Zu Denken gibt mir die selbstverständliche Dominanz der Sicht des schwulen Mannes auch in der queeren Filterblase... aber das ist eine andere Diskussion...Vom richtigen und falschen Verkaufen
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Falls je eine TV-Anstalt in der Vergangenheit, mit der Ausrichtung eines ESC betraut, einer inneren, subtil homophoben Strategie gefolgt sei, die 94 Prozent des Publikums, die aus Männern bestehen und also mit allergrößter empirischer Dichte als schwul bezeichnet werden können, nicht zu zeigen: Israels TV-Gastgeber KAN hielt sich nicht daran. Man sah in der vierstündigen Show das ganze politisch-kulturelle Wunschprogramm aller Kosmopolit*innen: einander huggende Männer, flamboyante Kerle mit ihnen grölende Frauen, geschminkte Bärte und glitzerstaubdurchkomponierte Männergesichter, außerdem lesbische Paare, People of Color in Mengen vor und hinter der Bühne — das nur beispielsweise.
Eine Fernsehshow, wie sie facettenreicher nicht sein könnte: die queere Familienshow schlechthin. Alles war in der großen Überraschungstüte, was am Zappen hinderte: schon zum Auftakt und immer wieder Netta Barzilai, schöne Filmchen aus Israel mit tanzenden Menschen in interessanten Kulissen, ESC-Star-Klassiker wie Verka Serduchka (mit einer Coverversion von Nettas "Toy", ganz großes Kino!), MÃ¥ns Zelmerlöw, Conchita Wurst (in einem allerdings furchterregenden No-Dragqueen-anymore-Look, eher Trümmerschluse als Diva), Eleni Foureira, die Zypriotin, voriges Jahr Zweite hinter Netta Barzilai, dann noch Gali Atari, Is-raels ESC-Siegerin 1979 mit dem Lied "Hallelujah", als im Nahen Osten noch alles auf Nachbarschaft und Frieden gewirkt schien.
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...er Auftritt des israelischen Weltmusikers Idan Raichel: eine telegene Session wie aus dem Diversity-Buch.
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Als die isländischen Mitglieder der Gruppe Hatari freundlich um ein Wort zum Wohlergehen gefragt wurden — immerhin hätten sie noch gewinnen können —, rissen sie nur ihre BDSM-, also dystopisch gesinnten Sexkostüme auf und zeigte T-Shirts mit der Aufschrift: "Free Palestine". Viele Pfiffe aus dem Publikum — aber die Moderatorin aus dem Green Room mit den Künst-le-r*in-nen des ESC überging die Demonstration der aus der Sicht der Isländer scheinbar nötigen Moral freundlich.
Vor der Show demonstrierten an der ESC-Arena von Tel Aviv zwei Gruppen. BDS-Sym-pa-thi-san-t*in-nen, die den in die Halle strömenden Leuten erklärten, Freiheit müsse her, und wer nicht einsehe, wie sehr Israel ein "Apartheidsland" sei, der fühle, behaupten sie, eben das Gefängnis, in dem er sitzt, nicht einmal. Sie riefen und riefen, hielten ihre Transparente Fotografen hin — und wurden desinteressiert links liegen gelassen. Auf der anderen Seite hatten sich Ultraorthodoxe aus Jerusalem versammelt, um gegen den ESC Protest einzulegen, er störe die religiöse Ordnung, zumal am Schabbat. Oder so ähnlich. Sie wurden nicht einmal ignoriert.
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Eurovision Song Contest
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Marlene K.
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Diesen Artikel von dem sonst etwas Machohaften, sich slbst als schwulen Autor definierenden Jan Feddersen über den ESC finde ich aus schwuler Sicht gelungen:
Marlene
Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon
Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon
Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.