SPON-Gender-Debatte: Das kleingeistige Denken
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Anne-Mette
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SPON„Gender„Debatte: Das kleingeistige Denken

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

naja, einige werden schon nach
Was bringt Menschen dazu, bösartig zu lachen, wenn ein berühmter Mann sich in eine Frau verwandeln will? Woher diese Häme, warum dieser Hass?
nicht mehr weiterlesen (wollen), aber wer trotzdem mal gucken möchte, wird hier fündig: http://www.spiegel.de/kultur/gesellscha ... 26903.html

Gruß
Anne-Mette
Helen
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Re: SPON„Gender„Debatte: Das kleingeistige Denken

Post 2 im Thema

Beitrag von Helen »

Hallo,

das ist sehr interessant was da zu lesen ist und bestätigt meine Einschätzung. Die viel gepriesene Toleranz, die hierzulande
und in der sog. westlichen Welt gelebt zu werden sein scheint hat ihre Grenzen. Wenn ein Mann Frauenkleider anzieht und eine
Frau sein möchte so verstört dies offenbar die Mehrheit der "normalen" Mitbürger. Das seltsam große Interesse an der Geschlechtsumwandlung
von Bruce Jenner und die Kommentierungen hierzu zeigen, dass der Weg vom Mann zur Frau (nicht umgekehrt!) oft noch als etwas Anstößiges
empfunden werden. Warum nur? Was macht den anderen Menschen hierbei offensichtlich Angst?

Nicht allein, dass man aus seiner Schublade ausbricht, in die man durch seine umgebenden Menschen gesteckt worden ist, sondern wohl auch,
dass man aus einer höheren (männlichen) Stufe absteigen möchte in die - niedrigere - Stufe einer Frau. Dies ist keineswegs meine Meinung,
aber offenbar ist dies so in den Köpfen vieler Menschen (noch) verankert. Die Emanzipation der Frauen ist nicht einfach so vom Himmel gefallen,
wurde bzw. wird noch erkämpft und hat noch keine so furchtbar lange Tradition, das dürfen wir nicht vergessen.

Ich denke hierbei auch den französischen Roman von Édouard Louis: "Das Ende von Eddie". Ich habe ihn noch nicht gelesen, aber die Kommentierungen
und Inhaltsbeschreibungen zeigen eine entsprechende Haltung eines Teils der Mitmenschen auf.

Viele Grüße
Helen
Ulrike-Marisa
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Re: SPON„Gender„Debatte: Das kleingeistige Denken

Post 3 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

Moin,

...reicht mir, habe ich in meine Familie auch genug mir gegenüber wie ich sein möchte und mich fühle...

Gruß, Ulrike-Marisa
ab08
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Re: SPON„Gender„Debatte: Das kleingeistige Denken

Post 4 im Thema

Beitrag von ab08 »

Herzlichen Dank, lieber Seth, für Deine klare Stellungnahme!! )):m
:oops: Wenn ich ganz ehrlich bin, neige ich auch bisweilen dazu, den eigenen Weg im Mittelpunkt sehen.
Durch deutliche Darstellungen, wie Deine, lernen wir den eigenen Blick etwas zu weiten!

Ganz herzlichen Dank dafür (flo)
Liebe Grüße und ein frohes Osterfest
Andrea

P.S. Zum Trost:
Wenn Du die Damen und Herren öfter deutlich in ihre Schranken verweist, bessert sich das im Laufe der Zeit... und Du wirst dann zumindest respektiert! :wink:

SPON: Vor einigen Jahrzehnten (Rudolf Augstein) war der Spiegel eine wirklich ernstzunehmende Quelle. Inzwischen (21.08.2013 - Nikolaus Blome, bisheriger stellvertretender Chefredakteur der Bild-Zeitung wechselt in der selben Funktion zum "Spiegel".) ist mir die gedankliche Nähe zu Bild doch bisweilen zu intensiv...
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Re: SPON„Gender„Debatte: Das kleingeistige Denken

Post 5 im Thema

Beitrag von Anke »

Hallo,

ich finde wir sollten nicht von dem, was hier Frau Jenner passiert, auf den Grad an Toleranz in unserer Gesellschaft schließen.

Zum einen gibt es hier die Sensationspresse, für die solch ein Fall ein gefundenes Fressen ist sowie die Sensationsgierigen und die Ewiggestrigen die ebenfalls laut schreien.

Zum anderen gibt es aber viele, die das ganz anders sehen, sich aber nicht ständig zu Wort melden. Für die Toleranz und Akzeptanz etwas selbstverständliches ist. Die sollten wir nicht in einen Topf mit Leuten stecken , die beispielsweise Seth nicht mit seinem richtigen Vornamen ansprechen oder über Frau Jenner herfallen.

