Tatsächlich habe ich jetzt über 3 Monate gebraucht um diesen Post fertig zu schreiben..
Diesen Post widme ich meiner Mutter, meinem Vater die mein Glück leider nicht mehr erleben dürfen und allen Menschen die mich begleitet und unterstützt haben. An erster Stelle meiner geliebten Frau die so unendlich viel Geduld und Kraft für mich aufgebracht obwohl ich ihr so viel angetan und habe und vieles genommen habe.
Ein großes Danke auch an Alle die mich seit 10 Jahren lesen und mir fast 150000 Zugriffe auf mein Tagebuch geschenkt haben.
Natürlich auch allen Ärzten und Ärztinnen die in meinen Augen ein Wunder vollbracht haben.
Und zu guter Letzt möchte ich meiner Therapeutin danken die mich 7 lange Jahre begleitet hat und mir sehr geholfen hat.
!0 Jahre...ja 10 Jahre ist es her das ich auf meiner Suche das Forum hier gefunden. Davor? Jahrzehnte des Versteckens, Angstzustände, Traurigkeit und vor allem viel Einsamkeit. Doch muss ich ehrlich sein, Einsamkeit liebte ich. Ich konnte in Gedanken schwelgen und Träumen. So viele Wünsche und Fragen die sich nicht erfüllten und beantworteten. Meine Geschichte aus früheren Jahren lese ich hier immer wieder und erinnern mich an längst vergangene Tage. Und dann erschien da bei meiner Suche die ich mich irgendwann traute das Internet zu befragen dieses Video einer besonderen Frau die so erschien es mir meine Geschichte erzählte... eine Transidente Frau. Innerlich passierte etwas in mir was ich nicht beschreiben konnte. Da war etwas.....ich möchte sagen rief. Und da war noch etwas , Angst. Zuerst die Angst meine Frau könnte merken das ich diese Seite aufrief und dann die Angst "so zu sein". Was wenn? Mir ging es schon lange nicht mehr gut und ich ein Meister des Versteckens und Schauspiels. Und weiter?
Da war es :
www.crossdresser-forum.de
Allein der Mut den Anmeldebutton zu drücken hat Tage gedauert. Aber der Initalfunke war entfacht und etwas in mir war entfacht was mir zu diesen Zeitpunkt Angst machte. Ich wollte doch nur Normal sein aber alle Gedanken öffneten anstatt dessen Dunkle Löcher. Ich wollte doch nur Franz sein, Franz der stundenweise am Wochenende zu Franzi wurde. Das hatte mir auch mein ganzes Leben gereicht wenn nicht immer öfter Gevater Traurigkeit nach meinen abendlichen Ausflügen zuhause hinter geschlossenen Jalousien hinter mir erschienen wäre und mit jedem Stückchen Franzi das am Waschbecken verschwand wurden die die Tränen jedes Mal mehr. Ich stand oft da und sank zusammen weil mir die Kraft fehlte ins Leben zurück zu kehren. Ich sagte so oft "Ich will nicht zurück, ich will und kann das nicht mehr....bitte...
Aber ich musste. Ich verfiel Zusehens und in der Arbeit verschwand ich täglich im Archiv wo ich vor Traurigkeit zusammensank und lange weinte, immer Angst Jemand kommt und sieht mich so. Niemand durfte etwas erfahren. Ich der starke Franz, der Monteur der solange auf Baustellen montiert hat. Ich weiß nicht wie viele Stunden ich im Forum gelesen habe. Im Chat irgend wann täglich zu finden. Ich bekam hier sehr viele Ratschläge. Auch einige Schlechte leider.
Bis zu diesen Zeitpunkt :18.9.2015....Mein erstes Mal. Mein Tagebuch entstand und das erste Mal in Freiheit. Hier muss ich all den Mädels hier noch einmal danken die mir geholfen haben. Durch freundliche Worte, Fragen auch manchmal unbequeme. Mädels wie Ellen, Tatjana, Jaqueline,
29.6.25 nach dem Verschwinden von 2 Stunden nachdenken und schreiben versuche ich hier weiter zu schreiben. 10 Jahre hier…was geschah mit mir?
