34 Countries in Europe Make This Nightmare a Reality
-
Anne-Mette
- Administratorin
- Beiträge: 27530
- Registriert: Sa 24. Nov 2007, 18:19
- Geschlecht: W
- Pronomen: sie
- Wohnort (Name): Ringsberg
- Forum-Galerie: gallery/album/1
- Hat sich bedankt: 205 Mal
- Danksagung erhalten: 2421 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
34 Countries in Europe Make This Nightmare a Reality
Zur Situation transsexueller Menschen in Europa:
Gruß
Anne-Mette
Gruß
Anne-Mette
-
Frida
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 346
- Registriert: Mi 13. Nov 2013, 12:47
- Geschlecht: weiblich
- Pronomen:
- Wohnort (Name): Neuss
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 0
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: 34 Countries in Europe Make This Nightmare a Reality
Hallo!
Einfach nur schrecklich! Hat mich grad mal wieder richtig traurig gemacht.
Liebe Grüße, Dita
Einfach nur schrecklich! Hat mich grad mal wieder richtig traurig gemacht.
Liebe Grüße, Dita
-
Exuserin-2015-08-11
Re: 34 Countries in Europe Make This Nightmare a Reality
Das ist doch nur Fiktion ,oder kann so etwas echt sein ? Ich glaube es nicht. Eine ungläubige Ilektra.
-
ab08
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 2160
- Registriert: So 12. Feb 2012, 14:43
- Geschlecht: Frau (TS bzw. IS)
- Pronomen: sie
- Wohnort (Name): Nürnberg
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 0
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: 34 Countries in Europe Make This Nightmare a Reality
Hallo meine Lieben,
"Was ist schlimm an den Fragen ..." usw.
Zu dem Thema und zu weiteren Punkten, wie sich das Verhalten der Umwelt auf Betroffene auswirkt, finden hier in Bayern Fortbildungen für Lehrkräfte statt.
Es geht darum, den Kollegen Probleme bewußt zu machen, Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten und sensibel mit Betroffenen umzugehen.
An einer internen Veranstaltung nächste Woche bin ich beteiligt. *)
Liebe Grüße
Andrea(ab)
*) Ist übrigens mit erheblicher zusätzlicher Arbeit verbunden, aber ich mag es, wenn ich gebraucht werde und meine Mitarbeit geschätzt wird.
P.S. Außerdem: Mittelfristig wirkt sich diese Basisarbeit auf das Problembewußtsein der gesamten Gesellschaft aus.
"Was ist schlimm an den Fragen ..." usw.
Zu dem Thema und zu weiteren Punkten, wie sich das Verhalten der Umwelt auf Betroffene auswirkt, finden hier in Bayern Fortbildungen für Lehrkräfte statt.
Es geht darum, den Kollegen Probleme bewußt zu machen, Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten und sensibel mit Betroffenen umzugehen.
An einer internen Veranstaltung nächste Woche bin ich beteiligt. *)
Liebe Grüße
Andrea(ab)
*) Ist übrigens mit erheblicher zusätzlicher Arbeit verbunden, aber ich mag es, wenn ich gebraucht werde und meine Mitarbeit geschätzt wird.
P.S. Außerdem: Mittelfristig wirkt sich diese Basisarbeit auf das Problembewußtsein der gesamten Gesellschaft aus.
FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz
-
Vivian Cologne
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 683
- Registriert: Di 24. Jul 2012, 14:08
- Geschlecht: Frau
- Pronomen: sie
- Wohnort (Name): Köln
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 0
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: 34 Countries in Europe Make This Nightmare a Reality
Hm, ich bin eigentlich immer ganz froh, wenn neue interessante Videos, Meldungen, Bücher hier verlinkt werden. Das muss auch nicht immer direkt kommentiert werden, die Diskussion soll sich ja ergeben.
Die TGEU hat dieses Video produziert, Transgender Europe, eine Art Dachverband für Transgender-Belange in Europa, weithin anerkannt und staatlich gefördert. Der Clip ist Meinungsmache, pointiert und auf Missstände hinweisend. Böse? Das ist Geschmackssache.
