Outing am Arbeitsplatz steht an - Ängste und Fragen
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Helen67
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Outing am Arbeitsplatz steht an „ Ängste und Fragen
Hallo zusammen,
lange Zeit habe ich nur mitgelesen, seit meinen letzten Aktionen ist einige Zeit vergangen.
Leider läuft meine Transition sehr, sehr schleppend, da ich auf meine Frau und meine Mutter (beide gesundheitlich angeschlagen) Rücksicht nehmen muss.
Mein äußeres verändert sich jedoch auch (noch leider) ohne HRT stetig (Haarlänge, Kleidungsstil, Verhalten usw.)
Fragende Blicke am Arbeitsplatz bleiben nicht aus, auch wenn ich noch nicht direkt angesprochen wurde.
Im engeren Umfeld wissen zwei Kollegen Bescheid, der Rest "orakelt" schon zumindest in die richtige Richtung, schweigt aber mir gegenüber.
Beide Kollegen halten bislang dicht, versorgen mich aber mit den "neuesten Flurfunk-Infos" diesbezüglich.
Da ich voraussichtlich morgen ein Gespräch mit meinem Chef habe (eigentlich normale Besprechung, interne Abläufe usw.), habe ich mir vorgenommen,
mich bei dieser Gelegenheit offiziell zu outen.
Ich bin zwar über 25 Jahre im Betrieb, müsste ihn (den Chef) also kennen, trotzdem habe ich Angst davor und könnte evtl. einen Rückzieher machen.
Meine Frage: Könnt Ihr mir irgendwelche Anregungen oder Tipps geben?
Erfahrungen, gut kann mach nicht pauschal übertragen....
Über seine Einstellung bezüglich Trans, kann ich nicht viel sagen, aber wenn es stimmt, was man so über ihn munkelt, könnte es hilfreich sein.
Bin wie gesagt seit über 25 Jahren im Betrieb, mach mein eigenes Ding, genieße sozusagen "Narrenfreiheit (sagt man).
Aber wie fange ich an?
"Chef, ich bin Trans....", mit der Tür ins Haus fallen sozusagen, keine gute Idee.
Ich weiß es nicht.
Auch habe ich Angst vor arbeitsrechtlichen Konsequenzen, auch hintenrum, Stichwort: Mobbing.
Über Eure Meinung oder Tipps würde ich mich freuen.
Ich hoffe es klappt morgen, unser Gesprächstermin wurde schon mehrmals verschoben.
Liebe Grüße
Helen
lange Zeit habe ich nur mitgelesen, seit meinen letzten Aktionen ist einige Zeit vergangen.
Leider läuft meine Transition sehr, sehr schleppend, da ich auf meine Frau und meine Mutter (beide gesundheitlich angeschlagen) Rücksicht nehmen muss.
Mein äußeres verändert sich jedoch auch (noch leider) ohne HRT stetig (Haarlänge, Kleidungsstil, Verhalten usw.)
Fragende Blicke am Arbeitsplatz bleiben nicht aus, auch wenn ich noch nicht direkt angesprochen wurde.
Im engeren Umfeld wissen zwei Kollegen Bescheid, der Rest "orakelt" schon zumindest in die richtige Richtung, schweigt aber mir gegenüber.
Beide Kollegen halten bislang dicht, versorgen mich aber mit den "neuesten Flurfunk-Infos" diesbezüglich.
Da ich voraussichtlich morgen ein Gespräch mit meinem Chef habe (eigentlich normale Besprechung, interne Abläufe usw.), habe ich mir vorgenommen,
mich bei dieser Gelegenheit offiziell zu outen.
Ich bin zwar über 25 Jahre im Betrieb, müsste ihn (den Chef) also kennen, trotzdem habe ich Angst davor und könnte evtl. einen Rückzieher machen.
Meine Frage: Könnt Ihr mir irgendwelche Anregungen oder Tipps geben?
Erfahrungen, gut kann mach nicht pauschal übertragen....
Über seine Einstellung bezüglich Trans, kann ich nicht viel sagen, aber wenn es stimmt, was man so über ihn munkelt, könnte es hilfreich sein.
Bin wie gesagt seit über 25 Jahren im Betrieb, mach mein eigenes Ding, genieße sozusagen "Narrenfreiheit (sagt man).
Aber wie fange ich an?
"Chef, ich bin Trans....", mit der Tür ins Haus fallen sozusagen, keine gute Idee.
Ich weiß es nicht.
Auch habe ich Angst vor arbeitsrechtlichen Konsequenzen, auch hintenrum, Stichwort: Mobbing.
Über Eure Meinung oder Tipps würde ich mich freuen.
Ich hoffe es klappt morgen, unser Gesprächstermin wurde schon mehrmals verschoben.
Liebe Grüße
Helen
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Malvine
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Re: Outing am Arbeitsplatz steht an „ Ängste und Fragen
Hallo Hellen,
wie wäre denn ein Einstieg á la "Sie haben bestimmt schon gemerkt, dass ich mich in der letzten Zeit veränderte habe..." So könnte ein zwangloser Einstieg in ein Gespräch beginnen. Denk daran, deinem Gegenüber etwas Zeit zu geben und auch auf Antworten zu warten.
Aus Sicht deines Vorgesetzten will er bestimmt wissen, ob dadurch deine Arbeitsleistung eingeschränkt ist, oder sich etwas an deiner Einstellung zur Arbeit ändert....Wie weit du ihm etwas von dir persönlich erzählen willst, musst du dir halt überlegen.
Als Außenstehender redet es sich recht einfach, deine innere Anspannung kann ich aber nur erahnen und wünsche dir für das Gespräch gute und klare Gedanken.
LG
Malvine
wie wäre denn ein Einstieg á la "Sie haben bestimmt schon gemerkt, dass ich mich in der letzten Zeit veränderte habe..." So könnte ein zwangloser Einstieg in ein Gespräch beginnen. Denk daran, deinem Gegenüber etwas Zeit zu geben und auch auf Antworten zu warten.
Aus Sicht deines Vorgesetzten will er bestimmt wissen, ob dadurch deine Arbeitsleistung eingeschränkt ist, oder sich etwas an deiner Einstellung zur Arbeit ändert....Wie weit du ihm etwas von dir persönlich erzählen willst, musst du dir halt überlegen.
Als Außenstehender redet es sich recht einfach, deine innere Anspannung kann ich aber nur erahnen und wünsche dir für das Gespräch gute und klare Gedanken.
