Bleibt man für immer ein Crossdresser?
Bleibt man für immer ein Crossdresser? - # 6

allgemeiner Austausch
Antworten
ExUserIn-2026-04-08
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3886
Registriert: Do 20. Nov 2014, 15:59
Pronomen:
Hat sich bedankt: 140 Mal
Danksagung erhalten: 1027 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Bleibt man für immer ein Crossdresser?

Post 76 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Hallo Lukretia,

"Was die Wut betrifft, die Du in meinen Worten zu spüren glaubst: Vorsicht, dass Du Deine eigene Wut, von der Du ja mehrfach redest, nicht auf mich projizierst!"

zunächst: Ich will Dir in keiner Weise zu nahe treten. Das Problem der Projektion ist mir bekannt und ich kenne es von mir und auch von anderen. Deshalb habe ich von meinen Erfahrungen gesprochen und wie ich damit umgehe. Wenn es Dich oder jemand anderen betrifft, kann er/sie sich das heraussuchen, was auf die jeweilige Situation zutrifft. Ich habe niemals geschrieben, dass das auch für Dich zutrifft.

Die Wut in Dir thematisierst Du doch selber, wenn Du von Neid und Hass auf Frauen schreibst. Oder sehe ich das falsch ?

Du sprichst auch von Autismus und Borderline. Sind das Selbstdiagnosen oder gibt es entsprechende ärztliche Diagnosen ? Die Verbindung Autismus und T* habe ich mir auch schon grundsätzlich überlegt. Das liegt irgendwie nahe, da man sich bei T* häufig in sich selber zurückzieht und scheinbar weniger Sozialkontakte benötigt. Aber ich glaube das nicht so ganz. Ich denke eher, dass es i.d.R. etwas damit zu tun hat, dass man sich im frühkindlichen Alter durch Ablehnung von Charaktereigenschaften durch die Umwelt gelernt hat, dass diese Facetten des Charakters "falsch" sind und somit verdrängt werden. Das Kind wird auf sich selber zurück geworfen. Auch Borderline-Symptome können z.T. dadurch erklärt werden. Nebenbei, es können auch Symptome für Narzissmus oder Depressionen hier ihre Wurzeln haben.

Nicht falsch verstehen. Ich sage nicht, dass das bei so ist. Ich spreche im Allgemeinen über meine Eindrücke. Ob sie Dir nützen, ist Deine Sache. Wenn nicht, nützen sie vielleicht jemand anderen.

Grüße
Vicky
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
Lukretia
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 227
Registriert: Mi 29. Okt 2014, 21:55
Geschlecht: An der Grenze
Pronomen:
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: Bleibt man für immer ein Crossdresser?

Post 77 im Thema

Beitrag von Lukretia »

Hallo Vicky,

danke für die Antwort. Ich hatte mich nur etwas gewundert, dass Du einerseits bei mir Wut wahrnimmst, aber andererseits mehrfach von Wut sprichst, die Du selbst empfindest.
Die Wut in Dir thematisierst Du doch selber, wenn Du von Neid und Hass auf Frauen schreibst. Oder sehe ich das falsch ?
Das siehst Du in sofern falsch, als sich bei mir Neid und Hass auf Frauen gelegt haben. Es handelt sich um ein Phänomen der Vergangenheit. Da habe ich in der Tat Neid und Hass auf Frauen empfunden. Es lag vielleicht eine unterdrückte Wut zugrunde, keine Frau sein zu können.
Die Diagnose Borderline stammt von einem Psychologen, meine Selbstdiagnose lautet schizotypisch/schizoid. Borderline und Schizotypie sind nicht exakt von einander zu trennen. Bei schizotypisch/schizoid ist immer auch ein leicht autistisches Element im Spiel und man muss sich im einzelnen fragen, inwieweit die Abgrenzung zum Asperger-Autismus zu ziehen ist. Insgesamt schwanken die Begrifflichkeiten aber. Was früher, etwa in dem bekannten Werk "Grundformen der Angst", als "schizoid" bezeichnet wurde, gilt heute als "Borderline".
Gerade "Borderline" hat den "Vorteil", dass sich die Störung im Alter abschwächt. Es ist also nicht mehr so dramatisch bei mir. Ich halte im übrigen diesen ganzen Störungskomplex bei mir im wesentlichen für erblich bedingt.
Wie meine transvestitischen/transsexuellen Anteile da hinein passen, darüber muss ich noch nachdenken. Denn dieser Aspekt ist in der langjährigen Therapie nicht behandelt worden. Dass die Therapie aber nutzlos gewesen wäre, ist falsch. Sie hat mich, ohne Medikamente, von meinen Depressionen weitgehend befreit, und das ist ja schon etwas.

