Wie wusstet ihr es?
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allgemeiner Austausch
Danni_Stuttgart
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Wie wusstet ihr es?

Post 1 im Thema

Beitrag von Danni_Stuttgart »

Hallo Mädels,

wie habt ihr gewusst, dass ihr auch gerne (mal) eine Frau sein möchtet?
Ich stehe vor der Frage und komme irgendwie nicht weiter. Ich kann sie selber nicht beantworten und daher meiner Frau auch nicht wirklich erklären warum. Ich bin eigentlich durchaus männlich, mit dem typischen Klischee verhalten (Bier trinken, Fußball gucken usw.), aber dann gibt es halt auch die sehr weibliche Seite in mir drin. Die möchte Kleider tragen, schöne Wäsche, Make-up, halt sehr weiblich sein.
Wolltet ihr auch wissen warum? Oder fragt ihr euch nur wie?
In meinen Kopf schwirren so viele Fragen umher.
Ich wäre über jeden Rat dankbar.
Lg
Danni
sbsr
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Re: Wie wusstet ihr es?

Post 2 im Thema

Beitrag von sbsr »

Danni_Stuttgart hat geschrieben: Do 11. Nov 2021, 14:39 Ich bin eigentlich durchaus männlich, mit dem typischen Klischee verhalten (Bier trinken, Fußball gucken usw.), aber dann gibt es halt auch die sehr weibliche Seite in mir drin. Die möchte Kleider tragen, schöne Wäsche, Make-up, halt sehr weiblich sein.
Hallo Danni,

damit hast Du Dir doch bereits alles beantwortet, was es zu wissen gibt. Ein Teil von Dir, Deine weibliche Seite, oder wie auch immer man das nennen mag, möchte das. Punkt.

Psychologen kommen gerne mit Erlebnissen aus der Kindheit um die Ecke, Anthropologen würden sagen Dein Gehirn war in der fötalen Entwicklung einem ungewöhnlichen Hormonmix ausgesetzt, oder allgemein hat jeder beide Seiten in sich mit verschieden starker Ausprägung.

Wahrscheinlich haben alle ein bisschen und niemand so wirklich Recht damit, wir werden es wohl nie erfahren. Was zählt ist das Ergebnis. Weit wichtiger ist, sich selbst zu akzeptieren. Letzten Endes ist die Zuweisung von "typisch weiblichen" und "typischen männlichen" Aspekten sowieso reine Willkür und damit nicht wissenschaftlich erklärbar.

Meine Frau versteht das übrigens auch nicht. Sie liebt Abendkleider und hat entsprechend reichlich davon angesammelt, die teilweise einmal getragen seit Jahren im Schrank hängen. Wenn ich dann sage, ich gefalle mir in Kleidern so wie sie sich in Kleidern selbst gefällt, kommt als Antwort nur sie sei ja schließlich eine Frau. Ein Mann darf also keinen Gefallen an schönen Kleidern finden. Diskussion zwecklos.

Jemand, der selbst nicht so tickt wie wir, kann unsere Lage bestenfalls glauben, so wirklich verstehen können sie das nicht. Ist nicht böse gemeint, wer keine Höhenangst hat wird auch nie begreifen, warum Betroffene auf der zweiten Treppenstufe Panik bekommen. Ich versuche das, wenn überhaupt, mit Geschmäckern beim Essen zu vergleichen, ich mag eben Thunfisch, anderen schmeckt der überhaupt nicht, aber niemand weiß warum das so ist.
LG, Svenja

Erinnerungen sind das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.
Lorelai74
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Re: Wie wusstet ihr es?

Post 3 im Thema

Beitrag von Lorelai74 »

Hi Danni,

Was würde die Antwort auf das Warum ändern?

Du trinkst gerne Bier, jemand anderes lieber Wein. Ist es wichtig zu verstehen warum?
Du schaust gerne Fußball, jemand anderes lieber Shows oder französische Filme.

Es ist wie es ist. Und nein es geht nicht weg, wenn man keine Antwort findet und auch nicht wenn man eine findet.

