Jazorina
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Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
Renée
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Jazorina

Post 1 im Thema

Beitrag von Renée »

Hallo,

bevor ich dieses Forum kennenlernte, habe ich an einer Geschichte gebastelt. Beim Schreiben kam mir dann Bedenken - "machen deine Gedanke irgend einen Sinn, kann das so real sein?" Ich stöberte und wurde fündig. Meine Reise zu mir begann und diese Geschichte entwickelte sich weiter. Fantasie und reale Begebenheiten sind hier verwebt. Keine Story al á Christine - wo ich sehnsüchtige auf die Fortsetzungwarte - aber meins.

Aber lest selber.



1. System Fails und ein Black out



Kennst du noch diesen schwarzen Bildschirm mit dem kleinen blinkenden Cursor links unter, der geduldig auf eine Eingabe wartete oder die berühmt berüchtigten Bluescreens später. Nein dann gehört ihr vielleicht schon zu der Generation, welche sich mit fehlenden Internetverbindungen rumärgerten und blinkenden Akkuzeichen. In der nächsten Zeit wird noch eine Fehlermeldung dazu kommen auf bunten unschuldig gestalten Startbildschirmen oder Desktops links ober oder in großen Lettern — Verbindung unterbrochen Neustart in 5 Minuten oder gleich kurz und schmerzlos "Disconected". Nicht die lokale Plattform ist down, sondern der Server mit allseinen Prozessen hat sich verschluckt oder ist schlicht nicht erreichbar bei vollem WLAN und AKKU. In dieser Zeit der vollen Vernetztheit, jedes Gerät ist ständig immer und überall mit dem omnipräsenten Internet verbunden, wurde ein Junge geboren, der das alles gar nicht anders kannte. Floppy Disk, 640k Speicherprobleme, Röhrenmonitore sind für ihn Relikte einer untergegangenen Zeit.

Zwei Tage vor der Zeugnisausgabe war Simon auf dem Heimweg von der Schule. Da die Schulcomputer ausgefallen waren, damit auch das gesamte elektronische Lehrmaterial und folglich auch der Unterricht. In diesen zwei Tag vor Zeugnisausgabe wäre auch nicht mehr viel passiert. Insofern konnte er seine Zeit auch Zuhause besser verbringen. Er freute sich schon auf die Ferien. Am Wochenende sollte es an die Ostsee gehen. Weg von der Schule. Nach einem Jahr waren die Freundschaften in der Schule immer noch nur sehr oberflächlich. Der Heimweg schien allerdings in einem Fußmarsch zu enden, denn sein Bus glänzte durch Abwesenheit. Einige Dinge schienen so schon heute Ferien zu machen. Leider hat es am Morgen fürchterlich geregnet und womit er nicht mit dem Rad fahren konnte. Auch seine Smartwatch spielte verrückt und die autonomen Fahrzeuge hatten offensichtlich auch Probleme. Was dann geschah wusste er nicht mehr genau. Nur das durchdringende Geräusch der Sirene des Krankenwagens, die helle Deckenleuchten der Notaufnahme und dass er furchtbar zitterte, waren ihm noch in Erinnerung. Das nächste was ihm klar wurde, war das Krankenzimmer im nächsten Krankenhaus. Sein Kopf brummte fürchterlich und er brauchte eine Zeit um sich zu orientieren. Es war ein Zweibettzimmer im anderen Bett schlief ein älteres Mädchen. An seinem Bett entdeckt er ein Essenstablett. Er überlegt, wie spät ist es? Es gab keine Uhr. Aber er hatte Hunger und nach dem mittlerweile kalten Menü zu urteilen war es Nachmittag. Nach dem er gegessen hatte, kam eine Ärztin herein und war froh, dass er endlich wach war.

"Hallo, ich bin Dr. Hoffmann. Wie geht es dir?"

"Geht so, mein Kopf tut so weh. Was ist passiert?"

"Keine Ahnung, ich habe gehofft, du kannst uns das sagen. Gegen die Kopfschmerzen kann ich dir etwas geben. Du scheinst irgendwo auf- oder gegen geschlagen zu sein und hast eine leichte Gehirnerschütterung. Aber keine Sorgen so schlimm ist es nicht, die Untersuchungen haben nichts weiter gezeigt. Außer einer dicken Beule am Kopf. Weißt du wie du heißt und wo du wohnst?"

Er schaut sie verwirrt und ratlos an. Es herrschte ein gewisse Leer in ihm. Schule und der Heimweg kamen in den Sinn aber weiter wusste er nicht. Was war hier los und was war passiert?

"Kannst du dich nicht daran erinnern? Das macht das Ganze echt kompliziert. Wie sieht es mit dem Namen Simon aus? Könntest du so heißen?" Simon nickte "Ja, klingt gut.", antwortete er sicher.

"Das habe ich gehofft, der Name steht in deine Jacke aber leider nichts weiter. Ok, dann hast du wohl eine posttraumatische Amnesie. Da sonst nicht zu erkennen ist, denke ich. Das wird schon wieder."

Post- was? Er verstand gerade nur Bahnhof. "Wann kann ich nach Hause?"

"Im Normalfall sollte das keine lange Sache sein, aber dazu müssen wir erstmal wissen so du wohnst."

"Schauen Sie doch im Computer nach, der weiß doch sonst immer alles."

"Na, ganz so einfach ist das gerade nicht. Im Augenblick spinnt das ganze Netz in der Stadt. Zum Glück sind die medizinischen Geräte nicht betroffen. Sonst würden wir hier ganz schön alt aussehen. Irgendwie ist gerade der Wurm drin. Wir haben, wie so oft, mehr Patienten als wir eigentlich aufnehmen können. Ok ruh"˜ dich hier aus und dann sehen wir weiter."

Denn Rest des Tages verschlief er mehr oder weniger, aber sein Kopf brummte nicht mehr so. Das Mädchen neben Ihm bekam Besuch von einer Frau und einem weiteren Mädchen, aber er war zu müde um sich mit Ihnen zu unterhalten.

Am nächsten Tag kam Frau Dr. Hoffmann mit der Frau vom Vortag wieder. "Hey, wie geht"˜s Dir und deinem Kopf?"

"Besser, aber irgendwie kann ich mich noch immer nicht erinnern. Ist das schlimm?"

"Das wird schon, ich habe nur ein Problem. Ich hatte dir doch gestern schon erzählt, dass wir hier sehr viel zu tun haben und wir dieses Bett für eine andere Person brauchen, die unsere Hilfe mehr benötigt. Das hier ist die Rektorin der Jazorina- Internatsschule und sie könnte dich erstmal aufnehmen. Dort gibt es auch eine Ärztin die dich betreuen kann und vielleicht kann sie deinem Gedächtnis auch auf die Sprünge helfen. Aber ich denke, dass das gar nicht so lange dauert. Einverstanden?" Er nickte. Krankenhäuser mag wohl niemand so sehr. Also was soll"˜s, dachte er.

"Also, Simon dann zieh dir deine Sachen an. Ok"

"Simon?" fragt die Rektorin verwirrt die Ärztin.

"Ja, so heißt der Junge."

"Oh ich dachte Mädchen und Jungen würden im Krankenhaus nicht in einem Zimmer untergebracht?", flüstere die Rektorin jetzt. Aber Simon hörte es doch.

"Nein, nicht auf der Kinderstation. "

Sie dachte kurz nach, "Es wird schon gehen und die Eltern werden auch schon nach ihm suchen, da wird der Besuch auf unserer Schule jetzt in den Ferien kein Problem sein." Zu Simon gewandt meinte sie. "Na, dann komm Simon, dann wirst du wohl bei unseren Mädchen der Hahn im Korb sein. Luisa hast du ja gestern schon gesehen. Ich bin übrigens Julia Navarro." Sie gab ihm die Hand. Er zog seine Sachen an und wurde das Gefühl nicht los es fehlt was. "Fehlt was?"

