Vorurteile abbbauen
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Magdalena
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Vorurteile abbbauen
Hallo zusammen!
Mich beschäftigt mal wieder das Thema Vorurteile. Und was ich dagegen setzen kann. Seit Anfang Mai bin ich jetzt bei einer anderen Firma beschäftigt. Und wie schon manchmal in meinem Leben ist eine Information von mir schon vor meinem ersten Arbeitstag angekommen. So wie auch ich schon einige Informationen über meine neuen Kollegen und Kolleginnen erhielt. In einigen Branchen verbreiten sich Nachrichten wie ein Lauffeuer über Firmengrenzen hinweg. Das hat auch durchaus eine positive Seiten bei der Suche nach einem Job. Ich sage nur Vitamin B.
So wussten meine neuen Kollegen, da kommt eine Transfrau. Die Meisten hatten bis zu meinem ersten Arbeitstag noch nie mit einer Transfrau etwas zu tun. Was sie kannten waren Travestiekünstler aus dem Fernsehen oder dem Travestietheater. Also meist Damen, welche mit Federboa, stark geschminkt und wallender Perücke auftreten. Und dann kam ich. Weder stark geschminkt, noch sonst irgendwie extrem, keine Federboa. Ich entsprach so gar nicht dem, was sie erwartet hatten. Und was mich freut, sie sagten es mir selbst, dass ich doch als ganz normale Frau auftrete. Mehr noch, das ich eine Frau bin.
In den folgenden Tagen entwickelten sich für mich neue interessante Gespräche. Ich merkte, da lag noch unausgesprochenes im Raum. Und die Scham, sehr persönliche und intime Fragen zu stellen. Aber ich spürte es. Und ich bin ja ein sehr offener Mensch. Ich muss mich ja nicht mehr verstecken. Weiß ich auch, wie wichtig es ist, Vorurteilen entgegen zu treten. Im Alltag auf der Arbeit gehört für mich auch dazu eine verlässliche Kollegin zu sein. Und das geht nur mit guter Leistung.
In anderen Beiträgen habe ich schon mal geschrieben, ich bin nicht so die Aktivistin, welche an Veranstaltungen das Wort schwingt. Mir war schon immer das persönliche Gespräch wichtiger. Da kann ich direkter auf Dinge aus meiner Sicht eingehen. Meinen Gesprächspartner auch da abholen, wo er gerade steht. Mit etwas Glück lässt sich so manches Vorurteil abbauen. Es gelingt aber nicht immer. Wie ich es selbst auch erleben musste.
Meine Frage ist. Wie begegnet ihr Vorurteilen Euch gegenüber? Und gelingt es Euch sie zumindest ein wenig kleiner werden zu lassen.
Viele liebe Grüße von Magdalena
Mich beschäftigt mal wieder das Thema Vorurteile. Und was ich dagegen setzen kann. Seit Anfang Mai bin ich jetzt bei einer anderen Firma beschäftigt. Und wie schon manchmal in meinem Leben ist eine Information von mir schon vor meinem ersten Arbeitstag angekommen. So wie auch ich schon einige Informationen über meine neuen Kollegen und Kolleginnen erhielt. In einigen Branchen verbreiten sich Nachrichten wie ein Lauffeuer über Firmengrenzen hinweg. Das hat auch durchaus eine positive Seiten bei der Suche nach einem Job. Ich sage nur Vitamin B.
So wussten meine neuen Kollegen, da kommt eine Transfrau. Die Meisten hatten bis zu meinem ersten Arbeitstag noch nie mit einer Transfrau etwas zu tun. Was sie kannten waren Travestiekünstler aus dem Fernsehen oder dem Travestietheater. Also meist Damen, welche mit Federboa, stark geschminkt und wallender Perücke auftreten. Und dann kam ich. Weder stark geschminkt, noch sonst irgendwie extrem, keine Federboa. Ich entsprach so gar nicht dem, was sie erwartet hatten. Und was mich freut, sie sagten es mir selbst, dass ich doch als ganz normale Frau auftrete. Mehr noch, das ich eine Frau bin.
