Safe Spaces for LGBT+
Safe Spaces for LGBT+

Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
Lina
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 4345
Registriert: Di 25. Jan 2011, 00:34
Pronomen:
Hat sich bedankt: 47 Mal
Danksagung erhalten: 164 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Safe Spaces for LGBT+

Post 1 im Thema

Beitrag von Lina »

Ich war am Sonntag hier bei MGRM (Malta Gay Rights Movement) zu einer kleinen Diskussion zum Thema "Safe Spaces for LGBT+" eingeladen. Der Zweck war, input zu schaffen für ein Projekt/Aktion mit der Alec arbeitet.
Hier erzählt er selber, worum es ging.
https://www.facebook.com/reel/1927082924819705


Nun muss ich ja sagen, wenn man es gewohnt ist, sich in Hamburg oder Berlin zu bewegen, macht man sich in Malta nicht mehr die großen Gedanken über "Safe Spaces". Natürlich gibt es auch hier LGBT+ phobe Menschen, aber man merkt es in Praxis viel weniger. Also war es interessant zu hören, was die Malteser*innen dazu sagen. Die Gruppe war übrigens recht interessant von der Demographie her. 4 Männer, von denen vielleicht 2 trans sind - da bin ich mir nicht sicher und ich frage so was auch nicht. 3 cis-Frauen und 3 Trans-Frauen. Ob das nun sagt, dass Männer sich sicherer fühlen und deshalb kein Interesse zeigten oder ob sie sich nicht getraut haben, zu einer öffentlich ausgeschriebenen Diskussion zu gehen - keine Ahnung. (Und wer haben am meisten geredet? Zwei der cis-Frauen und die drei Trans-Frauen, natürlich!)

Was ich jetzt gerne von euch hätte:
Habt ihr Lust, jede(r) von euch, ganz subjektiv zu beschreiben, was ihr als Safe Space betrachten? Wir sprechen nicht nur von offener Straße, Überfall oder so. Auch, was macht es für euch, in eurer bevorzugten Gender-Präsentation, attraktiv z.B. in einen Laden, Friseurladen, Arztpraxis, Café, Bar oder was auch immer rein zu gehen. Was muss vorhanden sein damit man sich dabei wohl fühlt, da rein zu gehen, ganz einfach. Oder auch das gegenteil.
Jaddy
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3985
Registriert: Fr 24. Okt 2014, 21:38
Geschlecht: a_binär / a_gender
Pronomen: en/en/ens
Wohnort (Name): nahe Bremen
Hat sich bedankt: 286 Mal
Danksagung erhalten: 1256 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Safe Spaces for LGBT+

Post 2 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Für mich am meisten, wenn ich weiss, dass der Laden von nicht-cis Leuten geführt wird. Oder mindestens nicht-ganz-cis. Am liebsten von nichtbinären Menschen. Wenn ich das weiss oder von draussen erkennen kann, entspanne ich.

Ansonsten: Willkommenssignale draussen sind prima. "All people welcome" zum Beispiel. Dann kann ich schon mal Bemühen und Wohlwollen annehmen, auch wenn ich im Detail vielleicht erklären muss, weil ich die erste oder zweite nichtbinäre trans Person da bin. Besser noch Pride-Symbolik. Dann kann ich explizite Sensibilität annehmen.

Wenn ich drinnen keine Zwei-Gender-Teilung habe für's Haare schneiden, bei den Toiletten, beim Angebot

Wenn bei Warte/Aufruf-Situationen vorher diskret die Anrede geklärt wird und der selbstgewählte Name berücksichtigt wird.

Wenn ihre Software auf Genderangaben und -andersbehandlung mindestens als Option verzichten kann. Viele Haar-Betriebe können das immer noch nicht.

Wenn bei Dienstleistungen pragmatisch und funktional gefragt wird, also nicht zuerst nach männlich/weiblich, sondern was ich tatsächlich will. Gerade im Frisuren/Bekleidungs-Bereich immer wieder blöd. Ich kann ja, wenn ich das explizit will, immer noch Klischees aufrufen.