Deine Frau mag vielleicht lieber Hosen als Röcke. Weiß sie warum?

Zu männlichen/weiblichen Verhaltensweisen: dürfen Frauen kein Bier mögen und Fußball schauen? Das sind Zuschreibungen, die vor allem in unserem Kopf existieren, und wenig mit dem biologischen Geschlecht zu tun haben.

Wo steht ihr denn du und deine Frau in der Diskussion?

VG
Lori
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Olivia
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Re: Wie wusstet ihr es?

Post 4 im Thema

Beitrag von Olivia »

Hallo Danni,

auf diese Frage gibt es meiner Meinung nach wirklich keine Antwort. Diese und ähnliche Fragen und Themen wurden in den vielen Jahren, die es dieses Forum schon gibt, immer wieder mal angesprochen und diskutiert. Das Ergebnis war und ist aber immer gleich.

Es ist so wie es ist, es geht nicht weg und man kann nichts machen...wir haben "es" und wir haben "es" für immer! Ich habe mich damit abgefunden und lebe seitdem gut damit.

Liebe Grüße von Olivia
Annette
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Re: Wie wusstet ihr es?

Post 5 im Thema

Beitrag von Annette »

Hallo Danni,

das Warum ist für mich ganz klar. Weil ich eine Frau bin. Mit genetischem Defekt. Falscher Körper, falsches Geschlecht. Aber im Nachhinein wurde und wird alles schrittweise verbessert. Der nächste bevorstehende Schritt wird dann zum finalen Ziel führen, da geht's um die Wurst!

Nun, all das klingt irgendwie zu einfach, tatsächlich habe ich über 20 Jahre mit mir selbst gerungen, diesen inneren Kampf ausgefochten und diesen auch fast mit dem Leben bezahlt. Es war niemals einfach gewesen, sondern diese ganzen Selbstzweifel und Fragerei nach dem Warum, das war sehr sehr zermürbend gewesen. Erst nach meinem Outcoming hatte sich alles zum Guten gewendet. Das Warum ist irrelevant geworden, ich habe gelernt mich selbst zu akzeptieren, mein Umfeld akzeptiert mich und ich bin Frau. Seit kurzem auch ganz offiziell und rechtlich.

Niemand wacht auch eines Tages einfach mal so auf und denkt "Hey, ich steck im falschen Körper". Ich denke, diese Tatsache ist irgendwie seit frühester Kindheit vorhanden und manifestiert sich, je nachdem, früher oder später. Und das gilt auch für jemand, der "nur gelegentlich" in die Rolle einer Frau schlüpfen möchte. Trans-, aber auch Crossdressing hat man eben in sich und das sollte man auch ausleben können. Und darauf pfeifen was andere, beziehungsweise Partner, davon halten möchten.

Genug dahergeredet,
ich wünsche dir alles Gute

Annette CS
Georgette
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Re: Wie wusstet ihr es?

Post 6 im Thema

Beitrag von Georgette »

Danni_Stuttgart hat geschrieben: Do 11. Nov 2021, 14:39 Hallo Mädels,

wie habt ihr gewusst, dass ihr auch gerne (mal) eine Frau sein möchtet?
Ich stehe vor der Frage und komme irgendwie nicht weiter. Ich kann sie selber nicht beantworten und daher meiner Frau auch nicht wirklich erklären warum. Ich bin eigentlich durchaus männlich, mit dem typischen Klischee verhalten (Bier trinken, Fußball gucken usw.), aber dann gibt es halt auch die sehr weibliche Seite in mir drin. Die möchte Kleider tragen, schöne Wäsche, Make-up, halt sehr weiblich sein.
Wolltet ihr auch wissen warum? Oder fragt ihr euch nur wie?
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Ich wäre über jeden Rat dankbar.
Lg
Danni
Hallo,
genieß doch einfach deine weibliche Seite, die zarten Stoffe und die Vielfalt der Farben und Formen.
Grübeln hilft nicht weiter. Wenn Mann oder Frau so ist wie viele hier, dann ist es so und man kann es nicht ändern. Ich für meinen Teil will es auch nicht ändern. (888)
Lg
manchmal_melissa
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Re: Wie wusstet ihr es?