In den folgenden Tagen entwickelten sich für mich neue interessante Gespräche. Ich merkte, da lag noch unausgesprochenes im Raum. Und die Scham, sehr persönliche und intime Fragen zu stellen. Aber ich spürte es. Und ich bin ja ein sehr offener Mensch. Ich muss mich ja nicht mehr verstecken. Weiß ich auch, wie wichtig es ist, Vorurteilen entgegen zu treten. Im Alltag auf der Arbeit gehört für mich auch dazu eine verlässliche Kollegin zu sein. Und das geht nur mit guter Leistung.
In anderen Beiträgen habe ich schon mal geschrieben, ich bin nicht so die Aktivistin, welche an Veranstaltungen das Wort schwingt. Mir war schon immer das persönliche Gespräch wichtiger. Da kann ich direkter auf Dinge aus meiner Sicht eingehen. Meinen Gesprächspartner auch da abholen, wo er gerade steht. Mit etwas Glück lässt sich so manches Vorurteil abbauen. Es gelingt aber nicht immer. Wie ich es selbst auch erleben musste.
Meine Frage ist. Wie begegnet ihr Vorurteilen Euch gegenüber? Und gelingt es Euch sie zumindest ein wenig kleiner werden zu lassen.
Viele liebe Grüße von Magdalena
Lebe jeden Tag.
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Violetta Arden
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Re: Vorurteile abbbauen
Liebe Magdalena,
Ich kann da leider nicht viel Rückmeldung geben. Oder sollte ich wohl sagen: zum Glück. Denn ich konnte in meinem bisherigen Gerda Joanna/Violetta Ausflügen keine negativen Reaktionen beobachten. Oder daß mich jemand als Transe oder sonst wie abgekanzelt hätte. Die kritischen Blicke, die ich natürlich auch immer mal bekomme, bergen aber keine Vorurteile in sich. Da hast Du natürlich als Vollzeitfrau und im Arbeitsleben stehend andere Voraussetzungen. So wie ich Dich wahrnehme, sind negative Vorurteile bei Dir nicht angebracht. Aber was in den Köpfen der Menschen vorgeht kann man ja wenig beeinflussen.
Ich wünsche Dir weiterhin alles Gute auf Deinem Weg.
Ganz liebe Grüße Violetta
Ich kann da leider nicht viel Rückmeldung geben. Oder sollte ich wohl sagen: zum Glück. Denn ich konnte in meinem bisherigen Gerda Joanna/Violetta Ausflügen keine negativen Reaktionen beobachten. Oder daß mich jemand als Transe oder sonst wie abgekanzelt hätte. Die kritischen Blicke, die ich natürlich auch immer mal bekomme, bergen aber keine Vorurteile in sich. Da hast Du natürlich als Vollzeitfrau und im Arbeitsleben stehend andere Voraussetzungen. So wie ich Dich wahrnehme, sind negative Vorurteile bei Dir nicht angebracht. Aber was in den Köpfen der Menschen vorgeht kann man ja wenig beeinflussen.
Ich wünsche Dir weiterhin alles Gute auf Deinem Weg.
Ganz liebe Grüße Violetta
Mein weibliches Ich ist ein Teil von mir und lässt sich nicht mehr unterdrücken. Ungenützte Zeit lässt sich nie mehr zurückholen.
Lebe Dein Leben.
Mein Blog:
https://violettaarden9.blogspot.com/
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Lana
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Re: Vorurteile abbbauen
Liebe Magdalena,
bei mir ist die Situation ähnlich wie bei dir. Auch ich gehe sehr offen damit um und biete an, einfach Fragen zu stellen, wenn jemand was auf dem Herzen hat. Dabei versuche ich meistens, Hemmungen abzubauen, indem ich vorausschicke, dass man mich alles fragen kann und ich nicht erwarte, dass man meine Grenzen kennen müsste. Das bedeutet aber nicht, dass ich jede Frage beantworte. Es ist von der jeweiligen Situation abhängig und vom Verhalten der fragenden Person. Wenn es mir zu persönlich wird, mache ich freundlich und bestimmt klar, dass nun ein Punkt erreicht ist, auf den ich nicht weiter eingehen möchte. Das wird in der Regel problemlos akzeptiert.