LG
Malvine
Nicht das schwarze Schaf ist anders, die Weißen sind alle gleich
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Diana.65
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Re: Outing am Arbeitsplatz steht an „ Ängste und Fragen
Hallo Helen.
Ich kann Malvine für den Tipp zum Einstieg ins Gespräch nur zustimmen. Gleich mit der kompletten Breitseite einsteigen ist, glaube ich, keine gute Idee.
Ich hab bei meinem Gespräch mit meinem Teamleiter so angefangen, dass ich ein etwas persönliches Thema zu bereden habe und habe dann auch auf meine schon passierten äußerlichen Veränderungen angespielt. So konnte ich langsam ins Thema einsteigen und dann langsam darauf aufbauen. Am Ende hat sich daraus ein sehr lockeres Gespräch ergeben und ich habe die Zusage für Unterstützung bei Problemen bekommen.
Ich wünsche dir, dass es bei dir ähnlich gut läuft und du auf Akzeptanz stößt.
Viele Grüße
Diana.
Ich kann Malvine für den Tipp zum Einstieg ins Gespräch nur zustimmen. Gleich mit der kompletten Breitseite einsteigen ist, glaube ich, keine gute Idee.
Ich hab bei meinem Gespräch mit meinem Teamleiter so angefangen, dass ich ein etwas persönliches Thema zu bereden habe und habe dann auch auf meine schon passierten äußerlichen Veränderungen angespielt. So konnte ich langsam ins Thema einsteigen und dann langsam darauf aufbauen. Am Ende hat sich daraus ein sehr lockeres Gespräch ergeben und ich habe die Zusage für Unterstützung bei Problemen bekommen.
Ich wünsche dir, dass es bei dir ähnlich gut läuft und du auf Akzeptanz stößt.
Viele Grüße
Diana.
Ich bin und bleibe ich.
Und ... genieße mein neues Leben.
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Anja61
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Re: Outing am Arbeitsplatz steht an „ Ängste und Fragen
Hallo Helen,
ich bin seit über 20 Jahren im gleichen Unternehmen, möchte mich meinem Chef gegenüber nicht outen, kann mir Deine Situation aber gut vorstellen.
Ein "Überfall" ist sicherlich keine gute Idee. Ich würde es "langsam" angehen lassen und in dem Gespräch an geeigneter Stelle, wenn es um Perspektiven geht, auch Deine private Perspektive ansprechen.
Falls die Frage aufkommt, wie "das", also Du als Frau, denn aussehen könnte, so wäre es günstig, ein bis zwei Fotos parat zu haben, die Dich als Frau zeigen.
Arbeitsrechtlich dürfte es wahrscheinlich schwierig sein, Dich zu attackieren. Was Mobbing angeht, so kann es vielleicht dazu kommen. Aber: Du hast im Umfeld schon zwei Kollegen, die Dir wohlgesonnen sind. Das ist ein Riesenvorteil!
Für morgen wünsche ich Dir alles Gute und einen klaren Kopf!
Viele Grüße
Anja
ich bin seit über 20 Jahren im gleichen Unternehmen, möchte mich meinem Chef gegenüber nicht outen, kann mir Deine Situation aber gut vorstellen.
Ein "Überfall" ist sicherlich keine gute Idee. Ich würde es "langsam" angehen lassen und in dem Gespräch an geeigneter Stelle, wenn es um Perspektiven geht, auch Deine private Perspektive ansprechen.
Falls die Frage aufkommt, wie "das", also Du als Frau, denn aussehen könnte, so wäre es günstig, ein bis zwei Fotos parat zu haben, die Dich als Frau zeigen.
Arbeitsrechtlich dürfte es wahrscheinlich schwierig sein, Dich zu attackieren. Was Mobbing angeht, so kann es vielleicht dazu kommen. Aber: Du hast im Umfeld schon zwei Kollegen, die Dir wohlgesonnen sind. Das ist ein Riesenvorteil!
Für morgen wünsche ich Dir alles Gute und einen klaren Kopf!
Viele Grüße
Anja
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Magdalena
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Re: Outing am Arbeitsplatz steht an „ Ängste und Fragen
Hallo Helen,
bei mir sind es nun zwei Jahre geworden, als ich mich offiziell bei meiner Firmenchefin outete. Dafür bat ich um einen Gesprächstermin. Mit weichen Knien ging in das Gespräch.
Aber der firmenintere Buschfunk tat schon gute Arbeit. So war einiges auch schon zu meiner Firmenchefin durchgerungen. Am Ende war sie mehr erleichtert als ich.
Meine Offenheit und mit welcher Entschlossenheit mich auf meinen Weg gemacht habe, ist positiv angekommen.
Damit war erledigt. Gerüchten konnte der Stoff genommen werden.
Ich wünsche Dir für das Gespräch gutes Gelingen.
Viele liebe Grüße von Magdalena
bei mir sind es nun zwei Jahre geworden, als ich mich offiziell bei meiner Firmenchefin outete. Dafür bat ich um einen Gesprächstermin. Mit weichen Knien ging in das Gespräch.
Aber der firmenintere Buschfunk tat schon gute Arbeit. So war einiges auch schon zu meiner Firmenchefin durchgerungen. Am Ende war sie mehr erleichtert als ich.
Meine Offenheit und mit welcher Entschlossenheit mich auf meinen Weg gemacht habe, ist positiv angekommen.
Damit war erledigt. Gerüchten konnte der Stoff genommen werden.
Ich wünsche Dir für das Gespräch gutes Gelingen.
Viele liebe Grüße von Magdalena
Lebe jeden Tag.
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Zita
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Re: Outing am Arbeitsplatz steht an „ Ängste und Fragen
Hallo Helen,
so ein Outing am Arbeitsplatz ist natürlich ein großer Schritt und sollte wohl überlegt sein. Neben dem eigenen Partner und Kindern, ist das ja der wichtigste Bereich im Leben. Ich bin deshalb da auch sehr vorsichtig damit Ratschläge zu geben in der Art von: Mach es so oder so. Ich kann nur erzählen, wie ich es gemacht habe und wie es bei mir gelaufen war.