Die Kernaussage ist, dass in 34 Ländern Europas Hürden bestehen, um die rechtliche Anerkennung eines anderen als des Geburtsgeschlechts zu erlangen. Zum Beispiel der Zwang zur Unfruchtbarmachung, zur Scheidung, zum Unterziehen einer psychotherapeutischen Begutachtung.
In Deutschland ist die Pflicht zur Sterilisation, zur Scheidung erst 2011 erst gefallen, also nicht gerade dunkle Vergangenheit. Andere Länder in Europa sind noch nicht mal so weit.
Ach, die Sterilität ist ja eh egal, wenn eine OP angestrebt wird? Das ist richtig. Und wenn nicht? Aus welchen Gründen auch immer. Und der OP-Zwang ist auch erst seit 2011 außer Kraft gesetzt.
Ich finde unser TSG immer noch bevormundend und menschenverachtend. Aber das ist ja Geschmackssache. Deshalb hat mir der Videoclip geschmeckt. Danke fürs Teilen!
Vivian
Die TGEU hat dieses Video produziert, Transgender Europe, eine Art Dachverband für Transgender-Belange in Europa, weithin anerkannt und staatlich gefördert. Der Clip ist Meinungsmache, pointiert und auf Missstände hinweisend. Böse? Das ist Geschmackssache.
Die Kernaussage ist, dass in 34 Ländern Europas Hürden bestehen, um die rechtliche Anerkennung eines anderen als des Geburtsgeschlechts zu erlangen. Zum Beispiel der Zwang zur Unfruchtbarmachung, zur Scheidung, zum Unterziehen einer psychotherapeutischen Begutachtung.
In Deutschland ist die Pflicht zur Sterilisation, zur Scheidung erst 2011 erst gefallen, also nicht gerade dunkle Vergangenheit. Andere Länder in Europa sind noch nicht mal so weit.
Ach, die Sterilität ist ja eh egal, wenn eine OP angestrebt wird? Das ist richtig. Und wenn nicht? Aus welchen Gründen auch immer. Und der OP-Zwang ist auch erst seit 2011 außer Kraft gesetzt.
Ich finde unser TSG immer noch bevormundend und menschenverachtend. Aber das ist ja Geschmackssache. Deshalb hat mir der Videoclip geschmeckt. Danke fürs Teilen!
Vivian
-
Yasmine
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 1164
- Registriert: Do 28. Jul 2011, 10:54
- Geschlecht: f
- Pronomen: sie
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 0
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: 34 Countries in Europe Make This Nightmare a Reality
DitoVivian Cologne hat geschrieben: Ich finde unser TSG immer noch bevormundend und menschenverachtend. Aber das ist ja Geschmackssache. Deshalb hat mir der Videoclip geschmeckt. Danke fürs Teilen!
Vivian
LG
Yasmine
-
Katharina P.
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 124
- Registriert: Fr 30. Dez 2011, 21:43
- Geschlecht: weiblich
- Pronomen:
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 0
- Kontaktdaten:
Re: 34 Countries in Europe Make This Nightmare a Reality
Vivian, Du hast es treffend dargestellt!
Liebe Grüße
Katharina
Katharina
-
Katrin70
- schau
- Beiträge: 62
- Registriert: Di 26. Feb 2013, 18:18
- Pronomen: sie
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 0
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: 34 Countries in Europe Make This Nightmare a Reality
Hallo Ihr,
nachdem ich mir das Video angesehen hatte war ich erst einmal irritiert. Ok, ja, es gibt immer noch viele Missstände hinsichtlich des Weges ins eigene Geschlecht und das muss auch immer wieder thematisiert werden. Aber: versteht irgend jemand, der unser Anliegen nicht näher kennt, diesen Film? Da zweifle ich. Gut, vielleicht richtet sich der Film an vorgebildete Parlamentarier des EU-Parlaments, dann könnte es funktionieren.
Was mir genauso wichtig erscheint ist, dass Trans*Menschen in der Öffentlichkeit als Alltagsbürger wahrgenommen werden. Dass die Hürden, die der Film gut beschreibt, eigentlich gar nicht nötig sind, da der Mensch nur seinem Inneren folgt. Sobald z.B. ein Mann als Trans*Frau lebt, lebt sie - wenn sie kann - als ganz übliche Frau, als Mensch.
