Helft der kleinen Sarah die Welt zu verstehen
Helft der kleinen Sarah die Welt zu verstehen - # 4

Intergeschlechtliche Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
ExUserIn-2026-04-08
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Re: Helft der kleinen Sarah die Welt zu verstehen

Post 46 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

MichiWell hat geschrieben: So 24. Nov 2019, 15:51
Vicky_Rose hat geschrieben: So 24. Nov 2019, 08:15 Was gibt uns das Recht, so zu urteilen und Menschen Chancen abzusprechen ?

Man muss den Menschen auch die Zeit und die Gelegenheit geben, ihr Tun und Denken selber zu hinterfragen. Wir können dabei mit unseren Perspektiven und Erfahrungen beitragen.
Hallo Vicky,

meine liebste Frieda wollte gerade niemand verurteilen und ihm die Chancen zur Entwicklung absprechen. Sie hat in meiner Wahrnehmung lediglich die erwartbare Reaktion vorweg genommen.

...Und auf dem Sterbebett zu bedauern, was man nicht getan, was man versäumt hat, ist dann zu spät. Mag sich hart anhören, gehört aber zur Realität unseres Seins und Daseins.
Liebe Michi,

wenn man eine erwartbar Reaktion vorweg nimmt, ist das nichts anderes als ein Urteil. Wer entscheidet denn darüber, wie der Andere sich entwickelt und wann ? Welche Perspektive nehme ich denn dem Anderen Gegenüber denn ein ?

Durch dieses Urteil verletzt man vielleicht den Anderen, aber vor allen Dingen sich selber. Urteile sind Selbstverletzungen. Das ist für mich fundamental. Was versäumt man, wenn man nicht über Andere ein Urteil spricht ? Beschneide ich mich nicht selber, in dem ich meinen Blick auf den Anderen einenge ?
Zuletzt geändert von ExUserIn-2026-04-08 am Mo 25. Nov 2019, 11:21, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
Carry
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Re: Helft der kleinen Sarah die Welt zu verstehen

Post 47 im Thema

Beitrag von Carry »

Aria hat geschrieben: Mi 20. Nov 2019, 20:34 Und nun kommt unsereins - der/die, was das angeht, die Weisheit mit Löffel gefressen hat - und versucht diesen Menschen die trans*Welt zu erklären. Das ist ungefähr so, als wölle man einem Buschmann was von der Raumfahrt und der Mondlandung erzählen. Das sind Dinge, die man sich nur schwer vorstellen kann, wenn man sie eben nicht selbst erlebt hat und man Zeit dafür hatte, sich in sie hinein zu finden. Aus diesem Grund finde ich die meisten Beiträge in Threads, wie zuletzt den von Carry, einen kleinen Ticken übergriffig. Da kommt ein Buschmann namens Carry hierher und möchte wissen, warum in seiner Steppe die Apollo-Kapsel gelandet ist und warum sein Dorf ob dieser Begegnung nicht mehr das selbe ist. Woraufhin er erzählt bekommt, dass doch mittlerweile gar nix mehr sonderbares sei und er sich doch der neuen Welt nicht verschliessen kann.

Das kommt dann davon, wenn jeder in seiner Blase hockt und meint, seine Sicht auf die Welt sei die einzig wahre. In diesem Sinne hast du m.M.n. recht, wenn du sagst, dass wir doppelte Standards haben. Einerseits müssen wir solchen Menschen wie Carry, die Zeit geben - sofern sie den Willen dazu haben - diese Dinge zu verstehen. Und andererseits müssen wir akzeptieren, dass es Menschen gibt, die nicht verstehen, bzw. verstehen wollen, weil das eben nicht in ihr Weltbild passt. Und noch was, es hat niemand gesagt, welches das richtige Weltbild ist. Nur, weil wir durch unser Anderssein gelernt haben, über den grossen Tellerrand zu gucken, heisst das noch lange nicht, dass das die alleinige Wahrheit ist.
Liebe Aria,