Lukretia
Lina
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 4370
Registriert: Di 25. Jan 2011, 00:34
Pronomen:
Hat sich bedankt: 52 Mal
Danksagung erhalten: 190 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Bleibt man für immer ein Crossdresser?

Post 78 im Thema

Beitrag von Lina »

Lukretia hat geschrieben:Zu Lina: Ich kann mit Deinen Fragen nicht viel anfangen. Begreifst Du denn nicht, dass ich autistisch bin? Du kannst zu einem Autisten nicht sagen: Such Dir eine Partnerin, ebenso wenig wie zu einem Alkoholiker: Hör auf mit dem Trinken! Ich kann nur versuchen, mich mit meiner autistischen Veranlagung so gut wie möglich für den Rest meines Lebens einzurichten. Eine Partnerin kommt für mich auch gar nicht in Frage. Ich stehe auf jüngere Männer und möchte mit ihnen in der Rolle der Frau Sex haben. Das kann ich aber, wie gesagt, nicht ausleben, abgesehen davon, dass ich auch für jüngere Männer zu alt bin. Frauen interessieren mich sexuell nicht, obwohl sie mich als Rollenvorbild (ich möchte sein wie sie) erotisch ansprechen. Im übrigen hat jemand anderes den Thread eröffnet, sieh bitte mal nach!
Zu Vicky: Irgendwo hast Du sinngemäß geschrieben, dass Crossdressing ein Indikator dafür sein könnte, dass möglicherweise mit jemandem etwas nicht stimmt. Genau das ist mein Thema.
Was die Wut betrifft, die Du in meinen Worten zu spüren glaubst: Vorsicht, dass Du Deine eigene Wut, von der Du ja mehrfach redest, nicht auf mich projizierst!

Lukretia
Nein, ich habe nicht begriffen, dass du autistisch bist. Ich finde dich für einen Autisten sehr kommunikativ. Auch wenn man es als Autismus definiert, kommunizierst du trotzdem ausgiebig verbal. Körperlich vielleicht auch.

Du kannst mit meinen Fragen nichts anfangen sagst du - trotzdem bewegen die offensichtlich was in dir und eine davon hast du sogar mehr oder weniger direkt beantwortet. Auch wenn es nicht dein Thread ist, dann hast du mehrere Interessentinnen für dein Thema gewonnen. Du kommunizierst und erweckst interesse - das sind sogar wesentliche Grundvoraussetzungen, um mit anderen Menschen zusammen glücklich zu werden ...

Und du hast einen klaren Wunsch ausgedrückt - ich glaube sogar das erste Mal in diesem Thread: Der Wunsch nach Sex mit jüngeren Männern - und du en femme. Das ist ja wohl was ganz anderes als sichalleine im Schlafzimmer verstecken ...

Ich sage dir nicht, was du tun sollst - ich sage nur, was in meiner Weltanschauung möglich ist. Ich bin soweit ich weiß auch noch älter als du und es gibt bestimmt mehr jünge Männer, die mit mir Sex haben wollen, als ich gebrauchen kann. Damit ist nicht gesagt, dass jeder junge Typ unter 30 mit mir wollen, aber einige wollen sehr gerne. Und die Meisten haben eh nicht mehr als zehn Sexpartner in ihrem ganzen Leben.
Was sollte also hindern, dass du auch mit denen kommunizierst - wie du auch hier kommunizierst - und dass einige von ihnen dann auch mit der Sex haben wollen? Wenn das ist, was du willst oder dir wünscht - dann liegt es eindeutig zwischen den beiden polarisierten Sichtweisen, die du erst an den Tag gelegt hast.