Alles in allem finde ich es aber richtig, dass es solche Filme zur Aufklärung gibt. Nur ist der eben m.E. ohne eine gewisse Vorkenntnis nicht so ganz hilfreich, um in der Masse der Bevölkerung Toleranz zu erreichen.
Liebe Grüße
Katrin
nachdem ich mir das Video angesehen hatte war ich erst einmal irritiert. Ok, ja, es gibt immer noch viele Missstände hinsichtlich des Weges ins eigene Geschlecht und das muss auch immer wieder thematisiert werden. Aber: versteht irgend jemand, der unser Anliegen nicht näher kennt, diesen Film? Da zweifle ich. Gut, vielleicht richtet sich der Film an vorgebildete Parlamentarier des EU-Parlaments, dann könnte es funktionieren.
Was mir genauso wichtig erscheint ist, dass Trans*Menschen in der Öffentlichkeit als Alltagsbürger wahrgenommen werden. Dass die Hürden, die der Film gut beschreibt, eigentlich gar nicht nötig sind, da der Mensch nur seinem Inneren folgt. Sobald z.B. ein Mann als Trans*Frau lebt, lebt sie - wenn sie kann - als ganz übliche Frau, als Mensch.
Alles in allem finde ich es aber richtig, dass es solche Filme zur Aufklärung gibt. Nur ist der eben m.E. ohne eine gewisse Vorkenntnis nicht so ganz hilfreich, um in der Masse der Bevölkerung Toleranz zu erreichen.
Liebe Grüße
Katrin
-
Frida
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 346
- Registriert: Mi 13. Nov 2013, 12:47
- Geschlecht: weiblich
- Pronomen:
- Wohnort (Name): Neuss
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 0
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: 34 Countries in Europe Make This Nightmare a Reality
Meinen Kommentar oben hatte ich sehr spontan und emotional aufgewühlt geschrieben. Das passiert mir bisweilen. Nach den ersten Antworten die nach mir folgten, ließ mich kurz zweifeln und ich bekam eine Peinlichkeitshitze. Hätte ich vielleicht doch besser erstmal meinen Verstand gebraucht? Ich schaute mir das Video noch einmal und sah wieder die Geschichte einer Frau, letztendlich von vielen Frauen, die unmenschlich und grausam behandelt werden, nur weil sie transsexuell sind und als Frauen, die sie ja sind, leben wollen.
Ich war überrascht, dass das noch in so vielen Staaten Europas so gehandhabt wird. Ich war sehr berührt und hatte großes Mitleid mit diesen Menschen, die so viel Leid erfahren müssen und war froh, dass es bei uns nicht mehr ganz so schrecklich ist.
Und dann Vivians Kommentar. Genauso oder so ähnlich hätte ich es auch gern geschrieben. Danke!
Dita
Ich war überrascht, dass das noch in so vielen Staaten Europas so gehandhabt wird. Ich war sehr berührt und hatte großes Mitleid mit diesen Menschen, die so viel Leid erfahren müssen und war froh, dass es bei uns nicht mehr ganz so schrecklich ist.
Und dann Vivians Kommentar. Genauso oder so ähnlich hätte ich es auch gern geschrieben. Danke!
Dita
-
JuliaS (†)
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 270
- Registriert: Mo 4. Nov 2013, 21:09
- Geschlecht: Frau
- Pronomen:
- Wohnort (Name): Oldneburg
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 0
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: 34 Countries in Europe Make This Nightmare a Reality
Der Film ist schon etwas düster um nicht abstoßend zu verwenden. Vielleicht ist einiges auch mehr oder weniger überzeichnet. Leider scheint Aufmerksamkeit nur auf diesem Wege zu erreichen sein. Ebenfalls ist zu bedauern das es den staatlichen Verwaltungen oftmals nicht bewusst ist das sie mit Menschen umgehen und nicht mit Vorgängen. Gerade in solch emotional aufgeladenen Feldern wie diesem wäre sicherlich ein wenig mehr Menschlichkeit und Einfühlungsvermögen wünschenswert. Wenn dieser Film hierzu beiträgt hat er sein Ziel erreicht. Über Nouancen in der Darstellung sollte man da durchaus hinwegsehen, außer Betroffene dürften diese die wenigsten interessieren bzw auffallen.