da Du mich direkt als Beispiel angeführt hast, möchte ich natürlich nicht stumm bleiben - denn entgegen meines ursprünglichen Vorhabens nach den Reaktionen in meinem Thread, dieses Forum wieder zu verlassen, bin ich noch da und lese sehr aufmerksam mit.
Dein Beispiel mit dem Buschmann finde ich sehr treffend, denn genau so fühlt es sich an. Und abgesehen von der anfänglichen Annahme, dass ich hier in diesem Forum vor Allem Kontakt mit anderen Partnerinnen finden würde, die mir einfach mit ihren Erfahrungen dabei helfen würden, mein Weltbild vielleicht ganz neu zu überdenken, habe ich sehr viel Ablehnung von den "Mädels" erfahren (natürlich nicht nur, ich habe auch sehr sehr tollen, verständnisvollen Zuspruch erfahren!) und war teilweise wirklich schockiert, dass gar nicht versucht wurde, mich an dem Punkt abzuholen, wo ist stehe (stand - denn ich bin inzwischen auch schon wieder einige Schritte weiter!). Das ist tatsächlich das m.E.n. vorherrschende Problem mit vielen Diskussionen hier - dass ich, auch wenn ich schon seit 5 Monaten Bescheid weiß, dennoch ganz am Anfang stehe und immernoch dabei bin, mich überhaupt in die ganze Situation einzufinden, wurde diverse Male überlesen, oder wollte nicht wahrgenommen werden.
Oftmals wurde mir Ablehnung unterstellt - dazu habe ich weit mehr als einmal angeführt, dass es gar keine Ablehnung in dem Sinne gibt, sondern einfach nur Schwierigkeiten, mit der ganzen Situation umzugehen und diese für mich anzunehmen.
Zeit geben - genau das ist auch der Punkt! Ich habe direkt bei dem ersten Outing-Gespräch mit meinem Liebsten ganz klar formuliert, dass ich damit irgendwann irgendwie klarkommen werde,daß wir einen für uns Beide gut lebbaren Weg finden werden und Aufgeben schlichtweg keine Option für mich ist, aber ich eben Zeit brauche, Zeit, um erstmal Informationen über die Apollo-Kapsel in meiner Steppe, um in Deinem Bild zu bleiben, einzuholen, mich damit auseinander zu setzen, Zeit, zu lernen, was Trans*-Sein überhaupt bedeutet, Zeit, mich mit mir und meinen Selbstzweifeln etc. auseinander zu setzen und und und...und dem Himmel (dem Universum, Gott oder wem/was auch immer) sei Dank, konnte mein Liebster mit all seinem großartigen Verständnis für meine Situation, mir diese Zeit auch geben. Im Laufe diesen ganzen Prozesses habe ich, wie ich ja öfter schrieb, durchaus die Bereitschaft gezeigt, mich zu hinterfragen - nicht umsonst habe ich sogar in meinem ersten Thread immer betont, dass das "Problem" ja wohl bei MIR und meinen ganzen Selbstzweifeln etc. liegt - wie man daraus verstehen und unterstellen kann, dass ich nicht bereit wäre, die Perspektive zu wechseln usw. ist mir nach wie vor schleierhaft.
Sei's drum ...ich habe ja auch viel positives erfahren dürfen, habe ganz praktische Tipps (die ich auch schon teilweise umsetzen konnte) und Hilfe bekommen - wofür ich unglaublich dankbar bin - habe Literatur-Vorschläge erhalten, die ich angenommen habe (aber ich kann ganze Bücher nicht innerhalb von drei Tagen lesen...) und habe mir durchaus über all die verschiedenen Perspektiven und Herangehensweisen Gedanken gemacht, sowie sehrwohl schon das positive Potential zum persönlichen Wachstum und einer absolut positiven Entwicklung meiner Beziehung erkannt. Und dennoch hat der "Buschmann" eben fast 42 Jahre in seinem Dorf gelebt, und nun, wo er gerade erst erfahren hat, dass die anderen Menschen schon auf dem Mond waren, soll ich - nach Meinung von so einigen hier - die Apollo-Kapsel gleich mit Begeisterung selbst fliegen.
Deswegen nochmal eine große Bitte an alle hier: Wenn neue Partnerinnen sich hier melden, dann ist das i.d.R. so ziemlich der erste Kontakt mit der Raumfahrt - und jede einzelne hat eine andere Ausgangssituation, die eine hat mehr, die andere weniger Probleme mit der Thematik, aber allen ist doch gemein, dass sie hier sind und sich doch auseinandersetzen WOLLEN und i.d.R. auch ihre Beziehungen aufrecht halten wollen - wir sind doch keine Monster, die euch davon überzeugen wollen, euer Trans*-Sein "abzustellen" oder euch nur nach unseren Regeln zu verhalten - sondern wir versuchen, zu verstehen, euch und uns selbst und das "große Ganze"!
"Wenn Du heute aufgibst, wirst Du nie wissen, ob Du es morgen geschafft hättest!"
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Re: Helft der kleinen Sarah die Welt zu verstehen

