Mutter eines Crossdressers...wie unterstütze ich mein Kind
Mutter eines Crossdressers...wie unterstütze ich mein Kind

rhoody
Beiträge: 14
Registriert: Mo 23. Sep 2019, 09:06
Pronomen:
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Mutter eines Crossdressers...wie unterstütze ich mein Kind

Post 1 im Thema

Beitrag von rhoody »

Hallo an Euch alle )))(:

vor ein paar Wochen, hat mein Kind mir erzählt, das er non binar ist (ich musste es Googlen den Begriff kannte ich nicht) Non-binar ist für mich kein Thema, da mein Kind mein Kind ist. Also es macht keinen Unterschied für mich. (Für ihn ist es natürlich in einer überwiegend binaren Welt schwer)

Eine Woche später erzählte er, dass er Crossdresser ist. (auch das musste ich Googlen, dachte er meinte eine Sportart... :lol: ) Das Crossdressing ist schon schwieriger für mich. Allein der Gedanke, dass mein Kind vielleicht angefeindet, belächelt oder so wird (ag) (ag) (ag) Da kommt der geballte Schutzinstinkt einer Mutter durch. In unserer Binaren Welt ist es ja nicht so selbstverständlich zu sein wie man ist.

Nun möchte ich natürlich mein Kind unterstützen. Ich habe ihn z. B. gefragt, wie ich vorstellen soll...mein Kind? Mein Sohn? USW. Er möchte mit mein Sohn weiterhin vorgestellt werden.

Das Crossdresser ist schwieriger. Dazu gehört Mut und ich vermute "¦auch eine längere Anlaufphase. Er sagte, er habe mal was online bestellt, passte aber meistens nicht. Ich habe ihm gesagt, dass ich ja alles für ihn schneidern kann. Er kann sich die Stoffe und Schnitte aussuchen und ich nähe ihm das denn.



Nun habe ich mir folgendes überlegt, um ihn zu unterstützen, bzw. einen Anfang zu finden ( Ich möchte ihn ja nicht überfordern/überrumpeln)Frauenkleidung in seinen Alltag zu integrieren:

Ich habe gedacht, ich stelle unser Weihnachtsfest unter das Motto Schottland. So mit traditionellen Speisen, Getränken, Bräuchen und eben Kleidung. Hierzu muss ich sagen, dass mein Freund einen Kilt hat und diesen auch gerne mal tragen würde. Ich würde dann für meinen Sohn nach seinen Wünschen einen Rock in Anlehnung an einen Kilt nähen (muss ja nicht im Tartanmuster sein) und dazu eine passende Bluse/Tunika. So kann er im Kreise der Familie einen Rock tragen ohne sich weiter zu outen zu müssen (denn das soll er ja selber entscheiden, wen und wann er das mitteilen möchte)
Ausserdem wäre er nicht allein mit Rock, mein Freund hätte ja auch einen an. Und so kann er vielleicht etwas besser Gefühl für Frauenkleidung entwickeln.

Ich weiß, dass es nicht das gleiche ist, aber vielleicht ein Anfang. Eine Möglichkeit sich nicht zu verstecken.

Irgendwann möchte er ja Frauenkleidung in seinen Alltag integrieren"¦denke ich.

Was meint Ihr? Soll ich ihm das vorschlagen? Oder überschreite ich da Grenzen?

Dann habe ich noch eine Frage zum Haarwuchs. Er möchte keinen Bartwuchs mehr und auch Körperbehaarung soll der Kampf angesagt werden. Habt Ihr da Tipps, die ich weitegeben kann? Ich selber epiliere, aber bei so vielen Haaren...stell ich mir das zu schmerzhaft vor.

