Seite 1 von 1

Eine Frage des Gefühls...aber eine andere

Verfasst: So 7. Okt 2018, 15:51
von Lavendellöwin
Meine Lieben,

normalerweise schreibe ich nicht viel in Foren, aber lese mit Begeisterung mit (ap)

weil mich gerade ein Gefühl beschäftigt, kann ich aber gar nicht anders...
...und bin da jetzt auch ziemlich direkt. Naja, bin ich die letzten Wochen ständig
und meine Liebste meint manchmal bin ein pubertierendes Monster :lol:

Alsoooo...seit Mittwoch empfinde ich anatomisch an mir nichts mehr männliches,
nicht das ich jemals einen tiefen Bezug zu meinem "Anhang" hatte und find es auch
wahnsinnig schön und "er" ist ja noch da-aber es ist sozusagen keine Verbindung mehr
da. So richtig gar keine...
Ging es hier im Forum schon einmal jemand so? Was will mir das sagen?

Nicht das ich schon an meinen Traummaßen wäre-das dauert noch etwas. Grade
bin ich bei 174 und 61 kg bei 95-77-95. Das ich aber fühle anatomisch bist du eine
Frau-bin ich da nicht etwas drüber?

Ich hab das jetzt noch nicht mit meiner Psychologin angeschnitten, aber ich wär
siedend heiss interessiert was ihr denkt...

Liebe Grüsse Marie (na)

Re: Eine Frage des Gefühls...aber eine andere

Verfasst: So 7. Okt 2018, 16:55
von Theresa-Annalena
Hi Marie,

erstmal herzlich willkommen hier im Forum.
Ja, Deine Vorstellung in Verbindung mit Deiner Frage
war schon ziemlich direkt :mrgreen: .

Ich hab da folgende Informationen raus gelesen:

- Du lebst in einer Beziehung und bist (als CD/TS?) geoutet
- Auf Dein Anhängsel könntest Du gerade direkt verzichten
(Deine Beziehung auch?)
- Du bist in psychologischer Behandlung
- Du fragst uns, ob du mit den Parametern
"- 174 und 61 kg bei 95-77-95" eine Frau bist?

Meine Antwort:

Weiblichkeit lässt sich nicht parametrisieren.
Die Reduktion auf Gewicht und Körperbau
ist, na ich will nicht sagen oberflächlich,
Aber bezüglich Deiner Frage schon etwas
grenzwertig.

Schreib doch vielleicht erstmal was über Dich und Deinen
Wertegang. Wie und seit wann kämpfst Du mit Deinen Gefühlen.
Was bedeutet Dir das Thema...

LG Tessa
.

Re: Eine Frage des Gefühls...aber eine andere

Verfasst: So 7. Okt 2018, 18:29
von Lavendellöwin
Hi Tessa und auch an alle anderen denen ich eben vielleicht zu nahe getreten bin...

ich dacht mirs doch schon wieder mit dem direkten.

Ja genau, ich lebe in Beziehung seit fast 17 Jahren und ich liebe mein Glitzerchen
und um gleich die nächste Frage zu beantworten, nein, ich könnte nicht auf sie verzichten!

Ich bin als TS geoutet und sie ist auf dem Weg mit dabei und so ganz kurz ist der nun auch nicht.
Was das "Anhängsel" angeht wüsste ich nun nicht was es mit der Beziehung zu tun hat oder um es
anders zu sagen, es ist dafür nicht von Bedeutung-seit 7 Jahren nicht...und ja ich könnte locker
darauf verzichten!

Auf therapeutischer Ebene arbeite ich sogar mit 2 Psychologinnen zusammen, weil ich gerne verschiedene
Ansätze höre, vergleiche und dann erst Schlüsse daraus ziehe.

Stimmt die Parameter hätte ich wohl am Besten sein lassen, jetzt weiss ich grade selber nicht mehr wie
ich auf die Idee gekommen bin-aber meine Grundfrage steht nach wie vor.

Werdegang...das würde den erst mal kurzen Rahmen hier sprengen.
Kämpfe ich mit meinen Gefühlen? Nein oder nicht mehr...

Samstag Badetag ich bade wie immer mit meiner Mutter-schon da war die Frage warum ich nicht bin wie sie.
Gekämpft habe ich mit 13, 14 als die Pubertät los ging-aber ich hatte den Luxus das ich weitestgehend
geschlechtsneutral erzogen wurde und z.B. lange Haare gar kein Thema waren.
Trotzdem bin ich sch...piep feige und stand lange nicht zu mir und dem was ich bin.

Was bedeutet mir das Thema-Birgit, meinte Liebste, sagt ich kümmer mich um fast nichts anderes-und
ja fast ist das auch so weil ich endlich so lebe wie ich wirklich bin, keine Rolle spielen, keine
Lügen und kein Verstecken mehr...

Alles Liebe euch, Marie

Re: Eine Frage des Gefühls...aber eine andere

Verfasst: So 7. Okt 2018, 21:32
von Céline
Hallo Marie,
Erstmals Herzlich Willkommen in unserem schönen Forum.
So wie ich das aus deinen Berichten herauslese bist Du auf der Suche nach Dir selbst.Mach Dich einfach nicht verrückt und setzte dich nicht unter Druck.Gut ist auf jeden Fall schon mal das Du dir professionelle Hilfe gesucht hast und in Anspruch nimmst.
Lies dich einfach hier durch und stell auch einfach mal Fragen,bis bald
Grüße
Kelly

Re: Eine Frage des Gefühls...aber eine andere

Verfasst: Mo 8. Okt 2018, 02:33
von ExuserIn-2019-12-18
Hallo,

das sich bei vielen Transsexuellen der Bezug zum männlichen Geschlechtsteil verändert, ist sicher kein Geheimnis. So plötzlich finde ich es allerdings merkwürdig, meine aber auch eine länger Phase im Vorfeld herausgelesen zu haben - das wäre dann, meiner Meinung nach, typischerfür menschen, die erst spät in diesen Prozess kommen ...
Die Psyche ist hat großen Einfluss auf die Erektion und die Libido, daher denke ich persönlich, dass es nicht "unnormal" ist. Allerdings würde ich trotzdem (sicherheitshalber) zu einem Urologen gehen, um gesundheitliche Probleme auszuschließen.