Nun, ich habe nicht zu einem Alkoholiker gesagt - hör auf zu trinken. Ich habe auch nicht zu dir gesagt, drücke Wünsche aus und kommuniziere mit den Menschen mit denen du sie realisieren kannst. Ich habe gesagt, zu lernen solche Wünsche klar zu formulieren und zu lernen mit Menschen darüber zu kommunizieren ist vermutlich ein sinnvolleres Therapieziel, als die bisherigen, die du erwähnt hast. Was du aber tatsächlich tust, bleibt deine Sache.

Aber ich stehe völlig hinter deinen Wunsch, kann mir nicht vorstellen weshalb du dafür zu alt sein solltest, wenn ich es nicht bin - und ich kann durchaus empfehlen diesem Ziel weiter anzustreben.
Lukretia
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 227
Registriert: Mi 29. Okt 2014, 21:55
Geschlecht: An der Grenze
Pronomen:
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: Bleibt man für immer ein Crossdresser?

Post 79 im Thema

Beitrag von Lukretia »

Hallo Lina,

danke für Deine Antwort. Du machst mir ein wenig Mut, dass ich vielleicht noch nicht völlig zu alt bin für sexuelle Kontakte.
Das große Problem ist die Praxis. Wir wollen hier nicht über den Begriff Autismus streiten. Tatsache ist, dass ich echte Kontakt- und Beziehungsprobleme habe. Hier im Forum kann ich schreiben, anonym, aber mich in der Realität mit einem Menschen treffen und sogar mit ihm intim etwas anfangen, das ist schon schwieriger für mich. Da bestehen extreme Hemmungen, die durch meine jahrelangen Solo-Aktivitäten nicht geringer geworden sind.
Das Problem für mich ist auch, en femme in die Öffentlichkeit in meinem Alter zu gehen. Ich habe gewisse ästhetische Ansprüche insofern, als ich mich nur en femme in die Öffentlichkeit trauen würde, wenn ich auf den ersten Blick als Frau durchgehen könnte. Es kommt mir nicht auf Schönheit an, sondern es müsste alles so stimmig sein, dass ich nicht sofort auffalle. Das ist in höherem Alter natürlich schwieriger als in jüngeren Jahren und ist auch ein wesentlicher Grund, warum ich mich hier nicht im Foto vorstelle. Ich möchte mich nicht verstecken, das habe ich nicht mehr nötig, sondern ich möchte mich nur zeigen, wenn ich auch, nach meinen Maßstäben, zufriedenstellend aussehe.

LG
Lukretia
ExUserIn-2026-04-08
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3886
Registriert: Do 20. Nov 2014, 15:59
Pronomen:
Hat sich bedankt: 140 Mal
Danksagung erhalten: 1027 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Bleibt man für immer ein Crossdresser?

Post 80 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Hallo Lukretia,

ich möchte Deine Sichtweisen nicht in Frage stellen, aber ich kann nur von mir ausgehen. Etwas besseres habe ich nicht.

Das Dressen hat für mich über Jahrzehnte so sehr im Vordergrund gestanden, dass ich gar nicht in Lage war zu erkennen, dass es eigentlich Bedürfnisse im Hintergrund sind, die auf diese Weise ihren Ausdruck fanden. Ich will das gar nicht wiederholen, da ich dazu an verschiedenen Stellen schon geschrieben habe. Meine Schlussfolgerung war, als ich das verstanden habe, war die Akzeptanz dieser Bedürfnisse (meine weicheren Seiten) und sie so oft wie nötig/möglich auch zu leben. Dies hat dazu geführt, dass es mir wesentlich besser geht. Der Drang zum Dressen hat nachgelassen. Der Gedanke darauf zu verzichten, kommt mir nicht (mehr) in den Sinn. Ich kann es aber viel mehr genießen als früher. Das wichtigste aber war die Erkenntnis, dass ich Bedürfnisse habe, die ich nicht zugelassen habe oder besser gesagt, die ich nicht zuließ, weil ich sie als Kind nicht zulassen durfte.