Post 48 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin)
Aria hat geschrieben: So 24. Nov 2019, 19:55 Ich habe deine Partnerschaft ins Spiel gebracht, da du nie die Erfahrung gemacht hast und wahrscheinlich auch nie machen wirst, dich als Transfrau auf Partnersuche zu begeben. Ich betone auch extra noch mal, dass ich vor und nach der Transition heterosexuell bin und mich demnach - wie ich bereits gesagt habe - neu ausrichten musste. Ich habe also das Glück - oder Leid, wie mans nimmt - mich mit der Männerwelt auseinandersetzen zu müssen.
Danke für die ausführliche Klarstellung. Das ist natürlich noch mal eine ganz andere Hausnummer, da gebe ich dir vollkommen recht. Ich hatte in deinem ersten Posting nicht genau verstanden, wie du das mit der Partnerin meinstest, jetzt ist es mir klar... Klar, jemanden für eine Partnerschaft zu finden, ist ja so schon äußerst schwierig, mit unserem Hintergrund vermutlich fast unmöglich, könnte ich mir vorstellen.
Da jemanden zu finden, der uns (nur) so sieht, wie wir sind, ohne die Vergangenheit... gleicht der Suche nach einer Nadel im Heuhaufen.
Ich weiß, das sind nur Phrasen, aber mir fällt leider gerade nichts hilfreiches ein, was ich dazu schreiben könnte :cry: Wie du schon sagtest, ich musste mich mit diesem Thema nicht auseinandersetzen. Aber vielleicht gibt es andere Transfrauen in einer ähnlichen Situation, die mit Erfahrung(en) dienen könnten.
Aria hat geschrieben: So 24. Nov 2019, 19:55 Die anderen Erfahrungen konnte ich während meiner Arbeit als freischaffende Architektin sammeln. Das ging von vor mir auf den Boden spuckenden Bauarbeitern bis hin zu Auftraggebern, die, nachdem sie von meiner Vergangenheit erfahren hatten, ihre Verträge mit mir kündigten. Nicht, dass man es als Frau auf dem Bau schon schwer genug hat, nein, als Transfrau ist das noch mal eine ganz andere Nummer. Da ich mir aber manche Projekte nicht aussuchen kann, muss ich mich einfach mit den Leuten umgeben, ob ich will oder nicht
Das ist ja heftig :cry:
Wenn man dann auf die Aufträge angewiesen ist um über die Runden zu kommen und die werden einem dann entzogen, nicht weil man unfähig ist oder Fehler gemacht, sondern weil man ist mehr man ist??? So ein Verhalten macht mich fassungslos. Und wütend! Vor allem bist du ja dann machtlos. Ich weiß ja nicht wie sich die Situation mit dem Bauarbeiter dargestellt hat, also ob sie eindeutig dir zuzuordnen ist..?
Wenns hinter mir "Gegacker" gibt gehe ich erstmal davon aus, das es nicht mir gilt. Also so lange ich etwas nicht eindeutig mir zuordnen kann, ignoriere ich "komisches" Verhalten...
Aria hat geschrieben: So 24. Nov 2019, 19:55 Dennoch verstehe ich nicht, wie du mir meine Meinung zum gesellschaftlichen Bild auf uns in Abrede stellen kannst, nur weil du es anders erfahren hast.
Deine Meinung kann ich dir nicht absprechen, ist ja deine. Ich teile deine Meinung nicht bzw. ich hab eine andere.
Und ich finde Verallgemeinungen von Gruppen immer unfair, denn es sind immer Individuen, die sich daneben benehmen. Deswegen ist mir das "Gros der Gesellschaft" sauer aufgestoßen.
Ich bin nach wie vor überzeugt, das die meisten Menschen kein Problem mit Normvarianten, in welcher Form auch immer, haben.