Liebe Grüße
RH
Anja
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1787
Registriert: Di 26. Jan 2016, 09:45
Geschlecht: weiblich
Pronomen: Sie
Wohnort (Name): Buchholz in der Nordheide
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Mutter eines Crossdressers...wie unterstütze ich mein Kind

Post 2 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin)

und erst einmal herzlich willkommen in unserer kleinen Gemeinde!
Zu den meisten Fragen würde ich sagen, das musst du deinen Sohn fragen. Es gibt, gerade beim CD, so viele Facetten, was jemand braucht um sich wohl zu fühlen, das andere CD's da nur bedingt drüber Auskunft geben können.
rhoody hat geschrieben: Mo 23. Sep 2019, 11:08 Er möchte keinen Bartwuchs mehr und auch Körperbehaarung soll der Kampf angesagt werden. Habt Ihr da Tipps, die ich weitegeben kann? Ich selber epiliere, aber bei so vielen Haaren...stell ich mir das zu schmerzhaft vor.
Oh ja, das ist schmerzhaft, aber ich schwöre darauf. Ich hab auch erst am Körper angefangen, inzwischen epiliere ich sogar im Gesicht.
Nachdem ich mir die dunklen Barthaare hab weglasern lassen, epiliere ich mir den Rest regelmäßig weg. Das erste Mal ist immer am schlimmsten, aber wenn man es regelmäßig macht, wird es ständig weniger...
Ich hab zuerst auch mal rasiert, aber der Effekt hält nur einen Tag. Dafür war mir der Aufwand zu groß.
Übrigens, ich finde es super, das du offen damit umgehst. Wir haben übrigens mindestens noch eine Mutter eines CD's hier im Forum.

Grüße
die Anja
Fällt der Apfel weit vom Stamm, kommt wenigstens mal Sonne dran!
Jaddy
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 4082
Registriert: Fr 24. Okt 2014, 21:38
Geschlecht: a_binär / a_gender
Pronomen: en/en/ens
Wohnort (Name): nahe Bremen
Hat sich bedankt: 314 Mal
Danksagung erhalten: 1413 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Mutter eines Crossdressers...wie unterstütze ich mein Kind

Post 3 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Also vorschlagen ohne bereits vollendete Tatsachen zu schaffen finde ich genau richtig. Hol ihn zuerst ins Boot. Wenn er sich das vorstellen kann, dann gestaltet es vielleicht gemeinsam. Tolle Sache.

Mit dem Bart stimme ich Anja zu: Diese Rupf-Epilation im Gesicht ist nur was für absolute Hardcore-Menschen und ist nicht dauerhaft. Laser funktioniert gut bei dunklen Haaren und heller Haut. Es gibt gute, kosmetisch orientierte Läden. Meiner hier macht das ganz nach Wunsch und berechnet pro Session und Fläche; ohne Vertrag und Paket. Da lohnt sich ausprobieren und ggf wechseln, bis 1 einen hat, der sowohl effektiv wie angenehm ist.

Es gibt auch bereits Enby-Gruppen und Vernetzung, wo er sich austauschen kann. Vielfach gibt es Überschneidungen mit Trans*Gruppen, weil Themen wie ständige Auseinandersetzung mit von aussen aufgedrückten Zuweisungen ähnlich sind.

Naja, und Klamotten: Es gibt inzwischen viele sichtbare Enbys bei Instagram, Twitter, Youtube, Reddit, wo er sich Anregungen holen kann - wenn er da nicht längst unterwegs ist :) Je nachdem wie er auftreten möchte, androgyn, feminin, kannst du ihm vielleicht ein paar Tipps geben.

Und klar wird es ab und zu unangenehme Reaktionen von aussen geben. Aber dass du ihm den Rücken stärkst ist schon mal viel wert. Das Maß, wie viel potenziellen Konflikt er aushalten will, ohne die eigene Identität zu verleugnen, wird er selber finden müssen. Je mehr Support er durch sein Umfeld hat, umso besser wird das werden.
Joe95
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3423
Registriert: Fr 22. Jan 2010, 14:27
Geschlecht: Frau
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Gummersbach - Niederseßmar
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 3 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Mutter eines Crossdressers...wie unterstütze ich mein Kind

Post 4 im Thema

Beitrag von Joe95 »

Wenn du ihm einiges Schneidern kannst ist das natürlich toll, aber es wäre bestimmt auch eine große Hilfe wenn du mit ihm einkaufen gehen kannst. Ich denke mal Unterwäsche schneidern lohnt nicht und zumindest ein Bh sollte anprobiert werden.
Die Läden sind da sehr professionell, da kann er auch als Mann einkaufen, in weiblicher Begleitung erst recht.
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