Das ist mMn das Drama "verhaltensauffälliger" Kinder. Sie werden vermutlich nicht in ihrem ganzen Wesen anerkannt und gefördert. Die Folgen können vielfältig sein, aber sie sind nie gut, weder für das Kind noch die Gesellschaft. Solche Kinder "haben viel mehr drauf", als man ihnen zugesteht. Als Erwachsene müssen wir us selber darum bemühen, diese verkümmerten Seiten zu entwickeln. Die CD, die ich persönlixch kenne, sind alle sehr empathisch und hochsensibel. Sensibel nicht im Sinne von empfindlich, sondern sie nehmen ihre Umwelt besonders intensiv war. Das ist anstrengend, aber sie erkennen Dinge, die andere nicht erkennen können, weil sie mehr wahrnehmen. Ich musste erst lernen, mit dieser Gabe umzugehen und auch zu akzeptieren, dass mich meine Umwelt als wenig belastbar wahrnimmt. Dabei arbeite ich viel mehr als sie, um die Eindrücke zu verarbeiten.

Wie gesagt, das soll nur eine Anregung sein ...
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
Lina
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 4370
Registriert: Di 25. Jan 2011, 00:34
Pronomen:
Hat sich bedankt: 52 Mal
Danksagung erhalten: 190 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Bleibt man für immer ein Crossdresser?

Post 81 im Thema

Beitrag von Lina »

Lukretia,
Hemmungen - klar, ich weiß. Und Autismus oder nicht - dein aktueller Zustand ist dein aktueller Zustand. Und da ist die Augangsposition, egal wie man die nennt. Die wirkliche Frage ist aber auch, wie weit muss sich was verändern damit dein Verhalten sich so weit ändert, dass du mit dir zufriedener bist? Und inwieweit bist du bereit Schritte einzuleiten um dich und den Verhalten in eine Richtung zu ändern, dass du mit dir zufrieden bist? Du kannst z.B. wenn du mit dem Auto irgend wo hinfahren willst, dir aus dem Routenplaner einen Plan ausdrucken. Du kannst dir ein megateures Navigerät kaufen, es einschalten und los fahren. Das allerbeste Navigerät wird aber nur was nutzen, wenn du dich tatsächlich in Bewegung setzt. Und genau wie du im praktischen Leben, dein Auto in Bewegung setzen musst, damit dein Navigerät die nächste Anweisung gibt - du weißt ja, erst, wenn du fährst kommem Anweisungen wie "in 100 m rechts abbiegen" usw., wenn du nicht fährst kommt keine Anweisung, so kannst du auch dann die Perspektive von Änderungen in deinem Leben, in deinem Verhalten erkennen, wenn du die ersten Schritte zu einer Veränderung einleitest. Wo diese Veränderung anfangen könnte, werde ich nicht hier ausbreiten - ich weiß ja kaum was über dich. Aber nehmen wir ein aktuelles Beispiel aus meinem Umgangskreis: Eine Grafikerin, die auf Jobsuche ist, kaum Vorstellungsgespräche kriegt, obwohl sie sehr gut ist. Sie sprach mit einem Coach darüber - von mir empfohlen. Nach einem ersten Gespräch über Kommunikationsstrategien stellte sich heraus, dass sie eigentlich vor Präsentationen Angst hat. Vor allem wenn sie in einen Raum rein kommt, wo viele Menschen warten.
Sie hat sich aber in Bewegung gesetzt - und hier hat sich schon den ersten Hinweis gezeigt. Die erste Maßnahme war also Hypnosesitzung, wo diese Angst in ein positives Gefühl umgewandelt wurde.
Wie du siehst, man weiß erst wohin, wenn man sich in Bewegung setzt. Und man setzt sich in der Regel erst in Bewegung, wenn man ein Ziel gesetzt hat. Eine sinnvolle Frage, die du stellen kannst ist also - wie sieht das aus und wie fühlt sich das an, was du erreichen willst? Erst wenn du es visualisieren, fühlen, in der Vorstellung anfassen, ist es wirklich ein Ziel. Gut, selbst das ist manchmal schwierig ohne Hilfe. Erstes Teilziel könnte z.B. sein, denjenigen zu finden, der hilft.



