Androgynität als Lösung
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conny
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Re: Androgynität als Lösung

Post 1 im Thema

Beitrag von conny »

hallo anja,

androggynität als lösung? für welches problem? wenn jemand so sein will wie conchita wurst o.ä., dann kann die/der kann es machen und die/der macht es auch. und warum sollte jemand androgyn nach draußen gehen, wenn er es sich als "en femme" cd nicht traut?

du machst viel unterstellungen und stellst vermutungen an was ist und sein könnte. letzlich bleibt alles, egal in welcher form man auftritt, nur eine frage des selbstbewustseins in einem umfeld das einen akzeptiert, toleriert oder auch nicht.

btw: wo bestreiten die medien neue entwicklungen? die berichterstattung über conchita wurst ist sicher kein beispiel...

lg
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Magdalena
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Re: Androgynität als Lösung

Post 2 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo Anja,

eigenltich kann Jede/r selbst entscheiden, wie er wahrgenommen werden möchte. Warum soll ich mich nicht als Frau zuechtmachhen? Wenn ich es mag komplett rasiert und mit Make-up, Perücke als Frau wahrgenommen zu werden. Mein Hauptgrund ist, ich möchte mich wohlfühlen in meiner Kleidung und mich so geben wie ich gern bin. Und wenn Du die einzelne Beiträge hier im Forum aufmerksam liest, findest Du hier unterschiedliche Lebensformen unserer Mitglieder. So wie Du sie beschrieben hast, unterscheidlich ausgeprägt.

LG Magdalena
Lebe jeden Tag.
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Re: Androgynität als Lösung

Post 3 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

Moin zusammen,

...Androgynität als Lösung? - zum Teil zumindest kann ich das auch sehen. Alles unter der Voraussetzung der persönlichen Gegebenheiten und Möglichkeiten betrachtet, kann es schon eine Lösung sein, sich in der Zeit, wo es nicht möglich ist, en femme aufzutreten, zumindest zu versuchen, das durch androgyne Kleidung und entsprechende Accessoires auszugleichen. In gewisser weise nutze ich da so. Bei der Arbeit, im garten und wenn es eben nicht geht, sich mit Rock zu bewegen. Was ist dann androgyn - lange Haare, Augenbrauen nachziehen, Ohrringe, Halsschmuck/Kette, Damenstiefel, Damenjeans, wenn sie passen, Blusen etc. Da gibt es schon Möglichkeiten, sich weiblich fühlen zu können, ohne ausgesprochen weibliche Kleidungsstücke wie Kleid oder Rock zu tragen. Da geht schon was meiner Meinung nach... ))):s

Gruß, Ulrike-Marisa (moin)

...von nix kommt nix...
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Re: Androgynität als Lösung

Post 4 im Thema

Beitrag von Cybill »

Interessanter und provokanter Artikel. Nur fragt sich ein Teil meines professionellen Daseins, wo liegt der sittliche Nährwert, zumal von jemandem gepostet, der bis auf einen Nick nichts von sich preis gibt?

Ob die Gute wohl aus Skandinaviens Sagenwelt stammt?

-Cy
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!

Im Übrigen: Ich bin nicht hauptberuflich transsexuell!
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Re: Androgynität als Lösung

Post 5 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Er ist mMn nicht provokant, da er zu viele sachliche Fehler enthält, so dass ich ihn nicht ernst nehmen kann (auch wenn das Thema diskussionswürdig ist).