"Tage wie diese, im hellen Sonnenschein"
-
nicole.f
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 788
- Registriert: Fr 3. Dez 2010, 11:04
- Geschlecht: trans* Frau
- Pronomen: sie
- Wohnort (Name): Siegen
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 0
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: 34 Countries in Europe Make This Nightmare a Reality
Hallo Ihr Lieben,
also zuerstmal sollte man mal differenziert schauen, wo denn was nun konkret wie Sache ist, also in welchen Ländern was und wie gesetzlich geregelt ist:
http://tgeu.org/nightmare/
und hier:
http://tgeu.org/trans_rights_europe_map/
Diese beiden Sammlungen sind so ziemlich das Umfangreichste, was man dazu im Netz finden kann. Wir in Deutschland jammern in der Tat auf recht hohem Niveau, denn wir haben Pfade zur vollständigen Anerkennung und auch zum Schutz unserer Geschlechtsidentität. In vielen anderen Ländern gibt es gar nichts - nicht auszudenken! Und das sind sogar EU Mitgliedsstaaten. TGEU ist eine Europaweite Organisation, d.h. sie müssen einen Überblick über alle Länder geben, nicht nur Deutschland.
Doch auch in Deutschland war nicht alles so gut, wie Vivian schon schrieb, bis 2011 sah es auch noch recht finster aus. Doch auch heute noch ist es alles andere als eine optimale Lösung. Warum? Claudia gibt schon gute Ansätze vor:
Das Problem, das dadurch im Nachgang entsteht ist, dass man nach aktuellen ICD-10 und der aktuell noch weitgehend gültigen Auffassung damit eine psychische Störung attestiert bekommt. Und zudem auch noch eine, die gutachterlich als "chronisch" anzusehen ist, denn der Gutachter soll ja gerade bestätigen, dass sich diese transsexuelle Prägung aller Voraussicht nach nicht mehr im Laufe des weiteren Lebens ändern wird. Ganz klar ausgedrückt bedeutet dies also die gutachterliche Bestätigung einer irreversiblen psychischen Störung. Unter dieser Voraussetzung bekommt man de-facto keinerlei Risikoversicherung mehr, da man bei den dabei gestellten Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß diese psychische Störung angeben muss. Jetzt könnte man noch sagen, nuja, ich brauche eine solche Versicherung nicht. Aber dann schließt mal einen Hypthekenvertrag ohne Absicherung ab. Viele Banken verlangen eine Risikolebensversicherung als Sicherheit, die man dann so nicht mehr bekommt. Berufsunfsunfähigkeitsversicherungen etc., gleiches Problem. Gerade für jüngere Trans* Manschen kann das zu einem enormen Nachteil in ihrem weiteren Leben werden!
Also summa-sumarum, nein, diese Gutachten und diese Begutachtung sind keine Lapalie! Und wer das als solche abtut, handelt, für mein Empfinden, fahrlässig.
Zu 2.: Dazu kenne ich keine genauen Statistiken, werde das aber mal in Erfahrung bringen. Persönlich ist mir aber bereits eine einzige erzwungene Scheidung mindestens eine zuviel. Glücklicherweise ist dies in Deutschland keine Pflicht mehr. Dies hat nicht der Gesetzgeber zu entscheiden, sondern die Eheleute selbst. Davon abgesehen hängt an einer Ehe nicht nur die Partnerschaft, sondern auch Kinder, Familie und eine ggf. eine G
[ach Mist, was ist hier denn passiert!? Da fehlt auf einmal das halbe Posting!? Grml... also setze ich nochmal an: ]
...und ggf. eine Gütergemeinschaft. Zudem steht die Ehe unter einem besonderen gesetzlichen Schutz und verleiht zudem einige Privilegien, z.B. steuerlich. Eine Zwangsscheidung ist also eine Entrechtung der Eheleute! Dies als eine Voraussetzung für eine rechtliche Anerkennung der Geschlechtsidentität eines der Ehepartner ist eine Zumutung und nicht zu rechtfertigen.
