Landesarbeitsgemeinschaft Trans* gestartet
Landesarbeitsgemeinschaft Trans* gestartet - # 3

Anne-Mette
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Re: Landesarbeitsgemeinschaft Trans* gestartet

Post 31 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,
uralte Kultur, nicht nur bei den Musleme, dass ein Mensch, der einen Bart hat, ein Mann ist. Und als solcher identifiziert wird. Das heißt ja nicht, dass eine Frau oder eine Person, die vorgibt eine Frau zu sein, keinen Bart tragen dürfte. Nur wird die Frau dann nicht (auf den ersten Blick) als Frau identifiziert werden. Und dann sogleich, als moderne Zirkusatraktion in den Zirkus der Boulevardpresse (als Lachnummer) gestellt werden.
Es würde den Menschen sehr helfen, wenn nicht dazu beigetragen werden würde, z.B. Frauen mit Bart als "unnormal" anzusehen und
Und dann sogleich, als moderne Zirkusatraktion in den Zirkus der Boulevardpresse (als Lachnummer) gestellt werden.
Da sollte manfrau nicht nur den Schreiberlingen der Boulevardpresse auf die Finger schauen und im Zweifelsfall klopfen, sondern auch denjenigen, die so etwas unterstützen.

Ich habe eine sehr liebenswürdige Frau mit Bart persönlich kennengelernt; sie war weit entfernt von einer "Lachnummer".

Wir wollen doch jetzt nicht auch noch "uralte Kultur" als geschlechtsbestimmendes Instrument aktivieren?

Wenn so etwas zur Gewohnheit wird, dann müssten wir aber viel umstellen :((a

Gruß
Anne-Mette
nicole.f
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Re: Landesarbeitsgemeinschaft Trans* gestartet

Post 32 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Oh ja, großartig, da fällt mir nur eines ein: "Millionen Fliegen können sich nicht irren!".
Nur weil es vor fast 1000 Jahren so war, dann muss es heute nach wie vor gut und erstrebenswert sein?

Oh große Güte... wenn wir danach gingen, würden wir heute noch Beeren sammeln und versuchen mit der Hand Tiere zu jagen und roh zu fressen.
500 Jahre Humanismus[1] sind wohl an vielen Menschen recht spurlos vorbei gezogen. Schade auch.

Veränderung ist anstrengend und beginnt fast immer in den Köpfen, vor allem dem eigenen. Wenn wir es nicht in unsere eigenen und im Anschluss in die Köpfe vieler oder aller bekommen, nicht mehr an diesen Biologismen, gleich welcher Art, und auch nicht an tausende Jahre alten sozialisierten Bildern zu "kleben", dann sehe ich wirklich schwarz für jede Art von Akzeptanz, nicht nur für uns. Wenn wir das nicht können, was können wir dann noch alles nicht? Als nächstes beginnen wir dann wieder Glaubenskriege? Stellen den einen Gott über einen anderen, nur weil wir zu einem die älteren Schriften finden konnten? Weil es mehr Gläubige gibt?

Herrjeh... Argumentation mit "war immer so" ist nicht zukunftsorientiert, echt nicht. In früheren Zeiten war es schon oft genug so, das Menschen wie wir ausgesondert, ausgegrenzt und aktiv verfolgt wurden. Es war eine Straftat, mit Kerker, Galgen oder Scheiterhaufen belegt . Wollen wir das dann auch gleich wieder zurück haben? Und wenn dies, was dann wohl noch alles?

Leute, wacht auf!

Man kann sich die Welt nicht nach Belieben zusammenbasteln, so wie es einem gerade gefällt. Und wir können uns nicht nach Belieben nur die Teile einer offenen Gesellschaft rauspicken, die so eben gerade und nur unseren Bedürfnissen entsprechen. Das Wort fiel hier bereits, dies wäre egoistisch und egozentrisch. Wir sind nichts Besonderes, die Welt dreht sich nicht um uns. Wir sind eine Minderheit, eine Randgruppe und im gesamtgesellschaftlichen Kontext völlig irrelevant. Wir könnten von heute auf morgen von der Oberfläche der Erde verschwinden und es würde kein nennenswerter Schaden entstehen. Warum sollte irgendjemand auf die Idee kommen, dass es wichtig sein könnte, dass auch Menschen wie wir ein friedliches und selbstbestimmtes Leben leben können sollten?