"Ja, denk"˜ schon. Nur was?"

"Das ist alles was du dabei hattest als ein Passant dich fand und den Krankenwagen rief." Nach dem alle Formalitäten erledigt waren, gingen sie raus und die Rektorin setzte sich ans Steuer eines sehr alten Autos. "Es ist schon komisch wieder selbst fahren zu müssen, aber die Behörden mussten das ganze Netz abschalten und haben alle autonomen Autos stillgelegt. Man gut, dass unser Hausmeister ein Faible für alte Autos hat." Er staunte nicht schlecht als das Rot-Weiße Cabrio vor der Tür sah. "Wie wäre es mit einer kleinen Stadtrundfahrt vielleicht erinnerst du dich an was." Er nickt nur kurz, denn ihn überraschte das spartanische Armaturenbrett dieses Oldtimers, kein hochglanz Display, kein Touchscreen, nur ein paar Köpfe und ein riesiger runder Tacho, selbst ein Radio fehlte. Der Schalthebel war am Lenkrad und der Griff endete in einem in gelben-transparenten Kunststoff umgeben Oldtimer. Es sah aus wie ein Insekt im Bernstein. Sie ließ etwas holprig den alten Drei-Zylinder-Zwei-Takter an und fuhr gemächlich mit dem ungewohnten Knattern des Auspuffs vom Parkplatz. Leider war die Fahrt nicht sehr aufschlussreich. Ihm kamen viel Dinge bekannt vor, aber nichts was ihm weitergeholfen hätte. Während der Rundfahrt schlief er ein, er war einfach nur platt und so bemerke er gar nicht mit wie lange sie noch unterwegs waren.

----
Liebe Grüße
Renée

Wenn jemand zu Dir sagt "Das geht nicht". Denk daran, es sind seine Grenzen, nicht Deine.
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Re: Jazorina

Post 2 im Thema

Beitrag von Lorelai74 »

Toller Start und toll geschrieben!

Man darf gespannt sein wie es weitergeht!!!
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Re: Jazorina

Post 3 im Thema

Beitrag von Renée »

