges. Außer, dass ich zu Dingen eingeladen werde, die Frau-exklusiv sind (ich durfte nicht nur an der BfC-Wahl teilnehmen, ich hätte mich sogar aufstellen (lassen) können).

Wenn Du aber eh schon in andere Richtungen denkst: hast Du mal über Abendgymnasium nachgedacht? So könntest Du diesen Punkt nachholen und dir damit vielleicht noch mehr Optionen eröffnen? Ansonsten kommt es ja auch sehr drauf an, wie weit die Unterstützung durch das Amt so geht. Ich konnte damals noch die Zusatzqualifikation in Richtung QM/QMB rausholen, hab dann aber auch wieder was in meinem eigentlichen Berufsfeld gefunden.
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Lavendellöwin
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Re: Berufliche Neuentwicklung nach dem Outing / der Transition

Post 3 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Hi Lucy,

bei mir ist es ganz ähnlich wie bei Knäckebrötchen...

ich habe mich allerdings auch in der Transition wie du gefragt, möchte ich mich beruflich komplett verändern. Und dabei auch ein wenig an
den medizinischen Bereich gedacht, denn ich interessiere mich schon sehr für Medizin und/oder Ernährung. Aber auch für Reisen..fast noch mehr..

Das du jetzt grade bei der Agentur bist, gibt dir die Möglichkeit das auch mal ein wenig auszuloten. Ich würde dir empfehlen, bevor du eine Weiterbildung
oder Umschulung in dem Bereich machst, mal ein paar Wochen zu hospitieren, also ein Praktikum zu machen. Denn grade in der Pflege ist das
auch ein Knochenjob und psychisch auch nicht ganz belastungsfrei..
deswegen hatte ich an Ergotherapie oder Logopädie gedacht, 3 Jahre waren mir aber deutlich zu lange für eine neue Ausbildung.

Daher habe ich mich letztes Jahr ziemlich intensiv in Projektmanagement und Softwareentwicklung weitergebildet, etliche Zertifikate gemacht und auch einen
sehr guten Abschluss bekommen. Ich komme aber auch aus dem IT Bereich und habe vorher viel Supportthemen gehabt unter anderem für Apple.

Was habe ich festgestellt? Das ich im Grunde schon richtig war, ich liebe es Menschen bei technischen Fragestellungen zu unterstützen, das bin ich einfach,
das ist das was mich ausmacht, Probleme lösen und den Menschen wieder Vertrauen geben.
Mein Lieblingsmensch ist Magister in Geografie und Geologie befördert aber seit Jahren sehr erfolgreich Menschen von A nach B und auch hier sind die
Gespräche der wahre Kern, der diesen Job ausmacht.

Es ist nicht wichtig, ob du einen Job bei "männlich" oder "weiblich" einsortierst, es ist wichtig, das du den Job liebst, denn das ist die Grundlage
das du ihn gut machst und da sollte sich deine Energie darauf konzentrieren, alles sonst ist verschwendete Zeit.
Und Energie braucht man für die Transition, gerade bei der medizinischen...

habs fein, Marie (na)
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
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Re: Berufliche Neuentwicklung nach dem Outing / der Transition

Post 4 im Thema

Beitrag von Hilke »

Hi Lucy,

wie ich schon geschrieben habe, habe ich ein kleines Hotel mit Gastronomie. (in Niedersachsen)

Schau Dich in Deiner Umgebung doch mal um, ich kann Dir aus eigener Erfahrung sagen:
Wenn jemand arbeiten will, mitzieht, Spaß an Gästen hat, wird jeder gerne genommen.
Zwar wird oft nur Mindestlohn gezahlt, aber man darf das Trinkgeld nicht vergessen.
Du kannst mir hierzu gerne eine PN schreiben, ich kann Dir (wenn gewünscht) gerne auch am Telefon dazu was erzählen.

Das zweite, was mir sofort auffiel war "LKW fahren".
Wenn Du den LKW Führerschein hast, zahlen viele Verkehrsbetriebe die Weiterbildung für den Busführerschein.
Ich weiß zwar nicht, wie die Lage in Eurer Region ist, aber hier ist es so, dass die Verkehrsbetriebe jeden einstellen, der nicht schnell genug am Betriebstor vorbei geht.
Da interressiert weder Religion, noch Herkunft, noch sonstwas - Hauptsache arbeitswillig, pünktlich, zuverlässig.

Viele Grüße
Hilke
LucyBaby86
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Re: Berufliche Neuentwicklung nach dem Outing / der Transition

Post 5 im Thema

Beitrag von LucyBaby86 »

Hilke hat geschrieben: Mi 27. Mai 2026, 18:17 Hi Lucy,

wie ich schon geschrieben habe, habe ich ein kleines Hotel mit Gastronomie. (in Niedersachsen)

Schau Dich in Deiner Umgebung doch mal um, ich kann Dir aus eigener Erfahrung sagen:
Wenn jemand arbeiten will, mitzieht, Spaß an Gästen hat, wird jeder gerne genommen.
Zwar wird oft nur Mindestlohn gezahlt, aber man darf das Trinkgeld nicht vergessen.
Du kannst mir hierzu gerne eine PN schreiben, ich kann Dir (wenn gewünscht) gerne auch am Telefon dazu was erzählen.

Das zweite, was mir sofort auffiel war "LKW fahren".
Wenn Du den LKW Führerschein hast, zahlen viele Verkehrsbetriebe die Weiterbildung für den Busführerschein.
Ich weiß zwar nicht, wie die Lage in Eurer Region ist, aber hier ist es so, dass die Verkehrsbetriebe jeden einstellen, der nicht schnell genug am Betriebstor vorbei geht.
Da interressiert weder Religion, noch Herkunft, noch sonstwas - Hauptsache arbeitswillig, pünktlich, zuverlässig.

Viele Grüße
Hilke

Gastro oder ähnliches ist so Garnicht meins. Danke fürs Angebot.
Die Fahrerei hab ich an Nagel gehangen, du bist in der Branche die Durchleuchteste Person als die, die mit Karte Einkaufen geht und was da für Regel und Gesetzte mittlerweile dahinter stecken ist abseits von normal und der Führerschein ist immer im Gefahr.
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