Als erstes, bei mir ist die Situation insofern anders, da ich "nur" Crossdesser bin und keine 24/7 Transition anstrebe. Trotzdem war es mir irgendwann wichtig, da ich an einer Universität arbeite und auch in der Lehre tätig bin. Mich kennen also vom (männlichen) Aussehen und der Stimme her, hunderte von Menschen. Wenn ich am Wochenende in Hamburg als Zita in den üblichen Ausgeh-Vierteln unterwegs bin, ist die Wahrscheinlichkeit nicht sehr gering, dass ich früher oder später Leuten über den Weg laufe, die mich beruflich kennen. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit erkannt zu werden recht gering ist, so ist sie doch real vorhanden. Was mir bei all meinen Outings wichtig war, war die Kontrolle zumindest über die Erstinformation zu halten. Wie die Leute anschließend untereinander reden, kann man nicht kontrollieren. Aber den Ersteindruck den wollte ich steuern.
Und hier ist meine Erfahrung, dass ein Outing umso besser funktioniert, je lockerer man selber mit dem Thema umgeht. Menschen neigen dazu, die emotionale Situation des Gegenübers erst einmal direkt zu übernehmen (Spiegelneuronen ist da wohl das Stichwort). Wenn man selber ängstlich und verhuscht auftritt, dann hat das Gegenüber das Gefühl, es wird gerade etwas Schlimmes/Unangenehmes berichtet. Deshalb habe ich (recht erfolgreich) die Taktik gefahren, eher etwas locker/flapzig und direkt an das Thema ranzugehen. Blos nicht lange um den heißen Brei herumreden. Dann kommt ganz schnell das Gefühl auf, da "beichtet" jemand mir etwas. Nein, wir haben nichts zum Beichten! Wir informieren sachlich und setzten unsere Mitmenschen in Kenntnis. Je schneller man auf den Punkt kommt, umso besser.
Bei meinem Chef, hatte ich da schon bald etwas zu lange gebraucht, um auf den Punkt zu kommen. Als er in meinem Büro saß, hatte ich ihn gebeten die Tür mal zuzumachen, da ich gerne mal über ein privates Thema reden wollte. Als ich das sagte, da sah ich schon einen panischen Blick in seinem Gesicht mit dem er wiederum mich verwirrt und aus dem Konzept gebracht hatte (Soviel zu dem Thema Rückkopplung von Gefühlslagen bei Gesprächen bevor überhaupt Informationen ausgetaucht sind). Jedenfalls war dadurch das Gespräch etwas ins stottern gekommen und ich brauchte länger als geplant, um auf den Punkt zu kommen. Als ich ihm dann endlich von meinem CD-Thema erzählt hatte, war seine einzige Reaktion, dass er sich erleichtert auf dem Stuhl hat zurückfallen ließ, sich den Schweiß von der Stirn wischte und sagte: "Boahey, und ich fürchtete schon, dass Du kündigen wolltest." Danach haben wir uns noch eine Zeit locker ganz allgemein über alles möglich unterhalten und das Thema war gegessen.
Ich arbeite da schon in einem recht liberalen Umfeld und niemand kann garantieren, das Vorgesetzte immer so locker reagieren. Aber ich denke es macht einen sehr großen Unterschied, wie man selber auftritt und mit dem Thema umgeht. Wenn ein Mensch in direktem Kontakt einem offen ins Gesicht schaut und mit jeder Pore ausstrahlt, dass was er/sie tut vollkommen in Ordnung ist, dann tun sich die meisten Menschen schwer, es anders zu sehen. Vielleicht denken sie später wieder anders drüber. Aber im ersten Moment reagiert man halt instinktiv und damit hat man dann schonmal den Ersteindruck gesetzt. Aber man muss das natürlich selber fühlen, sonst kann man es auch nicht ausstrahlen. Und das ist halt so ein Punkt, da kann ich leider auch nicht viele Tipps geben, wie man es schafft die eigenen Dämonen in einem zum Schweigen zu bringen. Die versuchen leider doch immer wieder uns fertig zu machen.
Ich drück Dir auf jeden Fall die Daumen, dass Du da den richtigen Weg findest und dass das Gespräch gut verläuft.
Liebe Grüße
Zita
so ein Outing am Arbeitsplatz ist natürlich ein großer Schritt und sollte wohl überlegt sein. Neben dem eigenen Partner und Kindern, ist das ja der wichtigste Bereich im Leben. Ich bin deshalb da auch sehr vorsichtig damit Ratschläge zu geben in der Art von: Mach es so oder so. Ich kann nur erzählen, wie ich es gemacht habe und wie es bei mir gelaufen war.
Als erstes, bei mir ist die Situation insofern anders, da ich "nur" Crossdesser bin und keine 24/7 Transition anstrebe. Trotzdem war es mir irgendwann wichtig, da ich an einer Universität arbeite und auch in der Lehre tätig bin. Mich kennen also vom (männlichen) Aussehen und der Stimme her, hunderte von Menschen. Wenn ich am Wochenende in Hamburg als Zita in den üblichen Ausgeh-Vierteln unterwegs bin, ist die Wahrscheinlichkeit nicht sehr gering, dass ich früher oder später Leuten über den Weg laufe, die mich beruflich kennen. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit erkannt zu werden recht gering ist, so ist sie doch real vorhanden. Was mir bei all meinen Outings wichtig war, war die Kontrolle zumindest über die Erstinformation zu halten. Wie die Leute anschließend untereinander reden, kann man nicht kontrollieren. Aber den Ersteindruck den wollte ich steuern.
Und hier ist meine Erfahrung, dass ein Outing umso besser funktioniert, je lockerer man selber mit dem Thema umgeht. Menschen neigen dazu, die emotionale Situation des Gegenübers erst einmal direkt zu übernehmen (Spiegelneuronen ist da wohl das Stichwort). Wenn man selber ängstlich und verhuscht auftritt, dann hat das Gegenüber das Gefühl, es wird gerade etwas Schlimmes/Unangenehmes berichtet. Deshalb habe ich (recht erfolgreich) die Taktik gefahren, eher etwas locker/flapzig und direkt an das Thema ranzugehen. Blos nicht lange um den heißen Brei herumreden. Dann kommt ganz schnell das Gefühl auf, da "beichtet" jemand mir etwas. Nein, wir haben nichts zum Beichten! Wir informieren sachlich und setzten unsere Mitmenschen in Kenntnis. Je schneller man auf den Punkt kommt, umso besser.