Davon abgesehen, stimmen mich deine Erlebnisse dennoch traurig :cry:
Das zeigt mir wieder, wieviel Glück ich eigentlich doch habe...

Grüße
die Anja
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Re: Helft der kleinen Sarah die Welt zu verstehen

Post 49 im Thema

Beitrag von Carry »

VanessaL hat geschrieben: So 24. Nov 2019, 09:26 Vielleicht doch noch etwas bissiges am Ende ... quasi zum Abschied:
Ich bekomme immer wieder den Eindruck, dass sich Partnerinnen, die sich hier melden, in einer "Opferrolle" befinden. Immer wieder lese ich auch Beiträge, die sie darin bestätigen oder zumindest Verständnis für diese Situation aufbringen.
Ich empfinde das mittlerweile als zweischneidiges Schwert. Denn es gibt ja auch noch die Seite der TransPerson, des Mannes der sich geoutet hat. Wenn ich der einen Seite eine Opferrolle zugestehe, schiebe ich die andere Seite automatisch in die Täterrolle. Diese Formulierungen empfinde ich oft als grenzwertig. Dazu kommt, dass vielen, die sich auf der Such nach Liebe und Anerkennung geoutet haben, anschließend dieser Raum wieder sehr stark eingeengt wird. Es sind nicht die Partnerinnen, die es tolerieren und annehmen müssen, aber es sind die TransPersonen, von den immer wieder unterschwellig oder ganz offen verlangt wird, Grenzen einzuhalten und zu respektieren, damit die Beziehung aufrecht gehalten werden kann. Da passt meiner Meinung nach etwas gewaltig nicht.
Liebe Vanessa,

ja, die Partnerinnen, die sich hier melden, befinden sich tatsächlich in dem Moment, in dem sie Hilfe suchen, in einer "Opferrolle", denn in aller Regel sind sie "Opfer" von Täuschungen geworden. Ich allerdings erkenne nicht, dass sie ihre Partner*innen in die Täterrolle drängen - also ich für meinen Teil auf gar keinen Fall. Es ist doch niemand "Schuld" daran, dass er ist, wie er ist, mein Partner nicht und ich auch nicht. Keiner macht sich selber! Ich habe meinem Mann seine Neigung NIEMALS auch nur in einer einzigen Silbe vorgeworfen oder auch nur im Ansatz geäußert, dass ich ihm für irgendwas die Schuld gebe! Einzig die "Natur" ist schuld daran, dass die Menschen so sind, wie sie sind. Das einzige, was man zum Vorwurf machen könnte, ist die Tatsache, dass in aller Regel die Beziehungen unter Vortäuschung falscher Tatsachen eingegangen wurde - und das ist - ganz egal worum es geht - dann immer, logischer Weise, erstmal eine ENT-Täuschung im Ursinn des Wortes - auch wenn man als Partnerin die Beweggründe, die zu dieser Täuschung geführt haben, durchaus nachvollziehen kann. Täuschungen, gleich welcher Art führen immer zu Verletzungen und Vertrauensbrüchen.

Wenn wir mal ehrlich sind, haben wohl wenige sich ihren Partnerinnen gegenüber auf Grund der Suche nach Liebe und Anerkennung geoutet, in den meisten Fällen wurden sie entweder mehr oder weniger zufällig entdeckt und hatten gar nicht vor, sich zu outen (was noch schlimmer für die Partnerin ist, weil das einem Vertrauensbruch wie "Fremdgehen" gleichkommt - rein emotional für die Partnerin), oder das Outing passierte, so wie in meinem Fall, aus einer ausweglosen Druck-Situation heraus...

