Der Drang nach Geschlechtereinteilung
Der Drang nach Geschlechtereinteilung

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Anne-Mette
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Der Drang nach Geschlechtereinteilung

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Neues auf der Seite von trans.gender.trouble von "standard.at":

Unter der Gürtellinie — der Drang nach Geschlechtereinteilung

Was wollen wir eigentlich wissen, wenn wir nach dem Geschlecht einer Person fragen?


Ich poste auch diesen Link zunächst unkommentiert (888)

... Kommentare kommen sicherlich ganz von alleine (smili)

http://diestandard.at/2000012038932/Unt ... ertellinie

Gruß
Anne-Mette
steffiSH
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Re: Der Drang nach Geschlechtereinteilung

Post 2 im Thema

Beitrag von steffiSH »

Man will wissen: ist das jemand von mir, in meiner Geschlechtsgruppe, wie sich zum Beispiel ein Einbeiniger einem anderen Einbeinigen automatisch verbunden fühlt.
Aus der Antwort versucht man sein eigenes Verhalten zu steuern.
Man verhält sich ja schon anders zu Frauen als zu Männern.
sum sum sum - no Latein
Jaddy
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Re: Der Drang nach Geschlechtereinteilung

Post 3 im Thema

Beitrag von Jaddy »

steffiSH hat geschrieben:Man verhält sich ja schon anders zu Frauen als zu Männern.
Warum eigentlich?
ExUserIn-2026-04-08
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Re: Der Drang nach Geschlechtereinteilung

Post 4 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Warum sind die simpelsten Fragen immer die schwersten ?

Ich sehe das (im Augenblick) so: Wir sind soziale Wesen, denen Anerkennung durch andere Menschen wichtig ist. Was ist einfacher, als auf den Menschen gegenüber einzustellen und ihm so zu signalisieren, dass man ihn wertschätzt. Wie geht es uns denn, wenn wir uns en femme in der Öffentlichkeit bewegen ? Allein, dass wir in unserem Outfit akzeptiert werden, ist die Anerkennung, die wahrscheinlich die meisten von uns suchen.

Getrieben wird der Unterschied durch die gängigen gesellschaftlichen Rollentypen. Damit meine ich nicht nur m/f, sondern auch alle anderen wie z.B. Geschäftsmann, Mutter, Freizeitaktivist Privatmensch etc. Ich denke, dass hier auch der Grund liegt, weshalb in den unterschiedlichen Sportarten die Kleidung eine so große Rolle spielt. Zum Laufen brauche ich nur ein paar gute Schuhe. Aber es müssen ja auch Lauftights, Funktionsshirts etc. sein, damit man sich "richtig" fühlt. Ich will nicht den Nutzen klein reden, aber interessant ist dieses Verhalten schon. Man zeigt, dass man dazu gehört.

Ich denke, das Bestreben hat ja auch seinen Sinn. Ich zeige mich dazugehörig und damit, dass man nichts Böses will. Kommen zwei unterschiedliche Rollen zusammen, zeigt man damit, wo man gerade steht. Ein Geschäftsmann und ein Radfahrer (beide im Dress) gehen anders miteinander um, als zwei Geschäftsmänner. Mann und Frau ist dabei wahrscheinlich eine der größten Rollendifferenzen. Während ein Geschäftsmann auch Radfahrer sein kann, ist man entweder männlich oder weiblich, beides geht nicht (ok Jaddy, ich lasse Dein Avatar außer Betracht :wink: ). Dazu dürfte noch die Frage der sexuellen Attraktivität kommen, die unser Verhalten immer mehr oder weniger latent steuert.

Hat jemand eine bessere Idee ?
Viele Grüße
Vicky

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Re: Der Drang nach Geschlechtereinteilung

Post 5 im Thema

Beitrag von Cybill »

Jaddy hat geschrieben:
steffiSH hat geschrieben:Man verhält sich ja schon anders zu Frauen als zu Männern.
Warum eigentlich?
Könnte die These, dass eine Mann/Mann oder Frau/Frau-Paarung bisher keine nachweisbaren Beitrag zur Erhaltung der Art geleistet hat, zu deiner Erleuchtung beitragen?

(ki)
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!

Im Übrigen: Ich bin nicht hauptberuflich transsexuell!
Marielle
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Re: Der Drang nach Geschlechtereinteilung

Post 6 im Thema

Beitrag von Marielle »

Diese These erleuchtet den triebgesteuerten Teil des 'Benehmens':

Mann: "Darf ich ihnen ein Kind machen?"

Frau: "Gern, aber wieso wollen Sie mir dazu in den Mantel helfen?"

[beide grinsen und verschwinden in der Kulisse]


beziehungsweise, weil die Triebsteuerung nicht gleichmässig auf die Menschen verteilt ist:

Mann: "Darf ich ihnen in den Mantel helfen?"

Frau: "Das ist sehr nett, aber ich möchte jetzt kein Kind von ihnen."

[beide verlassen getrennt die Bühne; sie erleichtert, er enttäuscht]


oder aber, wenn es gelänge sich von derlei Kindereien zu emanzipieren:

Undefined: "Darf ich ihnen in den Mantel helfen?"

Undefined: "Sehr gern, danke! Sagen Sie: Erinnern Sie sich noch, wie sowas damals enden konnte?"

