crossdressing und männlichkeit
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Intergeschlechtliche Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
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conny
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crossdressing und männlichkeit

Post 1 im Thema

Beitrag von conny »

hallo ihr,

wie man vielerorts liest, lehnen manche partnerinnen sein crossdressing oder auch nur das tragen von damenwäsche ab, weil sie ihn dann nicht mehr als "richtigen" mann ansehen können.
auch meine frau meinte direkt nach meinem outing als kompletter crossdresser, dass sie ja einen mann geheiratet hätte. in anschließenden diskussionen habe ich sie dann davon überzeugen können, dass ich trotz temporären "frausein" ein mann bin und bleibe. heute ist das kein thema mehr, sie akzeptiert mich en femme.

als ihr eine neue bekannte kürzlich sagte, dass sie einen gut aussehenden :D maskulinen mann hat, meinte sie anschließend mehr scherzhaft zu mir "wenn die wüsste".

wollen frauen die crossdresser ablehnen bewust oder unbewust einen macho? kratzen bei denen hausarbeit und kinderpflege des mannes genauso am image?

oder anders herum: haben akzeptiererinnen von crossdressern sich damit arrangiert, keinen "richtigen" mann mehr zu haben?

der frau freundin und starker mann sein, gibt es das?

lg
conny
dito

Re: crossdressing und männlichkeit

Post 2 im Thema

Beitrag von dito »

Hi Angel,

sorry dass ich mich kurz einmische.
Als ich euren Austausch gelesen habe ist mir spontan das Lied von Grönemeyer eingefallen.
Wann ist ein Mann ein Mann?
Glaube das muss jeder Mann für sich selbst entscheiden und auch jede Frau versteht etwas anderes an einem echten Mann.

Gruss Dito
Cybill
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Re: crossdressing und männlichkeit

Post 3 im Thema

Beitrag von Cybill »

Ein echter (richtiger ) Mann ist:

-------
Dazu einen Witz, den mir mal meine Frau geschickt hat:

Eines Tages im Garten Eden sagte Eva zu Gott:

"Gott, ich habe ein Problem!" "Was ist das Problem, Eva?" "Gott, ich weiß, dass Du mich erschaffen hast, mir diesen wunderschönen Garten und all diese fabelhaften Tiere und diese zum totlachen komische Schlange zur Seite gestellt hast, aber ich bin einfach nicht glücklich." "Warum bist Du nicht glücklich, Eva?" kam die Antwort von oben. "Gott, ich bin einsam, und ich kann Äpfel einfach nicht mehr sehen."

"Na gut, Eva, in diesem Fall habe ich die Lösung für Dein Problem. Ich werde für Dich einen Mann erschaffen und ihn Dir zur Seite stellen." "Was ist ein Mann, Gott?" "Dieser Mann wird eine missratene Kreatur sein, mit vielen Fehlern und schlechten Charakterzügen. Er wird lügen, Dich betrügen und unglaublich eitel und eingebildet sein. Im Großen und Ganzen wird er Dir das Leben schwer machen. Aber er wird größer, stärker und schneller sein und er wird es lieben zu jagen und Dinge zu töten. Er wird dümmlich aussehen, wenn er erregt ist, aber da Du Dich ja beschwert hast, werde ich ihn derart beschaffen, dass er Deine körperlichen Bedürfnisse befriedigen wird. Er wird witzlos sein und solch kindische Dinge wie Kämpfen und einen Ball herumkicken über alles lieben. Er wird auch nicht viel Verstand haben, so dass er Deinen Rat brauchen wird, um vernünftig zu denken."

"Klingt ja umwerfend", sagte Eva und zog dabei eine Augenbraue ironisch hoch. "Wo ist der Haken, Gott?" "Also ... Du kannst ihn unter einer Bedingung haben." "Welche Bedingung ist das, oh Gott?"

"Wie ich schon sagte, wird er stolz und arrogant sein und sich selbst stets am meisten bewundern. Du wirst ihn daher im Glauben lassen müssen, dass ich ihn zuerst geschaffen hätte. Denk dran, das ist unser beider kleines Geheimnis. Du weißt schon, so von Frau zu Frau ..."
-------

Wenn Frau einen solchen teildomestizierten Primaten haben will, dann bitte!

Aber nicht beschweren, wenn frau schlecht behandelt-, allein gelassen-, oder betrogen wird, wenn er besoffen nach Hause kommt, schlecht ausgeprägtes Körperhygieneverhalten hat oder andere Sozialdefizite vorweist.

In diesem Sinne:
Weiber aller Länder! (Voll- und Teilzeit) Vereinigt euch! (Physisch und Psychisch)

Abschließend fällt mir noch eines ein:

Frau sein ist nichts für Weicheier!
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!

