Durch den Thread "Outen, ja oder nein" bin ich als Partnerin mal wieder bissl tiefer in die ersten Konflikte anderer Partnerinnen gekommen.
Von Byron Katie stammt die Aussage "Liebe ist die Abwesenheit von Bewertung"
Eigentlich möchte ich diesen für mich extrem klaren Worten von Katie noch ein Krönchen aufsetzen. Für mich ist die Ablehnung des Transseins unserer Partner dazu auch noch diskriminierend und in höchster Form egoistisch, was übrigens in meiner Welt das schlimmste Seelengift ist.
Michi&ich waren gestern im Gespräch über meinen Post den ich im oben genannten Thread gestern geschrieben hatte. Und Michi vielen unteranderem Worte von mir ein, die ich ihr während unseres Kennenlerns gesagt hatte.
Würde mir mein Partner heute ein von ihm über Jahre verheimlichtes Thema erst jetzt anvertrauen, würde ich sofort in die Selbstkritik gehen und ihn und mich fragen.. Was habe ich falsch gemacht, dass du dich mir nicht früher anvertrauen konntest?
Ich will jetzt echt mal konkret beim Thema Trans bleiben.
Ich bin mir ziemlich sicher es hier im Forum schon an anderer Stelle gesagt zu haben. Deswegen bitte ich um Entschuldigung, weil ich mich jetzt wiederhole und trotzdem richte ich meinen Appell nochmals an die Familienmitglieder von Transmenschen.
Für mich ist es ganz ganz schlimm hier mit anzuhören, wie Transmenschen sich damit (viel zu oft über Jahrzehnte) rumquälen ob sie ihrer Familie nun erzählen oder nicht, wie ihr wahrhaftiges Sein ist. Nur dieser Fakt an sich führt schon zu unbeschreiblich viel Leid. Ganz ehrlich ich kann es mir nicht vorstellen, eines meiner Kinder einmal abzulehnen nur weil sie sind wie sie sind. Und ich kann es mir auch nicht vorstellen irgendwann meinen besten Freund zum Teufel zu jagen, nur weil er ein Transmann ist. Und schon gar nicht kann ich es mir vorstellen Michi wegen Crossdressing aus meinem Leben zu verbannen. Eher will ich Michi beistehen und vielleicht sogar helfen können in der Familie und in der Gesellschaft angenommen zu werden.
Menschen, sogar die eigenen Kinder oder die Partner abzulehnen wegen des Themas Trans ist in meinen Augen nichts anderes als Bewertung und Egoismus
Liebe Partnerinnen die sich noch in der Entwicklung im Umgang mit dem Thema Trans befinden.
Für mich bedeutet es die pure Selbstkritik, wenn mein Mann sich erst jetzt trauen würde mir zu sagen, welche Leidenschaft über Jaaahre schon in ihm schlummert. Und es ist in meinen Augen vollkommen egal ob es dafür die Gründe in der Vergangenheit gab, oder ob es die Gründe im Hier&Jetzt für sein Schweigen gab/gibt. Unsere Partner haben geschwiegen aus Scham, aus Angst, und wahrscheinlich auch oft aus Panik. Ich appelliere an euch, dass ihr euch bitte in euren liebsten Menschen hineinfühlt welches Opfer er über Jahre stillschweigend ertragen hat. Oft zwingt Transmenschen dieser unerträgliche Leidensdruck dazu endlich zu reden. Bitte bitte denkt mit daran, wenn ihr über sein Tun urteilen, verurteilen oder bewerten wollt
Was mir persönlich auch immer wieder in meinem Alltag hilft mit anderen Wesen einen friedlichen und akzeptierenden Umgang zu pflegen, ist die Erinnerung daran, mich selbst nicht ständig zu wichtig zu nehmen
Namaste