Ganz einfach, weil es dabei nicht nur um uns geht! Es geht um viel grundsätzlichere Werte und Ziele. Wer ein Problem mit Bart tragenden Frauen hat, sollte sich lieber selbst einmal fragen, woher das kommt und was man selbst gegen diese eigene Engstirnigkeit und Borniertheit tun könnte, als diesen Unsinn der Person mit Gesichtsbehaarung anzulasten. Vielleicht wären auch die Diskurse des Feminismus[2] aufschlussreich, denn genau diese angestaubten Bilder und angeblich historisch begründeten Vorurteile haben vor noch nicht all zu langer Zeit die Hälfte der Bevölkerung unterdrückt und entrechtet, weil man Frauen bestimmte Eigenschaften zu- und absprach. Wollen wir wirklich wieder dort hin? Zum Heimchen am Herd, im Kleidchen und Schürzchen, brav für den Mann das Essen kochend, die Brut behütend aber sonst keine eigene Meinung haben? Nicht nur die Rosinen rauspicken! Alles das wäre die gleiche Folge dieser waghalsigen Argumentation.

Sorry, not my cup of tea - I am obviously a transfeminist[3].
(und man beachte transfeminist, nicht "transsexualfeminist" :)

Externes Bild, es gelten die Datenschutz- und Nutzungsbestimmungen der ausgewählten Seite.Quelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/ ... ol.svg.png


Viele Grüße
nicole


[1]
https://de.wikipedia.org/wiki/Humanismus
[2]
https://de.wikipedia.org/wiki/Feminismus
[3]
https://en.wikipedia.org/wiki/Transfeminism
Ich bin trans* - und das ist gut so!
Homepage: http://www.dpin.de/nf
Blog: http://www.dpin.de/nf/category/trans/
Anne-Mette
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Re: Landesarbeitsgemeinschaft Trans* gestartet

Post 33 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,
schon seit Jahrtausenden (amtlich) und im öffentlichen Empfinden, ALS MÄNNER DEFINIERT WERDEN.
dann irren - in etlichen mir bekannten Fällen - Amt und "öffentliches Empfinden" (888)

Ich denke, wir waren so weit, dass wir die "Selbstbeschreibung" als hohes Gut anerkannt hatten, ganz egal, wie das "öffentliche Empfinden" ausschaut.
(Wenn wir uns nur oder häufiger auf das "öffentliche Empfinden verlassen, dann sähe es schlechter aus auf der Welt. So ist es auch kein Wunder und gut, dass das "öffentliche Empfinden" keine offiziellen Ämter bekleidet.)

Es wird nicht viel bringen, weiter zu diskutieren. Lassen wir die "Landesarbeitsgemeinschafts Trans*" erst einmal anfangen.

Ich bin schon gespannt auf die Berichte - und genau so gespannt darauf, wer sich nun unter dem "Trans*-Dach" einfindet (NICOII)

Gruß
Anne-Mette
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Re: Landesarbeitsgemeinschaft Trans* gestartet

Post 34 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Lassen wir die "Landesarbeitsgemeinschafts Trans*" erst einmal anfangen.
(yes)

schon seit Jahrtausenden (amtlich) und im öffentlichen Empfinden, ALS MÄNNER DEFINIERT WERDEN.
Im übrigen las ich neulich (könnte das Spiegel-Geschichte-Heft über Martin Luther gewesen sein, weiß es aber nicht mehr), dass mit der Frage vor einigen Jahrhunderten lockerer umgegangen wurde. Ich habe aber keine Ahnung, ob das den Tatsachen entspricht.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
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Re: Landesarbeitsgemeinschaft Trans* gestartet

Post 35 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,
Es wird nicht viel bringen, weiter zu diskutieren. Lassen wir die "Landesarbeitsgemeinschafts Trans*" erst einmal anfangen.
habe ich geschrieben; das ist eine persönliche Meinung - und keine Beendigung.