Du hast ne Frage, brauchst Rat oder Hilfe?
Ohren verleih ich nicht, aber anschreiben darfst du mich jederzeit...
Anja
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1787
Registriert: Di 26. Jan 2016, 09:45
Geschlecht: weiblich
Pronomen: Sie
Wohnort (Name): Buchholz in der Nordheide
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Mutter eines Crossdressers...wie unterstütze ich mein Kind

Post 5 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin)
Joe95 hat geschrieben: Mo 23. Sep 2019, 16:25 und zumindest ein Bh sollte anprobiert werden.
Mit Mama den ersten BH kaufen gehen. Ein Kindheitstraum (he)

Grüße
die Anja
Fällt der Apfel weit vom Stamm, kommt wenigstens mal Sonne dran!
Joe95
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3423
Registriert: Fr 22. Jan 2010, 14:27
Geschlecht: Frau
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Gummersbach - Niederseßmar
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 3 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Mutter eines Crossdressers...wie unterstütze ich mein Kind

Post 6 im Thema

Beitrag von Joe95 »

Anja hat geschrieben: Mo 23. Sep 2019, 16:42 Mit Mama den ersten BH kaufen gehen. Ein Kindheitstraum
Ebenst...
Und wenn sie doch eh helfen will...
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

Du hast ne Frage, brauchst Rat oder Hilfe?
Ohren verleih ich nicht, aber anschreiben darfst du mich jederzeit...
Nicole Fritz
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3016
Registriert: Mo 20. Mär 2017, 17:38
Geschlecht: Enby
Pronomen:
Forum-Galerie: gallery/album/567
Hat sich bedankt: 157 Mal
Danksagung erhalten: 253 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Mutter eines Crossdressers...wie unterstütze ich mein Kind

Post 7 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Hallo Rhoody,

erst einmal herzlich willkommen hier im Forum.

Das wichtigste, vor allem zur Behaarung und sozialen Vernetzung, hat Jaddy bereits geschrieben. Ob das mit dem Schottenrock jetzt zielführend ist, wage ich allerdings zu bezweifeln. Der ist ja schließlich immer noch männlich-binär. Das Crossdressen, in Teilzeit oder auch Vollzeit, kann eine Übergangs-Phase darstellen, bei der das beste Wohl-fühl-Outfit gesucht wird. Das kann dann androgyn oder feminin, oder wie ich es zuhause gerne mache, auch im Kleid oder Rock mit Stoppelbart sein.

Angefeindet zu werden kommt nach meiner Erfahrung eher selten vor. Vor einer 60-jährigen Person dürfte allerdings der Respekt größer sein. Mit belächelt werden oder schrägen Blicken muss man lernen umzugehen - am besten zurück lächeln. Sonst hilft vor allem ein selbstbewusstes Auftreten.

Und ganz wichtig: Ich hätte mich in jungen Jahren als non-binär outen sollen, statt verbissen den "richtigen" Mann zu spielen, was mich immer unglücklicher werden ließ. Aber vor über 40 Jahren war es eine andere Zeit. Dass es non-binär überhaupt gibt, weiß ich erst seit etwas mehr als zwei Jahren.

@Joe: Gemeinsam Einkaufen Gehen ist sicherlich wichtig und richtig. Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl, wenn man alleine im Mann-Modus einen BH anprobiert.

LG Nicole
Helga
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1212
Registriert: Sa 9. Mär 2019, 22:07
Geschlecht: m, Feiertagsfrau
Pronomen: fallabhängig
Wohnort (Name): Norddeutschland
Hat sich bedankt: 90 Mal
Danksagung erhalten: 109 Mal
Kontaktdaten:

Re: Mutter eines Crossdressers...wie unterstütze ich mein Kind

Post 8 im Thema

Beitrag von Helga »

