Das Harte an der Transition?
Das Harte an der Transition?

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Caira

Das Harte an der Transition?

Post 1 im Thema

Beitrag von Caira »

Hallo Mädels,

meine Pläne sind ja bei den meisten hinreichend bekannt. Zweifel sind nach wie vor vorhanden, aber ich mache ja eindeutige Schritte. Einen vor den anderen.
Für mich stellt sich auch jedes Mal die große unbekannte Frage, was sind so die Stellen in der Transition, auf dem Weg, die als hart empfunden werden. Worauf muss ich mich alles einstellen? Sind es seelisch harte Zeiten, wird man auf der Straße angespuckt, sind es die "Grausamkeiten" der Mitmensch oder schlichtweg die Ärzte, die einem das Leben schwer machen?? Es heißt überall der "harte Weg", aber ich hätte gern mehr darüber gewusst. Worauf lasse ich mich da eigentlich ein und wie kann ein Leben jenseits der Transition stattfinden?

Mit geht es ganz klar um realistische Vorstellungen. Ich möche mir keine Luftschlösser erbauen und umsetzbare Pläne zurechtlegen. Es bringt nichts von etwas zu träumen, dass vielleicht nie eintreten wird. Lieber die Messlatte tiefer ansetzen und sich "überraschen" lassen ist meine Devise. Dennoch hätte ich gern gewusst, worauf ich mich beim "harten" Weg alles einstellen muss bzw. worauf lasse ich mich ein? Wer kann mir hier was berichten?

Ich verfluche nach wie vor jeden Tag, muss mir aber auch ganz klar die Zeit nehmen. Da muss definitiv was passieren, sonst gehe ich irgendwann am Stock. Ich bin mittendrin, aber solange ich nicht als Frau wahrgenommen werde, werde ich unzufrieden sein. Ich spüre es jeden Tag. Auf der anderen Seite nagen diese unglaublichen Selbstzweifel an mir, ob ich das richtige tue und meine Titanic nicht doch geradezu auf den Eisberg steuere.

LG Nika
ab08
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Re: Das Harte an der Transition?

Post 2 im Thema

Beitrag von ab08 »

Nika hat geschrieben: Worauf lasse ich mich da eigentlich ein und wie kann ein Leben jenseits der Transition stattfinden?

Mit geht es ganz klar um realistische Vorstellungen.
Liebe Nika,

was beim Outing und kurz danach, bis sich alles wieder einpendelt, passiert, ist sehr schwer allgemein zu beantworten.
Wir sind alle verschieden und jede Situation ist anders.
Beim Outing half mir fast die gesamte Familie und der Arbeitgeber machte mir heftige Probleme.
Bei anderen, die ich kenne, war die Sache genau umgekehrt - Bei manchen waren die Heimsuchungen durch die eigenen Eltern z.B. recht heftig!

- Allgemein geht es fast allen hinterher gesundheitlich besser. - Außer, sie erwarten zu viel, muten sich zu viele OPs zu, der Körper macht Schwierigkeiten, oder Komplikationen bei Ops...
- Beruflich muss frau, wenn es dumm läuft, hinterher vielleicht Kompromisse machen.
- Psychisch sie frau meist ganz gut drauf, insbesondere dann, wenn es vorher recht schwierig war.

Allerdings würde ich allgemein dazu raten, die Sache sehr ernst zu nehmen!
z.B. Achte im eigenen Interesse auf eine gesunde Lebensweise!!
Zwischen Östrogenen und z.B. Nikotin/Alkohol/Cholesterin können schnell unerwünschte Wechselwirkungen auftreten.

Mehr fällt mir spontan nicht ein!
Patentrezepte gibt es eigentlich nicht - Höchstens Ähnlichkeiten, denn jeder fall ist irgendwie anders!

Alles Gute
ab

P.S: Zitat: "aber solange ich nicht als Frau wahrgenommen werde,"
Diese Gefühle waren anfangs bei mir sehr heftig und führten bisweilen zu Streit. Aber diese Gefühle wurden mit der Zeit schwächer.
Heute genügt mir,
- dass ich von Freunden /Freundinnnen / offenen bzw. emphatischen Menschen durchweg als Frau wahrgenommen werde.
- Bei den anderen, weiß ich meist recht genau, dass sie mich nicht als Mann wahrnehmen. Die geben sich oft Mühe, verstehen es aber nicht. Auch Begabungen sind recht verschieden verteilt.
- Aber auch die Existenz der wenigen, meist religiös fanatischen Menschen, die in mir einen geistig verwirrten Mann sehen, lebe ich. Das ordne ich in das Kapitel Kreationismus etc. ein. Mir ist klar, was ich bin! Menschen, die fragen "Wurden Sie als Mann geboren?" kapieren halt nix. Wenn ich gut drauf bin, antworte ich "Nein, ich war schon immer so!" andernfalls schweige ich. :wink:

Den Wunsch von allen & überall als Frau wahrgenommen zu werden, halte ich für ziemlich hoch gegriffen.
Bei mir gilt: Ich muss damit rechnen, Menschen zu begegnen, die mich erlebten, als ich "als Mann verkleidet" rumlief. Nicht immer kommt eine Reaktion, wie bei einem ehmaligen Kollegen, der mich für meine Schwester hielt, als er mich ansprach und fragte "Entschludigen Sie bitte, Sie erinnern mich an jemand - Haben Sie vielleicht einen Bruder, der im ... unterrichtet?" :lol:

- angespuckt - wurde ich noch nie
- blöde Sprüche /komisches Verhalten - kam öfter vor - Wenn erwachsene, gut gekleidete, Herren unvermittelt grunzten oder ähnliche Urlaute äußerten, überhörte ich es...
- Blicke erwidere ich - Wenn nötig, kann ich recht kühl schauen...- Da hab ich Erfahrung! - Im Unterricht regle ich viel über Blickkontakt
Die unterschiedlichsten Dinge traten nach dem Outing auf - vieles war recht komisch - Einmal wurde ich bewußt angerempelt, das war die gefährlichste Reaktion, an die ich mich erinnere -
Allerdings vermeide ich Gefahren ohnehin. Nachts gehe ich selten weg und wenn ich abends unterwegs bin, nehme ich statt S-Bahn ein Taxi usw.
FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz
Becky
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Re: Das Harte an der Transition?

Post 3 im Thema

Beitrag von Becky »

[quote="Nika" solange ich nicht als Frau wahrgenommen werde,
LG Nika[/quote]


Denk an Deine Panne, da hat das doch schon Super geklappt. (so)
Je weiter du kommst desto Stimmiger das Ergebnis, halte durch, weil es geht um Dich und nicht die anderen.

Ein übergang ist immer Problematisch, das fängt schon bei den Haaren die länger werden an. Das einfältige Leute Dich nicht verstehen und gemein werden, hab ich schon mein Leben lang, zu sagen das mich das nicht berührt wäre eine glatte Lüge, aber ich hab einigermaßen gelernt damit umzugehen.

Alles Gute
Die Elena
In der Rocky Horror Show gibt es ein Lied "Don't dream it, be it"
In diesem Motto steckt so viel Weisheit und womöglich auch der Schlüssel zum Glück?
Caira

Re: Das Harte an der Transition?

Post 4 im Thema

Beitrag von Caira »

Hat vielleicht noch jemand ein paar Erfahrungen zu berichten?
Möchte mich da wirklich schlau machen - ich stecke zwar irgendwie schon drin, aber möchte halt wissen, was noch alles auf mich zukommt bzw. zukommen könnte.

LG Nika
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schau
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Re: Das Harte an der Transition?

Post 5 im Thema

Beitrag von SteffiCD »

Hallo Nikka,

auf der Seite http://mysvenja.blogspot.de/ findest du einen kompletten Weg mit allen Höhen und Tiefen. War ziemlich das erste was ich mir im Net angelesen habe. Wie ich finde ein lohnenswerter Weg, allerdings ziemlich Kompromisslos.

LG Steffi
Zwischen zwei Seiten gibt es immer eine Mitte !!!
Nicoletta
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Re: Das Harte an der Transition?

Post 6 im Thema

Beitrag von Nicoletta »

Hallo, Nika,

noch hat hier keinen auf die Seite diana.tgirl.ch verwiesen, ein inzwischen nach vollendeter Transition geschlossenes Blog-Tagebuch, auch in zwei Bänden als Buch erhältlich (Blog ist besser), da kannst Du alle Höhen und Tiefen miterleben, meiner Meinung nach noch besser als Svenjas Seiten. Hilft Dir vielleicht auch.

GRuß,

Nicoletta
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Bianca D.
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Re: Das Harte an der Transition?

Post 7 im Thema

Beitrag von Bianca D. »

Moin,

Ist schon ärgerlich für den/die Betroffenen.Vor allem,wo sie ganz klar im Recht ist.In -§5 TSG ist das Offenbarungsverbot geregelt und dazu gehört auch die Änderung von Schulzeugnissen,wenn dadurch die alte Identität offen gelegt wird.

Gruß Bianca
Ick wees nüscht,kann nüscht,hab aba jede Menge Potenzial
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