Erwartungshaltung "Toleranz"
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ExuseIn-2021-01-31
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Erwartungshaltung "Toleranz"
Hi ihr Lieben, ich höre oft das Wort Toleranz. Ich persönlich pachte mir dieses Recht nicht es von anderen zu erwarten. Kann ich andere dieselbe Toleranz entgegen bringen sie sein zu lassen wie sie sind, dass sie vielleicht es einfach nicht möchten wenn ihr Freund plötzlich kein Mann sein möchte sondern eine Frau (wie ich jetzt)? Ich verwende nicht das Wort "nicht können" denn das fände ich dann wiederum eine Unterstellung... und an dieser Stelle muss ich ganz, ganz ehrlich gestehen, es hätte mir überhaupt nicht gefallen wenn eine meiner Exfreundinnen mir gegenüber gestanden hätte sie wolle jetzt ein Mann sein... nicht das ich das nicht hätte tolerieren können, sondern ich hätte es so einfach nicht gewollt. Ich wollte eine Frau, keinen Mann. Es ist auch einer der Gründe weshalb ich mein Outing und Transition erst dann begann als ich wieder längere Zeit ohne Partnerin war. LG Kathy
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Patricia
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Re: Erwartungshaltung "Toleranz"
Meine ExLebensgeführtin hat ein Problem damit dass ich jetzt eine Frau bin. Immerhin haben wir den Grossteil unseres Lebens miteinander verbracht. Von daher verstehe ich das. Aber um ehrlich zu sein, wir sollten diejenigen sein die Toleranz und Akzeptanz der Gesellschaft gegenüber vorleben. Ich tue es ehrlich gesagt auch oft genug nicht, so sehr ich mich auch bemühe. Aber wichtig ist, dass wir es mit allen Kräften versuchen.
Liebe Grüße
Patricia
Liebe Grüße
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Leonie67
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Re: Erwartungshaltung "Toleranz"
Hallo,
Klar kann ich die Sichtweise meiner Partnerin verstehen. Aber es heisst doch auch nicht, das vor 20 Jahren, als ich Sie kennengelernt habe einfach die Zeit stehen geblieben ist und man das damalige Gefühl füreinander konserviert bis ans Ende aller Tage. Auch Sie hat sich verändert mit der Zeit, das sehe ich auch an Ihrem Look. Ich erlaube mir selber mich verändern zu dürfen, nicht aus Jux und Dollerei, sondern weil es mir ein zutiefst dringendes Bedürfnis ist, was mich bei weiterer Unterdrückung vor die Hunde gehen lässt. Damit ist doch dann keinem geholfen. Ohne Veränderungen würden wir heute immer noch mit Steinen nach Tieren schmeissen und zu Fuß gehen - wollt Ihr das. Meine Meinung dazu ist: Ich tue alles dafür das die, die mir lieb und teuer sind, mit mir auf meine Weg Schritt halten können und ich trage sie soweit, soweit sie mir folgen wollen und können. Das ist meine Verantwortung für sie aber ich trage auch Verantwortung für mich und mein Leben. Das ist kein blanker Egoismus sonder tief empfundene existenzielle Selbstversorger und Achtsamkeit. Ich wünsche Euch einen wundervollen Sonntagmorgen und ich denke an alle, denen es im Augenblick nicht so gut. Liebe Grüße von Christiane
Klar kann ich die Sichtweise meiner Partnerin verstehen. Aber es heisst doch auch nicht, das vor 20 Jahren, als ich Sie kennengelernt habe einfach die Zeit stehen geblieben ist und man das damalige Gefühl füreinander konserviert bis ans Ende aller Tage. Auch Sie hat sich verändert mit der Zeit, das sehe ich auch an Ihrem Look. Ich erlaube mir selber mich verändern zu dürfen, nicht aus Jux und Dollerei, sondern weil es mir ein zutiefst dringendes Bedürfnis ist, was mich bei weiterer Unterdrückung vor die Hunde gehen lässt. Damit ist doch dann keinem geholfen. Ohne Veränderungen würden wir heute immer noch mit Steinen nach Tieren schmeissen und zu Fuß gehen - wollt Ihr das. Meine Meinung dazu ist: Ich tue alles dafür das die, die mir lieb und teuer sind, mit mir auf meine Weg Schritt halten können und ich trage sie soweit, soweit sie mir folgen wollen und können. Das ist meine Verantwortung für sie aber ich trage auch Verantwortung für mich und mein Leben. Das ist kein blanker Egoismus sonder tief empfundene existenzielle Selbstversorger und Achtsamkeit. Ich wünsche Euch einen wundervollen Sonntagmorgen und ich denke an alle, denen es im Augenblick nicht so gut. Liebe Grüße von Christiane
Ich bin eine Frau ohne Menstruationshintergrund - aber mit ganz viel Herzblut, in der Regel.
