Wie erkläre ich es einem Kind (4-5j)
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Keks
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Wie erkläre ich es einem Kind (4„5j)
Hi Zusammen,
Innerhalb kurzer Zeit war ich zweimal damit konfrontiert, dass Kinder zwischen 4 und 5 Jahren sich unsicher sind was ich bin. Äußerlich werde ich primär als Frau gesehen aber ich vermute, dass sie meine Stimme und Art zu sprechen als männlich erkennen. Ein Kind fragte mich, ob ich ein Mann sei. Ich hatte keine für mich befriedigende Antwort bereit, aber habe ihr erklärt, dass ich der Papa meiner Kinder bin, mit denen ich gerade unterwegs war.
Da meine Kids gerade damit aufwachsen, ist es für sie selbstverständlich, dass ich so bin wie ich. Ich glaube nur, dass ich bestimmt bald wieder, z.B. beim Kindergarten, damit konfrontiert bin.
Kann mir jemand einen Tipp geben, der selbst damit Erfahrung hat?
Lieben Dank.
Keks
Innerhalb kurzer Zeit war ich zweimal damit konfrontiert, dass Kinder zwischen 4 und 5 Jahren sich unsicher sind was ich bin. Äußerlich werde ich primär als Frau gesehen aber ich vermute, dass sie meine Stimme und Art zu sprechen als männlich erkennen. Ein Kind fragte mich, ob ich ein Mann sei. Ich hatte keine für mich befriedigende Antwort bereit, aber habe ihr erklärt, dass ich der Papa meiner Kinder bin, mit denen ich gerade unterwegs war.
Da meine Kids gerade damit aufwachsen, ist es für sie selbstverständlich, dass ich so bin wie ich. Ich glaube nur, dass ich bestimmt bald wieder, z.B. beim Kindergarten, damit konfrontiert bin.
Kann mir jemand einen Tipp geben, der selbst damit Erfahrung hat?
Lieben Dank.
Keks
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Momo58
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Re: Wie erkläre ich es einem Kind (4„5j)
Hi Keks,
Kinder im Alter von 4-5 Jahren sind sehr neugierig und wollen alles genau wissen. Als ich im Alltagstest war, klingelte es plötzlich an meiner Wohnungstüre. Es standen 12 Kinder aus der Nachbarschaft im Alter von 4-12 Jahren vor mir. Sie fragten: "Warum verkleidet du dich als Frau"? Sie kannten mich ja vorher alle als Mann. Ich setzte mich zu ihnen ins Treppenhaus und erklärte, dass ich vom Mann zur Frau werde, dass ich einen Busen bekomme und im Krankenhaus operiert werde. Ich redete einfach kindgerecht und nach kurzer Zeit kam die Kinder von allein drauf: "Ach so, du machst eine Geschlechtsumwandlung. Dann ist ja alles gut. Dann bist du also harmlos".
Kinder verstehen dich sehr gut. Schwieriger ist es, Jugendlichen zu sagen, dass du anders bist. Jugendliche haben ihr kindliches Verhalten abgelegt, sind durch Erwachsene zum Teil negativ beeinflusst und sind mit der Entwicklung der eigenen Sexualität beschäftigt. Jugendliche brauchen daher länger, dich zu akzeptieren, manchmal ein paar Monate, manchmal auch gar nicht.
Ich würde nicht herum eiern, sondern offen und kindgerecht mit dem Thema umgehen.
Bei den Erzieher*innen in der Kita ist sicher bald ein Outing angebracht. Das bedarf einer guten Vorbereitung, denn die wenigsten Erzieher*innen sind auf so eine Situation vorbereitet. Auch hier würde ich offen und ehrlich zur Sache kommen. Ein Versteckspiel wird da sicher nichts bringen. Eine gute Möglichkeit wäre, die Erzieher*innen auf die Seite www.kita.de aufmerksam zu machen. Dort gibt es eine gute Aufklärung über den Sachverhalt für Erzieher*innen
Liebe Grüße
Manuela
Kinder im Alter von 4-5 Jahren sind sehr neugierig und wollen alles genau wissen. Als ich im Alltagstest war, klingelte es plötzlich an meiner Wohnungstüre. Es standen 12 Kinder aus der Nachbarschaft im Alter von 4-12 Jahren vor mir. Sie fragten: "Warum verkleidet du dich als Frau"? Sie kannten mich ja vorher alle als Mann. Ich setzte mich zu ihnen ins Treppenhaus und erklärte, dass ich vom Mann zur Frau werde, dass ich einen Busen bekomme und im Krankenhaus operiert werde. Ich redete einfach kindgerecht und nach kurzer Zeit kam die Kinder von allein drauf: "Ach so, du machst eine Geschlechtsumwandlung. Dann ist ja alles gut. Dann bist du also harmlos".
Kinder verstehen dich sehr gut. Schwieriger ist es, Jugendlichen zu sagen, dass du anders bist. Jugendliche haben ihr kindliches Verhalten abgelegt, sind durch Erwachsene zum Teil negativ beeinflusst und sind mit der Entwicklung der eigenen Sexualität beschäftigt. Jugendliche brauchen daher länger, dich zu akzeptieren, manchmal ein paar Monate, manchmal auch gar nicht.
