Wie ich zu CD kam - eine kleine Geschichte
Wie ich zu CD kam - eine kleine Geschichte

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crosser_fisch

Wie ich zu CD kam „ eine kleine Geschichte

Post 1 im Thema

Beitrag von crosser_fisch »

Ich habe schon viele "Geschichtsabteilungen" hier im Forum gelesen. (Die realen sind mir am liebsten, weil man dann weiß, dass alles wirklich so passiert ist!)
Aber da ja jede Geschichte anders ist, ist es besser, sie in einem neuen Thema zu schreiben, behandeln, diskutieren, etc..
dann geht's mal los :)

Kurz zu mir: Bin jetzt 28.

Kleine Vorgeschichte:

Immer wenn ich mir Kleidung aus dem Katalog bestellte, oder mir meine Mutter etwas vom Geschäft mitbrachte, - sie war Modefachverkäuferin in einem Modegeschäft - , und ich dann die Sachen anprobierte, sagte meine Mutter immer zu mir: "das hängt an dir wie ein Sack!", vor allem sagte sie das immer bei T-Shirts, Pullovern und Hosen.

*Was für ein ermunternder Satz*, dachte ich mir da immer.

Da mir die Hosen zwar von der Länge her gepasst haben, aber nie von der Weite, wurde natürlich auch das immer erwähnt. "Dir passt auch keine Hose".
Für Herren gibt es halt selten, fast nie, Hosen in W28! Muss den Großteil der Hosen immer mit Gürtel, und den immer im letzten Loch, tragen!

Den oben genannten Satz ließ ich mir ein paar Mal durch den Kopf gehen, begleitet von dem Gedanken über den Schnitt von Herrenkleidung, - wenn man da überhaupt von sowas wie Schnitt sprechen kann -, gefolgt von dem Gedanken mich mehr oder weniger mal in der Damenabteilung umzusehen.
Mir ist und war natürlich schon immer bewusst, dass es dort schmälere Weiten bei den Hosen gibt. Also wie gemacht für Leute wie mich, könnte man meinen.

Auch habe ich mich mittlerweile dabei ertappt, wie ich die Frauen/Mädchen darum beneide, dass sie alles tragen "dürfen".
Bei Damenmode sieht nichts so aus als wäre es zu groß oder zu weit oder sackig oder so.
Auch die Schuh Auswahl bei den Damen ist vielfältiger und bunter. Aber ich bin nicht so für knallige Farben muss ich sagen.

- nun der Hauptteil -

Zuerst, mit so ca. 26, habe ich mir dann mal zwei paar Schuhe aus der Damenabteilung bestellt. Halbschuhe. Sehen mehr so Unisex aus, bei denen man jetzt nicht unbedingt sagen kann, dass das Mädchen/Damenschuhe sind. Demnach trage ich sie auch Öffentlich.
Kurz darauf, es war gerade Fasching, bin ich mal in High heels gestöckelt. Zuerst nur zu Hause um zu üben, aber zu meiner Überraschung konnte ich sofort gut drauf laufen. Obwohl sie schon relativ hoch waren (14cm). War ein herrliches Gefühl auf hohen Hacken zu laufen. Hab sie aber letztendlich doch nicht draußen getragen. Hätte es eigentlich schon wollen, aber hatte, und habe, noch zu viel Angst vor den Reaktionen des Umfeldes.

Ungefähr ein Jahr später habe ich mir dann 3 Jeanshosen bestellt. Alle Skinny. Also Röhren. Natürlich aus der Damenabteilung.
Ich kann euch sagen ein herrliches Gefühl, Hosen zu tragen die einem - ohne Gürtel — passen "¦ und der Stoff ist auch ein wenig weicher. Wohl wegen der Zugabe von Elasthan.