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MiriamR
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Re: Erwartungshaltung "Toleranz"
Tja....Toleranz.
Das ist etwas, was uns nicht unbedingt in die Wiege gelegt wurde.
Wenn der Mensch wirklich tolerant wäre, würden wir vermutlich den ganzen Tag durch die Gegend rennen und mit jedem und jeder kuscheln, der uns über den Weg läuft.
Intoleranz lässt uns vorsichtig sein, gegenüber Dingen die wir nicht kennen oder mögen. Wenn jemand anders ist, kann er nicht zu meiner Sippe gehören, da muß ich vorsichtig sein.
Tolerant sein bedeutet über seinen Schatten zu springen, sich auf neues einlassen zu können. Und das ist leider nicht einfach. Vielleicht für den einzelnen Menschen, aber mit Sicherheit nicht für alle.
weiblichste Grüße
Miriam
Das ist etwas, was uns nicht unbedingt in die Wiege gelegt wurde.
Wenn der Mensch wirklich tolerant wäre, würden wir vermutlich den ganzen Tag durch die Gegend rennen und mit jedem und jeder kuscheln, der uns über den Weg läuft.
Intoleranz lässt uns vorsichtig sein, gegenüber Dingen die wir nicht kennen oder mögen. Wenn jemand anders ist, kann er nicht zu meiner Sippe gehören, da muß ich vorsichtig sein.
Tolerant sein bedeutet über seinen Schatten zu springen, sich auf neues einlassen zu können. Und das ist leider nicht einfach. Vielleicht für den einzelnen Menschen, aber mit Sicherheit nicht für alle.
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ExuserIn-2023-06-22
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Re: Erwartungshaltung "Toleranz"
Toleranz, welch ein Wort. Duldsamkeit, was soll ich dulden? Als ich die Beziehung mit meiner Jasmine einging wollte ich auch einen Freund, eine dauerhafte Beziehung. Ich hatte es doch nicht anders gelernt. Zudem hier in meiner Kleinstadt ging alles relativ konservativ. Als dann meine Maus sich mir outete, konnte ich ihre Transsexualität doch nicht "nur" dulden. Ich liebte sie vorher und ich liebe sie jetzt noch mehr. Das heißt, es stellte sich für mich gar nicht die Frage, ob ich mich von ihr trenne oder ob ich eine Frau will. Ich wollte diesen Menschen und wenn sie eine Frau ist - so what? Wie hätte ich denn sonst reagieren sollen, als sie sich mir öffnete? Als mir klar wurde, was sie erlitten hatte und ertragen hat wurde unsere Liebe und Beziehung auf die wohl grösste Probe gestellt. Ich war nicht vorbereitet oder so - ich dachte auch nicht weiter nach, als es mir ganz von alleine über die Lippen ging: Dann ist das so - ich liebe dich. Das Gefühl als ich sie dann in den Arm nahm, sie drückte, ganz fest hielt, das Feuer der Liebe uns umhüllte....... Durfte meine Jasmine damals von mir Toleranz erwarten? Ich glaube darüber hat sie damals nicht mehr nachgedacht. Ich machte mir auch keine Gedanken ob uns die Gesellschaft, unsere Kleinstadt usw. toleriert. Die sahen damals nur eins: Wir leben hier und meine Maus lebt ab sofort so wie es richtig ist. Ich liebe meine Jasmine so wie sie ist - meine Frau, mein Schmetterling, meine Maus.
Menalee
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ExuseIn-2021-01-31
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Re: Erwartungshaltung "Toleranz"
Ehrlich gesagt mag ich es nicht so hier zu unterscheiden zwischen Toleranz und Intoleranz (daher habe ich das Wort in "" gesetzt), in manchen Dingen gehört es einfach auch zur Freiheit des einzelnen Menschen zu sagen: ich mag etwas so oder ich mag etwas nicht so...