Hallo rhoody,
Zunächst einmal herzlich willkommen im Forum!
Ich finde es ganz toll dass du dein Kind mit allen Kräften unterstützen willst. Wie hier im Forum immer wieder nachzulesen ist dies leider bei weitem nicht die Regel, auch wenn sich hier im Moment gerade strahlende Ausnahmen zeigen.
Du schreibst leider nicht wie alt dein Kind ist. Dir Ausdrücke "Kind" und "Schutzinstinkt" deuten auf ein junges Alter, möglicherweise noch nicht volljährig hin.
Er (schreibe ich jetzt ganz bewusst) steht ganz an Anfang einer Findungsphase von der niemand, nicht einmal er selber weiß wo sie ihn hinführt. Um nicht falsch verstanden zu werden: Wenn er jetzt gerne Frauenkleider trägt wird er sein Leben lang gerne Frauenkleider tragen. Soetwas verwaechst sich nicht. Aber wenn du dich im Forum umsiehst wirst du eine ziemliche Bandbreite vom Fetischisten über die "Stubentranse" und die Teilzeitfrau bis zur operierten Transfrau feststellen. Hier sind die nicht Binären noch garnicht berücksichtigt. Irgebwo in diesem Spektrum wird dein Sohn sich irgendwann einordnen können. Dieser Findungsprozess wird Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte dauern. Ein schönes Kleid zu schneidern ist eine gute Idee, ob er sich damit aber jemals einem anderen Menschen zeigen möchte ist völlig unklar. Du kannst ihn beim Outing unterstützen, aber nur wenn er wirklich ein Outing möchte. Verheerend wäre ihn in eine Richtung zu drängen in die er vielleicht garnicht will. Es ist gut wenn du ihn begleitet, die Initiative muss bei ihm bleiben.
Für den folgenden Absatz werde ich vermutlich wieder einen Shitstorm kassieren:
Gefühlt hat zwischen der Hälfte und drei Vierteln der Mitglieder dieses Forums ein Leben entsprechend der gesellschaftlichen Normen geführt (ein großer Teil führt dies immer noch) und dabei eine Familie gegründet und Nachwuchs bekommen. Ich glaube nicht daß irgendjemand bedauert diese Chance gehabt zu haben. Achte darauf dass dein Sohn sich die Chance nicht verbaut ein Leben wie die meisten anderen seines Alters zu führen.
Liebe Grüße
Helga
Was bin ich?- Zunächst einmal bin ich ein Mensch!
Meistens bin ich ein Mann.
Wenn mir danach ist bin ich eine Frau.
Ich muss mich nicht festlegen.
Frl_Astrid

Re: Mutter eines Crossdressers...wie unterstütze ich mein Kind

Post 9 im Thema

Beitrag von Frl_Astrid »

es ist schon so viel gesagt liebe Rhoody , herzlichst begrüssen möchte ich Dich denoch .
Ich finde es supertoll das du so offen bist und dich so für Ihn einsetzt . Meine Mam hat auch genäht , geändert , gekürzt usw ich hatte aber immer die Scham mich ihr anzuvertrauen .
mit lieben Grüssen Astrid (dr)
Michaela Smile
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 593
Registriert: Mi 21. Okt 2009, 18:51
Geschlecht: brauchts nicht
Pronomen: es
Wohnort (Name): Buchen
Hat sich bedankt: 176 Mal
Danksagung erhalten: 85 Mal
Kontaktdaten:

Re: Mutter eines Crossdressers...wie unterstütze ich mein Kind

Post 10 im Thema

Beitrag von Michaela Smile »

Hallo Rhoody,
herzlich Willkommen hier im Forum auch von mir.
Ich finde es ganz toll wie du die Situation annimmst und versuchst damit umzugehen. Beim lesen deiner Vorstellung hatte ich schon fast so was wie "Fremdstolz" (gibts so was?) gefühlt. Dein Sohn kann echt stolz auf dich sein.
hoffentlich dindest du hier die Antworten die du suchst.
Ich kann dir nur empfehlen, nichts zu überstürzen, auch wenn du es gut meinst.
Wenn dein Sohn merkt das es in Ordnung ist was er macht, er keine Ablehnung erfährt, wird er ganz von alleine mit den nächsten Wünschen, etc. auf dich zu kommen. Du musst aber auch aufpassen das er nicht "über die Stränge" schlägt.
versuche vielleicht ihn mehr als Sohn zu behandeln wenn er offensichtlich im "Jungenmodus" unterwegs ist, und mehr als Tochter wenn das Mädchen zu erkennen ist.
und übliche Grenzen auch so bei Gesprächen verschwimmen zu lassen. Ihn zum Beispiel so ganz nebenbei auch mal fragen was er von der Farbe des Lippenstifts, dem Schnitt eines Kleides etc. beim Shoppen oder auch im Katalog, hält.

