Abgrund
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Annette
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Abgrund

Post 1 im Thema

Beitrag von Annette »

Guten Tag,

Heute Morgen ging es mir nicht so gut. Es passiert eher selten, aber ganz manchmal dann doch. In solchen Momenten kann ich sie förmlich spüren, diese erdrückende, mentale Niedergeschlagenheit. Woran dies heute gelegen hat, vermag ich selbst nicht zu sagen. Vielleicht mach ich mir einfach zu viele trübe Gedanken. In solchen Fällen greift meine Hand zum Stift und los geht"™s"¦


Abgrund

Dunkelheit und Seelenfinsternis
strecken
tentakelbewehrte Fangarme
aus nach mir,
reißen mich hinab,
zurück in den Abgrund.

Der Höhenflug
meines Glücks von
allzu kurzer Dauer,
ein unsichtbares Aufblinzeln,
mehr ward mir
nicht vergönnt.




Mit besten Grüssen,
Annett
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Re: Abgrund

Post 2 im Thema

Beitrag von Céline »

Und doch wird die Dunkelheit irgendwann weichen und du die Höhenflüge und Glücksmomente genießen können:)
"Sprache und Worte können mich nicht verletzten...nur der Mensch und seine Absicht dahinter"
C.B.
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Re: Abgrund

Post 3 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Guten Tag Annett,
Annett hat geschrieben: Fr 31. Jul 2020, 20:53 In solchen Momenten kann ich sie förmlich spüren, diese erdrückende, mentale Niedergeschlagenheit.
wenn Du Hilfestellung benötigst, die über "aumunternde Worte" hinausgeht, dann gib bitte ein eindeutiges Signal. Es gibt sicherlich Möglichkeiten der Hilfe, vielleicht durch weitere Beiträge oder ein "Gespräch" im Chat.
Ich hoffe, Du kommst gut am Abgrund vorbei - oder gehst ein paar Schritte zurück und findest einen besseren Weg.
Aber gut, dass Du den Abgrund erkannt hast!

Herzliche Grüße
Anne-Mette
lexes
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Re: Abgrund

Post 4 im Thema

Beitrag von lexes »

Annett hat geschrieben: Fr 31. Jul 2020, 20:53 Guten Tag,

Heute Morgen ging es mir nicht so gut. Es passiert eher selten, aber ganz manchmal dann doch. In solchen Momenten kann ich sie förmlich spüren, diese erdrückende, mentale Niedergeschlagenheit. Woran dies heute gelegen hat, vermag ich selbst nicht zu sagen. Vielleicht mach ich mir einfach zu viele trübe Gedanken. In solchen Fällen greift meine Hand zum Stift und los geht"™s"¦


Abgrund

Dunkelheit und Seelenfinsternis
strecken
tentakelbewehrte Fangarme
aus nach mir,
reißen mich hinab,
zurück in den Abgrund.

Der Höhenflug
meines Glücks von
allzu kurzer Dauer,
ein unsichtbares Aufblinzeln,
mehr ward mir
nicht vergönnt.




Mit besten Grüssen,
Annett
also ein Bisschen reimen kann ich ja ... und Zeit hab"˜ ich auch ( bin gerade im Urlaub ) also dann :

Für Anett und ALLE , die einen schwarzen Tag haben ( oder auch mehrere davon )




Es ist die inn"˜re Dunkelheit
die den Mensch zu aller Zeit
aus der Höhle in die Stadt
stets nach vorn getrieben hat.

Denn wäre er sich je genug
und bräuchte nicht den Höhenflug
strebte nicht nach Ruhm und Schein
dann würde wohl kein Mensch er sein.

Eine Unzufriedenheit
die jeden Tag laut in ihm schreit :
Ich WILL höher , schneller weiter
die Ist des Menschen Tag-Begleiter

Und auch des Nachts , da ist sie da
und fragt den Menschen : Alles klar ?
Wenn man sich mit der Welt vergleicht
Hat man da schon genug erreicht ?

Wie könnte es je auch nicht so sein:
Des Menschen Antwort lautet : "Nein,
was könnt ich alles besser machen?"
und so vergeht ihm dann sein Lachen..

