Wo ordnet Ihr Euch ein
Wo ordnet Ihr Euch ein - # 7

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Lina
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Re: Wo ordnet Ihr Euch ein

Post 91 im Thema

Beitrag von Lina »

Blossom hat geschrieben: Fr 9. Feb 2024, 21:53
Maura.Masqurin hat geschrieben: Do 4. Jan 2024, 00:06 Im Alltag findet eben doch noch viel Schubladendenken statt und man ordnet sich z.B. für die Arbeit selbst in eine Schublade ein. Aus dieser kann ich in meinem Beruf nicht ausbrechen.
Dem Schubladendenken stimme ich zu. Allerdings wird sich daran nichts ändern, wenn wir diese starre Denke nicht aufbrechen und sichtbar werden/sind. Insoweit kann ich dem Rest halt nicht zustimmen.
Das Problem mit Schubladendenken ist, dass es aus der Notwendigkeit Dinge zu kategorisieren entspringt. Viele lehnen es total ab, dass die Leute in ihre jeweiligen Schubladen stecken und nie kategorisieren. Aber sie wären kaum Fähig schlüssig zu kommunizieren oder in der alltag zu funktionieren, wenn sie es nicht tun würden. Die wirkliche Frage ist, wo reicht es und wo nicht.
Claudia-67
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Re: Wo ordnet Ihr Euch ein

Post 92 im Thema

Beitrag von Claudia-67 »

Hallo,
Jahrzehntelang den Mann gespielt. Zu Hause vor rund 20 Jahren als Stubentranse gelebt. Damals schon Gedanken an eine GaOP gehabt.

Dann vor drei Jahren das Outing als Claudia. Endlich...
Seitdem bin ich Frau, seit fast zwei Jahren auch amtlich. Also ganz klar Frau. Inzwischen in einer lesbischen Beziehung mit Franziska (he).

Wenn ich mich vorstelle, sage ich "Frau mit männlichem Migrationshintergrund".

Liebe Grüße
Claudia
Blossom
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Re: Wo ordnet Ihr Euch ein

Post 93 im Thema

Beitrag von Blossom »

Susette hat geschrieben: Fr 9. Feb 2024, 22:14 Ich arbeite in einem Familienbetrieb.
Jeder gute Mitarbeiter ist mir wichtig... und man bekommt so nach den Jahren vieles mit.
Nehme ich zur Kenntnis, lasse ich aber nicht gelten. Zum einen sollte es gerade in einem Familienbetrieb gehen sich zu öffnen, und sich Gedanken darüber zu machen, gar daran aufzuhängen, was andere an Erfahrungen gemacht oder erlebt haben, geht für mich gar nicht. Dann würde ich nicht mal mehr vor die Tür kommen, weil ja irgendwo in Deutschland mal eine trans Frau angegriffen worden ist, eine andere beleidigt wurde oder was auch immer ... Und wieder irgendwelche Psychopharmaka zu "fressen", weil ich nicht ich sein kann, kommt auch nicht mehr in Frage ... Wir haben nur dieses eine Leben, sind wie wir sind, und ob es anderen nun passt oder nicht, sie haben uns zumindest zu respektieren. Mir gefällt auch nicht alles, wie andere Leben oder sich verhalten ... Ich jedenfalls lasse mich nicht einschränken, und ganz persönlich kann ich sagen, in all den letzten Jahren nur positive Erfahrungen gemacht zu haben.
Jeder hat in seinem Leben Menschen um sich, die schwul, lesbisch, transgender oder bisexuell sind.
Sie wollen es vielleicht nicht zugeben, aber ich garantiere, sie kennen jemanden.
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Re: Wo ordnet Ihr Euch ein

Post 94 im Thema

Beitrag von Blossom »

Lina hat geschrieben: Fr 9. Feb 2024, 22:23 Aber sie wären kaum Fähig schlüssig zu kommunizieren oder in der alltag zu funktionieren, wenn sie es nicht tun würden.
Das sehe ich gänzlich anders. Niemand zwingt mich in Schubladen zu denken, auch die Gesellschaft nicht. Auch Freigeister können sehr wohl schlüssig kommunizieren und im Alltag funktionieren.
Jeder hat in seinem Leben Menschen um sich, die schwul, lesbisch, transgender oder bisexuell sind.
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Re: Wo ordnet Ihr Euch ein