Fortsetzung:..
Seet,Sandra und Viele mehr. Viele sind nicht mehr hier, haben Ihren Weg gefunden oder haben sich anderweitig orientiert. Einige durfte selber kennen lernen und stehe auch noch ab und zu in Kontakt. Und doch liegen 10 Jahre voller Hoffnung, Schmerzen, Tränen, Lachen, Verlusten und riesigen Ängsten hinter mir. Die Zeit verging so unglaublich schnell und es lagen so unendliche Hoffnungen in mir.
Eine Zeit in der ich so viele Facetten in mehr fand die ich so nie für möglich gehalten hätte. Und doch hat mein früheres Leben das ich im Gegensatz zu so vielen nicht verdamme und als verschwendete Lebenszeit erachte mir so vieles geschenkt. Allem voran eine so wunderbare Frau mit der ich jetzt fast 40 Jahre verheiratet bin und die mich immer begleitet hat und mich gestützt hat obwohl ich ihr so viel Schlechtes zurückgegeben habe. Heute würde ich sagen wir sind Seelenverwandt und mit einem unsichtbaren Band fest verbunden. Oder wie soll ich es sonst beschreiben wenn der als 45 Jahre als Mann lebende Partner diesen Weg geht und seine geliebte die sich nur die starke Schulter Ihres Mannes gewünscht hat und mit Ihm alt werden wollte sie stehen lässt und sich entscheidet alles Männliche entfernen zu lassen und fortan in der Rolle als Partnerin zu leben?
Ich sehe es heute völlig nüchtern das ich Ihr Ihren geliebten Mann genommen hat. Etwas das man nie vergessen sollte wenn man diesen Weg geht das man tiefe Schmerzen hinterlässt.
Und doch...die Zeit jetzt mit Ihr ist zum Teil so intensiv und echt das ich dankbar bin das sie wieder mit ihren Koffern zurück gekommen ist.
Und so durfte ich in dieser Zeit so viele Menschen in einem großen Umkreis kennen lernen. Ich wurde überall herzlich aufgenommen. Egal ob diverse Stammtische, in der BDSM Scene, Crossdresserscene Schwarzen Scene und und und. 10 Jahre und ich habe 10000 % mehr Menschen kennen gelernt als meine restliche Lebenszeit. Ich bin gewachsen, ja gereift möchte ich sagen. Vielleicht auch erwachsener obwohl ich so einige Fehler gemacht habe.
Es sind 1000 Dinge die erleben durfte. Erfahrungen die erschreckend aber auch wieder wunderschön waren.
Und es waren diese unendlich vielen ersten Male die mir so oft ein lächeln ins Gesicht zaubern.
Aber auch Abschiede. Der schlimmste Abschied war der von meinem Vater während Corona. Ich vermisse Ihn und meine Mutter so sehr und selbst jetzt nur beim schreiben muss ich weinen weil Beide noch so gerne drücken möchte und Ihnen wie ein kleiner Junge von meinem Abenteuern erzählen möchte. Ihnen strahlend erzählen wie schön alles ist und wie glücklich ich doch bin. Ihnen alles erzählen was ich erreicht habe und wie meine Träume war geworden sind.
Und so denke ich oft daran wie ich als kleiner Junge Nachts am Bett meines Vaters stand und Ihn geweckt habe um bei Sonnenaufgang pünktlich beim Angeln zu sein. Als wir beide im elterlichen Haus in der Werkstatt waren und geschreinert haben oder gemeinsam Wachholderbeeren im Wald gesucht haben um dann zusammen im Keller den Räucherofen anzuzünden und der Duft das ganze Haus erfüllt hat. Meine Mutter beim täglichen abspülen uns immer Rechenaufgaben gestellt hat oder geschimpft hat wenn wir wieder im Kinderzimmer den Plattenspieler zu laut machten. Es sind diese vielen Erinnerungen die sie mich nie vergessen lassen
Aber auch die Abschiede die so unermesslich schmerzhaft waren haben sich tief in mich eingebrannt. Ich werde denn Tag als ich meine Mutter tot auffand und schrie Mama bitte wach auf obwohl ihr Körper schon so kalt und steif war nie vergessen und bereue es bis heute das wir im Streit auseinander gegangen sind. Schmerzen die bis heute noch unendlich weh tun......Mama ich werde Dich und Papa nie wieder umarmen dürfen.