Stets möcht ICH nach dem Motto streben
: Lexi, bleib"˜ beim "Plus" im Leben
am besten lebst Du positiv
Oh doch ich weiss : Auch ich denk"˜ schief

Ich sitz mit Sonnenbrille cool
die Beine lässig hier im Pool
nen kalten Drink in meiner Hand
und plötzlich fragt mich mein Verstand:

"Könnt"˜st Du jetzt in der FIrma sein,
hieltst nicht die Bein"˜ ins Wasser rein
sondern stehst im Job auf ihnen,
wieviel könnt"™st Du grad verdienen?

Denk an die Zukunft und Dein Kind
wenn das nicht prima Gründe sind
die Beine aus dem Pool zu heben
und dem Beruf mehr Zeit zu geben?"

Doch dann ist"˜s Zeit mal nicht zu wanken
und diesen fiesen Sch""ss-Gedanken
genau in ihr Gesicht zu schauen
und mit Wucht voll darauf zu hauen.

Denn sie sind falsch , das wissen wir
der Mensch ist ein besond"˜res Tier
der laut für "mehr und besser" wirbt
und arbeitet , bis das er stirbt.

Solch Themen gehören jetzt gebannt
mein Sohn kommt grad"˜ zu mir gerannt
bleibt nass und lachend vor mir stehen:
"Papa, können wir schwimmen gehen"






So ... und jetzt muss ich gaaaaanz viel dazu erklären.

1. Ich möchte mir nicht im geringsten anmaßen über Deine Gedanken und Probleme zu urteilen , oder sie zu bewerten.
2. Auch möchte ich sie nicht mit meinen Allerwelts-Selbstständiger-Dauer-Arbeiter-Vater-Problemen vergleichen, ich bin nichts besonderes
3. Ich möchte mit dem Inhalt des Gedichtes KEINE Tipps geben, nur eine Perspektive eröffnen.
4. in meinem Leben gibt es eine wichtige Person, die mit schweren Depressionen zu tun hat. Ich WEISS das Aussagen a"˜la: "aber Dein Leben ist doch gut" nichts wert sind. Und "Konzentrier Dich auf was Schönes" spielt in der gleichen Liga.
5. Wenn ich oben in meinem Gedicht "er" schreibe , dann meine ich DEN Menschen, das soll keine geschlechtliche Wertung sein.
6. dieses Gedicht ist MEIN Gedicht.( gerne per Google prüfen) Trotzdem darf es gerne variiert und kopiert werden, mir ist Copyright völlig egal ... wenn es jemandem hilft , so wie @Anne-Mette und allen hier hilft , => dann erfüllt es seinen Zweck.

Jetzt zum Kernpunkt der ganzen Geschichte.

Liebe Anett, bitte vergiss nie :

Dunkle Gedanken sind menschlich
Und zwar so menschlich wie Atmen ( hier beziehe Ich mich auf wissenschaftliche Abhandlungen )

Es ist die innere Dauer-Unzufriedenheit, die den Menschen aus der Steinzeit auf den Mond gebracht hat.

Mehr , ich , mich , meins , meine Familie , größeres Auto.... usw usw

Deine und meine Vorfahren, liebe Anett , das waren nicht die höflichen und sozialen (zumindest nicht lange)

Wir stammen von denen ab, die gekratzt , gebissen und den anderen das Essen weggenommen haben.

Ein Freund von mir ist Biologe mit Schwerpunkt "Entwicklung" und er sagte mal bei einem Bier

"Wunder Dich nicht, das Deine Gedanken Dich auffressen, wenn der Mensch ein grundzufriedenes Lebewesen wäre, dann würde er sich noch heute in einer Höhle Steine auf die Füße hauen und danach zufrieden einschlafen"

Das war ziemlich Wort-wörtlich .. werde ich nie vergessen.

Also denk bitte daran wenn Du in einem tiefen Loch sitzt :

Das Loch wirkt immer noch etwas tiefer als es tatsächlich ist , weil wir uns über unser Unheil und weniger über unsere Erfolge definieren ( wann warst Du das letzte mal stolz auf Deinen Schulabschluss ?? O.Ä. )

Und auch dauer-positive-Weltverbesserer ( so nennt meine Frau mich gerne und ich bin stolz drauf ) wie ich haben Gedanken wie Du. Sicher andere .. dennoch sind sie da.

Ich denke heute an Dich und schicke Dir Sonne und Kraft um das Tal zu durchwandern.