Beispiele:
Die Annahme, dass wir uns allgemein in einem neuen Zeitalter bewegen wird zwar von unseren Medien bestritten (das ist ihr Auftrag)
Wo steht das denn ? Wenn jemand ein "neues Zeitalter" ausruft, sind das doch die Medien ...
Wo bisher klar war: man tritt entweder als Mann oder weiblich auf, und das möglichst perfekt und unzweideutig, hat sie diese Regel umgestoßen und infrage gestellt.
Das ist ein alter Hut und wurde bereits von einigen praktiziert. Nur hatte es weniger Öffentlichkeit.
An diesem Punkt ist Conchita Wurst als Pionierin zu verstehen; hinter ihr folgte bisher vor allem ein Vakuum: Transen der zurückliegenden Generationen sind auf ihren Tabubruch nicht eingerichtet, und Diejenigen, für die Conchita die Tür geöffnet hat, sind ebenfalls meist noch überfordert, durch diese unerwartet geöffnete Tür zu gehen, wo bisher noch mehr oder weniger die Vorschrift bestand, ein möglichst perfektes Passing zu erreichen oder andernfalls einen Auftritt in der Öffentlichkeit (außerhalb der Rotlichtzonen) zu vermeiden.
Das ist ja völlig lächerlich. Ich kenne niemanden, der durch den Auftritt in irgend einer Weise verändert agiert hat. Und wo ist ein perfektes Passing "Vorschrift". Manche mögen das denken, aber seit vielen Jahren zeigen ungezählte TGs, dass es auch anders geht.
Stattdessen denke ich, wäre es nun Zeit, die neue Freiheit zu nutzen,
Welche "neue Freiheit" ? Die Freiheit hatten und haben wir schon lange. Man muss sie nur nutzen ...
Für viele bedeutet das natürlich eine verhältnismäßig hohe Schwelle: die Modeindustrie hat hier bisher praktisch kein Angebot vorgesehen und liefert damit keine Stilvorlagen (außer für feminine Androgynität, die bereits länger eingeführt ist).
Damit ergibt sich der "Zwang" zur Kreativität und zur Selbstbestimmung, wo "normale" Männer oder Frauen überversorgt sind mit Stilmustern, ...
Für Transgender / Zwischengeschlechtliche dagegen besteht hier bisher ein luftleerer Raum, wenn man einmal absieht von bestimmten Angeboten an androgyner Damenbekleidung wie Jeans u.dergl., die genutzt werden können.
Brauchen wir wirklich eine Modeindustrie, um uns androgyn darzustellen ? Es gibt doch jede Menge Möglichkeiten, angefangen von Frisuren und Ohrstecker bis zu den Schuhen.
Nicht zu ignorieren ist dabei natürlich, dass sich daraus umfassende politische Konsequenzen ergeben: es hätte effektiv die volle Emanzipation des Transentums zur Folge.
Sorry, aber diese Spekulation geht mMn völlig daneben. Eine Emanzipation ist sicherlich zu wünschen, aber die geschieht nicht durch die Öffentlichkeit sondern durch die eigene Auseinandersetzung mit sich selbst. Ich bin derjenige, der sich emanzipiert. Ich mache mich frei von den vermeintlich übergestülpten "Regeln". Das ist ein Willensakt meinerseits. Was ist denn die Frauenemanzipation anderes ? Frauen habe sich vom Klischee des "Weibchen am Herd" frei gemacht und sind in die "Männerdomänen" eingebrochen. Etwas anderes mache ich auch nicht, wenn ich mich ernst nehme. Wenn das genügend TGs machen und leben, wird daraus eine politische Bewegung, die wir übrigens schon lange haben, leider nur etwas uneinheitlich und chaotisch.

Nimm meine Bemerkungen bitte nicht persönlich. :)p Ich finde deinen Beitrag nicht schlecht. Da ist jemand, die sich engagiert und den Mut hat, Thesen anzuschlagen, auch wenn die schon länger hängen. Ich wünsche mir, dass Du, Anja, weiter machst, Deine Gedanken überdenkst und neue kritisch hier einfließen lässt. Es ist die Auseinandersetzung, die Dich und uns weiter bringen.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Androgynität als Lösung

Post 6 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Vielleicht muss ich zu meinem Beitrag / Vorschlag ergänzen, dass es meine Gewohnheit ist, die Dinge politisch / gesellschaftlich zu sehen und nicht nur auf der individuellen Ebene. Wer sich auf Letzteres beschränkt, kann meinen Ansatz wohl nur schwer nachvollziehen,
Deine Sichtweise ist legitim. Ich habe nur den Eindruck, Du unterschätzt viele TG...