Und Beide wussten nicht das sie eine vierte Tochter hatten. Doch vielleicht hat alles so sein müssen. Heute weiß ich das alles seinen Sinn und Bedeutung hat.
Und so vergingen die letzten 10 Jahre so schnell und sinnbildlich sprang ich von dunklen Loch zu dunklen Loch. Dazwischen so viele wunderbare Höhepunkte und Erlebnisse. Ein Mensch der so ängstlich und schüchtern war, immer darauf bedacht nicht aufzufallen, ohne Selbstbewusstsein veränderte sich Schritt für Schritt. Anfangs noch geplagt von Ängsten das alle Welt auf mich schaut und auslacht. Zugegebenermaßen ist das tatsächlich öfters passiert. Bespuckt, ausgelacht, als Transe bezeichnet sind Begebenheiten die nicht schön waren aber mich stark gemacht haben...sehr stark. Heute lächle ich fast nur noch darüber wenn jemand wieder mein altes Ich sieht was ja nicht wunderlich denn Franz wird immer ein Teil von mir bleiben und das ist auch gut so. Und ich wurde immer mutiger und selbstbewusster. Was hatte ich schon zu verlieren wenn ich vor 500 Menschen alleine auf der Tanzfläche tanzte außer den wunderbaren Moment. Ich lernte es zu genießen wenn ich auf Veranstaltungen aufrecht die Locations zu betreten und zwischen den Menschen hindurch zu schreiten. Eigentlich kein Wunder wenn ich mit Absätzen öfter 1,90 bin und dann im Arm meines dann doch kleineren Freundes.
Ja... mein Freund. Das ich Ihn kennen lernen durfte ist ein wahres Geschenk. Er gab mir immer das Gefühl vollkommen zu sein. Ein Mensch der nicht locker ließ bevor er mich kennen lernen durfte. Er begleitet mich nun schon seit 4 Jahren auf diesen Teilstück meines Lebens und ich hoffe noch sehr lange. Lange wünschte ich mir einfach nur in den starken Armen von jemanden zu liegen und gehalten zu werden. Ich lernte mich einfach fallen zu lassen und Berührungen zuzulassen. Ein sehr großes Geschenk das ich Ihn kennen lernen durfte.
10 Jahre in denen sich so viele Wünsche und Träume erfüllten die mich mit Dankbarkeit erfüllen. Träume die ich mir jetzt erfülle die ich schon mit 15 gehabt habe. Ich träumte immer davon zu schauspielern und vor Publikum zu stehen. Meine Bühne habe ich mir selbst gebaut und erfüllt und ich genieße es es wenn ich ab und zu Dinge vor Menschen vorführe die hier keinen Platz haben aber eine andere Bühne ist das DJ Pult. Musik, eine andere große Leidenschaft neben Gärten, Schottland und Botanik. Ich hätte nie geglaubt das ich selbst einmal am Microphon vor teilweise über 100 Menschen spreche und einfach nur in der Musik aufgehe. Ein Traum der stetig wächst und jetzt schon Anfragen kommen ob ich nicht einmal woanders auflegen möchte. Und das Ich der als kleiner Junge vor anderen Mensch weg gerannt ist aus Angst angesprochen zu werden.