Meiner Ansicht nach kann JEDE Beziehung, völlig gleich welcher Art und Konstellation, immer NUR dann wirklich funktionieren, wenn man - vollkommen egal um welchen Lebensbereich es sich handelt - GEMEINSAM Grenzen absteckt, erarbeitet, formuliert und diese sind dann auch ZWINGEND von BEIDEN Seiten einzuhalten und zu respektieren. Das sollte eine Grundvoraussetzung jeder Beziehung sein, ansonsten muss sich immer einer verbiegen, oder Zugeständnisse machen, die derjenige vielleicht gar nicht wirklich machen will. Das beziehe ich jetzt wirklich auf jeden Lebensbereich.
Klipp und klar formuliere ich meinem Partner gegenüber meine Werte und meine Grenzen - und erwarte das von ihm ebenso - und dann muss man sehen, ob man diese gemeinsam leben kann und wie - nur so ist eine wahrhaftige, aufrichtige und ehrlich glückliche Beziehung überhaupt möglich.
Wie gesagt: meiner Ansicht nach! Andere mögen das anders sehen - mein Mann sieht es Gott sei Dank genauso.
Und da Menschen sich im Laufe ihres Lebens immer verändern und entwickeln und man sich auch als Paar entwickelt, können, bzw. müssen diese klaren Grenzen auch immer mal wieder neu ausgelotet werden.
Wer also nicht bereit ist, sich in einer Beziehung innerhalb GEMEINSAM abgesteckter Grenzen zu bewegen, der sollte, meiner Auffassung nach, besser keine eingehen. Und ehrliche und aufrichtige Grenzen können nur dann gesetzt werden, wenn BEIDE Seiten auch genau wissen, WARUM der andere diese braucht.
Wenn also, aus welchen Beweggründen auch immer - und seien sie noch so verständlich und nachvollziehbar - in irgendeiner Weise in existentiellen Bereichen eine Geheimniskrämerei betrieben wird, dann ist die Beziehung auf Lügen aufgebaut - und das darf man einem Partner m.E.n. immer ein Stück weit "vorwerfen".
"Wenn Du heute aufgibst, wirst Du nie wissen, ob Du es morgen geschafft hättest!"
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Re: Helft der kleinen Sarah die Welt zu verstehen

Post 50 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Carry hat geschrieben: Mo 25. Nov 2019, 10:53 Meiner Ansicht nach kann JEDE Beziehung, völlig gleich welcher Art und Konstellation, immer NUR dann wirklich funktionieren, wenn man - vollkommen egal um welchen Lebensbereich es sich handelt - GEMEINSAM Grenzen absteckt, erarbeitet, formuliert und diese sind dann auch ZWINGEND von BEIDEN Seiten einzuhalten und zu respektieren. Das sollte eine Grundvoraussetzung jeder Beziehung sein, ansonsten muss sich immer einer verbiegen, oder Zugeständnisse machen, die derjenige vielleicht gar nicht wirklich machen will. Das beziehe ich jetzt wirklich auf jeden Lebensbereich.

Hi,

sorry wenn ich das so offen sagen muss...das wirkt auf mich extrem gefühllos..

kann es wirklich der Sinn sein, Gefühle durch Logikkonstrukte zu beschränken die im nächsten Moment
unpassend sein können? Welche Selbstgeiselung ist das auch-aua.

Es gibt doch Grundregeln seit ewigen Zeiten die ein gutes Zusammenleben garantieren und ich glaube
die sind so definitionsfrei in jedem Wesen angelegt, das das von allein klappen sollte/müsste/ach was weiss ich.

Carry bei aller Liebe, willst du leben oder einen lebenden Prozess?
So wie du es schreibst, klingt es mir sehr sehr technisch-männlich. Und traurig. Und zum Glück weit weg von meiner
Realität in der ich mir ein gefühlvolles Aufeinanderzugehen wünsche..