Post 7 im Thema

Beitrag von manchmal_melissa »

Hallo Danni,

warum ich so bin, frage ich mich schon lange nicht mehr. Bringt ja nix, ändern lässt sich das eh nicht. Die Kurzfassung ist ungefähr: Ich finde Frauen so schön und anziehend, dass ich manchmal selber gern eine bin. Aber die Langfassung ist deutlich komplexer, weil da ganz viele Dinge mit reinspielen. Es ist eine Form von Eskapismus, ein Ausgleich für Wut und Aggression, eine Art Kunst, ein Teil meiner Identität, hat mit Erziehung, Genen, Sozialisierung zu tun etc"¦ Such dir etwas aus, vielleicht trifft ja etwas davon auch auf dich zu. :)p
Wie ich das rausgefunden habe, ist eine andere Frage. Da gab es nicht den einen Moment, sondern es war ein sehr langer Prozess, in dem ich immer wieder dachte, dass alles nur eine Phase ist. Dass ich mein Dasein als Teilzeitfrau regelmäßig ausleben möchte und auch werde, war mir erst so richtig klar, als ich mich gegenüber meiner Partnerin geoutet habe.
Apropos Partnerin: Was genau versteht denn deine Frau nicht? Geht es um das Frau-sein (wollen) an sich? Hängt sie sich an etwas Bestimmtem auf (z.B. Kleid/Rock ok, aber bloß kein Make-up/Perücke)? Oder versteht sie nicht, warum du so nach draußen willst?

Liebe Grüße,
Melissa
Lina
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Re: Wie wusstet ihr es?

Post 8 im Thema

Beitrag von Lina »

Ich habe nie herausgefunden oder gemeint, dass ich eine Frau sein mmoechte. Ich habe festgestellt, dass so wie ich bin sehr weiblich ist
Momo58
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Re: Wie wusstet ihr es?

Post 9 im Thema

Beitrag von Momo58 »

Hallo Danni,

Wie wusste ich es? Eigentlich wusste ich am Anfang gar nichts. Da war das Bedürfnis, schon als 5-jähriges Kind die Kleidung des anderen Geschlechts zu tragen. Ich wusste; ich bin anders, konnte es mir nicht erklären. In der Pubertät glaubte ich ein Crossdresser zu sein, aber dann folgten noch 3 Jahrzehnte, bis ich erkannte, dass ich transident bin. Als ich das bemerkte, suchte ich eine Selbsthilfegruppe auf. Dann kam der Tag, an dem ich ein MRT wegen meines Gehirns machen musste. Dabei kam heraus, dass die Brücken zwischen den Gehirnhälften eindeutig weiblich waren. Nun war klar dass ich mit einem weiblichen Gehirn geboren wurde. Dieses Gehirn versuchte, mit dem männlichen Körper klar zu kommen, aber das funktionierte nicht. Heute ist mein Körper weitgehend angeglichen und ich brauche nicht mehr die ganze Kraft, um mein Anderssein soziologisch zu verstecken. Kurz; ich bin glücklich und stehe zu mir selbst, bin nun viel selbstbewusster und habe das Glück, dass meine Ehe nicht daran zerbrochen ist, obwohl wir immer wieder daran arbeiten müssen, um uns bzw. uns selbst nicht zu verlieren.

Lass die Frau in dir zu. Versuche nicht, sie zu unterdrücken. Das geht sowieso schief. Soweit meine Gedanken zum Thema als Frau mit transidentem Hintergrund. Es mag sein, dass nicht binäre Menschen das anders sehen, dann ist das genauso richtig. Lass es fließen. Irgendwann kommt der Tag, an dem du dir sicher genug bist, wohin dein Weg dich führt.

Liebe Grüße
Manuela
Wir alle sind nur ein unbedeutendes Staubkorn im Universum
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Re: Wie wusstet ihr es?

