Es gibt die Wahrheit und eine gerichtlich festgestellte Wahrheit. Leider müssen beide nicht immer übereinstimmen.Juliane hat geschrieben: Di 20. Dez 2022, 14:52 Das Ganze ging vor Gericht, wo sich die Beamte gegenseitig, mit nachweislich falschen Ausagen, reinwaschen wollten.
Ich kenne die Arbeit der Polizei aus meiner Zeit beim Rettungsdienst und war jedes einzelne Mal sehr froh darüber, dass und wie die Kollegen durchgegriffen haben. Für Außenstehende muss das manchmal grob bis brutal gewirkt haben, aber wenn man den Hintergrund der Situation kannte, sah die Sache ganz anders aus.
Dazu kommt, dass Situationen, vor allem wenn es brenzlig wird, subjektiv sehr unterschiedlich wahrgenommen werden. Ein Polizist, der dafür da ist für die Sicherheit der Sanitäter zu sorgen, erkennt in einer kleinen Handbewegung eines stark alkoholisierten Patienten vielleicht eine Bedrohung, weil die Erfahrung gezeigt hat, dass es schnell zu einer solchen werden kann. Wäre der Fall damals vor Gericht gekommen, ich hätte aussagen müssen, dass ich die Handbewegung gar nicht wahrgenommen habe, für mich gab es also keine. Der Mann hätte wahrscheinlich ausgesagt, er habe nur die Hand bewegt. Ist die Aussage des Polizisten, der Mann wollte nach etwas greifen, damit eine Falschaussage?
Was mich an der ganzen Sache viel mehr ankotzt ist das Verhalten des Sensations geilen Strafverteidigers. An Stelle des Richters hätte ich das Video im Verfahren gar nicht mehr zugelassen, nachdem es dem Anwalt nach eigener Aussage schon weit vorher bekannt war, aber bewusst nicht vorgetragen wurde. Was sich Anwälte in diesem Land erlauben ist nämlich der echte Justizskandal.