Ausser Frauenkleidung?
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Sabrina.P
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Ausser Frauenkleidung?
Würde mich mal interessieren, wo macht Frau das Frausein noch fest? Eine Bio-Frau ist es ja nicht nur wegen der Körperlichen Form und der Kleidung.
Ja und wo merkt ihr dass es noch der "Mann" in einem macht. Den ja eine Bio-Frau auch hat.
Ich fange mal so an:
-In der Schule war ich beim Häkeln, ok lange her...
-Ich liebe auch Computerspiele bei denen es nicht nur ballert.
-Sonntags kein Tatort sondern Herzschmerz auf ZDF.
-Bin eine gute Zuhörerin.
-Kann mit meiner Frau gut bummeln, vielleicht mehr wie sie.
Beim Mann hmm, ja alles wo momentan eine Kraft eine Rolle spielt, auch Müll raustragen ect. beim Fahren bins fast immer ich.
Ja und wo merkt ihr dass es noch der "Mann" in einem macht. Den ja eine Bio-Frau auch hat.
Ich fange mal so an:
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Liebe Grüsse
Sabrina
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steffiSH
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Re: Ausser Frauenkleidung?
Ich glaube man muss da einfach eine, zwei Stufen runter gehen. Was ich damit meine, versuche ich mal an einem Beispiel zu erklären: Du gehst Häkeln um Deine Fingerfertigkeit zu üben, eine Frau tut dies um was nettes, schönes, liebes herzustellen. Eine Frau schaut sich , wenn Sie Tatort sieht, die Leute und ihre Gefühle an und Du versuchst die Handlung zu erfassen und den Täter zu entlarven. Die Beispiele klingen zwar ziemlich platt, aber ich möchtie damit eine Richtung aufzeigen wohin Mann - Frau tendieren.
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Sabrina.P
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Re: Ausser Frauenkleidung?
Danke Steffi, aber es sollte schon richtig verstanden sein. Also was machen wir was unsere weibliche Seite liebt oder lebt. Ich hab in der Schule gehäkelt weil es mir Spass gemacht hat, und ich bin mit den Mädchen Gummiseil gesprungen, weil es mir Spass gemacht hat. Diese Sachen würden mich interessieren.
Was machen wir, was eine Frau ausmacht.
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Liebe Grüsse
Sabrina
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Jaddy
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Re: Ausser Frauenkleidung?
Kommt drauf an, welches Frauen-Schema Du meinst. Das Rollenbild der 50er? Das des alten, neuen oder sonstwelchen Testaments? Das langsam emanzipierte der späten 60er, 70er, 80er im Westen? Das offizielle oder inoffizielle im Osten Deutschlands? Das der akademischen oder Konzern-Karriere? Das der alleinerziehenden Mutter der neoliberalen Gegenwart? Ein radikalfeministisches? Oder das der (reales Beispiel) lesbischen Produktionsleiterin in einer fast reinen Männerfabrik?Sabrina.P hat geschrieben:Was machen wir, was eine Frau ausmacht.
Ich finde die Frage wirklich verwirrend. Ab und zu stelle ich mir die Frage, was sich bei ändern würde, sollte ich dieses Anerkennungsjahr machen wollen. Job? Beziehung? Nope. Klamotten? Auch nicht. Würde ich anders behandelt werden wollen von meiner Umwelt? Auch nicht. Denn ich krieg Zustände, wenn ich Ansprüche höre wie "Du als Mann/Frau kannst/sollst/musst (nicht)".
Und die Frage, ob ich von anderen wahlweise als Konkurrenz oder Beute im Sex/Beziehungsspiel eingeschätzt werde, hat sich bei mir - bi, switch - auch erledigt.
Also _das_ Frauenbild sehe ich nicht. Ehrlich gesagt finde ich auch die Differenzierung bei der Rezeption von Filmen und so ziemlich sexistisch in beide Richtungen. Da werden schon wieder Ansprüche formuliert, die man gefälligst erfüllen soll. Und es wird wieder binär gedacht und implizit erwartet, dass man sich gefälligst eindeutig einordnet.
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Lina
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Re: Ausser Frauenkleidung?