2. Im Internat

Als nächstes fand er sich in einem Internat wieder. Konkret im Büro der Leiterin. Die Büroeinrichtung war modern, das Zimmer selbst zeigte Anzeichen dafür, dass es weitaus älter war. "Da wir hier im Augenblick nur Mädchen unterrichten, kann ich dir für die erste Zeit auch nur Sachen einer unserer Schülerin geben." Meint die Rektorin, "und deine Sachen die jetzt trägst, müssen erstmal gründlich gereinigt werden." Simon besah sich und konnte dem leider nur zustimmen. "Ich habe dir ein paar neutrale Sachen versucht rauszusuchen." Und gab ihm eine Jeans und eine weiße Bluse, einen einfachen Slip, weiße Sneakers -Socken und Turnschuh. "Dort ist mein privates Bad, dort kannst du dich umziehen" und zeigt auf eine kleine Öffnung in der Vertäfelung. Simon macht ein verzweifeltes Gesicht. "Schau mal, deine Sachen sind so schmutzig, du kannst unmöglich so hier rumlaufen. Wie schafft man das? Bis du in eine Pfütze gefallen?" Er zuckte nur mit den Schultern. "Ok, aber nur bis meine Sachen wieder sauber sind.", er nahm also die Sachen und schlich ins Bad.
Auf den ersten Blick sahen die Sachen wirklich neutral aus, aber nur auf den ersten Blick. Er zog sich also seine Sachen aus und den schwarzen Panty, mit einem kleinen lila Schleifchen vorn, an. Er traute sich nicht in den Spiegel zu schauen, dann kamen die Socken und die Jeans, jetzt bemerkte er die Glitzersteine an der Seite. Das Unterhemd war weiß mit kleinen Sternchen und dünnen Trägern. "Ok.", dachte er, "das sieht unter dem Hemd niemand." Nun noch die weiße Bluse mit einem kleinen blauen Wappen. Die Sachen passten einigermaßen bis auf die Schuhe. Er sah sich im Spiegel und hoffte, dass ihn so keiner sieht, der ihn kennt.
Wortlos kam Simon aus dem Bad und gab der Rektorin die Schuhe zurück.
"Die sind wohl doch zu klein?". Als Antwort kam nur ein kurzes Nicken.
"Ok, dann habe ich nur noch diese Ballerinas".
Er sah Sie mit großen Augen an und schüttelte leicht mit dem Kopf. Die Rektorin redete wieder leise auf ihn ein und versichert, dass Ihn niemand hier deswegen auslachen würde. Da zog er die Ballerinas an und betrachtet sie, es waren graublaue Ballerinas mit orangem Innenfutter und einem breiten Riemchenklettverschluss.
"Mit diesem Armband kannst du dich in unserer Schule ausweisen und auf dem Schulgelände bewegen. Und jetzt sind Ferien, da sind nur wenige Schülerinnen hier. Komm ich zeige dir dein Zimmer. Luisas Mitbewohnerin hat letzte Woche die Schule verlassen und es ist noch nicht belegt. Ich hoffe es macht dir nicht aus erstmal bei ihr zu wohnen."
Nach einigen Gängen und Biegungen waren sie dort. Die Rektorin klopft und die Tür sprang sofort auf. Ein Mädchen etwa in Simons Alter, aber etwas größer mit schulterlangen glatten schwarzen Haaren, stand dort und strahlt sie an.
"Hallo Luisa, das ist Simon. Er wird eine Weile hierbleiben, bis wir weiterwissen. Kümmere dich bitte um Ihn, zeig und erkläre Ihm alles. Ok!"
"Ja, mach ich.", sagt sie und machte einen leichten Knicks.
"Ah schön, dass die Sachen passen. Und auch die Schuhe, die sind mir leider noch zu groß. Steht dir echt gut. Ähm, weißt du, ich dachte, als du da so im Krankenhaus geschlafen hast, du wärst"¦"
"Ein Mädchen.", vervollständigt er den Satz. "Ja, das habe ich schon mitbekommen."
"Endlich mal ein Jung hier in der Schule.", sagte sie lachend. "Dann passiert hier vielleicht endlich mal was."
"Ah ha.", kam es nur von ihm. Eigentlich wollte er sich nur verstecken.
Es war ein geräumiges Zimmer mit zwei Betten an gegenüberliegenden Wänden und einem bodentiefen Fenster, durch das man in einen Park sehen konnte. Davor standen zwei Schreibtische. Das rechte Bett war offensichtlich gerade nicht belegt, denn im Gegensatz zu Luisas Seite, mit diversen Postern von aktuellen Boygroups, war hier die Wand vollkommen kahl. Über Luisas Bett hing ein Netz voller Kuscheltieren. Diese wollte ihn mit etwas Small Talk aus der Reserve locken, aber Simon antwortet nur kurz auf ihre Fragen. So erklärte sie ihm die Regel und die Abläufe im Internat. Mit dem Band konnte er nur in einem sehr begrenzten Bereich der Schule und sie auch nicht verlassen, ohne dass jemand dabei war.
"Hast du noch Hunger? Die Mensa ist zwar schon zu, aber ein paar Sachen haben sie immer noch dort stehen." Er winkte ab und wollte nur noch schlafen. Sie gab Ihm ein weißes Nachthemd mit rosa Blumen von ihr. Er war immer noch so platt und sein Kopf grummelt auch noch ein wenig, dass er nicht weiter darüber nachdachte was da anzog und schnell einschlief.
Am nächsten Morgen weckte ihn Luisa und sie gingen gemeinsam zu Frühstücken in die Mensa. Simon zog sich die Sachen vom Vortag an und Luisa wählte blauen Jumpsuit mit floralem Muster und weißen Ballerinas. Dort waren Sie fast allein, nur zwei ältere Mädchen die Luisa nur vom Sehen kannte, waren dort. Beim Essen erklärte sie, "Wir haben zwar Ferien, aber wenn unsere Lehrerin da ist, ist auch Ballett-Training. Du kannst sicher zu schauen, wenn du möchtest."
Kurz angebunden wie er schüttelt er nur den Kopf. Sie gingen zurück zum Zimmer. Luisa zog sich Ihr weißes Balletttrikot, hautfarbene Stumpfhose, Ballettschuhe und weiße Wickeljacke an und kämmte sich streng die Haare zurück zu einem kurzen Zopf. Danach machten sie sich auf den Weg.
Den Rest des Tages verbrachte er im Zimmer und las in Luisas E-Books. Aber er hatte auch Zeit sich im Spiegel zu betrachten und langsam gewöhnte er sich an den Anblick. Am nächsten Morgen wurde es ihm auf dem Zimmer zu langweilig und wollte sich doch das Training ansehen. Als sie vom Frühstück zurückkamen, musste er immer wieder auf den Jumpsuit schauen. Der faszinierte ihn sehr. Als Luisa sich wieder umzog, fragte er sie.
"Ähm Luisa?"
"Ja, was ist?"
"Ach nichts, ich hatte gerade "˜ne blöde Idee." währte er ab.
"Egal las hören, nun mach schon."
"Darf ich das mal anziehen?", fragte er leise und deutet auf den Jumpsuit.
"Ähm, klar.", sie war überrascht. Sonst war Simon sehr still und sie dachte, er würde lieber wieder seine eigenen Sachen anziehen.
Nach dem er sich umgezogen hatte. Fühlte er sich sichtlich wohl.
"Das schein dir zu gefallen."
Er nickte und wollte sich schon wieder ausziehen, aber Luisa hielt ihn ab.
"Wenn es dir gefällt, lasse es an. Es steht dir"
"Danke", er wurde hoch rot und eine Beule zeichnet sich im Schritt ab.
"Wenn die Haare noch etwas anders wären, würde niemand ahnen, dass du ein Junge bist."
"Dann ziehe ich es wieder aus", und wollte schon die Träge runterziehen.
"Dir gefällt es doch, also las es an. Ok?"
Er nickte wieder und lachte verlegen und meinte, "Aber Jungen tragen so was nicht."
"Wer sagt das?"
"Na ja, so ziemlich alle. Dank"˜ ich."
"Ok bei den meisten würde vielleicht ungewohnt aussehen. Aber ehrlich, bei dir nicht. Schade, dass dir die weißen Ballerinas zu klein sind, die würden gut passen". Aber er nahm die Schuhe und zog sie an. "Warum, passen doch. Ich habe sie gestern heimlich anprobiert." und grinste, als ob es das normalste für Ihn wäre. "Ich mag Ballerinas, wenn ihr Mädchen die anhabt, dann bin ich immer ganz fasziniert davon."
"Dann lass uns jetzt gehen, Simone" Sie betont den Namen besonders.
"Och nee, bitte nicht Simone, wenn ich jetzt schon ein Mädchen bin, dann ähm - Félicie. Ja, Félicie finde ich schön."
"Ja, ich auch. Ok, Félicie, dann lass uns gehen."
