Unser Konzern hat vor kurzem einen "Verhaltenskodex" herausgegeben, deren Erhalt und Einhaltung alle Mitarbeiter per Unterschriftsformular (-> Personalakte) bestätigen müssen.
Im Grunde geht es darin um gängige Gesellschaftliche Werte wie Umweltschutz, Geheimhaltung, Verhalten gegenüber Medien und Äußerungen in sozialen Netzwerken, und solche Dinge. Einige Absätze, vor allem in Kombination, stoßen mir allerdings etwas auf.
Auszugsweise heißt es
Ein "Interessenskonflikt" würde eine Situation bedeuten, bei der externe Aktivitäten oder persönliche Interessen einen Konflikt oder den Anschein eines Konflikts mit den Verpflichtungen gegenüber [Firma] darstellen. Ein Interessenskonflikt entsteht daher, wenn persönliche Interessen einer [Firma] repräsentierenden Person oder die Interessen eines Dritten mit den Interessen von [Firma] in Wettbewerb stehen. In einer solchen Situation kann es für diese Person schwierig werden, vollkommen im besten Interesse von [Firma] zu handeln.
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Kritisch wird das ganze durch einen Absatz am Ende des Verhaltenskodex unter "Allgemeine Bestimmungen".Jede [Firma] Repräsentierende Person muss danach streben, Interessenkonflikte zu vermeiden, und es wird von ihr erwartet, im besten Interesse von [Firma] zu handeln. Sogar der Anschein eines Konflikts kann dem Ruf der Person und/oder [Firma] schaden. Daher hat jede Person freiwillig alle Situationen in Bezug auf einen Interessenkonflikt aufzudecken, somit wie sie davon erfährt.
Personen, die die Bestimmungen dieses Kodex verletzen, würden einer Ermittlung und/oder Untersuchung gemäß diesem Kodex und gegebenenfalls Disziplinarmaßnahmen unterliegen, wenn der Regional Manager dies entscheidet.
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Auch wenn das wahrscheinlich nicht die Intention des Pamphlets ist, könnte man den Fall daraus konstruieren, dass ich durch das Tragen von Damenkleidung am Arbeitsplatz dem Ansehen meiner Firma schade, wenn zum Beispiel Mitarbeiter eines Kunden im Haus sind. Nachdem die Konzernführung aus einem sehr konservativen Land stammt, ist das durchaus vorstellbar. Mit meiner Unterschrift in der Personalakte würde ich jetzt in so einem Fall offiziell einer Degradierung oder sogar dem Arbeitsverlust zustimmen.Klarstellung: Im Sinne dieses Kodex dedeutet "Disziplinarmaßnahme" [...] folgende Maßnahmen: Erstellung eines Abmahnbescheids [...], einer Degradierung, Kündigung des Arbeitsverhältnisses, ...
Sehe ich das ganze nur überdramatisch, oder wie empfindet Ihr ein solches Schreiben?