Hallo,
dann versuche ich einmal das Nicht-Binär-Problem darzustellen:
Kathi87 hat geschrieben: Fr 3. Jan 2020, 15:13
.. es muss aber geschaut werden ob es sich wirklich um Trans handelt und nicht um irgendwelche anderen Probleme, denn dann wäre der Weg zum Scheitern verurteilt. ..
Wenn es nur die beiden Geschlechter männlich und weiblich und nichts daneben oder irgendwo dazwischen gibt, ist diese Art der Beurteilung richtig und zielführend. Und dann bin ich da raus. Ich fühle mich nicht vollständig als Frau, und werde auch nicht glücklich, wenn ich mich vollständig zur Frau angleichen lasse. - Also: "Schön sie kennen gelernt zu haben, alles Gute, Tschüss." Ich habe ja irgendwelche andere Probleme.
Und jetzt? Soll ich meine depressiven Zustände, die ich habe, weil ich mit meiner männlichen Identität nie klar gekommen bin, jetzt mit Medikamenten, also letztlich mit Drogen, "ruhig stellen" lassen? Dabei irgendwie fremdgesteuert dahin dämmern? Vielleicht noch der eine oder andere Selbstmordversuch, mit geschlossener Psychiatrie als Folge? - Das sind jetzt keine schönen Aussichten, denke ich mal.
Also was macht nun ein MzF-Enby der*die*x sich als trans identifizieren kann und/oder im Trans-Weg eine Chance sieht? - Er*sie*x setzt vielleicht alles daran an eine Indikation zu kommen und beginnt dann erst einmal mit der HT. Sich so weit schlau zu machen, dass man den Psychologen von trans überzeugen kann, sollte kein allzu großes Problem sein. Dann als nächste Schritte die VÄ/PÄ mit den beiden Gutachten, Bart epilieren, Stimmtraining, ... . Die GaOP wird dann gerne "aus gesundheitlichen Gründen - Übergewicht, Herzprobleme, ... -" vor sich her geschoben. Ein Enby braucht sie ja nicht.
Der ganze Stress der Transition lenkt erst einmal von den depressiven Zuständen ab. Irgendwann ist aber das meiste erledigt. Dann geht es wieder los mit dem Gefühl irgendwo außerhalb der Gesellschaft zu stehen - bis hin zu einer schweren Depression und Selbstmordgedanken. Und in der SHG: "Was hast du denn? Du bist doch jetzt eine Frau, und wenn ich dein Passing hätte ... ." Das hilft nur nichts, wenn man Enby ist und nicht als Frau im falschen Körper geboren. Und warum hat der Psychologe das nicht erkannt? Ganz einfach: weil er selbst nicht betroffen ist und in den Kopf eines Menschen nicht hinein schauen kann. Und wie viele Trans-Menschen erkennen nicht, dass sie in Wirklichkeit eher nicht-binär als trans sind? Nach dem, was ich hier im Forum und bei einer SHG mit bekommen habe, vermute ich, dass es nicht wenige sind.
Nur: Ordne ich mich dem Trans-Weg unter, erhalte ich Unterstützung, Hilfe und Begleitung. Oute ich mich aber als nicht-binär, darf ich mit meiner Geschlechter-Rollen-Dysphorie alleine zurecht kommen. Vielleicht werde ich sogar noch als Hobby-Transvestit oder sexuell motiviert ausgegrenzt. Und nur das Symptom Depression mit Medikamenten behandeln? NEIN DANKE!!!
Liebe Grüße
Nicole