Aber bislang trage ich sie leider immer nur "heimlich" :cry: wenn meine Eltern nicht da sind, (wohne halt noch Zuhause) und schon gar nicht Öffentlich. (Angst vor den Reaktionen der Masse und so)
Und weil ich weiß, dass meine Eltern dies nicht akzeptieren würden. (Deswegen trage ich auch noch hauptsächlich, die in meinen Augen, langweilige Herrenkleidung.) Besonders nicht mein Vater. Er ist da noch mit dem klassischen Konservativen Bild erzogen worden und daran hält er auch fest. Schubladendenken könnte man da sagen. Wie es halt viele Leute noch tun, was ich ehrlich gesagt nie Verstehen werde.
(und dabei sagt man, die Leute seien heutzutage schon viel toleranter geworden)

Wie gern würde ich auch das anziehen "dürfen", was die Mädels tragen. :cry: Natürlich nur das was mir gefällt. Ohne "Angst" vor doofen Kommentaren, bloßgestellt, vielleicht Verachtet oder irgendwie anders deswegen "verletzt" zu werden!

So.
Ich denke jetzt habt ihr einigermaßen einen Einblick in meine Gedanken hierzu. :lol:
colibri
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Re: Wie ich zu CD kam „ eine kleine Geschichte

Post 2 im Thema

Beitrag von colibri »

Hallo crosser_fish,

deine Geschichte kommt mir in Teilen bekannt vor (als meine eigene). Da ich Jeansweite W26 (manchmal W25) trage, weiss ich was Du meinst und die "an dir passt nichts" etc. kenne ich auch.
Mich hat mal eine Verkäuferin im Laden angeboten, mal was aus der Damenabteilung zu probieren. Da habe ich gemerkt, dass tatsächlich Sachen gibt, die mir passen. Seitdem gibt es für mich keine Herrenabteilung mehr.

Grüße,
colibri
Dolores59
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Re: Wie ich zu CD kam „ eine kleine Geschichte

Post 3 im Thema

Beitrag von Dolores59 »

Hi crosser_fish,

danke für den Mut, Deine Geschichte hier aufzuschreiben. Eine Geschichte, wie sie viele so oder ähnlich erlebt haben bzw. erleben. Ich vermute, dass es unzählige Menschen gibt, die Deine Gedankengänge genauso durchgemacht haben:
Aber bislang trage ich sie leider immer nur "heimlich" :cry: wenn meine Eltern nicht da sind, (wohne halt noch Zuhause) und schon gar nicht Öffentlich. (Angst vor den Reaktionen der Masse und so)
Und weil ich weiß, dass meine Eltern dies nicht akzeptieren würden. (Deswegen trage ich auch noch hauptsächlich, die in meinen Augen, langweilige Herrenkleidung.) Besonders nicht mein Vater. Er ist da noch mit dem klassischen Konservativen Bild erzogen worden und daran hält er auch fest. Schubladendenken könnte man da sagen. Wie es halt viele Leute noch tun, was ich ehrlich gesagt nie Verstehen werde.
(und dabei sagt man, die Leute seien heutzutage schon viel toleranter geworden)

Wie gern würde ich auch das anziehen "dürfen", was die Mädels tragen. :cry: Natürlich nur das was mir gefällt. Ohne "Angst" vor doofen Kommentaren, bloßgestellt, vielleicht Verachtet oder irgendwie anders deswegen "verletzt" zu werden!
Die Angst vor den Reaktionen der Familie oder der Öffentlichkeit ist m.E. das größte Hindernis, das verhindert, die Kleidung zu tragen, die wir gerne tragen möchten.

Mut machen sollte Dir (und anderen), dass es tatsächlich möglich ist, dieses innere Hindernis zu überwinden. Wenn Du Dich durch das Forum liest, findest Du Geschichten von ganz unterschiedlichen Menschen, die es geschafft haben. Bei manchen ging es schnell, bei manchen hat es lange gedauert, andere stecken noch mitten im Kampf.

Ist erstmal das innere Hindernis überwunden, erscheinen die äusseren Hindernisse (Familie, Firma, Freunde, Öffentlichkeit) auf einmal viel kleiner und überwindbarer als in unseren Vorstellungen.

Wenn Du Deine Angst vor Kommentaren oder Verachtung oder vor negativen Reaktionen überwindest, werden diese Dinge nicht verschwinden. Aber sie greifen Dich nicht mehr so leicht an und Du wirst besser mit ihnen fertig.