Im Übrigen: Ich bin nicht hauptberuflich transsexuell!
gaby37
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Re: crossdressing und männlichkeit

Post 4 im Thema

Beitrag von gaby37 »

Hallo,
individual.angel hat geschrieben:....- oder ob sie nur die Sahne vom Kuchen klauen möchten. ;).....
naajaaaahh - wenn du damit meinst, das wir "Freizeitfrauen" uns mit einigen/vielen Problemen von Bio-Frauen nicht herumschlagen brauchen, könnte man das so bezeichnen :lol:

Ansonsten stimme ich dir zu: Die Partnerin muss/soll sich arrangieren und will das eigentlich nicht - warum sollte sie auch. Wenn sie das vorher gewusst hätte.....
Das erfordert viel Rücksicht auf Seiten des CDlers. Und die hat er gefälligts auch zu nehmen.

Gruß Gaby
_______________________________________________________________________________________________
Frauen werden aus Blumen geboren, Männer aus Kohlköpfen. Ich bin aus einem Blumenkohl.
Joe95
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Re: crossdressing und männlichkeit

Post 5 im Thema

Beitrag von Joe95 »

da ich ein - ich möchte mal sagen alltagscrossdresser bin ändert sich an meinem verhalten nichts, egal ob ich nun männliche oder weibliche kleidung trage.

ich bin also im rock genau so viel oder wenig männlich wie in der hose...
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

Du hast ne Frage, brauchst Rat oder Hilfe?
Ohren verleih ich nicht, aber anschreiben darfst du mich jederzeit...
dito

Re: crossdressing und männlichkeit

Post 6 im Thema

Beitrag von dito »

Hi Angel,
ich denke wir Partnerinne müssen damit leben uns überraschen zu lassen. Es gibt so viele Facetten und jeder Mann muss für sich selbst entscheiden wie weit er geht.
Glaube wir Partnerinnen müssen dann auch für uns entscheiden inwieweit wir das mittragen können und möchten.
Selbst unsere Partner wissen oft nicht wie weit ihr Weg gehen wird.
Auch mein Partner der schon über 45 Jahr CDler ist meint es wird sich nichts mehr ändern und sein Weg ist zu Ende.
Aber versichern kann das weder unseren Männern noch uns Partnerinnen irgendjemand. Selbst wenn der Weg bis zu Ende gegangen wird gibt es Partnerinnen die damit umgehen können und gut damit leben können. Aber das bleibt dann uns überlassen ob wir das können und unsere Liebe stark genug wäre.
Soweit dürfen wir aber nicht (evtl. noch nicht) denken.

Liebe Grüsse
Dito
Sally

Re: crossdressing und männlichkeit

Post 7 im Thema

Beitrag von Sally »

Huhu (smili)

Das mit der Männlichkeit ist ein spannendes Thema.
Ihr seid nicht so "gebrandmarkt" wie ihr oft tut.
Mag stimmen, weiß ich nicht. Aber ich denke, es nützt einem Crossdresser wenig, wenn einTeil der Gesellschaft seine Art zu Leben akzeptiert - aber die ihm nahestehenden Personen nicht. Ein Blick aus der Ferne mag ein gewisses Maß an Toleranz offenbaren - aber die muss auch genau in dem Umfeld vorhanden sein, in dem man(n)/frau sich bewegt.
Und schon gar nicht unmännlich, nur weil ihr eure Haare entfernt und die Nägel pflegt, eine Vorliebe für schöne weiche Stoffe habt und euch gern in duftenden Hautcremes einhüllt.
Das wiederum sehe ich genauso. Meine Vorstellung von Männlichkeit hat nicht viel mit Muskelpaketen und markanten Wangenknochen zu tun. Er muss mir auch keine Selterkisten schleppen, das kann ich selbst 8) Allerdings haben die vorhandenen Geschlechterrollen eine lange und statische Tradition in unserer Gesellschaft. Dazu kommt (ganz ehrlich): Von einer breiten Masse an Menschen, die sich ihre Bildung aus der Bild holen erwarte ich nicht, dass sie sich plötzlich mit dem Thema Transgender auseinandersetzen. Ich persönlich trage ja solche Themen gern offensiv in die Welt, fordere auf, über den Tellerrand zu schauen. Aber ich bin eine Bio-Frau, ich hab' leicht reden - ist mir auch klar :oops:

Für mich gilt: Ich find's spitze, dass mein Freund beim Einkaufen mein Style-Berater ist - und dass ich ihn dabei unterstützen kann, ohne Stress auch mal für sich einzukaufen (so) . Er ist mir nicht plötzlich fremd, weil ich weiß, dass er sich gern in eine Frau verwandelt. Ganz im Gegenteil: Seine Person wird dadurch bereichert. Die Betonung liegt auf reich. Reich an Facetten, reich an Emotionen, reich an Meinung und Interessen... und wenn ich soweit bin in meinen Gedanken, tritt der Begriff "Männlichkeit" in den Hintergrund. Denn - let's face it - Menschsein ist doch das, was uns ausmacht.

Und zum Menschsein gehört definitiv Individualität. Letztendlich stellt sich doch dann die Frage: Was könnte individueller sein, als ein Mensch, der eine zweite, individuelle Rolle/Lebensart perfektioniert?

Als Patrnerin habe ich entschieden, dass ich meinen Freund immer unterstütze - denn ich liebe ihn ))):s . Als Bio-Frau habe ich entschieden, dass ich mich von Ängsten und Unsicherheiten nicht überwältigen lasse - ich habe gelernt, dass man oft etwas verpasst, wenn man seinen Ängsten nachgibt (smili) .