Post 95 im Thema

Beitrag von Lana »

Blossom hat geschrieben: Sa 10. Feb 2024, 10:54 Nehme ich zur Kenntnis, lasse ich aber nicht gelten.
Ohne die Verhältnisse zu kennen kannst du doch nicht einfach behaupten, dass die Bedenken von Susette keine Berechtigung hätten. Nur weil du selbst (zum Glück) nur positive Erfahrungen gemacht hast, gilt das nicht automatisch für andere.
Mir ist schon klar, dass manche sich hinter "selbstgemachten" Bedenken verstecken, anstatt ihre Umwelt (und vielleicht sogar sich selbst!) mit ihrem wirklichen Wesen zu konfrontieren.
Ich kann mir aber auch vorstellen, dass es Fälle gibt, in denen ein Coming Out erhebliche Auswirkungen haben kann - und zwar in der Realität und nicht nur in der eigenen Phantasie.

Ich habe zum Beispiel andere Erfahrungen gemacht als du, und bei meinem Coming Out hatte ich erhebliche Bedenken, mich manchen Menschen mitzuteilen, weil ich mir sicher war, ihre Reaktion zu kennen. Dabei habe ich mir nur in einem Fall getäuscht, bei einer Person, die mir nicht besonders nahe steht. Alle anderen Menschen, die ich gut kenne, haben wie erwartet reagiert. Die meisten positiv, aber ein paar wenige eben nicht. Nun könntest du sagen, denen kann man dann ja aus dem Weg gehen. Das ist in der Realität nicht immer möglich, wenn ein Abhängigkeitsverhältnis existiert, dass sich nicht ohne erheblichen Aufwand, oder gar Schaden, auflösen lässt. Arbeitsverhältnisse wären ein Beispiel dafür, weshalb ich mir nicht anmaßen würde, die Bedenken von Anderen in diesem Fall mal einfach so beiseite zu wischen.

LGL
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
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Re: Wo ordnet Ihr Euch ein

Post 96 im Thema

Beitrag von Blossom »

Lana hat geschrieben: Sa 10. Feb 2024, 11:35 Arbeitsverhältnisse wären ein Beispiel dafür, weshalb ich mir nicht anmaßen würde, die Bedenken von Anderen in diesem Fall mal einfach so beiseite zu wischen.
Ich maße mir nichts an, letztlich muss das jede für sich selbst entscheiden ... muss dann aber auch damit leben!
Wenn ich etwas wirklich will - so meine Erfahrung im Leben - dann muss ich die Ärmel hochkrempel, die Sache angehen und einfach machen. Ja, es mag Konsequenzen haben - hat Handeln aber immer - aber es machen sich auch neue Türen auf, wenn sich alte schließen. Wer es gar nicht erst wagt eine zu öffnen, wird nie wissen, ob hinter ihr jemand ist, der sogar die Hand reicht.
Jeder hat in seinem Leben Menschen um sich, die schwul, lesbisch, transgender oder bisexuell sind.
Sie wollen es vielleicht nicht zugeben, aber ich garantiere, sie kennen jemanden.
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Re: Wo ordnet Ihr Euch ein

Post 97 im Thema

Beitrag von Maura.Masqurin »

Blossom hat geschrieben: Sa 10. Feb 2024, 11:41 Wer es gar nicht erst wagt eine zu öffnen, wird nie wissen, ob hinter ihr jemand ist, der sogar die Hand reicht.
Das stimmt. Auch wenn in meinen beiden Unternehmen ich gerne Mann bin und auch nicht den Drang habe Frau sein zu wollen, habe ich dennoch Firma 3 in Gedanken und Konzept fertig, bei der es Maura als Geschäftsführerin gibt. Die ist dann allerdings lokal doch wo anders ansässig, so dass eine Vermischung mit dem Hauptgeschäft nicht möglich ist. Übrigens, den Mut diese Gedanken weiterzuentwickeln unterstützt dieses Forum sehr gut.
TUN ist wie wollen, nur krasser !!!
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Re: Wo ordnet Ihr Euch ein