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VanessaB
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Re: Erwartungshaltung "Toleranz"
kathy hat geschrieben: So 13. Dez 2020, 11:32 Ehrlich gesagt mag ich es nicht so hier zu unterscheiden zwischen Toleranz und Intoleranz (daher habe ich das Wort in "" gesetzt), in manchen Dingen gehört es einfach auch zur Freiheit des einzelnen Menschen zu sagen: ich mag etwas so oder ich mag etwas nicht so...
Ich möchte gerne auf dieses Papier verweisen. Vielleicht wird es dann deutlicher, dass der Begriff "Toleranz" nicht immer gleich verstanden und benutzt wird.
Toleranz ist mMn in erster Linie eine Grundhaltung jedes Einzelnen, die an seine Grenzen stößt, wenn ich persönlich negativ betroffen bin oder mich persönlich eingeschränkt fühle. Dann kommt es darauf an, welche Sozialkompetenzen (Softskills) ich mitbringe oder ausgeprägt habe, um auf diese eigene Betroffenheit reagieren zu können. Grundsätzlich sehe ich Toleranz als Grundpfeiler unsere Gesellschaft und des Umgangs untereinander.
Ich muss nicht mögen, wenn sich mein Sohn/meine Tochter als homosexuell outet, aber wenn ich tolerant sein kann, gestehe ich es meinem Kind zu und sehe es nicht als persönlichen Angriff nur, weil es nicht in meine Weltbild passt. Wie thematisch betroffene Menschen damit umgehen, kann viele Facetten haben und wohl keine ist "falsch". Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass der tiefe Grund für Verletztheit sehr oft bei mir selbst liegt. Das macht es sicherlich nicht erträglicher, zeigt mir aber auch, dass nur ich meine Handeln und meine Einstellung bestimmen kann. Dazu gehört auch Ja und Nein sagen zu können. Die ist keine Verletzung des anderen, sondern der gute Umgang mit dem eigenen ICH.
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Frieda
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Re: Erwartungshaltung "Toleranz"
Mächtige Gefühle die ich in mir fühle, nur allein beim Lesen des Threadtitels

Erwartungen, wie definiere ich Erwartungen? Was sind für mich Erwartungen?
Erwartungen sind für mich.. dass das getan wird, geschehen soll wohin unsere Sehnsucht uns treibt.
Toleranz!? Oh je, in meiner Wahrnehmung ein noch anspruchsvolleres Wort, welches in unserem Alltag Anwendung findet, ohne sich oftmals wahrhaftig in seiner Bedeutung klar darüber zu sein. Und hier möchte mal wieder der lieben lieben Menalee (

) meinen tiefen Dank aussprechen, wie supi sie die Bedeutung von Toleranz hier klar gelegt hat
Dazu kommt, dass es für mich persönlich einen Unterschied zwischen Toleranz und Akzeptanz gibt.
Namaste
Zusatz : Ich habe mehrfach darüber nachgedacht hier im Forum einen Thread zu öffnen, über die Unterschiede zwischen Toleranz und Akzeptanz. Ich hab es mich nicht getraut, weil ich glaube dieses Thema ist noch zu unbeleuchtet in unserer Gesellschaft und ein Hexenkessel.
Erwartungen, wie definiere ich Erwartungen? Was sind für mich Erwartungen?
Erwartungen sind für mich.. dass das getan wird, geschehen soll wohin unsere Sehnsucht uns treibt.
Toleranz!? Oh je, in meiner Wahrnehmung ein noch anspruchsvolleres Wort, welches in unserem Alltag Anwendung findet, ohne sich oftmals wahrhaftig in seiner Bedeutung klar darüber zu sein. Und hier möchte mal wieder der lieben lieben Menalee (
In diesem Zusammenhang möchte ich bitte noch ein anderes Wörtchen ins Spiel bringen dürfen.. Egoismus. Lange Zeit habe ich darüber nachgedacht wo hört die Selbstverantwortung auf, und wo beginnt der Egoismus? Irgendwann fand ich eine Antwort für mich auf diese Frage. Da wo mein bewusstes Tun andere verletzt, beginnt für mich der Egoismus.Menalee hat geschrieben: So 13. Dez 2020, 11:25 Toleranz, welch ein Wort. Duldsamkeit, was soll ich dulden?
Dazu kommt, dass es für mich persönlich einen Unterschied zwischen Toleranz und Akzeptanz gibt.