Ich habe in meinem Transprozess ebenfalls die (alte) Beziehung zu meinem männlichen Geschlechtsteil verloren. Das was Du beschreibst ist bei mir aber erst mit Hormoneinnahme aufgetreten.

Liebe Grüße

Vanessa

Re: Eine Frage des Gefühls...aber eine andere

Verfasst: Mo 8. Okt 2018, 10:52
von Lavendellöwin
Hi Vanessa,

danke für deine Antwort!

Mein Prozess ist keine gerade Linie-wirklich nicht. Und ein langer.
Mit 13, 14 bin ich geschminkt in die Schule, dann kamen Anpassungsversuche
ans männliche Leben die mehr oder weniger in die Hose gegangen sind.
Aber auch das ist nicht soo ungewöhnlich glaube ich...

hmm, alte Beziehung dazu-hatte ich jemals eine? Kanns nicht mehr sagen, nur
das es immer ein "er" ist halt da war. Sexualität als anatomischer Mann hat auch nie
einen Stellenwert für mich gehabt-eher so eine Komponente von beziehungsmässiger
Pflichterfüllung, weswegen ich das Ganze eben vor 7 Jahren komplett beendet habe.
Brauch ich nicht, will ich nicht..

und ich glaube das was ich jetzt fühle ist vielleicht ein Zeichen dafür, das ich die männlichen
Anteile ganz loslasse. Jedenfalls weiss ich jetzt, das es doch ok ist das Empfinden zu haben,
was ich habe...

ich dank dir!

Liebe Grüsse Marie

Re: Eine Frage des Gefühls...aber eine andere

Verfasst: Sa 22. Feb 2025, 15:27
von Lavendellöwin
Hey...

das hier war tatsächlich mein allererster Thread und allererster Beitrag hier..

über 7 Jahre ist das jetzt her...was für eine lange Zeit.
Und 6 Jahre bin ich ganz genau heute rauchfrei...ich hätte das nie gedacht das ich das
schaffe, aber hey, Thromboserisiko erhöhen in der HRT hat mich tatsächlich dann doch überzeugt.
Nein ich will nicht in die Stützstrumpffraktion..
Lavendellöwin hat geschrieben: So 7. Okt 2018, 15:51 Nicht das ich schon an meinen Traummaßen wäre-das dauert noch etwas. Grade
bin ich bei 174 und 61 kg bei 95-77-95. Das ich aber fühle anatomisch bist du eine
Frau-bin ich da nicht etwas drüber?
Tatsächlich habe ich nie ganz angehört auf die Parameter zu achten, nicht weil
ich das Frau-sein in Parameter packen möchte. Es ist mir wichtig für meine Dokumentation.
Andere achten auf ihre Schuhgrösse..hihi..

ich habe ziemlich zugelegt in der Zeit, zwischendurch als es mir psychisch recht schlecht ging
war ich sogar nur bei 58, 59 Kilo. Eindeutig zu wenig, viel zu wenig.
Offiziell gemessen und gewogen bin ich doch "nur" 173 gross und jetzt bei 72 kg und damit geht mich es echt gut.
Und die Rundungen sind genau da wo sie sein sollen (mit einem kleinen Bäuchlein, das hat aber jede Frau
in meinem Alter). Was ich wirklich begrüsse, über die Hüfte gemessen habe ich 9 cm zugelegt.
Hosen von damals bekomme ich meist nur noch bis den Oberschenkeln, aber zu? Nicht wirklich.

Heute hatte ich grade gemessen und ich bin stabil bei 100-86-104-Traumfigur? Leider immer noch nicht.
Aber ich bin wirklich okay damit. Ich meine gewissermassen wurde mir ein neues Leben geschenkt.

Einiges aus der Zeit vor der Transition ist bei mir geblieben, einiges wird sich noch ändern.
Auch das ist schön. Denn mein Fehler war vieles abzulehnen. Ich habe völlig übersehen,
das jede, ausnahmslos jede Person, "männliche" und "weibliche" Anteile hat und das es das Ziel
sein sollte, das alles zu integrieren und nicht einen Krieg gegen Anteile zu führen die zur
Person gehören. Das verletzt, macht schwach. Und unauthentisch.
Wie so ein klein destruktiver Bully der mit dem Fuss aufstampft, ja ich glaube fast
Dinge anzunehmen ist ein eher weiblicher Zug.

Mein Lieblingsmensch ist immer noch bei mir, das wir innerhalb von einem halben Jahr unsere
Mütter zu Grabe tragen mussten war nicht schön, aber wir spüren immer mehr, das es umso wichtiger
ist, das wir uns eine gegenseitige Heimat geben. Sicherheit, Freude..das ist was wir beide brauchen.
Seit 13 Jahren ohne "gelebte" Sexualität, ja das geht. Nach wie vor bekomme ich als Frau einen
Knoten in den Gedanken wenn ich an penetrative Aktionen denke..Frau und aktiv penetrieren? Neee..

ja, ich denke, ich werde hier nochmal weiter ein bisschen Rückschau halten..mit der Zeit,
denn das ist das was ich hier im Forum noch geben kann, viele Themen sind doch schon zu weit von mir weg.

Habt es gut, Marie (flo)