Gut, lassen wir mal da muss/kann nicht aus und schauen wir auf da "kann, ohne es weiter erklären zu müssen": Eine Frau kann ein viel größeres Spektrum von Emotionen zeigen, ohne dass jemand es "überraschend" findet oder "irritierend". Von einer Frau wird nicht erwartet, dass sie in der Körpersprache gleich entweder zu dominieren oder sich gleich mit einem Platz im Schatten begnügt. Mit anderen Worten, die ganze Persönlichkeit und das Verhalten.
Natürlich sind alle nicht gleich, und alle Aspekte der Persönlichkeit sind auch nicht in gleichem Maß männlich oder weiblich. Es geht um die Tendenz an sich.
Was ich z.B. nie verstanden habe, ist wenn jemand männlich von der Physiologie her ist, sich betont weiblich kleidet und stylt, macht vielleicht sogar HRT - und redet und verhält sich wie ein Bauarbeiter. Dass ich das seltsam finde, hat nichts damit zu tun, was man "muss oder nicht kannst" als Frau. Das ist eher, wer sich betont weiblich kleidet - cis oder trans - tut das wohl mutmaßlich weil sie sich auch so verhält. Das Aussehen, was man selber beeinflusst, soll doch die Persönlichkeit unterstreichen, muss ich wohl annehmen. Was denn sonst?
Natürlich sind alle nicht gleich, und alle Aspekte der Persönlichkeit sind auch nicht in gleichem Maß männlich oder weiblich. Es geht um die Tendenz an sich.
Was ich z.B. nie verstanden habe, ist wenn jemand männlich von der Physiologie her ist, sich betont weiblich kleidet und stylt, macht vielleicht sogar HRT - und redet und verhält sich wie ein Bauarbeiter. Dass ich das seltsam finde, hat nichts damit zu tun, was man "muss oder nicht kannst" als Frau. Das ist eher, wer sich betont weiblich kleidet - cis oder trans - tut das wohl mutmaßlich weil sie sich auch so verhält. Das Aussehen, was man selber beeinflusst, soll doch die Persönlichkeit unterstreichen, muss ich wohl annehmen. Was denn sonst?
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Jaddy
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Re: Ausser Frauenkleidung?
Also Style und Verhalten inkongruent wirkt etwas befremdlich, das kann ich nachvollziehen. Meine Frage wäre dann warum 
Ist das Absicht? Kann er/sie nicht? Möchte er/sie aus bestimmten Gründen nicht? Ist es in der Situation vielleicht angemessener, "den Kerl" raushängen zu lassen? Ist er/sie mit sich noch nicht im Reinen?
Ist das Absicht? Kann er/sie nicht? Möchte er/sie aus bestimmten Gründen nicht? Ist es in der Situation vielleicht angemessener, "den Kerl" raushängen zu lassen? Ist er/sie mit sich noch nicht im Reinen?
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steffiSH
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Re: Ausser Frauenkleidung?
aha, Sabrina, ... also, ich hätte in meiner frühen Jugend auch gerne Gummitwist gespielt - aber das durfte ich ja nicht - das haben nur Mädchen gemacht und wenn ich's trotzdem getan hätte wäre ich ausgelacht worden und das wollte ich natürlich nicht.Sabrina.P hat geschrieben:Danke Steffi, aber es sollte schon richtig verstanden sein. Also was machen wir was unsere weibliche Seite liebt oder lebt. Ich hab in der Schule gehäkelt weil es mir Spass gemacht hat, und ich bin mit den Mädchen Gummiseil gesprungen, weil es mir Spass gemacht hat. Diese Sachen würden mich interessieren.
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Lina
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Re: Ausser Frauenkleidung?
Jaddy hat geschrieben:Also Style und Verhalten inkongruent wirkt etwas befremdlich, das kann ich nachvollziehen. Meine Frage wäre dann warum
Ist das Absicht? Kann er/sie nicht? Möchte er/sie aus bestimmten Gründen nicht? Ist es in der Situation vielleicht angemessener, "den Kerl" raushängen zu lassen? Ist er/sie mit sich noch nicht im Reinen?