Und ganz ehrlich - wenn dein Psychotherapeut nach so langer Zeit das nicht mit dir auf den Punkt gebracht hat, dann würde ich ihn feuern.


Und Alt werden - ganz ehrlich, für mich bedeutet das, wenn ich über 80 bin. Mindestens. Und ich kenne schon 80Jährige Frauen, die sehr beeindruckend und für mich gute Vorbilder sind. Die sind einfach sexy in einer ganz anderen Art als "jung-sexy". Was die nicht mehr in Form von glatter Haut, superschlanke Körper haben die wiederum in einer Eleganz in ihrem Styling, Kleidung und in der Art wie sie sich Bewegen und Sprechen. Und sie haben selbstvertrauen und fühlen sich weiblich. Nicht oma-weiblich, sondern weiblich-weiblich. Das ist der Punkt, der Alter extrem relativiert.
LanaX
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 145
Registriert: So 30. Nov 2014, 18:05
Geschlecht: Man(n)chmal Frau
Pronomen:
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: Bleibt man für immer ein Crossdresser?

Post 82 im Thema

Beitrag von LanaX »

vr_61 hat geschrieben:Hallo Lukretia,

ich möchte Deine Sichtweisen nicht in Frage stellen, aber ich kann nur von mir ausgehen. Etwas besseres habe ich nicht.

Das Dressen hat für mich über Jahrzehnte so sehr im Vordergrund gestanden, dass ich gar nicht in Lage war zu erkennen, dass es eigentlich Bedürfnisse im Hintergrund sind, die auf diese Weise ihren Ausdruck fanden. Ich will das gar nicht wiederholen, da ich dazu an verschiedenen Stellen schon geschrieben habe. Meine Schlussfolgerung war, als ich das verstanden habe, war die Akzeptanz dieser Bedürfnisse (meine weicheren Seiten) und sie so oft wie nötig/möglich auch zu leben. Dies hat dazu geführt, dass es mir wesentlich besser geht. Der Drang zum Dressen hat nachgelassen. Der Gedanke darauf zu verzichten, kommt mir nicht (mehr) in den Sinn. Ich kann es aber viel mehr genießen als früher. Das wichtigste aber war die Erkenntnis, dass ich Bedürfnisse habe, die ich nicht zugelassen habe oder besser gesagt, die ich nicht zuließ, weil ich sie als Kind nicht zulassen durfte.

Das ist mMn das Drama "verhaltensauffälliger" Kinder. Sie werden vermutlich nicht in ihrem ganzen Wesen anerkannt und gefördert. Die Folgen können vielfältig sein, aber sie sind nie gut, weder für das Kind noch die Gesellschaft. Solche Kinder "haben viel mehr drauf", als man ihnen zugesteht. Als Erwachsene müssen wir us selber darum bemühen, diese verkümmerten Seiten zu entwickeln. Die CD, die ich persönlixch kenne, sind alle sehr empathisch und hochsensibel. Sensibel nicht im Sinne von empfindlich, sondern sie nehmen ihre Umwelt besonders intensiv war. Das ist anstrengend, aber sie erkennen Dinge, die andere nicht erkennen können, weil sie mehr wahrnehmen. Ich musste erst lernen, mit dieser Gabe umzugehen und auch zu akzeptieren, dass mich meine Umwelt als wenig belastbar wahrnimmt. Dabei arbeite ich viel mehr als sie, um die Eindrücke zu verarbeiten.