Alles Liebe Marie (flo)
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
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Re: Helft der kleinen Sarah die Welt zu verstehen

Post 51 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-18 »

Carry hat geschrieben: Mo 25. Nov 2019, 10:53 ja, die Partnerinnen, die sich hier melden, befinden sich tatsächlich in dem Moment, in dem sie Hilfe suchen, in einer "Opferrolle", denn in aller Regel sind sie "Opfer" von Täuschungen geworden. Ich allerdings erkenne nicht, dass sie ihre Partner*innen in die Täterrolle drängen - also ich für meinen Teil auf gar keinen Fall.
....
Wenn also, aus welchen Beweggründen auch immer - und seien sie noch so verständlich und nachvollziehbar - in irgendeiner Weise in existentiellen Bereichen eine Geheimniskrämerei betrieben wird, dann ist die Beziehung auf Lügen aufgebaut - und das darf man einem Partner m.E.n. immer ein Stück weit "vorwerfen".
Mit welchem Ziel willst Du (D)einem Partner etwas vorwerfen?

Also doch ein Täter?

Ich glaube Du drehst Dich argumentativ im Kreis. Aber vielleicht nehme nur ich das so wahr.
Es ist ein sehr schwieriger Prozess seine Glaubenssätze zu hinterfragen .... manche will, kann oder darf man gar nicht loslassen. Ich verstehe das sehr gut und möchte nicht in Deiner Haut stecken.

Alles Liebe
Vanessa
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Re: Helft der kleinen Sarah die Welt zu verstehen

Post 52 im Thema

Beitrag von Carry »

!EmmiMarie! hat geschrieben: Mo 25. Nov 2019, 11:32 Hi,

sorry wenn ich das so offen sagen muss...das wirkt auf mich extrem gefühllos..
Gefühllos??? ICH??? Echt jetzt??? Wow...sorry, aber wenn das nicht so traurig wäre, dann müsste ich mich vor Lachen jetzt ausschütten :lol:

Menschen haben NOCH NIE ohne gemeinsame Regeln und Grenzen miteinander leben können....aber "so what".....es macht einfach keinen Sinn hier - ich habe hier den Stempel "gefühlloses Monster" einmal aufgedrückt bekommen und nun ist das so....ist mir aber auch egal - die Menschen, die mich kennen, wissen, dass ich genau das Gegenteil bin, und nur das ist wichtig!
"Wenn Du heute aufgibst, wirst Du nie wissen, ob Du es morgen geschafft hättest!"
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Re: Helft der kleinen Sarah die Welt zu verstehen

Post 53 im Thema

Beitrag von Carry »

VanessaL hat geschrieben: Mo 25. Nov 2019, 12:02 Mit welchem Ziel willst Du (D)einem Partner etwas vorwerfen?

Also doch ein Täter?

Ich glaube Du drehst Dich argumentativ im Kreis. Aber vielleicht nehme nur ich das so wahr.
Es ist ein sehr schwieriger Prozess seine Glaubenssätze zu hinterfragen .... manche will, kann oder darf man gar nicht loslassen. Ich verstehe das sehr gut und möchte nicht in Deiner Haut stecken.
Schade, es hat einfach keinen Zweck! Ich schreibe also doch hebräisch rückwärts anscheinend....

Zwei verschiedene Paar Schuhe:
1. ...wenn mein Partner mich anlügt, Dinge verheimlich, absichtlich vor mir versteckt, vertuscht - dann ist er - ganz egal worum es dabei geht - ein Lügner! Ja! Also in Deiner Wortwahl ein Täter, denn er lügt!
2. ....mein Partner ist Trans* ....DAS macht ihn keinesfalls zu einem Täter, denn dafür kann er nichts, das macht er nicht absichtlich, um mich zu verletzen oderso, sondern weil er einfach so ist.

Diese Differenzierung ist doch zu verstehen, oder!?

Und jetzt kommt mir bitte nicht mit "er lügt ja, weil...." - nee nee, er hätte niemals lügen müssen! DAS war seine bewußte Entscheidung und damit hat er mich verletzt! Punkt!