Übergriffiges Verhalten erlebe ich bei solchen Gesprächen trotzdem nur sehr selten, selbst wenn ich manche Leute erst neu kennengelernt habe.
LGL
bei mir ist die Situation ähnlich wie bei dir. Auch ich gehe sehr offen damit um und biete an, einfach Fragen zu stellen, wenn jemand was auf dem Herzen hat. Dabei versuche ich meistens, Hemmungen abzubauen, indem ich vorausschicke, dass man mich alles fragen kann und ich nicht erwarte, dass man meine Grenzen kennen müsste. Das bedeutet aber nicht, dass ich jede Frage beantworte. Es ist von der jeweiligen Situation abhängig und vom Verhalten der fragenden Person. Wenn es mir zu persönlich wird, mache ich freundlich und bestimmt klar, dass nun ein Punkt erreicht ist, auf den ich nicht weiter eingehen möchte. Das wird in der Regel problemlos akzeptiert.
Übergriffiges Verhalten erlebe ich bei solchen Gesprächen trotzdem nur sehr selten, selbst wenn ich manche Leute erst neu kennengelernt habe.
LGL
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Blaise Pascal
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Susi T
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Re: Vorurteile abbbauen
Ja, die Frage ist was für Vorurteile gemeint sind 
Also zum einen arbeite ich für einen Transverein im Bereich Inter*, wenn es da auch momentan für mich recht ruhig ist, da ich für Alles rund um GaOp halt die nötige Zeit/Kraft brauche/brauchte. Also versteck ich mich nicht, nur um das voraus zu schicken.
An meinem alten Wohnort hab ich Aufgrund meiner langen Krankheit kaum noch Kontakte und die die ich habe, sind soweit informiert und freuen sich mit mir über meine positive Entwicklung. Da wird mein Fall gerne genutzt um zu verdeutlichen, wie wichtig es sein kann einen solchen Weg zu gehen. Da ich ja sichtlich gesunde und es mir so deutlich besser geht.(Eine der ganz wenigen die mich am Anfang meiner neuen Reise noch gesprochen/gekannt hat und erfreut über meine Gesundung war, hat mich am Wochenende nicht mehr erkannt, nicht Mal registriert)
Das ist so deutlich, das es auch an meinem neuen Wohnort auffällt. Altersgerecht? Tja und dann noch entsprechend meiner Gesundheitlichen Verfassung? Ich habe ein völlig anderes Mind-Setup als andere Rentner/innen.
Bin bei ner großen E-Bike Tour mit fast 40 Teilnehmern etwas zu spät gekommen und war damit die letzte. Als ich ankam wurde gesagt :"Die neue Frau ist da"(ich hatte mich wie üblich telefonisch angemeldet). Frauen sind halt klar in der Minderheit, zumal diese Gruppe für ihre anspruchsvollen Touren bekannt ist und da ist eine neue Frau in den Reihen was besonderes.
Die Aussage wurde Aufgrund der Größe der Gruppe weiter getragen, zumal die Leiterin am anderen Ende war und mit jedem Mal wurde die Aussage etwas anders betont. Als Transfrau hätte man raushören können, das das Neue aber auch das Frau irgendwie einen anderen Klang bekommt, ja sogar etwas getuschelt und gekichert wurde.