Post 10 im Thema

Beitrag von Belinda »


...genieß doch einfach deine weibliche Seite, die zarten Stoffe und die Vielfalt der Farben und Formen.
Grübeln hilft nicht weiter. Wenn Mann oder Frau so ist wie viele hier, dann ist es so und man kann es nicht ändern.
Liebe Danni,

genau das habe ich auch gedacht als ich Deine Frage zuerst gelesen habe.

Natürlich klingt das erstmal leichter gesagt als getan und sowieso ist jeder anders und so soll es ja auch sein.
Also versuche das anders sein zu genießen und nicht zu sehr zu zergrübeln. Menschen sind so verschieden und viele Grenzen oft fliessend. Ich sehe die Frau in mir als Bereicherung des Mannes und umgekehrt.

Etwas genießen und als Bereicherung empfinden, das ist doch schon eine ganze Menge, und nur darauf kommt es an.

Liebe Grüße und alles Gute,

Belinda
Nicole Fritz
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Re: Wie wusstet ihr es?

Post 11 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Hallo Danni,

wenn Du diesen ganzen Klischee-Quatsch einfach - leider ist nicht es so einfach - aus Deinem Gehirn verbannst, weißt Du, dass Du es schon immer wusstest. Ich habe mit diesem ganzen Männer-Getue noch nie etwas anfangen können. Ich dachte lange, wenn ich da mit mache, erhalte ich Anerkennung und werde in der Gemeinschaft aufgenommen. Aber statt dessen wurde ich meistens ausgelacht. Geoutet habe ich mich dann 2017 mit 58 als meine Mutter verstorben war. Da gab es niemanden mehr, für den ich den Mann spielen musste oder wollte.

Eine Frau bin ich aber auch nicht. Da wären ein halbes Jahrhundert männliche Prägung und natürlich meine Biologie und meine (hetero-)sexuelle Orientierung. Also: Ich denke, ich spürte es bereits irgendwie als Kind, aber ich konnte es mir nicht erklären. Da stimmte etwas nicht, aber niemand wusste, was es sein könnte. Und man sprach über solche Dinge nicht. In Zeitschriften stand nichts und das Internet gab es noch nicht.

Liebe nicht binäre Grüße
Nicole
Senja
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Re: Wie wusstet ihr es?

Post 12 im Thema

Beitrag von Senja »

Hallo Danni,
das ist eine gute und vielschichtige Frage.

Vor 50 Jahren oder so habe ich begonnen Frauenkleidung zu mögen; es war im Kindergartenalter.
Über verschiedene Stufen als Damenwäscheträger und Crossdresser bin ich nun auf bestem Weg mein Geschlecht der Kleidung anzugleichen.

Ich beginne gerade mein Outing gegenüber den Menschen die mir am wichtigsten sind.
Da kam dann auch die Frage von einem guten Freund: Trinken wir zukünftig kein Bierchen mehr zusammen?

Hab viel darüber nachgedacht. Und die Antwort für mich ist aktuell:
Senja wir sicher auch zukünftig ein kühles Bier nicht verachten.
Senja wird sicher auch weiterhin Enduro und Trial fahren
...

Ja, ich habe mich schon immer als Frau gefühlt.
Manche Dinge hab ich sicher nur gemacht um der männlichen Rolle gerecht zu werden. Da wird sich sicher was ändern:
Die frühere versteckte Senja hat schon vor einigen Jahrzehnten aufgehört zu rauchen
Senja hat nun nach dem Entschluss Frau zu werden aufgehört sich zu betrinken
Senja hat keinen Vollbart mehr sondern freut sich über die kleinen Fortschritte der Elektroepilation
Senja fährt im Straßenverkehr wesentlich defensiver
...

Zum Glück gibt es bei den Klischees in der Zwischenzeit viele Genderdurchbrüche.
Also mach dir keinen Kopf ob das was du gerne machst nicht trotzdem zusammenpasst.
Ein gutes Bier schmeckt auch mit Bluse, Rock und Pumps immer noch verdammt lecker. :lol:

Die geliebte Kleidung?
Bis vor kurzem war das noch das Allerwichtigste für mich.
Seit ich weis das ich den Weg zur Frau gehen werde fühle ich mich in einem weichen Pulli, einer Damenjeans und bunten Socken wohler als früher im Satin-Negligee.