Zu 3.: Egal ob nun Sterilisation, Kastration oder Geschlechtsangleichende Operation handelt es sich um einen Eingriff in den Körper. Es gibt keinen haltbaren Grund, warum für eine rechtliche Anerkennung der Geschlechtsidentität ein körperlicher Eingriff vorzuschreiben wäre. Das Bundesverfassungsgericht hat 2011 dazu geurteilt, dass es sich bei dieser Vorschrift um einen klaren Verfassungs- und Grundrechtsverstoß handelt, einen Verstoß gegen das Gebot der körperlichen Unversehrtheit. Schon alleine verfassungsrechtlich ist das also eine unhaltbare Position. Doch daneben, wie Vivian auch schon andeutet, gibt es diverse andere gute Gründe gegen solche Eingriffe. Alleine die medizinischen Risiken sind hoch. Zudem können auch persönliche Gründe durchaus dagegen sprechen. Was eine Person für sich selbst davon möchte oder nicht, muss auf jeden Fall auch der Person überlassen bleiben - nicht dem Gesetzgeber. Eine Verharmlosung der medizinischen Risiken wäre sicherlich auch fahrlässig. Die Entscheidung dies zu tun oder nicht, darf keine Vorschrift sein und schon gar nicht, um die rechtliche Anerkennung von etwas zu erlangen, dass anerkanntermaßen nichts mit der Biologie zu tun haben soll.
Also liebe Leute, ich finde diese Übersicht von TGEU und auch die Video Aktion richtig und wichtig! In Deutschland geht es uns noch vergleichsweise gut, perfekt ist aber immernoch anders. In anderen EU Ländern ist es wahrhaftig schrecklich.
Liebe Grüße
nicole
also zuerstmal sollte man mal differenziert schauen, wo denn was nun konkret wie Sache ist, also in welchen Ländern was und wie gesetzlich geregelt ist:
http://tgeu.org/nightmare/
und hier:
http://tgeu.org/trans_rights_europe_map/
Diese beiden Sammlungen sind so ziemlich das Umfangreichste, was man dazu im Netz finden kann. Wir in Deutschland jammern in der Tat auf recht hohem Niveau, denn wir haben Pfade zur vollständigen Anerkennung und auch zum Schutz unserer Geschlechtsidentität. In vielen anderen Ländern gibt es gar nichts - nicht auszudenken! Und das sind sogar EU Mitgliedsstaaten. TGEU ist eine Europaweite Organisation, d.h. sie müssen einen Überblick über alle Länder geben, nicht nur Deutschland.
Doch auch in Deutschland war nicht alles so gut, wie Vivian schon schrieb, bis 2011 sah es auch noch recht finster aus. Doch auch heute noch ist es alles andere als eine optimale Lösung. Warum? Claudia gibt schon gute Ansätze vor:
Zu 1.: Du vermischst hier den juristischen und den medizinischen Teil. In dem juristischen Teil, nur um den geht es in dem Video, findet keine Therapie statt. Es geht bei den in Deutschland vorgeschriebenen Gutachten um die gutachterliche Bestätigung einer sog. "transsexuellen Prägung". Das ist streng genommen nichteinmal eine medizinische Diagnose. Doch schlussendlich wird diese Bestätigung allenthalben als solche betrachtet und ungerechtfertigterweise sogar teils von den Kassen als medizinisches Gutachten und als Voraussetzung für Zusagen zu medizinischen Leistungen gemacht. Mit anderen Worten, man schrammt damit dann leider doch sehr nah an einer Diagnose F64.0, die dann auch noch von zwei unabhängigen Gutachtern festgestellt wird, also eine hohe Relevanz und Wertigkeit bekommt.
- Was ist schlimm an den Fragen in der ziemlich dümmlich gestellten Therapie?
- Wieviel Scheidungen werden wirklich erzwungen durch den Gesetzgeber? In der Mehrzahl sind es die Beteiligten selbst, weil es eben gemeinsam nicht geht.
- Sterilisation ist auch kein Thema, wenn sowieso eine GaOP geplant ist. BTW: Das Ende des Videos zeigt keine Sterilisation, weil die mit lokaler Betäubung gemacht wird. Das verstärkt meinen Eindruck der bewußten Manipulation durch Bilder, möglichst dramatisch darstellen.