Wie gesagt, das soll nur eine Anregung sein ...
Hallo Vicky, danke für diesen Kommentar, mein CD-Erfahrungsschatz ist zwar noch nicht sehr umfangreich, aber ich konnte mich in deinen Beschreibungen sehr gut wiederfinden. Besonders die intensivere Wahrnehmung der Umwelt konnte ich an mir auch schon beobachten, glaube ich zumindest. Ich habe besonders bei zwischenmenschlicher Interaktion oft das Gefühl, warum manche Menschen offensichtliche Fehler begehen und es nicht merken. Also überrascht sind, dass es zu einem Streit kommt, obwohl dieser bei geschickterer Kommunikation vermeidbar gewesen wäre. Allerdings kriege ich auch manchmal (aber eher selten) gar nichts mit, eben typisch Mann ;)

@Lina: Sehr gelungener Vergleich mit dem Navi, Da kam mir doch glatt eine Idee, für ein neues Navi-Feature, ein zufälliges Ziel. Man kann eine Kategorie (Sport, Natur, Kultur, Wellness, Fotografie, Party etc...) und einen Umkreis (in Fahrtzeit am besten) wählen und den Rest sucht das Navi aus :D

Und dann: Überraschung :) Das hat jetzt nicht so zum Thema gepasst, musste ich aber mal loswerden :P

@Lukretia: Lina hat da voll Recht. Man muss aktiv werden um etwas zu ändern/zu erleben/Leute kennen zu lernen. Zwei Zitate von Eckart von Hirschhausen, den ich übrigens sehr empfehlen kann: "Lebe dein Leben, es könnte dein letztes sein" und "Umwege erhöhen die Ortskenntnis".

Liebe Grüße
Lana
Lina
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 4370
Registriert: Di 25. Jan 2011, 00:34
Pronomen:
Hat sich bedankt: 52 Mal
Danksagung erhalten: 190 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Bleibt man für immer ein Crossdresser?

Post 83 im Thema

Beitrag von Lina »

Das da mit Zufälliges Ziel ist genial. In fremden Städten springe ich auch gerne in zufällig ausgewählte Busse ... aber auch im übertragenen Sinn macht es Sinn. Im Grunde habe ich genau das getan und bin deshalb genau das, was ich heute bin:
Als Kleinkind sah ich in meiner Mutter genauso ein Vorbild, wie in meinem Vater. Ich hielt mich für anatomisch genau so wie meine Schwestern und zog gerne lange Unterhemde als Kleid an, Schmuck von meiner Mutter und ihre HiHeels. Keiner hatte ein Problem damit. Erst in der Schule lernte ich mich verstecken.

Etwa 15 Jahre später, wo ich gelernt hatte Mann zu sein, mich physisch zu verteidigen, und dass es gar nicht so schwierig war, Dates mit Frauen zu kriegen, wenn ich mich nur ausreichend Richtung Mann verstellte. Das machte aber nur kurze Zeit Spaß und ich war unglücklich. Dann kam es, dass jemand mal eine Disco erwähnte, die recht cool sein sollte - mit Shows, ca.2/3 schwules Publikum. Und hetero Frauen, die wie Friseurinnen aussahen. Ein wirkliches Zufallsziel. Ich ging da rein. Kam auf die Tanzfläche mit einer nett aussehenden Blondine ca. 16-20 Jahre, die recht schüchtern war. Möglicher Grund: Beim Tanzen bekam sie eine deutlich zu spürende Erektion.
Genau dieses Zufallsziel tritt bei mir eine schnelle Entwicklung los. Ich war verwirrt aber auch glücklich, dass ich irgend etwas Richtungsweisendes gefunden hatte. Erst war natürlich die Frage, stehe ich auf Jungs? Ja auch. T-Frauen? Bald kam mir auch der Gedanke, dass ich sehen musste, wie ich so aussehe. Erster Versuch. Schlecht. Zweiter Versuch: Besser. Dritter Versuch, passendere Kleidung gefunden etc. Ich habe mich im Spiegel geschaut und habe fast geweint, so glücklich war ich. Weil genau das suchte ich, ohne es zu wissen. Die Austauschbarkeit der Gender-Roles, die ich als Kind für selbstverständlich hielt.