Zum Schluss: Wenn die anderen Kundys im Laden zugewandt und wohlwollend reagieren. Das ist erstens unmittelbar angenehm, zweitens signalisiert es schon, wer sich hier wohlfühlt bzw welche Klientel der Laden anzieht.
Violetta Arden
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3908
Registriert: Mi 5. Jul 2017, 17:53
Geschlecht: Part-time-lady
Pronomen: was auch immer
Wohnort (Name): Tirol
Forum-Galerie: gallery/album/213
Hat sich bedankt: 1271 Mal
Danksagung erhalten: 2801 Mal
Kontaktdaten:

Re: Safe Spaces for LGBT+

Post 3 im Thema

Beitrag von Violetta Arden »

Also wenn ich als Part-time-Lady enfemme durch die Stadt ziehe habe ich kein Bedürfnis nach Safer Space. Ich gehe einfach in Geschäfte und schaue mal durch. In einigen, wo ich schon bekannt bin, werde ich sehr zuvorkommend behandelt. Auch beim Bummeln durch die Straßen habe ich keine Probleme. Ins Schwimmbad oder in die Saune gehe ich aus Prinzip nicht enfemme.Unterwegs gehe ich auch immer in die Damentoilette und hatte noch nie Probleme (also ich stelle mich nicht an, wenn schon eine Schlange Frauen davor steht (moin) ).
Aber ich bin wohl "nur" Teilzeitfrau.
Schönen Tag
Violetta
Mein weibliches Ich ist ein Teil von mir und lässt sich nicht mehr unterdrücken. Ungenützte Zeit lässt sich nie mehr zurückholen.
Lebe Dein Leben.

Mein Blog:
https://violettaarden9.blogspot.com/
ChristinaF
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2965
Registriert: So 26. Feb 2012, 09:06
Geschlecht: weiblich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Bayern
Hat sich bedankt: 260 Mal
Danksagung erhalten: 309 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Safe Spaces for LGBT+

Post 4 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

Violetta Arden hat geschrieben: Do 11. Dez 2025, 13:56 Also wenn ich als Part-time-Lady enfemme durch die Stadt ziehe habe ich kein Bedürfnis nach Safer Space. Ich gehe einfach in Geschäfte und schaue mal durch. In einigen, wo ich schon bekannt bin, werde ich sehr zuvorkommend behandelt. Auch beim Bummeln durch die Straßen habe ich keine Probleme. Ins Schwimmbad oder in die Saune gehe ich aus Prinzip nicht enfemme.Unterwegs gehe ich auch immer in die Damentoilette und hatte noch nie Probleme (also ich stelle mich nicht an, wenn schon eine Schlange Frauen davor steht (moin) ).
Aber ich bin wohl "nur" Teilzeitfrau.
Schönen Tag
Violetta
Obwohl ich seit Jahren schon als Frau lebe kann ich Violetta in fast allem zustimmen. Bis auf das Schwimmbad; da gehe ich als Christina natürlich hin.
Also Safer Space benötige ich ebenso wenig.
LG Christina
Tatjana_59
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 4274
Registriert: So 1. Jan 2012, 20:07
Geschlecht: Frau
Pronomen: Sie
Hat sich bedankt: 732 Mal
Danksagung erhalten: 484 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Safe Spaces for LGBT+

Post 5 im Thema

Beitrag von Tatjana_59 »

Violetta Arden hat geschrieben: Do 11. Dez 2025, 13:56 Unterwegs gehe ich auch immer in die Damentoilette und hatte noch nie Probleme (also ich stelle mich nicht an, wenn schon eine Schlange Frauen davor steht (moin) ).
Aber ich bin wohl "nur" Teilzeitfrau.
Schönen Tag
Violetta
Natürlich gehe ich auch in die Damentoilette.
Aber wenn eine lange Schlange steht wende ich schon mal ab Richtung Herrentoilette, obwohl ich ja durch bin mit der Transition.
Beruflich bedingt ging es bei mir oft nicht anders, musste schnell zu meinem Geschäft zurück.
Wurde dann schon das eine oder andere Mal angesprochen dass ich falsch bin.
Interessiert hat es im Prinzip aber niemanden.

LG Tatjana
Der Kopf denkt und gibt Rat.
Das Bauchgefühl gibt Rat.
Doch das Herz spricht, höre auf dein Herz!
Michi
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 5939
Registriert: Mo 19. Dez 2016, 09:45
Pronomen: sie
Forum-Galerie: gallery/album/11
Hat sich bedankt: 687 Mal
Danksagung erhalten: 846 Mal
Kontaktdaten:

Re: Safe Spaces for LGBT+

Post 6 im Thema

Beitrag von Michi »

