ich habe diesen Thread angefangen um eine Diskussion weiterzuführen, die in einem anderen Thread entstanden ist. Dort gehört das Thema der neuen Diskussion m.E. nicht mehr unter die Überschrift der Thread-Starterin. Dies ist der Ursprungs-Thread: viewtopic.php?f=35&t=5564#p59692
Ganz kurz zusammengefasst geht es um die Frage, ob man sich in seinem direkten Umfeld als CD zu erkennen gibt oder nicht.
CPG schrieb:
Das würde ich auch sehr gern wissen. Leider gibt es nicht viele Möglichkeiten um das, betreffend die eigene Person, herauszufinden. Nur ganz selten bekommt man ja eine Meinung dazu zu hören; Einmal allerdings schon, weil jemand, ein Mann im Rock, im örtlichen Lebensmittelladen gesehen wurde. Aus den Äusserungen der beiden Bekannten meiner Frau, die wir beide für eher liberal halten, sprach Unsicherheit wie "das" zu beurteilen ist, aber keine direkte Ablehnung. Die beiden hatten natürlich keine fertige Meinung zu Crossdressern, weil sie bisher wohl nichts damit zu tun hatten. Auf meine heutige Frage hin hat meine Frau das aus der Erinnerung so wiedergegeben: "Sie haben nichts dagegen gesagt, aber ich hatte auch nicht den Eindruck das sie es einfach als gegeben und selbstverständlich hinnehmen. Kann gut sein, das die, wenn ich damit angefangen hätte, gern darüber getratscht hätten"Ich würde ja gern mal wissen, ob sich Nachbarn und Freunde überhaupt etwas dabei denken.
.....
Es ist natürlich die Frage, was die Leute reden, wenn man nicht anwesend ist.
Ich denke eigentlich auch, dass deine Sichtweise stimmt; Viele werden viel lockerer sein als man annimmt. Aber weiss man wer?
Darialena schrieb:
Diese Aussage ist dermassen abwegig, dass mir dazu nichts einfällt. Würdest du mir bitte erklären, welche meiner Äusserungen oder Taten diese lächerlich falsche Aussage belegen sollte?Das, was Marielle mit ihren Worten zeichnet, ist das schlechte Gewissen, das jeder Crossdresser wohl ihrer Meinung nach haben muß:.... "
Darialena schrieb:
Wenn du mein Posting genauer gelesen hättest, hättest du feststellen können das ich das nicht mal ansatzweise behauptet habe. Ich habe MEINE Situation beschrieben, nichts weiter. Missionarischen Eifer legts du hier an den Tag, nicht ich. Es darf und muss jede/r selbst entscheiden, wie er/sie persönlich mit dem Informieren des sozialen Umfeldes umgeht.Nein, Marielle, das Verbrämen Deines Crossdressings gegenüber Nachbarn, Kollegen, Bekannten usw. ist KEIN Modell für andere!
Ich bin und bleibe (bis auf weiteres) aber der Meinung, dass eine Abwägung von Aufwand/Risiko und Nutzen beim Outing sinnvoll ist. Hier im Forum gibt es Leute, die sich vor der Partnerin nicht outen, weil sie fürchten, sie könnten sie verlieren. Andere haben sich der Partnerin gegenüber geoutet und bei sonst niemandem, wieder andere versuchen nur in einzelnen Bereichen ihres Lebens "unerkannt" zu bleiben und noch andere sind allen gegenüber geoutet. Alle diese Positionen haben für den einen oder anderen ihre Berechtigung. Selbst die erstgenannte Variante kann ich verstehen, obwohl sie nichts für mich wäre. Warum sollte jemand seine Partnerschaft riskieren, wenn er/sie nicht darunter leidet nur gelegentlich und heimlich seiner Neigung nachgehen zu können? Über den Aspekt der Ehrlichkeit innerhalb einer Partnerschaft werde ich bei anderen nicht urteilen, das ist deren Sache. Ich selbst habe, wie vermutlich sehr viele hier, am Anfang meiner "Karriere" eine ganze Weile dieses Modell betrieben.
Darialena schrieb:
Entschuldige, aber ich habe den Eindruck, dass dein Frauenbild eine Nachjustierung brauchen könnte. Wie kommst du dazu eine der betroffenen Partnerinnen mit "katholische Strickgruppe" zu beschreiben? Wir nehmen das als versuchte Beleidigung zur Kenntnis.Das, worauf Marielle in ihrem Thread abhebt, ist der sogenannte gesellschaftliche Ruf. Dafür kann man sich aber im allgemeinen nichts kaufen und er ist nur insofern relevant, als Deine Partnerin in der katholischen Strick-Gruppe mitmachen will. ......
Und damit du nicht weiter frei von jeder Information vor-dich-hin-argumentieren musst: Sie ist selbständige Ingenieurin für Energietechnik und in der hiesigen, übrigens evangelisch-lutherischen, Gemeinde sehr engagiert.
Unsere Entscheidung, ausser ein paar Freunden niemanden hier in der Umgebung mit "Marielle" zu konfrontieren, ist das Ergebnis der oben erwähnten Abwägung von Risiko und Nutzen. Der Nutzen für mich wäre gering. Ich kann im Haus und ausserhalb meiner "Sperrzone" tun und lassen was ich möchte. Das Risiko jemandem über den Weg zu laufen ist mir bewusst, ich nehme es mit ihrem Einverständnis in Kauf. Der Nutzen für meine Frau wäre größer; Sie bräuchte eben nicht mehr lügen oder Besucher abwimmeln usw.. Die Risiko-Seite der Sache ist folgende: Es KÖNNTE passieren, dass Nachbarn oder Bekannte sich von uns abwenden. Das wäre nicht schlimm, "die geben uns nix dazu". Aber wofür? Der Leidensdruck ist nicht annähernd groß genug, um ein entspanntes nachbarschaftliches Verhältnis möglicherweise zu stören. Es KÖNNTE passieren, dass meine Frau sich für mein Tun gegenüber Fremden rechtfertigen müsste; Nicht hinnehmbar für mich. Es KÖNNTE passieren, das wir einige unsere Kunden dermassen irritieren, dass sie zu unseren Mitbewerbern abwandern. An der Stelle wird die Sache für uns vollkommen indiskutabel.
Soviel zu meiner Sicht auf die Sache.
Gruß und ein gutes neues Jahr
Marielle