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Zusatz : Ich habe mehrfach darüber nachgedacht hier im Forum einen Thread zu öffnen, über die Unterschiede zwischen Toleranz und Akzeptanz. Ich hab es mich nicht getraut, weil ich glaube dieses Thema ist noch zu unbeleuchtet in unserer Gesellschaft und ein Hexenkessel.
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•Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst. Mahatma Gandhi
•Irgendwo ist Jemand glücklich mit weniger als du hast!
*Wer mag, ich bin gerne da mit 💖,👂und📝*
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VanessaB
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Re: Erwartungshaltung "Toleranz"
Vielleicht ist es gerade deswegen nötig, darüber zu diskutieren und sich auszutauschen?Frieda hat geschrieben: So 13. Dez 2020, 13:43 Zusatz : Ich habe mehrfach darüber nachgedacht hier im Forum einen Thread zu öffnen, über die Unterschiede zwischen Toleranz und Akzeptanz. Ich hab es mich nicht getraut, weil ich glaube dieses Thema ist noch zu unbeleuchtet in unserer Gesellschaft und ein Hexenkessel.![]()
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Re: Erwartungshaltung "Toleranz"
Ich glaube auch, dass eine Differenzierung zwischen Toleranz und Akzeptanz erfolgen muss.
TS zu akzeptieren, ist eine gewaltige Herausforderung, die die wenigsten Partner meistern. Da sehe ich nur Akzeptanz oder Ablehnung. Toleranz — vielleicht, wenn man sich aus irgendeinem Grund nicht trennen will und weiter nebenher, max. wie Geschwister, lebt.
Bei CD geht m.E. beides. Neben Ablehnung wie bei TS gibt es dort die Stufe der Toleranz: Frau will davon nichts wissen, keine Unterstützung, keine gemeinsamen Frauenunternehmungen. Duldet es aber, am besten, wenn sie selbst nicht da ist und es nicht sehen muß. Vielleicht mal zu Fasching als Frau "verkleiden" (ist meistens der Ausdruck).
Akzeptanz bedeutet für mich, das Alter ergo zu unterstützen, gemeinsame Unternehmungen, CD als Bereicherung ansehen.
Nora_7
TS zu akzeptieren, ist eine gewaltige Herausforderung, die die wenigsten Partner meistern. Da sehe ich nur Akzeptanz oder Ablehnung. Toleranz — vielleicht, wenn man sich aus irgendeinem Grund nicht trennen will und weiter nebenher, max. wie Geschwister, lebt.
Bei CD geht m.E. beides. Neben Ablehnung wie bei TS gibt es dort die Stufe der Toleranz: Frau will davon nichts wissen, keine Unterstützung, keine gemeinsamen Frauenunternehmungen. Duldet es aber, am besten, wenn sie selbst nicht da ist und es nicht sehen muß. Vielleicht mal zu Fasching als Frau "verkleiden" (ist meistens der Ausdruck).
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Michi
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Re: Erwartungshaltung "Toleranz"
Diese Variante ist quasi die Schokoladenseite der Akzeptanz.Akzeptanz bedeutet für mich, das Alter ergo zu unterstützen, gemeinsame Unternehmungen, CD als Bereicherung ansehen.
Akzeptanz kann aber ebenso bedeuten, dass man sich freundschaftlich und einvernehmlich trennt, wenn die Partnerin für sich herausgefunden hat, dass sie nicht mit einer Frau nicht als Paar zusammenleben will, aber ihren Partner nicht einschränken möchte.
Alle anderen Varianten, bei denen sich eine Seite auf Drängen der anderen einschränken oder gar verstecken muss, sind allenfalls Toleranz auf einen recht niedrigen Niveau.
Akzeptanz bedeutet Annahme, während Toleranz lediglich Duldung ist.
Toleranz ist eine absolute Notwendigkeit für das Zusammenleben in einer Gesellschaft. Sie bewirkt in ihrer grundlegendsten Bedeutung kaum mehr, als dass man einen anderen neben sich duldet und nicht gleich erschlägt, nur weil er nicht zur eigenen Sippe gehört.
Beste Grüße
Michi
PS: Und ich will hier nicht etwa einer Partnerin Vorschriften machen. Das Geschriebene gilt selbstverständlich für beide Seiten.
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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VanessaB
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Re: Erwartungshaltung "Toleranz"
Liebe Nora,Nora_7 hat geschrieben: So 13. Dez 2020, 17:02 Ich glaube auch, dass eine Differenzierung zwischen Toleranz und Akzeptanz erfolgen muss.