Ich freue mich für alle Menschen, die keine Safe Spaces benötigen. Doch "brauch-ich-nicht"-Reaktionen machen mich traurig. Nicht nur, dass ich es als unemphatisch gegenüber Betroffenen empfinde, die tatsächlich Bedrohungen ausgesetzt sind und sich mehr Sicherheit wünschen würden, oder die einfach noch sehr unsicher sind. Nein, es geht hier auch noch an der Fragestellung vorbei.
Lina hat geschrieben: Do 11. Dez 2025, 11:26 Habt ihr Lust, jede(r) von euch, ganz subjektiv zu beschreiben, was ihr als Safe Space betrachten?
Nach dem vor 3 Jahren meine 2 homo- und transphoben Kollegen (mit denen ich das Büro teilen musste) aus der Firma geflogen sind (aus anderen Gründen) und ich mitbekommen habe, dass die anderen Kollegen eher tolerant eingestellt sind, sehe ich meinen Arbeitsplatz als potentiell sicher. Da es für mich aus Altersgründen nicht mehr so einfach ist, einen anderen Job zu finden, ist das mit ein Grund, dass ich die großen Ängste abbauen konnte, die mich viele Jahre daran gehindert haben, ausgiebiger in mich hineinzufühlen. Dass wird uns untereinander mit dem Vornamen ansprechen finde ich angenehm. Mein Chef, den ich seit der Schulzeit kenne, sagt sogar gelegentlich Michi zu mir .. allerdings in Unwissenheit.

Auf öffentlichen Toiletten fühle ich mich als Frau nicht mehr sicher, seit trans* Frauen in der öffentlichen Debatte um das SBGG von Rechten, Konservativen und TREFs zu bedrohlichen Monstern gelabelt wurden. Dementsprechend habe ich es vermieden und war in den letzten 2 Jahren nur 1 Mal in größter Not auf einer öffentlichen Damentoilette.

Willkommenssignale, wie von Jaddy beschrieben, sehe ich grundsätzlich als eine gute Sache. Allerdings ist es hier im Osten wohl so, dass diese schnell zur Zielscheibe für Hass und Angriffe werden können. Gut möglich, dass man genau deswegen kaum welche sieht.

Unser Hallenbad hat Einzelkabinen ohne Geschlechterzuordnung. Erst wenn man dort durch ist, muss man sich für eine von zwei Richtungen entscheiden, um in den Schwimmbereich zu kommen. Die Duschbereiche lassen sich (wie wohl überall) nicht umgehen.

Beim Shopping habe ich hin und wieder unangenehme Momente, wenn Kundinnen grimmig gucken oder auffällig tuscheln. Auch manche Verkäuferinnen verhalten sich nicht ganz so professionell und kunden-/dienstleistungsorientiert, wie man es sich als trans* Frau wünschen würde.

Bei weiteren Bereichen, wie z.B. Arzt, kann ich momentan (noch) nicht mit eigenen Erlebnissen zum Thema beitragen, die vielen positiven und negativen Erlebnisse, die im Forum berichtet wurden, aber gut nachfühlen.
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
Val44721
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 216
Registriert: So 9. Mär 2025, 18:28
Pronomen: sie/ihr
Hat sich bedankt: 107 Mal
Danksagung erhalten: 321 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Safe Spaces for LGBT+

Post 7 im Thema

Beitrag von Val44721 »

Für mich ist ein safe space, wenn ich diese ständige Vorsicht zumindest größtenteils ablegen kann für den Moment. Wenn ich weiß, dass die Menschen, für die ich sonst ein Einhorn bin, hier die Einhörner wären.
Nature has made us intolerant to change but fortunately, we have the capacity to change our nature - Arcane
Lina
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 4345
Registriert: Di 25. Jan 2011, 00:34
Pronomen:
Hat sich bedankt: 47 Mal
Danksagung erhalten: 164 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Safe Spaces for LGBT+

Post 8 im Thema

Beitrag von Lina »

Violetta Arden hat geschrieben: Do 11. Dez 2025, 13:56 Also wenn ich als Part-time-Lady enfemme durch die Stadt ziehe habe ich kein Bedürfnis nach Safer Space. Ich gehe einfach in Geschäfte und schaue mal durch. In einigen, wo ich schon bekannt bin, werde ich sehr zuvorkommend behandelt. Auch beim Bummeln durch die Straßen habe ich keine Probleme. Ins Schwimmbad oder in die Saune gehe ich aus Prinzip nicht enfemme.Unterwegs gehe ich auch immer in die Damentoilette und hatte noch nie Probleme (also ich stelle mich nicht an, wenn schon eine Schlange Frauen davor steht (moin) ).
Aber ich bin wohl "nur" Teilzeitfrau.
Schönen Tag
Violetta

