Liebe Sophie_90,Sophie_90 hat geschrieben:Hallo
Ja vielleicht war das vor meiner Zeit...dass muss es wohl sein. Jetzt mal im Ernst:Inga hat geschrieben:Soweit ich es im Kopf und Terminkalender habe, war der letzte große Castortransport nach Gorleben im vergangenen Jahr. War das schon vor deiner Zeit?
Das Polizeiaufgebot war schon allein von der Logistik beeindruckend. die Beschränkung der Bürgerrechte (Versammlungsfreiheit) im Umfeld des Transports war schon enorm: Einschränkung der Bewegungsfreiheit u. a. durch Sperrung von öffentlichen Straßen über Tage und Wochen! Versammlungsverbote im Korridor an der Strecke....
Ich habe zwar nicht alles miterleben können, die Dokumentationen sprechen aber für sich und wären sie nicht durch Beobachtungen für sie recherchiert worden, wäre mancher Einsatz sicher noch viel unmenschlicher gewesen.
Auch wenns hart klingt. Irgendwelche Demonstranten ketten sich an Gleise, unterhöhlen ebendiese Gleise und behindern anderweitig den Transport von Gefahrgut. Weil sie ihn nicht mögen.
Die Polizei macht ihre arbeit und schützt den Transport. Wird von den Demonstranten angegriffen (ja das gibts!). Und die beschweren sich dann, dass eben jene Polizisten nicht sagen "bitte bitte wollen wir uns nicht wieder vertragen?" sondern die bekannten Mittel einsetzten um unruhen auseinanderzutreiben. In einem wirklich unmenschlichen Polizeieinsatz wären sie grün und blau geschlagen worden und in Bauzen II gesteckt worden. Insofern halte ich das für heuchelei. Warum demonstrieren diese Leute? Der hirnverbrannte (meine persönliche Meinung, bevor wieder die Diskussion los geht) Atomausstieg ist doch beschlossene Sache.
nicht dabei gewesen und flotte Sprüche frisch vom Stammtisch klopfen. Das ist wenig glaubwürdig. aber wohl dein Stil.
Ist der prügelnde Polizeistaat auch eine (Minderheiten-)Position in der Piratenpartei?
So werde ich da gerne andere Piraten danach befragen wollen. Und ihr solltet die Wähler darüber auch unterrichten. Vielleicht bald zur Wahl in Niedersachsen "Piraten wollen prügelnde Polizisten gegen Atomkraftgegner".
Hast du mitbekommen, worum es seit vierzig Jahren beim Gorleben-Konflikt geht? Um die Lüge der sicheren Aufbewahrung des verstrahlten Atommülls! Es zeigt sich immer deutlicher, das fachliche Kriterien keine Rolle bei der Wahl des Ortes für die Lagerung des angefallenen strahlenden Atommülls spielt. Der schon erzeugte Atommüll strahlt weiter und verschwindet auch nicht beim Ausstieg. Und solange nicht alle Kernkraftwerke abgeschaltet sind und solange nicht alle Kernkraftwerke zurück gebaut sind, wird es noch immer mehr Atommüll werden. Ein Problem, das man in der Begeisterung für Kernenergie ignoriert hat und sich bis heute nicht von selber gelöst hat, noch es schlüssige Konzepte gibt. Dafür aber ein Restrisiko.
Der Salzstock bei Gorleben ist für die Einlagerung von Atommüll wegen wiederkehrender Wassereinbrüche und geologischen Veränderungen sich noch weniger geeignet als die Asse (was uns vor Jahren auch als hundertprozentig sicheres Bauwerk verkauft wurde). Das ist von Geologen schon früh erkannt worden und selbst mit etwas gesundem Menschenverstand plausibel nachzuvollziehen. Dennoch sind Studien, Informationen, etc. von Politik und Ministerien jahrzehntelang unterdrückt worden. Die Gefahren verharmlost. (Du kennst auch die Sache der Wassereinbrüche in den Salzstock am Arendsee und die unterirdischen Gasexplosion zu DDR-Zeiten bei Lenzen?) Dennoch wurden und werden Millionen in Erkundungsbauwerke verbaut und kräftig Atommüll nach Gorleben "zwischengelagert". Notfallpäne und Rettungspläne, ja wo sind sie? Ein Schalk, wer Böses dabei denkt.
Liebe Grüße
Inga