TS zu akzeptieren, ist eine gewaltige Herausforderung, die die wenigsten Partner meistern. Da sehe ich nur Akzeptanz oder Ablehnung. Toleranz — vielleicht, wenn man sich aus irgendeinem Grund nicht trennen will und weiter nebenher, max. wie Geschwister, lebt.
Bei CD geht m.E. beides. Neben Ablehnung wie bei TS gibt es dort die Stufe der Toleranz: Frau will davon nichts wissen, keine Unterstützung, keine gemeinsamen Frauenunternehmungen. Duldet es aber, am besten, wenn sie selbst nicht da ist und es nicht sehen muß. Vielleicht mal zu Fasching als Frau "verkleiden" (ist meistens der Ausdruck).
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Nora_7
ich persönlich glaube, dass Toleranz und Akzeptanz erst mal gar nichts mit Trans zu tun haben. Toleranz ist eine Grundhaltung (zu der man bereit sein muss) und Akzeptanz ist eine eher positive Reaktion auf etwas. Darüber steht dann die Annahme, das JA sagen indem Rationalität und Emotionalität in Verbindung gebracht werden. So mein Verständnis. Und deshalb bin ich auch der Meinung, dass die Verknüpfung von Toleranz und Dulden der falsche Ansatz ist. Dulden ist nämlich auch eine Reaktion auf etwas.
Toleranz beschreibt die Fähigkeit etwas, das Realität, ist wertfrei zu nehmen. Ich habe oben schon etwas dazu geschrieben.
Auch kann ich für eine Partnerin/einen Partner keinen großen Unterschied sehen, ob es sich um TS oder TV oder einem Fetisch handelt, mit dem diese plötzlich konfrontiert werden. Der Inhalt mag anders sein, das Problem aber ähnlich und der Prozess gleich. Das trifft übrigens auch auf alle anderen Probleme zu, die da so auftauchen können: er/sie outet sich als Bi-Sexuell, er/sie hat eine Geliebte, er/sie ist Alkohol-/Drogenabhängig, er/sie hat Aids, er/sie wird dement ... und und und. Die Frage ist, kann ich dem Problem/der Sache/dem Menschen offen gegenüber sein und das Thema erst mal grundsätzlich an mich heran lassen. Das ist sehr individuell und auch ein Lern- und Entwicklungsprozess, dem man mehr oder weniger, offen oder verschlossen gegenüber sein kann.
Wenn eine Frau Ihren Mann als Crossdresser duldet, ist das wohl eher ein Kompromiss auf Basis von Toleranz. Genauso gut kann sie sich aber trennen und nur noch befreundet sein auf dieser Basis. Oder aber die Wege trennen sich sogar ganz, weil man sich aus den Augen verliert - ohne jedoch dem anderen Böse zu sein / Vorwürfe zu machen. Ich kann die Sache lassen wie sie ist - dies ist unabhängig von meiner Position/Einstellung (die ich übrigens im Gegensatz zu der Sache ändern kann).
Wenn ich tolerant bin und etwas akzeptiere, heißt es noch lange nicht, dass ich es gut finde. Aber ich nehme es an und baue es in mein Leben ein. Allerdings heißt das für mich nicht automatisch, das gemeinsame Unternehmungen nötig sind oder das ich es als Bereicherung für mein Leben annehme. Ich akzeptiere zum Beispiel, dass mein Sohn sich ein Motorrad kauft, deswegen muss ich es noch lange nicht gut finden, mit ihm Ausflüge machen oder seine Begeisterung für Zweiräder sogar noch fördern.
Die genannten Begrifflichkeit sind erst einmal in sich zu klären, bevor ich aus dem Problem heraus versuche sie anzupassen ... glaube ich zumindest gerade.
Alles Liebe
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Re: Erwartungshaltung "Toleranz"
Also, ich sehe schon einen entscheidenden Unterschied zwischen CD und TS. CD sind Episoden, das bisherige Sexualleben kann (muß aber nicht) weiter funktionieren, denn das Geschlecht bleibt "funktionsfähig". Bei TS wird die bestehende Beziehung, sofern sie überhaupt überlebt, homosexuell. Oder Sexualität findet gar nicht mehr statt.VanessaB hat geschrieben: So 13. Dez 2020, 18:16
Liebe Nora,
Auch kann ich für eine Partnerin/einen Partner keinen großen Unterschied sehen, ob es sich um TS oder TV oder einem Fetisch handelt, mit dem diese plötzlich konfrontiert werden.