Dabei war es einfach und nur deutlich wenn man sich umschaute. Morgens um 10Uhr bei 15 Grad kommt da eine im Sportdress angedüst, hat keine dicke Jacke an, Figurbetont gekleidet und macht sich dann sogar noch etwas freier, weil sie sich warm gefahren hat. Das kurze Jäckchen wird abgelegt, die Beinlinge ausgezogen und so steht sie da groß gewachsen zwischen den alten Leuten. Natürlich viel jünger erscheinend als alle anderen und das wir sogar eine Olympiasiegerin dabei hatten wurde mir gleich mehrmals gesagt. Das war also die hoch sportliche Gruppe von der man mir erzählt hatte...zwischendrin würde sich ein paar Mal darüber beklagt, das wir doch Heute so viel schneller fahren und das das doch gar nicht geht...Nun vielleicht lags daran, das ich manchmal vorne bei der Leiterin war, häufig ohne Motorunterstützung fuhr und nicht immer so drauf geachtet habe die 20-25 km/h einzuhalten. Wie auch immer, so bin ich halt. Fragen ob mir nicht kalt wäre beantwortete ich damit, das man nur die Sonne an der Haut lassen muß, damits einem warm wird und als mich Mal der Hafer gestochen hatte und ich das langsame Fahren mal ablegen wollte, hab ich mich an nem Rennradfahrer dran gehangen, um zu schauen wie schnell er fährt, denn er kam mir sehr schnell vor und mit fast 40km/h war er es auch, zu schnell für mich auf Dauer natürlich, aber darum ging's ja gar nicht. Natürlich redet man über mich, natürlich fall ich mit über 1,80m und meiner sportlichen Vergangenheit auf.
Heut morgen waren wir für unseren Sportverein unterwegs und es müsste kräftig mit angepackt werden. Da war noch eine Frau dabei, die von sich sagte, das sie solch Arbeiten wo man kräftig mit anpacken muss liebt. Ich selber konnte da nicht auf Dauer mithalten und hab dann mich auf leichtere Dinge verlegt, etwas mehr typisch was für Frauen? Naja so etwas, mehr Teamarbeit zusammen mit ihr, was nötig war und wenn ich's den Männern überlassen hätte, hätten die sich gegenseitig auf die Füße getreten, ohne daß es schneller gegangen wäre. Zum Schluss hab ich zwar nur noch ganz leichtes gemacht, aber auch das war ok.
Hauptsache dabei sein und wir waren soviele das wir viel schneller fertig waren als gedacht. Ich muss da nicht mit den Männern konkurrieren, obwohl ich ja ähnlich kräftig ausschaue, muss mich nicht erklären oder gar entschuldigen, es passt einfach. Der junge trans Mann war auch noch seinen Platz am suchen, hin und her gerissen zwischen wenig üppiger Kraft und dem mithalten wollen. Ging aber den älteren Männern auch ähnlich.
Am Ende war ich noch kurz beim Bäcker und staunte nicht schlecht. Bin da eigentlich nicht so oft, keine 10 mal im Jahr und werde von einer Verkäuferin angesprochen:" Heute gar nicht mit dem Rad"? Sie ist so fasziniert darüber wenn ich da mit meinen verschiedenen Fahrzeugen aufkreuze(E-Bike, Rennrad, Trike Liegerad)...Ob da dann auch über anderes geredet wird? Ist nicht wichtig, oder?
Also Vorurteile ist so ne Sache, auch sich engagieren ist halt unterschiedlich. Ich lebe mein Leben einer Frau, aber ich liebe es mich nicht verstecken zu müssen. Manchmal frech, manchmal sportlich, oft jünger agieren als ich bin, mach aber kein Geheimnis daraus, das ich viele Jahre schwer krank war, ohne da ein großes Ding raus zu machen. Eigentlich bin ich immer noch stark eingeschränkt durch meine Erkrankung, hab nur gelernt damit gut umzugehen und das große Glück in einer tollen Partnerschaft zu leben. So macht halt die ganze Geschichte Sinn und das andere? Das worauf die Frage abzielt? Ich werde nicht drauf angesprochen, im engsten Kreis, sprich beim Sohn hab ich Mal was davon gesagt, das ich ungewöhnlich bin und das ja wohl zu sehen ist, das wars und damit genug, warum auch mehr, auch wenn ich natürlich Fragen beantwortet hätte.