Auf dem Weg zum Tanzsaal trafen sie auf Marie, welche in Luisas Klasse ging. Die beiden schienen sich aber nicht sonderlich zu mögen. Außer einem kurzem "šHallo"˜ sagte niemand etwas.
Félicie musste die Schuhe vor Betreten des Saales ausziehen und setze sich an den Rand auf eine kleine Bank umschlang mit den Arme die Beine und legte den Kopf auf die Knie und schaute zu. Es waren nur ein paar Mädchen aus allen Klassenstufen anwesend. Vor dem eigentlichen Training gab es eine Aufwärmrunde und dann wurden an der Barre die Grundpositionen geübt und Dehnungsübungen gemacht. Simon alias Félicie schaute fasziniert zu, aber auch sehnsüchtig zu. 90 Minuten später, auf dem Rückweg zum Zimmer war Félicie noch stiller als sonst und die Tränen konnte sie kaum verbergen. Luisa nahm sie in den Arm und wollte wissen was los ist. Aber Félicie ließ sich nur ins Bett fallen und schluchzte vor sich hin. Erst nachdem sich Luisa geduscht hatte, beruhigte sie sich.
"Ich bin doch ein Junge, trage Mädchenkleidung und das gefällt mir auch noch. Und bin mir noch unsicherer ob ich es wirklich bin."
"Was ein Junge?" Luisa dachte nach, aber das einzig was ihr einfiel, war Félicie in den Arm zu nehmen und ihre neue Freundin zu trösten. Da klopfte es leise und die Rektorin kam herein um Simons gewaschene Sachen zu bringen.
Luisa erklärt ihr was passiert war.
"Simon was soll daran so schlimm sein? Nirgends steht, was Jungen tragen dürfen und was nicht. Wenn es dir gefällt, trage die Sachen. Das macht es mir auch leichter und ich muss nicht erklären warum ich Jungenkleidung über den Schul-Etat kaufe. So fällst du hier auch weniger auf und kannst so lange hierbleiben bis wir deine Eltern gefunden haben und du nach Hause kannst. Gerade ist unser Hausmeister aus der Stadt zurückgekehrt. Das ganze Internet wurde lahmgelegt und es wird noch Tage dauern bis das Internet wieder stabil arbeiten. Die Polizei regelt den Verkehr wieder selber auf den Kreuzungen, weil die Menschen wieder selber fahren müssen. Es ist ein Heiden-Chaos. Es kann also sein, dass du noch ein paar Tage hier bist." Sie wand sich zu Luisa. "Geh bitte und hol uns etwas zu trinken! Ok?"
"Du bist nicht der erste Junge, der gern mal in andere Sachen schlüpft und das toll findet. Ok? Zieh an was dir gefällt, probiere es aus, sonst ärgerst du dich später. Und woher weißt du, dass du das nicht schon früher getan hast, wenn du dich nicht erinnerst. Dank doch mal so!"
Da kam Luisa auch schon wieder zurück mit einem Tablet mit drei Gläsern und einer Wasserflasche. Nach dem alle etwas getrunken und Simon sich beruhigt hatten. "Die perfekte Tarnung wäre nur noch ein passender Name für dich.", meinte die Rektorin leise. Die Kinder grinsten und Luisa nickt ihr zu. "Wie, hast du schon einen?", fragte die Rektorin überrascht.
"Félicie.", kam es stolz heraus und strahlte über das ganze Gesicht.
"Also, Félicie willkommen an unserer Schule. Und wenn Simon wieder vorbeikommt, hier sind seine Sachen, dann sagt ihm Bescheid, morgen um 10 Uhr kommt jemand vom Jugendamt vorbeikommt. Da muss der JUNGE bei mir sein. Ok?"
"Wir sagen es ihm.", grinsten beide Kinder.
"Danke." Félicie überlegte kurz dann umarmte sie erst die Rektorin und dann Luisa.
"Was meinst du Luisa ein paar Haarspangen oder ein Haarreifen würden unserem Gast doch stehen oder?" Sie lief ins Bad, welches sie sich mit dem Nachbarzimmer teilten und holte ihr Schmuckkästchen und eine Bürste. Sie frisierte die kurzen lockigen rotblonden Haare zu einer schönen Mädchenfrisur mit eine Haarreifen und Spängchen. Félicie durfte erst als Luisa fertig war, in den Spiegel schauen und erkannte sich fast selbst nicht mehr.
"Ähm Luisa?" fragte Félicie leise und schaute auf das Netz mit den Kuscheltieren.
"Ja, was ist?"
"Du hast da so viele von den Kuscheltieren, kann ich da eins von haben?"
"Klar, aber nur eins von oben die anderen auf meinem Bett gebe ich nicht ab."
"Cool, dann nehme ich Max die Schildkröte."
"Max? Nee, das Schildi.", lacht Luisa.
"Zu Hause habe ich auch so eine, na und das ist Max."
Luisa angelte die Schildkröten aus dem Netz und gab sie Félicie. Die diese erstmal an sich drückte und sich auf Bett fallen ließ. Denn Rest des Tages probierte Félicie Luisas Sachen munter durch.
Am nächsten Tag stand Simon im Rektorat und wartet. Es wurde beschossen, Simon kann noch im Internat bleiben. "Super." jubelte er. "Aber schade jetzt habe ich Luisa nicht beim Tanzen zusehen können. Na morgen wieder. Ich finde es sehr schön, wie die Mädchen sich bewegen und tanzen."
"Was denkst du, würde Félicie auch nur zusehen wollen?"
"Nein, die würde gern mittanzen.", meint Simon versonnen.
"Würdest du denn weiter als Félicie hierbleiben oder doch lieber als Simon? Félicie muss dann zu Ballett, das ist bei uns so Pflicht und Besonderheit unserer Schule. Ob Simon dabei zusehen kann, weiß ich nicht. Frau Beljajew duldet in der Regel keine Zuschauer im Unterricht."
"Ich weiß nicht." Simon dachte nach. Es gefiel ihm schon so als Félicie und dann konnte er auch tanzen. Er sah die Rektorin an, "Ich bin erstmal weiter Félicie."
"Schön, dann sag Luisa Bescheid, nach dem Training kaufen wir Ballettsachen und was sonst noch nötig ist, damit FÉLICIE hier eine Weile wohnen kann."
"Aber, ich glaube Félicie traut sich nicht auf die Straße und hat Angst.", sagte Simon sichtlich ängstlich.
"Hmmm. Mit Félicie kaufe ich Ballettsachen und mit Simon nur Jungen-Sachen. Und ohne Ballettkleidung kein Tanzen. Also wer kommt mit?"
Simon nickt.
"Sie sollen beide Sonnenhüte aufsetzt.", rief sie ihm beim Rausgehen noch hinter her.
Als Luisa ins Zimmer kam, saß Simon sichtlich aufgeregt auf dem Bett.
"Was ist los, darfst du nicht bleiben?"
"Doch, aber ich habe Angst als Félicie raus zu gehen. Die Rektorin will mit uns einkaufen gehen, aber nur Félicie bekommt Ballettsachen und die möchte ich unbedingt haben. Ich will mittanzen. Als Simon würde "¦ könnte ich das nicht machen."
"Wo liegt das Problem? Du gehst hier schon als Félicie durch. Frau Beljajew hat schon nach dir gefragt und wollte wissen warum du nicht mitmachen willst. Also such"˜ dir ein paar Sachen von mir raus und las uns shoppen gehen." Dabei riss sie jubeln die Arme hoch.
"Ich weiß nicht welche. Ich habe zu viel Angst." Simon zittere innerlich. Luisa ging an ihren Schrank, nahm ein Sommerkleid raus und legte es auf Félicies Bett und ging duschen. Als Sie wiederkam, stand Félicie in dem Kleid vor dem Spiegelschrank und zitterte immer noch vor Aufregung. In den Haaren hatte sie den Haarreifen mit kleinen Herzchen.
"Ehrlich gesagt, du siehst echt hübsch aus." Sie suchte sich selber einen leichten Rock und Trägershirt und ihre Ballerinas raus.
"Glaub mir, du bist auch süß. Das weiß ich von Simon.", und zwinkert mit den Augen. 'Oh je.', dachte Simon, er hatte gerade zu gegeben, dass der Junge Simon ein Mädchen mag und das in seinem Alter. Da macht Junge doch immer noch einen großen Bogen drum. Was soll 's, wenn das hier rauskommt, dann ist er in seiner Schule sowieso geliefert.
"Danke.", gab sie verlegen zurück.
"Ach halt, wir sollten doch Sonnenhüte mitnehmen", rief Félicie, als sie gerade raus wollten. Luisa hatte aber nur einen Strohhut für den Sommer, den sie Félicie gab. Simons Base Cap setzte Luisa auf.
Liebe Grüße
Renée