Bleib stark , gib nie auf

Lexi ( inzwischen auf der Liege )
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ExuserIn-2020-11-14
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Re: Abgrund

Post 5 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-11-14 »

lexes hat geschrieben: Sa 1. Aug 2020, 12:53 also ein Bisschen reimen kann ich ja ...
Ich auch. - Also dann ein Gedicht von mir:

Ich musste lange in den Abgründen der alten Beiträge dieses Forums suchen, aber hier ist es.

Und liebe Annet, vielleicht reißen Dich ja meine schrägen Gedanken ein wenig aus Deinen dunklen heraus.

Der Bär.

Allein im Wald, da lebt ein Bär,
der gerne mehr als Bär gern wär.
Ein Erdbär oder Stachelbär,
ein Himbär, Brombär, Heidelbär?
Zu fliegen wär ein toller Zaubär,
so wie ein großer Kampfhubschraubär.
Es gibt vielleicht nicht viele Bären,
die gerne ganz was and'res wären.
Ein Tanzbär oder gar ein Transbär,
der nicht mehr Bärin, sondern Bär wär.
So würde er dann ganz laut brummen,
und alles sonst im Wald verstummen.
Doch ist er, ohne wenn und abär,
und ohne hin und her Gelabär,
ein Bär wie alle and'ren Bären,
die sich aber nicht beschwären.

Liebe Grüße
Erika
lexes
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Re: Abgrund

Post 6 im Thema

Beitrag von lexes »

Erich_Erika hat geschrieben: Sa 1. Aug 2020, 13:28
lexes hat geschrieben: Sa 1. Aug 2020, 12:53 also ein Bisschen reimen kann ich ja ...
Ich auch. - Also dann ein Gedicht von mir:

Ich musste lange in den Abgründen der alten Beiträge dieses Forums suchen, aber hier ist es.

Und liebe Annet, vielleicht reißen Dich ja meine schrägen Gedanken ein wenig aus Deinen dunklen heraus.

Der Bär.

Allein im Wald, da lebt ein Bär,
der gerne mehr als Bär gern wär.
Ein Erdbär oder Stachelbär,
ein Himbär, Brombär, Heidelbär?
Zu fliegen wär ein toller Zaubär,
so wie ein großer Kampfhubschraubär.
Es gibt vielleicht nicht viele Bären,
die gerne ganz was and'res wären.
Ein Tanzbär oder gar ein Transbär,
der nicht mehr Bärin, sondern Bär wär.
So würde er dann ganz laut brummen,
und alles sonst im Wald verstummen.
Doch ist er, ohne wenn und abär,
und ohne hin und her Gelabär,
ein Bär wie alle and'ren Bären,
die sich aber nicht beschwären.

Liebe Grüße
Erika
Saugut.... ich meinte Saubär ... 👍👍
Marlene K.
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Re: Abgrund

Post 7 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Ich wünschte, ich könnte Dir wie Lexes und Erich-Erika etwas Sonnenschein schicken, aber mit Worten bin ich eher analytisch-trocken und schaffe es selten meine Gefühle zu zeigen. ...und trotzdem wünsche ich Dir viel Kraft und das Du Deinen Weg zu Dir findest.
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
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Re: Abgrund

Post 8 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-11-14 »

Ralf-Marlene hat geschrieben: Sa 1. Aug 2020, 21:21 ...und trotzdem wünsche ich Dir viel Kraft und das Du Deinen Weg zu Dir findest.
Hallo Ralf-Marlene,

mehr oder etwas besseres kannst Du in dieser Situation nicht sagen.
lexes hat geschrieben: Sa 1. Aug 2020, 12:53 Ich WEISS das Aussagen a"˜la: "aber Dein Leben ist doch gut" nichts wert sind. Und "Konzentrier Dich auf was Schönes" spielt in der gleichen Liga.
Das weiß ich von mir selbst. Ich empfinde solche Aussagen als extrem zynisch. Und dann bin ich wieder schrecklich undankbar, wenn es von mir genauso zynisch zurück kommt.

