Wo ordnet Ihr Euch ein
Wo ordnet Ihr Euch ein - # 8

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Susi T
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Re: Wo ordnet Ihr Euch ein

Post 106 im Thema

Beitrag von Susi T »

Lina hat geschrieben: Mo 12. Feb 2024, 01:45 Das mit dem Kategorisieren ist nun mal ein nachgewiesenes Faktum. Ohne würde rationelles Denken kaum funktionieren können.
Komisch, für mich ist Schubladendenken vieleicht hilfreich, wenn ich mich mit anderen Menschen nicht näher befassen möchte/kann. Aber es fördert Vorurteile und verhindert, das ich Menschen näher kennen lerne. Mit rationellem Denken hat das nichts zu tun. Höchstens mit Oberflächlichkeit und Gefühlslosigkeit. Abgestumpftes nebeneinander her leben, in meinen Augen. Mag zwar dem Zeitgeist teilweise entsprechen, empfinde es aber nicht erstrebenswert.
Finde es immer wieder interessant, das manche ihre, (in meinen Augen) eigene Schwäche als Notwendigkeit für Alle verpacken und damit sich einen Freifahrtschein verpassen, der eigene Änderungen unnötig/unmöglich macht.

Tira
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Mila S
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Re: Wo ordnet Ihr Euch ein

Post 107 im Thema

Beitrag von Mila S »

Blossom hat geschrieben: Sa 10. Feb 2024, 23:25 Dem stimme ich zu ... letztlich wollte ich mit meinem kontroversen Beitrag schlicht mal aufrütteln. Diese blöde Brett hatte ich selbst auch lange Zeit vorm Kopf. Nun arbeite ich bereits seit 3,5 Jahren erfolgreich, gesellschaftlich anerkannt als Frau ... und es geht mir richtig gut damit. Doch hätte ich es nicht angegangen und mich aufgerafft, quasi die Ärmel hochgekrempelt und es angepackt, wäre ich nicht an dem Punkt an dem ich bin.
Hallo Blossom,
ich hab schon bemerkt, dass du gern etwas trockenere bzw. provokantere Beiträge machst. Find ich mittlerweile gut.🤭
Letztendlich stimmt's schon, wie du sagst, das Brett vor dem eigenen Kopf ist meist das, was es wegzuräumen gilt. Das ist es auch bei anderen vermeintlichen Problemen.
Ich denke auch, je länger man/frau über - ich nenne es jetzt mal pauschal "unsere" Situation nachdenkt, mit all ihren Ausprägungen und Facetten, kommt man schon zu dem Schluss, dass frau selber gar nicht das Problem ist und der Rest einen schnurz sein könnte. Dann passt auch definitiv der (Ober-) Begriff der Gesellschaft. (So ähnlich hatte ich das glaube schon weiter oben geschrieben - die Beiträge sind aber leider nicht freigegeben worden - warum auch immer 🙈)
Letztendlich kommt es aber eben auf den Blickwinkel an, aus dem heraus argumentiert und diskutiert wird. Ich kann zumindest auch Linas Sichtweise verstehen:
Lina hat geschrieben: Mo 12. Feb 2024, 01:45 Du beweist doch schon das Gegenteil mit deiner Antwort. Wenn du nicht schon ein Oberbegriff beispielsweise wie "Gesellschaft" benutzen würdest, wärst du doch in drei Stunden nicht damit fertig zu erklären, was du in etwa damit meinst.
Das mit dem Kategorisieren ist nun mal ein nachgewiesenes Faktum. Ohne würde rationelles Denken kaum funktionieren können.
... Weil viele in der "Muggelwelt" sicherlich eine Kategorie für jeden Menschen benötigen, sonst ist er für ihn nicht fassbar. Da gibt's halt nur eine ziemlich feste Toleranzschwelle und danach nur "drüber" oder "drunter" :roll:

Andererseits muss ich dir Lina aber doch widersprechen in Bezug auf rationelles Denken: mMn ist die Natur alles andere, als einfach kategorisierbar. Es sind vielmehr fließende Übergänge. Der Mensch tut sich damit zwar schwerer, aber er hat dazu definitiv schon sehr gute Ansätze gefunden. Ich geb dazu mal die Stichworte Fuzzy Logik, neuronale Netze und allgemein mal deep learning. Da gibt's nirgends absolute Werte außer an den Enden der Entscheidungsskala

LG Mila
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Re: Wo ordnet Ihr Euch ein

Post 108 im Thema

Beitrag von Ninadieflocke »

"Wie ein Elefant, der an einem Zelthering angebunden verharrt, weil er als Baby gelernt hat, dass ein Losreissen nicht möglich ist."