Und ich WILL meinem Partner gar nichts vorwerfen - tue ich auch nicht - daher habe ich dabei auch kein Ziel! Ich werfe ihm in diesem Fall ja nicht mal das Lügen vor, denn ich kann sehrwohl nachvollziehen, wieso er das gemacht hat - verletzt hat es mich dennoch....denke, das ist nachvollziehbar.
Gleichzeitig bin ich aber auch zutiefst berührt und dankbar, dass er es geschafft hat, mir die Wahrheit zu sagen.
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Re: Helft der kleinen Sarah die Welt zu verstehen

Post 54 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Carry hat geschrieben: Mo 25. Nov 2019, 12:11 Wow...sorry, aber wenn das nicht so traurig wäre, dann müsste ich mich vor Lachen jetzt ausschütten
Wie du magst-ich sage nur wie es bei mir ankommt und das muss für dich nicht so sein...
Carry hat geschrieben: Mo 25. Nov 2019, 12:11 Menschen haben NOCH NIE ohne gemeinsame Regeln und Grenzen miteinander leben können....aber "so what".....es macht einfach keinen Sinn hier - ich habe hier den Stempel "gefühlloses Monster" einmal aufgedrückt bekommen und nun ist das so....ist mir aber auch egal - die Menschen, die mich kennen, wissen, dass ich genau das Gegenteil bin, und nur das ist wichtig!
Ich habe nicht gesagt ohne-ich sagte die Grundregeln sollten hinlänglich bekannt sein und alles drüber
raus kann muss aber nicht-je nach Gusto. Ich fände es traurig mehr als nötig zu reglementieren.

Es macht einfach keinen Sinn? Bitte schön! Oder anders gesagt du lässt dir nichts sagen und ich mir in dem
Fall auch nicht. Warum auch, du hast deine und ich meine Meinung.

Meine Unsicherheit ist leise, du bist dabei halt LAUT und POLTRIG-warum sind nur nicht alle Menschen gleich?
Das wär doch so schön einfach...
wer dich kennt-okay. Ich kenne dich nicht und du beweist hier exakt das Gegenteil von dem was du grade schreibst.
Was jetzt stimmt kann ich dann leider nicht wissen-auch nicht wer du in Wirklichkeit bist.

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Re: Helft der kleinen Sarah die Welt zu verstehen

Post 55 im Thema

Beitrag von Carry »

!EmmiMarie! hat geschrieben: Mo 25. Nov 2019, 12:50 Ich habe nicht gesagt ohne-ich sagte die Grundregeln sollten hinlänglich bekannt sein und alles drüber
raus kann muss aber nicht-je nach Gusto. Ich fände es traurig mehr als nötig zu reglementieren.
....pssst.....aber weil alle Menschen unterschiedlich sind, sind auch unterschiedliche Regeln und Grenzen für unterschiedliche
Paare notwendig....zumindest sollte es jedes Paar selbst wissen, in welcher Form und welchem Umfang "regelementiert" wird....und nichts ist gefährlicher, als "anzunehmen", dass irgendwas vermeintlich hinlänglich Bekanntes für irgendwen klar ist....das muss es nämlich ganz und gar nicht sein. Ist aber, das sage ich auch ganz leise, ja nur meine persönliche Lebenserfahrung - und für mich ist es einfach gesunde Selbstfürsorge, meine ganz persönlichen Grenzen und Werte zu formulieren und auch dahinter zu stehen. Würde wohl auch nahezu jeder Therapeut empfehlen, steht auch in vielen schlauen Büchern....aber was weiß ich schon...jeder muss letztlich ja nach seiner Fasson glücklich werden... (smili)
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Re: Helft der kleinen Sarah die Welt zu verstehen

Post 56 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-18 »

Carry hat geschrieben: Mo 25. Nov 2019, 12:26 Gleichzeitig bin ich aber auch zutiefst berührt und dankbar, dass er es geschafft hat, mir die Wahrheit zu sagen.
Liebe Carry,

dann solltest Du dieses Gefühl vielleicht kultivieren und das andere ablegen!?

Denn anscheinend geht es Dir/Euch damit viel besser ...