Ich würde nicht herum eiern, sondern offen und kindgerecht mit dem Thema umgehen.
Bei den Erzieher*innen in der Kita ist sicher bald ein Outing angebracht. Das bedarf einer guten Vorbereitung, denn die wenigsten Erzieher*innen sind auf so eine Situation vorbereitet. Auch hier würde ich offen und ehrlich zur Sache kommen. Ein Versteckspiel wird da sicher nichts bringen. Eine gute Möglichkeit wäre, die Erzieher*innen auf die Seite www.kita.de aufmerksam zu machen. Dort gibt es eine gute Aufklärung über den Sachverhalt für Erzieher*innen
Liebe Grüße
Manuela
Zuletzt geändert von Momo58 am Di 24. Aug 2021, 12:12, insgesamt 1-mal geändert.
Wir alle sind nur ein unbedeutendes Staubkorn im Universum
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Jasmine
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Re: Wie erkläre ich es einem Kind (4„5j)
Ich sage in dem Fall das ich eine Frau bin. Was auch sonst. In meinem Bekanntenkreis gibt es auch kleine Kinder und deren Eltern erklärten es ihren Kindern genau so. Das Beste erlebte ich von einem 6 jährigen Mädchen, das mich in einem Geschäft frug: Bist du eine Frau. Ich schmunzelte und sagte ja. Der Mutter war das sichtlich peinlich und entschuldigte sich. Ich antwortete darauf: Ist doch in Ordnung wenn die Kleine fragt. Plötzlich plapperte die Kleine: Mama warum hast du nicht so schöne Schuhe an wie die Frau. Ich sprach dann noch eine Weile im Geschäft mit der Mutter und das Kind entdeckte schon wieder neue interessante Sachen. Ich persönlich glaube, das sich Kinder gar nicht so viele Gedanken machen.
Liebe Grüße Jasmine
Liebe Grüße Jasmine
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Lana
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Re: Wie erkläre ich es einem Kind (4„5j)
In meinem Umfeld gibt es einige Erzieher und andere Menschen, die im sozialen Bereich arbeiten. Die haben auf mein Coming-Out alle sehr entspannt reagiert. Für die war das nichts besonderes. Das Thema sexuelle Identität ist heutzutage selbstverständlicher Teil von deren Ausbildung. Muss es auch sein, weil es immer mehr Transkinder gibt.Momo58 hat geschrieben: Di 24. Aug 2021, 12:08 Bei den Erzieher*innen in der Kita ist sicher bald ein Outing angebracht. Das bedarf einer guten Vorbereitung, denn die wenigsten Erzieher*innen sind auf so eine Situation vorbereitet.
Warum sollte dann die Transidentität eines Elternteils ein Problem sein?
Die Zeiten liegen glücklicherweise schon ein paar Jahre zurück.
Aufklärung kann natürlich nie schaden, und ein offener Umgang ist in der Regel von Vorteil. Erziehern, Eltern und Kindern gegenüber gleichermaßen.
Ich selbst habe eigentlich nur positive Erfahrungen mit Kindern gemacht. Die sind noch offen neugierig und nicht voreingenommen. Naiv im besten Sinne eben, hören sie genau zu und versuchen, das gehörte in ihr bisheriges Wissen zu integrieren. Kindgerechte Sprache ist natürlich wichtig, aber wenn sie dich nicht verstehen, fragen viele auch nach. Also nur Mut!
LGL
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Blaise Pascal
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Dunja
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Re: Wie erkläre ich es einem Kind (4„5j)
Hallo Keks,
Vorab vielleicht am besten einige Worte zu den Umständen, durch die ich überwiegend damit konfrontiert werde (hin und wieder auch im privaten, z. B. beim einkaufen).
Seit einigen Monaten bin ich Hausmeisterin an 3 Schulen, als Unterstützung der Haupt - Hausmeister.
Eine für "besondere" Kinder, in der bin ich selten im Einsatz.
Eine reine Grundschule, an der bin zur Zeit durchschschnittlich 2 Tage je Woche.
Und einer Gemeinschaftschule, in der zusätzlich noch eine private Institution tätig ist. In der privaten Institution wird die Altersgruppe Kindergarten / Grundschule abgedeckt, in der Gemeinschaftsschule von der Grundschule bis Klasse 10.
Von Anfang an habe ich mich im Kollegium als Dunja vorgestellt, obwohl ich noch keine NÄ / PÄ habe, teilweise mit dem Hinweis "Bevor es Irritationen gibt, Ich bin Transgender".
Hier wurde ich, eigentlich nur aus dem Bereich Grundschule, überwiegend von Mädchen, gefragt "Bist Du ein Mädchen oder ein Junge?"
Die Bezeichnungen Frau / Mann sind bisher nicht benutzt worden.
Da ich solche Fragen erwartet hatte, glaubte ich vorbereitet zu sein.