Bei meinem Chef, hatte ich da schon bald etwas zu lange gebraucht, um auf den Punkt zu kommen. Als er in meinem Büro saß, hatte ich ihn gebeten die Tür mal zuzumachen, da ich gerne mal über ein privates Thema reden wollte. Als ich das sagte, da sah ich schon einen panischen Blick in seinem Gesicht mit dem er wiederum mich verwirrt und aus dem Konzept gebracht hatte (Soviel zu dem Thema Rückkopplung von Gefühlslagen bei Gesprächen bevor überhaupt Informationen ausgetaucht sind). Jedenfalls war dadurch das Gespräch etwas ins stottern gekommen und ich brauchte länger als geplant, um auf den Punkt zu kommen. Als ich ihm dann endlich von meinem CD-Thema erzählt hatte, war seine einzige Reaktion, dass er sich erleichtert auf dem Stuhl hat zurückfallen ließ, sich den Schweiß von der Stirn wischte und sagte: "Boahey, und ich fürchtete schon, dass Du kündigen wolltest." Danach haben wir uns noch eine Zeit locker ganz allgemein über alles möglich unterhalten und das Thema war gegessen.
Ich arbeite da schon in einem recht liberalen Umfeld und niemand kann garantieren, das Vorgesetzte immer so locker reagieren. Aber ich denke es macht einen sehr großen Unterschied, wie man selber auftritt und mit dem Thema umgeht. Wenn ein Mensch in direktem Kontakt einem offen ins Gesicht schaut und mit jeder Pore ausstrahlt, dass was er/sie tut vollkommen in Ordnung ist, dann tun sich die meisten Menschen schwer, es anders zu sehen. Vielleicht denken sie später wieder anders drüber. Aber im ersten Moment reagiert man halt instinktiv und damit hat man dann schonmal den Ersteindruck gesetzt. Aber man muss das natürlich selber fühlen, sonst kann man es auch nicht ausstrahlen. Und das ist halt so ein Punkt, da kann ich leider auch nicht viele Tipps geben, wie man es schafft die eigenen Dämonen in einem zum Schweigen zu bringen. Die versuchen leider doch immer wieder uns fertig zu machen.
Ich drück Dir auf jeden Fall die Daumen, dass Du da den richtigen Weg findest und dass das Gespräch gut verläuft.
Liebe Grüße
Zita
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ExUserIn-2026-04-08
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Re: Outing am Arbeitsplatz steht an „ Ängste und Fragen
Ich finde es nach wie vor unangemessen, dass wir uns outen und damit "rechtfertigen" müssen. Überspitzt gesagt klingt das für mich wie: "Chef, es tut mir leid, ich bin trans." Nein, so finde ich das nicht richtig. Aber bleiben wir bei den vermeintlichen Realitäten.
Was willst Du von Deinem Chef, wenn Du dort hinein gehst ? Seine Erlaubnis, dass Du künftig Frau ... bist ? Das hast Du nicht nötig. Aus meiner Sicht ist es notwendig, dass Du ihn informierst, dass Du künftig die Frau lebst und auch so gesehen werden möchtest. Vorausgesetzt, es ist das, was Du willst. Arbeitsrechtliche Konsequenzen dürfen Dir daraus nicht entstehen, aber es könnte sein, dass Du andere Aufgaben bekommst. Mobbing ? Von welcher Seite ? Er ist eher derjenige, der Dir Schutz angedeihen lassen müsste. Suchst Du das ? Dann ist auch der Weg zur Gleichstellungsbeauftragten sinnvoll.
Es ist aus meiner Sicht wichtig, dass Du eine selbstbewusste Haltung einnimmst und Dir ganz klar bist, was Du von Deinem Chef erwartest. Dann ist es für ihn leichter damit umzugehen. Zoelloses Herumdrucksen nützt Dir nicht viel. Es ist Dein Recht, als Frau zu leben. Dein Chef dürfte dabei aber die Ziele des Unternehmens im Blick haben. Das ist für Dich hilfreich, wenn auch Du diese Perspektive im Auge hast, dann ist es für Dich einfacher, Deine Ziele durchzusetzen. Kooperiere, aber behalte Deine Ziele und Dein Recht im Auge. Je klarer Du Dich ausdrückst, um so souveräner wirkst Du und man kann Dich so auch besser annehmen, wie Du auftrittst. Du bist diejenige, die das Heft des Handelns in der Hand hat. Das kannst Du nutzen.
Alles Gute
Was willst Du von Deinem Chef, wenn Du dort hinein gehst ? Seine Erlaubnis, dass Du künftig Frau ... bist ? Das hast Du nicht nötig. Aus meiner Sicht ist es notwendig, dass Du ihn informierst, dass Du künftig die Frau lebst und auch so gesehen werden möchtest. Vorausgesetzt, es ist das, was Du willst. Arbeitsrechtliche Konsequenzen dürfen Dir daraus nicht entstehen, aber es könnte sein, dass Du andere Aufgaben bekommst. Mobbing ? Von welcher Seite ? Er ist eher derjenige, der Dir Schutz angedeihen lassen müsste. Suchst Du das ? Dann ist auch der Weg zur Gleichstellungsbeauftragten sinnvoll.
Es ist aus meiner Sicht wichtig, dass Du eine selbstbewusste Haltung einnimmst und Dir ganz klar bist, was Du von Deinem Chef erwartest. Dann ist es für ihn leichter damit umzugehen. Zoelloses Herumdrucksen nützt Dir nicht viel. Es ist Dein Recht, als Frau zu leben. Dein Chef dürfte dabei aber die Ziele des Unternehmens im Blick haben. Das ist für Dich hilfreich, wenn auch Du diese Perspektive im Auge hast, dann ist es für Dich einfacher, Deine Ziele durchzusetzen. Kooperiere, aber behalte Deine Ziele und Dein Recht im Auge. Je klarer Du Dich ausdrückst, um so souveräner wirkst Du und man kann Dich so auch besser annehmen, wie Du auftrittst. Du bist diejenige, die das Heft des Handelns in der Hand hat. Das kannst Du nutzen.
Alles Gute
Viele Grüße
Vicky
Respekt ist nicht teilbar.
Vicky
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Dani_77
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Re: Outing am Arbeitsplatz steht an „ Ängste und Fragen
Hallo Helene,
nun, da bist du aus meiner Sicht am schwersten Punkt angekommen, zumindest aus meiner Sicht.
Ich hab vor vielen Jahren ganz langsam mit Ballerinas, flachen Sandaletten, Leggings, Jeggings, Treggings und Tops angefangfen. Dann mal leichter Blockabsatz Pumps.
Dann gemachte Nägel und Schmuck.