Als ich sechzehn oder vielleicht siebzehn war, hat mich jemand nachdrücklich gebeten, immer offen für Unbekanntes zu sein - auch wenn es meinen gewohnten Wiklichkeitsrahmen verläßt. Ich bin froh, dass ich das nie vergessen habe.

LG
Sally
conny
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Re: crossdressing und männlichkeit

Post 8 im Thema

Beitrag von conny »

auch ich finde den beitrag von sally gut.

für viele hat ein "richtiger" mann keine damenwäsche zu tragen, sonst ist er keiner. ebenso verhält es sich mit der entfernung der körperbehaarung u.a..

äußerlichkeiten die leider oft auch in längeren beziehungen maßgeblich sind! wer sich darauf aber einläßt über gefühle und (liebenswerte) eigenarten des partners nachzudenken und diese zu akzeptieren wird oft am ende bereichert und die beziehung festigen. ganz einfach und oft doch (gerade beim crossdressing) so schwer.
lg
conny
Jazz

Re: crossdressing und männlichkeit

Post 9 im Thema

Beitrag von Jazz »

Hut ab Sally!
So hört es sich an, wenn ein guter Mensch spricht. Und diese Weisheit die du in dir trägst hat sicher auch schon mit der Offenheit zu tun. Nur so konntest du soo weise werden.

Ein Engelskreis!

Bussi
Jazz
Lina
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Re: crossdressing und männlichkeit

Post 10 im Thema

Beitrag von Lina »

dito hat geschrieben:Hi Angel,
ich denke wir Partnerinne müssen damit leben uns überraschen zu lassen. Es gibt so viele Facetten und jeder Mann muss für sich selbst entscheiden wie weit er geht.
Glaube wir Partnerinnen müssen dann auch für uns entscheiden inwieweit wir das mittragen können und möchten.
Selbst unsere Partner wissen oft nicht wie weit ihr Weg gehen wird.
Auch mein Partner der schon über 45 Jahr CDler ist meint es wird sich nichts mehr ändern und sein Weg ist zu Ende.
...

Liebe Grüsse
Dito
Der letzte Satz klingt ja wirklich ... mir fällt momentan kein besseres Wort als "trauer-erregend" ein. Wenn ich es so sagen darf, klingt die Einstellung leider auch sehr "männlich".

Was ich daran schlimm finde ist folgendes: Ich weiß ja auch was es heißt, wenn von allen Seiten erwartet wird, dass man sich wie ein "richtiger Mann" verhält. Z.B. Lernte ich endlich als ich ungefähr 22 war, wie sehr es hilft, den absolut hochnäsig dämlichen Macho zu mimen, wenn man schnell Frauenbekanntschaften in der Disco machen will. Nie zuvor war es so leicht. Ich habe mich aber schnell gefragt, was ich mit den dämlichen Tussis anfangen sollte, die man so aufreißen kann. Also habe ich mich ja vielleicht auch über mich selbst gewundert, als ich anfing mir Gedanken darüber zu machen, ob ich nicht glücklicher gewesen wäre, wenn ich eine Frau wäre. Ich denke, manche fangen an fast wie zwei Persönlichkeiten zu leben. Damit meine ich nichts Schizofrenes, denn man weiß ja, dass es so ist. Man sucht sich Freiräume, wo man so sein kann, wie man lieber sein möchte - und die Seite versteckt man total, wenn man das verkörpert, was andere von einem erwarten.

Ich hoffe für niemanden, dass er/sie ein ganzes Leben lang, so leben wird. MIr ist es zumindest so gegangen, dass ich mich mit den Jahren viel mehr traue auch die W Seite meiner Persönlichkeit in allen Situationen zu zeigen, auch während ich äußerlich voll M bin. Und wenn ich äußerlich voll W bin, bin ich mit Sicherheit über die Jahre viel entspannter geworden und habe viel mehr Selbstvertrauen, weil ich weiß - das hier ich nicht etwas, was ich nur nachmache. Das bin ich!
Ich habe auch nicht mehr wirklich das Gefühl, dass ich mich überhaupt als Frau stylen müsste, um so zu sein, wie ich sein möchte. Vielleicht um so besser, denn dann tue ich es einzig und allein weil ich es tun möchte.

Alle sind natürlich unterschiedlich, aber Dito, wenn dein Partner damit meint - ich bin so, ich werde mich nie ändern - und nicht die zweigleisige Geschlechterrolle als Chance sieht, sich jeweils in diesen Rollen weiter zu entwickeln, dann finde ich es wirklich schlimm.
Joe95
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Re: crossdressing und männlichkeit

Post 11 im Thema

Beitrag von Joe95 »

na, ich denke eher das dito und dita aufgrund 45jähriger erfahrung annehmen das dita sein/ihr "wohlfühlstadium" erreicht hat...

auch ich möchte mich bei sally für diesen beitrag bedanken, ich finde das gut und richtig ausgedrückt... :)p
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
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