Kommt Zeit kommt Frau.
Je älter ich wurde desto geringer wurden die Gewichte auf der anderen Seite der Waagschale die mich an meinem Weg zögern ließen.
Hetz dich nicht, fühle in dich rein, genieße den Augenblick, und entwickle dich langsam weiter damit deine Umwelt/Partnerin mitkommt und nicht zurückbleiben muss.
Das war zumindest mein Weg.

Leicht gesagt und schwer getan; ist mir klar (smili)

Liebe Grüße
Senja
Helga
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Re: Wie wusstet ihr es?

Post 13 im Thema

Beitrag von Helga »

Annette hat geschrieben: Do 11. Nov 2021, 18:11 Weil ich eine Frau bin. Mit genetischem Defekt.
Hier möchte ich einmal deutlich widersprechen. Was uns hier umtreibt ("uns" meint sowohl Crossdresser als auch Transsexuelle als auch NB als auch...) ist keine psychische Störung, es ist keine Krankheit und mit Sicherheit kein Gen- Defekt. Es ist lediglich eine leichte Variation eines wie auch immer zu definierenden Soll- Zustandes. Diese Variation bedarf grundsätzlich keiner Behandlung, keiner Therapie und erst recht keiner Korrektur. Sie bedarf lediglich eines angemessenen und selbstverantwortlichen Umganges, der individuell unterschiedlich ist. Wenn dem entstehenden Leidensdruck nicht anders zu begegnen ist, kann es angemessen sein medizinische, operative Maßnahmen einzuleiten.
Es mag sein, dass die Gene eine Rolle spielen. Es mag sein, dass Hormonchaos im Mutterleib eine Rolle spielt, es mag sein, dass (früh-) kindliche Erfahrungen eine Rolle spielen... . Dies alles ist aber Wissenschaft irgendwo zwischen Stammtisch und Küchentisch, die sich durch nichts belegen lässt.
Derzeit ist erfreulicherweise eine Entpathologisierung des "TransX" Themas in der öffentlichen Wahrnehmung festzustellen. Derartige Selbstzuschreibungen sind in dieser Entwicklung extrem kontraproduktiv.
Liebe Grüße
Helga
Was bin ich?- Zunächst einmal bin ich ein Mensch!
Meistens bin ich ein Mann.
Wenn mir danach ist bin ich eine Frau.
Ich muss mich nicht festlegen.
Juliane
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Re: Wie wusstet ihr es?

Post 14 im Thema

Beitrag von Juliane »

Liebe Danni.

Schwierige Fragen die du dir selber stellst. Und Fragen die sich sicher fast alle hier im Forum auch schon gestellt haben.
Viele Antworten und Erklärungsversuche hast du bis hierher ja schon gelesen und sie gehen all in die selbe Richtung.

Akzeptiere es einfach, was allerdings nicht immer einfach ist. Manches an und in uns selbst, kann man(n) aber nicht
immer erklären. Da muss man(n) auf sich selbst vertrauen und hoffen das es entweder irgendwann nicht mehr so wichtig
ist, oder sich Erklärungen im weiteren Verlauf ergeben.

Ich lebe jetzt bereits über 60 Jahre mit dem Gefühl anders zu sein. Probierte bereits mit etwa 5 oder 6 Jahren ganz vorsichtig,
wie sich denn die ersehnte Kleidung der Frauen und Mädchen am eigenen Körper anfühlt. Und das hat sich nie gegeben!
Seit gut 20 Jahren nun trage ich gelegentlich weibliche Kleidung und fühle mich sehr wohl darin. Meine Frau unterstützt mich dabei
sehr. Sie fördert und fordert mich dann auch, wofür ich ihr unendlich dankbar bin.