Ganz liebe Grüße
Michaela
Michaela
--------------------------------------------------------------------------
bunt ist das dasein......und granatenstark!
rhoody
Beiträge: 14
Registriert: Mo 23. Sep 2019, 09:06
Pronomen:
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: Mutter eines Crossdressers...wie unterstütze ich mein Kind

Post 11 im Thema

Beitrag von rhoody »

Danke für Eure Antworten. Das ist sehr hilfreich für mich. ( ich muss immer mal wieder einzelne Begriffe nachgooglen...enby....Ah...non binär...usw)
Mein Kind ist 21 Jahre alt. Wohnt auch nicht mehr bei mir. Ich Wohn auf dem Lande und er in einem kleineren Ort. Aber er wohnt in einer Art WG. Und ich denke, da mag er sich auch nicht outen.
Also heute treffe ich mich mit ihm. Ich werde ihn dann mal einen gemeinsamen Einkauf vorschlagen. Da bin ich gar nicht drauf gekommen.

Ich habe wirklich etwas Angst ihn zu überfordern, gar zu verschrecken, da ich der einzige Mensch (ausserhalb des Internets) bin, dem er sich anvertraut hat.
Ich überlege ob ich auch das Weihnachtsfest anspreche, denn am Wochenende ist Stoffmarkt und ich müsste mit dem Schneidern beginnen.
Ich guck einfach mal, wie er auf das Thema gemeinsam einkaufen reagiert. Und entscheide dann aus dem Bauch... 😬

Liebe Grüße
Rhoody
rhoody
Beiträge: 14
Registriert: Mo 23. Sep 2019, 09:06
Pronomen:
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: Mutter eines Crossdressers...wie unterstütze ich mein Kind

Post 12 im Thema

Beitrag von rhoody »

Ohje...das war einmal nichts. Seine Oma hat sich bei ihm gemeldet. Also war das Thema Weihnachten auf dem Tisch. Er möchte ein klassisches Weihnachten. Keine Veränderungen. Okay...das ist ja kein Problem. Ich habe ihm dann auch einen gemeinsamen Einkauf lieber noch nicht vorgeschlagen. Das mach ich dann bei einem der nächsten Treffen.

Mir schwant momentan nicht so Gutes... er hat mit einer Therapie begonnen.(Depressionen) Was natürlich gut ist und mich freut. Ich weiß gar nicht, wie ich das so ausdrücken soll. Jetzt nach der zweiten Sitzung, er erzählt natürlich nicht viel drüber(ist ja sehr intim), vermute ich , dass der Therapeut sein non-binar -Empfinden und den Wunsch seine feminine Seite auszuleben als Schizostörung/Wahn auslegt. Ich könnte heulen. Denn das stimmt nicht. Nun denn, er hat eine Überweisung zur anderen Ärztin bekommen. Ich hoffe, dass diese klarer und freier ist. Die Ärztin soll sich ein Bild machen und dann wird über die Diagnose mit dem alten Therapeuten gesprochen.
Ich hatte gehofft, als er mir erzählte, dass er eine Therapie beginnen würde, er würde auch hinsichtlich des crossdressens gestärkt und unterstützt werden.
Oh man...
Ich bin am Boden zerstört. Ich muss mich erstmal fassen.....
LG
rhoody
Anne-Mette
Administratorin
Beiträge: 27530
Registriert: Sa 24. Nov 2007, 18:19
Geschlecht: W
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Ringsberg
Forum-Galerie: gallery/album/1
Hat sich bedankt: 205 Mal
Danksagung erhalten: 2422 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Mutter eines Crossdressers...wie unterstütze ich mein Kind