Ja, das ist auch für mich die x-Frage. Ich errinnere mich z.B. an eine von den TS, die mal ein einer der vielen vielen Talkshows eingeladen war: Sie machte ein großes thema daraus, dass sie "immer noch so-und-so Auto fahren würde, auf die Tube drücken usw". Mag ja sein, dass sie das tut, aber das klang alles so macho-haft, wie sie darüber redete. Manchmal sehe ich auch in diesem Forum ähnliche Beispiele.
Da wundert es mich schon: Warum sich weiblich stylen, sogar HRT und GAOP, und wie ein Macho reden. Ich tue das doch nicht mal, wenn ich "als Mann verkleidet bin". Man kann ja alles tun, was man will, aber was will man mit einem Aussehen, das mit der Persönlichkeit, die man hergibt, nicht übereinstimmt? Ich will doch, dass die Persönlichkeit, die ich bin mit anderen kommuniziert und das mein Aussehen auch dies unterstützt.
Sonst ist es doch nicht überraschend, wenn Leute komisch oder negativ reagieren.
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Sabrina.P
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Re: Ausser Frauenkleidung?
Lina ich denke mal das steckt viel Arbeit drin. Nicht weil man sich weiblich verstellen muss, sondern weil man das weibliche (gehe von mir aus, 53 Jahre Mann) lange Jahre versteckt hat bzw. verstecken musste. Wie schon in diesem Thread beschrieben im Grundschulalter das Gummiseilspringen, und das zieht sich doch durch das Leben durch.
Wie oft ging mir das ab! Das gemeinsame Sitzen im Cafe. Lange Gespräche am Telefon. Gemeinsames Kleidung einkaufen. Eine Handtasche benutzen usw.usw.
Wie oft ging mir das ab! Das gemeinsame Sitzen im Cafe. Lange Gespräche am Telefon. Gemeinsames Kleidung einkaufen. Eine Handtasche benutzen usw.usw.
Liebe Grüsse
Sabrina
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Lina
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Re: Ausser Frauenkleidung?
Sabrina.P hat geschrieben:Lina ich denke mal das steckt viel Arbeit drin. Nicht weil man sich weiblich verstellen muss, sondern weil man das weibliche (gehe von mir aus, 53 Jahre Mann) lange Jahre versteckt hat bzw. verstecken musste. Wie schon in diesem Thread beschrieben im Grundschulalter das Gummiseilspringen, und das zieht sich doch durch das Leben durch.
Wie oft ging mir das ab! Das gemeinsame Sitzen im Cafe. Lange Gespräche am Telefon. Gemeinsames Kleidung einkaufen. Eine Handtasche benutzen usw.usw.
Hmm, kannst du mehr dazu erzählen. Willst du damit sagen, dass du ein Verhalten an den Tag gelegt hast, was angelernt war und Gewohnheit wurde, obwohl du es nicht mochtest. Und das hat sich dann verändert? Oder wie meinst du das?
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Sabrina.P
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Re: Ausser Frauenkleidung?
Wenn ich Mann bin bin ich kein Macho Typ oder so, den konnte mir niemand anerziehen. Aber die weibliche Seite wurde gedeckelt.
Die (weibliche Seite) lebe ich in der letzten Zeit immer mehr und komme immer mehr zu meinem (vermutlichen) ich.
Was aber auch heisst dass der Druck eine Frau zu sein gestiegen ist.
Ich lese z.B. im Cafe die Cosmopolitan oder andere Frauenzeitschriften. Dann höre ich Hörbücher (bin ein Fan davon) für Frauen.
Das fällt mir, unter anderem, so auf in meinem Verhalten.
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Was aber auch heisst dass der Druck eine Frau zu sein gestiegen ist.
Ich lese z.B. im Cafe die Cosmopolitan oder andere Frauenzeitschriften. Dann höre ich Hörbücher (bin ein Fan davon) für Frauen.
Das fällt mir, unter anderem, so auf in meinem Verhalten.
Liebe Grüsse
Sabrina
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Marielle
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Re: Ausser Frauenkleidung?
Guten Morgen zusammen,
"... wird das Stereotyp als "eine erkenntnis-ökonomische Abwehreinrichtung gegen die notwendigen Aufwendungen einer umfassenden Detailerfahrung" (Dröge 1967, 134) definiert."