Post 98 im Thema

Beitrag von Kerstin »

Maura.Masqurin hat geschrieben: Sa 10. Feb 2024, 16:53 .....habe ich dennoch Firma 3 in Gedanken und Konzept fertig, bei der es Maura als Geschäftsführerin gibt.....
Wie sieht das eigentlich juristisch aus, wenn du als Person Geschäfte tätigst, welche es im juristischen Sinn nicht gibt?
Ich denke jetzt mal an Gewerbeanmeldung, Vertragsabschluss, Einkauf von Leistungen Dritter usw, usw... für all das sind rechtsverbindlich Unterschriften zu leisten.
Ich brauche Informationen - eine Meinung bilde ich mir selbst.
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Re: Wo ordnet Ihr Euch ein

Post 99 im Thema

Beitrag von Patricia »

Sofern eine eindeutige Klarheit besteht um wen es sich handelt, muss nicht unbedingt der gesetzliche Name verwendet werden. Es muss aber eindeutig klar sein um wen es sich handelt. Es kommt immer drauf an mit wem du Geschäft machst und ob die Person das akzeptiert.
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Post 100 im Thema

Beitrag von Maura.Masqurin »

Kerstin hat geschrieben: Sa 10. Feb 2024, 17:45
Maura.Masqurin hat geschrieben: Sa 10. Feb 2024, 16:53 .....habe ich dennoch Firma 3 in Gedanken und Konzept fertig, bei der es Maura als Geschäftsführerin gibt.....
Wie sieht das eigentlich juristisch aus, wenn du als Person Geschäfte tätigst, welche es im juristischen Sinn nicht gibt?
Ich denke jetzt mal an Gewerbeanmeldung, Vertragsabschluss, Einkauf von Leistungen Dritter usw, usw... für all das sind rechtsverbindlich Unterschriften zu leisten.
Die geschäftsführende Person muss natürlich dem Personalausweis entsprechen. Die ausführende Person darf auch eine fiktive Person sein. Wenn Maura zB Beratungsleistungen in der Modebranche tätigt, dann ist da als "Kunstfigur" OK. Die Rechnung kommt dann trotzdem von der Firma mit Geschäftsführer. Ist bei Olivia Jones auch so.
TUN ist wie wollen, nur krasser !!!
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Re: Wo ordnet Ihr Euch ein

Post 101 im Thema

Beitrag von Mila S »

Blossom hat geschrieben: Sa 10. Feb 2024, 10:57
Lina hat geschrieben: Fr 9. Feb 2024, 22:23 Aber sie wären kaum Fähig schlüssig zu kommunizieren oder in der alltag zu funktionieren, wenn sie es nicht tun würden.
Das sehe ich gänzlich anders. Niemand zwingt mich in Schubladen zu denken, auch die Gesellschaft nicht. Auch Freigeister können sehr wohl schlüssig kommunizieren und im Alltag funktionieren.
Da stimme ich Dir teilweise zu. Du selber musst auf keinen Fall in Schubladen denken. Das Problem dabei sehe ich aber eben beim Gegenüber. Da könnte diese Schubladendenken häufig noch sehr stark vorhanden sein, manchmal leider besteht der Schubladenschrank dann eventuell nur aus 2 Schubladen. Dieses dann uafzubrechen ist sicherlich nicht ganz einfach und benötigt sicher noch viel Geduld und auch gesellschaftliche Entwicklung.

Und Freigeister, ja die können das - die sind aber leider mMn noch in der starken Minderheit.

LG
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Re: Wo ordnet Ihr Euch ein

Post 102 im Thema

Beitrag von Blossom »

Mila S hat geschrieben: Sa 10. Feb 2024, 19:32 Und Freigeister, ja die können das - die sind aber leider mMn noch in der starken Minderheit.
Dem stimme ich zu ... letztlich wollte ich mit meinem kontroversen Beitrag schlicht mal aufrütteln. Diese blöde Brett hatte ich selbst auch lange Zeit vorm Kopf. Nun arbeite ich bereits seit 3,5 Jahren erfolgreich, gesellschaftlich anerkannt als Frau ... und es geht mir richtig gut damit. Doch hätte ich es nicht angegangen und mich aufgerafft, quasi die Ärmel hochgekrempelt und es angepackt, wäre ich nicht an dem Punkt an dem ich bin.
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Re: Wo ordnet Ihr Euch ein