Alles Liebe
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Re: Helft der kleinen Sarah die Welt zu verstehen

Post 57 im Thema

Beitrag von Jaddy »

!EmmiMarie! hat geschrieben: Mo 25. Nov 2019, 11:32
Carry hat geschrieben: Mo 25. Nov 2019, 10:53 Meiner Ansicht nach kann JEDE Beziehung, völlig gleich welcher Art und Konstellation, immer NUR dann wirklich funktionieren, wenn man - vollkommen egal um welchen Lebensbereich es sich handelt - GEMEINSAM Grenzen absteckt, erarbeitet, formuliert und diese sind dann auch ZWINGEND von BEIDEN Seiten einzuhalten und zu respektieren.
sorry wenn ich das so offen sagen muss...das wirkt auf mich extrem gefühllos..

kann es wirklich der Sinn sein, Gefühle durch Logikkonstrukte zu beschränken die im nächsten Moment
unpassend sein können? Welche Selbstgeiselung ist das auch-aua.
Einen gemeinsamen modus vivendi zu finden muss durchaus nicht konstruiert oder gefühllos sein. Das hängt davon ab, wie 1 kommuniziert. Mein Bunny und ich sprechen uns auch ab, aber wir führen keine Verhandlungen, sondern erzählen uns unsere Bedürfnisse und Gefühlslagen und suchen dann nach gangbaren Wegen, wie wir beide damit glücklich sind. Ein wesentlicher Faktor dabei ist, dass wir selbst nur glücklich sein können, wenn d"¢ andere auch glücklich ist.
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Re: Helft der kleinen Sarah die Welt zu verstehen

Post 58 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Jaddy hat geschrieben: Mo 25. Nov 2019, 16:09 Mein Bunny und ich sprechen uns auch ab, aber wir führen keine Verhandlungen, sondern erzählen uns unsere Bedürfnisse und Gefühlslagen und suchen dann nach gangbaren Wegen, wie wir beide damit glücklich sind. Ein wesentlicher Faktor dabei ist, dass wir selbst nur glücklich sein können, wenn d"¢ andere auch glücklich ist.
Da fühle ich mich schon eher wohl damit..

hmm okay, ich habe gestern meiner Liebsten von einem wiederkehrenden Traum erzählt und
sie ist ja sowas wie meine Traumdeuterin, wenn auch mit fremden Hilfsmitteln.

Der Traum handelt davon, das mich Zombies verfolgen-ja tatsächlich.
Aber nicht so die typische Art Zombie, eher doof und animalisch, sondern im Grunde sind die
ganz nett. Aber eben Zombies...

die wahrscheinlichste Deutung ist, das ich immer noch ein massives Problem mit Fremdbestimmung
habe. Oder anders gesagt, ich fühle mich in einer abweichenden Meinung von allen anderen am wohlsten.
Daher denke ich mir grade öfter mal
Buenas dias messias...

ist nicht böse gemeint (dr)

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Re: Helft der kleinen Sarah die Welt zu verstehen

Post 59 im Thema

Beitrag von Carry »

Jaddy hat geschrieben: Mo 25. Nov 2019, 16:09 Einen gemeinsamen modus vivendi zu finden muss durchaus nicht konstruiert oder gefühllos sein. Das hängt davon ab, wie 1 kommuniziert. Mein Bunny und ich sprechen uns auch ab, aber wir führen keine Verhandlungen, sondern erzählen uns unsere Bedürfnisse und Gefühlslagen und suchen dann nach gangbaren Wegen, wie wir beide damit glücklich sind. Ein wesentlicher Faktor dabei ist, dass wir selbst nur glücklich sein können, wenn d"¢ andere auch glücklich ist.
Tausend Dank Jaddy!!! DU hast mich richtig verstanden (yes) (flo)
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Re: Helft der kleinen Sarah die Welt zu verstehen

Post 60 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin)
Carry hat geschrieben: Mo 25. Nov 2019, 16:29 Tausend Dank Jaddy!!! DU hast mich richtig verstanden (yes)
ja, unglaublich, oder? Du drückst dich so klar und deutlich aus und fast jede bekommt das in den falschen Hals. Und dann drückst du dich noch deutlicher aus und trotzdem verstehts keiner...
Ich konnte garnichts mehr schreiben, mir war schwindelig vom Kopfschütteln, sorry :lol:
An dir liegts nicht! Ich verstehe dich wunderbar )))(:

Grüße
die Anja
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