Grade frisch beim 'allwissenden Wiki' kopiert; schlicht und gut Man muss es nur etwas einwirken lassen.
Habt es gut
Marielle
"... wird das Stereotyp als "eine erkenntnis-ökonomische Abwehreinrichtung gegen die notwendigen Aufwendungen einer umfassenden Detailerfahrung" (Dröge 1967, 134) definiert."
Grade frisch beim 'allwissenden Wiki' kopiert; schlicht und gut Man muss es nur etwas einwirken lassen.
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As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
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Inga
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Re: Ausser Frauenkleidung?
Hallo, Marielle,
du hast mich überzeugt: Es ist Zeit für mich ins Bett zu gehen .... .
Liebe Grüße
Inga
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Inga
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Jaddy
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Re: Ausser Frauenkleidung?
@Lina: Es ist ja schon rational nachvollziehbar, warum wir Menschen unsere Erwartungen und Vorurteile haben. Marielle hat es brillant auf den Punkt gebracht. Aber etwas überraschend finde ich, dass diese Erwartungen auch hier geäussert werden.
Besonders putzig finde ich so Sachen wie "als Frau kann ich ja dann nicht mehr (Motorrad fahren, an Autos schrauben, mit Freunden abhängen)". Hu? Da hat jemand offenbar wenig Überblick, wie groß die Bandbreite an Frauentypen heute ist.
Dieses ganze pseudowissenschaftliche Geschreibsel von wegen "Männer vom Mars, Frauen von der Venus" und den Quatsch mit dem Zuhören und Einparken ignoriert geflissentlich, weil dem propagierten Biologismus widersprechend, dass für all die angeblich geschlechtsspezifischen Eigenschaften, die Bandbreite _innerhalb_ der biologischen Geschlechter größer ist, als der mittlere Unterschied _zwischen_ den Geschlechtern. Anders gesagt: Die Schnittmenge ist sehr viel größer als die Extreme. Zuverlässig verstärkend wirken allerdings wiederholte Behauptungen, was Frauen oder Männer angeblich nicht können oder tun sollen.
Klar kann jeder sich sein eigenes Sortiment an Eigenschaften in die Schublade "weiblich" packen. Bei vielen scheinen das die Stereotypen aus "Pleasantville" oder "Die perfekte Hausfrau" zu sein. Manchmal inklusive Blümchenkleid und Schürze. Die werden heutzutage aber nur noch von wenigen Prozenten der genetisch weiblichen Menschen geteilt. Die meisten anderen haben reichlich damit zu tun, sich häufiger dagegen zu wehren, das sie dies oder jenes "als Frau" zu tun haben oder nicht können sollen oder nicht wollen dürfen - oder auch "als Mann". Beides bescheuert.
Die Verbindung von körperlicher Erscheinung und erwartetem Verhalten ist, direkt gesagt, überkommener Müll. Weder der heutigen Realität angemessen, noch den menschlichen Bedürfnissen. Ich habe hier immer wieder gelesen, wie sehr manche unter den Erwartungen an sie "als Kerl" gelitten haben. Es kann ja wohl nicht okay sein, die gleichen Erwartungen jetzt umgekehrt an andere zu stellen; sei es an Männer, Frauen oder Mitmenschen ausserhalb binärer Genderrollen.
Wie gesagt: Jeder soll sich sein Bild von "weiblich" oder "männlich" selber basteln und dann reinschlüpfen und zuhause fühlen. Tolle Sache. Aber bitte dies dann auch als persönliches Set erkennen und nicht verallgemeinern oder anderen überstülpen. Es gibt keinen Grund, weshalb man ohne Brüste kein Kleid tragen könnte oder ohne Schwanz nicht Motorrad fahren. Letzteres ist auf holprigen Strassen vermutlich sogar weniger schmerzhaft.
Besonders putzig finde ich so Sachen wie "als Frau kann ich ja dann nicht mehr (Motorrad fahren, an Autos schrauben, mit Freunden abhängen)". Hu? Da hat jemand offenbar wenig Überblick, wie groß die Bandbreite an Frauentypen heute ist.
