Oh ja, großartig, da fällt mir nur eines ein: "Millionen Fliegen können sich nicht irren!".
Nur weil es vor fast 1000 Jahren so war, dann muss es heute nach wie vor gut und erstrebenswert sein?
Oh große Güte... wenn wir danach gingen, würden wir heute noch Beeren sammeln und versuchen mit der Hand Tiere zu jagen und roh zu fressen.
500 Jahre Humanismus[1] sind wohl an vielen Menschen recht spurlos vorbei gezogen. Schade auch.
Veränderung ist anstrengend und beginnt fast immer in den Köpfen, vor allem dem eigenen. Wenn wir es nicht in unsere eigenen und im Anschluss in die Köpfe vieler oder aller bekommen, nicht mehr an diesen Biologismen, gleich welcher Art, und auch nicht an tausende Jahre alten sozialisierten Bildern zu "kleben", dann sehe ich wirklich schwarz für jede Art von Akzeptanz, nicht nur für uns. Wenn wir das nicht können, was können wir dann noch alles nicht? Als nächstes beginnen wir dann wieder Glaubenskriege? Stellen den einen Gott über einen anderen, nur weil wir zu einem die älteren Schriften finden konnten? Weil es mehr Gläubige gibt?
Herrjeh... Argumentation mit "war immer so" ist nicht zukunftsorientiert, echt nicht. In früheren Zeiten war es schon oft genug so, das Menschen wie wir ausgesondert, ausgegrenzt und aktiv verfolgt wurden. Es war eine Straftat, mit Kerker, Galgen oder Scheiterhaufen belegt . Wollen wir das dann auch gleich wieder zurück haben? Und wenn dies, was dann wohl noch alles?
Leute, wacht auf!
Man kann sich die Welt nicht nach Belieben zusammenbasteln, so wie es einem gerade gefällt. Und wir können uns nicht nach Belieben nur die Teile einer offenen Gesellschaft rauspicken, die so eben gerade und nur unseren Bedürfnissen entsprechen. Das Wort fiel hier bereits, dies wäre egoistisch und egozentrisch. Wir sind nichts Besonderes, die Welt dreht sich nicht um uns. Wir sind eine Minderheit, eine Randgruppe und im gesamtgesellschaftlichen Kontext völlig irrelevant. Wir könnten von heute auf morgen von der Oberfläche der Erde verschwinden und es würde kein nennenswerter Schaden entstehen. Warum sollte irgendjemand auf die Idee kommen, dass es wichtig sein könnte, dass auch Menschen wie wir ein friedliches und selbstbestimmtes Leben leben können sollten?
Ganz einfach, weil es dabei nicht nur um uns geht! Es geht um viel grundsätzlichere Werte und Ziele. Wer ein Problem mit Bart tragenden Frauen hat, sollte sich lieber selbst einmal fragen, woher das kommt und was man selbst gegen diese eigene Engstirnigkeit und Borniertheit tun könnte, als diesen Unsinn der Person mit Gesichtsbehaarung anzulasten. Vielleicht wären auch die Diskurse des Feminismus[2] aufschlussreich, denn genau diese angestaubten Bilder und angeblich historisch begründeten Vorurteile haben vor noch nicht all zu langer Zeit die Hälfte der Bevölkerung unterdrückt und entrechtet, weil man Frauen bestimmte Eigenschaften zu- und absprach. Wollen wir wirklich wieder dort hin? Zum Heimchen am Herd, im Kleidchen und Schürzchen, brav für den Mann das Essen kochend, die Brut behütend aber sonst keine eigene Meinung haben? Nicht nur die Rosinen rauspicken! Alles das wäre die gleiche Folge dieser waghalsigen Argumentation.
Sorry, not my cup of tea - I am obviously a transfeminist[3].
(und man beachte
transfeminist, nicht "transsexualfeminist"
Quelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/ ... ol.svg.png
Viele Grüße
nicole
[1]
https://de.wikipedia.org/wiki/Humanismus
[2]
https://de.wikipedia.org/wiki/Feminismus
[3]
https://en.wikipedia.org/wiki/Transfeminism