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Lorelai74
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Re: Jazorina

Post 4 im Thema

Beitrag von Lorelai74 »

WOW ..
du schreibst toll und hast schöne Ideen.
Eine toller 2ter Teil!!!


Bin gespannt was noch so passiert.
VLG
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Re: Jazorina

Post 5 im Thema

Beitrag von Bea Magdalena »

Ich will mich Lorelai anschließen, ganz toll geschrieben und schön zu lesen!

Dankeschön

Liebe Grüße
Bea
ich bin keine Frau, leider
und werde bedauerlicherweise auch nie eine Frau (100%) werden können.
Aber: ich fühle mich als Simulation einer Frau und dabei bin ich mega glücklich!
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Re: Jazorina

Post 6 im Thema

Beitrag von Diana.65 »

Hallo Sycorax.

Danke für den 2. Teil. Sehr schön geschreiben, das macht Lust auf weitere Fortsetzungen.

Liebe Grüße,
Diana.
Ich bin und bleibe ich.
Und ... genieße mein neues Leben.
Renée
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Jazorina Teil 3

Post 7 im Thema

Beitrag von Renée »

3. Auf Shoppingtour

Auf dem Weg zum Rektorat nahm Luisa Félicies Hand. Diese wollte automatisch ihre Hand wegziehen, ließ aber es doch geschehen. Simon war gerade nicht da, der währe nie Hand in Hand mit einem Mädchen über den Schulflur gegangen. Aber Félicie gefiel es. Es fühlte sich gut an, gab ihr Sicherheit und das Gefühl nicht allein zu sein.
"Kommt Kinder, unser Taxi wartet schon"
"Ich dachte wir wären in der Stadt, wo sind wir? Hier findet mich doch niemand.", bemerkte Félicie ängstlich.
"Wir sind auf der anderen Seite des großen Sees. Unsere Schule war früher ein Gutshaus. Keine Sorge wir werden deine Eltern schon finden."
Vor dem Eingangsprotal stand ein nagelneues autonomes Tesla-Hover-Car. Die Schotterpiste zur Schule ging es noch gemächlich auf Rädern. Auf der anschließenden Betonstrecke beschleunigte der Hover, hob ab, um dann sanft über den nahgelegenen See zu gleiten. 20min später waren sie in der Innenstadt.
Als erstes gingen sie wirklich in einen Ballett- und Tanzsportshop. Félicie hatte tierisches Herzklopfen. Die Rektorin erklärte, was sie brauchten. Ein weißes kurzärmliges Trikot mit einem Tüllrock, Wickeljacke, hautfarbene Stumpfhose und Ballettschläppchen. Félicie musste die Sachen in der Umkleide anprobieren.
"Luisa" rief sie leise. "Wie zieht man das alles an?" Luisa erklärte ihr es und half beim Anziehen. Félicie wunderte sich, dass kein Recht oder Links bei den Schläppchen gab. Luisa erklärte ihr, dass sich das beim Tragen erst einlaufen. Als Abschuss bestand die Verkäuferin noch auf ein passendes Haarband.
"Warum bekomme ich kein Tutu und was ziehen eigentlich die Jungs beim Ballett an?" fragte Félicie die Verkäuferin noch. Sie erklärte, dass es das nur für bestimme Stücke zum Auftritt gibt. Dann zeigte Sie ihr einige Leggings dazu ein passendes Trikot und einen einteiligen Ballettanzug für Jungs. Als sie den Laden verlassen hatte, fragte die Rektorin, warum sie nach den Sachen für Jungen gefragt hatte.
"Vielleicht bekomme ich als Simon noch Mut zum Tanzen. Meine Eltern finden mich hoffentlich bald. Naja, es ist schön mit Ihnen und Luisa, aber nach Hause will ich doch. Und Ob ich "šFélicie"˜ dann einfach mitnehmen kann?"
Als nächstes ging es in einen Kleidungsdiscounter. Hier suchte sich Félicie Wäsche, Socken, eine Jeans, T-Shirt und eine leichte Jacke aus. Die Rektorin versucht zwar immer, dass es nicht zu mädchenhafte Sachen werden, musste aber einsehen, dass Simon ganz in Félicie aufgegangen war. Dazu kamen noch ein hellbauen kurzen Schlafanzug mit kleinen Blümchen auf der Hose, ein leichtes weißes Sommerkleid mit großen Blumen und ein paar Türkise Sandaletten mit kleinem Pailletten vorne auf dem Riemen. Auch Luisa kaufte ein Paar Leggings in Violett und Weiß und passend dazu ein Shirt mit Spitze sowie ein Badeanzug. Nebenbei frage Luisa ob Félicie die Sachen auch gefallen. Diese grinste nur und nickte. Wobei Luisa die Sachen von ihrem Taschengeld bezahlen musste. Beide strahlten über das ganze Gesicht. Sie liefen noch etwas durch die Stadt. Irgendwann blieb Félicie stehen und meinte, dass ihr das alles bekannt vorkam. Und erklärte einige Sachen, wo was zu finden ist. Konnte sich aber trotzdem nicht erinnern, wo Simon wohnte.
Auf dem Rückweg bemerkte Luisa, wie eine Frau sie eine Weile beobachtet und auch ein Stück folgt, aber in der Menschenmenge irgendwann nicht mehr sah. Sie dacht sich aber nichts weiter dabei.
Liebe Grüße
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Re: Jazorina