Irgendwie wollte ich für mich eine langsame Eingewöhnung und habe es dann irgendwann mit den 12cm Sandaletten geschafft, dass meine Vorgesetzte mich selber ansprach und ganz nett gefragt hat.
Ich hab ihr dann einfach nur gesagt, "Ich finde mich so schöner und fühle mich richtiger und sehr viel wohler."
Thema beendet.
Koleg;innen fragen hier und da mal nach, was es so damit auf sich hat, auch teilweise was ich bin, also Trans.. ect..
Es hat aber alles seeehr lange gedauert, ich bin sooo oft mit wackeligen Kniene ins Auto und hab dann irgendwann auch zB keine Wechselschuhe mehr mitgenommen und mich selbst quasi dazu gezungen, "Jetzt hast du nur die Heels an und egal wer dir nun im Haus begegnet, er wird es sehen."
Heute bereue ich diese langen Prozesse des Zwang, nur weil andere, teils völlig fremde Menschen meinen, ich hätte nicht alle Latten am Zaun.
Jedes kleine "outing" (finde auch wie Vickie, dass es das NICHT ist) hat in mir tiefste Zufriedenheit ausgelöst, wie eine 2. Geburt. Befreiung.
Wir alle haben was man so hört nur ein Leben und ich bereue es oft, dass ich nicht schon viele Jahre den Menschen auslebe, der ich bin.
Also ein Tip möchte ich Dir auch nicht wirklich geben, das ist einfach zu individuell.
Nur den: Mach, was Dich glücklich macht.
Liebe Grüße
Daniela, die ich schon immer war
nun, da bist du aus meiner Sicht am schwersten Punkt angekommen, zumindest aus meiner Sicht.
Ich hab vor vielen Jahren ganz langsam mit Ballerinas, flachen Sandaletten, Leggings, Jeggings, Treggings und Tops angefangfen. Dann mal leichter Blockabsatz Pumps.
Dann gemachte Nägel und Schmuck.
Irgendwie wollte ich für mich eine langsame Eingewöhnung und habe es dann irgendwann mit den 12cm Sandaletten geschafft, dass meine Vorgesetzte mich selber ansprach und ganz nett gefragt hat.
Ich hab ihr dann einfach nur gesagt, "Ich finde mich so schöner und fühle mich richtiger und sehr viel wohler."
Thema beendet.
Koleg;innen fragen hier und da mal nach, was es so damit auf sich hat, auch teilweise was ich bin, also Trans.. ect..
Es hat aber alles seeehr lange gedauert, ich bin sooo oft mit wackeligen Kniene ins Auto und hab dann irgendwann auch zB keine Wechselschuhe mehr mitgenommen und mich selbst quasi dazu gezungen, "Jetzt hast du nur die Heels an und egal wer dir nun im Haus begegnet, er wird es sehen."
Heute bereue ich diese langen Prozesse des Zwang, nur weil andere, teils völlig fremde Menschen meinen, ich hätte nicht alle Latten am Zaun.
Jedes kleine "outing" (finde auch wie Vickie, dass es das NICHT ist) hat in mir tiefste Zufriedenheit ausgelöst, wie eine 2. Geburt. Befreiung.
Wir alle haben was man so hört nur ein Leben und ich bereue es oft, dass ich nicht schon viele Jahre den Menschen auslebe, der ich bin.
Also ein Tip möchte ich Dir auch nicht wirklich geben, das ist einfach zu individuell.
Nur den: Mach, was Dich glücklich macht.
Liebe Grüße
Daniela, die ich schon immer war
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Re: Outing am Arbeitsplatz steht an „ Ängste und Fragen
Hallo Helen,
meine Erfahrung wird dir nicht viel bringen, da ich bereits Trans* war, als ich in meinem jetzigen Job angefangen hatte - ich wurde bereits beim Bewerbungs/Einstellungsgespräch voll akzeptiert. Und ja, zu meinem transidenten Hintergrund gab es Fragen, das war aber auch schon alles.
Ansonsten hat es Malvine recht gut zusammengefasst.
Das sollte die Normalität sein, ist sie heute aber (noch) nicht. Trans*Personen und Trans*-Themen werden heutzutage immer noch intolerant behandelt. Ein Chef ist auch für das Betriebsklima verantwortlich und wenn Mitarbeiter*innen Probleme mit einer transidenten Person haben, sorgt das immer für Unruhe. Ja, es liegt in der Verantwortung des Chefs die Balance aus Akzeptanz und gutem Betriebsklima zu finden, allerdings ist das bei diesem Thema weitaus schwieriger als so manch anderer Aspekt beim Job.Vicky_Rose hat geschrieben: Do 8. Aug 2024, 09:41 Ich finde es nach wie vor unangemessen, dass wir uns outen und damit "rechtfertigen" müssen. Überspitzt gesagt klingt das für mich wie: "Chef, es tut mir leid, ich bin trans." Nein, so finde ich das nicht richtig. Aber bleiben wir bei den vermeintlichen Realitäten.
Also vor dem Chef aufzutreten a la "ich bin Trans, bring die Belegschaft mal auf Toleranzdenken..." ist nicht.
Gehe nicht mit dem Grundgedanken des "Verlangens" in das Gespräch und jede*r muß dich von nun ab tolerieren, sprich deine Hintergründe an wie wichtig dir dein Auftreten als Trans*Person ist. Akzeptiere aber auch ein "Nein" vom Chef...
Jennifer
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Aktueller Beziehungsstatus: Jennifer ist verliebt !-!-!
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Annette
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Re: Outing am Arbeitsplatz steht an „ Ängste und Fragen
Hallo
Sich outen ist eigentlich ganz einfach: du gehst hin und redest einfach"¦ Es ist so einfach, dass ich selbst 20 Jahre dafür gebraucht habe, um mich endlich zu trauen. Ok, Ironie aus!
Ich möchte dir keine Tipps geben, weil ich deinen Arbeitgeber nicht kenne. Doch gerne erzähle ich ein wenig von meinem eigenen Outing in der Arbeitswelt.
Ich bin Eisenbahnangestellte in Luxemburg, und zumindest wusste ich, dass Diversität, Toleranz, usw. dort sehr wichtige Themenbereiche sind. Mein erster Ansprechpartner war mein direkter Vorgesetzter, ein sehr offener und aufgeschlossener Mensch. Doch er hatte es bereits im Vorfeld geahnt. Mit ihm zusammen habe ich die für mich passende Strategie ausgearbeitet: Vollständiges Outing auf der ganzen Linie!