Weit gefehlt. Beim ersten Mal sagte ich sehr überzeugt, "Ich bin ein Mädchen".
Kurz darauf die Frage: "Aber deine Stimme", da habe ich wohl wenig altersgerecht geantwortet.
Ich habe das Mädchen aufgeklärt, daß ich eine Transfrau sei, und im Gegenzug gefragt, ob sie wisse was das sei. Sie meinte "Ja".
Mittlerweile sage ich weiterhin, dass ich ein Mädchen bin, und bei verwunderten Nachfragen aufgrund der Stimme, oder wie auch schon vorgekommen
"Du siehst aber aus wie ein Junge",
sage ich einfach "Weißt Du, ich bin als Junge geboren".
Damit ist eigentlich immer die Neugierde gestillt.
Gespannt bin ich allerdings, wann die Frage aus dem Kollegium kommt, ob ich nicht im Sexualkunde Unterricht etwas beitragen könnte.
Vor den Sommerferien hat eine Lehrerin, die mittlerweile die Schule gewechselt hat, zu mir gesagt "Schade dass Du nicht bereits letztes Jahr hier warst, als wir im Sexualkundeunterricht das Thema Transsexualität hatten.
Zur Ergänzung sollte ich vielleicht noch anführen, was ich täglich zur Arbeit trage, nämlich Sicherheitsschuhe, Arbeitsbundhose, Damen T-Shirt, BH (mit 2* 500 gramm Sillies, soweit waren die Hormone leider noch nicht fleißig
, 5 cm Creolen, Damen - Halskette, als Make up nur Mascara und längere, lakierte Gelfingernägel.
Ich hoffe, meine Ausführungen helfen dir weiter.
Dunja
Den ultimativen Rat kann ich dir leider nicht geben. Gerne sage ich dir allerdings wie ich damit umgehe.Kann mir jemand einen Tipp geben, der selbst damit Erfahrung hat?
Vorab vielleicht am besten einige Worte zu den Umständen, durch die ich überwiegend damit konfrontiert werde (hin und wieder auch im privaten, z. B. beim einkaufen).
Seit einigen Monaten bin ich Hausmeisterin an 3 Schulen, als Unterstützung der Haupt - Hausmeister.
Eine für "besondere" Kinder, in der bin ich selten im Einsatz.
Eine reine Grundschule, an der bin zur Zeit durchschschnittlich 2 Tage je Woche.
Und einer Gemeinschaftschule, in der zusätzlich noch eine private Institution tätig ist. In der privaten Institution wird die Altersgruppe Kindergarten / Grundschule abgedeckt, in der Gemeinschaftsschule von der Grundschule bis Klasse 10.
Von Anfang an habe ich mich im Kollegium als Dunja vorgestellt, obwohl ich noch keine NÄ / PÄ habe, teilweise mit dem Hinweis "Bevor es Irritationen gibt, Ich bin Transgender".
Hier wurde ich, eigentlich nur aus dem Bereich Grundschule, überwiegend von Mädchen, gefragt "Bist Du ein Mädchen oder ein Junge?"
Die Bezeichnungen Frau / Mann sind bisher nicht benutzt worden.
Da ich solche Fragen erwartet hatte, glaubte ich vorbereitet zu sein.
Weit gefehlt. Beim ersten Mal sagte ich sehr überzeugt, "Ich bin ein Mädchen".
Kurz darauf die Frage: "Aber deine Stimme", da habe ich wohl wenig altersgerecht geantwortet.
Ich habe das Mädchen aufgeklärt, daß ich eine Transfrau sei, und im Gegenzug gefragt, ob sie wisse was das sei. Sie meinte "Ja".
Mittlerweile sage ich weiterhin, dass ich ein Mädchen bin, und bei verwunderten Nachfragen aufgrund der Stimme, oder wie auch schon vorgekommen
"Du siehst aber aus wie ein Junge",
sage ich einfach "Weißt Du, ich bin als Junge geboren".
Damit ist eigentlich immer die Neugierde gestillt.
Gespannt bin ich allerdings, wann die Frage aus dem Kollegium kommt, ob ich nicht im Sexualkunde Unterricht etwas beitragen könnte.
Vor den Sommerferien hat eine Lehrerin, die mittlerweile die Schule gewechselt hat, zu mir gesagt "Schade dass Du nicht bereits letztes Jahr hier warst, als wir im Sexualkundeunterricht das Thema Transsexualität hatten.
Zur Ergänzung sollte ich vielleicht noch anführen, was ich täglich zur Arbeit trage, nämlich Sicherheitsschuhe, Arbeitsbundhose, Damen T-Shirt, BH (mit 2* 500 gramm Sillies, soweit waren die Hormone leider noch nicht fleißig
Ich hoffe, meine Ausführungen helfen dir weiter.
Dunja
Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern vielmehr die Erkenntnis, dass etwas anderes wichtiger ist als Angst.
(Zitat aus dem Film "Plötzlich Prinzessin")
(Zitat aus dem Film "Plötzlich Prinzessin")