Post 8 im Thema

Beitrag von Lorelai74 »

Toller, spannender neuer Teil.
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JanaH
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Re: Jazorina

Post 9 im Thema

Beitrag von JanaH »

(ap) sehr schön, Du hast eindeutig Talent zum Schreiben. (yes)
Renée
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Re: Jazorina

Post 10 im Thema

Beitrag von Renée »

JanaH hat geschrieben: So 8. Jul 2018, 20:47 (ap) sehr schön, Du hast eindeutig Talent zum Schreiben. (yes)
Hallo Jana
Danke für die Blumen. (flo)
Aber ich denke, so weit her ist es damit nicht, sonst wäre ich damit schneller fertig gewesen. Von den vorhanden Rechtschreibfehlern mal ab gesehen. Wer welche findet darf sie behalten :) oder mir unauffällig per PN mitteilen.

Es freut mich natürlich ungemein, dass euch gefällt. Ich muss dazu sagen, ich habe einige Zeit mit mir gehadert diese Geschichte zu veröffentlichen.
Liebe Grüße
Renée

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Re: Jazorina

Post 11 im Thema

Beitrag von Renée »

4. Die erste Tanzstunde

Am nächsten Tag nach dem Frühstück zogen sich die Kinder für das Training um. Simon wieder ganz als Félicie. Eigentlich tauchte dieser seit dem Einkauf am Vortag nicht mehr auf. Félicie war total aufgeregt. Sie zog sich die Ballettkleidung an. Einzig Simons kleiner Freund stört etwas die Optik. Glücklicherweise kaschierte die Strumpfhose das meiste. Sie betrachtete die kleine Ballerina im Spiegel und es gefiel ihr richtig gut. Luisa konnte die Aufregung nicht übersehen und grinste nur. Bei den Haaren half sie etwas beim Stylen. "Hey du sieht toll aus und machst Félicie alle Ehre." Gemeinsam gingen sie zum kleinen Tanzsaal der Schule.
Frau Beljajew begrüßte sie und fragte wie lange sie schon tanzt. Félicie druckst etwas rum und antwortet dann "Ich glaube noch gar nicht. Aber die fünf Grundpositionen kenne ich schon.", beeilte sie sich intuitiv hinzuzufügen. Irgendwie hatte sie das Gefühl, dass sie das tatsächlich schon mal gemacht hatte.
"Ok, das werden wir nachher sehen. Also erstmal Erwärmung." Alle stellten sich in der ersten Position an die Stange. Die ersten Bewegungen gingen noch recht gut, weil das Tempo recht langsam war. So konnte sie immer abgucken was die andern machten. Die anschließenden Dehnungsübungen steigerten die Anforderungen schon sichtlich. Dann trug die Lehrerin den Mädchen eine Kombination von verschieden Schritten auf. Félicie war erleichtert als die Lehrerin sie zu Seite nahm, die französischen Begriffe sagten ihr gar nichts. Nun sollte sie die Grundpositionen zeigen. Sie gab sich Mühe, wusste nur nicht woher sie das eigentlich kannte. Leider war die Lehrerin nicht zufrieden damit. Sie korrigiert das Ausdrehen der Füße, wie die Beine und Knie richtig durchgestreckt werden und zusammenstehen müssen. Félicie war einigermaßen niedergeschlagen. Sie hatte sich das leichter vorgestellt. Aber gleich aufgeben war auch nicht Ihr Ding. Nach dem die Lehrerin ihr eine Schrittabfolge der Grundschritte vorgeben hatte, welche sie nun über sollte, holte sie eins der größeren Mädchen, um sie anzuleiten. Währenddessen bekamen die Anderen weitere Schrittfolgen vorgegeben. Aber auch hier wurde hier und da die Bein- und Armhaltung korrigierend. Félicie merkte schnell, dass das andere Mädchen dazu überhaupt keine Lust hatte und sie daher wegen jeder Kleinigkeit ziemlich unwirsch berichtigte.
Die Stunde war zu Ende und die Mädchen geschafft. Luisa kam zu Félicie "Ich fand, du hast dich gut geschlagen".
"Danke, aber das ist je eine echte Zicke."
"Wie Frau Beljajew? Ich finde sie großartig."
"Nein, Claire oder wie sie heißt. Ich hätte echt nicht gedacht, dass das sooo anstrengend ist. Können wir beide nicht nächste Stunde üben?"
"Ok, ich werde fragen, aber glaube nicht, dass du es bei mir leichter hast und außerdem müssen wir noch an deinen Bewegungen arbeiten. Da sieht man doch zu sehr, dass da drunter ein Junge steckt.", lachte sie und beide gingen zum Zimmer zurück. Luisa ging vor und Félicie versucht es ihr gleich zu tun. Beide kamen dabei aus dem Lachen nicht wieder heraus, weil auch Luisa überspitz versuchte sich wie ein Junge zu bewegen. Félicie war total happy. Nach dem Duschen und Umziehen hätte Félicie weitertanzen können, so aufgeputscht war sie. Vom kommenden Muskelkater ahnte sie allerdings noch nichts.
Am nächsten Trainingstag konnten die beiden nach der Erwärmung wirklich zusammen üben. Das brachte aber beiden eine strenge Ermahnung der Lehrerin ein, weil sie sich zwischendurch das Lachen gerade so verkneifen konnten und nicht richtig bei der Sache waren. Am Ende der Stunde musste sie die Grundpositionen vorführen. Zu ihrer Erleichterung war die Lehrerin mit ihr fürs erste zufrieden, dass sie weiter üben musste, war schon klar, aber stolz war sie auch. Als die anderen Mädchen schon den Saal verließen, erklärte die Lehrerin wo sie ihre Haltung noch verbessern musste. Es dämmert Félicie, dass Technik das eine war, Ausdauer und Disziplin das andere.


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Schönen Sonntag noch.
Liebe Grüße
Renée

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Lorelai74
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Re: Jazorina

Post 12 im Thema

Beitrag von Lorelai74 »

Ja ja..
Ballett ist nix für Prinzessinnen..
das ist harte Arbeit.