OK, aber die Frage ist ja auch, ist der öffentliche Raum für dich allgemein gesehen ein "Safe Space". Fährst du z.B. ohne zögern mit ÖPNV spät abends, überall, wo du unterwegs bist. Ich, z.B. tue das nicht oder ungern in Städte wie Berlin oder Hamburg. Hier auf Malta tue ich immer.
Lina
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 4345
Registriert: Di 25. Jan 2011, 00:34
Pronomen:
Hat sich bedankt: 47 Mal
Danksagung erhalten: 164 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Safe Spaces for LGBT+

Post 9 im Thema

Beitrag von Lina »

Vielen Dank an alle.
Da waren wirklich einige Beispiele dabei, die wir in der Diskussion total übersehen haben, obwohl sie eigentlich einleuchten müssten. Z.B. ob Friseurladen nach Gender geteilt sind oder nicht.
Die Schwimmbad-Debatte ist auch wichtig, obwohl sie sich gewiss hier in der Republik aus logistischen Gründen weitgehend erübrigt. Wir haben nicht, wie z.B. auf den Balearen in jedem Dorf, wo es auch eine Schule gibt, eine öffentliche "Piscina". Wenn es hier was gibt ist es eher klein und gehört zu einem Club, eine Einzige hat Dimensieonen nach internationalem Sportreglement und gehört soweit ich weiß der UNI.
Dafür haben wir von fast jedem bewohnten Ort das Mittelmeer innerhalb 5 km :))

Aber da waren interessante Beispiele dabei, die ich auch weiter leite.
Lina
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 4345
Registriert: Di 25. Jan 2011, 00:34
Pronomen:
Hat sich bedankt: 47 Mal
Danksagung erhalten: 164 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Safe Spaces for LGBT+

Post 10 im Thema

Beitrag von Lina »

Tatjana_59 hat geschrieben: Do 11. Dez 2025, 14:06
Violetta Arden hat geschrieben: Do 11. Dez 2025, 13:56 Unterwegs gehe ich auch immer in die Damentoilette und hatte noch nie Probleme (also ich stelle mich nicht an, wenn schon eine Schlange Frauen davor steht (moin) ).
Aber ich bin wohl "nur" Teilzeitfrau.
Schönen Tag
Violetta
Natürlich gehe ich auch in die Damentoilette.
Aber wenn eine lange Schlange steht wende ich schon mal ab Richtung Herrentoilette, obwohl ich ja durch bin mit der Transition.
Beruflich bedingt ging es bei mir oft nicht anders, musste schnell zu meinem Geschäft zurück.
Wurde dann schon das eine oder andere Mal angesprochen dass ich falsch bin.
Interessiert hat es im Prinzip aber niemanden.

LG Tatjana

Das tun cis-Frauen ja auch oft - zumindest auf größeren Veranstaltungen.
Violetta Arden
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3908
Registriert: Mi 5. Jul 2017, 17:53
Geschlecht: Part-time-lady
Pronomen: was auch immer
Wohnort (Name): Tirol
Forum-Galerie: gallery/album/213
Hat sich bedankt: 1271 Mal
Danksagung erhalten: 2801 Mal
Kontaktdaten:

Re: Safe Spaces for LGBT+

Post 11 im Thema

Beitrag von Violetta Arden »

Lina hat geschrieben: So 14. Dez 2025, 12:40
OK, aber die Frage ist ja auch, ist der öffentliche Raum für dich allgemein gesehen ein "Safe Space". Fährst du z.B. ohne zögern mit ÖPNV spät abends, überall, wo du unterwegs bist. Ich, z.B. tue das nicht oder ungern in Städte wie Berlin oder Hamburg. Hier auf Malta tue ich immer.
Ich fahre nicht spät nachts mit Öffis, bin aber durchaus schon abends mal mit dem Bus in die Stadt und wieder retour gefahren -ohne Probleme. Ich bin aber meistens nur untertags unterwegs...
Liebe Grüße Violetta
Mein weibliches Ich ist ein Teil von mir und lässt sich nicht mehr unterdrücken. Ungenützte Zeit lässt sich nie mehr zurückholen.
Lebe Dein Leben.

Mein Blog:
https://violettaarden9.blogspot.com/
Vesta
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 249
Registriert: Sa 24. Feb 2024, 22:51
Geschlecht: w
Pronomen: sie
Hat sich bedankt: 58 Mal
Danksagung erhalten: 116 Mal
Kontaktdaten:

Re: Safe Spaces for LGBT+

Post 12 im Thema

Beitrag von Vesta »

So im alltäglichen Leben (inkl., Toiletten, Schwimmbädern etc.) habe ich diese sicheren Räume zu keinem Zeitpunkt der Transition vermisst. Entweder gab es sie ohnehin (Toilette, Einzelumkleide), sie waren nicht nötig oder sie hätten den ohnehin notwendigen Sprung ins kalte Wasser nur unnötig verzögert.

