Claudia hat geschrieben: Do 24. Jul 2025, 11:46 Und niemand hat das Recht, diese Selbstfindung anzuzweifeln
Hey...wie oft hast du selbst an dir gezweifelt ob das alles was du tust gut ist?
Ja, man kann sich sicher sein und trotzdem Zweifel haben und genau das sollte ich auch anderen zugestehen können.
Und was ist daran falsch, wenn dir einmal jemand sagt, ich nehme dich so und so wahr, denn für die Person ist das
richtig, genauso wie was anderes für dich richtig ist. Eigen und Fremdwahrnehmung, beides wichtig, keins davon solitär.
Beide Parteien müssen mit ihrem "Ding" dabei klarkommen.
Meine Lieben..Val, Claudia, Vesta, Alice..
mich erinnert das an Punkte, die ich die letzten Jahre und Jahrzehnte hatte..
Punkte, die mich verletzt oder glücklich gemacht haben und beides war wichtig um zu wachsen.
Ich erinnere mich daran, als ich bei meiner zweiten Gutachterin für die VÄ/PÄ sass und sagte
"Mir ist schon klar, das sie mich als Mann wahrnehmen"..und sie sagte "Ich sehe da keinen Mann sitzen,
aber eine Person, die etwas mehr Wasser unterm Kiel braucht."
Und darin sehe ich auch den Hauptpunkt einer begleitenden Therapie bei unserem Thema, name it as you like,
du wirst hinterfragt, aber auch unterstützt, bekommst ein Toolset mit dem man stärker wird, kannst über schlechte
Momente reden und über gute. Das fand ich unheimlich wertvoll. Was im Grunde weg müsste ist die Stigmatisierung
weil man wegen einem Thema zu einer psychologischen Fachperson geht, weil man in einer belastenden Situation
steckt (das kann nun echt alles mögliche sein) und völlig losgelöst über etwas reden möchte.
Und am Anfang der Transition gibt es belastende Momente (nicht für immer und alle Zeit..), wer das nicht zugibt, lügt nach meiner Ansicht,
auch sich selber an. Bei mir hat die GaHT das komplette Mindset auf links gedreht, ich hätte das nie alleine geschafft.
Nicht ohne meine Thera, nicht ohne meinen Lieblingsmenschen, nicht ohne meine Familie und Freunde.
Klar kommt die Diagnose und die Entscheidung mich aufzumachen von mir selber, aber alleine ist das völlig doof.
Das ist die Illusion alles alleine zu schaffen, hey mal nach dem Weg fragen ist nicht tragisch, aber man muss es sich
eingestehen können..
Und dieses das trans* ein steiniger und schwerer Weg ist, eine so grosse Belastung, ich kann es echt nicht mehr hören.
(Der Weg ist doch da um mit sich heile zu werden..hab ich mal gehört..)
Das impliziert, das man ständig alleine dasteht und ausgeschlossen wird weil man halt so ist. (Drüber reden will ich aber nicht, ist ja übergriffig-LOL)
Wenn man es als zentralen Angelpunkt in seinem Sein hat, mag das so sein...das ist schwierig für andere,
besonders für die Partnerperson, weil sie die Person die sie liebt an das trans* sein verliert.
Es ist nicht befremdlich, das sich ein "Mann" die Nägel lackiert, sondern wenn "er" ständig darüber redet und
dafür bewundert werden möchte...super, das du das geschafft hast, das hat für ewig meinen Horizont erweitert...
Ich war einmal meinem Lieblingsmenschen sauer, weil sie sagte "Lebe das doch erst mal, du wirst doch erst zur Frau"
oder so ähnlich war der Kontext, heute weiss ich was damit gemeint war. Die Sozialisation war gemeint, einen Rock kann
einfach jede Person tragen, aber Frau bist du ja nicht deshalb. Meine Stimme habe ich, weil es den Mann in mir nicht mehr gibt,
die Logopäde ist mehr psychologisch verankert, sie verändert das Bewusstsein.
Alles das was ich damals hörte hatte nichts mit Transfeindlichkeit oder Misgendern zu tun, es war einfach der Stand der Dinge.
Inzwischen, bin ich auch damit fein, das wenn über vergangene Situationen geredet wird "er" und mein Deadname
benutzt werden-denn Stand damals war es einfach so, für viele ausser mir.
Und woher nehme ich da das Recht mein Gefühl, meine Wahrnehmung über die der anderen zu stellen.
Das steht mir nicht zu..
jetzt hab ich mehr Wasser unterm Kiel und auch wenn es mal schmerzt, kann ich es anerkennen das es mal wer
aus diversen Gründen anders gegenüber mir fühlen kann. Das ist okay, das ist menschlich..und macht mich
authentisch.
Habt es fein..Marie