Gruß Erika
Annette
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Re: Abgrund

Post 9 im Thema

Beitrag von Annette »

Guten Abend an euch,

Tja, da hatte ich wohl den Durchhänger und war den ganzen Tag ziemlich traurig gestimmt. Das kommt von Zeit zu Zeit vor und vergeht dann wieder. Überhaupt befinde ich mich seit meines Comingout auf emotionaler Achterbahnfahrt, aber ich denke mal, dass dies normal ist. Da passieren einfach zuviele Dinge und allzu leicht scheint man in dieser Situation etwas überfordert. Obschon ich es bereits seit Jahrzehnten ahnte, und auch wusste, hatte ich, aus Schamgefühl oder auch aus Angst vor den sozialen Folgen, meine TS immer nur verdrängt und mir selbst verboten überhaupt darüber nachzudenken, geschweige denn, mich jemandem anzuvertrauen. Bis mir das alles über den Kopf hinausgewachsen ist und ich mich schließlich outen musste. So habe ich manchmal das Gefühl, mich die ganze Zeit selbst belogen und betrogen zu haben und nun vermag ich mir gar nicht vorzustellen was ich Zeit meines Lebens alles verpasst haben könnte. Aus diesem Grund überkommt mich dann ab und an eine gewisse Traurigkeit. Doch keine Angst, ich bin noch meilenweit weg vom Verlust meines Selbstwertgefühls. Auf jeden Fall habe ich in meiner Frau eine echte Unterstützung, egal wohin meine Reise führen wird (aber das ahnt sie bereits...) Seit jeher schreibe ich ziemlich oft und viel (Poesie, Prosa), wenn auch nicht besonders gut, und sehr oft schon habe ich während einer emotionaler Talfahrt meine Eindrücke auf Papier gebannt.

So erlebte ich am vergangenen Wochenende in Sachen Comingout bei meinem engsten Familienkreis einen unvorhergesehenen Erfolg (nie zuvor hatte ich meine überaus konservativen Eltern so tolerant und verständnisvoll erlebt), und allein das hatte mich wieder auf eine wahre Welle der Euphorie hinaufkatapultiert.

So, und jetzt genug geredet, was ich eigentlich sagen möchte:
Danke für all eure Anteilnahme, eure Unterstützung und eure netten Worte. Danke für die Gedichte. Einmal mehr zeigt ihr mir: hier bin ich nicht allein.

mit besten Grüssen,
Annett
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Re: Abgrund

Post 10 im Thema

Beitrag von Mirjam »

Hallo Annett,

mir sind beim Lesen mal wieder die Tränen gekommen. Ja ich habe mich in so einigem wiedererkannt, vor allem darin:
Annett hat geschrieben: Di 4. Aug 2020, 22:03 Obschon ich es bereits seit Jahrzehnten ahnte, und auch wusste, hatte ich, aus Schamgefühl oder auch aus Angst vor den sozialen Folgen, meine TS immer nur verdrängt und mir selbst verboten überhaupt darüber nachzudenken, geschweige denn, mich jemandem anzuvertrauen. Bis mir das alles über den Kopf hinausgewachsen ist und ich mich schließlich outen musste. So habe ich manchmal das Gefühl, mich die ganze Zeit selbst belogen und betrogen zu haben und nun vermag ich mir gar nicht vorzustellen was ich Zeit meines Lebens alles verpasst haben könnte. Aus diesem Grund überkommt mich dann ab und an eine gewisse Traurigkeit.
Das könnte ich von mir fast genauso schreiben, nur brauchte ich noch das "Anschubsen" von einer guten Freundin, damit ich es mir endlich selber eingestehen konnte.

Ich freue mich, dass es dir wieder besser geht. Und: Ich mag dein Gedicht (smili)

LG, Mirjam :()b
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Re: Abgrund

Post 11 im Thema

Beitrag von heike65 »

Ich gehöre ja auch zu denen die sehr verunsichert waren.
Du hast das ja umgehend im Chat klargestellt, was mich sehr beruhigt hat.
Aber ein Hinweis sei gestattet : Was deine Eltern im Moment des Outing äussern und denken ist kein Garant das es so bleibt, viele sind stolz das ihr Kind sich ihnen anvertraut hat, aber ein paar Tage später kommen die Gedanken, geht das im Beruf, wird unser Kind Hartz-IV, was sagt der Bekanntenkreis, verabschieden sich ihre Freunde, was sagen unserè Nachbarn ?

Wenn's alles gut gelaufen ist, Top, aber erwarte Rückschläge in der Familie, sie müssen nicht kommen, aber rechne mit diesèn
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