Aus meiner Sicht hat sich die Gesellschaft auch weiter entwickelt. Ich kann mich daran erinnern, dass in meiner Kindheit beispielsweise italienische Mitbürger ungestraft als "Spaghettifresser" diffamiert und als Menschen zweiter Klasse angesehen wurden. Statt dessen höre ich heute im Radio von Bürgerinitiativen und persönliches Engagement für syrische Flüchtlinge.

Deshalb finde ich es wichtig nicht von einer intoleranten Gesellschaft als Ganzes zu sprechen, sondern den Schreihälsen und Ewiggestrigen entgegen zu treten, die versuchen die Entwicklung zurück zu drehen.

Liebe Grüße

Anke
Sentio ergo sum. - Ich fühle, also bin ich.

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Helen
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Re: SPON„Gender„Debatte: Das kleingeistige Denken

Post 6 im Thema

Beitrag von Helen »

Hallo zusammen, lieber Seth,

wie es Andrea bereits formuliert hat ist es bei mir so, dass ich den eigenen Weg zu sehr in den
Mittelpunkt gestellt habe. Durch deine Kritik, lieber Seth, habe ich mein eigenes Blickfeld nun erweitert.
Es tut mir leid, dass ich mit meinem vorherigen Beitrag die ernsthaften Probleme der Transsexuellen FzM
und insbesondere deine Sorgen und Probleme nicht bedacht habe. Dein Beitrag hat mich sehr nachdenklich
gemacht und mir ist nun bewusst, wie verletzend solche Situationen am Arbeitsplatz für dich sein müssen.

In puncto Toleranz unserer Gesellschaft sehe ich mich hierbei allerdings bestätigt, dass es häufig noch so ist,
dass man aus seiner bisherigen Rolle nach der Meinung der meisten unserer Mitmenschen einfach nicht
herausgelassen wird. Man weigert sich den neuen männlichen bzw. weiblichen Namen zu benutzen und versucht
damit den Gegenüber in seiner bisherigen "Rolle" in Gefangenschaft zu halten. Das ist respektlos und
eigensüchtig, vielleicht auch hilflos, da man selbst vor den eigenen seelischen, mentalen Veränderungen
Angst hat.

Liebe Grüße
Helen
Anke
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Re: SPON„Gender„Debatte: Das kleingeistige Denken

Post 7 im Thema

Beitrag von Anke »

Helen hat geschrieben:
In puncto Toleranz unserer Gesellschaft sehe ich mich hierbei allerdings bestätigt, dass es häufig noch so ist,
dass man aus seiner bisherigen Rolle nach der Meinung der meisten unserer Mitmenschen einfach nicht
herausgelassen wird. Man weigert sich den neuen männlichen bzw. weiblichen Namen zu benutzen und versucht
damit den Gegenüber in seiner bisherigen "Rolle" in Gefangenschaft zu halten. Das ist respektlos und
eigensüchtig, vielleicht auch hilflos, da man selbst vor den eigenen seelischen, mentalen Veränderungen
Angst hat.
Hallo Helen,

dann machst Du wirklich sehr unerfreuliche Erfahrungen und ich bin ganz deiner Meinung, das ist wirklich respektlos.

Meine Erfahrungen sind da ganz anders. Für einige die mich schon länger kennen ist es noch ungewohnt, aber wenn sie mich noch falsch ansprechen, dann entschuldigen sie sich sofort. Es kommt auch kaum noch vor.

Echte Weigerungen habe ich bisher keine erlebt und ich bin überall geoutet.

Deshalb denke ich, dass die Gesellschaft sehr heterogen in Bezug auf unser Thema ist.

Liebe Grüße

Anke
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Exuserin-2015-09-09

Re: SPON„Gender„Debatte: Das kleingeistige Denken

Post 8 im Thema

Beitrag von Exuserin-2015-09-09 »

Ich merke, das wenn die äusserlichen Veränderungen sehr langsam vonstatten gehen, sich die Menschen viel eher auf uns einstellen können. Wer übers Wochenende äußerlich vom Mann zur Frau mutiert und Montags um 9:00 an der Arbeit als Vollblutweib mit Perücke und Klebetitten erscheint, kann nicht von allen Mitmenschen erwarten, das diese hier sich absolut tolerant verhalten und sich in Akzeptanz nur so überschlagen.
Meine Partnerin hat mich regelrecht unter Tränen gebeten, ihr Zeit zu geben. Und Sie hat diese bekommen. So wie mein komplettes Umfeld. Seit über 2 Jahren verändere ich mich in kleinen Schritten. Das brauche ich selbst für die eigene Findung und Anerkennung. Und mein Ümfeld reagiert überwiegend neugierig und positiv. Die wirklich ein Problem mit mir haben, dürfen es ja behalten, denn ihr eigenes Verhältnis zu ihrer Sexualität ist nach meiner Meinung da oft in Schieflage.
Letztlich tragen wir hier alle doch jeden Tag dazu bei, die Gesellschaft an die vorhandene Vielfalt zu erinnern.
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