@Vicky: zum "neuen Zeitalter": der Auftrag der Medien ist es, das "alte" Zeitalter zu konservieren; um konkreter zu sein, geht es um die Konservierung der Machtstrukturen und der Geschäftsmodelle der Industrie. Ein neues Zeitalter, das diese infrage stellt, muss mit allen Mitteln verhindert werden. Man ruft vlt. irgendwelche neuen Zeitalter aus, die nichts weiter sind, als irgendein neuer Modetrend, der dem Geschäft auf die Sprünge hilft, oder das einen neuen Krieg ermöglicht, um die Machterweiterung des Systems zu betreiben; darüberhinaus sind unsere Medien ziemlich konservativ, wenn man mal hinter die spektakulär animierte Fassade schaut.
Medien, und ich meine hier die klassischen Medien Funk, Fernsehen, Zeitung, haben die Aufgabe zu berichten, was ist. Sie berichten also auch über neue Tendenzen, die entstehen. Das sie dabei auch Interessen unterliegen, will ich nicht bestreiten. Aber wenn Du den "Medien" per se Deine Thesen unterstellst, begibst Du Dich in Gefahr, die Situation sehr einseitig zu sehen. Kennst den schönen Satz: "Der Empfänger bestimmt die Botschaft" ?
Wer einmal Leute auf der Strasse, in einer Talkshow oder Politiker / Journalisten befragt stellt allgemeines Unwissen fest über wesentliche Vorgänge, die sich z.B. geopolitisch abspielen und effektiv dem Publikum verheimlicht werden und die unsere Zukunft stark verändern werden. Man will es nicht wissen und will schon gar nicht, dass die Leute es wissen.
Das Problem besteht mMn viel eher in der Vielfalt der Berichte. Die "Wahrheit", was immer das auch sein soll, lässt sich durch die Medien nur sehr begrenzt erfahren. Damit ist die Meinungsbildung erschwert. Des weiteren liegt es an den Menschen, wie weit sie sich informieren lassen wollen.
Zum Kippen der Vorschrift zum Passing: davon, dass diese Regel auch vorher schon bedeutungslos war, habe ich sehr wenig gemerkt: unter den Menschen, die mir im Alltag begegnen, gibt es unter 10.000 nicht Einen, der diese Regel in ähnlich konsequenter Form durchbricht, wie Conchita.
Logisch. Conchita ist ein Extrem und die kommen nur sehr selten vor. Aber es gibt sehr wohl einige, die sich andrgyne Elemente leisten. Aber die sind schon so selbstverständlich, dass man sie nicht bemerkt. Ein Beispiel sind Ohrstecker. Am Anfang gab es etwas Aufregung, aber die ist schon vorbei.
Selbst das Tragen von Röcken ist noch recht selten, obwohl das schon im Modedesign propagiert wurde.
Oder nehmen wir die Kombination von femininer Frisur, sagen wir Haare zu einem gepflegten Dutt hochgesteckt und ansonsten mehr oder weniger normale Kleidung. Oder High-Heels ohne sonstiges Passing. Alles so selten, dass es in der Öffentlichkeit praktisch irrelevant ist. Ansonsten, also in nahezu 99% unserer Öffentlichkeit wird diese Regel befolgt.
Auch Frauen tragen recht selten Röcke und High Heels. Sie sind für mich nicht das, was ich als typische Weiblichkeit in der Öffentlichkeit sehe. Im übrigen wirbelst Du mir mit %-Zahlen sehr freizügig herum. Sie sind weder belegt, noch entsprechen sie meiner Erfahrung. Man kann es auch anders herum sehen. Viele Männer tragen (fast) die gleiche Kleidung wie viele Frauen, weil diese Frauen fast schon geschlechtsneutral gekleidet sind, zumindest in den kälteren Jahreszeiten.
Ob wir eine Modeindustrie brauchen, um (konsequent) androgynes Styling zu ermöglichen?
Man könnte, wie du, sagen "Nein". Dann wird die Sache aber noch einmal schwerer und kommt entsprechend seltener zur Anwendung: dann bist du komplett selbstverantwortlich für dein Outfit. Das ist gut, trauen sich aber nur Wenige.
Die meisten halten sich heute an die erwähnten Vorlagen der Modeindustrie und der Medien, um "auf der sicheren Seite" zu sein.
Du meinst, TG sollten sich gegen den heutigen Mainstream kleiden, in dem Du forderst, dass die Modeindustrie einen neuen Mainstream formt ? Dass das nicht funktioniert, hat die Modeindustrie schon erfahren. Was den mit dem Männerrock oder der Herrenstrumpfhose ? TG wollen sich weiblich kleiden, um sich den Wunsch nach Weiblichkeit zu erfüllen.
Dass es eine solche Emanzipation für Transen bisher nicht gibt, unterhält ein Angstpotenzial, das viele noch immer einschüchtert und damit die Freiheit deutlich einschränkt.
Richtig, hier liegt der Hase im Pfeffer. Und das die Angst manchmal nicht unbegründet ist, zeigt die Erfahrung. Aber in der Regel geht mehr, als sich einige vorstellen. Und hier ist Dein Ansatz, mehr weibliche Attribute durch Männer in die Öffentlichkeit zu bringen mMn richtig. Vorleben und die öffentliche Meinung verändern. Androgyn auftreten ist ein Weg, en femme ein anderer.
Aber die Lücke, an der die Emanzipation der Transen bisher scheiterte, liegt darin, dass meist nur das Individuelle gesehen wird, aber nicht das Kollektiv (das für Politik und Gesellschaft relevant ist). Beide spielen aber zusammen, besonders, wenns um eine Emanzipation geht!
Jein. Am Anfang steht immer der Einzelne. Ich muss mich entscheiden, öffentlich aufzutreten. Ich muss von meinem Tun überzeugt sein, denn sonst kann ich niemanden überzeugen. Etwas nachmachen, was andere vormachen, ist keine Emanzipation. Es zählt die eigene Einstellung.
Viele Grüße
Vicky