Meine Teamkollegen habe ich mir einzeln vorgenommen und begann mit den Vertrauenswürdigsten. Meine Vorgehensweise war immer gleich: Ich fragte nach einem kurzen Gespräch unter vier Augen, erklärte mich und es ist immer (!) sehr gut angekommen. Die meisten haben sich sogar für das Vertrauen bedankt, das ich ihnen somit gezeigt habe. Nicht einer hat blöde dahergeredet.
Danach kamen meine höhergestellten Chefs. Ich bat um einen Gesprächstermin mit drei von ihnen, mein eigener Vorgesetzter war mit dabei, um mich, falls nötig, zu unterstützen, und bereits im Vorfeld hatte ich angekündigt, es ginge um meine persönliche Zukunft. Dann redete ich, und alles wurde bedenkenlos akzeptiert und mir wurde alle berufliche Hilfe zugesichert.
Am Schluss ging es zu unserer obersten Personalchefin. Ich habe mit einem kurzen Gespräch gerechnet, sie hat sich jedoch über 2 Stunden mit mir unterhalten, und es war ein sehr schönes und befreiendes Gespräch. Im Namen der Direktion hat sie mir vollständige Unterstützung zugesichert, in allen Belangen. Ich habe auch gleich am Anfang erwähnt, dass ich die GaOP anstreben würde, und alles war kein Problem. Und ich garantierte natürlich auch für die Integrität meiner eigenen Arbeit.
Wie habe ich damals vor Glück geweint! Und mein Arbeitgeber hat sein Wort gehalten! Immer wieder wurde von höherer Stelle nachgefragt, wie es mir ginge und wie ich vorankomme. Kurz nachdem ich im Juni 2022 in München operiert worden bin, kamen sogar Glückwunsch-Nachrichten von höchster Stelle. Somit ist die Bahngesellschaft für mich ein echter Vorzeige-Arbeitgeber, und demzufolge bin ich auch ein wenig stolz, Teil dessen zu sein. Dieser Zustand hält bis heute an.
Na gut, bei nahezu 5000 Beschäftigten gibt es bestimmt einige Blindgänger, Querschläger und Rohrkrepierer, doch die machen sich nicht weiter bemerkbar. Ist mir eh ganz egal, Hauptsache ich wurde damals mit offenen Armen empfangen und anerkannt, und dafür werde ich der Luxemburger Bahngesellschaft auf immer und ewig dankbar sein!
Liebe Grüße,
Annette
Sich outen ist eigentlich ganz einfach: du gehst hin und redest einfach"¦ Es ist so einfach, dass ich selbst 20 Jahre dafür gebraucht habe, um mich endlich zu trauen. Ok, Ironie aus!
Ich möchte dir keine Tipps geben, weil ich deinen Arbeitgeber nicht kenne. Doch gerne erzähle ich ein wenig von meinem eigenen Outing in der Arbeitswelt.
Ich bin Eisenbahnangestellte in Luxemburg, und zumindest wusste ich, dass Diversität, Toleranz, usw. dort sehr wichtige Themenbereiche sind. Mein erster Ansprechpartner war mein direkter Vorgesetzter, ein sehr offener und aufgeschlossener Mensch. Doch er hatte es bereits im Vorfeld geahnt. Mit ihm zusammen habe ich die für mich passende Strategie ausgearbeitet: Vollständiges Outing auf der ganzen Linie!
Meine Teamkollegen habe ich mir einzeln vorgenommen und begann mit den Vertrauenswürdigsten. Meine Vorgehensweise war immer gleich: Ich fragte nach einem kurzen Gespräch unter vier Augen, erklärte mich und es ist immer (!) sehr gut angekommen. Die meisten haben sich sogar für das Vertrauen bedankt, das ich ihnen somit gezeigt habe. Nicht einer hat blöde dahergeredet.
Danach kamen meine höhergestellten Chefs. Ich bat um einen Gesprächstermin mit drei von ihnen, mein eigener Vorgesetzter war mit dabei, um mich, falls nötig, zu unterstützen, und bereits im Vorfeld hatte ich angekündigt, es ginge um meine persönliche Zukunft. Dann redete ich, und alles wurde bedenkenlos akzeptiert und mir wurde alle berufliche Hilfe zugesichert.
Am Schluss ging es zu unserer obersten Personalchefin. Ich habe mit einem kurzen Gespräch gerechnet, sie hat sich jedoch über 2 Stunden mit mir unterhalten, und es war ein sehr schönes und befreiendes Gespräch. Im Namen der Direktion hat sie mir vollständige Unterstützung zugesichert, in allen Belangen. Ich habe auch gleich am Anfang erwähnt, dass ich die GaOP anstreben würde, und alles war kein Problem. Und ich garantierte natürlich auch für die Integrität meiner eigenen Arbeit.
Wie habe ich damals vor Glück geweint! Und mein Arbeitgeber hat sein Wort gehalten! Immer wieder wurde von höherer Stelle nachgefragt, wie es mir ginge und wie ich vorankomme. Kurz nachdem ich im Juni 2022 in München operiert worden bin, kamen sogar Glückwunsch-Nachrichten von höchster Stelle. Somit ist die Bahngesellschaft für mich ein echter Vorzeige-Arbeitgeber, und demzufolge bin ich auch ein wenig stolz, Teil dessen zu sein. Dieser Zustand hält bis heute an.
Na gut, bei nahezu 5000 Beschäftigten gibt es bestimmt einige Blindgänger, Querschläger und Rohrkrepierer, doch die machen sich nicht weiter bemerkbar. Ist mir eh ganz egal, Hauptsache ich wurde damals mit offenen Armen empfangen und anerkannt, und dafür werde ich der Luxemburger Bahngesellschaft auf immer und ewig dankbar sein!
Liebe Grüße,
Annette
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ExUserIn-2026-04-08
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Re: Outing am Arbeitsplatz steht an „ Ängste und Fragen
Jennifer, es geht mir um eine eigene Haltung, nicht darum, etwas zu verlangen. Ein "Nein" vom Chef ? Was soll das sein ? Es wäre diskriminierend und rechtswidrig. Dass das Thema schwieriger sein kann ist keine Frage und es viel davon ab, welchen Ton man anschlägt. Drehen wir aber den Spieß herum, leidet das Betriebsklima, weil ich trans bin oder leidet es, weil es einige Kollegen nicht akzeptieren können ?