10 Jahre schreibe ich jetzt schon fast in mein Tagebuch hier. !0 Jahre Geschichten und Momente meines Lebens. Wie lange noch? Ich weiß es nicht. Der Abstand zum Forum vergrößert sich stetig. Ich schreibe nicht mehr so viel da mein ganzes Leben so alltäglich geworden ist. Ich brauche nicht mehr darüber nachzudenken Wer ich bin wenn ich morgens in den Spiegel sehe. Keine Gedanken mehr was ich tragen könnte. Ich fühle mich mich in Jeans, Blaumann oder im schicken Cluboutfit gleichermaßen wohl. Nur wenn ich weiß das wieder Hunderte Augen auf mich gerichtet sind wenn ich am Pult stehe oder ich zu Großen Veranstaltungen gehe dann muss alles Perfekt sein, Vom Outfit bis zu den Haaren.
Ja...meine Haare. ein sehr wichtiger Teil meiner Geschichte. Ich träumte immer davon lange schwarze Haare zu besitzen. Da waren Tage als meine Geheimratsecken größer wurden und ich Angst hatte meine damals kurzen zum Teil schon grauen Haare zu verlieren immer im Hinterkopf das ich ohne Haare diesen Weg nie angetreten hätte. Nie... eine Perücke wäre nie in Betracht gekommen obwohl ich aus längst vergangenen Tagen noch sehr viele in meinem Fundus habe.
Heute genieße ich es Sie ab und zu einfach zu benutzen um in eine andere "Rolle" zu schlüpfen.
Ich würde meine Haare heute als ein ganz besonderes Geschenk zu sehen das mich zu der Person macht die ich bin und wie mich alle kennen. Céline mit den Violetten langen Haaren. Immer mit dem Wissen im Blickkontakt zu geraten wenn ich beruflich oder Privat unterwegs bin. Tatsächlich kommen das ein oder andere Mal Komplimente für meinen Mut als "Mann" solche Haare zu haben. Momente in denen ich heute immer schmunzeln muss und mit meiner direkten humorvollen Art für Aufklärung sorge.
Und da waren auch 10 Jahre in denen ich meinen kompletten Körper neu kennen lernen durfte. Nicht nur die Operativen Maßnahmen. Nein all das was dazu Gehört.
Es waren die Momente als dieser unbekannte Mann mich bei einer Party als ich wieder einmal alleine in einer durchtanzten Nacht war in den Arm nahm und mit mir tanzte und mich streichelte. Ich hatte damals Gefühle die ich noch nie erlebte. Oder der Steward im Flugzeug den ich Wochenlang nicht mehr vergessen konnte. Die Nacht auf einer Parkbank mit meinem ersten Freund bei einer sternklaren Nacht als ich in seinem Schoß eingeschlafen bin. Der erste Kuss, der erste Sex.
Unzählige Begebenheiten in denen ich mein neues Körpergefühl erkunden und kennen lernen durfte. Es sind diese vielen Geschenke die ich erleben durfte. Geschenke von denen ich weiß das sie nicht alltäglich sind und die mir zeigen das ich es geschafft habe und angekommen bin. Es ist wie dieses Spiegelbild als ich vor 10 Jahren mit dieser neuen Perücke gestylt vor dem großen Spiegel stand und Céline das erste Mal gesehen habe und wusste das bin ich. Ich bin nicht perfekt und mache vieles falsch dessen werde ich mir immer bewusst sein aber...
Pläne? Ja, die gibt es immer noch. Meine Biographie in zwei Bänden und noch so ein paar andere Dinge. Dazu noch professionell auflegen… ein Traum der gerade wahr wird.Mal sehen wieviel Zeit ich noch geschenkt bekomme. Nächste Woche geht’s endlich wieder nach Schottland nachdem es mir nach vielen gesundheitlichen Problemen wieder möglich ist. Ich werde bestimmt ein wenig berichten.
Und Ihr? Glaubt an Euch und Eure Träume. Es ist so vieles möglich
Ich bin es heute tatsächlich…
Ich habe es geschafft…
Céline
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"Sprache und Worte können mich nicht verletzten...nur der Mensch und seine Absicht dahinter"
C.B.