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conny
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Re: Androgynität als Lösung

Post 7 im Thema

Beitrag von conny »

anja--w hat geschrieben:
zum "neuen Zeitalter": der Auftrag der Medien ist es, das "alte" Zeitalter zu konservieren; um konkreter zu sein, geht es um die Konservierung der Machtstrukturen und der Geschäftsmodelle der Industrie.

wer gibt denn den medien den auftrag? mit deinen behauptungen hierzu gehst du m.e. über das hinaus was zu dem tg thema relevant ist.
Zum Kippen der Vorschrift zum Passing: davon, dass diese Regel auch vorher schon bedeutungslos war, habe ich sehr wenig gemerkt: unter den Menschen, die mir im Alltag begegnen, gibt es unter 10.000 nicht Einen, der diese Regel in ähnlich konsequenter Form durchbricht, wie Conchita.

und wo ist das problem? vielleicht will das ja auch keiner, warum auch immer. aber es gibt sie doch, auch hier im forum.
Ob wir eine Modeindustrie brauchen, um (konsequent) androgynes Styling zu ermöglichen?
Man könnte, wie du, sagen "Nein". Dann wird die Sache aber noch einmal schwerer und kommt entsprechend seltener zur Anwendung: dann bist du komplett selbstverantwortlich für dein Outfit. Das ist gut, trauen sich aber nur Wenige.
Die meisten halten sich heute an die erwähnten Vorlagen der Modeindustrie und der Medien, um "auf der sicheren Seite" zu sein.

es gab genug vorlagen der industrie richtung röcke für männer. es geht nicht um die "sichere seite" sondern die männer haben kein bedürfnis, ihr modeverhalten zu ändern. crossdressing ist nicht in jedem angelegt und die masse der männer macht sich dazu auch keinen kopf, warum auch?
Und zu den politischen Konsequenzen: es ist (war) ein Unterschied, ob z.B. Schwule und Lesben die Freiheit haben, ihre Neigung auszuleben, dafür oder diskriminiert werden/wurden. Diese Freiheit ist heute gegeben, so dass sie keine Probleme mehr haben, sich offen dazu zu bekennen. Nebenher wurde dadurch auch das Wählerverhalten beeinflusst.
Dass es eine solche Emanzipation für Transen bisher nicht gibt, unterhält ein Angstpotenzial, das viele noch immer einschüchtert und damit die Freiheit deutlich einschränkt.
Aber die Lücke, an der die Emanzipation der Transen bisher scheiterte, liegt darin, dass meist nur das Individuelle gesehen wird, aber nicht das Kollektiv (das für Politik und Gesellschaft relevant ist). Beide spielen aber zusammen, besonders, wenns um eine Emanzipation geht!
lesben und schwule haben in gemeinsamen bewegungen und initiativen ihre gesellschaftliche "normalität" erkämpft. wo ist das bei tg erkennbar? es gibt einfach zu viele von uns selbst geschaffenen schubladen.
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Re: Androgynität als Lösung