Post 103 im Thema

Beitrag von Lina »

Blossom hat geschrieben: Sa 10. Feb 2024, 10:57
Lina hat geschrieben: Fr 9. Feb 2024, 22:23 Aber sie wären kaum Fähig schlüssig zu kommunizieren oder in der alltag zu funktionieren, wenn sie es nicht tun würden.
Das sehe ich gänzlich anders. Niemand zwingt mich in Schubladen zu denken, auch die Gesellschaft nicht. Auch Freigeister können sehr wohl schlüssig kommunizieren und im Alltag funktionieren.
Du beweist doch schon das Gegenteil mit deiner Antwort. Wenn du nicht schon ein Oberbegriff beispielsweise wie "Gesellschaft" benutzen würdest, wärst du doch in drei Stunden nicht damit fertig zu erklären, was du in etwa damit meinst.
Das mit dem Kategorisieren ist nun mal ein nachgewiesenes Faktum. Ohne würde rationelles Denken kaum funktionieren können.
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Re: Wo ordnet Ihr Euch ein

Post 104 im Thema

Beitrag von Blossom »

Lina hat geschrieben: Mo 12. Feb 2024, 01:45 Das mit dem Kategorisieren ist nun mal ein nachgewiesenes Faktum.
Du möchtest und musst unbedingt Recht und das letzte Worten haben? ... Ich bin an dieser Stelle raus.
Jeder hat in seinem Leben Menschen um sich, die schwul, lesbisch, transgender oder bisexuell sind.
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Re: Wo ordnet Ihr Euch ein

Post 105 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Blossom hat geschrieben: Sa 10. Feb 2024, 23:25 letztlich wollte ich mit meinem kontroversen Beitrag schlicht mal aufrütteln. Diese blöde Brett hatte ich selbst auch lange Zeit vorm Kopf
Ich möchte an dieser Stelle Blossom unterstützen. Wir beklagn Schubladendenken der anderen, behaupten aber mit mehr oder weniger begrenztem Wissen, was wirklich sein kann, wenn wir denn nur wollten. Ich erfahre das gerade in meiner Reha, von der ich hier ausführlich berichte. Ich habe auch lange geglaubt, dass viele nicht gehen würden, dabei war es nur die Angst, dass es funktioniert und gezwungen sein würde, wirklich etwas substantiell zu ändern.

Denn das ist die Folge, wenn man sich wirklich auf die eigene Weiblichkeit einlässt. Ich will damit nicht sagen, dass man einen bestimmten Weg gehen soll. Worum es aber wirklich geht, und ich denke, das meint Blossom in einer ähnlichen Weise, ist das eigene Hinterfragen, was wirklich ist. Welche Glaubenssätze trage ich mit mir herum ? Was ist meine eigene Wahrheit ?

Natürlich kann man in beiden Geschlechtern zuhause sein. Habe ich auch mal gedacht. Was ich aber erlebe, wenn ich mir zugestehe Weiblichkeit als Frau zu leben, ist etwas anderes. Die männliche Welt behindert mich und engt mich ein. Ich sehe eine Welt, in der die Männer in einem selbst gebauten Gefängnis leben. Wie ein Elefant, der an einem Zelthering angebunden verharrt, weil er als Baby gelernt hat, dass ein Losreissen nicht möglich ist.

Ich wünsche allen ZweiflerInnen, dass sie einmal erleben, dass sie sich befreien können. Was Ihr mir der Freiheit anfangt, müsst Ihr selber heraus finden. Es geht darum, dass Ihr an Euren Fesseln rüttelt.

Ich rüttle auch noch, aber ich weiß, dass sie sich lockern. Und das tut gut. Und es ist gar nicht notwendig, alles auf einmal zu tun. Step by Step kann ich spüren, dass es weiter geht. Es ist nicht das Ziel, es ist der Weg, der mir zeigt, was zu tun ist. Leben im Hier und Heute ...
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
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