Tolle Fortsetzung
VLG
Lorelai
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Renée
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Re: Jazorina

Post 13 im Thema

Beitrag von Renée »

5. Stromausfall

Luisa und Félicie waren im Zimmer und lasen oder, spielten am Tablet - das Internet funktionierte wieder. Eigentlich wollten sie den Nachmittag mit anderen Mädchen draußen im Park verbringen, doch seit dem Morgen waren die Temperaturen draußen stark gefallen und der Wind wurde sehr ungemütlich. Wo sonst eher kurze Klamotten angesagt waren, hatte sich Luisa ihren Jumpsuit angezogen und darüber noch ein weißes Bolero-Jäckchen. Félicie blieb erstmal bei ihrem Batik-Shirt mit riesigen Fledermausärmeln und der kurzen Jeans-Hotpants um dann irgendwann festzustellen, dass sie sich unbewusst beim Lesen unter die Decke verkrochen hatte. Nach kurzem Überlegen ergänzte sie ihr Outfit um ihre Ballettstrumpfhose. Die erholsame Ruhe wurde jäh durch eine aufgeregte Marie unterbrochen, welche rüber gestürmt kam und sich beschwerte, dass ihr Gespräch mit ihren Eltern unterbrochen wurde. Auch Luisas Tablet hatte keine Internet-Verbindung mehr. Der Strom war offensichtlich im gesamten Gebäude ausgefallen. Nur die Notbeleuchtung brannte noch auf den Fluren und gab mit dem Heulen des Sturmes draußen eine gespenstische Kulisse ab. Chiara, eine weitere Mitschülerin von Luisa, war schon auf dem Flur, um nachzusehen, was los ist. Da die digitale Technik jetzt komplett nutzlos war, traf sich die vier ausnahmsweise alle im Gemeinschaftsraum wieder. Hier lagen noch ein paar selten genutzte Brettspiele rum. Félicie schnappte sich als erste die UNO-Karten und teilte für alle Karten aus und wartete darauf, dass der Strom wiederkam. Nach einiger Zeit wurde es den Kindern zu langweilig und sie beschlossen zu erkunden, was die anderen gerade so machten. Auf dem Weg, durch die fast dunklen Gänge, trafen sie auf die Rektorin und den Hausmeister, welche sich gerade unterhielten.
"Die Freileitung hat es offensichtlich erwischt und der Solaranlage auf dem Dach fehlt die Sonne. Dafür haben wir Wind ohne Ende. Ich sag doch immer Windkraft ist die Zukunft, aber nein."
"Ok Eddie, ich setzt die Windkraftanlage auf die Weihnachtswunschliste, gleich nach dem Fluxkompensator.", kam der ironische Konter. "Hallo Kinder, keine Sorge, das wird schon wieder. Bleibt bitte alle im Gebäude. Wir sehen, wie wir das Problem lösen können."
"Na, das wird eine spannende Nacht. Dann machen wir eine Taschenlampenparty oder erzählen uns Gruselgeschichten.", schlug Félicie spontan und völlig entspannt vor. Die anderen schauten sie entgeistert an, wie sie bei den Nachrichten so gelassen bleiben konnte.
"Spinnst du, mir ist schon mulmig genug, da brauche ich keine Gruselgeschichten mehr.", meinte Chiara empört. Luisa grinste heimlich. Die tiefdunklen Wolken sorgten dafür, dass es trotz Hochsommer schon ziemlich früh dunkel wurde und es in der Mensa auch entsprechend düster war.
"Mensch, da sieht man je gar nicht, was es zu essen gibt.", stellte Marie fest, die schon den ganzen Weg hierher am Meckern war und sich am laufenden Band beschwerte, wie es kein Strom geben konnte und ihr Handy nicht funktionierte. Félicie ging in die Küche und frage ob es nicht ein paar Kerzen gibt, aber der Koch schüttelt nur genervt den Kopf.
"Doof. Das gäbe dem Raum etwas Stimmung. Oder? Ich frag mal die Rektorin, vielleicht hat die ein paar Kerzen. Die wohnt doch hier.", schlug sie vor.
"Das Blöde ist nur, dass Kerzen und offenes Feuer hier eigentlich verboten sind.", gab Chiara zu bedenken.
Félicie machte sich trotzdem auf dem Weg. Die anderen holten sich ihre Abendessen und tapsten durch den halbdunklen Raum und setzten sich an eins der Fenster um wenigsten etwas Licht zu habe. An die Scheiben peitschte der Wind mittlerweile dichte Regentropfen. Nach einer gefühlten Ewigkeit kam Félicie mit einer Packung Teelichtern und einem Feuerzeug zurück.
"Hier. Habt ihr mir noch was zu essen übriggelassen?", fragte sie und packte die Kerzen auf den Tisch. Sie grinste stolz und zwinkerte Luisa zu. An der Essensausgabe gab ihr der Koch noch ein paar kleine Teller mit dem Hinweis die Teelichte daraufzustellen. Félicie und Luisa verteilten die Kerzen auf ihren und zwei weiteren Tischen. Langsam kamen auch die restlichen Ferienschülerinnen zum Essen und staunten nicht schlecht, als sie die mit Kerzen beleuchtet Mensa betraten.
"Ich wusste doch, dass es mit einem Jungen hier interessant wird.", flüstere Luisa gut gelaunt zu Félicie.
"Iiiii. Was ? Wie? wo ist ein Junge? Ich sehe keinen.", gab diese gespielt verwundert zurück.
"Du weißt, wie ich das meine. Ich rede von dir."
"Simon ist aber gerade nicht da und warte auf einen Geistesblitz um wieder bei Mama und Papa zu sein. Wenn ich mich nur erinnern könnte.", gab sie unumwunden zurück.
In ungewohnter Weise rückten alle etwas zusammen, wo sonst die meisten schnell wieder in ihre Zimmer schwanden oder sich in kleine Grüppchen in den Gemeinschaftsräumen am Abend verkrochen hätten. Nur Félicie setzte sich auf das Fensterbrett legten den Kopf ans Fenster und schaute dem Unwetter verträumt zu. Auch die Rektorin und der Hausmeister kamen, von ihr unbemerkt dazu.
"Hi, wie geht es dir? Alles in Ordnung?", fragte die Rektorin leise und legt ihr die Hand auf die Schulter.
Diese schreckte aus ihren Gedanken auf und meinte nur, "Geht so und ja alles in Ordnung."
"Setz dich doch zu uns!"
"Nachher. Ich find es schön dem Regen und dem Wind zu zusehen."
"Ich möchte aber nicht, dass du hier so alleine sitzt."
"Kein Problem.", lächelte sie die Rektorin an.
"Oder kommst du mit den anderen doch nicht klar?"
"Nein, es ist wirklich alles ok. Bis auf mit der Meckertrine Marie, komme ich mit allen gut aus. Wie kann man da nur so einen Wirbel machen, wegen ein wenig Unwetter.", meinte diese. Und versuchte damit aber nur ihre Sehnsucht, wieder nach Hause zu kommen, zu überdecken. "Ich bin das nur nicht gewohnt, so mitten drin zu sein. Wissen Sie, ich hatte gerade den Gedanken, wenn ich zu Hause wäre, würde ich auch am Fenster sitzen und einfach nur raus sehen. Ähm, nein nicht am Fenster ich glaube, es wäre in einem Wintergarten. Ansonsten denke ich darüber nach was meine Eltern jetzt machen, außer schreckliche Sorgen."
"Du denkst also du lebest in einem Haus mit Wintergarten. Das ist doch mal ein Anfang. Ok, dann schau noch etwas raus, vielleicht hilft dir das, etwas Ordnung in deinen Kopf zu bringen."
Nach einiger Zeit kam Félicie aber doch zu den anderen. Es war so dunkel geworden, dass man noch nicht mal Karten spielen konnte. So beendete die Rektorin die Party und schicke alle auf ihre Zimmer.
"Félicie und Luisa bleibt bitte noch. Ich möchte mit euch alleine sprechen." Doch auch Chiara wartet noch.
"Hast du noch was Chiara?"
"Ich habe Angst. Ich will nicht allein schlafen." Sagte sie sichtlich verängstigt.
"Du kannst zu uns kommen.", schlug Luisa vor.
"Ich hatte eigentlich den Gedanken, dass du und unser Gast bei mir schlaft. Ich würde dich ungern heute Nacht alleine lassen." Und schaute dabei Félicie an. Diese gab zurück, dass sie gar nicht alleine sei.
"Nein, ich bestehe darauf. Und Chiara du kannst auch mit, wenn du willst. Ich weiß zwar noch nicht wie wir das anstellen, aber mir fällt schon was ein. Macht euch Bett fertig, holt eure Decken und Kissen und kommt zu mir." Als die Kinder in der Wohnung der Rektorin ankamen, hatte diese schon die riesige Eck-Couch zu einem Schlaflager umgebaut. Auf dem kleinen Tisch flackerten diesmal elektrische Teelichter und erhellten den Raum ein wenig. Chiara stürzte sich gleich in die Ecke und bettet Ihre Puppe auf ein kleines Kissen. In der Mitte baute Luisa ihr Lager auf und daneben Félicie.
"So was machen wir jetzt?" fragte Luisa.
"Schlafen natürlich.", gab die Rektorin bestimmend zurück.
"Ich bin aber noch putzunter.", protestierte Luisa.
"Wir könnten noch eine Geschichte lesen. Blöderweise habe ich mein E-Book im Zimmer gelassen."
"Gute Idee. Du kannst es doch noch holen.", kam der Vorschlag.
"Was alleine? Gehe ich nicht.", entgegnete Chiara. Frau Navarro lenkte ein und so begleitet Félicie Chiara durch die dunklen Flure und Treppenhäuser. Die Wohnung lag im Dachgeschoß des ältesten Gebäudeteils der Schule und so mussten sie erstmal die alte knacksende Holztreppe runtertapsen. Die Schattenspiele der kleinen Taschenlampe trugen ein Übriges dazu bei Chiara einen Schauer über den Rücken zu jagen.
"Hast du keine Angst? In welcher Klasse bist du eigentlich, ich habe dich noch nie hier gesehen?"
"Angst, warum? Der Sturm stört mich nicht und ich bin hier nicht in der Schule. Bleib nur für ein paar Tage."
"Mir geht dieser Sturm schrecklich auf den Keks. Ehrlich, zu Hause hätte ich mich bei meinen Eltern im Bett verkrochen."
"Hey, komm jetzt bist du bei uns. Ist doch auch cool oder? Ich weiß, es nicht das gleiche wie zu Hause, aber besser als gar nichts."
Auf dem Rückweg holte Félicie noch die kleine Plüsch-Schildkröte.
"Du sahst in der Mensa so traurig aus, aber das Unwetter stört dich nicht. Was ist mit dir?"
"Glaub mir, ich würde jetzt auch liebend gerne zu Hause sein." Und dacht dabei aber anderseits, dass es wahrscheinlich die besten Ferien sind die Simon jemals hatte.
Sie kuschelten sich in die Decken ein und lasen sich gegenseitig noch Geschichten aus Chiaras Buch vor. Als erstes schlief Luisa ein. Kurz darauf alle. Am nächsten Morgen weckte das laute durchdringende Geräusch einer Kettensäge Luisa und Félicie. Ein wenig verpeilt räkelten sie sich, nur Chiara schlief noch tief und fest.
"Wie spät ist es?"
"Kein Plan, aber mein Magen sagt, es ist Frühstückszeit. Lass uns sehen, was in es der Mensa gibt. Vorher müssen wir aber noch die Schlafmütze dort wecken.", stellte Félicie fest und stupste Chiara vorsichtig ein paar Mal an. Langsam regte sie sich. Durch das Fenster sah man überall abgebrochene Äste und umgestürzte Bäume. Solche Stürme kamen leider immer häufiger vor. Der Strom fehlte immer noch. An der Tafel an der sonst die Mittagsmenüs standen, war an diesem Morgen zu lesen "Training fehlt aus. Treffen um 10 Uhr am Hintereingang zum Aufräumen." Was prompt wieder zu einer Schimpftriade von Marie führte und Félicie zu der Bemerkung, "Da ist wieder unsere Prinzessin auf der Erbse.", veranlasste. Ohne Strom gab es keinen warmen Toast und auch der Kakao blieb kalt. So war das Frühstück schnell beendet. Félicie ging noch mal zu Zimmer zurück und zog sich um. Als Félicie am Hintereingang ankam, zog sie einige verwunderte Blicke aus sich, denn so in Simons dunkler Cargo-Hose und weinrotem —T-Shirt sah sie für die anderen recht ungewohnt aus. Die Rektorin verteile gerade die Aufgaben und sah sie erstaunt an. "Nanu, Si..", aber Sie beendete den Satz nicht, weil Félicie heftig mit dem Kopf schüttelte. "Und ich dachte Simon wäre wieder da.", flüsterte sie jetzt leise.
"Ist er auch, aber das muss doch keiner wissen. Ich werde mir doch nicht in dem Chaos die neuen Klamotten versauen. Da dachte ich, diese wären besser geeignet. Also was soll ich tun?"
Die Rektorin deutet auf den Hausmeister und Félicie rannte los und half die kleineren Äste von der Straße zu räumen. Da das Mittagessen nicht wie geplant gemacht werden konnte, wurde auf der Wiese aus dem vielen Bruchholz ein kleines Lagerfeuer gemacht und in einem riesigen Kessel ein Eintopf improvisiert. Alle waren froh als endlich das Essen fertig war. Die Sonne schien wieder aus allen Knopflöchern und es wurde unerträglich heiß. Die Rektorin setzte sich zu Félicie und fragte ob es ihr jetzt besser ging. Sie nickte und grinste sie an. Luisa stellt aber fest, dass sie ihn in den Klamotten mittlerweile eigenartig fand. Auch Luisa bearbeitet sie, dass sie sie trotz der Sachen mit Félicie ansprach. Was sie widerwillig tat. Erst als beide im Zimmer sich umzogen, entspannte diese sich etwas.
"Also, wenn ich es nicht besser wüsste, hätte ich gesagt, dort draußen ist jemand anders gewesen, nicht du. Ich dachte Simon und Félicie sind eins, aber jetzt bin ich mir nicht sicher."
"Stimmt wohl das Sprichwort "šKleider machen Leute"˜. Ich kann es dir nicht erklären. Ich hoffe du bis jetzt nicht enttäuscht.", sprach sie und zog sich die türkise Capri, ein weißes T-Shirt und die neuen Sandaletten an.
"Nur verwirrt.", gab diese zurück.
Liebe Grüße
Renée