Post 8 im Thema

Beitrag von Franka »

Androgyn, CD oder TV macht einfach was ihr wollt, interessiert doch draußen eh keinen. Die Blockade findet nur in euren Köpfen statt. Egal ob ich als Mann in Pumps und Damenjeans oder mit Make-up und Rock unterwegs bin, interessiert es niemanden besonders und ich werde genauso behandelt, wie alle anderen auch. Also weg mit den Schranken und Schubladen und mal machen und nicht reden.
Wir bekommen mit unserer Geburt das Leben geschenkt, doch viele von uns haben noch nicht einmal das Geschenkpapier abgemacht.
Cybill
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Re: Androgynität als Lösung

Post 9 im Thema

Beitrag von Cybill »

dahlia hat geschrieben:Androgyn, CD oder TV macht einfach was ihr wollt, interessiert doch draußen eh keinen. Die Blockade findet nur in euren Köpfen statt. Egal ob ich als Mann in Pumps und Damenjeans oder mit Make-up und Rock unterwegs bin, interessiert es niemanden besonders und ich werde genauso behandelt, wie alle anderen auch. Also weg mit den Schranken und Schubladen und mal machen und nicht reden.
Dem bliebe nichts hinzuzufügen!

Danke
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Re: Androgynität als Lösung

Post 10 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

doch noch eine Bemerkung...
Im Prinzip stimmt es, dass dem, was Dahlia geschrieben hat, so eigentlich in der Grundaussage nichts hinzuzufügen ist, außer meiner Meinung nach der Tatsache, dass unter bestimmten Umständen, so wie ich es beschrieben habe, Androgynität zumindest eine persönliche Brücke für jede/n einzelne/n darstellen kann. einfach machen und nicht reden, geht halt nicht immer so kompromisslos.

Gruß, Ulrike-Marisa
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Re: Androgynität als Lösung

Post 11 im Thema

Beitrag von conny »

anja--w hat geschrieben:
Insgesamt wäre es jedenfalls m.E. ein wesentlicher Sprung nach vorn, wenn sich auch bei Transen/TGs/CDs die Erkenntnis einmal durchsetzt, dass der Mensch ein soziales Wesen ist und man also dazu übergeht, im sozialen Kontext zu interagieren, wie es Feministinnen und Schwule taten, als sie ihre Emanzipation durchsetzten

dann mal los!
- auch wenn sich die Agenturen des bestehenden Systems jahrzehntelang bemüht haben, uns das abzutrainieren, damit wir für sie esser kontrollierbar sind.
welche und in welcher form?

sorry anja,

ich möchte nicht auf einzelne punkte weiter eingehen, aber deine ausführungen beinhalten mir zuviele vermutungen und unterstellungen.

lg
conny
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Re: Androgynität als Lösung

Post 12 im Thema

Beitrag von conny »

was soll das denn? setz mal die ideologiebrille wieder ab!
melanie
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Re: Androgynität als Lösung

Post 13 im Thema

Beitrag von melanie »

Hallo allerseits,
aber hallo, da geht es ja mal wieder so richtig wissenschaftlich zur Sache und ich muss zugeben, dass ich nicht alles, was da geschrieben wurde, komplett durchgelesen, geschweige denn verstanden habe. Ich sehe da nur ein paar Kleinigkeiten, die mich stören, wenn z. B. postuliert wird, wir "androgynen" müssten uns nur genug bemerkbar machen - und schon kommt auch die gesellschaftliche Akzeptanz. Die Frage ist nur, wer will das überhaupt? Wie bringe ich mein für Androgyne typisches Verhalten, mich möglichst oft fraulich zurechtzumachen und dann über kürzer oder länger vor dem Spiegel die angestaute sexuelle Spannung abzubauen dem Rest der Welt als völlig normale Verhaltensweise bei? Wohl nicht so ganz einfach und Showikone wie Conchita Wurst sind da wenig hilfreich. Aber nur zu, vielleicht findet ihr die eierlegende Wollmilchsau. Wenn ja, ich werde euch sofort mit fliegenden Fahnen hinterher eilen. Aber da sind wir wohl weit, weit weg von. Und wenn ihr jetzt meint, diese Einschätzung sei pessimistisch, sage ich ganz einfach: Nein - sie ist realistisch

