Was er beschreibt klingt eigentlich nicht schlecht und kommt dem gestern angesprochenen Utopia nahe, wo jeder Mensch mit all seinen Eigenheiten gleichermassen akzeptiert wird. Auch die historische Herleitung ist äusserst interessant. Spoiler: Homosexuellenfeindlichkeit wäre weitgehend ein Export europäischer Mission...
Dennoch bin ich stutzig geworden bei beim letzten Absatz:
Als positives Beispiel nennt der Autor die Queer-Bewegungen"Könnten wir heute in einer Gesellschaft ohne Labels leben? Geht es auch ohne Schubladen wie -»hetero-« oder -»homo-«, die vermeintlich unsere Identität prägen? [...] Ambiguitätstoleranz greift Identitäten an und verwischt ihre Grenzen."
Ganz so einfach nach dem Motto "jeder ist einfach so okay" scheint es mir nicht. Das bekommt nämlich auch schnell was von "du bist mir egal". Erstens braucht wohl jeder Mensch, wenn schon nicht Vorbilder, so doch mindestens Orientierungspunkte. Zweitens können wir nicht ohne Benennungen und wenigstens temporäre Definitionen über etwas reden. So ganz ohne Identitäten wird es nicht gehen. Dass die aber eher zur Orientierung und dem Zusammenhalt dienen sollten, statt zur Ausgrenzung, da gehe ich mit. Utopia forever!"Diese sehen sich als Gegenentwurf zu vorherrschenden, starren Lebenskonzepten und wehren sich gegen die vermeintliche Notwendigkeit, Geschlechter und sexuelle Identitäten eindeutig festzulegen. Stattdessen verfolgen sie die Utopie einer Gesellschaft, die Vielfalt begrüßt und Menschen nicht in menschengemachte Schubladen zwängt.
https://perspective-daily.de/article/555/oNF2WyKE