Um Dir nochmal einen Hinweis zur Behandlung von seelischen Leiden zu geben: Es gibt keine echte Heilung in dem Sinne "Wenn ich dies oder jenes tue oder lasse, dann habe ich das Problem überwunden." So einfach wie bei einer Mittelohrentzündung läuft das nicht. Was jedoch funktioniert ist folgendes: Akzeptanz der "STÖRUNG" und in der Folge die Entwicklung von Verhaltensstrategien um ein Leiden darunter zu minimieren.
Ob du nun die Ursachen dafür kennst oder zu kennen glaubst (was bekanntlich Berge versetzen kann), hat nichts mit der Milderung der durch eine "Störung" verursachten Einschränkungen oder - Leidens zu tun. Wenn du Dir die Frage stellst, weshalb du die Ursache kennen willst, dann kommst Du doch unweigerlich zum Schluss, dass Du dir gegenüber eine Entschuldigung suchst - oder nicht? Wenn eine Störung auf etwas anderes, was man nicht selbst beeinflussen kann zurückzuführen ist, dann ist man dafür entschuldigt.
Das erleichtert für den Moment den Umgang damit, aber deswegen ist die Störung nicht behoben oder wie Frank 'n Furter feststellt: "I removed the cause, but not the symptom!"
Bevor sich nun bei Dir eine Art Verbitterung einstellt, Du bist mit Deiner Problematik nicht allein. Auch ich habe lange Jahre über die Ursachen meiner Neigung nachgegrübelt und letztlich ist auch mein CD ein Grund für meinen jetzigen Beruf (Du siehst, wir haben tatsächlich alle einen am Sträusschen) - vorher war ich ein ganz ehrbarer Wirtschaftsingenieur mit eigener Beraterfirma.
Wenn ich die bisherigen Ergebnisse der hier angestellten Erhebung betrachte, so gibt es auch keine Anhaltspunkte dafür, dass CD- oder Trans*-Erleben etwas mit einer familiären Prägung zu tun haben könnte. Ich hatte selbst die Theorie, dass diese Phänomene von der häuslichen Aufstellung, insbesondere alleinerziehende Mutter, abhängig sind. Dem ist nachweislich nicht so.
Übrigens: Gefühle sind nicht vererbbar. Das hat man bereits in den 60er Jahren (im Rahmen der Aggressionsforschung) festgestellt.
Viel Spaß bei der Schuhauswahl
Gruß Cybill