Wenn ich/wir mit Liegerad unterwegs bin, leuchten die Kinderaugen und ein Wow ist häufig zu hören. Frauen lächeln mich an, Männer grüßen und so in abgeschwächter Form gilt das für vieles. Wenn mein Schatz im Hybrid unterwegs ist lächeln mich die Frauen genau so an, auch gut.
In meinem Alltag Brauch ich keine Erklärung, wofür auch. Eine ungewöhnliche Frau, stolz, frei und manchmal für eine Frau in meinem Alter sehr forsch, aber halt doch normal.
Liebe Grüße, Susi
Also zum einen arbeite ich für einen Transverein im Bereich Inter*, wenn es da auch momentan für mich recht ruhig ist, da ich für Alles rund um GaOp halt die nötige Zeit/Kraft brauche/brauchte. Also versteck ich mich nicht, nur um das voraus zu schicken.
An meinem alten Wohnort hab ich Aufgrund meiner langen Krankheit kaum noch Kontakte und die die ich habe, sind soweit informiert und freuen sich mit mir über meine positive Entwicklung. Da wird mein Fall gerne genutzt um zu verdeutlichen, wie wichtig es sein kann einen solchen Weg zu gehen. Da ich ja sichtlich gesunde und es mir so deutlich besser geht.(Eine der ganz wenigen die mich am Anfang meiner neuen Reise noch gesprochen/gekannt hat und erfreut über meine Gesundung war, hat mich am Wochenende nicht mehr erkannt, nicht Mal registriert)
Das ist so deutlich, das es auch an meinem neuen Wohnort auffällt. Altersgerecht? Tja und dann noch entsprechend meiner Gesundheitlichen Verfassung? Ich habe ein völlig anderes Mind-Setup als andere Rentner/innen.
Bin bei ner großen E-Bike Tour mit fast 40 Teilnehmern etwas zu spät gekommen und war damit die letzte. Als ich ankam wurde gesagt :"Die neue Frau ist da"(ich hatte mich wie üblich telefonisch angemeldet). Frauen sind halt klar in der Minderheit, zumal diese Gruppe für ihre anspruchsvollen Touren bekannt ist und da ist eine neue Frau in den Reihen was besonderes.
Die Aussage wurde Aufgrund der Größe der Gruppe weiter getragen, zumal die Leiterin am anderen Ende war und mit jedem Mal wurde die Aussage etwas anders betont. Als Transfrau hätte man raushören können, das das Neue aber auch das Frau irgendwie einen anderen Klang bekommt, ja sogar etwas getuschelt und gekichert wurde.
Dabei war es einfach und nur deutlich wenn man sich umschaute. Morgens um 10Uhr bei 15 Grad kommt da eine im Sportdress angedüst, hat keine dicke Jacke an, Figurbetont gekleidet und macht sich dann sogar noch etwas freier, weil sie sich warm gefahren hat. Das kurze Jäckchen wird abgelegt, die Beinlinge ausgezogen und so steht sie da groß gewachsen zwischen den alten Leuten. Natürlich viel jünger erscheinend als alle anderen und das wir sogar eine Olympiasiegerin dabei hatten wurde mir gleich mehrmals gesagt. Das war also die hoch sportliche Gruppe von der man mir erzählt hatte...zwischendrin würde sich ein paar Mal darüber beklagt, das wir doch Heute so viel schneller fahren und das das doch gar nicht geht...Nun vielleicht lags daran, das ich manchmal vorne bei der Leiterin war, häufig ohne Motorunterstützung fuhr und nicht immer so drauf geachtet habe die 20-25 km/h einzuhalten. Wie auch immer, so bin ich halt. Fragen ob mir nicht kalt wäre beantwortete ich damit, das man nur die Sonne an der Haut lassen muß, damits einem warm wird und als mich Mal der Hafer gestochen hatte und ich das langsame Fahren mal ablegen wollte, hab ich mich an nem Rennradfahrer dran gehangen, um zu schauen wie schnell er fährt, denn er kam mir sehr schnell vor und mit fast 40km/h war er es auch, zu schnell für mich auf Dauer natürlich, aber darum ging's ja gar nicht. Natürlich redet man über mich, natürlich fall ich mit über 1,80m und meiner sportlichen Vergangenheit auf.
