Hallo,
Siebter Post OP Tag
Ich schwebe immer noch auf meiner kleinen rosa Wolke herum, schönes Gefühl!m
Heute soll der Blasenkatheter abgeklemmt und der natürliche Weg ausprobiert werden. Einerseits bin ich froh, wenn ich das Ding los werde, andererseits habe ich auch wenig Angst davor. Aber da muss ich jetzt durch.
Gestern hab ich mich mal gegen das Blutabnehmen gewehrt. Mir wurde täglich Blut abgenommen, an einem Tag sogar zweimal. Das würde dann von Studenten gemacht, was ich grundsätzlich gut finde. Allerdings war meiner völlig untalentiert. Er hat praktisch jedes Mal zweimal stechen müssen und hat dann in meinem Arm herum gepopelt, bis er auf irgend etwas gestoßen ist, durch das Blut fließt. Dabei habe ich richtig gute Venen, eigentlich kann man da gar nicht daneben stechen.
Jetzt hat es mir gereicht, mein Arm sieht aus, als wäre ich ein Junkie. Ich bestehe jetzt darauf, dass es jemand macht, der es kann. Das nächste Mal soll jetzt auch erst am Sonntag sein. Eigentlich finde ich das schade, denn die Ausbildung von neuen Ärzten unterstütze ich gerne. Aber es gibt auch Grenzen.
Die Zahl der Tabletten die ich nehmen soll, geht ständig zurück und auch die Dosis des Schmerzmittels wird kontinuierlich reduziert. Das klappt sehr gut, Schmerzen habe ich keine, bzw. nichts, was nicht auszuhalten wäre.
Das Herausnehmen und wieder Einsetzen des Platzhalters klappt auch sehr gut. Berührungen im Operationsbereich sind teilweise unangenehm, vor allem im Bereich der Nähte. Allerdings habe ich mir das schlimmer vorgestellt und das wird sich mit der Zeit auch erledigen.
Im Augenblick ist es vor allem das, was ich es eben genannt habe, ein Operationsgebiet, das möglichst gut versorgt werden soll. Wenn alles mal abgeschwollen ist und das Gewebe sich beruhigt hat, dann kommt die Zeit alles genau zu erkunden. Dann beginnt die Entdeckungsreise zu meinem neuen Körper. Mal sehen, wann es soweit ist.
Mittlerweile habe ich die dritte "Mitbewohnerin" in meinem Zimmer. Die zweite war so schwer erkrankt, dass ich mich mit ihr nicht unterhalten konnte. Mit den anderen beiden, die eine ca. 60, die andere sicher weit in den Siebzigern, habe ich mich ganz offen über mich unterhalten. Beide vertraten die Meinung, dass am wichtigsten sei, dass es mir gut geht. Für irgendwelche Spinner (ihre Worte), die da etwas dagegen hätten, hätten sie kein Verständnis. Es solle doch jeder so leben, wie er ist und wie er glücklich ist.
Ansonsten war ich einfach die Frau, die im anderen Bett liegt. So soll es sein.
Auf die tollen Spitzenhöschen freue ich mich schon, ich hab mir auch schon einiges angesehen. Bisher hab ich mich da meist zurück gehalten, aber bald geht es auch damit los.
Liebe Grüße
Anke
Sentio ergo sum. - Ich fühle, also bin ich.
Les femmes sont fortes quand elles sont feminines. (Coco Chanel)
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