Bin gerade zurück von einer 14-tägigen Portugal-Reise: es war meine erste Auslandsreise komplett als Frau, mit weiblichen Papieren. Hab's zusammen mit meiner lieben Frau gemacht, vor Ort in einer kleinen Reisegruppe (12 Personen), mit der wir neben den Besichtigungen auch Wanderungen und Radtouren unternommen haben.
Insgesamt war's problemlos. Beim Sicherheits-Check in München wollten sie genauer wissen, was ich da um die Hüften habe, da wurde ich von den Zollbeamtinnen nach dem Abtasten in einen Büroraum etwas seitab geleitet, mußte den Rock lüften und meine Hüftpolster zeigen, ohne die ich schon seit anderthalb Jahren nicht mehr aus dem Haus gehe. Eine hat da noch einen Teststreifen dran gerieben und kurz untersuchen lassen, um sicherzustellen, dass der Schaumstoff kein Sprengstoff ist, dann war's gut
Ein wirkliches Problem kam erst danach, hatte aber mit meinem Frau-Sein nix zu tun: der Flug ging ärgerlicherweise von München über Amsterdam nach Lissabon, und da der Flug nach Amsterdam wegen Unwetters in München mehrere Stunden Verspätung hatte, verpassten wir den Anschlußflug und mußten die Nacht sehr ungemütlich in den Wartezonen des Amsterdamer Flughafens verbringen: es war 10 Uhr abends, und der nächste Flug, auf den wir umgebucht wurden, startete um 5 Uhr morgens.
In der (deutschen) Reisegruppe wurde ich sehr lieb aufgenommen, null Problem. Die Portugiesen sind dagegen sowas wie mich noch nicht so gewöhnt wie die Deutschen: während ich zuhause mit meinem Outfit wirklich niemanden mehr hinterm Ofen vorlocken kann, gab es dort schon gelegentlich ein paar überraschte Blicke - aber auch nix Unangenehmes. Insgesamt eine sehr schöne Reise mit einer sehr netten Gruppe.
Beim Check zum Rückflug in Porto hatten sie dann mit meinen Hüftpolstern kein Problem mehr - dafür um so mehr mit zuviel Metall: "Piiieeep!" Abgetastet (natürlich korrekt durch eine Beamtin, wie es sich gehört), Armbanduhr aufs Förderband legen, nochmal durch: "Piiieeep!" Nochmal abgetastet, Schuhe ausziehen und aufs Förderband legen, nochmal durch: "Piiieeep!". Wieder abgetastet - jetzt mußte ich die Hosenträger ausziehen, mit denen ich meine Hüftpolster am Rutschen hindere. So ging's dann endlich - den BH samt Einlagen durfte ich immerhin unbeanstandet anbehalten, und meine Goldinlays durften auch in den Zähnen verbleiben
Das Selfie habe ich in einem Straßencafe in Porto gemacht, als ich mal eine Stunde allein unterwegs war.