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So stark erhöhen Hormontherapien das Brustkrebsrisiko

Verfasst: Di 3. Sep 2019, 14:16
von Anja
Moinsen (moin)
Wie stark sich Hormontherapien auf das Brustkrebsrisiko auswirken, hängt neben den verabreichten Hormonen auch von der Dauer der Behandlung ab
Zum Weiterlesen hier entlang.

Grüße
die Anja

Re: So stark erhöhen Hormontherapien das Brustkrebsrisiko

Verfasst: Di 3. Sep 2019, 14:37
von Victoria
Moin Anja,

danke für den Link, interessant zu lesen.
Da wir ja die Hormone ein Lebenlang nehmen müssen, ist die ärztliche Kontrolle umso wichtiger!
Also immer schön zum Doc gehen und sich untersuchen lassen! Auch die vom Gesundheitsamt angebotene kostenlose Mammographie sollten wir ruhig in Anspruch nehmen!

LG aus dem Norden
die Vicci

Re: So stark erhöhen Hormontherapien das Brustkrebsrisiko

Verfasst: Di 3. Sep 2019, 14:38
von Tatjana_59
Bei übergewichtigen Frauen, die ohnehin ein höheres Brustkrebsrisiko haben, stieg das Risiko durch die Hormontherapie weniger. Auch ein sehr später Beginn der Hormontherapie, ab dem Alter von 60 Jahren, schwächte das Erkrankungsrisiko ab.
Ich begann zwar schon vor ein paar Jahren mit HRT.
Aber ich denke ich bin dann halbwegs draußen aus der Risikogruppe. :roll:

LG Tatjana

Re: So stark erhöhen Hormontherapien das Brustkrebsrisiko

Verfasst: Di 3. Sep 2019, 15:59
von Jaddy
Spiegel reproduziert da die Agenturmeldung fast wörtlich, zu sehen bei focus (oben: Inhalt durch dpa, von focus nicht geprüft). Wenn die Zahlen nicht als Textaufgabe dargestellt werden, lesen sich die Risiken so:
  • Keine HET: 6,3%
  • Nur Östrogen (Estradiol): 6,8%
  • Östrogen + phasenweise Gestagene (Progesteron): 7,7%
  • Östrogen + Gestagene täglich: 8,3%
Das lässt sich jetzt auch wieder auf verschiedene Arten darstellen. Entweder als "fast ein Drittel (31%) höhere Brustkrebsrate durch Hormone" (8,3 vs 6,3) oder aber "Wenn du Östrogene und Gestagene nimmst, ist dein absolutes Risiko 1,5% höher als ohne". Bzw. "Wenn du nur Estradiol nimmst (und zwar als naturidentisches, nicht als Etinylestradiol), ist dein Risiko ein halbes Prozent höher".

Auch bei 100000 Testfällen würde ich 0,5% höheres Risiko fast unter statistische Streubreite rechnen. Aber immerhin gut für einen Artikel mit Bild.

Offenbar sind die Zahlen auch stark gefiltert. Vielleicht steht das im Originalartikel oder im Paper selbst, denn "Das Team hatte Daten von knapp 500.000 Frauen ausgewertet [...] Mehr als 100.000 dieser Frauen erkrankten an Brustkrebs". Das sind >20%, also sehr viel mehr als sogar die 8,3%.

In den Agentur- und Zeitungsmeldungen steht auch nicht, _was_ genau gefunden wurde. Es gibt sehr verschiedene Arten von Karzinomen im Brustbereich.

Für "uns" sind meiner Ansicht nach "keine Hormone" auch keine Alternative. Die Folgen davon - Osteoporose, Probleme mit Blutgefässen, Gehirn, etc. - will vermutlich niemand dafür eintauschen.

Re: So stark erhöhen Hormontherapien das Brustkrebsrisiko

Verfasst: Di 3. Sep 2019, 16:16
von Phi
Im genannten Paper geht es um (geborene oder bio) Frauen und den Zusammenhang von HRT und Brustkrebsentstehung. Beim Überfliegen des Lancet-Papers war nirgens die Rede von Transfrauen bzw. Frauen mit Transvergangenheit.

Der Artikel ist übrigens frei verfügbar - wenn also Fragen zur Methodik und Statistik bestehen, kann jede Person rein schauen.

