Homophobie als Grundsatz In Köln wird es keine Segnungen für homosexuelle Paare geben
Homophobie als Grundsatz In Köln wird es keine Segnungen für homosexuelle Paare geben - # 2

Claudia
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Re: Homophobie als Grundsatz In Köln wird es keine Segnungen für homosexuelle Paare geben

Post 16 im Thema

Beitrag von Claudia »

Knäckebrötchen hat geschrieben: Do 24. Jul 2025, 21:14 Tja, und jetzt sind wir an dem Punkt, wo wir an anderer Stelle direkt eskalieren. Nur so für dich zum Verständnis: dein expliziter Hinweis auf deinen evangelischen Glauben erzeugt bei mir den Eindruck, du möchtest die Protestanten hier von den kritisierten Katholiken abgrenzen.
Ja, diese Abgrenzung mache ich, die aber allegemein. Es gibt große Unterschiede dieser beiden Konfessionen, man müsste dazu auch etliche kleinere mit einbeziehen.
Ich möchte da nur die nennen, in denen die Unterschiede sofort sichbar sind:
  • Das Papsttum
  • Der Zölibat
  • Heiligenverehrung
  • Das Abendmahl
Das einfach als die so offensichtlichen Unterschiede. Dazu kommen große Unterschiede in den Gottesdiensten (evangelisch) bzw. Messen (katholisch). Da grenze ich beide voneinander ab, was sie ja selber gerne tun.

Einen Unterschied, der genau zu diesem Thema Segen gehört, sehe ich zwischen der hier benannten katholischen Kirche in Köln und meiner Landeskirche hier im Norden. Da weiß ich nicht, wie es die regionalen Bereiche der beiden großen Kirchen halten. Im Gegensatz zu den - sorry verkürzt - "Kölner Katholiken" sind diese Segnungen hier bei den "nördlichen Evangelen" erlaubt, sogar erwünscht. Ausnahme: Die ausführende geistliche Person kann diesen Segen nicht mit ihren eigenen Glaubensverständnissen in Einklang bringen. Dann aber kann dieser Segenswunsch an andere Ausführende weitergegeben werden. Das heißt insgesamt: Dieser Segen ist hier möglich, wird nicht grundsätzlich abgelehnt, allerdings muss man unter Umständen jemanden finden, der/die ihn spendet.

Zu dem persönlichen Glauben muss ich sagen, ich bei da sehr nahe an Luther und dem "Priestertum aller Gläubigen". Jeder Christ kann die Bibel selbst auslegen, benötigt dafür keine Geistlichen, steht aber immer mit dieser persönlichen Auslegung in der Verantwortung gegenüber Gott als einziger und damit auch letzter Instanz. Ich hoffe, das ist so nachvollziehbar.

Und da habe ich bisher nichts in der Bibel gefunden, dass einer Verbindung zweier Menschen den göttlichen Segen verbietet. Denn ob es nur eine menschliche Handlung ist oder wirklich Gottes Segen, das entscheidet Gott allein.
Hm, das habe ich zu diesem Thema schon einmal geschrieben.

LG Claudia
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Re: Homophobie als Grundsatz In Köln wird es keine Segnungen für homosexuelle Paare geben

Post 17 im Thema

Beitrag von Michi »

Maya hat geschrieben: Mi 23. Jul 2025, 23:57 Kann man die nicht als "unpassend für den Geist von Köln" austauschen lassen............ :roll:
Dass die Kirche, in Anbetracht ihrer Situation, nicht selbst auf die Idee kommt, solch unbequeme und unerwünschte Personen, die immer wieder anecken, auszutauschen.
Vielleicht will man ja gerade einen Hardliner, um dem .. aus Sicht der Kirche .. Sodom und Gomorrha in Köln etwas entgegenzusetzen.
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Re: Homophobie als Grundsatz In Köln wird es keine Segnungen für homosexuelle Paare geben

Post 18 im Thema

Beitrag von Jaddy »

PMJI :)
Claudia hat geschrieben: Do 24. Jul 2025, 22:33 Zu dem persönlichen Glauben muss ich sagen, ich bei da sehr nahe an Luther und dem "Priestertum aller Gläubigen". Jeder Christ kann die Bibel selbst auslegen, benötigt dafür keine Geistlichen, steht aber immer mit dieser persönlichen Auslegung in der Verantwortung gegenüber Gott als einziger und damit auch letzter Instanz. Ich hoffe, das ist so nachvollziehbar.
Das kommt anderen Religionen ohne Zentralautorität nahe, wie der jüdischen und muslimischen. Allerdings folgt aus diesem Quasiverzicht auf das Markenrecht auch, dass sehr zweifelhafte Gestalten die gleichen Quellen für noch zweifelhaftere Zwecke nutzen können. Sei es persönliche Bereicherung, sexueller Missbrauch oder menschenfeindliche Hetze. Immerhin ist das diesmal nicht Luther (allein) anzulasten. Abspalterische Ideen hatten schon andere vor ihm und viele danach.

