Ich fühle mich nicht mehr sicher

Aber meine Devise ist momentan - jeden 2. Monat a Packerl Munition zurücklegen - gegen schlechte Zeiten.

So - genug geblödelt.
Ich will hier auch nicht den Teufel an die Wand malen. Aber, wenn ich nach Nürnberg/Fürth fahre - zwecks Heimweh - muss ich auch regelmäßig die Beobachtung machen,
daß es unserer ach so sicheren und wohlgenährten Gesellschaft in Deutschland gar nicht mehr so gut geht. Fahrt einfach mal mit den Öffentlichen und schaut Euch die Menschen mal genau an.
Oder - seht Euch doch mal die Verdienstbescheinigungen an, die Ihr in den letzten Jahren oder Jahrzehnten angesammelt habt.
Ich werdet feststellen, daß Ihr jetzt (in bereinigter Form) weniger verdient, bzw. zu Verfügung habt, als vor 10 oder 20 Jahren. Was wurde denn alles so den Bach ab geschickt?
Weihnachtsgeld - Teile des Urlaubsgeldes - Fahrkostenerstattung wurde reduziert, u.a. .
Krankenkasse, Arbeitslosenbeitrag und Lohnsteuer sind ja auch "gesunken".
Von den Preisen für Strom, Miete, Heizung, Riester, usw. will ich jetzt gar nicht anfangen.
In Deutschland wäre ich seit der Pleite meiner alten Firma jetzt wahrscheinlich seit 2007 langzeitarbeitslos - weil zu alt - und zu teuer.
Mein Kollege und Freund ist das jetzt. Er ist jetzt 61 und man möchte ihn jetzt in die Rente schicken - mit Abschlägen natürlich.
Dem Nächsten, der mir erzählen will, daß wir länger arbeiten müssen knall ich eine - und wenn er fragt warum, kriegt er gleich noch eine.
Glaubt mir - ich mach das! Die anschließende Anzeige nehme ich als Auszeichnung.
Ich habe keine Ahnung mehr, wie viele Bewerbungen wir zusammen gestrickt haben - es sind bestimmt Hunderte. Und - nichts - einfach nichts.
Zum Teil waren da sehr kreative Absagen dabei - nur um nicht die Wahrheit nennen zu müssen.
Ihr könnt Euch sicherlich vorstellen, wo sein Selbstwertgefühl jetzt liegt. Und das bei seiner Bildung und seinem beruflichen Werdegang.
Wäre er einfacher gestrickt, würde er bestimmt AFD wählen. Da er aber ein gebildeter Mensch ist, macht er das nicht. Ich würde es ihm aber nicht übel nehmen, wenn er es tun würde.
Mich wundert diese Entwicklung in keinster Weise.
Unser politischer Apparat ist so sehr mit sich selbst und seinem Selbsterhalt beschäftigt, daß für den Rest des Volkes eigentlich keine Zeit und keine Aufmerksamkeit mehr bleibt.
Wenn ich lesen muß, wie viele Milliarden wir wieder für werweiswas, oder werweiswen zum Fenster rausgeschleudert haben, wird mir regelmäßig ganz schlecht.
Ich muß mich da Christine anschließen - erst wenn es bei uns rund läuft, können wir Ressourcen für Andere Zwecke verwenden.
Für mich eigentlich eine einfache Milchmädchenrechnung. Im Privaten kann ich doch auch nicht so handeln. Da würde mir die Bank ganz schnell den Strick um den Hals legen.
So - jetzt dürft Ihr mich für meine negative Weltsicht schimpfen.
Christiane