Ganz wichtig ist ein langer Atem (Durchhaltevermögen, Beharrlichkeit), um die Ziele zu erreichen, die Dir wichtig sind. Wie Du schreibst, würdest Du gerne "Mädels-Sachen" anziehen. Es wird Dir niemand erlauben, Du wirst es Dir erkämpfen müssen. Setze Dir realistische Zwischenziele, z.B. trage erstmal die Damenjeans zu Hause und in der Öffenlichkeit. Wenn das einige Zeit läuft, nimm die Absatzschuhe dazu. Und so weiter, und so weiter. Bis Du Dein Ziel erreicht hast. Oder Dir ein neues Ziel steckst.

Es wird auf dem Weg nicht alles glatt gehen, das kommt nur selten vor. Wichtig ist, dass Du Dich davon nicht beirren lässt. In vielen Lebensgeschichten wirst Du sowas auch entdecken und kannst daraus lernen und Kraft schöpfen.

Liebe Grüße
Dolores
Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.
(Psalm 139,14)
Ulrike-Marisa
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Re: Wie ich zu CD kam „ eine kleine Geschichte

Post 4 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

Moin,

das Problem mit den Hosen kenne ich auch wenn auch etwas anders geartet. Da ich nicht so groß bin, 1,70 gibt es kaum mehr passende Jeans in meiner Länge und ohne Gürtel hält bei mir nichts. Die Hosen halten nicht und rutschen einfach an mir ab. Da müssen im Bund sonst Abnäher rein, damit sie über dem Hintern halten und meinst extra noch gekürzt werden Deshalb sehe ich mich schon lange in der Damenabteilung um, den dort gab es noch Jeans mit 28-er Länge z.B. die legendären Edwin-Jeans; aber auch hier so eine Entwicklung - immer weniger. Der Trend geht zu Einheitslängen und dann kürzen.
Ansonsten... weiter machen und Spaß haben...was jucken mich die anderen, die weiß was in mir zu sehen glauben oder meinen zu müssen. :wink:

Gruß, Ulrike-Marisa
crosser_fisch

Re: Wie ich zu CD kam „ eine kleine Geschichte

Post 5 im Thema

Beitrag von crosser_fisch »

Hallo zusammen,

danke für das Mut machen und für die Tatsachen, dass ich mit dem Hosen Problem und meinem denken nicht alleine bin. (Das wird einem immer erst in einem Forum bewusst, wenn man sich austauchen kann.)
SusaneB
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Re: Wie ich zu CD kam „ eine kleine Geschichte

Post 6 im Thema

Beitrag von SusaneB »

Hey Crosser_fisch,

das mit " Die Mädels beneiden um ihre hübschen Sachen " kenn ich auch sehr gut bis vor kurzen habe ich mir das Tragen diese Kleidung dadurch vermiest, das ich mir eingeredet habe "bei Deiner Statur sieht das sicher sooooooo lächerlich aus " , aber wen man diesen Punkt erst mal für sich überwunden hat, ärgert man sich das man es nicht schon früher mal probiert hat.
Auch das mit dem nicht auffallen wollen und Angst vor der Reaktion andere ist mir bekannt.
Also Trau dich so weit es dir gut tut aber erzwinge bloss nichts.

Gruß Susane
Chiara77
schau
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Re: Wie ich zu CD kam „ eine kleine Geschichte

Post 7 im Thema

Beitrag von Chiara77 »

Deine Geschichte kommt mir auch sehr bekannt vor! Auch wenn vielleicht etwas anders... Ich trage W32 L36... also ganz selten in der Frauen wie auch Männerabteilung (W36 L34 eher zu finden)! Zur Not geht es aber bei mir auch W32 L34 und da gibt es schon ein Auswahl für mich in der Damenabteilung. Erst musste ich mich aber mich immer beruhigen wenn ich diese in der Öffentlichkeit getragen habe mit dem Gedanken dass viele den Unterschied zwischen den Schnitten nicht bemerken. Jetzt sag ich ganz selbstbewusst wenn ich Jeans anprobiere den Verkäufern das ich mal die Frauenmodelle anschauen möchte... ;)

LG,
Chiara
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