Vorgesehen war, wenn ich mit meiner Erscheinung zufrieden war, mit dem Fahrrad einige Meter am Deich zurückzulegen. Vorgenommen - und getan. Mit einem beigen Stufenrock, der beim Laufen schön schwingt, einem schwarzen Shirt und einer Longjacke bekleidet, passend geschminkt und die künstlichen Haare, ich fühlte mich wieder in mir angekommen.
Zu meiner Unterkunft gehörten auch 2 Fahrräder, die ich nutzen konnte. Also habe mir dasDamenrad geschnappt, vorher die Nachbar noch nett gegrüßt, und ab. Im Wohngebiet gab es auch keinerlei Schwierigkeiten, auch keine auffälligen Blicke. Ab den Deich hoch, auf der anderen Seite an einem kleinen Bach lang und nach einigen Minuten gemütlichen Radelns kam ich zur Landspitze. War ein schönes und ungewohntes Gefühl, wie der Rock beim Radfahren meine Beine streichelte.
Auf der anderen Seite der Landspitze wollte ich dann weiter am Deich lang zurück in die Stadt.
Womit ich nicht gerechnet hatte, war der Gegenwind, der mir entgegenwehte. Dass er das Radeln etwas erschwerte, war ja nicht weiter schlimm - aber mein weit über knielanger Rock war der Meinung, er müsste dem Wind nachgeben und kroch bei jeden Treten in die Pedale weiter an meinen Schenkeln hoch.
Es muss ein Anblick für die Götter gewesen sein, wie ich, als ich für mein Gefühl kurz bevor es wirklich zu unschicklich wurde, versuchte, alle paar Meter mit einer Hand den Rock wieder in eine mich bedeckende Oberkleidung zu verwandeln. Nur gut, dass die Promenade dort nicht zu sehr bevölkert war.
Sobald ich wieder in der Stadt war, war der Wind auch kein Thema mehr - ein Glück.
Noch etwas durch die Geschäftsstrasse, dann wieder zurück zur Wohnung. Insgesamt war ich eine knappe Stunde unterwegs. Reaktionen der Passanten sind mir nicht aufgefallen.
Aber ich weiß jetzt, dass leichte Röcke und Radeln bei starkem Gewgenwind nicht zusammenpassen
Liebe Grüße
Katja