In diesem Thread hingegen wurde ein Paper besprochen, in dem es um (Brust-)Krebsrisiko bei Transpersonen mit gegengeschlechtlicher Hormontherapie geht.

Liebe Grüße
Phi

Edit: Link zum Lancet-Artikel.

Re: So stark erhöhen Hormontherapien das Brustkrebsrisiko

Verfasst: Di 3. Sep 2019, 18:10
von Jasmin_35
Hab mich auch schon gewundert, weil in den ersten Sätzen im Artikel ja bereits von Frauen die Rede ist, die nach der Menopause Hormontherapie beginnen, um die Auswirkungen abzumildern.

Das hat mich auch eher an die Studie erinnert, die auch ein Brustkrebsrisiko untersucht hat, allerdings bei Transfrauen: Dabei ist dann rausgekommen, das Transfrauen ein erhöhtes Brustrisiko haben, die Kontrollgruppe waren Männer (niht Transmänner), also haben Transfrauen aufgrund der Hormonersatztherapie ein erhöhtes Brustrisiko gegen über Männer, die keine Hormonersatztherapie durchleben.

Ich weiß immer nicht, was ich davon halten soll oder ob die mich mit so einer Studie einfach für blöd verkaufen wollen, um unentschlossene Transidente mit derartigen Endzeitstimmungen einfach abschrecken oder von ihrem weg abbringen wollen.

Ich rechne auch damit, ganz logisch gesehen, das Frauen mit Mastektomie ein geringer Brustkrebsrisiko haben, als Frauen ohne Mastektomie, aber was soll mir diese allgemein logische Erkenntnis jetzt sagen oder bringen? (gegdemo3)

Re: So stark erhöhen Hormontherapien das Brustkrebsrisiko

Verfasst: Di 3. Sep 2019, 18:53
von Lavendellöwin
Mina_35 hat geschrieben: Di 3. Sep 2019, 18:10 Ich rechne auch damit, ganz logisch gesehen, das Frauen mit Mastektomie ein geringer Brustkrebsrisiko haben, als Frauen ohne Mastektomie, aber was soll mir diese allgemein logische Erkenntnis jetzt sagen oder bringen?
Ja,

das frage ich mich auch grade!
Laut meinem Urologen habe ich dafür ein geringeres Risiko auf Prostatakrebs..hab ich jetzt dann nur getauscht?

Naja, Brustkrebs ist eine ganz und gar unschöne Sache, die niemand haben möchte-sicher besteht ein Risiko.
Wenn ich ein Buch lese kann ich mich an den Seiten schneiden, das sind 100% Risiko gegenüber kein Buch lesen, ausser
es wäre digital und so weiter..

Ich möchte es nicht verharmlosen, sehe es aber genau wie Mina..

Alles Liebe Marie (flo)

Re: So stark erhöhen Hormontherapien das Brustkrebsrisiko

Verfasst: Di 3. Sep 2019, 19:11
von Phi
Mina_35 hat geschrieben: Di 3. Sep 2019, 18:10 Hab mich auch schon gewundert, weil in den ersten Sätzen im Artikel ja bereits von Frauen die Rede ist, die nach der Menopause Hormontherapie beginnen, um die Auswirkungen abzumildern.

Das hat mich auch eher an die Studie erinnert, die auch ein Brustkrebsrisiko untersucht hat, allerdings bei Transfrauen: Dabei ist dann rausgekommen, das Transfrauen ein erhöhtes Brustrisiko haben, die Kontrollgruppe waren Männer (niht Transmänner), also haben Transfrauen aufgrund der Hormonersatztherapie ein erhöhtes Brustrisiko gegen über Männer, die keine Hormonersatztherapie durchleben.

Ich weiß immer nicht, was ich davon halten soll oder ob die mich mit so einer Studie einfach für blöd verkaufen wollen, um unentschlossene Transidente mit derartigen Endzeitstimmungen einfach abschrecken oder von ihrem weg abbringen wollen.