Allerdings...
Claudia hat geschrieben: Do 24. Jul 2025, 22:33Und da habe ich bisher nichts in der Bibel gefunden, dass einer Verbindung zweier Menschen den göttlichen Segen verbietet. Denn ob es nur eine menschliche Handlung ist oder wirklich Gottes Segen, das entscheidet Gott allein.
Wenn ich dies mal mit oben verknüpfe, braucht es für göttlichen Segen bei evangelisch-gläubigen logischerweise auch keine Priester*in - oder ich habe in deren Berufswerdung irgendwas übersehen, was ihnen spezielle Fähigkeiten oder eine bessere Durchwahl nach oben verleiht. Ein jedes könnte sich, in der Art eines Gebets (=Bitte), für ein anderes Wesen einen göttlichen Segen wünschen und das wäre weder besser noch schlechter, als wenn es eine Priester*in täte. (Göttlichen Plan und so und ob davon abgewichen wird, nur weil wir das wünschen mal dahin gestellt.)
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Re: Homophobie als Grundsatz In Köln wird es keine Segnungen für homosexuelle Paare geben

Post 19 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Jaddy hat geschrieben: Fr 1. Aug 2025, 16:51 Wenn ich dies mal mit oben verknüpfe, braucht es für göttlichen Segen bei evangelisch-gläubigen logischerweise auch keine Priester*in - oder ich habe in deren Berufswerdung irgendwas übersehen, was ihnen spezielle Fähigkeiten oder eine bessere Durchwahl nach oben verleiht. Ein jedes könnte sich, in der Art eines Gebets (=Bitte), für ein anderes Wesen einen göttlichen Segen wünschen und das wäre weder besser noch schlechter, als wenn es eine Priester*in täte. (Göttlichen Plan und so und ob davon abgewichen wird, nur weil wir das wünschen mal dahin gestellt.)
Das ist tatsächlich so.

In der Realität werden im evangelischen Kontext Pfarrer und Pastoren ordiniert - also speziell in ihr Amt hinein gesegnet und für viele ist das sozusagen eine offizielle Bestätigung dafür, bestimmte Handlungen durchführen zu dürfen. Etwa Eheschließung oder Bestattungen. Daneben gibt es aber auch die Laienprediger, die eine etwas intensivere Ausbildung genossen haben, zur Exegese gehört ja etwas mehr als reine Lesekompetenz.

Und ja, diese Rollenzuteilung steht etwas im Wiederspruch zu, Konzept "Priestertum durch alle (getauften)" - aber wenn sich Menschen in einer Gemeinde zusammen finden, dann ist es anscheinend ein natürlicher Prozess, dass bestimmten Menschen bestimmte Aufgaben zufallen oder zugeteilt werden. Sowas wie Seelsorge ist nicht für alle attraktiv.

Dazu kommt noch, dass die kirchliche Trauung ja rein rechtlich gar keine Bedeutung hat. Das ist eine rein persönliche Angelegenheit der sich-heiratenden, ob sie ihre Ehe auch unter den Segen Gottes stellen wollen oder nicht. Und da darf theoretisch jeder ran, faktisch machen es eben die Menschen mit einer intensiveren Ausbildung.