Die Forenleitung hat aber auch für sich erkannt, dass die Gegensätze, so wie Du es nachträglich beschrieben hast, in manchen Fällen unüberbrückbar erscheinen.
Die "Diskussion", die auf die Ankündigung der "Landesarbeitsgemeinschaft Trans*" folgte, haben wir schon 100 Mal gehabt. Nur werden die vorgetragenen Argumente immer abenteuerlicher. Ich hoffe nur, dass sich einige nicht selbst die Finger am "öffentlichen Empfinden" verbrennen...

Weiterhin hat die Forenleitung erkannt, dass sich einige UserInnen fast trollmäßig (aber es ist eigentlich schlimmer) an alle geeignet erscheinenden Themen heften (nicht nur hier im Forum), um, passt es oder nicht - ihr Fähnlein in den Wind des Forums zu hängen, auf dass es erkannt werde.
Leider ist das Fähnlein aus Stein gefertigt - das Wappen "Transsexualität" als Alleinvertetungsmerkmal hineingemeißelt - und eher geeignet, andere Menschen zu erschlagen als dass eine positve Perspektive herausgearbeitet wird.
Da würde sich "Trans*" (1) und "transsexuelle Menschen" (2)
anbieten.
Es soll aber doch Menschen geben, die sich selbst als transsexuell beschreiben würden, aber doch unter dem "Dach" der "Landesarbeitsgemeinschaft Trans* (mindestens) erst einmal mitmachen, um zu gucken, was die überhaupt wollen, wo Gemeinsamkeiten bestehen, wo Gegensätze...
An dem Namen kann sicher noch, wie schon mehrfach genannt, gefeilt werden, aber das ist Angelegenheit der LAG-Menschen )))(:

Nachtrag:

Wohlgemerkt: es handelt sich um eine LANDES ARBEITSGEMEINSCHAFT Trans*. Die wird doch wohl auch erst einmal arbeiten dürfen.
Da stellt sich die Sache für mich auch anders dar als bei einem Bundesverband; aber das ist ein anderes Thema, auf das ich hier nicht eingehen möchte.

Gruß
Anne-Mette
Anne-Mette
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Re: Landesarbeitsgemeinschaft Trans* gestartet

Post 36 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

nochmal zu den "Frauen mit Bart":

https://fraumitbart.wordpress.com/2015/ ... eroeffnet/

Gruß
Anne-Mette
nicole.f
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Re: Landesarbeitsgemeinschaft Trans* gestartet

Post 37 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Ich finde die unglaublich großartig, mutig und bewundernswert!
In dem "Über mich" Teil beschreibt sie das sehr schön:
https://fraumitbart.wordpress.com/worub ... buch-geht/
Nachtrag, das trifft es sowas von dermaßen auf den Punkt
Das was eine sichere Investition ist, ist daran zu arbeiten mich selbst zu lieben. Wenn ich mich selbst liebe und schätze, und annehme wie ich bin, ohne jegliche Bedingungen, dann bin ich in Frieden und glücklich. Dann ist es möglich ich selbst zu sein, ohne Angst, denn ich brauche nicht die Anderen, die mir sagen wie toll und schön und liebenswert ich bin. Ich weiß es.
Genau wie ich schwangere "Männer mit transsexueller Vergangenheit" (ich würde sagen "Transmänner") einfach unglaublich großartig finde - welches Selbstbewusstsein muss man dazu haben!? Irre! es gibt eine wunderschöne und einfühlsame Dokumentation "Transgender parents" aus Canada (nein, nicht die Amazon Serie :) in der das Thema Schwangerschaft und Trans* natürlich, daher auch der Titel, sehr schön beleuchtet wurde:
http://www.transgenderparentsdoc.com/
Wenn Ihr die Chance habt, auf jeden Fall ansehen!

Hach ja, Wunder der Vielfalt - ich find's großartig!

Liebe Grüße
nicole
Ich bin trans* - und das ist gut so!
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