LG einstweilen an euch alle
von Melanie
geraldine
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Re: Androgynität als Lösung

Post 14 im Thema

Beitrag von geraldine »

Hallo,
ich finde es gut, wenn ein Blick über den Tellerrand geht.
Manch Zusammenhang wird erklärt ,der nicht gleich erkannt wird.
Wir wollen es doch Bunt und Vielfältig.
Danke an alle Beteiligten!
LG Geraldine
Andrea-Yvette
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Re: Androgynität als Lösung

Post 15 im Thema

Beitrag von Andrea-Yvette »

Hallo Anja,

das auch für CDs/TVs ein neues Zeitalter angebrochen ist, wäre schön und ist durchaus möglich. Dann müssen wir uns wie Du sagst entsprechend zeigen. Letztendlich liegt es an jedem einzelnen, sich so zu kleiden und zu stylen, wie es einem eigentlich gefällt. Einige sehen sich jedoch komplett als Frau oder wollen als solche wahrgenommen werden. Diese fallen für Deine These weg. Was bleibt sind die Crossdresser, welche den Mut haben, Teile ihrer Weiblichkeit als Mann zu leben.

Brauche ich dafür eine Stilvorlage? Sicherlich wäre es vielleicht einfacher oder in unseren Köpfen leichter, da es ja dann normal ist. Das liegt aber ebenfalls an uns. Jeder findet im Laufe seiner Entwicklung seinen Stil. Nun heisst es diesen bisher rein als Mann gelebten mit dem gewünschten in Einklang zu bringen. Kleine Ansätze sind in der Allgemeinheit vielleicht erkennbar, wenn z.B. mal ein Schal statt der Krawatte gewählt wird. Wie Du sagst machen sich aber bereits bei solchen Kleinigkeiten die Beschaffungsschwierigkeiten in der Herrenbekleidungsabteilung bemerkbar. Sämtliche meiner als Mann getragenen Accessoires, der überwiegende Teil an Schuhen/Unterwäsche und die Kosmetik sind bei mir "weiblich"; versuche dies nun auch mit den Haaren und der restlichen Kleidung. Wo soll ich sonst auch diese Vielfalt erhalten? Nun haben wir das nächste Dilemma. Kaum eine Frau macht sich Gedanken, wenn sie in der Männerabteilung einkauft und diese Sachen trägt. Umgekehrt gilt das auch für mich und sicherlich die meisten hier. Nur ändern wir damit kaum das Angebot der Modeindustrie für Männer.

Zu Deinen Ausführungen zum "Androgyn mäandern" stimme ich Dir absolut zu. Bestimmt wird es anderen den Weg weiter ebnen. Gerade für diejenigen welchen es reicht einzelne weibliche Stilelemente zu übernehmen. Es müssen nur genügend den Mut dazu aufbringen. Die Reaktionen sind nach meiner Erfahrung weit aus besser als von mir vorher gedacht.

Logischerweise macht sich heute niemand mehr Gedanken, über eine sehr männlich erscheinende Frau. Es wäre echt super, wenn wir dies im umgekehrten Fall ebenfalls schaffen. Vielleicht eine Art "Emfrauzipation"?

Zur "kritischen Masse" ein paar Zitate aus: "Das Gesetz der Resonanz" — ab Seite 196ff: "Können wir durch unsere inneren Überzeugungen nicht nur die Qualität Einzelner beeinflussen, sondern vielleicht sogar einer ganzen Gruppe von Menschen? Die Antwort ist ein entschiedenes Ja! "¦ Man braucht nur die Quadratwurzel von einem Prozent der Bevölkerung, auf die man einwirken möchte. "¦ Unsere gesamte Weltbevölkerung von rund 6 Milliarden Menschen benötigt nur etwa 8000 Menschen, um beeinflusst zu werden."

Vielleicht ist das dem einen oder anderen zu esoterisch. Was bleibt ist die Tatsache es einfach zu tun. Mich zeigen wie ich bin und sein will - "just do it".

Je mehr mitmachen desto eher wird die kritische Masse erreicht. Je mehr sich dazu zusammen finden, umso wirksamer ist es und entsprechend besser bzw. stärker ist die allgemeine Wahrnehmung.

Viele Grüsse

Andrea-Yvette
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