Schöner Vergleich (smili)
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Re: Wo ordnet Ihr Euch ein

Post 109 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Mila S hat geschrieben: Mo 12. Feb 2024, 14:39 Andererseits muss ich dir Lina aber doch widersprechen in Bezug auf rationelles Denken: mMn ist die Natur alles andere, als einfach kategorisierbar.
Hi Mila,

das hat Lina auch nicht gesagt. Das Denken in Kategorien ist deswegen rationell, da es erlaubt, schnell auf Situationen zu reagieren. Man muss im Hirn nicht erst alle Möglichkeiten durchdenken. Es ist eine Optimierungsstrategie des Hirns. DAs Problem besteht dann, wenn man außschließlich in Kategirien denkt, denn dann ist man unflexibel. Ich erlebe das im Augenblick täglich, da ich viele Kontakte mit Menschen habe. Ich werde erst einmal in eine Schublade gesteckt, irritiere aber durch mein Auftreten. Erst dann fängt im besten Fall der Differentierungsprozess ein. So erlebe ich Menschen, die mir zuhören und auf meine Position reagieren. Aber es gibt auch Menschen, die das weniger können und da bleibt die Distanz. Letztlich ist das berühmt.berüchtigte Passing nichts anderes, als die Anpassung an Kategorien, um die Irritationen zu vermeiden.
Mila S hat geschrieben: Mo 12. Feb 2024, 14:39 kommt man schon zu dem Schluss, dass frau selber gar nicht das Problem ist und der Rest einen schnurz sein könnte.
Ich denke, dass genau das für uns entscheidend ist. Wir sind nicht das Problem. Ich gehe noch einen Schritt weiter. Wir können eine Lösung sein, wenn der Mensch, mit dem wir es zu tun haben, bereit ist, sich auf den Differenzierungsprozess einzulassen oder anders gesagt, uns zuhört. Der Empfänger bestimmt die Botschaft.

Ich glaube nicht, dass uns der Rest schnurz sein kann. Aber in einem ersten Schritt, in dem es um unsere Selbsterkennung geht, da ist der Rest schnurz. Da geht es nur um uns. Aber das gilt mMn nicht mehr, wenn wir mit Menschen zu tun haben, besonders wenn sie uns nahe stehen. Wenn wir aber wissen, wer wir sind, brauchen wir uns nicht zu verbiegen und können gleichzeitig auf den/die Andere/n zugehen.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
Lina
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Re: Wo ordnet Ihr Euch ein

Post 110 im Thema

Beitrag von Lina »

Vicky_Rose hat geschrieben: Di 13. Feb 2024, 10:12
...

das hat Lina auch nicht gesagt. Das Denken in Kategorien ist deswegen rationell, da es erlaubt, schnell auf Situationen zu reagieren. Man muss im Hirn nicht erst alle Möglichkeiten durchdenken. Es ist eine Optimierungsstrategie des Hirns. DAs Problem besteht dann, wenn man außschließlich in Kategirien denkt, denn dann ist man unflexibel. Ich erlebe das im Augenblick täglich, da ich viele Kontakte mit Menschen habe. Ich werde erst einmal in eine Schublade gesteckt, irritiere aber durch mein Auftreten. Erst dann fängt im besten Fall der Differentierungsprozess ein. So erlebe ich Menschen, die mir zuhören und auf meine Position reagieren. Aber es gibt auch Menschen, die das weniger können und da bleibt die Distanz. Letztlich ist das berühmt.berüchtigte Passing nichts anderes, als die Anpassung an Kategorien, um die Irritationen zu vermeiden.
...
Ich glaube nicht, dass uns der Rest schnurz sein kann. Aber in einem ersten Schritt, in dem es um unsere Selbsterkennung geht, da ist der Rest schnurz. Da geht es nur um uns. Aber das gilt mMn nicht mehr, wenn wir mit Menschen zu tun haben, besonders wenn sie uns nahe stehen. Wenn wir aber wissen, wer wir sind, brauchen wir uns nicht zu verbiegen und können gleichzeitig auf den/die Andere/n zugehen.

Da hast du einen Teil davon sehr präzise auf den Punkt gebracht. Sonst kann man nicht schnell auf Situationen reagieren. Die Fähigkeit zum kategorisieren, kann sogar mit der Evolution zu tun haben.

Aber es "schmiert" auch die allgemeine Kommunikation - wie hier.

- Geht dein Sohn immer noch zur Schule? - Hier ist es für den Fragenden gar nicht so wichtig, was für eine Schule, Realschule, Gymnasium, die Internatsschule an der Schleimündung oder was immer. Er hat einfach die Oberkategorie Schule gewählt

Antwort:
- Nein, das war ihm zuviel. Er hat eine Lehre angefangen. - Schon das Wort "das" ist unterschwellig eine Kategorisierung und soll wohl über eine ganze Menge Umstände decken, die mit "Schule" zu tun hat. Er hat dann gewählt etwas Greifbareres, evtl. innerhalb eine kleinere Gruppe von Menschen. Vielleicht auch nicht. Vielleicht ist er bei VW und wird Mechatroniker.

Wieviele Detailinformationen sind nützlich und zielführend in der Situation? Das entscheidet wieviel kategorisiert wird.
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