Ich rechne auch damit, ganz logisch gesehen, das Frauen mit Mastektomie ein geringer Brustkrebsrisiko haben, als Frauen ohne Mastektomie, aber was soll mir diese allgemein logische Erkenntnis jetzt sagen oder bringen? (gegdemo3)
Hallo Mina,

die Frage, die in der von Dir (und mir im Vorgänger-Post) angesprochenen Studie war durchaus wichtig.
Vorweg: häufig haben wir das Gefühl, dass sich etwas so oder so verhält (z.B., dass Transfrauen mit gegengeschlechtlicher Hormontherapie ein höheres Brustkrebsrisiko haben, als Cismänner). Ob das wirklich so ist, muss jedoch demonstriert oder gezeigt werden - mit entsprechenden Untersuchungen/Studien. Denn wenn das stimmt, dann könnte es Konsequenzen haben.

Die Frage der o.g. Transgender-Studie war, wie hoch das Brustkrebsrisiko bei Transfrauen unter Einnahme gegengeschlechtlicher Hormone im Vergleich zu Cismännern und Cisfrauen ist. Die nächste Frage war, ob die nationalen Leitlinien zur Brustkrebsfrüherkennung für Transfrauen ausreichend sind.

Die Ergebnisse will ich nicht noch mal erläutern. Aber es hätte ja auch ein unerwartetes Ergebnis herauskommen können, z.B. dass das Brustkrebsrisiko gegenüber Cisfrauen sogar erhöht ist - dann würden möglicherweise die normalen Leitlinien nicht ausreichend sein und es müssten ggf. weitere Studien zur Bestätigung/Widerlegung dieses Ergebnisses durchgeführt werden und soweiterundsofort.....

In der allgemeinen Presse kommt das dann manchmal verzerrt oder lapidar rüber. Aber solche Ergebnisse sind wichtig um Therapien und ihre Folgen zu evaluieren und zu optimieren - oder um bei Risiken entsprechend reagieren zu können.

Liebe Grüße
Phi

Re: So stark erhöhen Hormontherapien das Brustkrebsrisiko

Verfasst: Mi 4. Sep 2019, 00:58
von Karla
bei cis-Frauen zwischen 50 und 69Jahren:
6,3% Risiko ohne Hormontherapie
+2% Risiko mit 5 Jahren HT (1 von 50)
Fazit: Krebsvorsorge ernst nehmen, auch als Trans-Frau, aber auch kein Grund zu Panik!
Die Folgen einer unbehandelten Geschlechtsdisphorie, wie Depression,... sind auch nicht zu unterschätzen!
LG Elly

Re: So stark erhöhen Hormontherapien das Brustkrebsrisiko

Verfasst: Mi 4. Sep 2019, 07:15
von Jasmine
Elizabeth hat geschrieben: Mi 4. Sep 2019, 00:58 ..........
Fazit: Krebsvorsorge ernst nehmen, auch als Trans-Frau, aber auch kein Grund zu Panik!
Die Folgen einer unbehandelten Geschlechtsdisphorie, wie Depression,... sind auch nicht zu unterschätzen!
LG Elly
Ich wurde von meiner Ärztin gut aufgeklärt, sie legte bei mir Wert darauf, das ich über alle Möglichkeiten und Risiken gut aufgeklärt bin.
Damit überließ sie mir die weitere Entscheidung, die ich dann auch guten Gewissens treffen konnte.
Liebe Grüße Jasmine

Re: So stark erhöhen Hormontherapien das Brustkrebsrisiko

Verfasst: Mi 4. Sep 2019, 07:44
von Tatjana_59
!EmmiMarie! hat geschrieben: Di 3. Sep 2019, 18:53
Mina_35 hat geschrieben: Di 3. Sep 2019, 18:10 Ich rechne auch damit, ganz logisch gesehen, das Frauen mit Mastektomie ein geringer Brustkrebsrisiko haben, als Frauen ohne Mastektomie, aber was soll mir diese allgemein logische Erkenntnis jetzt sagen oder bringen?
Ja,

das frage ich mich auch grade!
Laut meinem Urologen habe ich dafür ein geringeres Risiko auf Prostatakrebs..hab ich jetzt dann nur getauscht?

Naja, Brustkrebs ist eine ganz und gar unschöne Sache, die niemand haben möchte-sicher besteht ein Risiko.
Wenn ich ein Buch lese kann ich mich an den Seiten schneiden, das sind 100% Risiko gegenüber kein Buch lesen, ausser
es wäre digital und so weiter..

Ich möchte es nicht verharmlosen, sehe es aber genau wie Mina..