Alles durch ein recht zufällig ausgewähltes Ziel ausgelöst.
Lukretia
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 227
Registriert: Mi 29. Okt 2014, 21:55
Geschlecht: An der Grenze
Pronomen:
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: Bleibt man für immer ein Crossdresser?

Post 84 im Thema

Beitrag von Lukretia »

Zu Vicky:
Das ist anstrengend, aber sie erkennen Dinge, die andere nicht erkennen können, weil sie mehr wahrnehmen.
Das erlebe ich bei mir auch. Ich nehme bestimmte Dinge (nicht alles) deutlicher wahr als andere, weil ich außen stehe und von außen einen besseren Überblick habe als die, die drinnen sind und sich aus der Binnenperspektive nicht lösen können. Viele verstehen das nicht und meinen, ich würde übertreiben, weil sie meinen Blick nicht nachvollziehen können.
Auf der anderen Seite freilich kann es passieren, dass ich die einfachsten Dinge, die vor meinen Füßen liege und die jeder sieht, nicht sehe.
Zu lina und LanaX:
Ja, sich bewegen, das ist mein großes Thema. Ich habe jahrelang nicht gewusst, was ich wollte. Da hätte Bewegung insofern nichts genutzt, weil derjenige, der sich in die falsche Richtung bewegt, sich vom Ziel nur immer weiter entfernt. Inzwischen weiß ich, was ich als Frau will: einen Mann. Ich habe sogar einen Interessenten, aber der ist mir etwas zu alt. Oder könnte ich mich noch dran gewöhnen? Vor kurzem hatte ich sogar einen Interessenten, der war 20 Jahre jünger als ich, aber der gefiel mir nicht. Es ist schon schwierig...

Lukretia
Lina
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 4370
Registriert: Di 25. Jan 2011, 00:34
Pronomen:
Hat sich bedankt: 52 Mal
Danksagung erhalten: 190 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Bleibt man für immer ein Crossdresser?

Post 85 im Thema

Beitrag von Lina »

@Oder könnte ich mich noch dran gewöhnen? Vor kurzem hatte ich sogar einen Interessenten, der war 20 Jahre jünger als ich, aber der gefiel mir nicht. Es ist schon schwierig...


Immerhin zwei "Interessenten". Wie viele Typen glaubst du, dass eine Cis-Frau sich anschauen muss (ob sie es will oder nicht) bevor es auch nur für eine kurze Affäre passt? Aber glaub mir, es tut gut auch etwas zum Ablehnen zu haben.
Lina
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 4370
Registriert: Di 25. Jan 2011, 00:34
Pronomen:
Hat sich bedankt: 52 Mal
Danksagung erhalten: 190 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Bleibt man für immer ein Crossdresser?

Post 86 im Thema

Beitrag von Lina »

Plisseedreher70 hat geschrieben:Hallo Lina,
und wie könnte meine geänderte Betrachtungsweise aussehen? Neid ablegen und weiter zuschauen? Bin gespannt!
Grüße
Das weißt letztendlich nur du. Ich könnte dir höchstens dabei helfen, es raus zu finden. Was wenn die geänderte Betrachtungsweise heißt: Selber mitmachen und genießen. Viellecht auch selber mitmachen und vielleicht auch beneidet werden. Oder einfach selber mitmachen und einfach dabei Spaß haben. Es gibt viele Möglichkeiten. Viele, die ich mir auch gar nicht hier und jetzt vorstellen kann oder muss. Das Wichtigste ist, die Möglichkeiten zu erkennen, die man hat, und dabei auch Situationen suchen, wo sich neue Möglichkeiten ergeben könnten.

Neid ist immer negativ. Oft führt es zu Selbsthass oder entspringt daraus. Allenfalls gehört es zu einem Situationsbild, wo die "neidende Person" nicht selbst den eigenen Erwartungen entspricht. Warum das so ist, sollte man dann lieber darauf achten.