Dieses ganze pseudowissenschaftliche Geschreibsel von wegen "Männer vom Mars, Frauen von der Venus" und den Quatsch mit dem Zuhören und Einparken ignoriert geflissentlich, weil dem propagierten Biologismus widersprechend, dass für all die angeblich geschlechtsspezifischen Eigenschaften, die Bandbreite _innerhalb_ der biologischen Geschlechter größer ist, als der mittlere Unterschied _zwischen_ den Geschlechtern. Anders gesagt: Die Schnittmenge ist sehr viel größer als die Extreme. Zuverlässig verstärkend wirken allerdings wiederholte Behauptungen, was Frauen oder Männer angeblich nicht können oder tun sollen.
Klar kann jeder sich sein eigenes Sortiment an Eigenschaften in die Schublade "weiblich" packen. Bei vielen scheinen das die Stereotypen aus "Pleasantville" oder "Die perfekte Hausfrau" zu sein. Manchmal inklusive Blümchenkleid und Schürze. Die werden heutzutage aber nur noch von wenigen Prozenten der genetisch weiblichen Menschen geteilt. Die meisten anderen haben reichlich damit zu tun, sich häufiger dagegen zu wehren, das sie dies oder jenes "als Frau" zu tun haben oder nicht können sollen oder nicht wollen dürfen - oder auch "als Mann". Beides bescheuert.
Die Verbindung von körperlicher Erscheinung und erwartetem Verhalten ist, direkt gesagt, überkommener Müll. Weder der heutigen Realität angemessen, noch den menschlichen Bedürfnissen. Ich habe hier immer wieder gelesen, wie sehr manche unter den Erwartungen an sie "als Kerl" gelitten haben. Es kann ja wohl nicht okay sein, die gleichen Erwartungen jetzt umgekehrt an andere zu stellen; sei es an Männer, Frauen oder Mitmenschen ausserhalb binärer Genderrollen.
Wie gesagt: Jeder soll sich sein Bild von "weiblich" oder "männlich" selber basteln und dann reinschlüpfen und zuhause fühlen. Tolle Sache. Aber bitte dies dann auch als persönliches Set erkennen und nicht verallgemeinern oder anderen überstülpen. Es gibt keinen Grund, weshalb man ohne Brüste kein Kleid tragen könnte oder ohne Schwanz nicht Motorrad fahren. Letzteres ist auf holprigen Strassen vermutlich sogar weniger schmerzhaft.
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ExUserIn-2024-05-24
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- Geschlecht: ja, leider falsch
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Re: Ausser Frauenkleidung?
Hallo zusammen,
ein wichtige Bedingung meiner Meinung nach ist, Gefühle zu zeigen und Emotionen zuzulassen. Ich schäme mich weniger, auch schon mal eine Träne kullern zu lassen.
Eine gewisse Sinnlichkeit oder Empfindsamkeit sehe ich als Ausdruck von Weiblichkeit.
Autofahren mag ich u. a sehr, leider kommt dabei immer noch das wahre Geschlecht zu Tage. Durch das Lesen der vorhergegangenen Texte werde ich noch an mir arbeiten müssen.
Außer einer großen Umsichtigkeit mit Rücksichtmahme auf andere Verkehrsteilnehmer gibt es noch einiges zu optimieren
Der Traum von einem "Amerika-Schlitten" mit V8-Motor wird wohl nicht mehr umgesetzt. Die Seifenblase ist geplatzt.
Liebe Grüße
Atreida
Liebe
ein wichtige Bedingung meiner Meinung nach ist, Gefühle zu zeigen und Emotionen zuzulassen. Ich schäme mich weniger, auch schon mal eine Träne kullern zu lassen.
Eine gewisse Sinnlichkeit oder Empfindsamkeit sehe ich als Ausdruck von Weiblichkeit.
Autofahren mag ich u. a sehr, leider kommt dabei immer noch das wahre Geschlecht zu Tage. Durch das Lesen der vorhergegangenen Texte werde ich noch an mir arbeiten müssen.
Außer einer großen Umsichtigkeit mit Rücksichtmahme auf andere Verkehrsteilnehmer gibt es noch einiges zu optimieren
Der Traum von einem "Amerika-Schlitten" mit V8-Motor wird wohl nicht mehr umgesetzt. Die Seifenblase ist geplatzt.
Liebe Grüße
Atreida
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