Alles Liebe Marie (flo)
In etwa so sagte meine Ärztin der Endokrinologie in etwa dasselbe.
Mein Krebsrisiko ist um etwa 1% erhöht, dafür ist Prostatakrebs so gut wie ausgeschlossen.
Trotz schon durchstandener Krebserkrankung entschied ich mich für Hormone.
Nach meiner Gaop im vorigen Jahr gibt es sowieso keine Alternative zu ein Leben lang Hormone.

LG Tatjana

Re: So stark erhöhen Hormontherapien das Brustkrebsrisiko

Verfasst: Mi 4. Sep 2019, 08:17
von ExUserIn-2026-04-08
Moin,

wenn ich die Zahlen des Artikels in absolute Zahlen übersetze, bedeutet das auf 500.000 Frauen bezogen:

ohne Therapie: 31.500 Frauen

Erhöhung des Risikos
bei Östrogen und täglicher Gestagengabe um ca. 10000 Frauen (1 pro 50 Frauen)
bei Einnahme von Gestagen nicht täglich um ca. 7000 Frauen (1 pro 70 Frauen)
bei ausschließlicher Einnahme von Östrogen um ca. 2500 Frauen (1 pro 200 Frauen)

Wenn die Zahlen so stimmen, finde ich das nicht vernachlässigbar.

Völlig irritiert hat mich die Zahl von 100.000 Frauen pro 500.000, die an Brustkrebs erkranken. Das würde bedeuten, dass fast 70.000 Frauen (100.000 minus 31.500) an Brustkrebs erkranken, die Hormone zu Minderung von beschwerden einnehmen. Irgend etwas kann da nicht stimmen oder etwa doch ?

Re: So stark erhöhen Hormontherapien das Brustkrebsrisiko

Verfasst: Mi 4. Sep 2019, 08:51
von Jasmin_35
Naja, das bedeutet das sich das Brustkrebsrisiko etwas mehr als verdoppelt (6,3% ohne Hormontherapie (31.500 von 500.000), auf etwa 14% bei Hormontherapie (70.000 von 500.000)).

Aber wie auch immer, es sollte jeder/jedem klar sein, das man ab einem gewissen Alter (bei meiner Krankenkasse wird es ab 35 zweijährlich und ab ich glaub 50 jährlich) regelmäßig die Vorsorgeuntersuchungen, die einem angeboten werden und auch die die man für wichtig hält, durchführen sollte. Dazu sollte man natürlich auch sparsam generell mit Medikamenten sein und nicht bei jedem Schnupfen (übertrieben) Antibiotika nehmen sollte ;)

Re: So stark erhöhen Hormontherapien das Brustkrebsrisiko

Verfasst: Mi 4. Sep 2019, 09:44
von ExUserIn-2026-04-08
Mina_35 hat geschrieben: Mi 4. Sep 2019, 08:51 Naja, das bedeutet das sich das Brustkrebsrisiko etwas mehr als verdoppelt (6,3% ohne Hormontherapie (31.500 von 500.000), auf etwa 14% bei Hormontherapie (70.000 von 500.000)).
Ist das nicht beunruhigend ?

Was bedeutet 6,3% ? 6,3% von was ? Wie setzt sich das erhöhte Risiko zusammen ? Wenn die zitierte Aussage stimmt, sind über den Text nur Ursachen der Erhöhung von 20.000 Frauen geklärt. Was ist mit den fehlenden 50.000 ?

Mich macht das stutzig. Deshalb mag ich solche verkürzenden Artikel nicht.

Re: So stark erhöhen Hormontherapien das Brustkrebsrisiko

Verfasst: Mi 4. Sep 2019, 10:17
von Jasmin_35
Es ist zu mindestens verständlich. Ich mein guck dir die USA an, wo inzwischen mehr und mehr medikamentenabhängig ist. Ich behaupte auch mal, das viele sich hormone verschreiben lassen, weil es "bequem" ist. Natürlich sind 14% viel, aber da sind auch die 6,3% drin, die sowieso ein erhöhtes risiko haben.

Ich denke auch die reden von erhöhtem risiko, wenn es fälle in der familie gab/gibt oder möglicherweise besondere blut oder genwerte drauf hinweisen, bin dazu aber zu wenig in der medizin.

Es gibt sicher auch frauen, bei denen die hormongabe nach der menopause medizinisch nötig ist, das ist mir bewusst, aber wie gesagt, viele nehmen es auch aus bequemlichkeit.