----

Ich selbst sehe doch auch oft Frauen die wunderhübsch sind - wo ich niemals mithalten konnte. Und wie reagiere ich? Ich gönne es ihnen natürlich. Quatsche und habe Spaß mit ihnen. Ich werde schon mit meinen Looks gehörig Spaß haben und die werden auch mal Frauen erleben, die noch Hübscher sind. Und es gibt so viele Aspekte dazu. Eine Bekannte von mir sieht immer super aus. Schlank, wunderbare Kurven, immer sehr elegant gekleidet. Außerdem eine sehr talentierte und erfolgreiche Kreative. Stellt euch mal vor ich hätte auf die schnelle eine Fee damit beauftragt, dass ich einen Körper genau wie ihre bekommen hätte ... vor kurzem habe ich von ihr erfahren, dass sie eine ganz schlimme Lungenkrankheit hat. Wenn die Medikamente, die sie jetzt bekommt wirklich anschlagen gut ... sonst wird sie vielleicht innerhalb der nächsten Jahre sterben.
Plisseedreher70
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1227
Registriert: Mo 17. Feb 2014, 15:34
Geschlecht: Männlich
Pronomen: Er
Hat sich bedankt: 35 Mal
Danksagung erhalten: 73 Mal
Kontaktdaten:

Re: Bleibt man für immer ein Crossdresser?

Post 87 im Thema

Beitrag von Plisseedreher70 »

Hallo Lina,
danke dir für deine Hilfestellung! Deine Betrachtungsweise überzeugt mich, ich sollte doch vielleicht etwas dankbarer meiner
Situation gegenüber stehen. Das Forum hier hat mir schon mächtig geholfen, ich fühle mich nicht mehr als ein Außenseiter,
durch gute Kontakte entkrampft sich mein Denken und Fühlen. Würde sagen: ich befinde mich auf einem guten Weg!
Leider gibt es hier im Schwarzwald meines Wissens keine Kontakt Gruppe, um mit Gleichgesinnten sich direkt austauschen zu
können!
Wünsche dir eine schöne Weihnachtszeit,
LG vom Plisseedreher
Bin Mann, bleibe Mann, aber festliche Glanzkleider überziehen ist für mich berauschend!
ExUserIn-2026-04-08
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3886
Registriert: Do 20. Nov 2014, 15:59
Pronomen:
Hat sich bedankt: 140 Mal
Danksagung erhalten: 1027 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Bleibt man für immer ein Crossdresser?

Post 88 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

In Karlsruhe gibt es doch eine Gruppe. Unter Transtalk findest Du Infos.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
Plisseedreher70
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1227
Registriert: Mo 17. Feb 2014, 15:34
Geschlecht: Männlich
Pronomen: Er
Hat sich bedankt: 35 Mal
Danksagung erhalten: 73 Mal
Kontaktdaten:

Re: Bleibt man für immer ein Crossdresser?

Post 89 im Thema

Beitrag von Plisseedreher70 »

Hallo Vicky,
danke für die Info. Zwar 150km entfernt, aber für mich mit der Bahn bestens erreichbar.
Ob da jemand vom Forum schon mal war? Mache mich gerne im Vorfeld etwas schlau!
Viele Grüße aus dem Süden
Bin Mann, bleibe Mann, aber festliche Glanzkleider überziehen ist für mich berauschend!
ExUserIn-2026-04-08
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3886
Registriert: Do 20. Nov 2014, 15:59
Pronomen:
Hat sich bedankt: 140 Mal
Danksagung erhalten: 1027 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Bleibt man für immer ein Crossdresser?

Post 90 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Ich war vor gut 10 Jahren dort. Aber ich bin kein "Stammtischtyp", auch als Mann nicht. Insofern gab es keine Wiederholung. Seinerzeit wurde ich aber offen und freundlich aufgenommen.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
Antworten

Zurück zu „Crossdresser Transgender DWT Portal“