Wir müssen für uns einstehen, auch wenn das nicht einfach ist. Das müssen Bio-Frauen, Menschen mit Beeinträchtigungen etc. auch. Aber eine "Ich-muss-kuschen-Haltung-weil-ich-trans-bin" hilft uns und vor allem Helen nicht weiter. Das macht sie und uns zu erstklassigen Mobbing-Opfern.
Dinge einfach vom Chef zu akzeptieren, nur weil er Chef ist, reicht nicht. Deshalb habe ich ja auch geschrieben, dass Hellen den Blickwinkel des Chefs im Auge haben solte, um möglichst viel zu erreichen. Wie heißt es so schön "Gute Mädchen kommen in den Himmel, Böse kommen überall hin". Diese Selbstsicherheit gepaart mit schlauem Vorgehen schafft Erfolge....
Viele Grüße
Vicky
Respekt ist nicht teilbar.
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Helen67
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Re: Outing am Arbeitsplatz steht an „ Ängste und Fragen
Hallo zusammen,
erst mal vielen Dank für die zahlreichen Tipps, Ratschläge und Erfahrungsberichte.
Leider ist es auch heute wieder nicht zu einem Gespräch gekommen.
Zu dem Betrieb, in dem ich arbeite:
Etwa 130 Mitarbeiter, nur noch wenige "Alteingesessene" mit über 20 Jahren Betriebszugehörigkeit.
Abteilungsleiter (in meinem Bereich) gibt's nicht, macht der Chef selbst, allerdings mehr schlecht als recht.
Vieles wird einfach entschieden, jedoch meist der/die Betroffene nicht gefragt (z.B. interne Versetzungen usw.).
Der Zusammenhalt zwischen den Mitarbeitern ist gut bis sehr gut, der Ruf der Geschäftsleitung... naja, sag ich jetzt besser nichts dazu.
Trotzdem gibt's bei einigen die "Narrenfreiheit".
Eigentlich eine TV-Rundfunk Werkstatt, ich mach lieber Photovoltaik und E-Installation, das andere Zeugs nervt nur noch.
Ich würde mich eben besser fühlen, wenn ich mich nicht mehr verstecken und verstellen muss.
Muss nicht extra erwähnen, dass es keine Gleichstellungsbeauftragte bei uns gibt.
Ich habe meinen Chef heute leider nur kurz gesehen, zu kurz.
Morgen werde ich ihn nochmal wegen eines Vier Augen Gesprächs ansprechen, es gibt da noch weitere Themen.
Mit jedem Tag steigt meine innere Anspannung, es geht sowieso nur langsam voran, da beneide ich viele von Euch.
Liebe Grüße
Helen
erst mal vielen Dank für die zahlreichen Tipps, Ratschläge und Erfahrungsberichte.
Leider ist es auch heute wieder nicht zu einem Gespräch gekommen.
Zu dem Betrieb, in dem ich arbeite:
Etwa 130 Mitarbeiter, nur noch wenige "Alteingesessene" mit über 20 Jahren Betriebszugehörigkeit.
Abteilungsleiter (in meinem Bereich) gibt's nicht, macht der Chef selbst, allerdings mehr schlecht als recht.
Vieles wird einfach entschieden, jedoch meist der/die Betroffene nicht gefragt (z.B. interne Versetzungen usw.).
Der Zusammenhalt zwischen den Mitarbeitern ist gut bis sehr gut, der Ruf der Geschäftsleitung... naja, sag ich jetzt besser nichts dazu.
Trotzdem gibt's bei einigen die "Narrenfreiheit".
Wird sich zeigen, meine Arbeit interessiert ihn schon jetzt nicht sonderlich.Malvine hat geschrieben: Mi 7. Aug 2024, 19:48 Aus Sicht deines Vorgesetzten will er bestimmt wissen, ob dadurch deine Arbeitsleistung eingeschränkt ist, oder sich etwas an deiner Einstellung zur Arbeit ändert....Wie weit du ihm etwas von dir persönlich erzählen willst, musst du dir halt überlegen.
Eigentlich eine TV-Rundfunk Werkstatt, ich mach lieber Photovoltaik und E-Installation, das andere Zeugs nervt nur noch.
Trotzdem habe ich gerade davor die meiste Angst.Anja61 hat geschrieben: Mi 7. Aug 2024, 20:39 Arbeitsrechtlich dürfte es wahrscheinlich schwierig sein, Dich zu attackieren. Was Mobbing angeht, so kann es vielleicht dazu kommen. Aber: Du hast im Umfeld schon zwei Kollegen, die Dir wohlgesonnen sind. Das ist ein Riesenvorteil!
Seine Erlaubnis ist sicher nicht nötig.Vicky_Rose hat geschrieben: Do 8. Aug 2024, 09:41 Was willst Du von Deinem Chef, wenn Du dort hinein gehst ? Seine Erlaubnis, dass Du künftig Frau ... bist ? Das hast Du nicht nötig. Aus meiner Sicht ist es notwendig, dass Du ihn informierst, dass Du künftig die Frau lebst und auch so gesehen werden möchtest. Vorausgesetzt, es ist das, was Du willst.
Ich würde mich eben besser fühlen, wenn ich mich nicht mehr verstecken und verstellen muss.
Der Schutz vom Chef ist so eine Sache, selbst die Arbeitssicherheit interessiert ihn nicht.Vicky_Rose hat geschrieben: Do 8. Aug 2024, 09:41 Er ist eher derjenige, der Dir Schutz angedeihen lassen müsste. Suchst Du das ? Dann ist auch der Weg zur Gleichstellungsbeauftragten sinnvoll.
Muss nicht extra erwähnen, dass es keine Gleichstellungsbeauftragte bei uns gibt.
Wäre schön....Annette hat geschrieben: Do 8. Aug 2024, 12:50 Und mein Arbeitgeber hat sein Wort gehalten! Immer wieder wurde von höherer Stelle nachgefragt, wie es mir ginge und wie ich vorankomme.
Das Betriebsklima leidet schon wegen schlechter Führung, da wird meine Situation wohl keine Rolle mehr spielen.Vicky_Rose hat geschrieben: Do 8. Aug 2024, 12:52 Drehen wir aber den Spieß herum, leidet das Betriebsklima, weil ich trans bin oder leidet es, weil es einige Kollegen nicht akzeptieren können ?
Ich habe meinen Chef heute leider nur kurz gesehen, zu kurz.