Undefined: "Ja, sicher. Finstere Zeiten waren das."

Undefined: "Sagen Sie, hätten Sie noch Zeit für einen Drink?"

[beide lachen, umarmen sich und verneigen sich vor dem Publikum, welches davon überzeugt ist, dass die Beiden etwas trinken gehen werden und sich keinerlei Gedanken darüber macht, was danach passieren wird]


Es ist ein treffendes, aber leider auch ein vernichtendes Urteil, das in Cybills 'These' steckt. Eigentlich vernichtend genug, um sich doch der ursprünglichen Frage "Warum eigentlich?" zu widmen, oder?


habt es gut

Marielle
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
Jaddy
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Re: Der Drang nach Geschlechtereinteilung

Post 7 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Cybill hat geschrieben:
Jaddy hat geschrieben:
steffiSH hat geschrieben:Man verhält sich ja schon anders zu Frauen als zu Männern.
Warum eigentlich?
Könnte die These, dass eine Mann/Mann oder Frau/Frau-Paarung bisher keine nachweisbaren Beitrag zur Erhaltung der Art geleistet hat, zu deiner Erleuchtung beitragen?
Du meinst, das Standardverhalten der meisten Mitmenschen da draussen ist eine dauernde Unterscheidung in "Beute vs. Konkurrenz"? Plausibel, aber etwas zynisch.

Aber wenn es so wäre, würde die Zusammenarbeit von Männern und Frauen weder in gemischten, noch in getrennten Gruppen wohl kaum so funktionieren, wie sie es offensichtlich tut.

Ich halte es auch für unwahrscheinlich, dass jemand an jeder Person des persönlich sexuell bevorzugten Geschlechts so interessiert ist, dass er/sie sich dementsprechend anders verhält.

Nein, ich akzeptiere anerzogene Manieren und gruppenbezogene Rituale als Erklärung. Aber meine Frage beantwortet das nicht, denn die reicht auch in die Zukunft.

Ich frage ganz ernsthaft: Wenn wir doch für Gleichstellung, gleiche Rechte, Emanzipation, etc. sind, gerade auch für Frauen, warum behandeln wir Menschen dann immer noch anhand ihres dargestellten Geschlechts, statt einfach situationsangemessen wie Mitmenschen?
conny
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Re: Der Drang nach Geschlechtereinteilung

Post 8 im Thema

Beitrag von conny »

Jaddy hat geschrieben: Ich frage ganz ernsthaft: Wenn wir doch für Gleichstellung, gleiche Rechte, Emanzipation, etc. sind, gerade auch für Frauen, warum behandeln wir Menschen dann immer noch anhand ihres dargestellten Geschlechts, statt einfach situationsangemessen wie Mitmenschen?
tendentiell irrational, oder?
steffiSH
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Re: Der Drang nach Geschlechtereinteilung

Post 9 im Thema

Beitrag von steffiSH »

Jaddy hat geschrieben: Ich halte es auch für unwahrscheinlich, dass jemand an jeder Person des persönlich sexuell bevorzugten Geschlechts so interessiert ist, dass er/sie sich dementsprechend anders verhält.
Dem widerspreche ich ganz eindeutig!
Der Antrieb für das andere Verhalten gegenüber Männern und Frauen ist einfach der Spassfaktor. Es macht einfach viel mehr Vergnügen seine Gegenüber auch emotional anzusprechen, zu reizen, auch wenn sie zum Beispiel auf Grund der Altersdifferenz keine potenziellen Sexualpartner sind.
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Cybill
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Re: Der Drang nach Geschlechtereinteilung

Post 10 im Thema

Beitrag von Cybill »

Jaddy hat geschrieben:...
Du meinst, das Standardverhalten der meisten Mitmenschen da draussen ist eine dauernde Unterscheidung in "Beute vs. Konkurrenz"? Plausibel, aber etwas zynisch.

Ich bin Zyniker mit etwas Transvestit aussen herum.
Jaddy hat geschrieben:...
Aber wenn es so wäre, würde die Zusammenarbeit von Männern und Frauen weder in gemischten, noch in getrennten Gruppen wohl kaum so funktionieren, wie sie es offensichtlich tut.

Ich halte es auch für unwahrscheinlich, dass jemand an jeder Person des persönlich sexuell bevorzugten Geschlechts so interessiert ist, dass er/sie sich dementsprechend anders verhält.
Schau mal ganz genau hin!

Jaddy hat geschrieben:...

Nein, ich akzeptiere anerzogene Manieren und gruppenbezogene Rituale als Erklärung. Aber meine Frage beantwortet das nicht, denn die reicht auch in die Zukunft....

....warum behandeln wir Menschen dann immer noch anhand ihres dargestellten Geschlechts, statt einfach situationsangemessen wie Mitmenschen?
Weil wir es nicht können. Trotz aller Kultur, Bildung usw... sind unsere Instinkte stärker. Dazu kommen Halo-Effekte, self fulfilling prophecy, usw... usf...

"Wir wäre gut, anstatt so roh, doch die Verhältnisse, sie sind nicht so!"
(Mr. Peachum in der Deigroschenoper)

Sorry, dass ich keine besseren Nachrichten für Dich habe.

-Cy
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