Das Problem, das dadurch im Nachgang entsteht ist, dass man nach aktuellen ICD-10 und der aktuell noch weitgehend gültigen Auffassung damit eine psychische Störung attestiert bekommt. Und zudem auch noch eine, die gutachterlich als "chronisch" anzusehen ist, denn der Gutachter soll ja gerade bestätigen, dass sich diese transsexuelle Prägung aller Voraussicht nach nicht mehr im Laufe des weiteren Lebens ändern wird. Ganz klar ausgedrückt bedeutet dies also die gutachterliche Bestätigung einer irreversiblen psychischen Störung. Unter dieser Voraussetzung bekommt man de-facto keinerlei Risikoversicherung mehr, da man bei den dabei gestellten Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß diese psychische Störung angeben muss. Jetzt könnte man noch sagen, nuja, ich brauche eine solche Versicherung nicht. Aber dann schließt mal einen Hypthekenvertrag ohne Absicherung ab. Viele Banken verlangen eine Risikolebensversicherung als Sicherheit, die man dann so nicht mehr bekommt. Berufsunfsunfähigkeitsversicherungen etc., gleiches Problem. Gerade für jüngere Trans* Manschen kann das zu einem enormen Nachteil in ihrem weiteren Leben werden!
Also summa-sumarum, nein, diese Gutachten und diese Begutachtung sind keine Lapalie! Und wer das als solche abtut, handelt, für mein Empfinden, fahrlässig.
Zu 2.: Dazu kenne ich keine genauen Statistiken, werde das aber mal in Erfahrung bringen. Persönlich ist mir aber bereits eine einzige erzwungene Scheidung mindestens eine zuviel. Glücklicherweise ist dies in Deutschland keine Pflicht mehr. Dies hat nicht der Gesetzgeber zu entscheiden, sondern die Eheleute selbst. Davon abgesehen hängt an einer Ehe nicht nur die Partnerschaft, sondern auch Kinder, Familie und eine ggf. eine G
[ach Mist, was ist hier denn passiert!? Da fehlt auf einmal das halbe Posting!? Grml... also setze ich nochmal an: ]
...und ggf. eine Gütergemeinschaft. Zudem steht die Ehe unter einem besonderen gesetzlichen Schutz und verleiht zudem einige Privilegien, z.B. steuerlich. Eine Zwangsscheidung ist also eine Entrechtung der Eheleute! Dies als eine Voraussetzung für eine rechtliche Anerkennung der Geschlechtsidentität eines der Ehepartner ist eine Zumutung und nicht zu rechtfertigen.
Zu 3.: Egal ob nun Sterilisation, Kastration oder Geschlechtsangleichende Operation handelt es sich um einen Eingriff in den Körper. Es gibt keinen haltbaren Grund, warum für eine rechtliche Anerkennung der Geschlechtsidentität ein körperlicher Eingriff vorzuschreiben wäre. Das Bundesverfassungsgericht hat 2011 dazu geurteilt, dass es sich bei dieser Vorschrift um einen klaren Verfassungs- und Grundrechtsverstoß handelt, einen Verstoß gegen das Gebot der körperlichen Unversehrtheit. Schon alleine verfassungsrechtlich ist das also eine unhaltbare Position. Doch daneben, wie Vivian auch schon andeutet, gibt es diverse andere gute Gründe gegen solche Eingriffe. Alleine die medizinischen Risiken sind hoch. Zudem können auch persönliche Gründe durchaus dagegen sprechen. Was eine Person für sich selbst davon möchte oder nicht, muss auf jeden Fall auch der Person überlassen bleiben - nicht dem Gesetzgeber. Eine Verharmlosung der medizinischen Risiken wäre sicherlich auch fahrlässig. Die Entscheidung dies zu tun oder nicht, darf keine Vorschrift sein und schon gar nicht, um die rechtliche Anerkennung von etwas zu erlangen, dass anerkanntermaßen nichts mit der Biologie zu tun haben soll.
Also liebe Leute, ich finde diese Übersicht von TGEU und auch die Video Aktion richtig und wichtig! In Deutschland geht es uns noch vergleichsweise gut, perfekt ist aber immernoch anders. In anderen EU Ländern ist es wahrhaftig schrecklich.
Liebe Grüße
nicole
Ich bin trans* - und das ist gut so!
Homepage: http://www.dpin.de/nf
Blog: http://www.dpin.de/nf/category/trans/
Homepage: http://www.dpin.de/nf
Blog: http://www.dpin.de/nf/category/trans/