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Re: Erwartungshaltung "Toleranz"
Weil du mir vorhin auf meinen Zusatz reagiert hattest, möchte ich nun doch mutig sein und dir von meiner Bewusstseinsentwicklung erzählen, liebe Vanessa.VanessaB hat geschrieben: So 13. Dez 2020, 14:16Vielleicht ist es gerade deswegen nötig, darüber zu diskutieren und sich auszutauschen?Frieda hat geschrieben: So 13. Dez 2020, 13:43 Zusatz : Ich habe mehrfach darüber nachgedacht hier im Forum einen Thread zu öffnen, über die Unterschiede zwischen Toleranz und Akzeptanz. Ich hab es mich nicht getraut, weil ich glaube dieses Thema ist noch zu unbeleuchtet in unserer Gesellschaft und ein Hexenkessel.![]()
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Bei diesen Worten stimme ich dir zuVanessaB hat geschrieben: So 13. Dez 2020, 18:16 .. Wenn ich tolerant bin und etwas akzeptiere, heißt es noch lange nicht, dass ich es gut finde.
Jedoch sehe ich die Definitionen von Toleranz und Akzeptanz anders.
Bzgl der Toleranz bleibe ich bei Menalee, diese bedeutet für mich Duldung.
Und Akzeptanz ist für mich die nächst höhere Entwicklung von Toleranz, nämlich zu akzeptieren was ist, ohne dem dadurch zwangsläufig zuzustimmen.
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Re: Erwartungshaltung "Toleranz"
Hallo Nora,Nora_7 hat geschrieben: So 13. Dez 2020, 18:41 Also, ich sehe schon einen entscheidenden Unterschied zwischen CD und TS. CD sind Episoden, das bisherige Sexualleben kann (muß aber nicht) weiter funktionieren, denn das Geschlecht bleibt "funktionsfähig". Bei TS wird die bestehende Beziehung, sofern sie überhaupt überlebt, homosexuell. Oder Sexualität findet gar nicht mehr statt.
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ich bestreite den Unterschied zwischen den Varianten ja gar nicht, sondern meine nur, dass es eben keinen Unterschied macht, wenn es um Toleranz geht. Ich denke das konnte man auch gut herauslesen.
Darüber hinaus ist das Geschlecht selbst nicht Voraussetzung für gute und erfüllte Sexualität, sondern es ist die persönliche Einstellung dazu. Wenn ich mir selbst keine Sexualität mit einem bestimmten Geschlecht erlauben kann und es ausschließe, dann ist das in erster Linie nicht biologisch, sondern eigene Kopf- und Einstellungssache. Und damit das jetzt nicht in den falschen Hals kommt, mir ist es völlig egal, wer sich wie zu diesem Thema positioniert und wer welche sexuellen Neigungen hat. Es geht hier nur um die Toleranz und die Anerkennung, dass etwas, das ich nicht möchte eben auch etwas mit mir persönlich zu tun hat.
Immer wieder höre ich solche Sätze wie: Ich habe nichts gegen Schwule, aber ich bin heterosexuell. Das ist ja grundsätzlich auch völlig OK, aber es bedarf doch nicht der Abgrenzung, oder? Ich habe nichts gegen Schwule, reicht völlig aus. Mehr braucht es nicht an Information, oder? Die Abgrenzung beinhaltet nämlich die Botschaft einer Wertung. Und wie oft höre ich "Pssst ... hast Du gehört, der Herr X ist schwul" Wen geht denn die Sexualität des anderen was an, außer er will anbändeln? Nein, Sexualität wird völlig überbewertet und Trans* leider auch viel zu sehr sexualisiert betrachtet. Und dann ist es eben doch nicht der Mensch der zählt, sondern das Geschlecht. das muss dann aber auch ausgesprochen werden. Ich trenne mich nicht, weil mein Mann eine Frau ist, sondern ich trenne mich, weil ich nicht mit einer Frau eine Beziehung führen will/kann. Das wäre die ehrlich ICH-Botschaft, die dann aber auch klar macht, wer sich trennen sollte. Und dann ist es wieder Tolerant diese Einstellung der Partnerin zu tolerieren und nicht in den Rosenkrieg zu ziehen.
Namasté
Aber vielleicht bin ich hier auch die Einzige, die das so sieht ... keine Ahnung
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Vanessa
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