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Re: Jazorina

Post 14 im Thema

Beitrag von Lorelai74 »

☺️
Stimmiger neuer Teil.
Du schreibst schön anschaulich!!
Dankeschön
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Re: Jazorina

Post 15 im Thema

Beitrag von Renée »

6. Baden
In den nächsten Tagen verbrachten sie in der Schule und dem weitläufigen Gelände. Eigentliche waren für die verbliebenen Schülerinnen Ausflüge geplant, durch die erheblichen Verkehrsstörungen und landesweiten Systemausfälle wurden diese abgesagt. So wurden die Ferienspiele auf die nähere Umgebung verlagert. Und der alte geflutet Tagebausee hatte einen schönen Strand und die Umgebung boten viele Möglichkeiten die Tage zu verbringen.
So wartet Luisa und Félicie beim Frühstück auf Antonia aus der 10 Klasse und fragten ob sie gemeinsam mit ihr zum See gehen könnten. Alleine durften sie das Schulgelände nicht verlassen. Antonia war aber alt genug und konnte kommen und gehen wann sie wollte so lange Sie um 23 Uhr wieder zurück war. Als die Mädchen sie fragten, seufzte sie laut aber antwortet, "Ok, aber wehe ihr nervt, dann schicke ich euch zurück und ich habe kein Bock euch alles dreimal zusagen. In einer halben Stunde treffen wir uns am Ausgang und sagt der Rektorin Bescheid."
"Super, danke."
Als sie im Zimmer waren. Fragte Félicie, "kann ich deinen violetten Bikini mit dem Röckchen habe?"
"Ja, aber willst du nicht lieber den Speedo Badeanzug anziehen."
"Ich hoffe, man sieht damit meinen kleinen Freund da unten nicht so. Wenn wir alleine oder mit der Rektorin baden würde, wäre es mir egal, aber so."
Etwas widerstreben gab Luisa ihr den Bikini und zog selbst den Badeanzug an. Über die Badesachen zogen beide ihre Sommerkleider. So warteten sie eine Weile am Ausgang und befürchtete schon Antonia wäre ohne Sie schon los. Mit 15 Minuten Verspätung war sie endlich da, in einem knappen weißen trägerlosen Bikini und einem dünnen Tuch welches sie um die Hüften gebunden hatte, die langen welligen Haar offen. Für jeden hatte sie ein Lunch-Paket in der Hand. Sie mussten eine Weile laufen und der Waldweg war sehr uneben. So waren sie am Strand fix und fertig. Antonia drapierte in aller Ruhe ihr großes Handtuch, während die anderen sich schnell ihre Kleider auszogen und einfach hinschmissen um ins Wasser stürmten. Antonia folgt ihnen langsam und schwamm ziemlich weit auf den See raus. Als sie zurück war, rief sie auch die Mädchen raus. Ihre blauen Lippen waren nicht zu übersehen.
"Ach menno.", rief Luisa.
"Entweder ihr hört oder ihr geht gleich zurück und ich mache so etwas nie wieder.", gefolgt von einem bösen Blick.
"Die ist ja strenger als meine Mutter.", flüstere Félicie genervt, zitterte aber dabei am ganzen Körper. Sie trockneten sich also ab und Félicie verschwand kurz in die Büsche. In der Zeit hatte Luisa ihre Decke mit einem Quantas Logo drauf ausgebreitet. Als sie wiederkam, cremten sie sich gegenseitig mit Sonnenmilch ein.
"Bis jetzt hast du dich ziemlich gut als Mädchen gemacht.", flüsterte ihr Luisa dabei zu, "aber den Luxus im Stehen zu pieseln, den haben nur Jungs."
"Oh, ich dachte mich sieht keiner. Es ist einfach so praktisch. Für "˜s nächsten Mal merke ich es mir.", kam kichernd die Antwort.
"Kommt deine Erinnerung wieder?", fragte Luisa. Félicie sah sie fragen an. "Na, du hast vorhin gemeint Antonia sei strenger als deine Mutter."
Félicie überlegte, "Nicht wirklich.", und grub in Gedanken im Sand.
Nach einer Weile bemerkte Luisa, "Das ist aber eine niedliche Sandburg. Machst du sowas immer noch."
"Warum nicht. Ich habe gerade nichts zu tun und wenn ich mit meiner Familie am Stand bin, dann helfe ich meiner kleinen Schwester auch immer eine zu bauen."
"Du hast also eine Schwester. Wie heißt sie?"
"Florise.", kam strahlend die Antwort.
"Florise und Félicie klingt ja süß. Na, das wird doch und weiter?"
"Weiter? Weiter weiß ich nicht."
"Vielleicht weiß du auch den Namen deiner Eltern. Das wäre doch ein Anfang."
"Mama und Papa.", lachte Félicie.
"Nein, das meinte ich nicht."
"Ich weiß, ich überlege weiter. Los las uns UNO spiele. Ich muss mich ablenken."
Antonia hatte keine Lust darauf und ließ sich lieber weiter die Sonne auf Körper scheinen. Nach ein paar Runden zu zweit gesellte sie sich doch dazu.
"Luisa wann fährst du mit deinen Eltern in den Urlaub oder bleibst du die ganze Zeit hier?"
"In zwei Wochen fliegen wir wieder nach Fuerteventura. Da freue ich mich schon das ganze Jahr drauf."
Félicie zuckte zusammen, dass Luisa mal nicht da sein könnte so lange sie hier ist, daran hatte sie noch nicht gedacht. Und Chiara, mit der sie sich auch gut verstand, war am Vortag abgereist.
Antonia bemerkt wie diese erschrak. "Hey, keine Angst Kleine ich bleib die ganze Zeit hier. Wir können dann auch gern noch gemeinsam baden gehen. Ok? " Das tröstet Félicie etwas. Aber schon den ganzen Morgen überlegte sie, warum ihr Antonia so vertraut vor kam. Es musste etwas mit dem Sturmabend zu tun haben. Die Begegnung in der Mensa alleine konnte sie sich nicht vorstellen. Dort hatte sie Antonia kam beachtet. Auch beim Tanzen war sie ihr nur durch das schwarze Trikot aufgefallen, welches offensichtlich die höheren Klassen trugen. Das Gesicht wirkte mit dem offenen welligen Haaren viel freundlicher als sonst. Antonia strahlte in diesem Moment eine unheimlich beruhigende Wirkung aus. Schon vor einiger Zeit bewunderte Félicie die teilweise kunstvoll geflochtenen Haare der Schülerinnen beim Training. Luisas Frisur war da eher pragmatisch und schnell. Gut ihre Haare waren auch verhältnismäßig kurz. Félicies kurze Fusseln waren dagegen aber die absolute Ausnahme und mussten einfach auffallen.
"Bist du gar nicht zu Hause?".
"Das nächste Wochenende bin ich mal wieder bei meiner Mam. Mal sehen wie das wird? Sie muss erstmal ihr Leben wieder in den Griff bekommen. Alles ziemlich kompliziert."
Sie erzählen noch weiter und gingen noch einige Mal schwimmen. So verging der Tag und sie machten sich wieder auf den Rückweg. Als sie so nebeneinander gingen merkte sie wie ihre Haut spannte und eine deutliche Rötung abgenommen hatte, trotz Sonnencreme. Luisas südländischer Taint war einfach nur etwas dunkler geworden. Félicie beneidet sie darum. Simons gesunde Bäcker — Bräune war sonst kein Thema aber jetzt kam schon ein gewisser Neid auf.
Regelmäßig schaute die Rektorin bei den Kindern vorbei. Irgendwann fragte Luisa, "Was ist, wenn seine Eltern nicht rechtzeitig bis zu Schulanfang hier sind?", fragte Luisa.
"Dann muss Simon in eine Pflegefamilie in der Stadt. Aber das kann ich mir nicht vorstellen. Sie werden schon nach ihm suchen. Und die Erinnerung kommt doch auch langsam zurück."
"Kann sie nicht hierbleiben? Bei uns, beim mir? Bitte."
Die Rektorin schwieg und schüttelte mit dem Kopf.
"Kann sie nicht einfach den Test mitmachen?"
"Sie ja, aber er nicht, auch wenn Simon im Augenblick wie ein Mädchen aussieht, ist er ein Junge und wir sind hier im Augenblick nur ein Internat für Mädchen, und einfach nur als Mädchen gekleidet sein reicht nicht für einen Extrabraten. Leider. Und du weißt ich versuche seit einiger Zeit diesen Unsinn abzuschaffen." Damit war die Diskussion erst einmal beendet.
Liebe Grüße
Renée

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