Morgen werde ich ihn nochmal wegen eines Vier Augen Gesprächs ansprechen, es gibt da noch weitere Themen.
Mit jedem Tag steigt meine innere Anspannung, es geht sowieso nur langsam voran, da beneide ich viele von Euch.
Liebe Grüße
Helen
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Re: Outing am Arbeitsplatz steht an „ Ängste und Fragen
Hallo Helen
Erst mal vielen Dank, daß Du dieses Thema hier eingebracht hast.
Und vielen Dank an alle, die Dich hier mit guten Tipps unterstützt haben.
Ich verfolge das Thema mit großem Interesse, weil dieser Punkt bei mir auch irgendwann ansteht.
Bis jetzt warte ich aber vergeblich auf die gute Gelegenheit, das Thema bei meinem Chef irgendwie beiläufig anzusprechen und verfolge ansatzweise die Methode, die Daniela hier beschrieben hat (Tragen von unauffälligen flachen Damenschuhen, Jeans aus der Damenabteilung und ab und zu eine unauffällige Bluse statt einem Hemd bei der Arbeit) und warte ab, ob mich jemand darauf anspricht.
Da ich in der Freizeit inzwischen auch ab und zu mal tagsüber mit hohen Absätzen oder im Kleid aus dem Haus gehe (und in einer Kleinstadt wohne und arbeite) vermute ich, daß mein Chef und die meisten Kollegen über den Flurfunk bereits informiert sind und daß niemand wirklich überrascht wäre, wenn ich mich offiziell outen würde, aber irgendwie ist da doch noch eine Hemmschwelle, das Thema selbst anzusprechen.
Da ich aktuell keine GaOP anstrebe und bereits mit dem Tragen von Damenkleidung glücklich bin, besteht ja auch keine unmittelbare Notwendigkeit dazu. Allerdings wäre es sicher besser wenn ich mit meinem Chef gesprochen habe, bevor er mich irgendwann zufällig im Kleid und mit High Heels beim Einkaufen sieht.
Von daher kann ich Dir keine guten Tipps geben, wünsche Dir aber auf jeden Fall viel Glück und Erfolg in dem Gespräch, zu dem Du hoffentlich bald eine Gelegenheit bekommst.
LG
Wendy
Erst mal vielen Dank, daß Du dieses Thema hier eingebracht hast.
Und vielen Dank an alle, die Dich hier mit guten Tipps unterstützt haben.
Ich verfolge das Thema mit großem Interesse, weil dieser Punkt bei mir auch irgendwann ansteht.
Bis jetzt warte ich aber vergeblich auf die gute Gelegenheit, das Thema bei meinem Chef irgendwie beiläufig anzusprechen und verfolge ansatzweise die Methode, die Daniela hier beschrieben hat (Tragen von unauffälligen flachen Damenschuhen, Jeans aus der Damenabteilung und ab und zu eine unauffällige Bluse statt einem Hemd bei der Arbeit) und warte ab, ob mich jemand darauf anspricht.
Da ich in der Freizeit inzwischen auch ab und zu mal tagsüber mit hohen Absätzen oder im Kleid aus dem Haus gehe (und in einer Kleinstadt wohne und arbeite) vermute ich, daß mein Chef und die meisten Kollegen über den Flurfunk bereits informiert sind und daß niemand wirklich überrascht wäre, wenn ich mich offiziell outen würde, aber irgendwie ist da doch noch eine Hemmschwelle, das Thema selbst anzusprechen.
Da ich aktuell keine GaOP anstrebe und bereits mit dem Tragen von Damenkleidung glücklich bin, besteht ja auch keine unmittelbare Notwendigkeit dazu. Allerdings wäre es sicher besser wenn ich mit meinem Chef gesprochen habe, bevor er mich irgendwann zufällig im Kleid und mit High Heels beim Einkaufen sieht.
Von daher kann ich Dir keine guten Tipps geben, wünsche Dir aber auf jeden Fall viel Glück und Erfolg in dem Gespräch, zu dem Du hoffentlich bald eine Gelegenheit bekommst.
LG
Wendy
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missy
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Re: Outing am Arbeitsplatz steht an „ Ängste und Fragen
Liebe Helen,
FÜHL DICH GEDRÜCKT.
Ich kann mich so gut in dich hineinversetzen.
Und du bist schon so viel weiter als viele von uns.
STRESS DICH NICHT.
Was heute nicht klappt, wird seine Zeit finden. Wenn es soweit ist.
Du hast hier im Thread schon so viel gelesen,
dass du es handeln kannst. So oder so.
GLAUB AN DICH.
DU HAST ES IN DIR.
Von Herzen, missy
FÜHL DICH GEDRÜCKT.
Ich kann mich so gut in dich hineinversetzen.
Und du bist schon so viel weiter als viele von uns.
STRESS DICH NICHT.
Was heute nicht klappt, wird seine Zeit finden. Wenn es soweit ist.
Du hast hier im Thread schon so viel gelesen,
dass du es handeln kannst. So oder so.
GLAUB AN DICH.
DU HAST ES IN DIR.
Von Herzen, missy
Toleranz ist lernbar, zu viel Toleranz ist heilbar.
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Annette
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Re: Outing am Arbeitsplatz steht an „ Ängste und Fragen
Dein Beitrag handelt über das Outing im Berufsleben. Das hast du ganz allein unter Kontrolle, nur du entscheidest darüber. Wenn du dich dort outest, so hat dem niemand was entgegenzuwerfen, wirklich NIEMAND! Du lebst in Deutschland, nicht in Saudi-Arabien oder Nord-Korea! Angst vor Mobbing solltest du keine haben, da stellt dir die Gesetzgebung genügend Gegenmittel zur Verfügung. Und übrigens, was ist dir wichtiger? Die "Meinung" der Kollegen, oder dein innerer Frieden? Ich gebe zu, angesichts meiner eigenen Erfahrungen habe ich leicht reden, doch ich war mir damals bewusst, dass ich notfalls meinen Job sogar gekündigt hätte, ohne Rücksicht.Helen67 hat geschrieben: Do 8. Aug 2024, 17:10...es geht sowieso nur langsam voran, da beneide ich viele von Euch.
Und dann spricht noch ein Argument für ein sofortiges Outing:
Wie alt bist du jetzt?
Deine innere Uhr tickt"¦
Also nochmal, es geht um dein persönliches Wohlergehen. Lass dich nicht aufhalten! Mach es! Jetzt oder nie!
Alles Gute,
Annette