Heut morgen waren wir für unseren Sportverein unterwegs und es müsste kräftig mit angepackt werden. Da war noch eine Frau dabei, die von sich sagte, das sie solch Arbeiten wo man kräftig mit anpacken muss liebt. Ich selber konnte da nicht auf Dauer mithalten und hab dann mich auf leichtere Dinge verlegt, etwas mehr typisch was für Frauen? Naja so etwas, mehr Teamarbeit zusammen mit ihr, was nötig war und wenn ich's den Männern überlassen hätte, hätten die sich gegenseitig auf die Füße getreten, ohne daß es schneller gegangen wäre. Zum Schluss hab ich zwar nur noch ganz leichtes gemacht, aber auch das war ok.
Hauptsache dabei sein und wir waren soviele das wir viel schneller fertig waren als gedacht. Ich muss da nicht mit den Männern konkurrieren, obwohl ich ja ähnlich kräftig ausschaue, muss mich nicht erklären oder gar entschuldigen, es passt einfach. Der junge trans Mann war auch noch seinen Platz am suchen, hin und her gerissen zwischen wenig üppiger Kraft und dem mithalten wollen. Ging aber den älteren Männern auch ähnlich.
Am Ende war ich noch kurz beim Bäcker und staunte nicht schlecht. Bin da eigentlich nicht so oft, keine 10 mal im Jahr und werde von einer Verkäuferin angesprochen:" Heute gar nicht mit dem Rad"? Sie ist so fasziniert darüber wenn ich da mit meinen verschiedenen Fahrzeugen aufkreuze(E-Bike, Rennrad, Trike Liegerad)...Ob da dann auch über anderes geredet wird? Ist nicht wichtig, oder?
Also Vorurteile ist so ne Sache, auch sich engagieren ist halt unterschiedlich. Ich lebe mein Leben einer Frau, aber ich liebe es mich nicht verstecken zu müssen. Manchmal frech, manchmal sportlich, oft jünger agieren als ich bin, mach aber kein Geheimnis daraus, das ich viele Jahre schwer krank war, ohne da ein großes Ding raus zu machen. Eigentlich bin ich immer noch stark eingeschränkt durch meine Erkrankung, hab nur gelernt damit gut umzugehen und das große Glück in einer tollen Partnerschaft zu leben. So macht halt die ganze Geschichte Sinn und das andere? Das worauf die Frage abzielt? Ich werde nicht drauf angesprochen, im engsten Kreis, sprich beim Sohn hab ich Mal was davon gesagt, das ich ungewöhnlich bin und das ja wohl zu sehen ist, das wars und damit genug, warum auch mehr, auch wenn ich natürlich Fragen beantwortet hätte.
Wenn ich/wir mit Liegerad unterwegs bin, leuchten die Kinderaugen und ein Wow ist häufig zu hören. Frauen lächeln mich an, Männer grüßen und so in abgeschwächter Form gilt das für vieles. Wenn mein Schatz im Hybrid unterwegs ist lächeln mich die Frauen genau so an, auch gut.
In meinem Alltag Brauch ich keine Erklärung, wofür auch. Eine ungewöhnliche Frau, stolz, frei und manchmal für eine Frau in meinem Alter sehr forsch, aber halt doch normal.
Liebe Grüße, Susi
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ChristinaF
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- Registriert: So 26. Feb 2012, 09:06
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Re: Vorurteile abbbauen
Für mich eine etwas schwierige Frage, da ich anfangs ja nicht weiß, ob das Gespräch das ich gerade führe von meinem Mitmenschen mit Vorurteilen behaftet ist. Spüre ich, dass so was vorliegt hinterfrage ich halt den Grund dafür. Das ist zwar der direkte Weg und nicht nur einmal wurde das Gespräch dann abgebrochen. Aber Selbstbewusstsein hilft hier ungemein gut. Und das habe ich.
LG Christina
LG Christina