ich wende mich heute - im Namen einer guter Freundin - mit folgendem Anliegen an euch:
Besagte Freundin lebt seit ca. 5 Jahren mit einem sehr liebenswerten Menschen zusammen,
der ihr einige Monate nach dem Kennenlernen gestand, dass er/sie zunehmend weibliche
Gefühle in sich spüre, die zunehmend stärker würden, sprich wohl Transsexuell-MzF sei.
Ich will nun nicht die ganze Lebensgeschichte der Beiden hier aufrollen, nur einige Eckdaten
zum besseren Verständnis anführen:
Unsere Freundin ist eine sehr lebenserfahrene und lebensbejahende Frau, die vielfältige
Erfahrungen - auch sehr negativer Art - machen musste, eine schwierige langjährige Ehe hinter
sich gebracht hat, eine sehr fordernde Mutter-Kind-Beziehung (Tochter Ü20,div. psychische
Störungen, Bl, Szd) bewältigen muss und im Beruf voll und ganz ihre Frau steht.
Mit Eingehen ihrer neuen Partnerschaft mit einem deutlich jüngeren (vermeintlichen) Mann
wurde sie dann erstmalig mit dem Thema Transsexualität konfrontiert und hat sich u.a. auch
mal hier im Forum wie auch im www umgesehen und nach Informationen gesucht. So ergab
sich dann auch der Kontakt zu mir.
Sie ist eine sehr offene, auf die Menschen zugehende Persönlichkeit, ihr-e Partner-in eher das
krasse Gegenteil davon. Obwohl alles andere als begeistert ob der Veranlagung ihres neuen
Partners ließ sich unsere Freundin auf die Beziehung ein, machte Abstriche an ihren eigenen
Wünschen und Vorstellungen an eine Partnerschaft (hetero) und unterstützte in der Folge Ihre
Partnerin, ich nenn sie zum besseren Verständnis hier mal Lisa, auf deren nun eingeschlagenen
Weg hin zur Realisierung des gefühlt weiblichen Geschlechts.
Wir (Mel und hier besagte Freundin) haben uns im Laufe der Jahre vielfältig ausgetauscht und
zu viert auch 2 x gemeinsame Urlaubstage in Lübeck (ich berichtete hier, April 2016) als auch
hier oben bei uns in Flensburg (2019) verbracht.
Auch dabei musste ich feststellen, dass die "junge Dame" - Altersunterschied eben 15 bzw. 20
Jahre - sehr in sich gekehrt bzw. zurückhaltend war und auch wenig bis kein Interesse
an einem Austausch rund um das Thema Transsexualität/Transidentität mit mir/uns zeigte.
Mag zum Teil eben auch dem Altersunterschied geschuldet sein, gleichwohl ist sie sehr
zuvorkommend und ich kann nichts negatives über sie berichten.
So wurden von Lisa (tw. in Begleitung ihrer Partnerin) im Laufe der Jahre auch nur einige wenige
Male SHG oder Stammtische besucht, die dortige Klientel entsprach aber wohl nicht den
Vorstellungen von Lisa bzw. sie sah darin keinen Nutzen/Nährwert für sich.
Lisa befindet sich seit ca. 2 Jahren in therap. Begleitung, hat die HET nebst Epilation aufgenommen
und strebt nun die GAOP an. Ihre Bezugspersonen sind nur die Partnerin (unsere Freundin) und die
Psychotherapeutin.
Jegliche Argumente, die ggfs. gegen den eingeschlagenen Weg oder eine OP (große Lösung!)
sprechen könnten, oder sei auch nur, mal kritische Gedanken zu äußern, werden von Lisa nicht
akzeptiert oder als Nonsens abgetan.
Lisa ist als Einzelkind groß geworden und wurde von den Eltern wohl in jeder Hinsicht gehegt und
gepflegt, hat bis fast Mitte 30 noch bei diesen gewohnt, gleichwohl war das outing vor ihnen vor ca.
1,5 Jahren dann wohl doch erst mal ein Schock!
Soweit die Info.
So, und nun bat mich unsere Freundin, ob ich denn über Informationen hinsichtlich postoperativer
Erfahrungen von Transpersonen nach GAOP verfüge, sei es nun aufgrund des medizin. Ergebnisses,
gesundheitlicher Einschränkungen, Unzufriedenheit mit Optik oder eben grundsätzlich negativer
Erfahrungen (beruflicher, sozialer, gesellschaftlicher Natur) im Nachgang aller Eingriffe.
Das Vorgespräch zur GAOP (in München ?!) hat übrigens schon vor Monaten stattgefunden.
Ich habe da schon auf den entsprechenden Themenkomplex hier im Forum verwiesen und im Netz
auch nur eine Studie von Prof. Dr. Hess (UK Essen) aus dem Jahr 2014 gefunden, die auch im
Deutschen Ärzteblatt veröffentlicht wurde.
Wohl gemerkt, es geht unserer Freundin ausdrücklich nicht darum, ihrer Partnerin die OP auszureden,
ganz bestimmt nicht, aber sie möchte halt (halbwegs) belastbare Informationen an der Hand haben,
um mit Lisa darüber sprechen zu können und diese sich vor ihrer OP nochmals damit konkret auseinander
setzt!
Ich selbst bin als crossdresser und nichtbinäre Person (TZF) da auch nicht die ideale Infoquelle,
kann lediglich auf die von mir gesammelten Erfahrungen der letzten 20 Jahre (im Netz, persönlicher
Begegnungen, Freundeskreis, SHG, Stammtische, etc) zurückgreifen.
Also positive Rückmeldungen und Beispiele findet man im Rahmen der Recherche relativ schnell,
Berichte mit negativen Erfahrungen hingegen selten.
Vielleicht könnt ihr da auf Quellen verweisen, aus eigenen gemachten Erfahrungen etwas beisteuern
oder sonstige Hinweise geben, gerne auch via persönlicher Nachricht.
Im Voraus schon mal besten Dank, schönen Abend
liebe Grüße
Mel