Aber genauso bin ich gerne Mann, auch wenn ich Bier und Fußball nicht mag. Ich bin gerne Ehemann und Vater und liebe diese Rolle.
Doch genauso liebe ich die Rolle der guten Freundin meiner Frau, wenn wir gemeinsam losgehen. Oder ich bin dann die nette Nachbarin,
die bei Freunden und Nachbarn glücklicherweise akzeptiert ist.

Und eines weiß ich inzwischen sehr genau. Ich möchte es niemals anders haben und bin außerordentlich glücklich darüber so nette,
aufmerksame und liebevolle Menschen um mich herum zu haben. Menschen die von jetzt auf nun umschalten können, von dem Mann
den sie erwartet haben vor sich zu sehen, wenn die Haustür aufgeht, zu der Frau die da tatsächlich steht.

Ich Glückspilz(in) ich :D .

Liebe Grüße und viel Erfolg auch für dich, Juliane
Die mich kennen mögen mich. Die mich nicht mögen können mich. Frei nach Konrad Adenauer
Andrea75
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Re: Wie wusstet ihr es?

Post 15 im Thema

Beitrag von Andrea75 »

Hallo Danni,
wie Du bin auch ich ein Mann, bei dem man weder auf den ersten noch auf den zweiten Blick eine ausgeprägte weibliche Seite vermuten würde.

Aber schon seit ich ungefähr 5 Jahre alt war, kreisen meine Vorstellungen darum, wie es wäre eine Frau zu sein. Begonnen hat es, soweit ich mich erinnern kann,
mit einem Buch, in dem eine Prinzessin in einem tollen Ballkleid abgebildet war. wie oft habe ich davon geträumt, auch mal so ein Kleid zu tragen...
Danach kam die wohl "übliche Phase" mit den Strumpfhosen und Kleidern der Mutter...
Zwischendurch war das Verlangen nach dem Frausein mal mehr und mal weniger ausgeprägt, verbunden aber immer mit dem Gedanken, dass es nicht normal ist, was ich tue...

Mit Ende 20 hab ich eine Liste gemacht mit Dingen, die ich anschaffen wollte (Unterwäsche und Strumpfhosen hatte ich schon; auf der Liste standen Perücke, Brüste, Mantel, etc.).
Letztendlich hat es nochmal mehr als 10 Jahre gebraucht, bis ich die Dinge der Liste beschafft hatte...
Es war ein unbeschreiblich tolles Gefühl, mich das erste mal vollständig als Frau gestylt im Spiegel zu sehen. Mittlerweile habe ich auch den Schritt nach draußen gewagt und habe aktuell, Corona sei Dank, fast jeden Tag im Homeoffice die Möglichkeit,
mich mehr oder weniger weiblich zu stylen. Dafür bin ich unendlich dankbar, denn seitdem fühle ich mich wesentlich besser. Es fühlt sich, wie ich es hier im Forum schon öfter gelesen habe, "alles so richtig an".
Das überträgt sich offenbar auch in meine Umwelt, denn meine Frau hat oft, wenn ich - anfangs noch heimlich - den Arbeitsweg als Frau gestylt genossen habe (das war vor Corona fast die einizige Möglichkeit), festgestellt, dass ich strahle!

Warum wohl?
sbsr hat geschrieben: Do 11. Nov 2021, 15:18 Wahrscheinlich haben alle ein bisschen und niemand so wirklich Recht damit, wir werden es wohl nie erfahren. Was zählt ist das Ergebnis. Weit wichtiger ist, sich selbst zu akzeptieren. Letzten Endes ist die Zuweisung von "typisch weiblichen" und "typischen männlichen" Aspekten sowieso reine Willkür und damit nicht wissenschaftlich erklärbar.
Genau das muss es gewesen sein: Ich habe meine weibliche Seite angenommen und begonnen, sie auszuleben. Das damit verbundene Glücksgefühl, die andauernde Zufriedenheit und auch die nach außen wirkende Ausgeglichenheit hat mir vor Augen geführt, dass es richtig ist, meinem weiblichen ich den Freiraum zu geben, den ich brauche.

Viele Grüße
Andrea
Antworten

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