Post 13 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Guten Tag,
rhoody hat geschrieben: Mi 25. Sep 2019, 13:14 vermute ich , dass der Therapeut sein non-binar -Empfinden und den Wunsch seine feminine Seite auszuleben als Schizostörung/Wahn auslegt. Ich könnte heulen. Denn das stimmt nicht. Nun denn, er hat eine Überweisung zur anderen Ärztin bekommen. Ich hoffe, dass diese klarer und freier ist. Die Ärztin soll sich ein Bild machen und dann wird über die Diagnose mit dem alten Therapeuten gesprochen.
Es wäre gut, wenn die neue Therapeutin den Themen "Crossdressing", "Internsexualität" und "Transsexualität" zumindest aufgeschlossen gegenübersteht; denn eine "schnelle Diagnose als "Schizostörung" ist nicht hilfreich.

Auf alle Fälle solltest Du Kontakt zu uns halten und uns über die weiteren Vorgänge unterrichten; vielleicht kann ich Hinweise geben oder gar helfen.

Anderes Thema:

Es ist sicherlich gut, eine Verarbeitung nicht in ein Motto für Weihnachten einzubauen. Dein Sohn wird sich bestimmt lieber selbst und frei etwas aussuchen, was er gerne trägt.
Sollte das Ausprobieren erst einmal für sich oder gar heimlich sein, so sollte ihm das gewährt werden.

Herzliche Grüße
Anne-Mette
Anne-Mette
Administratorin
Beiträge: 27530
Registriert: Sa 24. Nov 2007, 18:19
Geschlecht: W
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Ringsberg
Forum-Galerie: gallery/album/1
Hat sich bedankt: 205 Mal
Danksagung erhalten: 2422 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Mutter eines Crossdressers...wie unterstütze ich mein Kind

Post 14 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Guten Tag,

ich bin es gleich noch einmal; denn ich möchte einen weiteren Hinweis geben.
Es ist nicht einfach, die richtige Balance zwischen Unterstützung und "Drängen in eine Richtung" zu finden (bitte nicht falsch verstehen und übel nehmen).

Dein Kind hat noch das ganze Leben vor sich; es bleibt genug Zeit, dass es für sich selbst erfahren und erLEBEN kann, wie es nun leben möchte und kann.

Gruß
Anne-Mette
Aubergine
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 649
Registriert: Do 26. Mai 2016, 16:17
Geschlecht: weiblich
Pronomen:
Wohnort (Name): Zwischen Stuttgart und Karlsru
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: Mutter eines Crossdressers...wie unterstütze ich mein Kind

Post 15 im Thema

Beitrag von Aubergine »

Hallo Rhoody,

erst mal herzlich willkommen hier!
Ich gratuliere dir zu deiner Einstellung dein Kind in jedem Fall unterstützen zu wollen. Ich denke, dass weiß dein Sohn auch, sonst hätte er dir vielleicht nichts gesagt.
Auf der anderen Seite sehe ich das eher wie Anne-Mette. Versuch nicht krampfhaft Hilfe anzubieten, die vielleicht so noch gar nicht gefordert ist, denn vielleicht weiß dein Sohn noch nicht so wirklich wo er steht. Er muss vielleicht erst mal zu sich selbst finden und sich seine Gefühle und Bedürfnisse erst selbst alle eingestehen oder gar erst herausfinden.
Ich würde ihn ab und zu im Thema etwas fragen, aber ihm auch klar machen, dass er machen kann, wie er es für richtig hält, du aber immer für ihn da bist, wenn er Hilfe oder Unterstützung oder einen Rat braucht. Ich denke dass wird für ihn eine große Hilfe sein, denn es gibt ihm die Sicherheit Rückendeckung zu haben, egal was auf ihn zukommt.
Brennende Fragen allgemein, die du zum Thema hast, kannst du ja gern hier im Forum stellen und dich informieren, damit, wenn er dein Wissen braucht, du im Thema schon sicher bist und Antworten geben kannst.

LG Aubergine
Dir geht's nicht gut? Du fühlst dich mies? So was kommt schnell mal vor.
Geteiltes Leid ist halbes Leid, ich leih dir gern mein Ohr.
Antworten

Zurück zu „Erfahrungen und eigene Erlebnisse“