Eine Ausnahme gibt es da aber: Treffen mit anderen TG, wo man auch trans-spezifische Probleme und Erlebnisse besprechen will. Das kann ich nicht in der Öffentlichkeit machen. Insofern verstehe ich nicht, wenn SHGs Sonnabend abends sich im vollbesetzten Restaurant treffen. Da sitzt man wie auf dem Präsentierteller, alle anderen Gäste können einen sehen, und das ist eine Situation, in der ich kein privates oder TG-Themen betreffendes Gespräch teilen. Da fehlt mir ein "Safe Space". Viel besser sind da geschlossene Veranstaltungen, wie der Gala-Abend, auf dem ich zwar noch nicht war, aber ich hatte ähnliche Events, oder in separaten Räumen wie beim Paritätischen, da kommen dann gute Gespräche zustande. (Es gibt sicher auch TGs, die das anders sehen und gerne in der Gruppe ins vollbesetzte Restaurant gehen, und das ist auch ok.)
Claudia
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 361
Registriert: Di 18. Mär 2025, 22:48
Geschlecht: weiblich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Elmshorn
Hat sich bedankt: 215 Mal
Danksagung erhalten: 264 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Safe Spaces for LGBT+

Post 13 im Thema

Beitrag von Claudia »

Moin Vesta,
Vesta hat geschrieben: Mi 17. Dez 2025, 16:29 Viel besser sind da geschlossene Veranstaltungen, ...
Da sind wir ja mal einer Meinung, das ist - glaube ich - noch nicht vorgekommen. Wie soll man sich offen und akkustisch für alle verständlich über HET oder OPs unterhalten, wenn da viele andere Leute drumrum sitzen und mithören können?

Für mich ein Grund, auf die SHG hier zu verzichten. Denn es gibt nur zwei Alternativen: barrierefrei aber offen für alle als Café oder geschützt, nur für mich nicht zugänglich. Ich habe meine Transition abgeschlossen, könnte nur Erfahrungen weitergeben. Da finde ich es sinnvoller, dass sich die anderen im geschützten Bereich offen austauschen können.

LG Claudia
The greatest act of courage is to be & own all that you are. Without apology.
Without excuses & without any masks to cover the truth of who you truly are.
Lana
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1713
Registriert: Fr 8. Jan 2021, 01:29
Pronomen: sie
Hat sich bedankt: 842 Mal
Danksagung erhalten: 1369 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Safe Spaces for LGBT+

Post 14 im Thema

Beitrag von Lana »

Vesta hat geschrieben: Mi 17. Dez 2025, 16:29 Eine Ausnahme gibt es da aber: Treffen mit anderen TG, wo man auch trans-spezifische Probleme und Erlebnisse besprechen will. Das kann ich nicht in der Öffentlichkeit machen.
Ich denke, das ist bei allen intimen Themen so. Wobei es immer auf den jeweiligen Raum ankommt. Es gibt durchaus öffentliche Orte, an denen man sich sehr ungestört unterhalten kann.

LGL
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Blaise Pascal
Jaddy
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3985
Registriert: Fr 24. Okt 2014, 21:38
Geschlecht: a_binär / a_gender
Pronomen: en/en/ens
Wohnort (Name): nahe Bremen
Hat sich bedankt: 286 Mal
Danksagung erhalten: 1256 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Safe Spaces for LGBT+

Post 15 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Vesta hat geschrieben: Mi 17. Dez 2025, 16:29 wenn SHGs Sonnabend abends sich im vollbesetzten Restaurant treffen. Da sitzt man wie auf dem Präsentierteller, alle anderen Gäste können einen sehen, und das ist eine Situation, in der ich kein privates oder TG-Themen betreffendes Gespräch teilen. Da fehlt mir ein "Safe Space".
Das ist auch kein klassischer Selbsthilfe-Setting. Es gibt dafür Standards und best practices für die Anforderungen an Räume und die Moderation. Ein zusätzlicher Klönschnack-Stammtisch als niedrigschwelliger Zugang wäre optional. Den würde ich aber auch nicht in voller Sicht machen, wo ein Dazusetzen quasi sofortiges Outing gegenüber den anderen Leuten im Lokal ist. Kommt natürlich aufs Lokal an.
Antworten

Zurück zu „Crossdresser- und Transgender-Café“