Nachtfee hat geschrieben: Mi 15. Okt 2025, 08:04
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In der Parkgarage fragt er, ob es auffällt, das er Mascara oben hat, ich nur, nur wenn man es weiß. Aber deine Augen kommen super zur Geltung. Ober das Mascara der Grund ist, sieht man eigentlich als fremder nicht.
Hier kam auch die Unsicherheit. Hätte ich zu Hause ein Kompliment, machen sollen. Ihm zeigen das es mir auffällt?
Wie gesagt, er war fertig und wir gehn (auch wenn er sich ein Kleid abgezogen hätte) hätte ich wohl gleich reagiert.
Er ist fertig wir gehn Punkt.
Und es gibt unendlich viele Beispiele mit Reisen, Wellness usw.
Er sagt mir oft, wie dankbar er für alles ist, dass ich es akzeptiere, tollerriere, unterstütze.
Aber ich mach das von meiner Seite aus nicht. Ob er seine Männliche oder weibliche Seite zeigt macht für mich keinen Unterschied. Er ist mein Mann.
Ich hoffe, du verstehst ein bisschen was ich meine. Schwer zu beschreiben.
Vielleicht hilft eine Änderung der Perspektive. Auch wenn ihr wunderbar selbstverständlich mit dem Gender-Thema umgeht: Für dein Partny ist es mit Sicherheit sehr emotionsgeladen. Ich wette auf eine Menge Unsicherheit, mindestens innerliches Umgucken. Also aufmerksam und vermutlich auch ein bisschen angespannt: Wie reagiert "die Umwelt", wie reagierst du? Gibt es Anzeichen für Ablehnung, Beschämung, gar Angriffe? Was kann ich mir "leisten", was sind mögliche Konsequenzen?
Das ist absolut normal. Die allermeisten von uns sind sich ihrer Aussergewöhnlichkeit mindestens im Hinterkopf stets bewusst. Vielleicht als Crossdressende durch den Wechsel zwischen den Rollen noch mehr als trans Personen - obwohl ich auch da welche kenne, die auch nach Jahren noch nicht wirklich unbedarft überall rumlaufen. Wir wissen auch in der Regel, was wir unseren Beziehungen zumuten.
Das erzeugt ein gewisses Mass an Stress. Das Gegenstück dazu ist "Gender-Euphorie";
https://genderdysphoria.fyi/de/euphorie Zum Beispiel durch das Gefühl im aktuellen Geschlechtsausdurck (Aussehen, Verhalten, etc) merkbar akzeptiert zu werden, so dass die aufmerksamen inneren Wachposten Pause machen können. Deshalb sind vielen von uns Stammtische und Treffen wichtig, wo sich keinein erklären muss.
(Letztlich ist es - mit vielen Körnchen Salz - am ehesten vergleichbar mit einem Hobby, dass die Partnerperson nicht so teilt. Da gibt es auch häufig die Sorge, nicht mehr akzeptiert zu werden. Bei uns kommt dazu, dass wir das nicht einfach "lassen können".)
Ich verstehe, dass du vielleicht lieber rein "geschäftsmässig" unterwegs bist, also ohne viele Schnörkel, Zuneigungssignalen und ähnlichem. Gleichzeitig vermute ich stark, dass dein Partny gerade auf solche Signale positiv und mit Entspannung reagieren würde. Ich weiss von mir und meinem Ehewesen, dass wir beide selbst ohne das Gender-Thema (ist bei uns kein Problem) nicht ohne regelmässige "emotionale Synchronisation" existieren könnten. Signale, dass wir uns gegenseitig wahrnehmen und nah haben wollen.