zu den Antworten:
MichiWell hat geschrieben: Di 5. Okt 2021, 19:53
ich am liebsten nach Lust und Laune mal so und mal so in die Firma gehen würde. Aber mir war damals schon klar, dass das meine Mitmenschen noch mehr herausfordern würde, als ein 100%iger Wechsel.
Sehe ich auch so. Das fängt mit Vornamen und Anrede an ...
MichiWell hat geschrieben: Di 5. Okt 2021, 19:53
Was kann denn schlimmstenfalls passieren, wogegen du dich nicht offiziell und erfolgreich wehren könntest?
Man könnte mir die aktuelle Aufgabe (die ich gerne mache) entziehen, da ich viele Außenkontakte habe (natürlich nicht mit der Begründung von Trans). Bei der materiellen Versorgung gäbe es in der Tat keine Einbrüche.
heike65 hat geschrieben: Di 5. Okt 2021, 20:38
und das Gerede ist schnell vorbei, dann wird die nächste Sau durchs Dorf getrieben
Das kann ich mir auch gut vorstellen.
Wally hat geschrieben: Di 5. Okt 2021, 21:25
kratzt dann doch permanent an der Legitimität Deines Frau-Seins; so kommst Du nie zu einer unbefangenen Haltung.
Auch das ist nachvollziehbar und ich denke das auch manchmal.
Wally hat geschrieben: Di 5. Okt 2021, 21:25
endlich darf ich mich ganz offen so zeigen, wie ich bin, ich brauche mich nicht mehr zu verstecken.
der Jackpot ...
Wally hat geschrieben: Di 5. Okt 2021, 21:25
Positiv akzeptieren werden sie es in dem selben Maß, in dem Du dich selber als (Teil-)Frau akzeptierst und freimütig dazu stehst.
Auch da habe ich keine Einwände ...
Jen hat geschrieben: Mi 6. Okt 2021, 09:00
Da kann sich ein Arbeitstag ganz schön in die Länge ziehen und Stunden werden zu Tagen und Tage zu Wochen...
Schön, eine andere Meinung. Auch die kenne ich nur zugut. Die Kernfrage bleibt, was lässt mich zögern ? Und was Du über Mobbing schreibst, ist nicht aus der Luft gegriffen, auch wenn ich in meiner Behörde nicht wirklich daran glaube. ich habe eine ganz andere Vermutung für mich gefunden. Meine inneren Widerstände sind ja nicht rational durchdacht und ich glaube auch nicht, dass der Zugang zu diesen Widerständen rational beseitigt werden kann. Meine Vermutung bezieht sich auf meine Prägung in der Kindheit. Ich war immer bemüht, Anerkennung zu finden und mich angenommen zu fühlen. Damit habe ich immer versucht, es meinen Eltern Recht zu machen. Dieses Verhalten lässt sich weit in mein Leben in den verschiedensten Aspekten verfolgen. Eine frühere Freundin sagte einmal, ich hinge noch an Mutters Rockzipfel. Damit hatte sie gar nicht so Unrecht.
Also wird man als Junge eben zum Mann. Das Verhältnis zu meinen Eltern war leider nicht so geartet, dass ich großes Vertrauen gehabt und das Thema Weiblichkeit angesprochen hätte. Sie waren keine schlechten Eltern, nur das war nicht möglich. Und die Notwendigkeit hat in den 1960ern und 1970ern kaum jemand gesehen.
So etwas wirkt scheinbar heute noch in mir. Ich präsentiere mich als Mann, weil das von mir so erwartet wird. Ich lese gerade ein Buch (Gestatten Ich), in dem das als eine Form des Umgangs damit als "selbstzerstörend" genannt wird. Die gute Nachricht: es ist heilbar ...
Jen hat geschrieben: Mi 6. Okt 2021, 09:00
jetzt hab ich schon wieder ein bisschen mehr geschrieben
Manchmal darf es etwas mehr sein ...
uferlos hat geschrieben: Mi 6. Okt 2021, 13:35
Outing und Homeoffice getrennte Themen,
Ich sehe das jetzt ähnlich. Ich denke, das habe ich gerade beantwortet.
Inga hat geschrieben: Mi 6. Okt 2021, 23:53
Vielleicht kannst du zu einigen Leuten Kontakt aufnehmen, und sie um ihre Erfahrungen und Tipps zur Lage fragen.
Ich habe unsere Gleichstellungsbeauftragte im Blick. Zu ihr hätte ich Vertrauen.
ChristinaF hat geschrieben: Do 7. Okt 2021, 08:56
Irgendwann gings bei mir nicht mehr, mit dem ständigen Wechsel.
Es fühlt sich an, als wäre ich an einer ähnlichen Stelle ...
sbsr hat geschrieben: Do 7. Okt 2021, 10:30
dauerhaftes mobiles Arbeiten ist eine arbeitsrechtliche Entscheidung mit weitreichenden Konsequenzen, die Arbeitnehmer meist gar nicht so auf dem Schirm haben.
Das wurde bei uns umfangreich durchdacht und beide Seiten haben jetzt eine Menge praktischer Erfahrungen. Einige Stichworte sind die Trennung Beruf-Arbeit, recht auf Nichterreichbarkeit oder Arbeitssicherheit.
sbsr hat geschrieben: Do 7. Okt 2021, 10:30
So wirklich geoutet in dem Sinn habe ich mich nie, ... Was das angeht hatte ich richtig Glück in einem doch recht aufgeschlossenen Umfeld mit überwiegend jungen Leuten zu arbeiten.
Ich würde das auch nur im engsten Arbeitsumfeld machen. Das hat eine ähnliche Gruppenzusammensetzung.
Lady Jennifer hat geschrieben: Do 7. Okt 2021, 11:54
ein "erkämpfen" nicht in Erwägung ziehen würde
Das hatte ich auch nicht im Sinne von "Durchsetzen" gemeint. Der Kampf tobt wohl eher in mir.
Lady Jennifer hat geschrieben: Do 7. Okt 2021, 11:54
wenn du unbedingt im Büro "en femme" arbeiten möchtest, dann spreche deinen Chef daraufhin an.
Mein Favorit wäre das HO und nicht die Frage en femme im Büro. Zwei Tage die Woche zu Hause wird mir einfach zu wenig. Jetzt dreht die Diskussion sich in eine andere Richtung. Soll ich die Möglichkeit mich überhaupt im Büro en femme sehen lassen, für mich in Anspruch nehmen ? Deshalb wäre mir das Gespräch mit einer Vertrauensperson auf der Arbeit, an das ich schon länger denke, wichtig. Das wäre die Gleichstellungsbeauftragte. Und ja, der Wunsch, en femme leben zu können, ist größer geworden. Der innere Druck steigt ...
Ein Fazit, dass ich jetzt schon ziehen kann: ein Outing vor dem Hintergrund, mehr HO genehmigt zu bekommen, macht keinen Sinn. Entweder Outing, weil ich es für mein Leben so will oder ich lasse es sein.