Und das sich Gemeindemitglieder gegenseitig segnen, das ist zumindest in Freikirchen gang und gäbe. Das kann Teil des festen Gottesdienstprogramms sein, ist bei uns (meine Gemeinde, Beispiel) aber oft eher was außerhalb der regulären Liturgie.
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Re: Homophobie als Grundsatz In Köln wird es keine Segnungen für homosexuelle Paare geben

Post 20 im Thema

Beitrag von Claudia »

Jaddy hat geschrieben: Fr 1. Aug 2025, 16:51
Claudia hat geschrieben: Do 24. Jul 2025, 22:33 Zu dem persönlichen Glauben muss ich sagen, ich bei da sehr nahe an Luther und dem "Priestertum aller Gläubigen".[...]
Das kommt anderen Religionen ohne Zentralautorität nahe, wie der jüdischen und muslimischen.
Da liegst Du in Bezug auf den muslimischen Glauben aber doch reichlich daneben. Denn dort gibt es die Zentralautorität, nämlich Mohammed, verkörpert durch den Quran in seiner originalen, nicht übersetzten Form. Der Quran enthält nach muslimischem Glauben exakt die Worte, die Mohammed vom Engel (ich meine es war Gabriel) erhalten hat und die er darauf des Schreibens Mächtigen diktiert hat. Deshalb gehört es zur Pflicht aller Muslime, die arabische Sprache zu lernen, um ihn im Original lesen zu können. Der Quran ist das Wort Gottes und das ist durchaus wörtlich zu nehmen.
BTW: Zur Quelle meines Wissens, mein Partner war Moslem und hat in diesem Bereich mein Unwissen vermindert.

Jaddy hat geschrieben: Fr 1. Aug 2025, 16:51
Claudia hat geschrieben: Do 24. Jul 2025, 22:33Und da habe ich bisher nichts in der Bibel gefunden, dass einer Verbindung zweier Menschen den göttlichen Segen verbietet. Denn ob es nur eine menschliche Handlung ist oder wirklich Gottes Segen, das entscheidet Gott allein.
Wenn ich dies mal mit oben verknüpfe, braucht es für göttlichen Segen bei evangelisch-gläubigen logischerweise auch keine Priester*in - oder ich habe in deren Berufswerdung irgendwas übersehen, was ihnen spezielle Fähigkeiten oder eine bessere Durchwahl nach oben verleiht. Ein jedes könnte sich, in der Art eines Gebets (=Bitte), für ein anderes Wesen einen göttlichen Segen wünschen und das wäre weder besser noch schlechter, als wenn es eine Priester*in täte. (Göttlichen Plan und so und ob davon abgewichen wird, nur weil wir das wünschen mal dahin gestellt.)
Vorweg nur eine Kleinigkeit zur Benamsung. In der evangelischen Kirche gibt es keine Priester, die nennen sich Pastoren und haben nicht den Absolutheitsanspruch der Priester in der katholischen Kirche. Sie gelten bei uns eher als Vermittler, als Auslegende der Bibel. Deswegen hatte ich auch den allgemeinen Begriff Geistliche gewählt.

Ein solcher Segen wird nur dann von der evangelischen Kirche als im Kirchenrecht verbindlich anerkannt, wenn er von einem Pastor gesprochen wird. Verbindlich im Kirchenrecht heißt nichts weiter, als dass dieser Segen einer kirchlichen Trauung nahesteht, wenn auch nicht gleichgesetzt wird. So hat der verbliebene Mensch etwa bei einer Bestattung das Recht über Art und Ort der Bestattung des verstorbenen Menschen zu entscheiden.

Es gibt da schon einige Standesunterschiede. So durfte ich in meiner damals noch männlichen Rolle als eingesegneter Diakon durchaus Gottesdienste halten, aber den offiziellen Schlußsegen (Gehet hin im Frieden des Herrn ...) nicht im Originalwortlaut sprechen mit den zugehörigen Handzeichen. Mit einer persönlichen Formulierung war ein Ausgangssegen dennoch möglich.

Natürlich ist es für alle Christen möglich, für andere Menschen um den Segen Gottes zu bitten, selbst dann, wenn dieser andere Mensch nicht an diesen Gott glaubt. Und ja, auch ich bitte um diesen Segen für andere, wenn ich ihn als für diesen Menschen hilfreich empfinde. Die Entscheidung darüber, ob dieser Segen erteilt wird, liegt ausschließlich bei Gott, da kann ich nur bitten. Und für die direkte Durchwahl ist jede(r) selbst verantwortlich, weil - so sagt es mir mein Glaube - wer ehrlich ruft, wird auch angehört. Und von dieser Segensbitte muss noch nicht einmal die empfangende Person etwas wissen. Das klingt jetzt sehr religiös, ist auch so wie ich es inzwischen nach langer Pause wieder bin. Nur das jetzt bitte nicht wieder als Versuch der Missionierung missverstehen.

LG Claudia
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